Als Straßenmusiker kann ich doch spielen, wo ich will – oder nicht?

„Bei schönem Wetter schnappe ich mir einfach meine Gitarre und stelle mich ein paar Stunden in die Stadt, um Straßenmusik zu machen und mein Gehalt ein bisschen aufzubessern.“ – Was so einfach klingt, ist nicht in jeder deutschen Stadt möglich und ist oft mit bestimmten Regelungen verbunden, die es Straßenmusikern teilweise erheblich erschweren, ihre Musik öffentlich an den Mann beziehungsweise die Frau zu bringen. Wir haben uns für euch schlau gemacht, welche Auflagen es unter anderem in der Rhein-Main-Region gibt und außerdem einen jungen Straßenmusiker nach seinen Erfahrungen und Tipps gefragt.

Sondernutzungserlaubnis nötig

Jede Stadt in Deutschland hat ihre eigenen Bestimmungen im Hinblick auf musikalische Darbietungen auf der Straße. Wer zum Beispiel in Darmstadt an einem öffentlichen Platz musizieren will, darf das generell nur in der Fußgängerzone zwischen 10 und 20 Uhr. Dazu kommt, dass man vorher beim Bürger- und Ordnungsamt einen sogenannten „Antrag auf eine Sondernutzungserlaubnis für Straßenmusik und Straßenkunst in der Fußgängerzone“ stellen und eine Verwaltungsgebühr von fünf Euro pro Tag zahlen muss. Außerdem vergibt die Stadt täglich überhaupt nur fünf Genehmigungen.

Warum einfach, wenn es auch kompliziert geht?

Als Straßenmusiker kann ich doch spielen, wo ich will – oder nicht?

Auf dem Weg zum nächsten Straßengig: Musiker Johannes Marschall (Foto: S. Holitzner)

Noch komplizierter ist es beispielsweise in München. Bevor man dort Straßenmusik machen kann, muss man sich eine Erlaubnis in der Stadtinformation im Rathaus holen. Und wer so eine bekommen möchte, muss früh aufstehen: Die Stadtinformation erteilt gegen eine Verwaltungsgebühr von zehn Euro nur zehn Lizenzen pro Werktag und die gehen an diejenigen, die zuerst und das heißt ab 8 Uhr vor Ort sind. Ein Straßenmusiker, der zum ersten Mal in München spielen will, muss darüber hinaus zunächst sein Können im Rathaus präsentieren, bevor entschieden wird, ob er auf der Straße zugelassen wird. Weitere kleinteilige Regelungen, wie ein Spielverbot während des Glockenspiels am Marienplatz oder ein Ausschluss bestimmter Instrumente, kommen hinzu. Dieses strenge Reglement hängt damit zusammen, dass viele Geschäftsbetreiber und Anwohner sich von zu viel Straßenmusik gestört fühlen. Da kann es schon einmal vorkommen, dass sich die Musizierenden den einen oder anderen dummen Spruch anhören müssen. Johannes Marschall, der als Nebenerwerb zum Studium seit 2013 häufig mit einem oder zwei Freunden Rock’n’Roll- und Rockabilly-Klassiker aus den 50er Jahren mit Gesang und Gitarren auf der Straße performt, wurde schon öfter mit Sätzen wie „Hey guck mal, da ist Elvis“ konfrontiert. So etwas nimmt er sich allerdings nicht zu Herzen. Er ist der Meinung, dass sich diejenigen, die sich beschweren, erst einmal selbst trauen sollten, vor fremden Leuten auf der Straße zu spielen. Auf Anfeindungen von Anwohnern reagiert er mit dem Hinweis auf die Regelungen der Stadt für Straßenmusiker.

Es geht auch ohne Genehmigung

Solche Beschwerden waren in Wiesbaden der Grund für eine Verschärfung der Vorschriften im Dezember 2017. Dort darf ein Künstler seitdem einen Standort am gleichen Tag kein zweites Mal nutzen und nur noch zwischen 11 und 18 Uhr statt wie bisher zwischen 8 und 20 Uhr musizieren. Im Vergleich zu München ist Wiesbaden aber dennoch bei Straßenmusikern beliebt, weil keine Genehmigungen notwendig sind. Insbesondere Frankfurt schätzt Straßenmusik als kulturelle Bereicherung und belebendes Element, weshalb die Mainmetropole die kreativen Talente eher fördert als ihnen durch viele verwirrende Regelungen Steine in den Weg zu legen. Von Montag bis Samstag dürfen dort die Straßen zwischen 7 und 20 Uhr (von 1. Mai bis 31. August sogar bis 21 Uhr) bespielt werden, wenn nach maximal einer Stunde ein Standortwechsel erfolgt. Zwischen zwei Straßenkonzerten an der gleichen Stelle muss zudem knapp eine Stunde Pause liegen.

