Deutsch-russische Hochzeiten bestimmen den Berufsalltag

Was wäre eine Hochzeit ohne die passende musikalische Untermalung? Häufig sorgen Hochzeitsbands dafür, das Brautpaar und die Hochzeitsgäste bis in die späten Abendstunden mit romantischer, aber auch tanzbarer Musik zu unterhalten. Viktor, Olga, Artur und Valentina haben sich entschieden, Hochzeitspaare an ihrem ganz besonderen Tag musikalisch und moderativ zu begleiten. Als Familie sind sie seit 2011 als Hochzeitsband „ViO – Musik & Moderation“ gemeinsam unterwegs und haben sich auf deutsch-russische Hochzeiten spezialisiert. Wir haben mit dem 27-jährigen Artur Maurer über diesen Schwerpunkt und den Alltag in der Familien-Hochzeitsband gesprochen.

Face2Face: Wie kam es zur Gründung von „ViO – Musik & Moderation“?

Artur: Der Ursprung unserer Hochzeitsband liegt in den späten 1990er Jahren. Bereits 1997 begleiteten unsere Eltern Viktor und Olga als „Duett ViO“ kleine Hochzeiten von Freunden und Verwandten. Das kam gut an. Die Anfragen vermehrten sich und so stand der Gründung von „ViO – Musik & Moderation“ nichts mehr im Weg. Von klein auf wuchsen wir im Musikbusiness auf. Mit 16 Jahren stand ich zum ersten Mal selbst auf der Bühne und entdeckte meine Leidenschaft für das Moderieren. Seitdem sind das Mikrofon und ich unzertrennlich. Später ist auch Valentina mit ins Boot gekommen.

Face2Face: Wie ist der Name „ViO – Musik & Moderation“ zustande gekommen?

Artur: Das ist eine Zusammensetzung aus den Anfangsbuchstaben der Vornamen Viktor und Olga. Das „i“ dazwischen steht für das russische Wort „und“, was als „i“ ausgesprochen wird. Daraus ergibt sich ViO.

Face2Face: Es ist ja schon ziemlich ungewöhnlich, dass ihr als ganze Familie gemeinsam beruflich unterwegs seid. Wieso habt ihr euch dazu entschlossen?

Artur: So ungewöhnlich ist das für uns gar nicht, eher im Gegenteil. Die Zusammenarbeit als Familie war nicht zwangsläufig geplant, sondern kam von ganz allein. Wir sind als Kinder mit der Musik aufgewachsen. Ständig haben Viktor und Olga musiziert und gesungen. Als wir älter wurden, wollten unsere Eltern uns natürlich ihre Fähigkeiten weitergeben und die bis dahin aufgebaute Hochzeitsband erweitern. Da lag es nahe, dass meine Schwester und ich einsteigen würden. Außerdem klappt die Zusammenarbeit einwandfrei.

Deutsch-russische Hochzeiten bestimmen den Berufsalltag

Gemeinsam als Familie auf deutsch-russischen Hochzeiten unterwegs: Olga, Artur, Viktor und Valentina von ViO (v.l.n.r.; Foto: www.musik-vio.de)

Face2Face: Macht ihr das alle hauptberuflich?

Artur: Ich habe in Berlin Event-, Messe-, und Kongressmanagement studiert und bin hauptberuflich als Veranstaltungsmoderator tätig. Neben Hochzeiten begleite ich auch weitere Veranstaltungen, wie zum Beispiel Messen, Seminare oder Firmenevents. Die anderen Mitglieder sind nebenberuflich mit dabei. Olga arbeitet unter der Woche im Sekretariat, Viktor betreibt seine eigene Akkordeonwerkstatt und Valentina studiert Wirtschaftskommunikation.

Face2Face: Ihr konzentriert euch auf die musikalische Begleitung und die Moderation von deutsch-russischen Hochzeiten. Wieso gerade dieser Schwerpunkt?

Artur: Einerseits liegt das an unseren russischen Wurzeln. Viktor und Olga kommen ursprünglich aus Kasachstan und auch ich bin dort zur Welt gekommen. 1995 sind wir nach Deutschland ausgewandert, wo Valentina drei Jahre später geboren wurde. Am Anfang begleiteten Olga und Viktor nur russische Hochzeiten, doch mit den Jahren ist die russische Kultur abgeschwächt und die nächsten Generationen sind in Deutschland aufgewachsen. Daher der Umschwung und die Entscheidung, die deutsche und russische Kultur zu verbinden und gemischte Hochzeiten zu begleiten.

Face2Face: Was ist das Besondere an deutsch-russischen Hochzeiten?

Artur: Wie so oft, macht es die Mischung aus. Die Verschmelzung aus der eher ruhigen, gediegenen deutschen und der schrillen, aufgedrehten russischen Kultur macht diese Art von Hochzeiten zu etwas ganz Besonderem. Beide Seiten ergänzen sich sehr gut: Es wird nie langweilig und doch ist es nicht zu überfüllt. Es wird viel getanzt und getrunken, und trotzdem bleibt genug Zeit für Gespräche und eine Verschnaufpause.

Face2Face: Welche Traditionen gibt es bei deutsch-russischen Hochzeiten, die sich deutlich von einer ausschließlich deutschen Hochzeit unterscheiden?

Artur: Heutzutage werden sich deutsch-russische und deutsche Hochzeiten immer ähnlicher. Die Abläufe sind nahezu gleich. Trotzdem gibt es einige Traditionen, die bei den Deutschen so nicht üblich sind. Die wohl bekannteste russische Tradition ist der sogenannte „Brautschuhklau“. Wir haben diese Tradition über die Zeit ein wenig angepasst, mit dem Ziel, diese auch dem deutschen Publikum näherzubringen. Der Braut und dem Bräutigam wird jeweils ein Schuh „geklaut“ (mit vorheriger Absprache). Mithilfe von verkleideten Personen aus dem Publikum, die ich mir im Vorfeld aussuche und vorbereite, wird der Diebstahl dann angekündigt. Dabei stellen die Verkleideten die jeweiligen Verehrer/innen des Brautpaars dar. Durch die gestohlenen Schuhe soll die Hochzeit auf diese Weise sabotiert werden, denn ohne Schuh lässt es sich schließlich schlecht tanzen und weiterfeiern. Um die Schuhe wieder zurückzuerhalten, sind im nächsten Schritt die Trauzeugen gefragt. Denn als Aufpasser des Brautpaars sind sie natürlich für den Diebstahl verantwortlich und müssen das Ganze wiedergutmachen. Und an dieser Stelle kommt das Publikum ins Spiel. Dieses hat die Möglichkeit, um die Gunst der Trauzeugen zu bieten und sich im Umkehrschluss von ihnen einen Wunsch erfüllen zu lassen. Über Gesangs- bis hin zu Tanzeinlagen sind der Kreativität der Gäste keine Grenzen gesetzt. Die Trauzeugen müssen sich also verschiedenen Herausforderungen stellen und sich in diversen Disziplinen beweisen. Erst wenn die gewünschten Aufgaben erfüllt sind, erhält das Brautpaar die Schuhe zurück und die Hochzeit kann weitergehen.

