Klein, aber oh là, là – Frische Petits Fours

Petits Fours gehören bereits seit dem 19. Jahrhundert zu den Klassikern der französischen Küche. Ob zum Tee gereicht, als Appetithäppchen serviert oder zum Geschenk gemacht – die essbaren Kunstwerke passen zu jeder Gelegenheit. Wörtlich heißt das feine Kleingebäck so viel wie „kleiner Ofen“ und deutet somit auf die Entstehungs- und Herstellungsweise hin: Erst, nachdem die Bäcker ihre Hauptproduktion beendet hatten, nutzten sie die Restwärme der Steinöfen, um kleine Patisserie-Produkte herzustellen. Mit etwas Geduld lassen sich die Miniatur-Küchlein dabei auch im heimischen Ofen herzaubern.

Kunstvoll: Petits Fours sind Gaumen- und Augenschmaus zugleich (Foto: Onat)

Kunstvoll: Petits Fours sind Gaumen- und Augenschmaus zugleich (Foto: Onat)

Zutaten und Materialien:

  • Kuchen
  • Konfitüre
  • Puderzucker, alternativ auch Fondant oder Marzipan
  • Wasser
  • für die Dekoration je nach Belieben Zuckerglasur, Lebensmittelfarbe, Schokolade, Marzipan und Früchte
  • ein Messer, ein Kochtopf, ein Löffel, Spritzbeutel

Zubereitung:

1. Man backe einen Kuchen. Auch wenn dies ein unkonventioneller Start für ein Rezept sein dürfte, so sei doch bei der Kuchenwahl keine Grenze gesetzt. Auf Käsekuchen, Fruchtstücke, Sahne, Schokoladenüberzug und Füllungen sollte jedoch verzichtet werden. Eher bieten sich trockene Biskuits wie Sand- oder Marmorkuchen an.

2. Den Kuchen in mehrere Böden schneiden und diese mit Marmelade bestreichen. Klassische Petits Fours bestehen zwar aus einer Aprikosenkonfitüre. Aber auch hier lässt sich jede beliebige Füllung dafür verwenden – seien es Himbeermarmelade, frische Erdbeeren, Vanillepudding oder Schokolade.

3. Nun die Böden aufeinanderstapeln und für einen Tag im Kühlschrank beschweren: Hierfür einfach eine schwere Auflage – beispielsweise ein Getränkekarton – auf den Kuchenstapel legen. Dadurch werden die einzelnen Böden samt Füllung enger aneinander gepresst. Die Kühlung sorgt zudem dafür, dass sich der Kuchen später leichter anschneiden lässt.

3. Das ganze aus dem Kühlschrank nehmen und in kleine, quadratische Häppchen schneiden. Die Petits Fours sollten dabei maximal eine Größe von drei Mal drei Zentimetern nicht überschreiten.

4. Erneut etwas Konfitüre unter stetigem Rühren in einem Kochtopf aufkochen, bis diese leicht geliert. Nun die Kuchenstücke darin eintauchen und für 15 Minuten abkühlen lassen. Hier lässt sich erneut jede beliebige Marmeladensorte als Glasur verwenden, die keine Fruchtstücke enthält. Da klassische Petits Fours jedoch mit Aprikosenmarmelade glasiert werden, nennt sich dieser Vorgang „Apricotieren“.

5. Puderzucker mit etwas Wasser zu einer dickflüssigen Glasur anrühren und in einen Spritzbeutel geben. Mit einem Spritzbeutel die Oberseite der Würfel mit genügend Zuckerglasur bedecken, sodass diese seitlich hinabläuft und den ganzen Kuchen ummantelt. Alternativ lässt sich statt Puderzucker auf Fondant oder Marzipan verwenden. Wer seine Petits Fours farbig umhüllen möchte, kann die Puderzuckerglasur sowie den Marzipan noch mit etwas Lebensmittelfarbe einfärben oder auf bunte Fondants zurückgreifen.

6. Nachdem die Zuckerglasur festgeworden ist, können die Petits Fours kunstvoll verziert werden. Hierfür einfach etwas von der Zuckerglasur nehmen, mit Lebensmittelfarbe einfärben und in einen Spritzbeutel füllen. So lassen sich leichter kleine Motive auf die Stücke aufspritzen. Aber auch Schokolade, Marzipan-Rosen, Zuckerperlen oder frische Früchte eignen sich zur Dekoration.

Stadtführung mal anders

Ein waschechter Münchner gönnt sich eine Stadtführung durch München. Das klingt schon ein wenig seltsam. Kennt er seine eigene Heimatstadt nicht? Geht er nicht ab und zu mal vor die eigene Haustür?

Auf Achse: Bei einer Stadtführung muss man meistens viel laufen.

Auf Achse: Bei einer Stadtführung muss man meistens viel laufen. (©Erich Werner/Pixelio.de)

An sich bin ich auf die Idee mit der Stadtführung gekommen, weil ich mich sehr für Fremdsprachen interessiere. Ich habe nach einer Möglichkeit gesucht, meine ganz guten Italienisch– und Französisch-Kenntnisse in natura anzuwenden, ohne schon wieder in das entsprechende Land fahren zu müssen. Bei meinen Überlegungen fand ich dann eine Stadtführung durch München: Jeweils eine Exkursion durch die Innenstadt Münchens, einmal auf Italienisch, einmal auf Französisch.

