Ätherische Öle und ihre Wirkung

Ätherische Öle und ihre Wirkung

Sieht den Menschen als Einheit von Körper, Geist und Seele: Heilpraktiker Franz Hanus (Foto: privat)

Bereits seit 1983 praktiziert Franz Hanus in seiner eigenen Praxis in Ludwigshafen am Rhein. Der gelernte Physiotherapeut und Heilpraktiker hat sich unter anderem auf die Therapie mit ätherischen Ölen spezialisiert. Welche Öle die Gesundheit positiv beeinflussen, wie man sie gezielt einsetzt und wo man sie erhält hat er uns im exklusiven Face2Face-Interview verraten.

Face2Face: Wie sind sie auf die Idee gekommen Heilpraktiker und Physiotherapeut zu werden?
Hanus:
Schon in meiner Kindheit bin ich in Berührung mit der Naturheilkunde gekommen. Meine Mutter war Schneiderin und Krankenschwester und setzte bei Kindererkrankungen oft Kräuter und andere Methoden wie zum Beispiel Schröpfen, Injektionen und Lymphdrainagen ein. 1977 wurde ich durch das Buch eines Heilpraktikers auf den Beruf aufmerksam. So begann ich 1978 mit der Ausbildung in Mannheim. Zwei Jahre später habe ich die Ausbildung zum Physiotherapeuten in Worms begonnen. Anschließend machte ich ein achtzehnmonatiges Praktikum im St. Marienkrankenhaus in Ludwigshafen. Nach dem Praktikum in einer Naturheilpraxis in Bad Dürkheim eröffnete ich 1983 schließlich meine eigene Praxis.

Face2Face: Was sind die Aufgaben eines Heilpraktikers?
Hanus: Die Aufgabe eines Heilpraktikers ist es in Zusammenarbeit mit dem Patienten, der als Einheit von Körper, Geist und Seele betrachtet wird, Ursachefaktoren der Erkrankung zu erkennen, sowie eine Linderung oder Heilung von Krankheiten und Beschwerden, zu erreichen.
Mit Hilfe von Naturheilverfahren wie beispielsweise Homöopathie, Heilpflanzenkunde, Akupunktur, Chiropraktik, physikalische Therapien, Aromatherapie, Ernährung und gesunder Lebensführung, kann man die Heilungskräfte des Körpers unterstützen.

Ätherische Öle und ihre Wirkung

Als Öl optimal für die Duftlampe geeignet: Die Rose (Foto: Hanus)

Face2Face: Wie können ätherische Öle konsumiert werden?
Hanus: Ätherische Öle und Aromamassageöle kann man auch zuhause anwenden. Für die Anwendung benötigt man eine Duftlampe,  naturreine ätherische Öle, zum Beispiel Lavendel-, Salbei-, Ylang-Ylang-, oder Rosenöl. Es kommen zwei bis vier Tropfen Öl ins Wasser.
Für Aromamassagen benötigt man Trägeröle – wenn möglich kaltgepresst aus biologischem Anbau, beispielsweise Mandelöl, Arganöl, Jojobaöl oder Traubenkernöl. Zur Anwendung mischt man zwei bis sechs Tropfen eines Heilpflanzneöls, zum Beispiel Johanniskraut-, Arnika- oder Ringelblumenöl mit 50 Milliliter Trägeröl. Besondere Öle wie Nachtkerzenöl und Fischöl können in Kapselform konsumiert werden. Walnussöl, Olivenöl und Leinsamenöl sind sehr gut für Salate geeignet.

Face2Face: Wie genau wirken ätherische Öle?
Hanus: Zwei Tropfen Rosenöl und fünf Tropfen Lavendelöl in einer Duftlampe wirken beispielsweise allein durch Riechen antidepressiv, beruhigend und harmonisierend auf das Nervensystem. Die Duftstoffmoleküle lösen diese Wirkung über die Riechrezeptoren  und  Riechkolben  in bestimmten Hirnarealen aus. Zur äußerlichen Anwendung werden ätherische Öle mit Trägerölen gemischt, zum Beispiel Mandelöl  und Avocadoöl. Diese werden dann durch die Haut aufgenommen und entfalten dort ihre Wirkstoffe. Walnussöl, Leinöl und Fischöl sind reich an Ommega-3-Fettsäuren. Sie senken den Cholesterinspiegel, den Blutdruck und beugen Arterienverkalkung vor.

Face2Face: Sind ätherische Öle und ihre Verwendung eher etwas für ältere Menschen?
Hanus: Das Alter spielt keine Rolle bei der Anwendung von ätherischen Ölen. Die Öle müssen nur entsprechend dem Alter ausgewählt und dosiert werden. Bei Bauchkoliken von Babys kann man beispielsweise ein bis zwei Tropfen Fenchelöl sanft auf dem Bauch einmassieren. Rosmarinöl kann man hingegen bei Kreislaufschwäche älterer Menschen auf die Brust mit Trägeröl einmassieren. Allergien und Kontraindikationen müssen ausgeschlossen werden können.

Ätherische Öle und ihre Wirkung

Nicht nur bei Hummeln beliebt: Lavendel (Foto: Hanus)

Face2Face: Wie viel kosten ätherische Öle und wo kann man sie kaufen?
Hanus: Ätherische Öle kann man in der Apotheke, Reformhäusern und bei „Alnatura“ kaufen. Im Durchschnitt kosten zehn Milliliter ätherische Öle etwa vier bis acht Euro,  100 Milliliter Trägeröle etwa drei bis acht Euro.

Face2Face: Können Sie ein paar Fallbeispiele nennen, bei denen Sie Patienten mithilfe von ätherischen Ölen helfen konnten?
Hanus: Positive Auswirkungen auf die Heilung konnte ich beispielsweise mit Nachtkerzenöl und Phönix Kalantol-Balsam bei einem 56-jährigen Patienten mit Neurodermitis erzielen. Einem 17-jährigen konnte ich mittels Teebaumöl bei der Bekämpfung seiner Pickel und einem 45-jährigen Patienten bei dessen Weichteilrheumatismus mit Muskelschmerzen helfen. Ihn therapierte ich mit Weihrauch-, Fisch und Dolocyl-Öl.

Face2Face: Welche drei Öle dürfen Ihrer Meinung nach in keinem Haushalt fehlen?
Hanus: Olivenöl, Walnussöl, Leinöl oder Rapsöl – möglichst frisch und kaltgepresst – sind Speiseöle. Sie sind besonders reich an essentieller Omega-3-Fettsäure und sollten in jeder guten Küche vorhanden sein. Ansonsten benutze ich auch gerne Fischöl, Walnussöl, Olivenöl, Lavendelöl, Rosenöl, sowie aus der Apotheke Dolocyl-Öl,  Kalantol Harmonie-Öl, Kalantol Balsam-Öl und Johanniskrautöl.

Face2Face: Haben Sie Literaturtipps zum Thema ätherische Öle für unsere Leser?
Hanus: Sehr empfehlenswert sind die folgenden Werke: „Aromatherapie“ von Dietrich Wabner und Kristiane Beier, erschienen im „Urban & Fischer“-Verlag, „Die heilende Energie der ätherischen Öle“ von Gerti Samel und Barbara Krähmer, erschienen im „Südwest“-Verlag und „Praxisbuch der Heilenden Öle“, geschrieben von Norbert Messing, „Peter Erd“-Verlag.

Kontakt:
Franz Hanus, Heilpraktiker
Tiroler Straße 43
67067 Ludwigshafen
Tel.: 0621/559577
Fax: 0621/559535

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