Face2Face: Wie sieht ein typischer Arbeitstag als Hochzeitsband bei euch aus?

Artur: Einen gewöhnlichen Acht-Stunden-Arbeitstag haben wir nicht. Je nach Veranstaltungsort sind wir meistens drei Stunden vor Beginn der Hochzeit vor Ort. In der Location angekommen, wird das Equipment aufgebaut und alles Notwendige hergerichtet. Nach dem abschließenden Soundcheck machen wir uns schick und dann geht es los. Die meisten Hochzeiten beginnen gegen 15 Uhr und enden je nach Stimmung zwischen 2 und 4 Uhr. Das Ende legt am Schluss aber immer das Brautpaar fest. So kommt es auch schon mal vor, dass wir bis in die frühen Morgenstunden Musik machen. Bis dann letztendlich das Equipment wieder abgebaut ist, geht meistens auch schon die Sonne wieder auf.

Deutsch-russische Hochzeiten bestimmen den Berufsalltag

Deutsch-russische Hochzeiten gehören zu seinem Berufsalltag: Artur Maurer (Foto: www.musik-vio.de)

Face2Face: Wer übernimmt in eurer Familie bei den Hochzeiten welche Aufgaben?

Artur: Ich bin für die deutsche Moderation sowie die Organisation und Terminvereinbarungen zuständig. Olga ist für die russische Moderation sowie den russischen und deutschen Gesang verantwortlich. Viktor übernimmt die Live-Musik auf dem E-Piano und dem Akkordeon sowie den russischen Gesang. Mit seinem Akkordeon begleitet er beispielsweise den Sektempfang, der zu Beginn der Feier ansteht. Valentina wirkt bei der deutschen Moderation mit und legt als DJane auf. Angefangen bei den 1970ern, über die 1990er und 2000er, bis hin zu den aktuellen Charts, ist alles dabei.

Face2Face: Wie viel Zeit verbringt ihr im Vorfeld mit dem Brautpaar, um die Hochzeit vorzubereiten?

Artur: Das ist ganz individuell und hängt vom Brautpaar ab. Wir passen uns dabei immer den Wünschen an und bieten sowohl Telefonate, Skype-Gespräche als auch persönliche Termine an. Im Großen und Ganzen gibt es hier aber keine definierte Zeitspanne. Für jedes Brautpaar nehmen wir uns die Zeit, die notwendig ist.

Face2Face: Haben die Brautpaare in der Regel genaue und individuelle Vorstellungen, wie ihr das Programm gestalten sollt, oder geben sie das eher in eure Hand?

Artur: Unser Motto lautet: „Wir stellen euch das Fundament zur Verfügung und gemeinsam bauen wir dann das Häuschen – eure Hochzeit.“ Natürlich geben wir immer einen gewissen Rahmen vor. Dieser wird dann durch die Wünsche und Vorstellungen des Brautpaars vervollständigt, woraus sich schließlich das Programm ergibt.

Face2Face: Wie alt sind die Brautpaare, die ihr begleitet, durchschnittlich?

Artur: Im Durchschnitt sind die Brautpaare zwischen 25 und 35 Jahre alt.

Face2Face: Was war die außergewöhnlichste Hochzeit, die ihr je musikalisch begleitet und moderiert habt?

Artur: Eine der schönsten und mit Abstand außergewöhnlichsten Hochzeitsmoderationen, die ich machen durfte, war in Sizilien. Diese fand direkt am Meer in Palermo statt, mit freier Trauung und anschließender Feier. Die Atmosphäre war einfach überwältigend. Einerseits die Location, die sich direkt am Meer befand, andererseits aber auch die Stimmung und die Einzigartigkeit. Viele Brautpaare träumen nur davon, sich bei milden Mittelmeertemperaturen und Meeresrauschen das Ja-Wort zu geben. Das Brautpaar hatte sich genau diesen Traum erfüllt und ich hatte die Ehre, das Ganze zu moderieren.

Face2Face: Was war das Peinlichste, was dir je bei einer deutsch-russischen Hochzeit passiert ist?

Artur: Mir ist tatsächlich einmal die Hose im Schritt gerissen, doch dank Ersatzhose war das Ganze nicht weiter tragisch und ich habe es mit Humor genommen.

Face2Face: Was war der ungewöhnlichste Ort, an dem ihr je eine Hochzeit moderiert und musikalisch begleitet habt?

Artur: Eine umgebaute Scheune, die sowohl als Location, aber auch teilweise noch als Stall genutzt wurde. Dabei waren sogar durch eine riesige Glasscheibe die Kühe im Stall zu sehen. Die umherlaufenden Hühner waren dabei Nebensache.

Face2Face: Was ist das Schönste für dich, wenn du eine Hochzeit moderierst?

Artur: Das Schönste für mich ist die Arbeit mit den Menschen. Jede Woche stellt man sich dabei auf ein neues Publikum ein und lernt immer wieder neue Gesichter kennen. Keine Hochzeit ist wie die andere und somit ist jede Hochzeit etwas ganz Besonderes. Es ist schön, am Ende der Feier in lauter zufriedene und glückliche Gesichter zu blicken. Das bestärkt und motiviert uns immer wieder!

Mehr Infos zu „ViO – Musik & Moderation“ gibt es auf ihrer Homepage oder ihrer Facebookseite.

Die schönsten Hochzeitslocations in der Rhein-Neckar-Region

Am Strand, zwischen Weinreben oder auf einem Schloss – wir haben sie für euch aufgestöbert: Die schönsten und teilweise sogar noch unentdeckten Juwelen unter den Hochzeitslocations in der Rhein-Neckar-Region.