Nicht alles ist schlecht an einer Straßenmusikordnung

Als Straßenmusiker kann ich doch spielen, wo ich will – oder nicht?

Voll im Element: Johannes Marschall beim Konzert auf der Straße in Mainz (Foto: J. Marschall)

In Mainz brauchen Straßenmusiker ebenfalls keine Genehmigung, um auf der Straße aufzutreten. Trotzdem gibt es eine Straßenmusikordnung mit verbindlichen Regeln. Diese besagt, dass man genügend Abstand zu öffentlichen Veranstaltungen halten sollte. Des Weiteren ist die Stadt in verschiedene Spielzonen aufgeteilt, die nur an Werktagen zu festgelegten Zeiten für maximal 30 Minuten zum Musizieren genutzt werden dürfen. Johannes, der primär in Mainz Straßenmusik macht, kritisiert, dass sich nicht immer alle Künstler an diese Vorschriften halten. Viele wissen aber auch gar nicht, dass es einen solchen Regelkatalog für Straßenmusiker gibt. Positiv daran findet der 27-Jährige, dass man sich unter den Straßenmusikern nicht direkt in die Quere kommt oder sich sogar gegenseitig die Zuschauer abjagt. Insgesamt sorgt die Verordnung in Mainz für einen fairen Umgang miteinander und damit für einen fairen Wettbewerb.“ Aber solche Regelungen haben auch ihre Schattenseiten: „Wenn man gerade so richtig schön in Fahrt gekommen ist, muss man schon wieder umziehen. Wenn außerdem an bestimmten Tagen viele Straßenmusiker unterwegs sind, kann es schwer werden, den Ort immer gleich im Halbstundentakt zu wechseln, da viele Plätze belegt sind.

Haltet den Dieb!

Unabhängig von den Vorschriften sollte man als Straßenmusiker allgemein aufpassen, dass man nicht Opfer eines Diebstahls wird. Vielfach legen die Künstler einen Gitarrenkoffer oder einen Hut auf die Straße, in den Fußgänger bei Gefallen einen kleinen Obolus werfen können. Johannes hat in Mainz die Erfahrung gemacht, dass ein Mann, der rein äußerlich den Anschein eines Obdachlosen erweckte, mehrmals im Vorrrübergehen versucht hat, Geld aus dem Gitarrenkoffer zu nehmen. Da sie zu dritt musizierten, konnten zwei weiterspielen, während der Dritte den Diebstahl vereitelte, indem er den Mann anschrie und somit verscheuchte.

Wie werde ich ein erfolgreicher Straßenmusiker?

Abgesehen von den Regelungen, welche die Städte Straßenmusikern vorschreiben, gibt es verschiedene Dinge, die laut Johannes alle, die ihre Musik an öffentlichen Plätzen präsentieren wollen, beachten sollten: „Man sollte sein musikalisches Handwerk verstehen. Außerdem sollte man denselben Song nicht zu oft hintereinander spielen. Ich betrachte Straßenmusik auch immer als ein Konzert mit einem gewissen Grad an künstlerischem Anspruch. Außerdem spielt der Ort, an dem man sich auf der Straße aufstellt, eine große Rolle. Wenn man sich eher in die Mitte der Straße als an die Straße stellt, hat man größere Chancen wahrgenommen zu werden – und darum geht es ja auch: präsent sein, die Leute mit seiner Ausstrahlung und Musik fesseln und sich nicht in Seitengassen verstecken.

Straßenmusik = eine Bereicherung?

