Domestikation- Wie der Hund zum besten Freund des Menschen wurde

Die Deutschen halten schätzungsweise 30 Millionen Haustiere, vor allem sind dies Hunde und Katzen. Bist du ein Katzenmensch oder ein Hundemensch – dazu gibt es mitunter tiefgehende Debatten. Doch egal, welches Tier einem mehr zusagt, es nicht selbstverständlich, dass wir Haustiere halten.

Eines der wichtigsten domestizierten Tiere: Das Rind (Foto: Wolfgang Dirscherl  / pixelio.de)

Eines der wichtigsten domestizierten Tiere: Das Rind (Foto: Wolfgang Dirscherl / pixelio.de)

Das wohl älteste domestizierte Tier ist der Hund, der sich vor circa 30.000 Jahren aus dem Wolf entwickelt hat (obwohl molekulargenetische Berechnungen auf 100.000 Jahre kommen, so zeigt der Fossilrekord anderes auf). Über viele Generationen hinweg wurden die Tiere genetisch von der Wildform isoliert und auf viele Charakteristika gezüchtet. Das Schaf, welches vom Mufflon abstammt, das Rind, welches vom Auerochsen abstammt, das Schwein, die Ziege und die Katze, welche auch ihre jeweiligen Wildformen haben, folgten vor circa 10 000 Jahren. Zur gleichen Zeit wurden Pflanzen durch die gleiche Art zu Kulturpflanzen gezüchtet. Pferde, Hühner und viele andere Tiere, die oft speziell für die jeweilige Region der Welt waren, kamen vor einigen tausend Jahren nach.

Theoretisch kann jedes Tier domestiziert werden, jedoch gibt es sechs Eigenschaften, welche das Tier haben sollte, sodass es dazu kommt und die in dem Buch Guns, Germs and Steel beschrieben wurden: Kann sich das Tier von den Abfällen der Menschen ernähren und hat keine speziellen Anforderungen hinsichtlich der Ernährung, ist dies sehr hilfreich. Die Generationenfolge, also auch die Lebenserwartung, sollte die des Menschen nicht überschreiten. Ist sie kurz genug, ist die Züchtung besser möglich und eine kurze Zeit für das Erreichen des Erwachsenenalters ist wichtig, damit es seinen Zweck erfüllen kann. Die Fortpflanzung muss auch in der Gefangenschaft des Menschen stattfinden können. Sind die Tiere generell weniger aggressiv und leichter umgänglich, ist dies ebenfalls von Vorteil. Sie sollten ebenfalls ruhiger sein und nicht scheu. Zuletzt ist es ebenfalls wichtig, dass die Tiere eine flexible soziale Hierarchie haben und den Menschen als Herrchen anerkennen.

Viele domestizierte Arten weisen Gemeinsamkeiten auf. Schon Darwin beobachtete, dass menschennahe Spezies fallende Ohren besitzen. Die selektive Fortpflanzung hat also bestimmte folgen. 1950 wurde in Russland ein Langzeitversuch gestartet. Der russische Silberfuchs sollte domestiziert werden, der aufgrund seiner Aggressivität als nicht domestizierbar galt. Dieser Versuch dauert bis heute an. In jeder Generation wurden die weniger aggressiven Tiere ausgesucht. Als die ersten Tiere nach 20 Generationen und ungefähr 25 Jahren als Haustiere gehalten werden konnten, hatten sie kürzere Schnauzen, kleinere Zähne, weiche, fallende Ohren, einen kurvigeren Schwanz und eine andere Fellfarbe. Genetische Veränderungen führten zu hormonellen Veränderungen und so ist ein Fuchs mit einem kleineren Adrenalinlevel auch zahmer. Bei anderen Arten findet man ebenfalls kleinere Gehirne und verringerte akute Sinnesorgane, die in der freien Wildbahn noch überlebenswichtig waren.

Eine überzüchtete Hunderasse: die englische Bulldogge (Foto: M. Großmann  / pixelio.de)

Eine überzüchtete Hunderasse: die englische Bulldogge (Foto: M. Großmann / pixelio.de)

Rassenhunde zeigen uns heute auch die Schattenseiten der Züchtung auf. Reinrassige Hunde wurden vor gerade einmal Hundert Jahren durch Inzucht auf die verschiedenen Charakteristika gezüchtet. Rassen wie der Boxer und die Bulldogge haben zum Beispiel kürzere Schnauzen und diese Brachycephalie führt zu Atemwegsproblemen und einer gestörten Thermoregulation. Aber auch andere Rassen leiden unter den verschiedensten Krankheiten, welche zu einer kürzeren Lebenserwartung führt. Sogenannte Mischlinge sind die genetisch gesünderen Individuuen.

