Horrorfilmklischees, die (k)einer braucht?

„Es wäre besser wenn wir uns aufteilen“, ertönt es flüsternd inmitten einer Gruppe Jugendlicher in einem nebligen Wald, einem verlassenen Haus oder ähnlicher Szenerie. „Neeeein“, schreit es daraufhin aus dem Inneren eines Jeden, der schon einige Filme des Genres Horror gesehen hat, wohl wissend, dass die Figuren damit die Handlung in Richtung ihres eigenen Todes vorantreiben.
Die Rede ist von Elementen, die sich in Horrorfilmen immer wieder größter Beliebtheit erfreuen. Filmklischees, bei denen sich die Zuschauer lieber die Hand vor den Kopf schlagen wollen, anstatt die Decke über den Kopf zu ziehen.

wald

Beliebter Schauplatz eines Horrorfilmes: ein Wald (Foto: Schwalb)

 Einer dieser Klassiker, dessen sich die Filmemacher gerne bedienen ist, dass Mobiltelefone grundsätzlich keinen Empfang haben. Dem 21. Jahrhundert trotzend wird in Filmen wie Jeepers Creepers oder The Hills Have Eyes somit ein simpler aber rettender Anruf vereitelt.

Auch Autos scheinen besonders anfällig für Pannen oder plötzliche Startprobleme in Gefahrensituationen. In Wolf Creek oder auch House of Wax gelangen die Figuren dadurch in die Hände von vermeintlichen Helfern, die sich als skrupellose Killer entpuppen.

Ein weiteres Element, das sich großer Beliebtheit erfreut, ist „das gruselige Kind“. Im Stil von The Ring vorzugsweise weiblich, mit langen dunklen Haaren und weißem Nachthemd kann dieser Charakter jedoch, wie beim Klassiker Omen, auch männlichen Geschlechts sein. Diese Kinder haben etwas Geheimnisvolles an sich, sind introvertiert und spielen gerne mit ihren imaginären Freunden, wie zum Beispiel Hunter aus der Paranormal Activity-Reihe. Nach und nach entpuppen sie ihr wahres Gesicht und präsentieren sich als wahre Ausgeburten der Hölle, die auch nicht davor zurückschrecken, Familienmitglieder zu töten.

Auffällig häufig sind auch die Handlungsrollen eher klischeebeladen: Da gibt es den möglichst kantenlosen Protagonisten, der auch wirklich jedem eine Identifikationsfigur bietet, das blonde Dummchen, dessen Tod von Anfang an zu erahnen ist, den aggressiven Raufbold oder auch den nerdigen und dezent lüsternen Idioten mit einem Camcorder.

Friedhof

Werden immer wieder mit Horrorfilmen konnotiert: Friedhöfe mit verwitterten Grabsteinen (Foto: Schwalb)

Hat es nun einer oder maximal zwei der Protagonisten geschafft eine Gruppentrennung zu überleben, den Handyempfang wiederherzustellen, die Schlüssel aufzuheben und damit ein Fortbewegungsmittel aller Art zu starten, wartet ein letzter, vermeintlich unerwarteter und origineller Twist der Handlung auf die Zuschauer. Sollte man meinen, das Blutvergießen habe mit dem Tod des Antagonisten ein jähes Ende gefunden, so irrt man. Denn in der finalen Sequenz jedes klischeebeladenen Horrorfilmes steht eine Auferstehungszene, die ihresgleichen sucht. So schafft es Jason (Freitag der 13. und Freddie vs. Jason) den Tod durch Ertrinken abzuwenden, Michael Myers (Halloween) überlebt auf wundersame Weise sechs Schussverletzungen und einen Sturz vom Balkon und Three Finger (Wrong Turn) kann selbst eine explodierende Hütte nichts anhaben. Nur um, so scheint es, in einer x-ten Fortsetzung erneut auf die Menschheit losgelassen zu werden.

Vorschau: Nächste Woche erwartet euch eine Buchrezension zu dem Werk „Ein ganzes halbes Jahr“ von Jojo Moyes.

Zombie-Massaker im Bikini – „Diablo III“ für Amateure

Zombie-Massaker im Bikini – „Diablo III“ für Amateure

Wie schlägt sich das Rekordspiel im Amateur-Test? Face2Face-Chefredakteurin Tatjana Gartner findet´s heraus (Foto: C. Gartner)

Mehr als 3,5 Millionen Mal wurde der dritte Teil des Action-Rollenspiels „Diablo“ in den ersten 24 Stunden nach Veröffentlichung am Dienstag, 15. Mai verkauft – so die Angaben des Herstellers „Blizzard Entertainment“. Damit sicherte sich „Diablo III“ den Rekord des sich am schnellsten verkaufenden Computerspiels. Die rund zwölf Jahre Wartezeit, die zwischen Teil zwei und drei lagen, scheinen der Beliebtheit der Reihe keinen Abbruch getan zu haben. In unzähligen Internetforen liest man Kommentare wie „Toller Soundtrack“ oder „Das Spielprinzip ist einfach gut!“, und auch wenn der ein oder andere Programmierfehler schon nach wenigen Tagen entdeckt und öffentlich kritisiert wurde, so scheint der Run auf „Diablo III“ nach wie vor ungebrochen.