Heiraten in Speyer

Die Domstadt gilt als Hochzeitshochburg. Zwischen 400 und 450 Trauungen führt das Standesamt hier pro Jahr durch. Doch nicht nur die Eheschließungsquote hier hoch ist, sondern auch die Scheidungsrate auffällig niedrig. Ein gutes Omen? Als erstes Standesamt in Rheinland-Pfalz hat Speyer zudem den Online-Traukalender eingeführt. „Damit können Paare ihren Wunschtermin ganz bequem online von zuhause aus verbindlich bis zu einem Jahr im Voraus buchen“, erklärt Standesamt-Leiter Hartmut Jossé. Für 2018 seien die drei Hochzeitslocations der Stadt an Samstagen zwar bereits ausgebucht, werktags sind aber noch vereinzelt Termine frei und 2019 sei die Auswahl noch recht groß, verrät er. Also schaut doch mal, ob etwas für euch dabei ist!

Trauturm: Über den Wolken

In 15 Metern Höhe und mit Blick auf die Maximilianstraße mit ihren kleinen Cafés, die sich wie Perlen an einer Kette aneinanderreihen, bietet das Standesamt Speyer seinen Brautpaaren eine ganz besondere Hochzeitslocation: Im Trauturm alias Altpörtel ist Platz für 30 Personen (25 Sitzplätze). Natürlich ist der Zugang zur Empore frei. Eindrucksvollen Hochzeitsfotos mit Domstadt-Hintergrund steht also nichts im Wege – außer vielleicht Höhenangst. Da es 77 Stufen zu überwinden gilt, sollte die Hochzeitsgesellschaft jedoch möglichst mobil sein. 470 Euro beträgt die Sondertraugebühr an Freitagen im Altpörtel. Die Eintrittsgelder für die Hochzeitsgesellschaft sind dabei inklusive.

77 Stufen zum Glück: der Trauturm ist nur eine von vielen Hochzeitslocations in Speyer (Foto: Michael Paul photowerkstattspeyer.de)

77 Stufen zum Glück: der Trauturm ist nur eine von vielen Hochzeitslocations in Speyer (Foto: Michael Paul, www.photowerkstattspeyer.de)

Trauzimmer: Historisches Ambiente

Dem über 300 Jahre alten, ehemaligen Archivraum im historischen Rathaus sieht man sein Alter nicht an – wohl aber seine Geschichte. Der imposante Raum bietet Platz für 50 Personen (25 Sitzplätze) und ist barrierefrei zugänglich. Dienstags, während der Trausaison zwischen April und Oktober, donnerstags und Freitagvormittags führt das Standesamt Speyer hier Trauungen durch. Die Eheschließungsgebühr liegt bei 44 Euro. Die Sondertraugebühr an ausgewählten Samstagen beträgt 250 Euro.

Geschichtsträchtig: Das Trauzimmer in Speyer (Foto: Michael Paul, www.photowerkstatt.de)

Geschichtsträchtig: Das Trauzimmer in Speyer (Foto: Michael Paul, www.photowerkstatt.de)

Kapelle im Adenauerpark

Umgeben von einer blühenden Parkanlage liegt die ehemals gotische Traukapelle mit ihren farbenfrohen Bleikristallfenstern. 140 Personen finden hier Platz (130 Sitzplätze, barrierefrei). Der Park kann samstags im Anschluss an die Trauung bis spätestens 18 Uhr für Fotos, Feierlichkeiten usw. genutzt werden. Die Sondertraugebühr in der Traukapelle beträgt 600 Euro.

Tradition und Naturverbundenheit: Die Traukapelle liegt inmitten einer grünen Parkanlage (Foto: Michale Paul, www.phozowerkstatt.de)

Tradition und Naturverbundenheit: Die Traukapelle liegt inmitten einer grünen Parkanlage (Foto: Michael Paul, www.photowerkstatt.de)

Rheinstrand: Beachwedding am Fluss

In Süddeutschland am Strand heiraten kann man vergessen? Glücklicherweise nicht! Der Rheinstrand Speyer verbindet das Edle einer Hochzeit mit der Lässigkeit einer Strandbar. Die Füße im Sand, den tropischen Cocktail in der Hand können 120 Gäste hier gemeinsam eine freie Trauung feiern. Der Preis ergibt sich unter anderem aus der Speisen- und Getränkeauswahl. „Bei einem ersten, persönlichen Gespräch ermitteln wir die ungefähre Dauer der Veranstaltung, mit wie vielen Personen gerechnet wird und ob es zusätzliche Wünsche gibt“, erklärt Michael Wieland von Foonax Events, „daraus ergibt sich dann ein Pro-Kopf-Preis, mit dem der Kunde rechnen kann.“ Termine können via E-Mail abgestimmt werden: veranstaltungen@rheinstrand-speyer.de
Aus Lärmschutzgründen darf am Rheinstrand nur bis 24 Uhr gefeiert werden.

Strandhochzeit leicht gemacht: Am Rheinstrand Speyer (Foto: Fräulein K sagt Ja)

Strandhochzeit leicht gemacht: Am Rheinstrand Speyer (Foto: Fräulein K sagt Ja)

Heiraten in Mannheim

Ganze 17 Traustandorte hat die Quadratestadt Mannheim zu bieten. Darunter natürlich das beeindruckende Barockschloss. Aber es gibt auch noch echte Geheimtipps für außergewöhnliche Locations: zwei davon befinden sich im Luisenpark, wie uns Maren Brysch-Enghofer, Abteilungsleiterin des Mannheimer Standesamts, verrät. Von Mai bis September kann dort geheiratet werden. Bei der Terminfindung hilft der Traukalender des Mannheimer Standesamts.

Klangoase im Luisenpark: Im Grünen

Trotz Industriecharme – die Quadratestadt hat auch einiges an Grünfläche zu bieten. Im 42 Hektar großen Luisenpark, am Fuße des Fernmeldeturms liegt eine ganz besondere Ruheinsel: die Klangoase. In den Wipfeln der umstehenden Bäume verstecken sich Lautsprecher. So entsteht ein geradezu sphärischer, runder Klang. Hier mitten im Grünen können sich Brautpaare mit einer Hochzeitsgesellschaft von bis zu 50 Personen (30 Sitzplätze) ab 800 Euro das Ja-Wort geben. Nähere Informationen bekommt ihr bei Andreas Dauth vom Stadtpark unter Tel.: 0621 4100515.

