Lyon: Die Stadt des Lichtes

Jedes Jahr zu Beginn der Weihnachtszeit verwandelt sich die südöstlich von Paris gelegene Stadt Lyon in ein Meer von Lichtern: Denn es findet das „Fête des Lumières“ in Frankreichs zweigrößter Stadt statt!

Das „Fête des Lumières“ hat seinen Ursprung im Jahre 1852: Als die Pestperiode in Lyon endlich zu Ende ging, stifteten die Einwohner Lyons, zum Dank, eine Statue der heiligen Maria. Die Einweihung musste leider aufgrund von schlechtem Wetters verschoben werden. Als es bei dem zweiten Versuch zu Beginn regnerisch war, jedoch nach einiger Zeit die Sonne herauskam, dankten die Lyoner Bürger mit Kerzen und Lampions dafür, dass die Feierlichkeiten doch noch stattfinden konnten.  Seit diesem Jahr wird dies nun also schon zelebriert.

Ein ganzes Wochenende, von Freitag bis Montag, erstrahlt die gesamte Stadt in neuem Glanz: Bedeutende Sehenswürdigkeiten und Monumente, aber auch Brücken, werden farblich in Szene gesetzt. Scheinwerfer beleuchten das Hôtel-Dieu oder das Opernhaus. Hinzu kommen zahlreiche Lichtspiele, die eigens für dieses Festival in der Stadt zu sehen sind.

Lichtkünstler aus aller Herren Länder kommen hierfür nach Lyon, um an diesem Spektakel mitzuwirken. Atemberaubende Lichteffekte und Lichtinstallationen lassen die Besucher staunen. Rund herum treten zahlreiche Künstler auf, um das visuelle Erlebnis auch musikalisch zu untermalen.

Touristen aus aller Welt strömen insbesondere für dieses Spektakel nach Lyon. Um die vier Millionen Besucher möchten es sich die Erleuchtung Lyons nicht entgehen lassen. Daher empfiehlt sich eine frühzeitige Buchung von Hotelzimmern oder anderen Unterkünften. Auch die Einwohner Lyons treten in Aktion, indem sie Kerzen auf ihren Balkonen oder Fensterbänken platzieren. Doch woher kommt diese alljährliche Tradition?

Während des Festivals gibt es auf Regionalzüge, die von/nach Lyon fahren, eine Ermäßigung von 50%. Hinzu kommen Sondertarife für Fahrten mit dem TGV: 30.000 Tickets sind hier von Freitag bis Montag zu einem ermäßigten Preis zu erwerben. Innerhalb Lyons ist eine vergünstigte Fahrt mit Bussen und Bahnen möglich. Hier wendet man sich am besten direkt an die Büros des öffentlichen Nahverkehrs.

Dieses Jahr findet das „Fête des Lumières“, ein wahrhaftiger Publikumsmagnet,  vom 07.-11. Dezember statt. Wenn du also Lust bekommen hast, buche möglichst frühzeitig Bahn-/oder Flugtickets und vor allem: Kümmert euch schnellstmöglich um eine Übernachtungsmöglichkeit, um unnötigen Stress zu vermeiden!

Vorschau: Nächste Woche berichten wir über die Hafenstadt Ostende in Holland.

Alle Jahre wieder – Deutschland im Weihnachtskaufrausch

Es beginnt wieder. Oder eigentlich muss ich sagen, dass es sich schon vor einer ganzen Weile ankündigte. Etwa in Form von Scharen in der Innenstadt herumwuselnder Menschen. Auffällig bepackt mit bunten Einkaufstüten der unterschiedlichsten Warenhäuser gleichen sie emsigen Ameisen, die ihren Beitrag zum prachtvollen Ameisenhaufen leisten. Was im übertragenen Sinne sogar zutrifft – Denn Weihnachten steht vor der Tür! Und da hat jeder gefälligst seinen Beitrag zu leisten. Am besten in Form von überteuerten und besonders kreativen Geschenken.

