Domestikation- Wie der Hund zum besten Freund des Menschen wurde

Die Deutschen halten schätzungsweise 30 Millionen Haustiere, vor allem sind dies Hunde und Katzen. Bist du ein Katzenmensch oder ein Hundemensch – dazu gibt es mitunter tiefgehende Debatten. Doch egal, welches Tier einem mehr zusagt, es nicht selbstverständlich, dass wir Haustiere halten.

Eines der wichtigsten domestizierten Tiere: Das Rind (Foto: Wolfgang Dirscherl  / pixelio.de)

Eines der wichtigsten domestizierten Tiere: Das Rind (Foto: Wolfgang Dirscherl / pixelio.de)

Das wohl älteste domestizierte Tier ist der Hund, der sich vor circa 30.000 Jahren aus dem Wolf entwickelt hat (obwohl molekulargenetische Berechnungen auf 100.000 Jahre kommen, so zeigt der Fossilrekord anderes auf). Über viele Generationen hinweg wurden die Tiere genetisch von der Wildform isoliert und auf viele Charakteristika gezüchtet. Das Schaf, welches vom Mufflon abstammt, das Rind, welches vom Auerochsen abstammt, das Schwein, die Ziege und die Katze, welche auch ihre jeweiligen Wildformen haben, folgten vor circa 10 000 Jahren. Zur gleichen Zeit wurden Pflanzen durch die gleiche Art zu Kulturpflanzen gezüchtet. Pferde, Hühner und viele andere Tiere, die oft speziell für die jeweilige Region der Welt waren, kamen vor einigen tausend Jahren nach.

Theoretisch kann jedes Tier domestiziert werden, jedoch gibt es sechs Eigenschaften, welche das Tier haben sollte, sodass es dazu kommt und die in dem Buch Guns, Germs and Steel beschrieben wurden: Kann sich das Tier von den Abfällen der Menschen ernähren und hat keine speziellen Anforderungen hinsichtlich der Ernährung, ist dies sehr hilfreich. Die Generationenfolge, also auch die Lebenserwartung, sollte die des Menschen nicht überschreiten. Ist sie kurz genug, ist die Züchtung besser möglich und eine kurze Zeit für das Erreichen des Erwachsenenalters ist wichtig, damit es seinen Zweck erfüllen kann. Die Fortpflanzung muss auch in der Gefangenschaft des Menschen stattfinden können. Sind die Tiere generell weniger aggressiv und leichter umgänglich, ist dies ebenfalls von Vorteil. Sie sollten ebenfalls ruhiger sein und nicht scheu. Zuletzt ist es ebenfalls wichtig, dass die Tiere eine flexible soziale Hierarchie haben und den Menschen als Herrchen anerkennen.

Viele domestizierte Arten weisen Gemeinsamkeiten auf. Schon Darwin beobachtete, dass menschennahe Spezies fallende Ohren besitzen. Die selektive Fortpflanzung hat also bestimmte folgen. 1950 wurde in Russland ein Langzeitversuch gestartet. Der russische Silberfuchs sollte domestiziert werden, der aufgrund seiner Aggressivität als nicht domestizierbar galt. Dieser Versuch dauert bis heute an. In jeder Generation wurden die weniger aggressiven Tiere ausgesucht. Als die ersten Tiere nach 20 Generationen und ungefähr 25 Jahren als Haustiere gehalten werden konnten, hatten sie kürzere Schnauzen, kleinere Zähne, weiche, fallende Ohren, einen kurvigeren Schwanz und eine andere Fellfarbe. Genetische Veränderungen führten zu hormonellen Veränderungen und so ist ein Fuchs mit einem kleineren Adrenalinlevel auch zahmer. Bei anderen Arten findet man ebenfalls kleinere Gehirne und verringerte akute Sinnesorgane, die in der freien Wildbahn noch überlebenswichtig waren.

Eine überzüchtete Hunderasse: die englische Bulldogge (Foto: M. Großmann  / pixelio.de)

Eine überzüchtete Hunderasse: die englische Bulldogge (Foto: M. Großmann / pixelio.de)

Rassenhunde zeigen uns heute auch die Schattenseiten der Züchtung auf. Reinrassige Hunde wurden vor gerade einmal Hundert Jahren durch Inzucht auf die verschiedenen Charakteristika gezüchtet. Rassen wie der Boxer und die Bulldogge haben zum Beispiel kürzere Schnauzen und diese Brachycephalie führt zu Atemwegsproblemen und einer gestörten Thermoregulation. Aber auch andere Rassen leiden unter den verschiedensten Krankheiten, welche zu einer kürzeren Lebenserwartung führt. Sogenannte Mischlinge sind die genetisch gesünderen Individuuen.