Klar, war ich auch etwas skeptisch, als ich das Angebot zum ersten Mal gesehen habe. Eine Führung durch München? Ich kenne München doch recht gut, wohne und arbeite hier. Wozu also noch eine Führung? Am Ende habe ich mich doch zu den Führungen entschlossen. Zumal beide sehr günstig waren und mit eineinhalb Stunden an einem Sonntagvormittag war das Risiko, allzu viel Zeit zu verschenken, auch bei null.

Jetzt, nach der Führung, steht für mich eines fest: Von verschenkter Zeit oder raus geschmissenem Geld kann gar nicht die Rede sein. Die Veranstaltung hat so viel Spaß gemacht, ich hätte mir das zunächst nicht vorstellen können.

Es ist unglaublich erfrischend, überhaupt einmal durch die Straßen der eigenen Stadt geführt zu werden. Man kennt grundsätzlich alles – zumindest vom Sehen her. Doch was hinter den ganzen Sehenswürdigkeiten steckt, welche Geschichte sich in ihnen verbirgt, das wusste ich nicht, jedenfalls nicht in solcher Tiefe. Und zu fast jedem Monument gibt es noch irgendeine Anekdote, die gleich für ein Schmunzeln sorgt.

Wahrzeichen: Der Marienplatz ist eines der vielen Aushängeschilder Münchens.

Wahrzeichen: Der Marienplatz ist eines der vielen Aushängeschilder Münchens. (©elke hartmann/Pixelio.de)

„Ecco Marienplatz e in mezzo alla piazza vediamo Mariensäule“ – „Das ist der Marienplatz und in der Mitte die Mariensäule.“ Es ist schon erstaunlich, wie viel ich mir von der Führung merken konnte, wie viel sie mir für mein Italienisch gebracht hat. Klar kenne ich den Marienplatz und die Mariensäule, alles andere wäre schon sehr seltsam. Aber es ist etwas anderes, wenn ich erfahre, dass die Mariensäule eine Stiftung des Kurfürsten Maximilian nach dem Ende der schwedischen Besatzung von 1632-35 war. „Le sculture laggiù al piedistallo …“ – „Und die Figuren dort unten am Sockel.“ Das sind ein Drache, ein Löwe, eine Schlange und ein mystischer Basilisk; alle vier Allegorien für Hunger, Krieg, Unglauben und die Pest. Als die Leiterin dann den regen Marktbetrieb auf Italienisch imitiert, schreiende Marktfrauen, feilschende Klientel – da muss auch der letzte anfangen zu lachen.

Gerade weil eine solche Stadtführung so viele verschiedene Reize und Informationen bietet, eignet sie sich hervorragend, um Sprachkenntnisse zu verbessern. Das Gehirn lernt besser, wenn die Inhalte mit Emotionen verknüpft sind, das ist bewiesen. Dann noch die Bewegung an der frischen Luft: Die Denkwindungen sind so perfekt mit Sauerstoff versorgt und arbeiten gleich noch etwas effektiver.

Sicher will ich nicht verschweigen, dass eine Stadtführung in einer Fremdsprache schon ein gewisses Niveau erfordert. Wer glaubt, dass er nach zwei Wochen Französisch-Anfänger-Kurs oder mit dem frisch erworbenen Urlaubs-Italienisch eine solche Führung machen kann, der sei gewarnt: Allzu einfach ist es nicht, man braucht schon ein wenig Erfahrung in der Fremdsprache.

Ansonsten kann ich es nur empfehlen. Vielleicht lohnt sich eine fremdsprachige Führung auch beim nächsten Besuch in einer fremden Stadt. Ob ich nun eine Führung auf Deutsch oder mal auf Italienisch oder wenigstens Englisch mache, das ist eigentlich egal. Vielleicht bleibt beim Rundgang ohne Deutsch sogar mehr hängen, einfach weil das Hirn von Haus aus mehr arbeiten muss. Auch wenn es auf den ersten Blick seltsam scheinen mag: Eine Exkursion in einer Fremdsprache lohnt sich allemal.

Vorschau: Urlaub ist etwas Tolles, doch manchmal kann er auch zu lang werden. Eva wird sich nächste Woche genau diesem Thema widmen.

Französische Zöpfe flechten leicht gemacht

Es ist Sommer. Wenn draußen die Sonne scheint, die Vögel zwitschern und der Baggersee ruft, braucht man eine geeignete Frisur, die nicht nur praktisch – Sommer, Hitze, Schweißalarm – ist, sondern auch schön aussieht. Und was käme da besser in Frage als französische Zöpfe?

 Ob nur der Pony auf raffinierte Weise festgesteckt oder die ganze Haarpracht zusammengehalten werden soll – der französische Zopf ist vielseitig und originell. Selbst eleganten Hochsteckfrisuren geben die eng am Kopf geflochtenen Zöpfe das gewisse Etwas. Hollywood-Schönheiten wie Jessica Alba oder Drew Barrymore machen es vor und die schicken Zöpfe red-carpet-tauglich.

 Wie ihr eure Haare ganz einfach genauso sommerlich flechten könnt, seht ihr in meinem neuen VIDEO.

 Kleiner Tipp: Mit nassen Haaren ist das Flechten am leichtesten. Außerdem kann es vorteilhaft sein zuerst an jemand anderem zu üben.

Vorschau: Wie wird man eigentlich Hochschuldozent? Nächsten Sonntag präsentiere ich euch den zweiten Teil meiner Traumberufe-Serie.