Glitzernde Geschenke: Zur Weihnachtszeit bleibt der Gang ins Kaufhaus meist nicht erspart (© Helene Souza  / pixelio.de)

Glitzernde Weihnachten: Zur Weihnachtszeit bleibt der Gang ins Kaufhaus meist nicht erspart (© Helene Souza / pixelio.de)

Ich habe mich damit abgefunden, dass es ab Oktober Lebkuchen und andere Weihnachtsgebäcke zu kaufen gibt und reagiere auch nicht mehr völlig verstört, wenn im Supermarkt das erste Weihnachtslied ertönt, ich selbst aber noch meinen Gedanken an den Sommer nachhänge. Doch woran ich mich nie gewöhnen werde, sind die Menschen, die schon im November beginnen, sich den Kopf über Weihnachtsgeschenke zu zerbrechen. Menschen die mir drei bis vier Wochen vor Weihnachten, damit auf die Nerven gehen, dass sie noch nicht alle Geschenke zusammen haben. Ich kann beim besten Willen nicht nachvollziehen, wie jemand sich für das Fest der Liebe, solch einem Stress aussetzt und zum Sklaven seiner selbst macht.

Okay, verständlich, dass den meisten Christen etwas darin liegt, ein besinnliches Weihnachten im familiären Kreise zu feiern, und dafür nun mal auch viel Zeit für Vorbereitungen und Besorgungen aufgeopfert wird.

Doch es ist sicherlich niemandem entgangen, dass in den letzten Jahren die Zahl der kaufsüchtigen Zombies, die zur (Vor)Weihnachtszeit in der Stadt herumtingeln, überhandgenommen hat. Ich kann die Unruhe dieser Zombies, die mit ihren glühenden Augen alles nach potenziellen Geschenken absuchen, förmlich spüren und weiche automatisch aus, sobald mir ein solcher über den Weg läuft. Ich mache das aus dem ganz einfachen Grund – Ich muss mich schützen. Ich habe Angst, dass mich diese Zombies mit ihrer Panikmache und ihrem krankhaften Kaufverhalten anstecken.

Besinnliche Weihnachten? So richtig Weihnachtsstimmung will gar nicht aufkommen, wenn alles sich nur ums Geschenke kaufen dreht (© Julien Christ  / pixelio.de)

Besinnliche Weihnachten? So richtig Weihnachtsstimmung will gar nicht aufkommen, wenn sich alles nur ums Geschenke kaufen dreht (© Julien Christ / pixelio.de)

Zur Vorweihnachtszeit scheinen die meisten nur noch damit beschäftigt ellenlange Geschenkelisten notorisch abzuarbeiten. Schnell ein, zwei, drei Tassen Glühwein runterkippen, um den Stress für einen Moment zu entkommen und sich selbst vorzutäuschen, dass die Vorweihnachtszeit ja im Grunde eine ganz besondere, besinnliche Zeit ist. Mit dem Duft von Zimt in der Nase und dem zirkulierenden Alkohol im Blut wird die Lüge glaubhafter. Dann geht der Shopping-Marathon auch schon in die zweite Runde.

Was ist passiert, dass sich zu Weihnachten bei einigen alles nur noch um die Geschenke zu drehen scheint?

Gehen wir ein paar Jahrtausende zurück. Weshalb beschenken wir uns überhaupt zu Weihnachten? Das Sich-Beschenken zur Weihnachtszeit geht ursprünglich zurück auf Bischof Nikolaus. Dieser Heilige soll um 280 nach Christi an der türkischen Mittelmeerküste gelebt haben und es ranken sich allerhand Legenden um seine Person. Er soll ein sehr großzügiger Mann gewesen sein, der sich zum Beispiel den Armen annahm. Sein Todestag, der 6. Dezember, wurde fortan ihm zu Ehren gefeiert und die Kinder erhielten Geschenke.

