Na, noch nicht alle Weihnachtsgeschenke beisammen?

Die Zeit rennt: Wir haben für euch Tipp, wie ihr last Minute an tolle Weihnachtsgeschenke kommt (Foto: T. Gartner)

Die Zeit rennt: Wir haben für euch Tipps, wie ihr last Minute an tolle Weihnachtsgeschenke kommt (Foto: T. Gartner)

Wenn ihr diese Frage mit „Ja“ beantwortet, lautet euer zweiter Vorname mit hoher Wahrscheinlichkeit „Stress“. Aber keine Sorge – ihr habt Glück! Nicht umsonst schreiben wir im Dezember – dem wahrscheinlich stressigsten Monat von allen – zum Thema „Stressbewältigung“. Solltet ihr also noch total ratlos sein, was ihr euren Lieben morgen unter den Christbaum legen wollt, haben wir vielleicht genau das Richtige für euch. Also fix weiterlesen!

Inspiration ist alles

Erstmal: Beruhigt euch bitte – morgen ist ja auch noch ein Tag und weil der 24. Dezember auf einen Montag fällt, haben die meisten Geschäfte auch geöffnet. Ihr seid also nicht dazu verdammt, morgen nur schlecht zusammengenähte Stofftiere und halb zerdrückter Schokoriegel von der Tanke zu verschenken. Wenn euch das jetzt nur mäßig beruhigt, liegt das vermutlich daran, dass euch schlicht und ergreifend die Inspiration für ein passendes Weihnachtsgeschenk fehlt. Wenn man schon mit den besten Absichten Geld für etwas ausgibt, sollte der Beschenkte schließlich auch etwas damit anfangen können. Also: Bevor ihr morgen zwischen Gottesdienst und Weihnachtsessen nochmal losrast, um dann völlig kopflos durch die Stadt zu irren, setzt euch erstmal irgendwo ungestört und so entspannt wie eben möglich hin, atmet ein paarmal tief ein uns aus und startet mit unserer…

Meditation zur Inspiration

Falls ihr euch jetzt fragt, ob wir total verrückt geworden sind, weil wir von euch verlangen, euch im größtmöglichen Stress eine kleine Auszeit in Form einer Meditation zu nehmen, behaupten wir: „nein“. Oft sagen uns Freunde und Familie nämlich sehr genau, was sie sich von uns wünschen – leider aber meistens so beiläufig, dass wir es nicht bewusst wahrnehmen. Also setzt euch hin, schließt die Augen und versucht für einen Moment alle anderen Gedanken loszuwerden und euch nur auf die zu beschenkende Person zu konzentrieren. Öffnet nach ein paar tiefen Atemzügen die Augen und stellt euch nach und nach die folgenden Fragen. Die Antworten könnt ihr euch notieren oder ihr behaltet sie einfach im Kopf:

  • Was macht xy gerne in seiner/ ihrer Freizeit?
  • Wo geht xy gerne hin?
  • Was isst und trinkt xy am liebsten?
  • Was mag xy gar nicht?
  • Erinnerst du dich an euer letztes Treffen? Wann und wo war das?
  • Worüber habt ihr gesprochen?
  • Wo trefft ihr euch häufig und was unternehmt ihr gerne gemeinsam?
  • Hat ihm/ ihr etwas, das du anhattest oder dir gekauft hast, schon mal besonders gut gefallen?

Aus den Antworten müsst ihr anschließend nur noch die „richtigen“ Schlüsse ziehen. Geht ihr zum Beispiel oft ins selbe Café, freut er/ sie sich sicher über einen Wertgutschein oder eine handgeschriebene Einladung zum nächsten Treffen, bei dem die Rechnung auf dich geht. Wenn es eins gibt, was die zu beschenkende Person nicht ausstehen kann, ist es Kälte? Wie wär´s dann mit kuscheligen Socken oder einer Decke? Trinkt die zu beschenkende Person gerne Cocktails, stehen Cocktail-Bücher, Cocktail-Zubehör, wie ein professioneller Shaker, oder ein Cocktail-Kurs zur Auswahl. Ihr seht also: Jede noch so banale Antwort kann zu einer wahren Erleuchtung in Sachen Weihnachtsgeschenk führen. Jetzt aber zu den – vermutlich schon verzweifelt herbeigesehnten – Last-Minute-Geschenkideen.

