#Anytimeiscaketime – Selbstversuch zum Backen mit Instagram

Wenn man auf der Social-Media-Plattform Instagram unterwegs ist sind sie garantiert nicht zu verfehlen: Bilder von süßen Cupcakes, wundervoll gestalteten Torten und lecker aussehenden Kuchen. Da möchte man am liebsten gleich durch den Bildschirm greifen und ein Stückchen probieren. Oder man würde zumindest gerne herausfinden, wie es den Instagram-Bäckerinnen und -Bäckern gelungen ist, ihre Kunstwerke zu backen und so toll in Szene zu setzen, dass sie einfach zum anbeißen aussehen.

Unter verschiedenen Hashtags wie #backen (bisher ungefähr 956.631 Beiträge), #backenmachtglücklich (ca. 177.380 Beiträge) oder einfach auf Englisch #cake (ca. 59.411.105 Beiträge) werden so viele Bilder von selbst gebackenen Köstlichkeiten gepostet, dass sie einfach dazu einladen, selbst etwas davon zu Hause auszuprobieren.

Diesen Versuch habe ich in der vergangenen Woche gewagt und zwei Rezepte aus der Instagram-Backstube ausprobiert. Ob die Werke am Ende genauso fotogen aus meinem Backofen kommen, wie sie auf Instagram aussehen? Welchen Herausforderungen ich mich dabei gestellt habe, verrate ich euch in meinem Selbstversuch.

Der erste Versuch: Valencia Cupcakes

#Anytimeiscaketime - Selbstversuch zum Backen mit Instagram

Autorin Anna-Sophie Beckerle mit den Backzutaten für den ersten Versuch – es kann losgehen (Foto: Anna-Sophie Beckerle)

Als erstes habe ich die Valencia Cupcakes von lillys_cupcakery ausprobiert. Das Rezept erschien mir zwar aufwändig, aber die Cupcakes sahen auf dem Bild auf Instagram einfach zu lecker aus. Ich war also schon auf eine Herausforderung eingestellt. Obwohl ich bisher schon einige Muffins gebacken habe, habe ich allerdings noch nie eine Ganache hergestellt oder Churros selbst gemacht. Zum Glück gab es passend zum Instagram-Account einen Video-Blog zu den Rezepten, der mir beim Nachbacken sehr geholfen hat.

#Anytimeiscaketime - Selbstversuch zum Backen mit Instagram

Lilly Kürten mit ihren selbstgebackenen Valencia Cupcakes (Foto: lillys_cupcakery)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Da ich schon Erfahrung beim Backen habe, fiel es mir eher leicht, die typisch spanischen Magdalenas in den Muffin-Förmchen zu backen. Leider sind sie etwas aus der Form gesprungen, was ihnen aber geschmacklich zum Glück nicht geschadet hat.

#Anytimeiscaketime - Selbstversuch zum Backen mit Instagram

So sahen die Magdalenas aus, kurz bevor sie in den Backofen kamen (Foto: Anna-Sophie Beckerle)

#Anytimeiscaketime - Selbstversuch zum Backen mit Instagram

Und so sind die Magdalenas aus dem Ofen gekommen, leider etwas aus der Form gesprungen, aber trotzdem sehr lecker (Foto: Anna-Sophie Beckerle)

#Anytimeiscaketime - Selbstversuch zum Backen mit Instagram

Die Ganache wird noch mit einer Orange verfeinert und dann direkt in den Kühlschrank gestellt (Foto: Anna-Sophie Beckerle)

Als nächstes machte ich mich daran, die Ganache herzustellen. Das gestaltete sich schon etwas schwieriger, da sich die heiße Sahne eher schlecht mit der Schokolade ver-binden wollte. Das Ganze musste dann nochmal zwei Stunden in den Kühlschrank, um fest zu werden. Daher habe ich für das gesamte Backexperiment viel länger gebraucht, als ich ursprünglich dachte.

#Anytimeiscaketime - Selbstversuch zum Backen mit Instagram

Alle diese Zutaten und Utensilien werden benötigt, um die Churros herzustellen (Foto: Anna-Sophie Beckerle)

 

Zu guter Letzt musste ich noch den Churro-Teig fertigen, was schneller ging als gedacht. Allerdings musste ich feststellen, dass ich mit einer normalen Spritztülle mit Sternaufsatz die Churros mehr und mehr unförmig in das Öl spritzte. Das war natürlich später auf dem Foto für Instagram nicht so schön. Aber immerhin waren sie echt lecker und in Zukunft werde ich wohl eine feste Spritze dafür nutzen.

#Anytimeiscaketime - Selbstversuch zum Backen mit Instagram

Die Grundlage für den Churro-Teig ist ein Brand-Teig, der hier bereits mit den Eiern gemischt wurde (Foto: Anna-Sophie Beckerle)

#Anytimeiscaketime - Selbstversuch zum Backen mit Instagram

So sehen die Churros aus, als sie fertig gebacken und mit Zucker und Zimt bestäubt wurden (Foto: Anna-Sophie Beckerle)

Der große Moment war nun also gekommen und die Cupcakes sahen dem Original auf Instagram schon ähnlich, was für mich doch sehr erleichternd war, da ich schließlich fast sechs Stunden in der Küche verbracht hatte.