Verborgenes, grünes Fleckchen inmitten der Quadratestadt: Die Klangoase im Luisenpark (Foto: Louisenpark Mannheim)

Verborgenes, grünes Fleckchen inmitten der Quadratestadt: Die Klangoase im Luisenpark (Foto: Luisenpark Mannheim)

Teehaus im Luisenpark: Ein kleines Stück China

Die asiatische Kultur fasziniert euch? Wie wäre es dann mit einer Hochzeit im original chinesischen und angeblich größten Teehaus Europas? Das im südchinesischen Stil gehaltene Gebäude mit dem geschwungenen Pagodendach steht inmitten einer natürlich wirkenden Wasserlandschaft. Das Trauzimmer für maximal 50 Personen (30 Sitzplätze) befindet sich im zweiten Stockwerk. Die Gebühr beträgt 400 Euro. Auch hier könnt ihr Nachfragen an Andreas Dauth vom Stadtpark richten.

Ein Stück China in Mannheim: Das Teehaus im Luisenpark (Foto: Luisenpark Mannheim)

Ein Stück China in Mannheim: Das Teehaus im Luisenpark (Foto: Luisenpark Mannheim)

Heiraten in Heidelberg

Gemächlich schlängelt sich der Neckar entlang der malerischen Altstadt. In seiner Erhabenheit nur von den geschichtsträchtigen Mauern des Schlosses übertroffen, das hoch oben thront – Heidelberg ist für viele der Inbegriff von Romantik. Neben dem historischen Trauzimmer im Rathaus hat die Stadt zwei weitere, im wahrsten Sinne des Wortes majestätische Locations zu bieten.

Heidelberger Schloss: Eine königliche Trauung

Gut, das Heidelberger Schloss ist vielleicht nicht gerade ein Geheimtipp. Die Tatsache, dass eine märchenhafte Traumhochzeit auf einem Schloss aber genau hier bei uns und nicht nur im Disney-Film stattfinden kann, hat die Location dann aber doch in die Liste katapultiert. Zwischen Sandsteinplatten, bleiverglasten Fenstern und Eichenholzdecke können sich Paare in der Brunnenstube, einem der ältesten Teile des Schlosses, das Ja-Wort geben. Mindestens 15 und maximal 70 Gäste haben hier Platz. Bis zu einer Gesellschaft von 40 Personen kostet die Trauung 640 Euro zzgl. Sektempfang. Ab 40 Gästen erhöht sich der Grundpreis auf 740 Euro.
2018 sind standesamtliche Trauungen im Schloss noch am Freitag, 9. November, und Samstag, 10. November möglich. Terminanfragen könnt ihr per E-Mail an hochzeiten@heidelberg-marketing.de schicken.

Im Herz Prinz(essin)? Dann ist das Heidelbergerschloss vielleicht genau die richtige Hochzeitslocation für euch (Foto: Jan Becke)

Im Herz Prinz(essin)? Dann ist das Heidelbergerschloss vielleicht genau die richtige Hochzeitslocation für euch (Foto: Jan Becke)

Heiraten in der Pfalz

Weingut Schloss Janson: Romantik zwischen Weinreben

Umgeben von romantischen Reben lässt das Weingut Schloss Janson in Bockenheim an der Deutschen Weinstraße nicht nur Pfälzer Herzen höher schlagen. Ein gepflegter Innenhof, drei Gärten und der Rittersaal, in dem 80 Personen Platz finden, bieten viel Platz zum Feiern. Die Weddingplanerinnen von „Marry Moments“ verraten außerdem: „Die Besitzer des Weingutes sind sehr freundlich und versuchen alles zu ermöglichen.“ Bei Fragen oder einem Termin für eine Besichtigung hilft euch Friedrich Wittmann unter 06359 4148 oder per Mail an info@schloss-janson.de gerne weiter.

Drei Gärten und ein Rittersaal: Das Weingut Schloss Janson liegt romantisch an der Deutschen Weinstraße (Foto: Weingut Schloss Janson)

Drei Gärten und ein Rittersaal: Das Weingut Schloss Janson liegt romantisch an der Deutschen Weinstraße (Foto: Weingut Schloss Janson)

Germersheim: Rudern ins Eheglück

16 erwachsene Ruderer braucht es, um das fünf Tonnen schwere, original getreu nachgebaute Römerschiff zu bewegen. Zwischen April und Oktober könnt ihr die „Lusoria Rhenana“ nicht nur für Freizeitfahrten, sondern auch als außergewöhnliche Hochzeitslocation buchen. In Zusammenarbeit mit dem Standesamt Jockgrim ermöglicht der Verein zur Förderung von Umweltbildung und römischer Geschichte standesamtliche Trauungen auf dem Schiff. Kosten entstehen dabei nur beim Standesamt – da das Schiff selbst einem gemeinnützigen Verein gehört, könnt ihr hier aber gerne etwas spenden. Bis zu 26 Personen haben auf dem Schiff Platz. Das Brautpaar muss übrigens nicht mitrudern. Spielt das Wetter nicht mit, könnt ihr bis wenige Stunden vor dem Trautermin auf eine andere Location in der Verbandsgemeinde ausweichen. Fragen zum Ablauf der Trauung könnt ihr an lusoria.rhenana@t-online.de schicken. Ihr wollt gleich Nägel mit Köpfen machen? Dann wendet euch einfach an das Standesamt Jockgrim.

Wirklich außergewöhnlich: Mit der "Lusoria Rhenana" ins Eheglück schippern (Foto: Wigand Schneiderheinze)

Wirklich außergewöhnlich: Mit der „Lusoria Rhenana“ ins Eheglück schippern (Foto: Wigand Schneiderheinze)

Heiraten im Odenwald

Hofgut Hohenstein: Sonnenuntergang im Grünen

Heuboden, Scheune oder ehemaliger Kuhstall – beim Hofgut Hohenstein im Lautertal habt ihr die Qual der Wahl. Jede Location ist anders, aber alle hochmodern ausgestattet. Wild-romantisch wird’s am Teich – hier könnt ihr euch ebenfalls trauen lassen oder im Anschluss an das Ja-Wort tolle Hochzeitsbilder machen. Im ehemaligen Kuhstall haben bis zu 90, in der Scheune bis zu 130 und auf dem Heuboden bis zu 200 Personen Platz. Besonderes Highlight: Das Brautpaare und seine Gäste können hier mitten im Grünen einen atemberaubenden Sonnenuntergang genießen. „Der Preis für die Hochzeit ergibt sich letztendlich aus den Wünschen des Brautpaares“, erklärt Annette Voss vom Hofgut Hohenstein. Hochzeiten können zu jeder Jahreszeit und an jedem beliebigen Wochentag im Hofgut Hohenstein gefeiert werden. Eine Anfrage per E-Mail an kontakt@hofgut-hohenstein.de genügt.