Doch der Mensch hat sich sogar selbst domestiziert. Der Übergang von einer Jäger und Sammler-Gesellschaft zu einer sesshaften Farmer-Gesellschaft, brachte Vor- und Nachteile. Mehr Nahrungsmittel waren vorhanden und die Abstände zwischen Geburten verringerten sich aufgrund der Sesshaftigkeit. Die Population stieg an. Dies führte aber auch dazu, dass sich neue Infektionskrankheiten entwickelten, die sich nur in einer dichten Population entwickeln konnten. Genetische Veränderungen führten zur Entwicklung von Resistenzfaktoren (unter anderen die AB0 Blutgruppen), einer adulten Laktose Persistenz und einem besseren Alkoholmetabolismus für das im westlichen Eurasien getrunkene, nährstoffreiche Bier. Die Verkürzung des Kiefers, im Gegensatz zu unseren Hominiden Vorfahren, zeigt ebenfalls, analog zum Fuchs-Experiment, ein Merkmal des weniger aggressiven und wilden Menschen auf.

Vorschau: Nächsten Monat geht es um die Kristalle in unserem Ohr.

Marderschaden – Ein Marder als Haustier?

Die Schwegenheimerin Gabi hält sich ein ungewöhnliches Haustier. Das Marderweibchen Putzi teilt sich mit dem Kater Paul das Revier und hält die Familie auf Trab. Doch wie kommt man zu so einem Haustier? Wie lässt es sich damit leben? Ist es okay ein Tier zu halten, was eigentlich in die freie Natur gehört? Die Hintergrundgeschichte zu Putzi gibt es nun im folgenden Interview.

Marderschaden  –  Ein Marder als Haustier?

Noch ganz klein: Putzi am Tag nach seinem Fund (Foto: Privat)

Face2Face: Wie kamst du zu diesem Tier?
Gabi: Wir waren bei einer Hochzeit und dort lag dieses Tier schon in einem Schuppen hinter der Kapelle. Doch wir wussten nicht, was es ist. Es war schon mehr tot als lebendig. Ein Freund sagte dann, es wäre ein Marder. Daraufhin hat meine Tochter im Internet recherchiert und wir haben das Tier dort in der Kapelle mit Katzenmilch und Katzenfutter gefüttert. Es hat sich relativ schnell erholt. Der Tag war ziemlich heiß und ich denke er war einfach ganz ausgetrocknet. Wir wussten nicht, was wir mit ihm machen sollen, also haben wir ihn mit nach Hause genommen. Der Tierarzt sagte, er hätte sich die Beine bei einem Sturz verstaucht. Es dauerte 3 Wochen, bis er wieder richtig laufen konnte. Er lebte dann zunächst in der Wohnung in einem Hasenkasten und später dann im Garten. Irgendwann hab ich ihn frei gelassen und er ist immer wieder gekommen. Jetzt wohnt der Marder bei uns im Keller.

Face2Face: Wie sieht so ein Alltag mit „Putzi“ aus?

Marderschaden  –  Ein Marder als Haustier?

Lecker: Putzi wurde mit Katzenfutter und Milch aufgezogen (Foto: Privat)

Gabi: Morgens sitzt er im Keller und will gefüttert werden. Er bekommt ein Stück Banane und einen Butterkeks und eine Scheibe Putenbrust. Er hat ebenfalls eine Schüssel mit Trockenfutter und eine mit Wasser. Abends ist das gleiche Spiel. Er bekommt was zu essen und wird bespaßt. Ich spiele mit ihm und trage ihn rum. Er lässt sich allerdings nur von mir anfassen. Mittags ist er verschwunden. Tagsüber schläft er dann. Wenn es warm ist draußen oder im Winter auch im Keller in der Kiste.