Der große Vergleich:

#Anytimeiscaketime - Selbstversuch zum Backen mit Instagram

Und so sehen sie aus, meine nachgebackenen Valencia Cupcakes (Foto: Anna-Sophie Beckerle)

#Anytimeiscaketime - Selbstversuch zum Backen mit Instagram

Ein Selfie was direkt auf Instagram gepostet werden könnte, da hat sich die ganze Arbeit doch gelohnt, oder? (Foto: Anna-Sophie Beckerle)

#Anytimeiscaketime - Selbstversuch zum Backen mit Instagram

Zum Vergleich: hier nochmal die Valencia Cupcakes von lillys_cupcakery (Foto: lillys_cupcakery)

Aber ist der ganze Aufwand auch ein paar tolle Fotos auf Instagram wert? Ich habe bei Lilly Kürten (25 Jahre), der Autorin des Blogs lillys_cupcakery, nachgefragt. Sie antwortete mir, dass sie aus einem deutsch-amerikanischen Haushalt stamme, wo hauptsächlich mit Backmischungen gebacken wurde. 2012 fasste sie den Entschluss, dass es doch auch ohne gehen müsste. Nachdem sie einiges erfolgreich ausprobiert hatte, postete sie es auf Instagram und fing 2017 damit an, Videos zu den Rezepten zu veröffentlichen. Damit wollte sie ihren Abonnenten zeigen, wie einfach verschiedene Rezepte gebacken werden können, sowohl in Deutschland als auch in Amerika. Sie ist der Meinung, dass es die Arbeit definitiv wert ist. Man merkt ihr auf jeden Fall an, dass es ihr sehr viel Spaß macht. Das ist sicher ein wichtiger Erfolgsfaktor eines Instagram-Accounts, nicht nur beim Backen.

Der zweite Versuch: Erdbeer-Käsekuchen-Brownies

Für den zweiten Versuch, etwas aus Instagram nachzubacken, habe ich mir die Erdbeer-Käsekuchen-Brownies von fraeuleinmeerbackt_de herausgesucht. Sie fordert auf Ihrem Instagram-Profil ihre Follower dazu auf, ihr nachgebackene Werke zu zeigen. Daher dachte ich, eines ihrer Rezepte wäre perfekt für den zweiten Versuch. Die Erdbeer-Käsekuchen-Brownies werden auf ihrem Blog, zusätzlich zu ihrem Instagram-Account, als „bester Blechkuchen“ angepriesen, mal sehen, ob das auch so stimmt. Der Kuchen sieht auf den Instagram-Fotos einfach toll aus und nachdem ich für die Cupcakes doch sehr lange gebraucht hatte, habe ich gehofft, dass die Brownies nicht ganz so viel Zeit in Anspruch nehmen.

Zuerst habe ich den Brownie-Teig hergestellt. Das ging tatsächlich super schnell und sehr leicht, bis vielleicht auf die Schokolade, die ich schmelzen musste. Dafür musste ich schon etwas Zeit einplanen. Die geschmolzene Schokolade darf weder kochen, noch zu heiß zum restlichen Teig gegeben werden, weil es sonst klumpt.

#Anytimeiscaketime - Selbstversuch zum Backen mit Instagram

Aus diesen Zutaten werden gleich hoffentlich leckere Käsekuchen-Brownies entstehen (Foto: Anna-Sophie Beckerle)

Nach dem Mischen wurde alles einfach in eine Form gegossen. Da ich leider keine Brownie-Form besitze hatte ich stattdessen eine Auflaufform mit Backpapier ausgelegt. Das stellte sich als schwieriger heraus, als ich dachte, da das Backpapier immer wieder knitterte.

#Anytimeiscaketime - Selbstversuch zum Backen mit Instagram

So sieht der Brownie-Teig in der Form dann aus (Foto: Anna-Sophie Beckerle)

Schließlich war der Teig in der Form und ich konnte mit dem Mischen des Käsekuchen-Toppings beginnen. Da ich leider keine Erdbeeren mehr kaufen konnte, habe ich stattdessen gefrorene Himbeeren genommen, was aber auch super geklappt hat. Dann musste ich nur noch die gemischten Zutaten für den Käsekuchen auf den Brownie-Teig geben und alles für eine Stunde in den Backofen stellen.

#Anytimeiscaketime - Selbstversuch zum Backen mit Instagram

Nun muss das Ganze nur noch in den Backofen (Foto: Anna-Sophie Beckerle)

 

Als der Kuchen fertig war und kurz ausgekühlt hatte, schnitt ich ihn für die Fotos zurecht. Bis auf die Kleinigkeit, dass sich die beiden Teige nicht gleichmäßig verteilt haben, kommt er dem Instagram-Foto schon ein wenig nahe. Immerhin ging das Backen der Brownies verhältnismäßig mit wenig Arbeit und relativ schnell, wenn man die Backzeit außen vor lässt.

Die original Instagram-Brownies von fraeuleinmeerbackt_de im Vergleich mit meinem Ergebnis:

#Anytimeiscaketime - Selbstversuch zum Backen mit Instagram

Meine Himbeer-Käsekuchen-Brownies, auf einem Teller angerichtet, aber leider nicht so schön wie das Original auf Instagram (Foto: Anna-Sophie Beckerle)

#Anytimeiscaketime - Selbstversuch zum Backen mit Instagram

Trotzdem stolz: das Selfie zum Schluss darf natürlich auch nicht fehlen (Foto: Anna-Sophie Beckerle)

Alles in allem würde ich sagen, dass es auf jeden Fall einiges an Arbeit und Zeitaufwand kostet, einen eigenen Back-Blog auf Instagram zu unterhalten. Vor allem, wenn man sich die Rezepte selbst heraussucht oder erstellt und dann vielleicht sogar mehrere Anläufe braucht, um den perfekten Kuchen zu backen. Das Ganze dann auch noch schön hübsch zu fotografieren, gleicht fast einem Vollzeit-Job. Aber wenn es Spaß macht, ist ja bekanntlich keine Mühe zu viel. Dass es als Amateur-Bäckerin nicht so leicht für mich war, die verschiedenen Rezepte nach zu backen, zeigt auch, dass ein gewisses Talent und die richtige Ausstattung nicht fehlen sollten. Ich ziehe demnach auf jeden Fall meinen Hut vor all den talentierten Instagram-Bäckerinnen und –Bäckern, denn ich bin sicher, dass die Kuchen und Cupcakes genau so gut schmecken, wie sie auf den Instagram-Seiten aussehen.