Selbstgemachtes

Die schönsten Weihnachtsgeschenke sind doch selbst und mit Liebe gemacht, findet ihr nicht? Positiver Nebeneffekt: Dank Upcycling von bereits vorhandenen Materialien oder/ und der Verwendung von Sowieso-schon-dagewesenem müsst ihr in den meisten Fällen nicht mal mehr vor die Tür. Hier ein bisschen Inspiration:

  • Deko: Eine Lichterkette weniger tut´s auch und Weihnachten ist ja theoretisch auch schon bald wieder vorbei – also ab mit der Leuchtschnur in eine leere Flasche, eine Vase oder ein Glas (für die Pfälzer zum Beispiel ein „Dubbeglas“). Wer mag, kann das Ganze noch mit Tannenzapfen, Moos und/ oder Blumen aufpimpen – sieht so hübsch aus, dass es nicht mal mehr eine Verpackung braucht. Ein Gutschein rein – entweder ebenfalls selbst geschrieben (siehe „Zeit schenken“ weiter unten) oder am 24. noch fix gekauft – und fertig!
  • Fotos: Bilder sind immer eine schöne Erinnerung. Jetzt müssen sie nur noch richtig in Szene gesetzt werden. Ausdrucken könnt ihr eure Favoriten zum Beispiel im Drogeriemarkt. Wer keinen Bastelkalender oder ein Fotoalbum zur Hand hat, kann aus einem Ast und einem Stück Paketband eine schicke Wand-Deko oder ein Mobile zaubern. Dazu einfach die Bilder mit beliebigem Anstand mithilfe der Schnur am Ast befestigen und dann mit der Schnur noch einen Henkel machen.
  • Kissen oder Tasche nähen: Keine Sorge – ihr müsst euch nicht noch spontan eine Nähmaschine kaufen. Stoffreste, vielleicht von einem Kleidungsstück mit Fleck drauf, das ihr so nicht mehr tragen wollte/ könnt, Nadel, Faden, Knöpfe für die Tasche (Tipp: Knöpfe sind kostenlos meist an der Innenseite von neuen Kleidungsstücken befestigt) und Füllmaterial für das Kissen, zum Beispiel weitere Stoffreste. HIER geht´s zur Anleitung für die Tasche und HIER zur Anleitung für das Kissen.
  • Es muss ja nicht immer süß sein - wie wäre es mit den Zutaten und dem Rezept für ein leckeres Brot als Weihnachtsgeschenk? (Foto: T. Gartner)

    Es muss ja nicht immer süß sein – wie wäre es mit den Zutaten und dem Rezept für ein leckeres Brot als Weihnachtsgeschenk? (Foto: T. Gartner)

    Essen: Das kann wirklich jeder „gebrauchen“ und es staubt garantiert nicht in irgendeiner Ecke ein – etwas zu Futtern geht immer als Weihnachtsgeschenk. Vielleicht kennt ihr ja die hübschen Gläser aus Einrichtungsgeschäften, in denen die Zutaten für Muffins oder Kuchen optisch ansprechend aufeinandergeschichtet sind? So etwas lässt sich ganz einfach selber machen, ihr braucht einfach nur die trockenen Komponenten des Teigs, schichtet sie möglichst ansprechend in ein leeres Marmeladenglas und verziert das dann noch mit einem Kreis aus Stoff, den ihr mittels Küchengummi oder Schnur dekorativ über den Deckel zieht. Das Rezept schreibt ihr auf einen kleinen Zettel und legt oder klebt ihn unter die Stoffhaube. Jetzt muss nur noch ein schicker Aufkleber drauf (ein hübsch beschriftetes Papier und Kleber oder Tesa tun es im Notfall auch), damit der Beschenkte auch weiß, was drin ist – fertig! Das Ganze könnt ihr natürlich auch wunderbar für ein herzhaftes Brot machen. Wie wäre es zum Beispiel mit würzigen Kurkuma-Baguettes? HIERgeht´s zum Rezept. Je nachdem wie groß euer Glas ist, könnt ihr natürlich auch nur die Hälfte der Zutaten hineingeben – dann werden es eben nur zwei statt vier Baguettes. Übrigens: Besonders schön (und gesund) sieht es aus, wenn die oberste Schicht eures Glases aus Nüssen besteht und die machen sich in jedem Brot gut.

  • Noch mehr kreative Geschenkideen findet ihr HIER.