Endlich Heiligabend: Vor allem Kinder könen es bis zur Bescherung an Heiligabend  kaum abwarten  (© Lupo  / pixelio.de)

Endlich Heiligabend: Vor allem Kinder können es bis zur Bescherung an Heiligabend kaum abwarten (© Lupo / pixelio.de)

Martin Luther und die evangelische Kirche wollten Mitte des 16. Jahrhunderts im Zuge der Reformation die Verehrung Heiliger ganz abschaffen. Damit die Bescherung aber nicht ganz wegfiel, wurde diese auf Weihnachten verlegt. Plötzliche war es das Christkind, das den Kindern die Geschenke unter den Weihnachtsbaum legte. Nach und nach stoß dies sowohl bei Protestanten als auch Katholiken auf Anklang. Das Sich-Beschenken zur Weihnachtszeit blickt also schon auf eine lange Tradition zurück auch wenn die Beweggründe dafür nicht ganz so durchschaubar scheinen.

Der ganze heutige Wahnsinn, der Weihnachten begleitet, ist wohl dem Kapitalismus und seinen folgenreichen Auswüchsen, wie dem zunehmenden Materialismus, zu Schulden. Ich für meinen Teil beginne eine Woche vor Weihnachten langsam mir Gedanken über das ein oder andere Geschenk zu machen. Ich finde auch nichts Verwerfliches daran, Menschen mit einem Geschenk eine Freude zu machen. Bis jetzt bin ich aber eben immer gut damit gefahren, mich von diesem Weihnachtsstress nicht anstecken zu lassen und einen kühlen Kopf zu bewahren. In diesem Sinne: Ein frohes und vor allem besinnliches Weihnachten.

Vorschau: Eva berichtet nächste Woche davon, warum sie kein großer Freund von Silvester ist.

BeSINGLEiche Festtage: Diskriminierung von Singles in der Weihnachtszeit

Als Single seinen Mann oder seine Frau zu stehen, ist an jedem Tag im Jahr eine echte Herausforderung. Da können die Leute mir erzählen, was sie wollen. „Jetzt brauchst du noch Niemanden an deiner Seite, du bist doch jung, genieße einfach deine Freiheit, wenn du dich auf andere Dinge konzentrierst, wird er schon ganz von alleine kommen!“, sind nicht nur inflationär angebrachte Binsenweisheiten, sondern leiten auch Argumentationsstränge ein, die ich unter normalen Umständen erstmal wirklich nicht aushebeln kann. Schließlich sieht man sich im als „beste Zeit seines ganzen Lebens“ deklarierten studentischen Alltag tatsächlich allerhand aufregenden Einflüssen ausgesetzt – eine Geburtstagssause hier, ein Kneipenabend da. Theoretisch bieten solcherlei Veranstaltungen natürlich Gelegenheit genug, um immer neue Bekanntschaften zu machen, wenn nicht gar vom Fleck weg mit ihnen anzubandeln, nur damit man sie kurze Zeit später wieder fallen und die Spiele von Neuem beginnen lassen kann.

Von dieser Warte aus gesehen ist das Single-Dasein also sicher ein Prächtiges, wie wahr. Pünktlich zu Beginn der Vorweihnachtszeit soll sich das allerdings ändern. Zu jeder Weihnachtsfeier erscheinen die vormals Freiheit proklamierenden Freunde urplötzlich nur noch paarweise. Eine solche Härteprobe überstehen Alleinstehende nur mit einer geballten Portion Zynismus, mindestens einer Zweier-Portion vom Buffet und einigen, die mitleidigen Blicke abwehrenden menschlichen Schutzschilden – geteiltes Leid ist eben manchmal eben doch halbes Leid – am Katzentisch. Mit dem Glühwein-Ausschrank auf dem Weihnachtsmarkt wird die für Single-Frauen und -Männer besonders ungemütliche Jahreszeit eingeläutet.