Face2Face: Was muss man beachten, wenn man einen Marder als Haustier hat, im Gegensatz zu anderen Haustieren?
Gabi: Man muss sagen, dass es manchen Leuten Angst macht. Ich habe auch anfangs meine Bedenken gehabt mit diesem Tier. Er beißt jetzt zum Beispiel, wenn ich ihn nehme, mir auch in den Finger, aber eben nicht so fest. Aber man muss ihn eigentlich nicht mit Handschuhen anfassen.

Face2Face: Eine Katze kann ja genauso beißen.
Gabi: Eben. Wir haben ja versucht, ihn in einer Wildtierauffangstation unterzubringen. Es war unmöglich. Auch kein Wildpark nahm ihn. Zoos dürfen ihn ja sowieso nicht nehmen. Ein Marder ist außerdem ein Einzelgänger. Wenn ein Wildpark bereits einen Marder hat, kann man keinen mehr dazu setzen. Sie kommen nur in der Paarungszeit zusammen. Was mich sehr störte sind die Geschichten, die mir bei den Wildauffangstationen erzählt wurden. Ein Marder wird 8 Wochen aufgezogen und dann ins Freie entlassen. Diese kämen dann allerdings nicht mehr zurück. Sie werden von einem Fuchs oder einem Bussard gefressen. Denn ein Tier ist mit 8 Wochen noch nicht überlebensfähig in freier Natur. Damit beruhigen sie nur ihr schlechtes Gewissen.

 

Marderschaden  –  Ein Marder als Haustier?

Spielerisch: So groß und ungehemmt ist Putzi heute (Foto: Privat)

Face2Face: Gab es denn schon Marderschaden an Autos in der Nachbarschaft?
Gabi: Nein gab es nicht. Das macht er auch nicht. Marder knabbern nur Kabel an, wenn ein anderer Marder sie vorher angepinkelt hat. Das ist Territorialverhalten.

Face2Face: Was bedeutet dir Putzi?
Gabi: Wir sind ganz froh, dass wir ihn haben. Es ist ein lustiges Vieh. Was er alles anstellt, wenn er draußen ist: er krabbelt überall herum oder springt mir auf die Schulter. Er ist unterhaltsam. Und er ist was Außergewöhnliches. Sowas hat halt nicht jeder. Er ist ganz schön schlau. Er hat gesehen, wie die Katze die Katzentür rein geht und zack war er drin. Ich mach mir auch Sorgen wenn ich ihn nicht sehe und nicht weiß wo er ist. Es ist wie mit einer Katze, nur ist er eigenwilliger.

Vorschau:Nächste Woche werden wir näheres über die Earth Hour erfahren.

Der beste Hund, der je gelebt hat – und sein Herrchen: Moderator und Journalist Claus Kleber

Der beste Hund, der je gelebt hat – und sein Herrchen: Moderator und Journalist Claus Kleber

Wollte ursprünglich Lufthansa Flugkapitän werden: "heute journal"-Moderator Claus Kleber (Foto: C. Gartner)

Er moderiert eine der bekanntesten Nachrichtensendungen im deutschen Fernsehen, war jahrelang in den USA als Auslandkorrespondent für die ARD tätig und steht für seriöse Berichterstattung: „heute journal“-Moderator Claus Kleber. Mit Face2Face sprach er über seine ersten Gehversuche im Journalismus und gewährte uns sogar ganz private Einblicke.

Face2Face: Können Sie sich noch an Ihren ersten Berufswunsch erinnern?
Kleber: Ich wollte ursprünglich Lufthansa Flugkapitän werden. Das hing vermutlich damit zusammen, dass mein Vater Diplomingenieur war und ich so immer auf technische Berufe getrimmt war. Außerdem wollte ich schon immer gerne viel reisen. Nachdem ich erfahren habe, dass ich eine Brille brauche, hat sich der Traumberuf Pilot aber ganz schnell in Luft aufgelöst.