Doch der Mensch hat sich sogar selbst domestiziert. Der Übergang von einer Jäger und Sammler-Gesellschaft zu einer sesshaften Farmer-Gesellschaft, brachte Vor- und Nachteile. Mehr Nahrungsmittel waren vorhanden und die Abstände zwischen Geburten verringerten sich aufgrund der Sesshaftigkeit. Die Population stieg an. Dies führte aber auch dazu, dass sich neue Infektionskrankheiten entwickelten, die sich nur in einer dichten Population entwickeln konnten. Genetische Veränderungen führten zur Entwicklung von Resistenzfaktoren (unter anderen die AB0 Blutgruppen), einer adulten Laktose Persistenz und einem besseren Alkoholmetabolismus für das im westlichen Eurasien getrunkene, nährstoffreiche Bier. Die Verkürzung des Kiefers, im Gegensatz zu unseren Hominiden Vorfahren, zeigt ebenfalls, analog zum Fuchs-Experiment, ein Merkmal des weniger aggressiven und wilden Menschen auf.

Vorschau: Nächsten Monat geht es um die Kristalle in unserem Ohr.

Horrormärchen, Schoßhündchen oder schützenswerte Art? Der Wolf

Der Wolf (Canis lupus) hatte für den Menschen schon immer eine sehr große Bedeutung. In der Wahrnehmung der nomadisierenden Jäger stand er für Mut, Ausdauer, Familiensinn und vor allem für Anpassungsfähigkeit. Das alles sind Eigenschaften, die auch den Menschen auszeichnen und diesem Tier den Respekt und sogar die immerwährende Freundschaft des Menschen einbrachten. Was sich allerdings heute auf unseren Kuscheldecken tummelt, hat nur noch sehr wenig von den ausdauernden und kräftigen Jägern in sich, die einst unsere Wälder durchstreiften.

Heute ist der Wolf ein „wildes Tier“, ein Relikt aus einer vergangen Zeit, welches seinen Platz in unserer Gesellschaft verloren zu haben scheint. Unser heutiges Bild vom Wolf wird von Horrorgeschichten und alten Märchen geprägt. Unwissenheit und Unsicherheit gegenüber diesem, lange Zeit verschwundenen Raubtier machen aus Geschichten vage Ahnungen und gefährliches Halbwissen. Greifen Wölfe wirklich Menschen an? Kann man weiterhin unbedarft durch heimische Wälder spazieren oder seine Kinder alleine auf den Spielplatz schicken? All das sind Fragen, die die Menschen beschäftigen und auch beschäftigen müssen. Denn seit einiger Zeit ist nun bekannt: Er ist zurück.

Laut dem NABU Projektbüro Wolf leben zurzeit in Deutschland wieder 19 Wolfsrudel, vier Paare und sieben Einzelwölfe (Stand: 30.04.2013), die sich v.a. in den Bundesländern von Sachsen und Brandenburg, aber auch vereinzelt in Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und sogar bis hoch nach Schleswig-Holstein aufhalten. Dies ist nicht verwunderlich. Im Alter von etwa 22 Monaten verlassen die Jungtiere ihr Rudel und legen auf der Suche nach neuen Territorien mehrere 100 km zurück. Sie sind gute Schwimmer und auch größere Flüsse stellen dabei kein besonderes Hindernis dar.

Die ökologischen Voraussetzungen für den Wolf sind auch in Deutschland gegeben. Ungefähr 30 % unserer Landesfläche sind mit Wald bedeckt und die Tendenz ist steigend. Laut statistischem Bundesamt ist die Waldfläche zwischen 1992 und 2008 um durchschnittlich 176 km² gewachsen, was etwa der Größe von Karlsruhe entspricht. Jagd macht der Wolf vor allem auf Paarhufer, wie Rehe, Hirsche und Wildschweine und erfüllt dabei eine wichtige ökologische Funktion. Indem er den Bestand an Rot- und Schwarzwild verringert, werden Fraßschäden an Bäumen reduziert. Der Wolf ist auch ein Opportunist und sucht sich die Beute, die für ihn am leichtesten zu erreichen ist. Dazu gehören kranke und schwache Tiere, aber auch Nutztiere, insbesondere Schafe. Das führt unweigerlich zu Konflikten mit dem Menschen. Dabei kommt es den jeweiligen Bundesländern zu, die Bauern für ihre Verluste zu entschädigen.

Auch wenn der Wolf mittlerweile zu den am stärksten geschützten Arten Europas gehört, bieten sich den Hirten einige Möglichkeiten, um sich vor Wolfsangriffen zu schützen. Neben speziell gezüchteten Hunderassen können auch so genannte Lappenzäune eingesetzt werden. Sie setzten sich aus einer gespannten Schnur und daran befestigten 50 cm langen Stofflappen zusammen. Diese flattern im Wind und rufen bei den Wölfen eine panische Angst hervor. Warum konnte bis dato noch nicht geklärt werden. Laut einer im Jahre 2002 in Auftrag gegeben Studie (The fear of wolves: A review of wolf attacks on humans) des Norwegischen Institutes für Naturforschung (NINA) gelten Wolfsangriffe auf Menschen in Europa als sehr unwahrscheinlich. Gesunde Wölfe reagieren auf Menschen mit äußerster Vorsicht und nicht aggressiv. Menschen gehören nicht zur normalen Beute von Wölfen und werden eher als Konkurrenten angesehen. In den seltenen Fällen, in denen es zur Tötung eines Menschen durch Wölfe kam, ließen sich die Angriffe auf Tollwut oder starke Gewöhnung der Tiere an den Menschen zurückführen.