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Stille Nacht, eilige Nacht: Unterm Weihnachtsbaum rotten sich auf einmal alle paarweise zusammen (Foto: Perlowa)

Jene Wochen der vorgeblichen Besinnlichkeit treiben Ungebundene nun nicht mehr in das nächstgelegene fremde Bett, in dem es nach Abenteuer und muffigen Laken riecht, sondern geradewegs in eine Spirale der Sinnlosigkeit. Schuld daran geben wir wie immer den anderen: Die in der Regel ohnehin immer die armen Singles diskriminierende Werbeindustrie, die kompromittierenden Familienfeste – „Kind, wann heiratest du denn endlich?“ – das Umfeld, das uns in den Ohren damit liegt, dass es noch immer auf der Jagd nach dem perfekten Geschenk für ihre Partnerinnen und Partner sei. Oder sind in Wahrheit wir es, die sich Heiligabend nur zum Anlass für ein weiteres Klagelied nehmen? Ist es nicht vielleicht gar Teil unseres Überlebenstrainings, dass wir stillschweigend unser selbstbeschertes Päckchen tragen, getreu dem Motto „Stille Nacht, heilige Nacht?“

Alles, was ich weiß, ist, dass es im vergangenen Jahr anders, nicht aber unbedingt einfacher war. Ich hatte erstmals zu dieser Zeit einen Freund und mit ihm eine zweite Familie, die zum heiligen Fest ihrerseits natürlich ebenfalls nach kleinen materiellen Aufmerksamkeiten verlangte. Und so schön es auch war, sich über die Weihnachtstage nicht allein, sondern gemeinsam die Bäuche vollzuschlagen, Geschenkpapier aufzureißen und der lieben Verwandtschaft mehr oder weniger aus dem Herzen kommende gute Wünsche auszurichten: Geändert hat das an meiner generellen Abneigung gegenüber der kommerzialisierten, artifiziellen Nächstenliebe leider wenig. Noch immer wollte ich mich pünktlich zum 24. Dezember in den grünen Grinch verwandeln und dem Christmas-Kitsch ein Ende bereiten.

Dass ich nur wenig später auch meiner Beziehung ein Ende bereiten würde, war dato zwar noch nicht absehbar, aber für den dreitägigen Ausnahmezustand zum Jahresende im Grunde auch völlig irrelevant. Ich hatte es gehabt, dieses vermeintlich erstrebenswerte Weihnachtsfest mit Partner an meiner Seite und statt mich von der Diskriminierung endlich ausgenommen und somit über alle Maßen „oh so fröhlich und oh so selig“ zu fühlen, war ich genauso genervt von den überkandidelten Veranstaltungen wie an allen anderen Geburtstagen Christi auch.

Offenbar ist es also Tatsache, dass sich der Winter mit Wärme im Herzen zwar deutlich weniger kalt, Weihnachten dabei aber nicht minder anstrengend anfühlt. Single zu sein bleibt für Singles alle vier Jahreszeiten hindurch eine nervenaufreibende, aber zuweilen auch aufregende Zeit, die von Lametta und Christbaumkugeln weder verschlimmert noch beschönigt werden kann.

Ich glaube, Single zu sein, das ist, was es eben ist – für so manchen Vermählten eine nostalgische Erinnerung an feucht-fröhliche Feten und sorglose Unabhängigkeit und für das ein oder andere einsame Herz ein Grund, sich nach besseren Tagen, nach Zugehörigkeit zu sehnen. Über die Weihnachtszeit ist letztere ohnehin schon zwangsläufig gewährleistet, schließlich bleibt Familie in dieser Hinsicht ebenfalls etwas, das man nicht ändern, aber auch nicht verleugnen kann. Die Bedeutung des Festes der Liebe liegt somit nicht in der (romantischen) Liebe selbst. Sie liegt hier, in deftigem Essen, einem „Kevin allein Zuhaus“-Marathon vor dem Fernseher und der extended Version von Whams „Last Christmas“ bei Kerzenlicht.

 Vorschau: In der nächsten Wochen begrüßen wir mit Kolumnist Sascha zwar das neue Jahr, verabschieden uns jedoch vom Betriebssystem Windows XP. Und auch für mich heißt es Abschied nehmen: Liebe Kolumnen-LeserInnen, es war schön mit euch!