Face2Face: Wie sind Sie letzten Endes beim Fernsehen gelandet?
Kleber: Journalistisch tätig war ich schon in der Schulzeit – schrieb für die Schülerzeitung und für die Lokalpresse. Ich war mir aber immer bewusst darüber, dass ich auf jeden Fall etwas mit elektronischen Medien machen möchte. Schließlich begann ich eine anfangs befristete Hospitanz beim Südwestfunk, die sich aber schnell zu einer dauerhaften Tätigkeit auswirkte. Dort war ich zuerst als eine Art rasender Reporter in Sachen Landespolitik unterwegs, dann moderierte ich die Sendung „Baden-Württemberg aktuell“ und war bei SWF3 (Anm. d. Red.: das SWF3 entspricht dem heutigen SWR3) als Moderator einer Frühsendung tätig. Erst 1992 wechselte ich dann zum Fernsehen. Das ARD-Studio Washington war eine Art beschützende Werkstatt für mich. „Learning by Doing“ lautete dort die Devise und ich bin auch heute noch sehr dankbar für die große Hilfsbereitschaft, die ich dort erleben durfte. Ein Volontariat habe ich allerdings nie gemacht – wahrscheinlich war ich einfach schon zu lange dabei, als dass da irgendjemand auf die Idee kam danach zu fragen.

Face2Face: Sie moderieren das „heute journal“ nun schon seit neun Jahren. Welche Bedeutung hat die Sendung für Sie?
Kleber: Anfangs, muss ich gestehen, war mir nicht bewusst wie großartig das „heute journal“ ist. Da ich ja eine lange Zeit für die ARD tätig war und mich auch selten in Deutschland aufhielt, empfand ich das „heute journal“ eher als eine bunte und leichte Nachrichtensendung – den Maßstab jedoch waren für mich die „tagesthemen“. Mit dem Antritt des Jobs als Moderator des „heute journals“ lernte ich dann die große Bedeutung des Magazins kennen: Eigene Autoren, die Unabhängigkeit vom übrigen Nachrichtengeleitzug und die Möglichkeit, vor allem als Moderator, viel selbst zu gestalten. Die Moderation des „heute journals“ ist in meinen Augen die ideale Umgebung, wenn man schon nicht die höchste Form des Journalismus, nämlich das Reporterdasein als Korrespondent, praktiziert.

Face2Face: Welche Zielgruppe spricht das „heute journal“ an?
Kleber: Unsere Sendung richtet sich an all diejenigen, die sich für Politik und für die großen Zusammenhänge der Gesellschaft interessieren. Ich glaube, dass sich das „heute journal“ nicht über die Altersgruppe definieren lässt. Wir versuchen jeden Tag eine gute, interessante, verständliche Sendung zu machen. Steve Jobs hat das „I-Phone“ auch nicht für 18-Jährige entwickelt. Qualität findet ihr Publikum überall. Und völliger Unsinn wäre es sich einer bestimmten Altersgruppe anzubiedern: wenn ich mit den Ausdrücken moderieren würde, die ich bei meinen Töchtern aufschnappe, würde ich mich nur lächerlich machen. Moderator und Sendung sollten glaubwürdig sein und sich selbst treu bleiben. Unser Ziel ist es, jeden Abend eine Sendung zu präsentieren, an der keiner vorbeikommt.

Der beste Hund, der je gelebt hat – und sein Herrchen: Moderator und Journalist Claus Kleber

Im Gespräch: Face2Face-Chefredakteurin und "heute journal"-Moderator Claus Kleber (Foto: C. Gartner)

Face2Face: Apropos lächerlich: Was halten Sie von der Parodie auf Ihre Person in der „ProSieben“-Sendung „Switch“? Können Sie darüber lachen?
Kleber: Parodie ist eine sehr schwierige Kunst, wie ich finde. Einige der Sketche bei „Switch“ sind wirklich sehr gelungen. Wie Gundula und ich dargestellt werden, gefällt mir persönlich gut. Besonders interessant finde ich, dass Gundula oft als die Dominantere dargestellt wird, was das ganze Vorurteil von wegen Kleber als Hauptmoderator völlig auf den Kopf stellt.

Face2Face: Sie waren mit kurzer Unterbrechung insgesamt 15 Jahre in den USA tätig. Was hat Ihnen dort am besten gefallen?
Kleber: Besonders beeindruckt an den USA hat mich die Offenheit der Menschen und die gigantische Weite des Landes. Man hat tatsächlich den Eindruck als sei der Himmel dort viel großer als er hier bei uns in Deutschland ist. Das „Projekt Amerika“, aus unterschiedlichen Religionen und Ethnien eine Nation zu formen, fasziniert mich bis heute.