Neben denjenigen Passanten, denen die Johnny Cash-Coversongs von Johannes ein Lächeln ins Gesicht zaubern, gibt es aber immer noch viele, die Straßenmusik skeptisch beäugen. Der junge Musiker würde sich deshalb wünschen, dass sich Städte und vor allem die Anwohner und Menschen auf der Straße mehr der Straßenmusik öffnen. Er sieht eine lebendige Straßenmusikkultur als große Bereicherung für eine Stadt, denn „was gibt es Schöneres als an einem sonnigen Tag durch die Straßen zu flanieren und dabei gute Straßenmusik zu genießen.“ Andere Länder, wie zum Beispiel Italien, scheinen Straßenmusik offener gegenüberzustehen. So hat es zumindest Johannes erlebt: „Als ich vor zwei Jahren auf Studienfahrt in Neapel war, begannen auf einmal mehrere Straßenmusiker ein Konzert mitten unter den Restaurantgästen auf der Straße. Die haben fast eine Stunde eine Canzone Napoletana nach der anderen geschmettert und alle haben mitgemacht. Ich glaube, so etwas würde in Deutschland nicht so schnell passieren.

Deutschlandkarte für Straßenmusiker

Damit Straßenmusiker auf einen Blick sehen können, ob sie beim öffentlichen Musizieren in den einzelnen Städten Deutschlands mit Einschränkungen rechnen müssen oder erwünscht sind, hat DIE ZEIT im August 2017 eine hilfreiche Karte erstellt. Darin sind zum Beispiel auch Mannheim und Heidelberg zu finden. Etwas kleinere Städte, wie beispielsweise Speyer, sind dort jedoch nicht verzeichnet.

Stephanie Neigel – Sängerin mit viel Gefühl

Am 5. November war die Singer/Songwriterin Stephanie Neigel für ein Konzert zu Gast in der Fabrik in Frankfurt-Sachsenhausen. Volker Engelberth am Piano, Alex Merzkirch am Bass, Thomas Sauerborn an den Drums und Philipp Brämswig an der Gitarre begleiteten die sympathische Sängerin bei ihrem über 90-minütigen Konzert auf der Bühne des gemütlichen Gewölbekellers. Die Zuhörer durften sich über eine Mischung aus Jazz und Pop freuen. Höhepunkt des Abends war die gefühlvolle Ballade „The Book“. Über diesen Song und über ihren ganz persönlichen Musikgeschmack haben wir mit der 29-Jährigen gesprochen.

Voll in ihrem Element: Stephanie Neigel bei ihrem Konzert in der Fabrik in Frankfurt-Sachsenhausen (Foto: S. Holitzner)

Voll in ihrem Element: Stephanie Neigel bei ihrem Konzert in der Fabrik in Frankfurt-Sachsenhausen (Foto: S. Holitzner)

Face2Face: Wie fandest du dein Konzert in Frankfurt?

Stephanie: Sehr schön. Wir hatten viel Spaß. Es war ein sehr nettes Publikum hier. Alle haben super mitgesungen und mitgeklatscht. Das erwartet man überhaupt nicht direkt. Da freut man sich immer, wenn das passiert, denn das ist keine Selbstverständlichkeit.

Face2Face: Wie kamst du überhaupt zur Musik?

Stephanie: Ich glaube eher, dass die Musik zu mir kam. Meine Mama hat mir erzählt, dass ich als Baby nur eingeschlafen bin, wenn sie mir vorgesungen hat. Ich habe von Anfang an schon so eine große Affinität für Stimme und Klang gehabt. Wenn ich dann später auf Konzerten war, war das für mich einfach das Größte. Das war wirklich so eine beeindruckende Welt, Musik zu hören, die mir gefällt, und nachzusingen. Die Musik war einfach schon immer da.

Face2Face: Was zeichnet dein aktuelles Album „Capture Time“ aus?

Stephanie: Es klingt sehr akustisch, sehr bandsoundmäßig. Es sind alles echte Instrumente, die gespielt wurden. Wenn ich mir das Album manchmal anhöre, dann habe ich immer noch ziemlich viel Spaß. Dann sehe ich immer noch die groovende Band und freue mich einfach über gute, im Moment gemachte Musik. Die meisten Songs sind im letzten Jahr entstanden. Konkret daran gearbeitet haben wir ein Jahr.

Face2Face: „The Book“ ist eine sehr berührende Ballade. Worum geht’s und wie ist der Song entstanden?