Beauty

Wahre Schönheit kommt von Innen – aber es darf ruhig auch ein bisschen was davon nach Außen durchschimmern. Für ein selbstgemachte Peeling ganz ohne Mikroplastik habt ihr – ohne es zu wissen – wahrscheinlich bereits alles im Haus, was ihr braucht. Gries, Kokosöl, Zucker, Meersalz, Kaffeesatz, Olivenöl – aus diesen „Zutaten“ lassen sich diverse Peeling-Variationen herstellen und das in kürzester Zeit. Für ein Kokos-Gries-Peeling lasst ihr das Kokosöl, das bei den aktuellen Temperaturen meist fest ist, auf der Heizung oder, wenn´s schnell gehen muss, in einem Topf auf dem Herd, schmelzen. Da hinein gebt ihr so viel Gries, dass das Kokosöl gut durchsetzt ist, sich aber noch umrühren lässt. Jetzt in ein leeres Glas abfüllen, erkalten lassen, zum Beispiel auf der Fensterbank, mit Beschriftung und Schleifchen verzieren und fertig. Um abgestorbene Hautschüppchen loszuwerden, helfen neben Gries auch Zucker, Meersalz und Kaffeesatz. Entscheidet euch für eine Zutat und mischt sie mit Olivenöl, bis eine leicht verteilbare, aber nicht zu flüssige Masse entsteht. Weist die Beschenkten am besten darauf hin, dass sich das selbstgemachte Peeling nur wenige Wochen hält.

Zeit schenken

Es muss nicht immer etwas Materielles sein: Zeit ist auch ein tolles Weihnachtsgeschenk (Foto: T. Gartner)

Es muss nicht immer etwas Materielles sein: Zeit ist auch ein tolles Weihnachtsgeschenk (Foto: T. Gartner)

Gutscheine sind öde, aber wenn wir mit ihnen wertvolle Zeit gewinnen – egal ob alleine oder mit einem geliebten Menschen – sind sie goldwert, oder was meint ihr? Also raus mit Zettel und Stift und losgelegt! Laptop und Drucker tun es natürlich auch. Überlegt, was ihr gerne zusammen mit dem zu Beschenkenden unternehmen wollt. Steht vielleicht eine tolle Ausstellung im Museum an, die euch beide interessiert, seid ihr beide Kinofans oder geht ihr gerne wandern? Entsprechend der Unternehmung könnt ihr dann natürlich auch euren Gutschein gestalten, beim Stichwort wandern, bietet sich zum Beispiel eine Wanderkarte mit eingezeichneter Route an. Wer richtig reinhauen will, bereitet für jeden Monat des kommenden Jahres einen Gutschein vor – passend zur Jahreszeit versteht sich: Im Juli gibt´s einen Ausflug an den See inklusive Picknick, im Dezember eine Schlittschuhfahrt und so weiter. Die Gutscheine könnt ihr in Kombination zu einer der Ideen aus der Geschenke-Kategorie „Selbstgemachtes“ (siehe oben) verschenken – sie machen sich bestimmt gut in einem hübsch dekorierten Glas oder auch als Mobile baumelnd an einem Ast.

Für den guten Zweck

Eigentlich hat derjenige, den ihr beschenken wollt, schon alles, was er sich wünscht? Viele Organisationen bieten inzwischen die Möglichkeit an, sich eine Spende beurkunden zu lassen. Ob Essen für Kinder in Afrika oder der Schutz bedrohter Tierarten – mit diesem Weihnachtsgeschenk trefft ihr garantiert mitten ins Herz. Und das bequem von daheim aus: Ihr wählt einfach die gewünschte Spendensumme aus, tragt den Namen desjenigen ein, den ihr beschenken wollt, und druckt die Urkunde aus. Und schon habt ihr mehr als nur einen Menschen glücklich gemacht.
Hier eine kleine, beispielhafte Übersicht von Organisationen, bei denen ein solches Last-minute-Weihnachtsgeschenk für den guten Zweck auch heute noch möglich ist:

Wir hoffen sehr, für euch war etwas dabei und wünschen euch nun ein schönes und vor allem entspanntes Weihnachtsfest!