Grund genug das Spiel einem Test der ganz besonderen Art zu unterziehen. Die Frage, die hierbei im Vordergrund stehen soll: Wie wirkt das Spiel auf jemanden, der in seinem Leben kaum bis gar keine Computerspiele gespielt hat und vom Hype um die „Diablo“-Reihe völlig unberührt geblieben ist?

Also habe ich mich für euch, liebe Face2Face-Leser, dieser Herausforderung gestellt. Als bekennende Nicht-Gamerin kann ich lediglich auf einige wenige, lange zurückliegende Erfahrungen mit PC-Spielen wie „Tonic Trouble“ – dabei ist mir der Protagonist nach spätestens einer halben Stunde Spielzeit regelmäßig in einem Brunnen ertrunken – und „Need for Speed“ – wobei ich es mir hier zum erklärten Ziel gemacht habe, die Autos in möglichst kurzer Zeit so kaputt wie möglich zu fahren – zurückblicken.

Als ich die „Diablo III“-Hülle in der Hand halte, ergreift mich schon so etwas wie eine mystischen Aura – mal sehen, ob mich das Spiel genauso fesselt wie vor mir schon Millionen andere. Ich spiele eine Barbarin und bin beim ersten Anblick erst mal ein wenig geschockt von ihrem, beziehungsweise meinem Outfit – falls man einen Lendenschurz, ein Bikini-Oberteil und ein Paar Stiefel denn als Outfit bezeichnen kann. Mal ehrlich: Sollen mich diese winzigen Stücke Stoff etwa vor diversen Zombie-Angriffen schützen? Als ich mir dann den ersten Brustschutz erspielt habe und denke, dass ich endlich als echte Kämpferin durchgehen kann, bin ich immer noch perplex: gerade einmal die Brüste meiner Figur sind von einem gepanzerten Oberteil bedeckt – naja, wenn´s hilft…

Zombie-Massaker im Bikini – „Diablo III“ für Amateure

Nicht nur sexy: Meine Barbarin bei "Diablo III" (Foto: T. Gartner)

Die Story ist recht unkompliziert: Ein Stern ist vom Himmel gefallen und wird als Zeichen dafür gedeutet, dass das Böse, das vor 20 Jahren besiegt wurde, in die Welt von Sanktuario zurückgekehrt ist. Aus dem Loch, welches der Stern in die Kathedrale der Stadt Tristram geschlagen hat, krabbeln unzählige Untote, die es zu töten gilt. Anfangs überfallen mich regelrecht Panikattacken, wenn so ein Pulk von schlurfenden, blassen Gestalten auf mich zukommt und ich klicke wie verrückt auf der Maus herum, um sie zu erwischen, bevor sie mich anknabbern.

Die Szenerie ist sehr düster gehalten. Neben der dezenten Schauermusik hört man vor allem eklig-schmatzende Laute und die etwas gewöhnungsbedürftigen Geräusche, wenn man einen der Untoten mit Axt oder Schwert spaltet oder in hohem Bogen mehrere Meter weit wegschleudert.

Mein Resultat nach einer halben Stunde: Die erfolgreiche Tötung von drei scheußlichen Müttern, die Rettung von Leahs Onkel aus der Kathedrale und die Ermordung der Frau des Schmieds, der mich um Mithilfe gebeten hat, weil er es allein nicht über´s Herz brachte seine in der Verwandlung zum Zombie befindliche Ehefrau alleine umzubringen – da haben wir sie eben zusammen erschlagen. Die Teilhandlungen und Aufgaben erinnern sehr stark an Elemente aus Horrorfilmen, was die spannungsgeladene Atmosphäre, deren Grundstein ja bereits durch Grafik und Soundeffekte gelegt wurde, noch verstärkt. Aufgrund dieser Ähnlichkeit der Gruselelemente zwischen „Diablo III“ und diversen Horrorstreifen empfinde ich die Altersfreigabe ab 16 Jahren als durchaus gerechtfertigt.

Am Schluss ist meine Barbarin auf Stufe fünf und ich sehr stolz auf meine Erfolge. Und ich muss zugeben: Ein bisschen juckt es mich schon in den Fingern weiterzuspielen und als nächstes den Skelettkönig zu erledigen…

Vorschau: Date oder Fußball? Was ein bekanntes Datingportal zu dieser Frage herausgefunden hat, erfahrt ihr nächsten Dienstag, 5. Juni, im Panorama.