Oh, du fröhliche Weihnachtszeit…

es wird früh dunkel, die Sommerkleider weichen den dicken Pullovern , die Temperaturen auf dem Thermometer krabbeln immer tiefer und in einigen Regionen gab es schon den ersten Schnee – so langsam aber sicher steht es fest: Der Winter steht vor der Tür!

Doch neben der Kälte und der frühen Dunkelheit hat diese Jahreszeit auch viel Schönes zu bieten:

Ob man es sich nun an einem Winterabend zu Hause mit einer Tasse Tee und einem guten Buch gemütlich macht, oder sich dick eingemummelt mit Handschuhen, Mütze und warmer Jacke nochmal nach draußen wagt – diese Jahreszeit hat in allen Fällen ein ganz besonderes Flair!

Oh, du fröhliche Weihnachtszeit...

Alle Jahre wieder: Der Mannheimer Weihnachtsmarkt rund um den Wasserturm läd viele Menschen zum gemeinsamen Beisammensein ein. (Foto: Betz)

Wenn es dunkel wird, kann man die Weihnachtsbeleuchtung bewundern, die die ganze Innenstadt in warmes Licht eintaucht, die Schaufenster sind schön geschmückt und laden zum Geschenke besorgen für die Liebsten ein. In der Nähe des Mannheimer Paradeplatzes wird man dabei noch mit Musik begleitet, welche durch die Straßen klingt und der Duft nach Glühwein und Punsch lädt zu einem kleinen Päuschen ein.

Aber nicht nur der typisch weihnachtliche Geruch nach Orangen und Zimtstangen lockt die Menschen an – mit seinem sogenannten „Märchendorf“, welches rund um den Brunnen in Form von kleinen Holzhütten aufgebaut ist, lockt der Paradeplatz besonders die kleinen Besucher mit ihren Familien an. Hier kann man sich die Geschichten von Rotkäppchen, den sieben Geißlein, Schneewittchen und noch einigen weiteren klassischen Märchen anhören, wobei jede Geschichte auch nochmals in einem Schaufenster an der Holzhütte bildlich dargestellt ist. Neben den Holzhütten und Schaufenstern sind auch die Wegweiser auf dem Paradeplatz liebevoll gestaltet und führen unter anderem zum Wasserturm – dem „großen Bruder“ des Märchendorfes: der Mannheimer Weihnachtsmarkt.

Schon von Weitem glänzt der Weihnachtsmarkt in aufwendiger Beleuchtung und lädt den Besucher ein, durch die Gassen zu schlendern, einen Glühwein zu trinken und sich zu unterhalten. Rund um den Wasserturm sind zahlreiche kleine Stände verteilt, an denen man schöne, meist in liebevoller und aufwendiger Handarbeit hergestellte Kostbarkeiten findet. Verkäuferin Sandra Jochen ist nun bereits das vierte Jahr als Ausstellerin auf dem Weihnachtsmarkt. Sie stellt selbst Lichterketten her und freut sich jedes Mal wieder auf diese Zeit. „Die Menschen sind einfach freundlicher, es herrscht eine ganz besondere Stimmung auf dem Mannheimer Weihnachtsmarkt, und deswegen komme ich auch jedes Jahr wieder gerne“, sagt die 34-Jährige.

Oh, du fröhliche Weihnachtszeit...

Für jeden etwas dabei: Die vielen kleinen Stände laden zum Stöbern ein. (Foto:Betz)

Dies kann Herbert Gaus nur bestätigen. Als „alteingesessener“ Standbesitzer auf dem Weihnachtsmarkt, weiß er auch im Besonderen die Herzlichkeit und Atmosphäre auf dem Markt zu schätzen.

Von Schmuckstücken, Kerzen, kuscheligen Hausschuhen oder weihnachtliche Dekoration für zu Hause – hier findet sich für jeden eine Kleinigkeit! Und auch die ganz Kleinen kommen hier nicht zu kurz: ob Karussell fahren, Pony reiten oder eine Runde mit der Eisenbahn drehen, die Kinder haben ihren Spaß!