„Ein Leben ohne Kreativität kann ich mir nicht vorstellen“

Hat Spaß am Kreativsein: Tanja alias Tilla (Foto: Tilla)

Hat Spaß am Kreativsein: Tanja alias Tilla (Foto: Tilla)

Lachen, shoppen, Freunde treffen – ganz normale Hobbies einer gewöhnlichen, jungen Frau. Doch Tanja Weber alias Tilla will mehr: Ihre Kreativität ausleben und damit Geld verdienen. Eigentlich ist die 22-jährige Speyrerin angehende Erzieherin, doch seit Kurzem präsentiert sie in Tillas Kreativstübchen, einer Seite auf Facebook, ihre kreativen Ideen. Face2Face sprach mit ihr über Erfolgserlebnisse, negative Kritik und die Zukunft ihres Projekts.

Face2Face: Was genau ist Tillas Kreativstübchen? Was gibt es dort zu entdecken?
Tilla: Tillas Kreativstübchen besteht zurzeit noch aus einer Gefällt mir-Seite bei Facebook, auf der ich alle meine kreativen Werke mit der Welt teile.
Zu sehen gibt es dort momentan mehrere Alben: Kreatives zur Osterzeit – in diesem Album zeige ich, was man aus gekochten Eiern und ein bisschen Farbe alles zaubern kann. Dann gibt es das Album „Hmmm…lecker!“, in dem ich meine Leidenschaft – das Herstellen und dekorative Anrichten von Lebensmitteln – ausleben kann, sowie das Weihnachtskarten-Album, in dem es Fotos der von mir gebastelten Karten zu sehen gibt. „Kreatives Nageldesign“ zeige ich im gleichnamigen Album. In „Allerlei Spielerei“ findet man beispielsweiße eine Collage, die ich für meine Großeltern zur goldenen Hochzeit gestaltet habe. „Die Freude am Fotografieren♥“ erklärt sich eigentlich von selbst.
Als Model mit tollen Haaren steht mir meine Schwester im Fotoalbum „Frisurenzauber“ zur Verfügung. Dort können meine Fans immer mal wieder neue Frisuren bestaunen. Auch Gewinnspiele veranstalte ich regelmäßig. Die Gewinne gibt´s auch immer in Form von Fotos. Gutscheine und andere Präsente findet man unter „Geschenkideen“.
Ziel und Idee des Ganzen ist es, mein Können zu präsentieren und auch Muster auszustellen. Weitere Alben werden folgen!

Face2Face: Wann und wie kamst du auf die Idee das Kreativstübchen zu gründen?
Tilla: Die Idee besteht eigentlich schon etwas länger, aber der Mut hat mir bisher gefehlt, weil ich nicht wusste, ob es die Leute überhaupt interessiert. Auf die Idee selbst hat mich meine große Schwester gebracht und ich bin ihr auch sehr dankbar, dass sie mich dabei so unterstützt. Wegen eines Krankenscheins saß ich dann zu Hause und wusste nicht so richtig, was ich mit mir anfangen sollte und wie vom Blitz getroffen kam die Entscheidung, dass jetzt der richtige Zeitpunkt ist, um Tillas Kreativstübchen ins Leben zu rufen. Und seit dem 2. September 2013 gibt es mich nun mit meiner Gefällt mir-Seite Facebook.

Mit viel Liebe zum Detail: Einige von Tillas selbst gestalteten Karten (Foto: Tilla)

Mit viel Liebe zum Detail: Einige von Tillas selbst gestalteten Karten (Foto: Tilla)

Face2Face: Dein „richtiger“ Name ist Tanja. Wieso nennst du dich Tilla?
Tilla: Der Grund dafür ist eine ganz lustige Geschichte, die sich vor mehr als zehn Jahren abspielte. Mein kleiner Bruder las im Kindergarten ein Buch, in dem es um eine Oma namens Tilla ging. Als er dann nach Hause kam, sagte er: „Tanja, ich nenn´ dich ab jetzt Tilla, weil du genauso kreativ bist, wie die Oma aus dem Buch, das wir heute gelesen haben, und weil es mit dir nie langweilig wird, weil du immer so tolle Ideen hast!“
Das ist mir bis heute in Erinnerung geblieben und als dann die Idee kam mit meiner Kreativität in die Öffentlichkeit zu gehen, war klar, dass der Name Tilla eine Rolle spielen muss.

Face2Face: Was war dein bisher größtes Erfolgserlebnis mit deinem Kreativstübchen?
Tilla: Dass ich innerhalb einer Woche schon 100 Likes hatte – damit habe ich absolut nicht gerechnet! Am Anfang habe ich mich gefreut, als es zehn waren und schneller als ich gucken konnte waren es 50, kurz danach dann 100. Einfach ein überwältigendes Gefühl! Mittlerweile sind es 118 Likes!

Face2Face: Hast du bisher auch schon negative Kritik bekommen? Wie gehst du mir Kritik um?
Tilla: Zum Glück ist mir das bis jetzt noch erspart geblieben! Aber so was kann jederzeit kommen und solange es auch konstruktive Kritik ist, werde ich mir diese zu Herzen nehmen und versuchen mich zu verbessern.

Face2Face: Wie wichtig, glaubst du, ist Youtube für dein Projekt?
Tilla: Geplant ist auf jeden Fall, dass Tillas Kreativstübchen auch in den nächsten Tagen auf Youtube zu finden sein wird! Dort soll es dann Do it yourself-Videos, Basteltipps aber auch Tutorials für Frisuren und das Zubereiten und dekorative Anrichten von Lebensmittel geben. Der Sinn und Zweck des Ganzen ist es, dass die Zuschauer mich beim kreativen Arbeiten begleiten können und nicht immer nur die fertigen Werke in Form von Fotos vor die Nase geknallt bekommen! So kann ich vielleicht den ein anderen dazu animieren, die Bastelsachen mal wieder aus dem Schrank zu kramen oder seine kreative Ader zu entdecken.