Do they know it´s Christmas? – Zum 30. Jubiläum des Songs

Es weihnachtet wieder sehr. Der Duft von Maronen, die Wärme des ersten Punschs und das Glänzen der Weihnachtskugeln sind wohl jetzt in jeder deutschen Stadt angekommen. Das Fest der Liebe steht vor der Tür und die meisten sind schon am Geschenke kaufen für die Liebsten. Beim Bummeln durch die Stadt wird man hier und da um eine weihnachtliche Spende für Menschen in Not gebeten und auch im Radio werden wieder Charitysongs hoch und runter gespielt, immer mit dem Appell  verbunden das Lied doch zu kaufen, um etwas Gutes zu tun.

Weihnachtlich: Die Gemüter sind langsam weihnachtlich gestimmt (Foto: V.Wahlig)

Weihnachtlich: Die Gemüter sind langsam weihnachtlich gestimmt (Foto: V.Wahlig)

Die Face2Face-Musikredaktion hat sich den diesjährigen Charitysong von Band Aid mal genauer angeschaut und wirft für euch auch einen Blick zurück auf vergangene Versionen.

Vor 30 Jahren entstand die Idee durch den Verkauf von Platten etwas Gutes für die dritte Welt zu tun. Die Ideengeber waren die Sänger Bob Geldof und Midge Ure. Zusammen mit zahlreichen internationalen Stars nahmen sie den Weihnachtssong „Do They Know It’s Christmas?“ auf. Damals galten die Gewinne der Bekämpfung der Hungersnot in Äthiopien. Aber auch im Jahr 2014 kämpft die Welt gegen Katastrophen. Wieder wendet sich unser Blick in Richtung Afrika. Diesmal heißt die Notlage Ebola.

Die allererste Version des Weihnachtsklassikers wurde am 28. November. 1984 in Großbritannien veröffentlicht. In 13 Ländern erreichte der Song Platz 1, auch in der Bundesrepublik Deutschland. Durch den Erfolg des Projekts wurde auch bei anderen Krisen der Welt wieder auf die musikalische Spendenidee zurückgegriffen. Fünf Jahre später, also 1989, wurde mit dem Projekt Band Aid II „Do they know it´s Christmas?” nach einer erneuten Dürre in Äthiopien nochmals aufgenommen. In Großbritannien erreichte diese zweite Version des Songs wieder Platz 1 der Charts, in den anderen Ländern blieb der Erfolg leider aus.

Anders war dies 2004 mit der dritten Version des Songs. Auf Anregung des Musik-Journalisten Dominic Mohan wurde 20 Jahre nach der Erstveröffentlichung des Songs eine neue Fassung aufgenommen. Auch diesmal richtete sich der Blick in Richtung Afrika. Im Jahre 2004 herrschte in Dafur im Sudan eine Hungersnot. Im Heimatland des Projekts stieg das Lied wieder für elf Wochen auf Platz 1 der Charts. In den anderen Ländern konnte der Song zwar nicht an die Erfolge der ersten Fassung anknüpften, stieg jedoch beispielsweise in Deutschland in die Top 10 der Charts ein.

30 Jahre nach der Entstehung des Charitysongs für Menschen in der dritten Welt, tragen die Medien wieder schlechte Nachrichten aus Afrika an uns heran. Die Krise heißt Ebola und diesmal scheint die Reichweite eine ganz andere zu sein wie die der Hungersnöte. Im Jahr 2014 wird eine Krise aus Afrika auch in Deutschland greifbar, denn Ebola-Patienten werden auch in Deutschland behandelt. Die Bilder, die währenddessen über den Fernsehbildschirm flattern, versetzen alle in Hilflosigkeit. Kann man überhaupt etwas tun? Bob Geldof glaubt auch dieses Mal an die „Power of Music“ und trommelt diesmal nicht nur in Großbritannien Künstler für eine neue Version zusammen, sondern beauftragt auch den Toten Hosen Frontmann Campino damit, für Deutschland eine Version schreiben und produzieren zu lassen. Für die deutsche Version haben Campino, Marteria, Thees Uhlmann und der Textdichter Sebastian Wehlings einen neuen Text geschrieben. Zu den Künstlern gehören bekannte Größen aus der deutschen Musikbranche. Musiker wie 2raumwohnung, Adel Tawil, Andreas Bourani, Anna Loos, CRO, Clueso, Die Toten Hosen, Donots, Gentleman, Ina Müller, Jan Delay, Jan Josef Liefers, Jennifer Rostock, Joy Denalane, Max Herre, Max Raabe, Michi Beck (Die Fantastische Vier), Milky Chance, Patrice, Peter Maffay, Philipp Poisel, Sammy Amara (Broilers), SEEED, Silbermond, Sportfreunde Stiller, Udo Lindenberg, Wolfgang Niedecken haben sich unentgeltlich dazu bereit erklärt an dem Projekt mitzuwirken. Veröffentlicht wurde der Song am 21. November 2014. Am selben Tag wurde das Video in einer gekürzten Fassung vor der Tagesschau um 20 Uhr im Ersten ausgestrahlt. Die Gewinne, die mit dem Verkauf des Songs erzielt werden, kommen der Bekämpfung der Ebola-Katastrophe zu Gute. Momentan ist die deutsche Version Platz 1 der Downloadcharts, dicht gefolgt von der diesjährigen englischen Version. Es scheint also, als ob das Projekt auch in diesem Jahr erfolgreich werden wird.