Face2Face: Viele Deutsche kennen nur den seriösen, Anzug-tragenden Moderator einer anspruchsvollen Nachrichtensendung – wie aber sind Sie privat? Haben Sie Haustiere?
Kleber: Bis vor wenigen Monaten hatte ich einen Golden Retriever, der nach unglaublichen 15 Jahren nun leider gestorben ist. Sie hieß Lady und war der beste Hund, der je gelebt hat.

Face2Face: Was sind Ihre Hobbies? Und treiben Sie regelmäßig Sport?
Kleber: Ich versuche dreimal in der Woche auf dem Weg zur Arbeit für jeweils eineinhalb Stunden ins Fitnessstudio zu gehen – meistens schaffe ich es dann aber doch nur zweimal in der Woche. So etwas wie Briefmarkensammeln oder Eisenbahnen zusammenbauen mache ich nicht – nein. Das, was andere Leute in ihrem Hobby finden, nämlich eine interessante Zerstreuung, finde ich in meinem Job.

Face2Face: Was sind Ihre Pläne für 2012?
Kleber: Mein guter Vorsatz für dieses Jahr ist es, meine tägliche Arbeit noch bewusster wahrzunehmen. Der Job wird gern zur Routine, aber ich möchte jede Sendung so vorbereiten und moderieren als wäre es die erste. Außerdem werde ich mich wohl irgendwann entscheiden müssen, was genau ich auf Dauer machen will – vorausgesetzt das ZDF will mich noch ein bisschen behalten: Im Moment mache ich mir darüber aber noch keine großen Gedanken – ich bin rundum zufrieden, mit dem was ich habe und mache. Wie könnte ich das auch nicht sein? Ich arbeite mit einer tollen Redaktion, darf das erfolgreichste deutsche Nachrichtenmagazin moderieren und für meine Dokumentationen rund um die Welt spannende Dinge erleben.

Face2Face: Und zum Abschluss noch die Frage, die wahrscheinlich die gesamte Medienwelt umtreibt: Wie sehen Sie die Zukunft von Print, Radio, TV und Internet?
Kleber: Falls Sie auf das vielerorts prophezeite Verschwinden von Printmedien hinaus wollen: Ich bin mir sehr sicher, dass es auch noch weiterhin Zeitungen geben wird. Den Nachteil beim Internet sehe ich darin, dass dieses nicht auf ein aufgearbeitetes Abbild des Tages ausgerichtet ist. Bei einer Nachrichtensendung wie dem „heute-journal“ bekommt der Konsument ein kompaktes Ergebnis präsentiert, ohne mit Rohinformationen zugemüllt zu werden. Ich denke, dass ein gewogenes Produkt, das reich an verständlicher Information ist, weiter seine Käufer und Zuschauer finden wird. Allerdings muss es auf der Höhe der Zeit bleiben. Wir zeigen inzwischen mit „heute journal plus“ im Internet ein tolles Beispiel dafür. Eine Magazinsendung mit wirklich attraktiven Zusatzangeboten. Dort kann man sich jeden Tag neu umfassend informieren.

Information:
Das „heute journal“ läuft täglich von 21.45 Uhr bis 22.15 Uhr im ZDF. Verpasste Sendungen können unentgeltlich in der ZDF-Mediathek eingesehen werden.

Vorschau: Am Dienstag, 7. Februar berichtet Caro Lobig vom fünfjährigen Jubiläum des Mentorenprogramms „Bis brothers Big Sisters“. Das Kindermitmachfest findet am Samstag, 4. Februar im Stadthaus in Mannheim statt.

5.Teil der Serie „Tierisch gutes Team“

Alex & Lola

Viele Kinder wünschen sich schon früh ein Haustier. Kuscheln, zu zweit die Welt erkunden und nie allein sein – das stellen sich die Kleinen darunter vor. Doch bis ein solches Vertrauensverhältnis zu einem tierischen Lebewesen aufgebaut ist, bedarf es viel Geduld, Pflege und Ausdauer. Das beweisen die hier vorgestellten Teams, die anfangs noch gar nicht geglaubt hatten, eben ein solches mit ihrem Tier werden zu können. Alex hat ein sehr ungewöhnliches Haustier zum Begleiter: Lola, eine Papageien-Dame, die sich von ihm am liebsten durch den Garten führen und mit Nudeln füttern lässt.