Ein Wolf ist kein Schoßhund und ein gesunder Respekt, wie gegenüber jedem Wildtier, ist angebracht. Dennoch stellt er für unsere Natur und das Ökosystem unsere Wälder eine Bereicherung dar. Es ist Aufgabe der Regierung und verantwortlichen Menschen in Wolfsgebieten ausreichend aufzuklären und sich um die Belange geschädigter Interessensgruppen zu kümmern, um eine friedliche Koexistenz zwischen Mensch und Tier zu ermöglichen.

Vorschau: Und nächste Woche spricht die Tier&Umwelt-Redaktion mit Pflanzen – ihr dürft gespannt sein!

Hund, Katze oder Maus? – Die Face2Face-Redaktion packt aus

Vor allem in Bewerbungsgesprächen für Jobs im sozialen Bereich kommt immer häufiger die Frage nach dem Lieblingstier auf. Denn dieses kann teilweise den eigenen Charakter widerspiegeln und manches über das eigene Sozialleben aussagen. Die Tier&Umwelt-Rubrik hat unter den Face2Face-Mitarbeitern nachgefragt: Was ist euer Lieblingstier?

Melanie Denziger schreibt für die Tipps&Tricks-Rubrik und will sich gar nicht so recht auf ein Lieblingstier festlegen. „Jedes Tier, jede Art und jedes Individuum hat etwas Wunderschönes und Faszinierendes“, meint sie. Eine ganz besondere Verbindung bestehe bei ihr aber zu Hunden. Der neue Familienzuwachs, ein kleiner Jack Russel Terrier-Mischling, habe ihr Herz in einer Millisekunde erobert. „Hunde sind in der Regel sehr emphatische und liebenswerte Wesen, sie sind treuherzig und sorgen zudem für ausreichend sportliche Betätigung ihres Besitzers“, findet die 20-Jährige. Neben den Spaziergängen schätzt Denzinger auch die gemeinsamen Stunden auf dem Sofa.

Pflegeleicht und zum Knuddeln: der Hase (Foto: Sabine Menge / pixelio.de)

Pflegeleicht und zum Knuddeln: der Hase (Foto: Sabine Menge / pixelio.de)

Eigentlich findet Bernd Föhr als Journalist der Tier&Umwelt-Rubrik alle Tiere toll. Doch weil es sein chinesisches Tierkreiszeichen ist, hat er sich für den Hasen als sein Lieblingstier entschieden. Bei einem Hasen denken Föhrs Meinung nach die meisten Leute zuerst an die Eigenschaften „schnell“ und „schlau“, aber auch an die „Feigheit“. „Aber auch vorlaut kann er sein, wie: Mein Name ist Hase, ich weiß von nichts“, erklärt der 25-Jährige. Das seien aber alles nur oberflächliche Sachen. Der Hase ist ein soziales Tier, das sich gerne mit seinesgleichen umgebe, erklärt der Diplom-Biologe. Er gilt bei den Chinesen als harmoniebedürftig und Glückspilz. Sympathie und Kreativität lassen sich den Menschen, die im Tierkreiszeichen Hasen sind, zuschreiben.
„Ich finde das chinesische Tierkreiszeichen sehr faszinierend und die Eigenschaften, die einem im Hase-Jahr geborenen Menschen zugeschrieben werden, als sehr treffend. Deshalb ist der Hase mein Lieblingstier“, so Föhr.

Die besten Freunde, die es gibt, sind für Muriel Heimes, Leiterin der Mode-Rubrik, Hunde. Sie wuchs in einer Familie mit Hund auf und lernte früh die Treue dieser Tiere kennen. „Hunde spüren, wenn es einem nicht gut geht. Es gibt nichts Tröstlicheres, als wenn man deprimiert auf der Couch liegt und der Hund kommt und einen mit der Schnauze an stupst“, so Heimes. Hunde seien zudem sehr intelligent, man könne ihnen viel beibringen und daher unterschiedliche Dinge mit ihnen machen. „Und sie sind für jede Kleinigkeit dankbar und vergessen positive Dinge nicht“, sagt die 24-Jährige über ihr Lieblingstier.

Auch Tipps&Trickslerin Nina Möller (22 Jahre) hat sich den Hasen verschrieben: „Sie sind süß, flauschig und perfekt für eine Familie.“ Besonders beeindruckend findet sie, dass sich Hasen trotz des Niedlichkeitsfaktors, wehren, wenn sie sich bedroht oder unsicher fühlen. Zudem seien Hasen recht pflegeleichte Haustiere, die man kuscheln und knuddeln kann.