Bei der Arbeit: Tilla bastelt was das Zeug hält (Foto: Tilla)

Bei der Arbeit: Tilla bastelt was das Zeug hält (Foto: Tilla)

Face2Face: Was bedeutete dir das Basteln und die Kreativität im Allgemeinen?
Tilla: Ich könnte mir ein Leben ohne Basteln beziehungsweise ohne Kreativität gar nicht mehr vorstellen – es gehört zu meinem Leben wie mein Freund und meine Familie. Dabei kann ich einfach auch mal abschalten. Es ist für mich eine gute Möglichkeit runter zu kommen und den Alltag hinter mir zu lassen. Das Schöne daran sind auch immer die strahlenden Gesichter der Menschen, die etwas von mir Gebasteltes geschenkt bekommen.

Face2Face: Kannst du dir vorstellen, mit deinem Kreativstübchen Geld zu verdienen?
Tilla: Wünschenswert wäre das schon, aber dafür meinen Job aufzugeben könnte ich mir nicht vorstellen. Da ich im Kindergarten arbeite, ist das Basteln auch immer in meinem Job vertreten und ich liebe meine Arbeit zudem über alles.
Dennoch ist es ein Ziel von mir, mir mit meinem Kreativstübchen etwas dazu zuverdienen. Wer etwas individuell Gestaltetes haben möchte, kann mich einfach kontaktieren, um alles abzusprechen. So gut wie nichts im kreativen Bereich ist bei mir unmöglich (lacht).

Face2Face: Welchen Tipp hast du für unsere Leser parat, wenn sie ihre Kreativität ausleben wollen?
Tilla: Solange es von Herzen kommt und es Spaß macht, sollte man es ausleben! Und wenn man dann noch jemanden hat, der hinter einem steht und einen unterstützt, dann ist man auf einem sehr guten Weg das Beste daraus zu machen!

Für weitere Fragen, Tipps und Ratschläge könnt ihr Tilla ganz einfach kontaktieren:
Facebook: www.facebook.com/tillagoeskreativ
E-mail: tillaskreativstuebchen@gmail.com

Vorschau: Kommenden Dienstag verrät euch die Panorama-Redaktion, was alles beachtet werden muss, damit die Hochzeit tatsächlich der schönste Tag im Leben wird.

Gewinnspiel: Face2Face meets Tillas Kreativstübchen

Gewinnt mit Face2Face und Tillas Kreativstübchen einen Adventskalender zum Selbstfüllen. Was ihr dafür tun müsst: Liked bis einschließlich Dienstag, 22. Oktober 2013, 23.59 Uhr Tillas Kreativstübchen auf Facebook, sucht euren Lieblingssatz aus dem oben stehenden Interview heraus und postet ihn an Tillas Pinnwand. WICHTIG: Kein Satz darf doppelt gepostet werden, ansonsten wird der Teilnehmer vom Gewinnspiel ausgeschlossen. Der Gewinner wird am Freitag, 25. Oktober 2013 via Facebook benachrichtigt und erhält seinen Gewinn nach Herausgabe seiner Adresse per Post.

Nutzungsbedingungen

§ 1 Gewinnspiel
(1) Das Gewinnspiel wird von der Online-Zeitschrift Face2Face durchgeführt.

 § 2 Teilnahme
(1) Teilnahmeberechtigt sind alle Spielerinnen und Spieler in Deutschland, Österreich und der Schweiz.
(2) Eine Person nimmt am Gewinnspiel teil, indem sie die Facebook-Seite von Tillas Kreativstübchen liked sowie einen Satz aus obigem Interview an Tillas Pinnwand postet, der dort noch nicht von einem anderen Teilnehmer gepostet wurde.
(3) Zur Teilnahme am Gewinnspiel ist unbedingt erforderlich, dass sämtliche Personenangaben der Wahrheit entsprechen. Andernfalls kann ein Ausschluss gemäß § 3 (3) erfolgen.
(4) Mitarbeitern von Face2Face ist es nicht gestattet beim Gewinnspiel teilzunehmen. Ihre Einsendungen können beim Gewinnspiel nicht berücksichtigt werden.

§ 3 Ausschluss vom Gewinnspiel
(1) Bei einem Verstoß gegen diese Teilnahmebedingungen behält sich die Online-Zeitschrift Face2Face das Recht vor, Personen vom Gewinnspiel dauerhaft auszuschließen.
(2) Ausgeschlossen werden auch Personen, die sich unerlaubter Hilfsmittel bedienen oder sich anderweitig durch Manipulation Vorteile verschaffen. Gegebenenfalls können in diesen Fällen auch nachträglich Gewinne aberkannt und zurückgefordert werden.
(3) Wer unwahre Personenangaben macht, kann des Weiteren vom Gewinnspiel ausgeschlossen werden.
(4) Nach Ablauf des Gewinnspielzeitraums können keine weiteren Einsendungen berücksichtigt werden und werden somit gelöscht.
(5) Bei mehrmaliger Einsendung findet ein Ausschluss vom Gewinnspiel statt.

§ 4 Durchführung und Abwicklung
(1) Die Gewinner werden von Face2Face am Tag der Bekanntgabe per Facebook über ihren Gewinn informiert. Kann der Gewinner auch beim zweiten Kontaktversuch nicht erreicht werden, wird der Gewinn erneut zwischen den übrigen Teilnehmer ausgelost.
(2) Eine Barauszahlung der Gewinne oder eines etwaigen Gewinnersatzes ist in keinem Falle möglich.
(3) Der Anspruch auf den Gewinn oder Gewinnersatz kann nicht abgetreten werden.
(4) Ist es aus zuvor nicht vorhersehbaren Gründen nicht möglich, dass das Meet&Greet, Konzert oder die Veranstaltung durchgeführt werden kann, hat der Gewinner in diesem Fall keinerlei Anspruch auf Ersatz.
(5) Ist aus zuvor nicht vorhersehbaren sicherheitstechnischen Gründen nicht möglich den Besuch im Backstagebereich durchzuführen, besteht kein Anspruch auf Ersatz.