Gestenreich: Vielleicht legt ja der Weihnachtsmann eine CD unter den Baum. (Foto: V.Wahlig)

Gestenreich: Vielleicht legt ja der Weihnachtsmann eine CD unter den Baum. (Foto: V.Wahlig)

Aber auch Kritik wird bei dieser Form von Charity laut. Besonders dieses Jahr wurde über das Lied und vor allem über den Videoclip der deutschen Version viel diskutiert. Entfacht wurde die Kritik dabei von einem Mitwirkenden der deutschen Version. So sagte Patrice, dass er die Darstellungsweise als „krassen Charity Porn“ empfindet. Grund sei die Darstellung einer Ebolakranken in der Anfangssequenz des Videos. Bereits in den Jahren zuvor ernteten die englischen Versionen Kritik, da das Band Aid-Projekt laut den Kritikern einen unreflektierten Blick auf den afrikanischen Kontinent zeigt und die Menschen dort von der westlichen Welt in eine reine Opferrolle gedrängt werden. Auch wenn diese Kritik nachvollziehbar ist, sollte man sich die neuen Versionen nicht entgehen lassen. Denn die Idee dahinter ist doch, am Fest der Liebe an all seine Mitmenschen zu denken. Wenn man mit einer kleinen Spende helfen kann, dann ist das doch schon eine schöne Geste!

Falls ihr die deutsche Version nicht kennt, dann schaut sie euch doch einfach mal an!

Ich habe es gesehen von Evelyn Eichinger aus Kindheit ist (k)ein Kinderspiel

Ich habe es gesehen von Evelyn Eichinger aus Kindheit ist (k)ein Kinderspiel

Für einen guten Zweck. Das Buch Kindheit ist (k)ein Kinderspiel (mit freundlicher Genehmigung der Autoren)

Erst kürzlich habe ich zum Himmel hoch gesehen,
Dort sah ich auf einer Wolke einen Engel stehen.
Er strahlte heller als die Sonne,
Sein Lächeln erfüllte mich mit Wonne.
Seine Flügel waren dabei sich auszubreiten,
Als wollt’ er gleich zur Erde gleiten.
Hier hatte er eine wichtige Aufgabe
übernommen,
Als Schutzengel hat er ein Kind anvertraut
bekommen.

Erst kürzlich habe ich einen warmen Hauch
gespürt,
Als mich ein Einhorn an der Schulter hat
berührt…
Es stand mit seinen klugen Augen da,
Mähne und Schweif kräuselten sich schwerelos
und wunderbar.
Das strahlende Fell konnte einen blenden,
Doch ich war nicht fähig,
Den Blick abzuwenden.
Sein Horn glänzte, wie Silber so rein,
Es als einzige sehen zu können,
Wollte ich einfach nicht bereuen…

Erst kürzlich bin ich wieder ausgeritten,
Da ist ein Schatten über die Erde geglitten…
Mit Flügeln groß und stark,
Ein Drache in einer Wolke sich verbarg.
Für alle anderen unsichtbar,
War ich die einz’ge, die ihn sah.
Die Sonne fing sich in seinem glänzend’
Schuppenkleid,
Dieser Anblick hat mein Herz erfreut.

Erst kürzlich ging ich an einem Teich vorbei,
Auf einem Fels da saß und sang die Loreley…
Als sie mich sah,
Hat sie mir zugewunken,
Erst als sich jemand anders näherte,
Ist sie wieder im Wasser verschwunden.
Ihr mögt den Kopf ungläubig schütteln:
Ich versuche bloß,
Euch wachzurütteln.
Wenn ihr die Augen öffnet,
Werdet ihr mich verstehen,
Denn auch ihr könnt dann
All diese Schönheiten sehen.
Sie sind immer da,
In Kopf und Herzen allen Kindern nah.