Für ein etwas exotischeres Lieblingstier hat sich Johannes Glaserentschieden. Der Wirtschaft&Politik-Redakteur erinnert sich

Ein ganz besonders Lieblingstier: der Pinguin (Foto: Jaros / pixelio.de)

Ein ganz besonders Lieblingstier: der Pinguin (Foto: Jaros / pixelio.de)

noch an den Pinguin „Ping“ von „Urmel aus dem Eis“, aber die wirkliche Begeisterung für das Tier sei erst in den letzten Jahren gekommen. „Nicht nur weil der Pinguin einfach putzig ist, sondern weil ich vor einer Weile einen „Pinguin-Livestream“ der „California Academy od Sciences“ entdeckt habe“, berichtet der 25-Jährige, „unheimlich unterhaltsam!“ Pinguine sind flugunfähige, aufrecht gehende Vögel, die durch ihre Art sich fortzubewegen ziemlich tollpatschig wirken, so Glaser. „Vor allem aber die Art, wie Pinguine wahrgenommen werden, ist absolut faszinierend. Mit Pinguinen kann mein keine negative Assoziation ihnen in Verbindung bringen.“

Vorschau: Nächste Woche wird von einem Ortstermin bei „Fair Future“ berichtet.

Der beste Hund, der je gelebt hat – und sein Herrchen: Moderator und Journalist Claus Kleber

Der beste Hund, der je gelebt hat – und sein Herrchen: Moderator und Journalist Claus Kleber

Wollte ursprünglich Lufthansa Flugkapitän werden: "heute journal"-Moderator Claus Kleber (Foto: C. Gartner)

Er moderiert eine der bekanntesten Nachrichtensendungen im deutschen Fernsehen, war jahrelang in den USA als Auslandkorrespondent für die ARD tätig und steht für seriöse Berichterstattung: „heute journal“-Moderator Claus Kleber. Mit Face2Face sprach er über seine ersten Gehversuche im Journalismus und gewährte uns sogar ganz private Einblicke.

Face2Face: Können Sie sich noch an Ihren ersten Berufswunsch erinnern?
Kleber: Ich wollte ursprünglich Lufthansa Flugkapitän werden. Das hing vermutlich damit zusammen, dass mein Vater Diplomingenieur war und ich so immer auf technische Berufe getrimmt war. Außerdem wollte ich schon immer gerne viel reisen. Nachdem ich erfahren habe, dass ich eine Brille brauche, hat sich der Traumberuf Pilot aber ganz schnell in Luft aufgelöst.

Face2Face: Wie sind Sie letzten Endes beim Fernsehen gelandet?
Kleber: Journalistisch tätig war ich schon in der Schulzeit – schrieb für die Schülerzeitung und für die Lokalpresse. Ich war mir aber immer bewusst darüber, dass ich auf jeden Fall etwas mit elektronischen Medien machen möchte. Schließlich begann ich eine anfangs befristete Hospitanz beim Südwestfunk, die sich aber schnell zu einer dauerhaften Tätigkeit auswirkte. Dort war ich zuerst als eine Art rasender Reporter in Sachen Landespolitik unterwegs, dann moderierte ich die Sendung „Baden-Württemberg aktuell“ und war bei SWF3 (Anm. d. Red.: das SWF3 entspricht dem heutigen SWR3) als Moderator einer Frühsendung tätig. Erst 1992 wechselte ich dann zum Fernsehen. Das ARD-Studio Washington war eine Art beschützende Werkstatt für mich. „Learning by Doing“ lautete dort die Devise und ich bin auch heute noch sehr dankbar für die große Hilfsbereitschaft, die ich dort erleben durfte. Ein Volontariat habe ich allerdings nie gemacht – wahrscheinlich war ich einfach schon zu lange dabei, als dass da irgendjemand auf die Idee kam danach zu fragen.

Face2Face: Sie moderieren das „heute journal“ nun schon seit neun Jahren. Welche Bedeutung hat die Sendung für Sie?
Kleber: Anfangs, muss ich gestehen, war mir nicht bewusst wie großartig das „heute journal“ ist. Da ich ja eine lange Zeit für die ARD tätig war und mich auch selten in Deutschland aufhielt, empfand ich das „heute journal“ eher als eine bunte und leichte Nachrichtensendung – den Maßstab jedoch waren für mich die „tagesthemen“. Mit dem Antritt des Jobs als Moderator des „heute journals“ lernte ich dann die große Bedeutung des Magazins kennen: Eigene Autoren, die Unabhängigkeit vom übrigen Nachrichtengeleitzug und die Möglichkeit, vor allem als Moderator, viel selbst zu gestalten. Die Moderation des „heute journals“ ist in meinen Augen die ideale Umgebung, wenn man schon nicht die höchste Form des Journalismus, nämlich das Reporterdasein als Korrespondent, praktiziert.

Face2Face: Welche Zielgruppe spricht das „heute journal“ an?
Kleber: Unsere Sendung richtet sich an all diejenigen, die sich für Politik und für die großen Zusammenhänge der Gesellschaft interessieren. Ich glaube, dass sich das „heute journal“ nicht über die Altersgruppe definieren lässt. Wir versuchen jeden Tag eine gute, interessante, verständliche Sendung zu machen. Steve Jobs hat das „I-Phone“ auch nicht für 18-Jährige entwickelt. Qualität findet ihr Publikum überall. Und völliger Unsinn wäre es sich einer bestimmten Altersgruppe anzubiedern: wenn ich mit den Ausdrücken moderieren würde, die ich bei meinen Töchtern aufschnappe, würde ich mich nur lächerlich machen. Moderator und Sendung sollten glaubwürdig sein und sich selbst treu bleiben. Unser Ziel ist es, jeden Abend eine Sendung zu präsentieren, an der keiner vorbeikommt.

