Headis: Eine Sportart mit Köpfchen

Manch einer wird nun vor dem Bildschirm seines Laptops sitzen und fragend eine Augenbraue in die Höhe ziehen, weil er mit dem Begriff „Headis“ nichts in Verbindung bringen kann. Manch einer wird die Stirn runzeln und angestrengt nachdenken, wo er dieses Wort schon einmal gehört hat. Und wiederum ein anderer weiß genau, was sich hinter dem Namen versteckt. Und eigentlich ist es auch gar nicht so schwer: Headis ist eine der aufstrebenden Trendsportarten. Tischtennis mit dem Kopf, sozusagen – und doch wieder nicht. Denn die Sportart verbindet nicht nur Elemente aus dem Fußball, sondern weist auch Parallelen zu Badminton und Tischtennis auf. Aber nun mal langsam…

Der Begriff „Headis“ leitet sich von den beiden englischen Wörtern head (Kopf) und tennis (Tennis) ab. Erfunden hat die Sportart, die mittlerweile internationale Anerkennung besitzt und sogar Trainingsinhalt so manches Bundesligisten ist, der Sportstudent René Wegner im Jahr 2006. Geburtsstätte des Kopfballtischtennis: Ein Freibad in Kaiserslautern. Eigentlich wollte der Saarbrücker mit seinen Freunden Fußball spielen, da allerdings der Platz belegt war, musste eine andere Lösung her. Die war in Form einer Tischtennisplatte auch schnell gefunden. Anstelle sich den Ball mit dem Fuß zuzuspielen, wurde der Ball einfach mit dem Kopf über das Tischtennisnetz hinweg geköpft. Die ersten „Gehversuche“ von Headis. Denn erst im Jahr 2007 wurde die Idee in Zusammenarbeit mit dem Kommilitonen Felix Weins im Rahmen des Studiums weiterentwickelt. 2008 wurde die Sportart dann ins Hochschulsportprogramm der Uni Saarbrücken aufgenommen und erlangte immer mehr Zuspruch und Bekanntheit. Durch Ehrungen wie beim „ispo brandnew Award“ (einem Start-up Wettbewerb der Sportartikelindustrie) 2010 in München, TV Auftritte bei „Schlag den Raab“ oder Messeauftritte, wie der „gamescom“ in Köln, ist Headis mittlerweile sowohl in der Jugendszene und als auch in der Sportwelt zu einem Begriff geworden.

Da Headis eine schnell und auch leicht zu erklärende Sportart ist, wird sie immer beliebter. Alles, was man dafür braucht, ist letztlich eine Tischtennisplatte, einen speziellen Ball (sogenannter Headis Match Ball) und natürlich begeisterte Spieler und Spielerinnen. Wichtig ist, dass der Ball ausschließlich mit dem Kopf berührt werden darf, die Platte kann jedoch mit jedem Körperteil berührt werden. Im Allgemeinen gibt es 2 Gewinnsätze. Hat ein Spieler zuerst 11 Punkte erreicht, hat er den Satz gewonnen. Steht es unentschieden, also 10:10, gewinnt der Spieler, der zuerst zwei Punkte Vorsprung herausholt. Ist eine Situation nicht ganz klar, gibt es einen Wiederholungsball. Der Fairplay Gedanke ist also auch bei Headis zu finden. Ebenso der Volleykopfball, also die Direktabnahme des Balles. Allerdings muss nach einem solchen Ball der Boden mit einem Körperteil berührt werden – ein Liegenbleiben auf der Platte ist somit ausgeschlossen. Der Spaßfaktor bei Headis ist ziemlich groß, da das Spiel alles andere als kompliziert ist und auch gut in einer größeren Gruppe gespielt werden kann. Dies gelingt, indem man reihum um die Tischtennisplatte läuft, sodass jeder einmal den Ball über das Netz köpft. Der Ball sollte dabei idealerweise nicht auf den Boden kommen.

Zwischenzeitlich ist das Spiel auch weltweit recht bekannt, sodass es vermehrt zu Wettbewerben kommt. Erst dieses Jahr stand Anfang Juni die erste Tipico Headis Europameisterschaft in Konstanz an. Sieger wurde Sniper Schorsch (Deutschland), der als erster mit dem Titel „Headis-Europameister“ geehrt wurde. Auch gibt es mittlerweile eine Headis WM, die mitsamt den Qualifikationsspielen innerhalb von zwei Tagen ausgetragen wird. Headis ist also eine aufsteigende Sportart, die definitiv begeistert und bewegt. Jung und Alt, Groß und Klein, Mann und Frau – ganz egal, Headis ist ein Sport für alle und jeden. Und wer weiß – vielleicht wird sie ja sogar irgendwann einmal olympisch…

Quelle: www.headis.com und www.headis-ec.com/de/

Vorschau: Nächste Woche dreht sich bei uns alles um den aktuellen Tabellenführer, SF/BG Blista Marburg, der Blindenfußball-Bundesliga.