§ 5 Datenschutz
(1) Durch die Teilnahme am Gewinnspiel erklärt sich der Teilnehmer ausdrücklich damit einverstanden, dass Face2Face die dazu erforderlichen Daten für die Dauer des Gewinnspiels speichern darf. Es steht dem Teilnehmer jederzeit frei, per Widerruf unter der im Impressum angegebenen E-Mail-Adresse die Einwilligung in die Speicherung aufzuheben und somit von der Teilnahme zurückzutreten.
(2) Die Teilnehmer erklären sich dazu bereit, dass im Falle eines Gewinnes die Namen öffentlich bekannt gegeben werden, beispielsweise über soziale Netzwerke oder die offizielle Homepage von Face2Face.
(3) Face2Face verpflichtet sich, die gesetzlichen Bestimmungen des Datenschutzes zu beachten und das Fernmeldegeheimnis zu wahren.

§ 6 Sonstiges
(1) Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
(2) Es ist ausschließlich das Recht der Bundesrepublik Deutschland anwendbar.
(3) Sollten einzelne dieser Bestimmungen ungültig sein oder werden, bleibt die Gültigkeit der übrigen Nutzungsbedingungen hiervon unberührt.

 

Klein. Fleißig. Bedroht?

„Sind Sie allergisch?“ – „Nein“  – „Na, dann kann´s losgehen!“

Der Deckel geht auf. Adrenalin stößt durch den Körper und der wichtigste Gedanke, keine ruckartigen Bewegungen zu machen, ruhig zu bleiben, bringt einen fast um den Verstand.

Klein. Fleißig. Bedroht?

Das große Summen: Honigbienen bringen den Nektar zum Stock (© Petra Bork, pixelio.de)

Sie sind hektisch, summen, brummen, gereizt, fühlen sich gestört. Schwärmen völlig orientierungslos aus. Plop, das war eine. Wieder: plop, plop, plop. Diesmal am linken Bein und vor der Brust. Nur nicht rühren. Unter dem Schutzschleier wird es warm. Schweiß fließt über das Gesicht. Es juckt. Um den automatischen Reiz sich zu kratzen zu unterbinden, verlangt es höchste Konzentration. Bloß keine hektischen Bewegungen machen.

Harald Müller (Name von der Redaktion geändert) lässt das alles kalt. Er ist in seinem Element: „Ach, ich werde so oft gestochen, ich spüre das schon fast nicht mehr“. Vorsichtig, fasst gelassen, hebt er einen Rahmen aus dem Kasten, und mit dem Luftzug kommen tausende von Honigbienen zum Vorschein. Das Summen steigt an. Der Geräuschpegel gleicht dem an einer Autobahnraststätte.

Imkerei – für Müller jahrelang ein Ausgleich zum stressigen Job, sein Hobby. Ein bedrohtes Hobby? Bienensterben durch die so genannte Varroa-Milbe, Studien über die Gefahren von Pestiziden – die Liste ist lang. Viele Horrormeldungen lassen um die beliebten Honigprodukte fürchten. Aber das ist erst die Spitze des Eisbergs. Weite Teile der Landwirtschaft würden ohne die Bestäubungsleistung der Honigbienen weg fallen. Wildbienen könnten die Aufgaben nicht alleine bestreiten, denn es gibt sie kaum noch. Ihr Lebensraum, hohle Bäume, wurde weitgehend von der Forstwirtschaft zerstört.

Klein. Fleißig. Bedroht?

Bei der Arbeit: Nektar und Pollen werden von den Bienen gesammelt (© Erich Westendar, pixelio.de)

Doch Müller ist entspannt. Seine elf Völker stehen inmitten einer Streuobstwiese. Pestizide, die den Orientierungssinn der Insekten zerstören, werden hier nicht verwendet. „Die sind den meisten Bauern sowieso zu teuer.“ In Müllers Honig sind jedenfalls keine nachweisbar. Sogar eine Auszeichnung hat er für die Qualität seiner Ernte bekommen. Ein Problem in der Schadstoffdebatte sieht er in den Messstandards, schon geringe Mengen können nachgewiesen werden. Doch „die Menge macht das Gift“, meint der 65-jährige.

„Nicht so schüchtern, kommen Sie näher, schauen Sie mal, können Sie da Eier drin erkennen, meine Augen sind nicht so gut“, winkt Müller und zieht eine große, unförmige Lupe aus der Tasche.

Das süße Gold, das seine fleißigen Bienen produzieren, klebt in den Waben im oberen Teil des Kastens fest, vom Rest des Stocks abgetrennt. „Damit die Königin keine Eier reinlegt“, erklärt Müller. Bedacht dreht er den Rahmen, in den sie eingebaut sind. Der Zucker kristallisiert aus, wenn die Waben voll sind.

Auch die Varroa-Milbe setzt seinen emsigen Bienchen nicht allzu sehr zu. Mit viel Behutsamkeit, um die Bienen nicht weiter aufzuscheuchen, zieht er ein kleines, aufgespanntes Netz aus dem unteren Teil des Bienenkastens. Das Netz ist weiß bis auf ein paar kleine dunkle Flecken, Abfallprodukte der Bienen. Auch mit der Lupe lässt sich keine tückische Bewegung der braunen Punkte registrieren. Ein gutes Zeichen, kein Milben-Befall. „Obwohl gar keine Varroa-Milben heutzutage eigentlich ungewöhnlich sind“, schmunzelt der Imker. Mit einer Ameisensäurebehandlung beugt er zweimal im Jahr einem Totalausfall des Bienenstocks vor. Für den Notfall ist auch gesorgt, zwei junge Volkableger sind in spätestens einem Jahr stark genug ein anderes zu ersetzen.

Schon im alten Ägypten und Mesopotamien war die Imkerei eine Tradition und wird im Deutschland der Neuzeit zum größten Teil hobbymäßig betrieben. Und dieses Hobby werden Müller Meinung nach auch noch in Zukunft viele Menschen betreiben. „Großstadt-Imker“-Kurse bekräftigen seine Aussage.