Der beste Hund, der je gelebt hat – und sein Herrchen: Moderator und Journalist Claus Kleber

Im Gespräch: Face2Face-Chefredakteurin und "heute journal"-Moderator Claus Kleber (Foto: C. Gartner)

Face2Face: Apropos lächerlich: Was halten Sie von der Parodie auf Ihre Person in der „ProSieben“-Sendung „Switch“? Können Sie darüber lachen?
Kleber: Parodie ist eine sehr schwierige Kunst, wie ich finde. Einige der Sketche bei „Switch“ sind wirklich sehr gelungen. Wie Gundula und ich dargestellt werden, gefällt mir persönlich gut. Besonders interessant finde ich, dass Gundula oft als die Dominantere dargestellt wird, was das ganze Vorurteil von wegen Kleber als Hauptmoderator völlig auf den Kopf stellt.

Face2Face: Sie waren mit kurzer Unterbrechung insgesamt 15 Jahre in den USA tätig. Was hat Ihnen dort am besten gefallen?
Kleber: Besonders beeindruckt an den USA hat mich die Offenheit der Menschen und die gigantische Weite des Landes. Man hat tatsächlich den Eindruck als sei der Himmel dort viel großer als er hier bei uns in Deutschland ist. Das „Projekt Amerika“, aus unterschiedlichen Religionen und Ethnien eine Nation zu formen, fasziniert mich bis heute.

Face2Face: Viele Deutsche kennen nur den seriösen, Anzug-tragenden Moderator einer anspruchsvollen Nachrichtensendung – wie aber sind Sie privat? Haben Sie Haustiere?
Kleber: Bis vor wenigen Monaten hatte ich einen Golden Retriever, der nach unglaublichen 15 Jahren nun leider gestorben ist. Sie hieß Lady und war der beste Hund, der je gelebt hat.

Face2Face: Was sind Ihre Hobbies? Und treiben Sie regelmäßig Sport?
Kleber: Ich versuche dreimal in der Woche auf dem Weg zur Arbeit für jeweils eineinhalb Stunden ins Fitnessstudio zu gehen – meistens schaffe ich es dann aber doch nur zweimal in der Woche. So etwas wie Briefmarkensammeln oder Eisenbahnen zusammenbauen mache ich nicht – nein. Das, was andere Leute in ihrem Hobby finden, nämlich eine interessante Zerstreuung, finde ich in meinem Job.

Face2Face: Was sind Ihre Pläne für 2012?
Kleber: Mein guter Vorsatz für dieses Jahr ist es, meine tägliche Arbeit noch bewusster wahrzunehmen. Der Job wird gern zur Routine, aber ich möchte jede Sendung so vorbereiten und moderieren als wäre es die erste. Außerdem werde ich mich wohl irgendwann entscheiden müssen, was genau ich auf Dauer machen will – vorausgesetzt das ZDF will mich noch ein bisschen behalten: Im Moment mache ich mir darüber aber noch keine großen Gedanken – ich bin rundum zufrieden, mit dem was ich habe und mache. Wie könnte ich das auch nicht sein? Ich arbeite mit einer tollen Redaktion, darf das erfolgreichste deutsche Nachrichtenmagazin moderieren und für meine Dokumentationen rund um die Welt spannende Dinge erleben.

Face2Face: Und zum Abschluss noch die Frage, die wahrscheinlich die gesamte Medienwelt umtreibt: Wie sehen Sie die Zukunft von Print, Radio, TV und Internet?
Kleber: Falls Sie auf das vielerorts prophezeite Verschwinden von Printmedien hinaus wollen: Ich bin mir sehr sicher, dass es auch noch weiterhin Zeitungen geben wird. Den Nachteil beim Internet sehe ich darin, dass dieses nicht auf ein aufgearbeitetes Abbild des Tages ausgerichtet ist. Bei einer Nachrichtensendung wie dem „heute-journal“ bekommt der Konsument ein kompaktes Ergebnis präsentiert, ohne mit Rohinformationen zugemüllt zu werden. Ich denke, dass ein gewogenes Produkt, das reich an verständlicher Information ist, weiter seine Käufer und Zuschauer finden wird. Allerdings muss es auf der Höhe der Zeit bleiben. Wir zeigen inzwischen mit „heute journal plus“ im Internet ein tolles Beispiel dafür. Eine Magazinsendung mit wirklich attraktiven Zusatzangeboten. Dort kann man sich jeden Tag neu umfassend informieren.

Information:
Das „heute journal“ läuft täglich von 21.45 Uhr bis 22.15 Uhr im ZDF. Verpasste Sendungen können unentgeltlich in der ZDF-Mediathek eingesehen werden.

Vorschau: Am Dienstag, 7. Februar berichtet Caro Lobig vom fünfjährigen Jubiläum des Mentorenprogramms „Bis brothers Big Sisters“. Das Kindermitmachfest findet am Samstag, 4. Februar im Stadthaus in Mannheim statt.