Lasst die Kindheit euer Herz noch einmal
berühren,
Dann könnt ihr die Schönheit dieser Welt
Noch einmal mit der Begeisterung eines Kindes
spüren…

©Evelyn Eichinger

Die Autoren

Ich habe es gesehen von Evelyn Eichinger aus Kindheit ist (k)ein Kinderspiel

Autoren wollen helfen. Und spenden ihre Texte (mit freundlicher Genehmigung der Autoren)

Die Facebook-Gruppe Portal für Autoren, Leser, Blogger, Grafiker, hat alle Mitglieder aufgerufen, sich an einer Anthologie zu beteiligen, mit dem Hintergrund, dass dieses Buch einem guten Zweck zur Verfügung gestellt wird und als Dauerspende eine Hilfsorganisation unterstützt. 42 Autoren haben sich beteiligt und stellten ihren Beitrag kostenfrei für „Kindheit ist (k)ein Kinderspiel“ zur Verfügung. Evelyn Eichinger ist eine davon. Ferner verzichten die Autoren auf ein Honorar. Das Thema war „Kinder“.

Bei der Suche nach einer Institution stießen die Autoren auf „Helping Hands for Dome„. Dominik Schicksal hat sie so berührt, dass sie sich der Institution zu helfen. Domes Eltern unterstützen, auch nach seinem Tod, krebskranke Kinder in der Duisburger Kinderkrebsklinik, indem sie ihnen Wünsche erfüllen und ihnen, in ihrem Leiden, eine Freude bereiten. Die Verkaufserlöse gehen komlett an „Helping Hands for Dome“.

 

 

Das Märchen vom Thunfisch – Kirsten Brox

Es war einmal ein Kind eines armen Fischers. Er lebte mit den Eltern in einem winzigen Haus neben dem See, auf dem sein Vater jeden Tag der schweren Arbeit nachging. Das Haus war so klein, dass er kein eigenes Zimmer hatte. Stattdessen wurde abends eine große Schublade vor gezogen, in der seine Matratze lag. Die Schublade hieß auch nicht Bett, sondern Koje. An den Wänden hingen keine Bilder, sondern nasse Fischernetze, an denen seine Mutter die kaputten Maschen ausbesserte. Manchmal fanden sich darin Seeigel und Seesterne. Das waren seine einzigen Spielsachen. Jeden Abend kam der Vater mit dem Fang heim und die Mutter bereitete daraus die Mahlzeit. Der Junge hatte noch nie Brot oder gar Süßigkeiten gekostet. So lange er denken konnte, gab es immer Fisch, Muscheln und Krebse zu essen. Er war der Sohn eines armen Fischers.

Eines Abends setzte sich die Mutter an seine Koje, um ihm einen Gutenachtkuss zu geben. Der Junge fragte: »Sind alle Fischer so arm wie wir?«

Das Märchen vom Thunfisch - Kirsten Brox

Nimmermächen: Spenden nicht nur Trost (Foto: Brox)

Die Mutter lächelte versonnen, denn sie liebte ihren Sohn für seine klugen Fragen: »Weißt du, dein Großvater war auch schon Fischer. Er fing jeden Tag körbeweise Fische aus dem Meer. Sie wurden auf dem Markt verkauft und brachten viele Taler ein.« Der Junge setzte sich auf und lauschte gespannt.
»Vor einigen Jahren, kurz bevor du geboren wurdest, fuhr er, wie jeden Tag, hinaus und kehrte niemals zurück. Vater fährt seitdem nur auf dem See fischen und deshalb sind wir nicht mehr reich. Aber sorge dich nicht, wir haben ja uns. Eine liebende Familie ist das Wichtigste auf der ganzen Welt!«

Der Sohn des armen Fischers nickte. Trotz des liebevollen Gutenachtkusses konnte er lange Zeit nicht einschlafen. Er grübelte über das Meer, über seinen Großvater und seine Familie.
Bestimmt konntest du auch schon mal nicht gut einschlafen? Genau so ging es dem Fischerjungen.