Der Imker aus Leidenschaft nimmt einen Kehrbesen zur Hand, vorsichtig und mit aller größter Sorgfalt wischt er vereinzelte Bienen vom Rand des Bienenkastens. Er hebt den schweren Deckel an und legt ihn mit viel Gefühl und fast zaghaft auf.  Dem Volk geht es gut, jetzt kann es sich wieder entspannen, von den Strapazen erholen und eifrig Honig produzieren.

Schlagartig wird es stiller. Einige, wenige Nektarsammlerinnen ziehen weiter summend ihre Kreise. Langsam, behutsam tritt Müller zurück. Erst in einiger Entfernung nimmt er die Schutzkleidung ab. In seinem Gesichtslatz hat sich eine einsame Biene verfangen: „Die ist da seit einem Weilchen drin, das stört mich weniger.“ Der Stresspegel sinkt, die Anspannung fällt ab, genug Adrenalin für heute. Aufatmen.

Vorschau: Nächste Woche folgt ein weitere Teil zur Veganer-Serie.

 

Der beste Hund, der je gelebt hat – und sein Herrchen: Moderator und Journalist Claus Kleber

Der beste Hund, der je gelebt hat – und sein Herrchen: Moderator und Journalist Claus Kleber

Wollte ursprünglich Lufthansa Flugkapitän werden: "heute journal"-Moderator Claus Kleber (Foto: C. Gartner)

Er moderiert eine der bekanntesten Nachrichtensendungen im deutschen Fernsehen, war jahrelang in den USA als Auslandkorrespondent für die ARD tätig und steht für seriöse Berichterstattung: „heute journal“-Moderator Claus Kleber. Mit Face2Face sprach er über seine ersten Gehversuche im Journalismus und gewährte uns sogar ganz private Einblicke.

Face2Face: Können Sie sich noch an Ihren ersten Berufswunsch erinnern?
Kleber: Ich wollte ursprünglich Lufthansa Flugkapitän werden. Das hing vermutlich damit zusammen, dass mein Vater Diplomingenieur war und ich so immer auf technische Berufe getrimmt war. Außerdem wollte ich schon immer gerne viel reisen. Nachdem ich erfahren habe, dass ich eine Brille brauche, hat sich der Traumberuf Pilot aber ganz schnell in Luft aufgelöst.

Face2Face: Wie sind Sie letzten Endes beim Fernsehen gelandet?
Kleber: Journalistisch tätig war ich schon in der Schulzeit – schrieb für die Schülerzeitung und für die Lokalpresse. Ich war mir aber immer bewusst darüber, dass ich auf jeden Fall etwas mit elektronischen Medien machen möchte. Schließlich begann ich eine anfangs befristete Hospitanz beim Südwestfunk, die sich aber schnell zu einer dauerhaften Tätigkeit auswirkte. Dort war ich zuerst als eine Art rasender Reporter in Sachen Landespolitik unterwegs, dann moderierte ich die Sendung „Baden-Württemberg aktuell“ und war bei SWF3 (Anm. d. Red.: das SWF3 entspricht dem heutigen SWR3) als Moderator einer Frühsendung tätig. Erst 1992 wechselte ich dann zum Fernsehen. Das ARD-Studio Washington war eine Art beschützende Werkstatt für mich. „Learning by Doing“ lautete dort die Devise und ich bin auch heute noch sehr dankbar für die große Hilfsbereitschaft, die ich dort erleben durfte. Ein Volontariat habe ich allerdings nie gemacht – wahrscheinlich war ich einfach schon zu lange dabei, als dass da irgendjemand auf die Idee kam danach zu fragen.

Face2Face: Sie moderieren das „heute journal“ nun schon seit neun Jahren. Welche Bedeutung hat die Sendung für Sie?
Kleber: Anfangs, muss ich gestehen, war mir nicht bewusst wie großartig das „heute journal“ ist. Da ich ja eine lange Zeit für die ARD tätig war und mich auch selten in Deutschland aufhielt, empfand ich das „heute journal“ eher als eine bunte und leichte Nachrichtensendung – den Maßstab jedoch waren für mich die „tagesthemen“. Mit dem Antritt des Jobs als Moderator des „heute journals“ lernte ich dann die große Bedeutung des Magazins kennen: Eigene Autoren, die Unabhängigkeit vom übrigen Nachrichtengeleitzug und die Möglichkeit, vor allem als Moderator, viel selbst zu gestalten. Die Moderation des „heute journals“ ist in meinen Augen die ideale Umgebung, wenn man schon nicht die höchste Form des Journalismus, nämlich das Reporterdasein als Korrespondent, praktiziert.

Face2Face: Welche Zielgruppe spricht das „heute journal“ an?
Kleber: Unsere Sendung richtet sich an all diejenigen, die sich für Politik und für die großen Zusammenhänge der Gesellschaft interessieren. Ich glaube, dass sich das „heute journal“ nicht über die Altersgruppe definieren lässt. Wir versuchen jeden Tag eine gute, interessante, verständliche Sendung zu machen. Steve Jobs hat das „I-Phone“ auch nicht für 18-Jährige entwickelt. Qualität findet ihr Publikum überall. Und völliger Unsinn wäre es sich einer bestimmten Altersgruppe anzubiedern: wenn ich mit den Ausdrücken moderieren würde, die ich bei meinen Töchtern aufschnappe, würde ich mich nur lächerlich machen. Moderator und Sendung sollten glaubwürdig sein und sich selbst treu bleiben. Unser Ziel ist es, jeden Abend eine Sendung zu präsentieren, an der keiner vorbeikommt.

Der beste Hund, der je gelebt hat – und sein Herrchen: Moderator und Journalist Claus Kleber

Im Gespräch: Face2Face-Chefredakteurin und "heute journal"-Moderator Claus Kleber (Foto: C. Gartner)

Face2Face: Apropos lächerlich: Was halten Sie von der Parodie auf Ihre Person in der „ProSieben“-Sendung „Switch“? Können Sie darüber lachen?
Kleber: Parodie ist eine sehr schwierige Kunst, wie ich finde. Einige der Sketche bei „Switch“ sind wirklich sehr gelungen. Wie Gundula und ich dargestellt werden, gefällt mir persönlich gut. Besonders interessant finde ich, dass Gundula oft als die Dominantere dargestellt wird, was das ganze Vorurteil von wegen Kleber als Hauptmoderator völlig auf den Kopf stellt.