„Jeder Mensch kann so einfach helfen“

Unvergesslich: Linda Tellington-Jones erzählt mir von ihrer Arbeit (Foto: Hoffmann)

Unvergesslich: Linda Tellington-Jones erzählt mir von ihrer Arbeit (Foto: Hoffmann)

„TTouch for you“ heißt das Buch von Linda Tellington-Jones, das über die Tellington-Arbeit mit den Tieren hinaus erklärt, wie man auch Menschen mit der Stimulierung ihrer Zellen glücklicher machen kann. Die interessantesten Geschichten entstehen meist durch Zufall: So wie auch an Lindas Seminartag in Dudenhofen, an dem sie zufällig an einen Burnout-Patienten gelangt, dem ihre Touches zu mehr Ruhe im Alltag verhelfen.

„Was ist dein Lieblingstouch, Linda?“, frage ich die kanadische Pferdefrau bei ihrem Besuch in Dudenhofen. Die 73-jährige legt ihren Handrücken auf meinen Oberarm, sieht mich an, und sagt „Dieser Touch steht noch in keinem meiner Bücher, der Orang-Utan Touch“. Sehr beruhigend und äußerst effektiv fühlt es sich an, wenn die Erfinderin der Tellington-Methode höchstpersönlich ihre Arbeit demonstriert.
„Und was ist deiner?“, entgegnet sie mir anschließend.  „Die tollsten Erfahrungen habe ich mit der Ohrenarbeit gemacht, bei Mensch, Pferd, Katze, Hund, Esel, Hase, wem auch immer.“
Linda sieht mich begeistert, aber auch neugierig an. Ich solle mehr erzählen.
Ich berichte ihr von dem faszinierensten Erlebnis, das ich durch den sogenannten „Ohren-Touch“, der für Entspannung und innere Ruhe sorgen soll, gemacht habe.

Einmalig beruhigend: Linda demonstriert an einem vierbeinigen Seminarteilnehmer die Ohrenarbeit (Foto: Hoffmann)

Einmalig beruhigend: Linda demonstriert an einem vierbeinigen Seminarteilnehmer die Ohrenarbeit (Foto: Hoffmann)

„Mein Papa leidet seit ein paar Jahren an dem Burnout-Syndrom. Wenn er Panikattacken hat oder eine innere Unruhe spürt, bin ich die einzige, abgesehen von Tabletten, die ihn dann entspannen kann“, erkläre ich. Linda ist hin und weg. „Immer, wenn ein Tier oder Mensch in meinem Umfeld Kreislaufprobleme hat, sich unsicher fühlt, aufgeregt ist oder nicht zur Ruhe kommen kann, wende ich diesen Touch mit dem Zeigefinger und dem Daumen an“, berichte ich weiter.

Was man damit erreichen kann? Die Ohrenarbeit ist deshalb so essentiell und effektiv, da man in sehr kurzer Zeit durch die Stimulierung der Zellen einem Lebewesen Entspannung in den ganzen Körper schicken oder den Kreislauf wiederherstellen kann.

Pferde werden mit Hilfe der Ohrenarbeit, durch die der Kreislauf angeregt wird, immer häufiger aus einer Kolik gerettet. Kleintiere, die kein Vertrauen in Menschen haben, entspannen sich zwischen Daumen und Zeigefinger eines Zweibeiners. Und ebendiese, die beispielsweise vor einer Prüfung beunruhigt sind, können sich kurzfristig entspannen.

„Kannst du den Seminarteilnehmern von deinen Erfahrungen berichten?“, fragt Linda mich nach dem Interview. Kurze Zeit später steht mein Papa in der Reithalle neben Linda, die kurzerhand die verschiedensten entspannenden Touches an ihm ausprobiert.

Spontan: Linda testet entspannende Touches an dem kurzfristig her bestellten Burnout-Patienten (Foto: Hoffmann)

Spontan: Linda testet entspannende Touches an dem kurzfristig her bestellten Burnout-Patienten (Foto: Hoffmann)

Das Publikum lauscht interessiert, als ich die Geschichte noch einmal durch das Mikrofon erzähle. „Was ich damit sagen will“, beende ich meine gedankliche Exkursion, „jeder von euch kann mit einer so kleinen, einfachen Berührung in den brenzligsten Situationen eine Menge bewirken. Wem die vorgestellten Problemsituationen bekannt vorkommen – macht euch ans Werk. Ihr könnt so einfach helfen.“

Glücklich: Mein Papa, ich und Linda Tellington-Jones nach einem etwas anderen Seminarteil (Foto: Hoffmann)

Glücklich: Mein Papa, ich und Linda Tellington-Jones nach einem etwas anderen Seminarteil (Foto: Hoffmann)

Vorschau: Am nächsten Donnerstag findet ihr hier den nächsten Teil der Serie „Tierisch gute Teams“, Alex und sein Papagei Lola. 

