„Wir wollten mehr Druck machen. Das ist in die Hose gegangen.“ – Die besten Sportlersprüche 2015

Höchstleistungen gab es in der Sportwelt 2015 auch verbal. Vom Verzehr von Rindern über Affen bis hin zu handgreiflichen Drohungen war in diesem Kalenderjahr alles dabei. Die Face2Face-Sportredaktion nimmt euch mit auf die Reise durch die lustigsten, skurrilsten und aufsehenerregtesten Sportlersprüche des Jahres.

Doch bevor wir richtig anfangen: Was macht eigentlich Tim Wiese? „Ich trainiere unheimlich viel und um das zu schaffen muss man auch Unmengen von Fleisch essen. Ich esse ein Kilo Rind am Tag“, sagte er dieses Jahr mit (stolz) geschwellter Brust. Das solch einer Ernährung aber auch mal mächtig auf die Verdauung schlagen kann, musste nicht zuletzt HSV-Trainer Bruno Labaddia erfahren, als er nach der 0:5-Niederlage beim FC Bayern München verlauten lies: „Wir wollten mehr Druck machen, das ist in die Hose gegangen.“ Tja, wer sich in diesem Kalenderjahr den Bayern gegenüber stellte, durfte eh nur das Beste hoffen und musste das Schlimmste befürchten. „München ist wie ein Zahnarztbesuch. Muss jeder mal hin. Kann ziemlich weh tun. Kann aber auch glimpflich ausgehen“, meinte da der mittlerweile für den FC Watford spielende Werderaner Sebastian Prödel mit einem Achselzucken.

Ob Wiese auf Affenfleisch steht, wissen wir nicht. Die Spieler des VfB Stuttgart sollten aber trotzdem beruhigt schlafen können, auch wenn sie von ihrem Trainer Huub Stevens als eben solche bezeichnet wurden. „Das ist Abstiegskampf. Affen seid ihr“, blökte er seine Schützlinge vor dem wegweisenden Endspurt in der vergangenen Bundesligasaison an.

Mit dem Abstiegskampf will unterdessen der Trainer von Bundesligaaufsteiger FC Ingolstadt Ralph Hasenhüttel erst gar nicht in Berührung kommen und setzt deswegen auf eine stabile Defensive. „Solange es 0:0 steht, ist es für uns immer ein gutes Ergebnis und für den Gegner immer ein schlechtes Ergebnis“, philosophierte der Österreicher. Ahh ja… Gut nur, dass Hasenhüttel in seinen Reihen keinen Spieler wie Thomas „Icke“ Häßler hat, der mit seinem legendären Satz: „Wir wollten in Bremen kein Gegentor kassieren. Das hat auch bis zum Gegentor ganz gut geklappt“, wohl auf der Ingolstadter Ersatzbank gelandet wäre.

Frei nach der Fußball-Trainerlegende Hans Mayer („Keiner liebt mich, da können sie meine Frau fragen“) musste sich in der eben erst zu Ende gegangenen Hinrunde auch TSG-Hoffenheim-Akteur Eugen Polanski gefühlt haben. Nach der 2:4-Niederlage gegen den VfL Wolfsburg drohte er seinen Mannschaftskollegen zumindest schon mal verbal mit der Faust: „Wir müssen uns zusammensetzen und wahrscheinlich auf die Fresse hauen.“

 Da tut es gut, wenn bei dem ganzen Chaos noch ein geerdeter Trainer á la Jürgen Klopp um die Ecke kommt und mit seinem charismatischen, breiten Grinsen prophezeit: „I’m the normal one.“ Das er als Normaler unter den ganzen Speziellen in der englischen Premier League aber noch nicht viel gerissen hat, sei mal dahin gestellt. Wie sich ein vierter Platz anfühlt, darf er aber ruhig schon mal bei Speerwerfer Thomas Röhler („Ich schnitz mir ne wunderbare Holzmedaille“) nachfragen, der bei der Leichtathletik-WM in Peking auf eben jenem „Holzplatz“ landete.

Und was wäre das Sportjahr ohne den FIFA (We’re no profit Organisation)-Skandal gewesen? Laut der englischen Fußballlegende Gary Lineker ist das Zerbrechen der FIFA wohl „das Beste, das diesem schönen Spiel möglicherweise passieren kann.“ FIFA-Mediendirektor Walter de Gregorio nahm den Skandal mit etwas mehr Humor und scherzte im Schweizer Fernsehen: „Der Sepp Blatter – der FIFA-Präsident, – sein Kommunikationschef und der Generalsekretär sitze im Auto. Wer fährt? – Die Polizei.“

Olaf Thon wird uns jetzt wieder vorwerfen „Man hetzt die Leute auf mit Tatsachen, die nicht der Wahrheit entsprechen“, doch mit solch einer galanten Unterstellung können wir völlig beruhigt Richtung Jahr 2016 fahren.

Ein guten Rutsch und alles Gute für 2016 wünscht die Face2Face-Sportredaktion!