Am nächsten Abend kam der Vater vom Fischen zurück und hatte nur einen Hecht gefangen. Die Mutter bereitete ihn zu und gab dem Vater und dem Sohn je die Hälfte. »Nehmt ihr den Fisch, für drei reicht er nicht.« Vater und Sohn aßen schweigend.
Auch am Abend darauf brachte der Vater lediglich einen einzigen winzig kleinen Karpfen mit nach Hause. Die Mutter bereitete ihn zu, doch die Portion reichte gerade für den Sohn. Mutter und Vater sahen zu, wie er sie aß. Alle schwiegen.

In dieser Nacht schlief der Junge sofort nach dem Gutenachtkuss tief ein. Im Traum sah er sich selbst an einem Tisch sitzen, auf dem so viele Teller und Speisen standen, dass sich die Platte unter dem Gewicht bog. Köstliche Krebse, gebackene Forellen und eine gigantische Portion Thunfisch. Der Junge hatte ein Mal im Leben Thunfisch gekostet, das war bei seinem letzten Geburtstag gewesen. Der Vater hatte ihn gegen einen ganzen Korb Hechte getauscht. Darum wusste der Junge: Thunfisch war das Köstlichste auf der ganzen Welt. Obwohl er nur träumte, lief ihm das Wasser im Mund zusammen.

Eine Meerjungfrau erschien in seinem Traum. Ein rothaariges, sommersprossiges Mädchen mit türkis und gold geschupptem Fischschwanz schwebte in der Luft und wackelte mit dem Schwanz. Dabei sang sie:
»Fahr raus aufs Meer.
Fang ganz viel Fisch.
Feier Heimkehr
und fülle den Tisch.«
Dann schwamm sie durch die Luft davon. Der Junge wollte zu ihr laufen, das Meermädchen festhalten und sie fragen, was ihr Gesang zu bedeuten hatte. Doch er stieß sich an der Tischkante, stolperte, und wachte im selben Moment auf.

Er ging zu seinem Kleiderschrank, zog sich warme Sachen an und seinen kanariengelben Regenmantel. Dann schlich er sich aus dem Fischerhaus und lief zum Boot seines Vaters. Er fuhr mit dem Boot hinaus, durchquerte den See in dem sein Vater immer fischte und fuhr immer weiter. Zwar fühlte er sich sehr erwachsen, hatte aber doch mit jedem Meter den er fuhr, ein wenig mehr Angst. Als die Sonne aufging, hatte er die Küste des Meeres erreichte. Der Junge hatte Riesenangst auf das Meer zu fahren. Nicht einmal sein Vater wagte das. Doch er fuhr immer weiter. Die Küste wurde hinter ihm immer kleiner und bald konnte er rundherum nur noch Wasser und Wellen sehen.

Ein Sturm zog auf. Das Boot schaukelte wild im Wind. Wellen schwappten über den Rand und Wasser spritzte dem Jungen ins Gesicht. Seine Fingerknöchel wurden weiß, so fest krallte er sich um das Steuerrad des Bootes. Der Himmel wurde pechschwarz, Donner grollte wie der Hund eines Riesen und Blitze leuchteten auf. Das Unwetter war wirklich fürchterlich.
Kannst du dir vorstellen, wie groß seine Angst wurde? Stimmt, sie war fast unerträglich!
Der kleine Seemann fror und weinte, aber er drehte nicht um. Tapfer fuhr er immer weiter.

Der Sturm zog vorbei und als es heller wurde, konnte er wieder bis zum Horizont sehen. Doch da waren nicht länger nur Wasser und Wellen. Ganz weit entfernt sah er einen Streifen Land. Er steuerte genau darauf zu und als er näher kam erkannte er eine Insel. Er wurde ganz aufgeregt und als er in die Bucht fuhr, lief ihm schon sein Großvater entgegen. Obwohl er ihn noch nie gesehen hatte, erkannte er ihn sofort. Der Großvater sah genau aus wie der Vater, nur älter und weiser.

Der Großvater und der Junge umarmten sich und beide weinten vor Glück. Der Großvater sagte: »Lass uns schnell von hier fort fahren. Eine Meerhexe hält mich gefangen. Sie hat mich mit ihren Zauberkräften in eine Falle gelockt und mein Fischerboot zerstört. Seitdem sitze ich hier fest. Ich konnte nur durch den Mut eines Menschen gerettet werden. Du warst in den vielen Jahren der Einzige, der sich durch den Sturm gewagt hat. Du hast mich erlöst.«
Könnt ihr euch vorstellen wie großartig sich der Junge jetzt fühlte?