Und so empfinden scheinbar auch alle anderen Besucher auf dem Weihnachtsmarkt, denn blickt man sich einmal um, sieht man entspannte Menschen, die zusammen stehen, sich unterhalten, ihre kalten Hände an einer Tasse Glühwein wärmen und sich der gemeinsamen Zeit erfreuen. Da man im stressigen Alltag meist vergisst, sich Zeit für solche Dinge zu nehmen, sind Weihnachtsmärkte die ideale Zeit, um einmal abzuschalten und zu genießen.

Wenn es also wieder kälter und dunkler wird, sollte man nicht vergessen: Es ist wieder Weihnachtsmarktzeit!

Vorschau: Nächste Woche wird hier für euch ein Kinopreview erscheinen.

Die Weihnachtsmarktserie

Liebe Face2Face-Leser! Pünktlich zur Mitte dieses Monats beginnt mein Reise-Weihnachtspezial: Eine Vorstellung der diversen Weihnachtsmärkte, die Deutschland zu bieten hat. Dabei interessante Glühweinpreisvergleiche und welche Spezialitäten wirklich nur in diesen Regionen Deutschlands anzutreffen sind.

Die Weihnachtsmarktserie

Herzlich Willkommen!: Das Eingangstor des alten Dresdner Striezelmarktes (Foto: Homolka)

Heute: Dresden Der Dresdner Weihnachtsmarkt ist vielleicht der bekannteste Deutschlands. Schon Polit-Prominenz wie Erich Honecker nutzten ihn für inszenierte Auftritte wie bei einem Besuch Kohls (die gesamten Besucher des Marktes bestanden nur aus Stasimitgliedern, um all zu lauten Kohl-rufen vorzubeugen).

Heute gilt es vor allem viele Produkte zu bestaunen, die aus der Gegend – besonders dem Erzgebirge – kommen und zwischen den nach der großen Flut wiedererrichteten Bauten der Altstadt zu wandeln. Das Räuchermännchen ist meine erste Empfehlung. Ein kleines holzgeschnitztes Männlein mit einem erstaunt offenem Mund aus dem bei Bedarf leckerer Weihnachstduft strömt, so wenn man denn in seinem ausgehölten Bauch eine Räucherkerze anzündet. Die Männchen gibt es inzwischen in fast jeder Gestalt zu kaufen und sind selbstverständlich auch auf anderen Märkten erhältlich, aber aus Dresden stammt eben ihr Ursprung. Auch diverse Engelschöre sind originale Erfindungen von hier. Sie bieten sich übrigens sehr gut als Geschenke für Menschen an, die jedes Jahr einen Engel schenken wollen, wodurch langsam ein ganzes Heer entsteht. Besonders: Es gibt auch einen Jazz-Engel mit Saxofon.

Getränke und Speisen: Der Glühwein auf dem Dresdner Weihnachtsmarkt ist zum stolzen Preis von 2,50€ erhältlich. Wer noch ein praktisches Andenken will und die Pfandtasse mit dem Bild des Weihnachtsmarktes behalten will, muss nochmal 2€ dalassen. Natürlich ist der Glühwein in allen möglichen Mixturen erhältlich. An manchen Ständen mit einem Schuss Amaretto, an anderen auch mit einer Prise anregendem Ingwer. Zu essen gibt es aus dem Nachbarbundesland natürlich die bekannten Thüringer Würste für 2€ und die wirklich Dresdener Spezialität der Kramenzer-Wurst (die Betonung liegt auf dem ersten A, bei anderer Aussprache erntet man schon mal ein Schmunzeln). Auch ist Flammkuchen (6€) und Zuckerwatte, Magenbrot und eigentlich alles, was man sich vorstellen kann, erhältlich. Bei Tag – und nicht übermäßigem Glühweingenuss – empfiehlt sich auch eine Fahrt auf dem großen Riesenrad auf der gegenüberliegenden Elbseite. Es bietet sich insbesondere mit Schnee ein traumhafter Anblick über die gesamte Dresdener Altstadt.

Vorschau: Dann stelle ich euch den Chanukka-Markt in Mainz vor. Ihr dürft also gespannt sein!