Tierisch gute Teams, Teil 4 – „Spontan auf den Hund gekommen“

Diana & Andy

Bis man zu einem Tier ein echtes Vertrauensverhältnis aufgebaut hat, bedarf es viel Geduld, Pflege und Ausdauer. Das beweisen die hier vorgestellten Teams, die anfangs noch gar nicht geglaubt hatten, eben ein solches mit ihrem Tier werden zu können. Diana geht seit sieben Jahren gemeinsam mit ihrem kleinen Hund Andy durch die Welt und hat in ihm einen lieben, anhänglichen Freund gefunden, der sie durch den Alltag begleitet.

„Eigentlich wollte ich ja gar keinen Hund, meinen Sohn wollte aber immer unbedingt einen“, erzählt Diana Sattel. Ihr Mann wollte damals einen Yorkshire – Terrier haben – und so hat sich die Familie bei einem Züchter erst einmal über die Rasse informiert. „Wir wollten aber eigentlich nicht sofort einen mitnehmen“, so die 43-jährige.
Aber dann sei alles anders gekommen. „Wir haben uns die Hunde angeschaut, ich habe mich auf den Boden gesetzt und einer hat sich auf meinen Schoß gesetzt und wollte da nicht mehr weg“, erinnert sie sich. „Das war dann Andy, ein Yorkshire-Terrier, der jetzt seit sieben Jahren bei uns ist“.
Damals war er 14 Wochen alt und Diana hatte zu Hause nichts für einen Hund vorbereitet. Da sei sie dann erstmal in den Kölle-Zoo gefahren und habe Zubehör gekauft.  

Treu und gehorsam: Andy im Grünen ohne Leine (Foto: Sattel)

Treu und gehorsam: Andy im Grünen ohne Leine (Foto: Sattel)

Auch wenn Diana eigentlich, wenn überhaupt, einen Dobermann wollte, bereut sie es nicht, damals Andy mit nach Haus genommen zu haben. „Er ist einfach nur lieb. Er will nur dabei sein und ist mit dem, was er hat und mit jeder Sekunde, in der du ihn beschäftigst, zufrieden“, erklärt die Römerbergerin.
Zudem vertrage er sich auch mit anderen Tieren, spielt sogar mit Katzen und ist „nicht so ein Kläffer wie viele andere kleine Hunde“, meint Diana. „Eigentlich ist er wie ein Großer. Putzig, aber mutig.“ Jetzt würde sie sich gar keinen großen Hund mehr kaufen. „Den kleinen Andy kann ich einfach überall mit hinnehmen, manchmal auch zu beruflichen Seminaren“, erzählt die Diplominformatikerin.

Sie ist zwar voll berufstätig, verbringt aber trotzdem so viel Zeit wie nur möglich mit Andy: „Nach dem Aufstehen gehe ich direkt mit ihm Gassi. Zwanzig Meter vor dem Haus bleibt er auf dem Rückweg dann stehen, weil er weiß, dass ich gleich auf die Arbeit gehe und er alleine ist“, berichtet die 43-Jährige. Wenn sie wieder nach Hause komme, renne er schwanzwedelnd auf sie zu und sie verbrächten den Rest des Tages meist zusammen.

Immer zusammen unterwegs: die Diplominformatikerin und ihr Yorkshire-Terrier (Foto: Sattel)

Immer zusammen unterwegs: die Diplominformatikerin und ihr Yorkshire-Terrier (Foto: Sattel)

Hin und wieder nimmt sie ihn mit zu ihrem großen Pferd, dem bayrischen Warmblut „Dino“. „Das ist total witzig, Dino ist total interessiert an Andy und beschnuppert ihn immer vorsichtig, aber der hält lieber einen gesunden Abstand, hat aber auch keine Angst“.
Auch wenn der Yorkshire-Terrier noch nicht einmal so groß ist wie der Kopf des Pferdes, laufe er neben Diana und Dino immer brav mit.
Eine ganz besondere Vorliebe des Hundes sei es aber, heimlich in Schränke zu kriechen. „Da haben wir ihn einmal aus Versehen eingeschlossen und sehr lange auf der Straße wie verrückt gesucht“, erinnert sich Diana.

Auch wenn sich Dianas Leben seit Andy komplett verändert hat und sie nicht einfach mal ohne ihn lange weg kann, ist er für sie wie ein Baby und unentbehrlich. „Wenn er nicht da ist, fehlt ein Stück von mir“, gibt die Hundebesitzerin zu.
Sie hat mittlerweile ihr Leben teilweise nach dem Vierbeiner ausgerichtet. „Weil er jede Nacht bei mir im Bett, im Sommer auf und im Winter unter der Decke, schläft, hat er zum Bett hin extra drei Stufen, damit er alleine hochsteigen kann“, erzählt sie.

Vorherige Serienteile „Tierisch gute Teams“: Teil 1: Steffi und Barney, Teil 2: Svenja und Pico, Teil 3: Sonja und Daisy

Vorschau: Am nächsten Donnerstag könnt ihr ein Exklusiv-Interview mit der kanadischen Pferdetherapeuthin und Erfinderin der Tellington-Touch Methode, Linda Tellington-Jones, lesen.