Nur eine von drei Locations im Hofgut Hohenstein: Die ehemalige Scheune (Foto: Hofgut Hohenstein)

Nur eine von drei Locations im Hofgut Hohenstein: Der ehemalige Heuboden (Foto: Hofgut Hohenstein)

Trauen lassen oder Bilder schießen: Am Tecih des Hofguts Hohenstein (Foto: Hofgut Hohenstein)

Trauen lassen oder Bilder schießen: Am Teich des Hofguts Hohenstein (Foto: Hofgut Hohenstein)

Zur frischen Quelle: Waldidyll pur

Ihr plant eine romantisch-verträumte Wald- und Wiesenhochzeit und möchtet anschließend mit euren Lieben in einem rustikal-gemütlichen Gasthaus feiern? Dann ist das Waldlokal „Zur frischen Quelle“ in Nieder-Liebersbach vielleicht genau die richtige Location für euch. Von April bis Oktober könnt ihr euch hier standesamtlich, frei oder auch konfessionell das Ja-Wort geben. Trauungen sind samstags mit einer Gesellschaft von 70 bis 120 Personen möglich sowie donnerstags ab 50 Gästen. Auf Wunsch gibt´s Beratung in Sachen Catering, Konditorei, musikalische Unterhaltung, Floristik und Fotografie. Die Kosten pro Person liegen zwischen 90 und 130 Euro. Auskünfte erteilt euch gerne Sonja Roth unter 06201 3909545 oder per E-Mail: roth@frische-quelle.eu

Wald und Wiese im Odenwald: Im Lokal "Zur frischen Quelle" wird's wild-romantisch (Foto: Roth)

Wald und Wiese im Odenwald: Im Lokal „Zur frischen Quelle“ wird’s wild-romantisch (Foto: S. Roth/ Frische Quelle)

Danke an die Weddingplaner Romina Certa, Filmo Yemame und Kerstin von Marry Moments, die uns – natürlich unentgeltlich – ihre Lieblingslocations verraten haben.
Weder für die Erwähnung, noch für die Verlinkung zu den Website der Locations erhalten wir als Face2Face-Redaktion Geld.

Warum wir heute noch heiraten

Geradezu malerisch. Die Braut im weißen Kleid, kunstvoll frisierte Haare, ein ebenso kunstvoll gebundener Strauß und an ihrer Seite der Bräutigam, im maßgeschneiderten Anzug, abgestimmt auf ihr prachtvolles Kleid. Hach Ja, schmilz dahin mein Herz, auch ohne 30 Grad im Schatten. Hochzeiten haben etwas. Eine Faszination, das heikle Versprechen eines glücklichen Endes für alle mit allen Aussichten, die noch dahinter liegen. Seit 2017 dürfen auch gleichgeschlechtliche Paare sich das Ja-Wort geben. Aber wie sieht es eigentlich hinter den Blumenarrangements aus und warum heiraten wir heute überhaupt noch, wo die „wilde Ehe“, also das gemeinsame Leben ohne Hochzeit, längst gesellschaftlich akzeptiert ist?

Zahlen
Warum wir heute noch heiraten

Schön, oder? Aber warum heiraten wir heute eigentlich noch? (Foto: Rudolph)

407000 Paare haben sich 2017 vor den Tisch des Standesbeamten getraut und „Ja“ gesagt. Das waren 0,7% weniger als im Vorjahr. Vor zwanzig Jahren waren es noch 534.903 Ehen. Doch das Statistische Bundesamt kennt auch andere Zeiten: 2007 beispielsweise heirateten lediglich 369.922 Paare. Ist die Ehe also ein Auslaufmodell oder erfährt sie eher eine Renaissance? 153.501 Ehen wurden 2017 wieder geschieden (Vorsicht – das gilt allgemein, nicht bezogen auf die in dem Jahr stattgefundenen Eheschließungen). Auch diese Zahl war schon um einiges höher. 2003 etwa, als 213.975 Scheidungen gezählt wurden. Aber Zahlen verzerren gerne.

Wir werden immer älter

Zum einen erfasst das Statistische Bundesamt eben wirklich nur jene Eheschließungen und Scheidungen, die vor dem Standesamt bestehen. Kirchliche (oder andere) Hochzeiten werden nicht gewertet, ebenso wenig Trennungen, die ohne Scheidung lange Jahre bestehen. In unserer Gesellschaft gab es schon immer Entwicklungen und Wandel, Emanzipationsprozesse in verschiedenen Bereichen, das Bewusstsein, dass eine Ehe nicht nötig ist, um eine funktionierende Langzeitbeziehung zu führen oder gemeinsam Kinder in die Welt zu setzen. Juristische wie normative Veränderungen haben uns dazu gebracht, intensiver über den Schritt „Ehe“ nachzudenken. 2012 waren Männer im Schnitt 33,5 Jahre alt, wenn sie heirateten, Frauen 30,7.  2016 waren diese Alter bereits auf 34 bzw. 31,5 angestiegen. Meine Großmutter hat mit 19 geheiratet, auch ich war mit 26 noch „früh“ dran.

Älter und auch weiser?
Warum wir heute noch heiraten

Verdammt lecker: Hochzeitstorten sind eine feine Sache (Foto: Rudolph)

Dass viele Menschen heute älter sind, bedeutet auch, dass sie in der Lage sind Liebe mit Vernunft zu betrachten und langzeitig abzusehen, ob der Partner auch wirklich der fürs Leben ist. Wir sind vielleicht weniger verkitscht romantisch, aber sicherer. Immerhin bringt die Ehe das dank Vater Staat noch immer mit sich. Sicherheit, steuerliche Vorteile (hallo Ehegattensplitting), über deren Sinn sich streiten lässt, eine gewisse Vereinfachung bei Krankheitsfällen und Formularen. Geben wir ruhig zu, dass wir auch heute noch oft aus Tradition heiraten. Weil man das eben so macht. Weil wir das Bild einer romantischen Blümchenhochzeit in uns tragen, den verträumten Blick von Paaren beim ersten Tanz als Mann und Frau und Hochzeitstorten können verdammt lecker sein. Außerdem gibt es Geschenke.