Face2Face: Sie waren mit kurzer Unterbrechung insgesamt 15 Jahre in den USA tätig. Was hat Ihnen dort am besten gefallen?
Kleber: Besonders beeindruckt an den USA hat mich die Offenheit der Menschen und die gigantische Weite des Landes. Man hat tatsächlich den Eindruck als sei der Himmel dort viel großer als er hier bei uns in Deutschland ist. Das „Projekt Amerika“, aus unterschiedlichen Religionen und Ethnien eine Nation zu formen, fasziniert mich bis heute.

Face2Face: Viele Deutsche kennen nur den seriösen, Anzug-tragenden Moderator einer anspruchsvollen Nachrichtensendung – wie aber sind Sie privat? Haben Sie Haustiere?
Kleber: Bis vor wenigen Monaten hatte ich einen Golden Retriever, der nach unglaublichen 15 Jahren nun leider gestorben ist. Sie hieß Lady und war der beste Hund, der je gelebt hat.

Face2Face: Was sind Ihre Hobbies? Und treiben Sie regelmäßig Sport?
Kleber: Ich versuche dreimal in der Woche auf dem Weg zur Arbeit für jeweils eineinhalb Stunden ins Fitnessstudio zu gehen – meistens schaffe ich es dann aber doch nur zweimal in der Woche. So etwas wie Briefmarkensammeln oder Eisenbahnen zusammenbauen mache ich nicht – nein. Das, was andere Leute in ihrem Hobby finden, nämlich eine interessante Zerstreuung, finde ich in meinem Job.

Face2Face: Was sind Ihre Pläne für 2012?
Kleber: Mein guter Vorsatz für dieses Jahr ist es, meine tägliche Arbeit noch bewusster wahrzunehmen. Der Job wird gern zur Routine, aber ich möchte jede Sendung so vorbereiten und moderieren als wäre es die erste. Außerdem werde ich mich wohl irgendwann entscheiden müssen, was genau ich auf Dauer machen will – vorausgesetzt das ZDF will mich noch ein bisschen behalten: Im Moment mache ich mir darüber aber noch keine großen Gedanken – ich bin rundum zufrieden, mit dem was ich habe und mache. Wie könnte ich das auch nicht sein? Ich arbeite mit einer tollen Redaktion, darf das erfolgreichste deutsche Nachrichtenmagazin moderieren und für meine Dokumentationen rund um die Welt spannende Dinge erleben.

Face2Face: Und zum Abschluss noch die Frage, die wahrscheinlich die gesamte Medienwelt umtreibt: Wie sehen Sie die Zukunft von Print, Radio, TV und Internet?
Kleber: Falls Sie auf das vielerorts prophezeite Verschwinden von Printmedien hinaus wollen: Ich bin mir sehr sicher, dass es auch noch weiterhin Zeitungen geben wird. Den Nachteil beim Internet sehe ich darin, dass dieses nicht auf ein aufgearbeitetes Abbild des Tages ausgerichtet ist. Bei einer Nachrichtensendung wie dem „heute-journal“ bekommt der Konsument ein kompaktes Ergebnis präsentiert, ohne mit Rohinformationen zugemüllt zu werden. Ich denke, dass ein gewogenes Produkt, das reich an verständlicher Information ist, weiter seine Käufer und Zuschauer finden wird. Allerdings muss es auf der Höhe der Zeit bleiben. Wir zeigen inzwischen mit „heute journal plus“ im Internet ein tolles Beispiel dafür. Eine Magazinsendung mit wirklich attraktiven Zusatzangeboten. Dort kann man sich jeden Tag neu umfassend informieren.

Information:
Das „heute journal“ läuft täglich von 21.45 Uhr bis 22.15 Uhr im ZDF. Verpasste Sendungen können unentgeltlich in der ZDF-Mediathek eingesehen werden.

Vorschau: Am Dienstag, 7. Februar berichtet Caro Lobig vom fünfjährigen Jubiläum des Mentorenprogramms „Bis brothers Big Sisters“. Das Kindermitmachfest findet am Samstag, 4. Februar im Stadthaus in Mannheim statt.

„Wer einmal auf der Bühne war, kommt immer wieder!“

"Wer einmal auf der Bühne war, kommt immer wieder!"

Die Gesichter hinter Evergreen Entertainment (v.l.): Boris Dilger und Dominik Läufer (Foto: Evergreen Entertainment)

Nicht nur die Biersorte „Kilkenny“, eine größere Whiskeyauswahl und die charakteristischen dunklen Möbel gehören zu jedem Irish Pub: Auch die Karaoke-Abende, die in den meisten Kneipen veranstaltet werden, sind nicht mehr wegzudenken. Aber wer steht eigentlich hinter diesen Veranstaltungen? Face2Face spricht mit zwei „KJs“ (Anm. d. Red.: Ein „KJ“ ist ein DJ für Karaoke), Boris Dilger (27) und Dominik Läufer (30) von „Evergreen Entertainment“, einem Karaoke-Unternehmen aus Mannheim.

Face2Face: Karaoke-DJ ist ein ziemlich abgefahrener Beruf. Wie kamt ihr dazu?
Boris: Ich habe meine ersten Erfahrungen im Ausland gemacht. Ich war vor einigen Jahren von der Bundeswehr aus in Sarajewo stationiert worden. Als eines Abends ein Entertainer ausfiel, fragte man mich, ob ich einspringen könne. Das hat so gut funktioniert, dass ich dort dann ein Jahr lang meine Feierabende als Unterhalter verbracht habe.
Dominik: Ich bin seit 2005 in der Branche und habe unter anderem drei Jahre lang in einer Karaokebar in Nürnberg moderiert. Meine Entertainertätigkeit in Mannheim habe ich im April 2008 angetreten. Ich war damals als Subunternehmer für einen Karaokeveranstalter tätig, dadurch habe ich letzten November Boris kennengelernt. Wir haben uns damals öfters gegenseitig auf Karaokeveranstaltungen besucht.
Boris: Der Chef der Karaokefirma fragte mich damals, ob ich einsteigen will. Aufgrund interner Differenzen haben wir uns dann letzten Mai selbstständig gemacht und „Evergreen Entertainment“ gegründet.