Tiere, Bilder, Emotionen

Harte Hörner, weicher Kern: Auch Ziegen sind manchmal gerne beste Freunde des Menschen (Foto: Lobig)

Harte Hörner, weicher Kern: Auch Ziegen sind manchmal gerne beste Freunde des Menschen (Foto: Lobig)

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Ein Blick reicht als Aussage oft schon aus – das gilt auch bei Tieren. Jedes einzelne, selbst wenn es kein typischer bester Freund des Menschen ist, zeichnet einen eigenen Charakter aus. Fotos, die diesen zeigen, sind erst besondere Fotos. Immer wieder fällt Fotografen auf, dass die außergewöhnlichsten Bilder durch Zufall und in der Bewegung entstehen. Darum gibt es heute eine Fotogalerie der witzigsten, besondersten und ausdrucksstarksten Bilder von den verschiedensten Tieren zu sehen.

Höhenflug: So sieht es aus, wenn zwei junge Pferde zusammen frei laufen dürfen

Höhenflug: So sieht es aus, wenn zwei junge Pferde zusammen frei laufen dürfen (Foto: Lobig)

Motzig: Verschiedene Tiere, verschiedene Charaktere, verschiedene Launen

Motzig: Verschiedene Tiere, verschiedene Charaktere, verschiedene Launen (Foto: Lobig)

Menschlich: Manchmal könnten sich auch Katzen einfach nur an den Kopf fassen

Menschlich: Manchmal könnten sich auch Katzen einfach nur an den Kopf fassen (Foto: Lobig)

Edel: Erst in der Bewegung sind die Tiere besonders fotogen

Edel: Erst in der Bewegung sind die Tiere besonders fotogen (Foto: Lobig)

Gelenkig: Große Tiere werden, was ihre Körperbeherrschung angeht, oft unterschätzt

Gelenkig: Große Tiere werden, was ihre Körperbeherrschung angeht, oft unterschätzt (Foto: Lobig)

Faszinierend: Auch ein Waldkauz (Eule) trägt Charakterzüge, die man an seinem Ausdruck ablesen kann

Faszinierend: Auch ein Waldkauz (Eule) trägt Charakterzüge, die man an seinem Ausdruck ablesen kann (Foto: Lobig)

Tiere – unsere Vorbilder und der Inbegriff von Menschlichkeit

Zehn Gründe, die Tiere zu besseren Menschen machen….

 „Liebe mich, wenn ich es am wenigsten verdient habe, denn dann brauche ich es am meisten“ – Allzu treffend ist dieser Spruch in Bezug auf Menschen, die bei Tieren Halt suchen. Den zu bekommen gestaltet sich anfangs vielleicht schwieriger. Beweist der Mensch aber Herz und Interesse, ist das Tier eine Stütze von langer Dauer.

Erstens : Tiere sind immer (für) dich da – bedingungslos. Sie spüren schneller, wenn es dir schlecht geht und leisten dir einfach Gesellschaft, ohne Fragen zu stellen.

Zweitens : Sie haben keine Vorurteile. Es geht ihnen nicht um Aussehen und sonstige äußere Dinge, sondern um Herz und Ausdruck.

Drittens : Die Beziehung zwischen Mensch und Tier basiert auf einem ausgeglichenen Geben und Nehmen. Wer aufmerksam ist und für das Tier vertrauensvoll wirkt, bekommt genau so viel zurück, wie er gibt.

Viertens : Tiere können nicht sprechen – zumindest nicht die Sprache der Menschen. Umso aufmerksamer müssen Menschen ihnen zuhören. Wer das kann, sollte es schätzen und der Welt erzählen.

Fünftens : Niemals werden dich Tiere verletzen. Sie sind durch und durch ehrliche Wesen, deren Augen dein Verhalten widerspiegeln.

Sechstens : Vergessen können unsere tierischen Begleiter nicht. Hast du einmal ihr Vertrauen gewonnen, gehört dir ein Platz in ihrem Herzen. Verbinden sie aber schlechte Erinnerungen mit dir, wirst du das nie wieder ändern können.

Siebtens : Tiere erziehen dich zu Ehrlichkeit – du kannst ihnen nichts vormachen.

Achtens : Mit ehrlichen Mitteln kannst du dir das Vertrauen eines Tiers erkämpfen. Dazu braucht der Mensch zwar mehr Geduld als bei Artgenossen – dafür schließt er dann aber einen Pakt für die Ewigkeit.

Neuntens : Tiere haben einen freien Willen, der niemals gebrochen werden kann. Du kannst sie zu nichts zwingen, da sie sich niemals verstellen würden. Sie bleiben sich selbst in jeder Lage treu – darauf ist Verlass. Ein Charakterzug, von dem sich so gut wie jeder Mensch eine Scheibe abschneiden kann.

Zehntens : Das, was wir menschlich nennen, verkörpern meist vielmehr die Tiere. Herz und Verständnis zeigen, fair und rücksichtsvoll sein, selbstlos zu jemandem stehen und den Gegenüber ohne Oberflächlichkeiten als einzigartig wahrnehmen: Das sind Dinge, die man unter Menschlichkeit. Menschen können scheinbar also noch viel von Tieren lernen…