Mehr Vernunft, weniger Passion?

Klingt platt? Manchmal ist es aber so einfach. Wenn wir bereits mehrere Jahre mit einer Person unser Leben teilen, ist es weniger die passionierte Liebe der frühen Beziehung, sondern auch eine Sicherheit, die uns mit unserem Partner verbindet. Die Wahrscheinlichkeit einer Scheidung sinkt – zumindest in unseren Augen. Bestimmte andere Schritte sind vielleicht schon gegangen, wie eine gemeinsame Wohnung (eventuell sogar Wohneigentum), Kinder, Haustiere, Urlaube und und und. Wir wissen, dass wir uns ein Leben mit dem- oder derjenigen auf Dauer vorstellen können, weil wir es bereits führen. Und selbstverständlich gilt das nicht für alle, denn noch immer heiraten Menschen drei Monate nach dem ersten Rendezvous Hals über Kopf und führen die glücklichsten Ehen, die nicht einmal Disney sich ausdenken könnte.

Der schnöde Mammon
Warum wir heute noch heiraten

Rechnet sich: Hochzeiten kosten einiges, rechnen sich am Ende aber auch finaziell (Foto: Rudolph)

Heiraten ist heute vielleicht (hoffentlich) für viele weniger Pflicht oder Aufgabe, als vielmehr das Bewusstsein, mit einem Menschen möglichst für den Rest des Lebens verbunden zu sein. Eine Beständigkeit, die uns entgegengebracht wird und die wir auch selbst leisten. Im Idealfall ist diese Beziehung auf Augenhöhe, beide entscheiden gemeinsam, Hierarchien gibt es keine. In der Realität ist das noch oft anders und manchmal ist die Hochzeit auch nur der Schritt, sich einem Druck zu beugen, einer verkitschten Vorstellung zu folgen, oder den anderen stärker an sich zu binden. Übrigens: Vor dem Gesetz gelten verheiratete Paare (auch ohne Kinder) als Familie – Alleinerziehende aber nicht. Wir dürfen also ruhig so ehrlich sein und sagen, dass Geld bei Hochzeiten auch heute noch immer eine Rolle spielt.

So wird der Junggesellinnenabschied unvergesslich

Den letzten Tag in "Freiheit" genießen: So macht der Junggesellinnenabschied Spaß (Foto: Bedenk Zeit Fotografie)

Den letzten Tag in „Freiheit“ genießen: So macht der Junggesellinnenabschied Spaß (Foto: Bedenk Zeit Fotografie)

Beschwipste Frauen in eigentümlichen Kostümen, die Kondome und Schnäpse zu überteuerten Preisen an den Mann bringen wollen – so stellt man sich einen traditionellen Junggesellinnenabschied vor. Keine besonders schöne Aussicht für die eine oder andere Braut in spe.

Aber wieso sollte die Braut den letzten Tag „in Freiheit“ nicht auch ein bisschen genießen dürfen?

Hier findet ihr Tipps für einen Junggesellinnenabschied, an den jede Frau gerne zurückdenkt:

Schwarmintelligenz nutzen
Federführend in der Planung des Junggesellinnenabschieds ist die Trauzeugin. Sie genießt das besondere Vertrauen der Braut – schließlich wird sie die Ehe mit ihrer Unterschrift bezeugen. Dennoch sollte nicht aller Aufwand an ihr allein hängen bleiben. Unser Tipp: Nutzt die Schwarmintelligenz! Wenn alle Freundinnen der Braut an einem Tisch zusammenkommen (ist ein persönliches Treffen nicht möglich, tut es auch eine Facebook- oder WhatsApp-Gruppe), kann jede ihr Wissen und ihre Ideen für einen gelungenen Abend einbringen. Demokratisch kann so ein Programm zusammengestellt werden, das die Trauzeugin am besten schriftlich festhält und den anderen zukommen lässt. Damit es nicht zu stressig wird, ruhig frühzeitig mit den Vorbereitungen anfangen. Ein erstes Brainstorming – wann könnte man was wie unternehmen – kann durchaus schon ein paar Monate vor dem Junggesellinnenabschied stattfinden.

So macht ein Fotoshooting Spaß: Im Kreis der Freundinnen (Foto: Bedenk Zeit Fotografie)

Garantiert: Spaß beim Fotoshooting im Kreis der Freundinnen (Foto: Bedenk Zeit Fotografie)

Lauscher auf
Die zukünftige Braut steht oft unter Stress? Dann ist ein ausgiebiger Wellnesstag genau das Richtige. Ständig beklagt sie sich, dass es keine schönen Fotos von ihr gibt? Wie wäre es dann mit einem Freundinnen-Fotoshooting? In einer lustigen Mädelsrunde ist die Atmosphäre angenehm zwanglos und es entstehen tolle Bilder.
Um herauszufinden, was die Braut mag und was nicht – ist sie zum Beispiel eher schüchtern, kann man ihr mit einem Saunabesuch wahrscheinlich keine Freude machen – heißt es für alle Beteiligten: Lauscher auf! Was wollte die Braut in spe schon immer mal machen? Wie verbringt sie ihre Freizeit am liebsten? Ist sie vielleicht Fan eines Künstlers, einer Band, eines Landes (hier bietet sich ein Themenabend an), eines Sportvereins? Wichtig ist aber auch: Was mag sie gar nicht? Wobei würde sie sich unwohl fühlen?
Bringt jede der Freundinnen ihr Wissen ein und hakt vielleicht auch mal unauffällig nach, ergeben sich ganz schnell einige Unternehmungsmöglichkeiten.