Face2Face: Lässt sich davon leben?
Boris: Im ersten Jahr ist das schwierig, es muss viel investiert werden. Vor allem die Ausrüstung ist kostspielig. Demnächst wollen wir allerdings Bilanz ziehen, um festzustellen, wo genau wir stehen. Spätestens Ende nächsten Jahres dann wollen wir unseren Traum realisieren und von „Evergreen Entertainment“ leben können.

Face2Face: Was unterscheidet einen KJ von einem „normalen“ DJ?
Dominik: Wir müssen nicht nur musikalisch präsent sein, sondern auch aktiv auf das Publikum reagieren. Während ein DJ sich auf einen ganz eigenen Stil spezialisiert, müssen wir alle Sparten der Musik abdecken. Es kommt vor, dass Leute uns nach den Namen von Liedern fragen, die sie singen wollen – die müssen wir dann anhand von Melodie oder Textzeilen erkennen können.
Die größte Herausforderung für einen KJ ist es aber, ein Gespür für die Gäste zu entwickeln. Wir stellen auf Veranstaltungen Formulare bereit, auf denen die Leute ihre Gesangswünsche eintragen können, und wir müssen dann irgendwie schauen, dass die Lieder und Musikstile eine gewisse Reihenfolge beibehalten.
Boris: Die Stärke der meisten Sänger liegt in Schmusesongs und Balladen. Da kommt es schon einmal vor, dass zehn Leute hintereinander einen langsamen Song singen wollen. Wir müssen die Stimmungen dabei abschätzen, um das Publikum in den Pausen eventuell wieder hochzubringen. Es ist ja eine Karaoke-Party, keine Karaoke-Beerdigung.

Face2Face: Was ist der Reiz an Karaoke?
Dominik: Man kann abends einfach mal abschalten. Die Musik funktioniert für mich als Ausgleich zum stressigen Arbeitsalltag. Spaß am Singen und an der Musik treiben mich auf die Bühne.
Boris: Man merkt immer, wenn jemand das erste Mal auf der Bühne steht – da zittert das Mikrofon. Aber wer einmal auf der Bühne war, kommt immer wieder. Ein Karaoke-Virus, sozusagen.

"Wer einmal auf der Bühne war, kommt immer wieder!"

KJs und Fans in Aktion: Ein Samstagabend im "Fitzgerald's" (Foto: Evergreen Entertainment)

Face2Face: Gibt es Dinge, die euch bei euren Auftritten stören?
Dominik: Klar, es gibt No-Gos. Leute ausbuhen geht überhaupt nicht. Karaoke funktioniert nur ohne Bewertung. Wir versuchen immer, negative Atmosphäre mit unserer Moderation und Musikeinspielern zu lösen.
Gerade letzte Woche haben wir das erste Mal einen Gast von der Bühne verwiesen. Er hielt es für nötig, den Pub, das Publikum und die generelle Stimmung als „scheiße“ zu bezeichnen. Der wurde dann zu recht ausgebuht und dann freundlich herausgebeten.

Face2Face: Habt ihr Fans?
Boris: Ja. Es gibt Leute, die uns schon besucht haben, als wir noch bei der anderen Karaokefirma unter Vertrag standen. Die kommen regelmäßig ins „Murphys“ oder ins „Fitzgeralds“ (Anm. d. Red.: Gemeint sind zwei Irish Pubs in Mannheim, in denen „Evergreen Entertainment“ regelmäßig auftritt). Da bilden sich dann sogar Freundschaften.

Face2Face: Nehmt ihr privat noch an Karaokeabenden teil, oder geht der Spaß daran durch die Arbeit als Moderator verloren?
Boris: Klar, wir sehen uns unheimlich gerne die Konkurrenz an, das inspiriert uns. Der musikalische Fruchtsalat, der da jeden Abend gespielt wird, lässt es nie langweilig werden, das ist jede Woche interessant. Ich habe keine Bedenken, dass uns der Spaß verloren geht.

Face2Face: Karaoke ist nicht gerade ein Volkssport. Was denkt ihr, wie sich die Branche in den nächsten Jahren entwickelt?
Boris: Der Hype wird überschwappen! In Irland, Südamerika und vor allem auch im asiatischen Raum ist die Begeisterung für Karaoke riesig – da zahlt man sogar Geld, um zu singen.
Karaoke wurde ja bereits in den 70er-Jahren erfunden, und in einigen Ländern geht die Begeisterung daran langsam verloren, auch, wenn sie mehrere Jahre angehalten hat. Aber wir stehen hier gerade vor einem Boom. Und solange der Zug rollt, sollte man natürlich nicht abspringen.

Shows (wöchentlich):
Donnerstag, ab 21.30, „Murphy’s Law“ (direkt am Hauptbahnhof Mannheim)
Samstag, ab 21.00, „Fitzgerald’s“ (Mannheim, U5 13)

Vorschau: Am Dienstag, 6. Dezember erscheint im Panorama das nächste Rätsel des Monats. Viel Spaß beim Mitraten! Ein Weihnachtsspecial erwartet euch eine Woche später, am Dienstag, 13. Dezember. Hierbei werden fünf Face2Face-Mitarbeiter von ihren diesjährigen Weihnachtsplänen berichten. Holt euch Inspiration und lernt das Team hinter den Artikeln besser kennen!

—————————————————————————-

Die Fragen stellten Melanie Denzinger und Johannes Glaser.