Er vergaß augenblicklich alle Angst, die er auf dem Boot ausgestanden hatte. Mit seinem Großvater fuhr er zurück nach Hause. Auf der Reise zeigte ihm der Großvater, wie man Thunfische im Meer fängt. Die beiden waren so erfolgreich, dass sie sieben Körbe Thunfisch gefangen hatten, bevor sie wieder an die Küste kamen. Sie fuhren durch den See und legten vor dem Fischerhaus an.
Vater und Mutter hatten sich große Sorgen gemacht. Als nicht nur ihr Sohn heimkehrte, sondern mit ihm der vermisste Großvater, war die Freude groß. Hast du dich schon mal über etwas sehr gefreut?

So ähnlich fühlten sich auch die Eltern, nur viel mehr. Sehr viel mehr! Ihre Freude sprühte wie ein Feuerwerk. Sie verkauften die Thunfische auf dem Markt. Von dem Gewinn kauften sie ein größeres Haus direkt an der Küste. Großvater, Vater und Sohn fuhren täglich gemeinsam aufs Meer. Sie hatten nie wieder Angst und fingen immer viele Fische. Von diesem Tag an lebte die Fischerfamilie glücklich und zufrieden bis an ihr Lebensende.

Das Märchen vom Thunfisch - Kirsten Brox

Schreibt für einen guten Zweck: Kirsten Brox (Foto: Brox)

Die Autorin

Es war einmal die Hobbyautorin Kirsten Brox …
Sie gewann einen Geldpreis für ein Sachbuch. In einem Schreibforum las sie den Aufruf einer 14 jährigen Autorin: »Meine Freundin ist grade schwer krank und liegt im Krankenhaus und sie weint immer, wenn alle gehen. Ich würde gerne mit vielen Autoren ein größeres Märchenbuch verfassen, das einem Kind ein magisches und gutes Gefühl verleiht. Bitte macht mit 🙂 für einen guten Zweck.«

Diese schöne Idee ist nun mithilfe des Preisgeldes Wirklichkeit geworden. Die Nimmermärchen sollen dazu dienen, Kindern die Krankenhauszeit einfacher zu machen. Viele Autoren, Illustratoren, ein Verlag und Medien setzten sich für das Märchenbuch ein. Alle Erlöse aus dem Verkauf der Anthologie werden inhaltlich passenden gemeinnützigen Vereinen, wie dem Verband »Clowns für Kinder im Krankenhaus Deutschland e.V.«, gespendet.

Preview: Dezember 2012

Im November packte die Face2Face-Redaktion die Winterthemen aus: Um Aktionen um den Tannenbaum ging es in der Kolumne, die Tier&Umwelt-Redaktion beschäftigte sich mit Winterschlaf und Winterruhe und im Lookbook einer Mode-Rubrik-Mitarbeiterin drehte sich alles um das perfekte Silvester-Styling.

Auch im Dezember kommt die kalte Jahreszeit mit all ihren schönen Seiten natürlich nicht zu kurz – trotzdem freuen wir uns, euch eine ausgewogene Mischung an spannenden Themen anbieten zu können: Die Sportredaktion nimmt das Thema Liebesbeziehungen unter Sportlern unter die Lupe, in der Kolumne geht es um die Alltagsdroge Zucker und in der Tier&Umwelt-Rubrik erfahrt ihr etwas zum Vögelfüttern im Winter.

Es kommen auch wieder einige Umfragen auf euch zu: So stellen euch die Mitarbeiterinnen der FilmKunstKultur-Redaktion ihre ganz persönlichen Lieblingsbücher vor und die Mode-Redaktion startet eine Umfrage unter Modebloggern. In der Musik-Rubrik erwartet euch ein Portrait des blinden Musikers José Feliciano und die Tipps&Tricks-Redaktion stellt euch drei tolle Festtagsfrisuren für Silvester vor. Natürlich gibt es dazu auch wieder ein Youtube-Video. Die Reise-Redaktion ist diesen Monat unter anderem in Berlin unterwegs und macht für euch den Hotelcheck im Mercure Berlin Mitte. Im Panorama berichten wir über unsere Backaktion für einen guten Zweck. Mehr dazu erfahrt ihr HIER.

Laufende Gewinnspiele:

Bis einschließlich Sonntag, 2. Dezember habt ihr noch die Möglichkeit ein Exemplar von Waldtraud Grampps neuem Buch „VerHEISSung – Sternhagelwinter” zu gewinnen. HIER gibt´s weitere Infos.