Organisieren und koordinieren
Wenn das Programm für den Junggesellinnenabschied steht, geht es an die Organisation. Um Geld zu sparen und Stress zu vermeiden, sollte die Trauzeugin bei der Aufgabenverteilung darauf achten, dass jede die Aufgabe übernimmt, die ihr liegt. Während die eine den Tisch im Restaurant reserviert, checkt und bucht eine andere spezielle Gruppenangebote für Spa oder Freizeitpark. Wieder eine andere kauft ein: Snacks, Getränke, Zutaten zum Kochen – je nachdem, was geplant ist. Vielleicht muss ja auch etwas kreativ gestaltet werden (Stichwort: T-Shirt – siehe nächster Abschnitt).
Tipp: Kontakte nutzen! Ist der Bruder von einer der Freundinnen vielleicht Fotograf und shootet die Mädelstruppe zu einem vergünstigten Preis oder arbeitet eine vielleicht im Bereich Eventmanagement und kommt an Backstagepässe? So lässt sich Geld sparen und jede kann auf ihre Weise zu einem gelungenen Junggesellinnenabschied beitragen,

Und wo kommt jetzt das Geld her?
Fotoshooting, Restaurant- und Clubbesuch, Wellnessbehandlung – so wird der Junggesellinnenabschied schnell kostspielig, für Studenten oder Auszubildende sogar unerschwinglich. Aber auch ohne den traditionellen Kaufladen kann die Braut den einen oder anderen Euro verdienen.
Wie wäre es zum Beispiel mit einem „1 Kuss 1 Euro“-T-Shirt? Das muss die Braut eine Stunde lang tragen und kann danach wieder zu ihrem normalen Oberteil wechseln. Der Vorteil gegenüber Kaufladen und Verkleidung: Das Shirt wird man schnell und unkompliziert wieder los, es ist weniger auffällig und man kommt damit in jeden Club. Wer ein Küsschen auf die Wange möchte, zahlt einen Euro (gerne auch mehr). Auch hier sind wieder die Freundinnen gefragt: Sie können beim Anquatschen und Überreden helfen – so fühlt sich die Braut wohler.

Habt ihr auch Tipps, was man am Junggesellinnenabschied unternehmen kann? Wir freuen uns über Kommentare!

Vorschau: Leben mit Gips – nächste Woche hat Nina dazu ein paar Tipps für euch parat.

Der Hochzeitswahnsinn

Es ist also soweit. Noch im letzten Jahr konntet ihr an gleicher Stelle lesen, wie furchtbar ich den Hochzeitstwahnsinnswettbewerb auf Facebook finde. Und jetzt? Ich habe geheiratet und tatsächlich erfolgreich vermieden, im Vorfeld Planungsstand, kritische Momente und Vorfreuden öffentlich zu machen. Doch schon am Tag nach dem großen Fest kursierten 30 Fotos im globalen Netz, ganz ohne mein Zutun. Irgendwo hört der Arm der Braut auf, vor allem, wenn sie keine Braut mehr ist. Doch darum soll es hier nicht gehen, sondern um Chaos und Ordnung und den ganz normalen Wahnsinn.

Der Hochzeitswahnsinn

Stilecht: Mit Kutsche zur Kirche (Foto: Bernatz)

Den Anfang macht ein goldener Tipp an alle Hochzeitsplanenden: macht so viel wie möglich selbst. Verteilt die Planung nicht, denn was am Anfang Arbeit nimmt, wird später purer Stress, wenn die Teile sich zusammenfügen, überlappen und durcheinander geraten. Wer die Fäden in der Hand hält weiß, wo Probleme auftreten und wie sie zu umgehen sind. Und Rat kann sich der Planer dann immer noch holen. Das sollte er auch. Bei Menschen, die Feiern schon öfters geplant haben, in Ratgebern, bei den Eltern, den Freunden und am Wichtigsten: dem Partner.

Und die zweite goldene Regel ist: Egal wie gut ein Fest geplant ist, es wird immer etwas schief gehen. Beispiele? Am Vorabend der Hochzeit mussten wir feststellen, dass der Raum doch kleiner war, als gedacht. Die komplette Tischordnung wurde innerhalb von zwanzig Minuten umgeschmissen, neu geordnet und mit Kompromissen versehen. Plötzlich fehlten zwanzig Tassen und Untertassen, die Tischdecken wurde in den letzten Tagen fertig genäht, die Kuchenliste wurde in der letzten Nacht verdoppelt und nach der Trauung konnten wir feststellen, dass zwei fest eingeplante Gäste schon mal gar nicht gekommen waren. Doch da hört der Spaß nicht auf.

Der Hochzeitswahnsinn

Unikate: die raffinierten Ringe für die Ehe (Foto: Obermann)

Zu unserer großen Überraschung war uns das Wetter gut gesinnt. Schon beim Standesamt blieb der angekündigte Regen aus, und am Samstag fand tatsächlich die Sonne den Weg zu uns. Doch dieses Wetter im Zwischenbereich führte dazu, dass es nicht warm genug war, um unseren Getränkevorrat wirklich zu verdünnen, und nicht kalt genug, um unser Büffet zu leeren. Aber lieber zu viel haben, als zu wenig. Und vor allem: locker bleiben. Der in letzter Minute aufgestellte Geschenktisch wurde so nahe an unser Gästebuch gestellt, dass viele das Buch für ein Geschenk hielten und die Einträge deswegen etwas mau ausgefallen waren. Locker bleiben solltet ihr auch bei den vielen Spielen und Aktionen. Bei dem Tanzwettbewerb zwischen Braut und Bräutigam, dem obligatorischen Er-oder-Sie-Quizz, dem gemeinsamen Baumstammzersägen, …

Im Großen und Ganzen lief aber alles gut. Der vergessene Brautstrauß erreichte die Kutsche, bevor wir an der Kirche waren, der Reifrock wurde dank fachkundiger Hilfe schnellstens wieder repariert. Unsere einmaligen Eheringe von der Goldschmiede Eckart passten wie angegossen, der Hochzeitslikör für die Gäste wurde mit Freude angenommen, die Fotografin wartete geduldig, bis der Vater des Bräutigams wieder aufgetaucht war und das französische Brautkleid nahm keinen Schaden. Die Einwegkameras landeten brav im bereitgestellten Karton. Der DJ  von Evergreen Entertainment und die Karaoke war im Übrigen eine grandiose Idee. Noch um vier Uhr grölten Bräutigam, Brautbruder, sein bester Freund und der Trauzeuge „Quit playing games with my heart“. Mit allem Chaos und aller Planung kamen wir auf eine wundervolle Hochzeit. Nur mein Mann muss sich noch an seinen neuen Nachnamen gewöhnen.