„Papageien suchen sich immer eine Person, zu der sie eine besondere Beziehung aufbauen“, erklärt Alex Poensgen (21).

Mag exotische Tiere: Der 21-jährige Student Alex (Foto: Lobig)

Mag exotische Tiere: Der 21-jährige Student Alex (Foto: Lobig)

Im Falle der Gelbkopfamazone Lola sei das früher sein Opa gewesen, „heute bin ich es“, sagt er. Lola ist doppelt so alt wie ihre Bezugsperson und lebt auch schon fast so lange in der Familie Poensgen – seit 42 Jahren.
Damals habe Alex’ Opa den grün-gelben Papagei spontan mit nach Hause gebracht. „Schon als Kind habe ich dann immer trotz Verbot in den Käfig gefasst. Irgendwann konnte ich Lola dann auch streicheln und auf den Arm nehmen“, so der Student.

Den 21-Jährigen reizen exotische Tiere viel mehr als die alltäglichen Begleiter des Menschen wie Hunde oder Katzen. Neben den Papageien seien auch Pinguine seine Lieblingstiere.

„Ein Papagei ist nun mal kein gewöhnliches Haustier und hat deshalb einen gewissen Unterhaltungseffekt. Außerdem lebt Lola schon lang in unserer Familie und kann auch viel älter werden als Hunde oder Katzen“, erzählt Alex. Abgesehen davon können Papageien noch dazu sprechen, das mache das Leben mit ihnen noch interessanter.

Handzahm für eine Person: Lola sitzt am liebsten auf Alex Arm (Foto: Poensgen)

Handzahm für eine Person: Lola sitzt am liebsten auf Alex Arm (Foto: Poensgen)

„Oma“, „Mädele“, „Hallo“, „Namen der Familie“ und aufgeschnappte Geräusche: Das sind die Wörter und Laute, die die Gelbkopfamazone den Tag über von sich gibt. „Wir trainieren ihr eigentlich weniger das Sprechen an, sie imitiert die Wörter, auf die sie aufmerksam wird, von sich aus“, so Alex. „Wawa“ ruft der Papagei hin und wieder, wenn er den 21-Jährigen sieht, „das ist ihr Wort für mich“, berichtet der Student.

„Als wir einmal im Urlaub waren und Lola in einem Zimmer neben einem Hamster stand, hat sie anschließend das Geräusch des Hamsterrades imitiert“, erinnert sich der Neuhofener. „Sogar unser Babygeschrei hat Lola nachgemacht, als wir noch klein waren“, erzählt er.

Am liebsten säße Lola aber auf der Terrasse und genieße die Sonne. „Wenn ich Zeit habe, liebt sie es auch, gekrault und auf meinem Arm durch den Garten geführt zu werden“, erzählt der 21-jährige. Verwöhnt werde ja jedes Tier gerne – ob mit Kuscheleinheiten, Leckerlies oder kleinen Ausflügen. Genau wie die Familie bekommt auch Lola „das, was gerade auf den Tisch kommt“. Vorzugsweise fresse die 42-jährige Amazone Nudeln mit Soße. „Die Grundnahrungsmittel sind aber natürlich Körner und Früchte“, fügt der Student hinzu. Im Sommer schlecke Lola gerne Eis vom Löffel, „den nimmt sie dann immer selbst in die Kralle“.

Eine Farbenpracht: Die Gelbkopfamazone bei ihrer Lieblingsbeschäftigung, auf einem Baum sitzend (Foto: Poensgen)

Eine Farbenpracht: Die Gelbkopfamazone bei ihrer Lieblingsbeschäftigung, auf einem Baum sitzend (Foto: Poensgen)

„Verrückt, verschmust, prachtvoll“: Das seien die Begriffe, mit denen Alex seine Gelbkopfamazone beschreiben würde. „Ich finde es faszinierend, dass man zu so einem exotischen Tier eine richtige Beziehung aufbauen kann. Mit ihr wird es einem nie langweilig.“

Vorschau:

Nächsten Donnerstag erscheint der dritte Teil meiner Vegetarier-Serie, mit Johanna.

Vorherige Serienteile:

Teil 1: Steffi & Barney (Australian Sheperd)
Teil 2: Svenja & Pico (Kater)
Teil 3: Sonja & Daisy (Pudel-Mischling)
Teil 4: Diana & Andy (Yorkshire-Terrier)