Die große Bundesliga-Analyse

Die Hinrunde der Fußballsaison 2011/2012 ist seit dem vergangenen Wochenende (18.12.) vorbei. Wie bereits in den Jahren zuvor gab es auch in dieser Hinrunde wieder viele Überraschungen, turbulente Ereignisse, Neuentdeckungen und Enttäuschungen. Face2Face fasst für euch das Wesentliche zusammen.

Die Spieler:

Die Entdeckung… der Hinrunde ist ohne Frage Bernd Leno von Bayer 04 Leverkusen. Nach Einsätzen in der dritten Liga des VfB Stuttgart avancierte Leno zum Bayer-Stammkeeper und zeigte sogar auf der großen Champions-League-Bühne hervorragende Leistungen. Dafür war Leverkusen bereit einiges zu bezahlen und griff für den talentierten Torhüter tief in die Tasche. Gute 7,5 Millionen Euro überwies der Vizemeister an den VfB Stuttgart und konnte Leno nach langem Poker bis 2017 verpflichten.
Den größten Entwicklungsschritt… hat ohne Zweifel Marco Reus vollzogen. Der Wirbelwind erzielte allein im November sieben Tore in drei Spielen und war die Seele seines Teams Borussia Mönchengladbach. Mit dem 22-Jährigen an der Spitze drang der fünfmalige Meister aus Mönchengladbach auf den vierten Tabellenplatz – eine Platzierung die vor dieser Hinrunde nicht mal die kühnsten Gladbach-Optimisten für möglich gehalten hätten.
Der Unverzichtbare… Faktor der Hinrunde war Lukas Podolski. Der 95-fache Nationalspieler spielte die beste Halbserie seiner Karriere. 14 Tore und fünf Torvorlagen stehen auf seiner persönlichen Habenseite. Kein anderer Verein war von einem einzigen Spieler so abhängig wie der 1. FC Köln von ihrem „Prinz Poldi“.
Der Torjäger der Hinrunde ist Mario Gomez vom FC Bayern München. Der Torschützenkönig der vergangenen Saison trifft mit seinen bereits 16 Saisontreffern fast nach Belieben – dazu kommen noch ein Tor im Pokal, zwei Treffer in der Nationalmannschaft und sieben in der Champions League.

Die Trainer:

Der Aufsteiger… unter den Übungsleitern ist ohne Frage Lucien Favre von Borussia Mönchengladbach. Der Schweizer hat die „Fohlen-Elf“ vom Fast-Absteiger zum Champions-League-Anwärter gemacht. Als der Trainer die Borussia im Februar diesen Jahres übernahm, lag der Verein abgeschlagen am Tabellenende. Doch Favre brachte Gladbach mit harter Hand wieder auf Kurs. Zuerst vermied er den Abstieg in der Relegation, danach startete sein Team in eine traumhafte Halbserie.
Der richtige… Trainer für den FC Bayern München wurde in Jupp Heynckes gefunden. Die FCB-Verantwortlichen machten beim Nachfolger für den im Frühjahr untragbar gewordenen Louis Van Gaal alles richtig. Nachdem „Don Jupp“ die unübersehbaren Schwächen in der Defensive durch namhafte und gleichzeitig auch sehr teure Neuzugänge ausmerzte, führte er die Bayern neben der Herbstmeisterschaft auch souverän ins Achtelfinale der Champions League.
Der Unbelehrbare…ist auch in der abgelaufenen Hinrunde Wolfsburgs Alleinherrscher Felix Magath. Der Trainer-Manager hat ein großes Problem: seine miserable wie unverständliche Transferpolitik. Im vergangenen Sommer gab er 21 Millionen Euro für zwölf (!) neue Spieler aus, während elf Akteure den Verein verlassen mussten. Ein enttäuschender zwölfter Platz und eine Mannschaft, die jegliche Homogenität vermissen lässt ist das ernüchternde Ergebnis. Da aber Magath genauso eine Schwäche für neue Spieler, wie Frauen für Schuhe haben, hat der Trainer bereits einen Weg aus der Krise gefunden. Er kauft einfach neue Spieler. Hauptsponsor VW wird dafür noch einmal richtig die Geldschatulle öffnen.

Außerdem:

Einen unerwarteten Rückschlag… musste der FC Schalke 04 hinnehmen. Am 22.September traf Ralf Ragnick wegen eines Burn-out-Syndroms als Trainer der Knappen zurück – ein Schlag für Schalke und ganz Fußball-Deutschland. Das Energielevel reiche nach eigener Aussage nicht mehr aus, um erfolgreich den Beruf Fußball-Trainer auszuüben. Seit seinem Abschied hat sich der 53-Jährige komplett aus dem öffentlichen Leben zurückgezogen.
Den größten Schock… überbrachte die Mitteilung des Suizidversuchs von Bundesliga-Schiedsrichter Babak Rafati. Dem Fußball wurde damit erneut schmerzhaft vor Augen geführt, welch großer Druck bei der schönsten Nebensache der Welt auf den Verantwortlichen lastet. Der 41-Jährige schnitt sich am 19. November vor dem Bundesliga-Spiel zwischen dem 1. FC Köln und dem FSV Mainz 05, das der Unparteiische leiten sollte, in einem Kölner Hotel die Pulsadern auf. Gefunden und somit auch gleichzeitig gerettet wurde er von seinen Assistenten.