Vorschau: Nächste Woche geht es hier um den Masochismus beim Rennradfahren.

Ja, ich altere

Es passiert mir immer öfter. Ich merke, dass ich alt werde. Nicht, weil ich Falten hätte, oder Rheuma, graue Haare. Erscheinungen, die ich zwar kenne, aber nicht unbedingt von mir persönlich. Auch der Ernst des Lebens hat mich noch nicht so wirklich eingeholt. Als Studentin bleiben manche Sorgen einfach fern. Mein Sohn hält mich eher jung, als dass er alt machte. Ohne Reue Zeichentrickfilme, Kinderbücher und mit Wasserfarben klatschen, Kinderlieder trällern und Seifenblasen machen. Nein, das klingt nicht nach alt.

Ja, ich altere

Wer hat den Größten? Digitale Kuchenschlachten machen nicht dick, dafür aber alt (Foto: Obermann)

Was mich erschrickt, eigentlich lächerlich, wenn ich bedenke, dass selbiger Schritt von mir für nächstes Jahr schon lange geplant ist, ist das Heiraten. Präzise: Wenn alte Schulfreunde, Leute von denen ich ewig nichts gehört habe, heiraten. Am Wochenende hatten wir besuch. Zwischen Partywok und „Megamind“ erzählt er uns, ohne mit der Wimper zu zucken, dass eine Bekannte kürzlich geheiratet hat und nun ein Kind erwartet. Das saß. Und es war nicht die erste unheimliche Begegnung in Weiß und Tüll. Schon vor einigen Jahren erfuhren wir, dass ein guter Freund beschlossen hatte, spontan zu heiraten. Wir jedenfalls wussten von nichts und glaubten der Computer wäre kaputt. Der zeigte nämlich ungetrübt beim Facebook-Status „verheiratet“ an. Einfach so, von einem Tag auf den anderen.
Facebook scheint überhaupt der große Hit zu sein, wenn es darum geht, vom Ringtausch zu prahlen. Die Fotos im Profil werden in sepiafarbene Hochzeitsbilder vom teuren Fotografen ersetzt, nach und nach, damit es auch alle erfahren und keiner sich den gestellten Liebesbilden entziehen kann, werden auch die übrigen Hochglanzabzüge digitalisiert und in einem oder mehreren Alben der Internetgemeinde vorgeführt. Ganz schlaue richten für Standesamt und Kirche verschiedene Ordner ein, die dann noch in professionell und selbst geschossen unterteilt werden wollen. Irgendwas wird da auf jeden Fall geschossen, womöglich ja der Twitter-Vogel. Denn Hochzeitswahnsinnige dieser Tage haben ja nicht nur Facebook, sondern mindestens noch Twitter, wenn nicht sogar schon Google+.

Selbige Rüschenliebhaber melden dann auch immer wieder, wie schön alles gewesen sei, die Torte, die Gäste, das Wetter und überhaupt. Hochzeitswettkampf 2.0. Endlich habe ich den ultimativen Grund für Facebook gefunden. Es geht nicht mehr darum, Frauen Noten für ihr Aussehen zu geben, sondern um ganze Vermählungen. Warum noch Einladungen verschicken, wenn alle Welt im Netz teilhaben kann an perfekt sitzenden Frisuren, makellosen Bildern und der Liebe, die durchs World Wide Web schwebt. Kommen bei euch da etwa leise Zweifel an der Perfektion?
Und dann gibt es noch die absoluten Facebook-mit-Hochzeit-überschwemm-Finalistinnen. Die kommen mit den Hochzeitsbildern nicht erst nach der Trauung. Nein, warum auch? Schon Monate vorher geben sie täglich Statusmeldungen ab, wie weit die Planung vorangeht. Eine alte Freundin hatte sogar eine eigene Hochzeits-Website eingerichtet mit Kennenlerngeschichte, Trauzeugenvorstellung, Menuplan. Und das, bevor der Termin offiziell angemeldet war. Jeden Mittag gab es denn Ich-heirate-Countdown mit zwei Zahlen, damit auch wirklich keinem entgehen konnte, wann sie und ihr Liebster sich vor Staat und Kirche das Ja-Wort geben wollten.

Ja, ich altere

Hier kommt die Braut: Das Online-Wettrennen um das schönste Brautkleid hat längst begonnen (Foto: Beutler)

Ja, ich bin auch eine Frau. Ja, ich will auch heiraten. Ja, ich freue mich auch darauf. Aber dem großen Rest der Welt wird das egal sein, warum muss ich ihn dann bis aufs Blut damit konfrontieren? Ich warte nur darauf, bis eine der Spezialistinnen Bilder der Geburt ihres ersten Kindes hochlädt. Oder gleich ein Video. Erklärt es mir, ich brenne darauf: Muss das sein? Ein Bild, dagegen sag ich nichts. Zwei, drei Meldungen, wenn der große Tag vor der Tür steht, meinetwegen. Wir wollen ja schließlich nur einmal heiraten und es ist toll, wunderbar, romantisch, was weiß ich. Aber irgendwie, irgendwo und irgendwann reicht es doch wirklich. Denn dann bekomme ich zumindest das Gefühl, dass alle Welt um mich herum heiratet. Der eine, die andere, die auch noch, die schon wieder oder immer noch, der jetzt auch.
Tja, und dann, dann fühle ich mich alt. Wenn Leute, mit denen ich im Sandkasten gesessen habe plötzlich einen anderen Nachnamen haben. Wenn Freundinnen und Freunde sich auf ewig binden. Wenn auf einmal überall so viele, wichtige Entscheidungen getroffen und Fragen mit „Ja“ beantwortet werden. Das ist der Ernst, ernster wird’s nicht, das macht uns alle auf einen Schlag erwachsen. Nicht nur erwachsen, auch vernünftig und nachdenklich, planend und berechnend. Und irgendwie eben auch alt. Daran kann ich schlecht was ändern und das ist noch viel schlimmer, denn für Falten gibt es Cremé, für Haare Tönung. Alt werden wir trotzdem, jeden Tag ein bisschen mehr. Woran merkt ihr, dass ihr alt werdet?

Vorschau: Nächste Woche berichtet Lea, wie es ist, wenn ihr einfach alles über den Kopf wächst.