Stephanie: „The Book“ ist an einem Tag entstanden, als ich auf einer Wiese saß und im Sonnenschein in den Himmel geguckt habe. Es war ein warmer, schöner Sommer. Ich saß da zwar alleine, aber ich habe mich gefragt, wie ist das mit dem Leben? Ist vielleicht einfach alles schon vorbestimmt oder ist alles komplett frei und wir sind wie Teilchen, die ganz zufällig aneinanderstoßen und wieder woanders hingestoßen werden wie Billardkugeln. Oder ist im Prinzip schon alles geschrieben und ich kann mir nur wünschen, dass ich mit gewissen Menschen noch lange in dieser Story verbunden sein werde? Ich habe mich gefragt, ob ich überhaupt die letzte Seite aufschlagen würde, wenn ich wissen könnte, was noch alles kommt. Das waren meine Gedanken und die habe ich dann aufgeschrieben. Ich hatte auch schon eine Melodie und Akkorde im Kopf.

Sympathische Sängerin: Stephanie Neigel (Foto: S. Holitzner)

Sympathische Sängerin: Stephanie Neigel (Foto: S. Holitzner)

Face2Face: Was inspiriert dich im Allgemeinen zu deinen Songs?

Stephanie: Das kann ein Moment auf der Wiese sein, wo ich mich kurz frage, was hat das Leben mit mir gemacht, dass ich jetzt hier sitze. Es kann aber auch die schlaflose Nacht sein. Es können sehr persönliche Momente oder allgemeine Fragen sein, ganz banale Dinge. Ich plane das nicht. Das kommt mir einfach in den Kopf und wenn ein Thema stark genug in meinem Kopf ist, dann will es auch raus als Songtext.

Face2Face: Was hörst du selbst am liebsten für Musik?

Stephanie: Neulich hatte ich eine Amy Winehouse-Phase und habe eine Woche lang alles ausgecheckt, weil ich sie so beeindruckend fand und weil ich ganz viele Hintergrundinfos durch den Film, der jetzt gerade im Kino gelaufen ist, kennengelernt habe. Manchmal gibt es aber auch Phasen, da höre ich ganz alte Jazzladies. Auch höre ich John Mayer oder mal wieder was ganz Aktuelles, was vielleicht ein bisschen elektronisch ist. Immer wieder höre ich Joni Mitchell. Sie ist für mich eine sehr inspirierende Frau.

Face2Face: Hast du schon Pläne für 2016?

Stephanie: Nächstes Jahr im Frühling geht es weiter mit Konzerten durch ganz Deutschland. Vorher stehen noch ein paar Kooperationen an. Ich spiele mal wieder zusammen mit dem Jazzmusiker Daniel Stelter und dem Gitarristen und Sänger Kosho. Mit dem Frauen-a-capella-Quartett Les Brünettes bin ich auch immer viel unterwegs. Und dann bin ich jetzt so langsam am Planen, wie das nächste Album klingen kann. Ich bin schon ein bisschen am Schreiben.

Mehr Infos gibt es auf der Homepage oder der Facebookseite von Stephanie Neigel.

Vorschau: Nächsten Samstag gibt es einen Artikel zu Red Bull Flying Bach zu lesen.

Blogger-Koller – als Buchbloggerin auf der Buchmesse

Was für Autonarren die IAA, für Spielsüchtige die Gamescon und Technikliebhaber die IFA ist für Bibliophile die Buchmesse in Frankfurt. Dieses Jahr konnte die Frankfurter Buchmesse nicht nur ein Plus von zwei Prozent bei den Besuchern vermelden, sondern zum ersten Mal war auch ich dabei – als Buchbloggerin. Das schöne ist, dass ich so ein Fachticket bekommen habe und an jedem der Messetage hätte durch die Hallen schlendern können. Das Leben neben dem Blog hat es mir dann aber doch nur am Samstag möglich gemacht.

Ach auf der Buchmesse zu finden: Blogger für Flüchtlinge (Foto: Blogger für Flüchtlinge)

Ach auf der Buchmesse zu finden: Blogger für Flüchtlinge (Foto: Blogger für Flüchtlinge)

Irgendwo zwischen Fachbesucher der ersten Liga und buchtrunkenen Besuchern liegen wir, die Blogger. Mit einer Akkreditierung bei der Pressestelle der Messe, die mit einem gut geführten Blog kein Problem ist, gibt es die Fachkarte. Doch Reinzukommen ist die leichteste Übung. Dann ist Organisationstalent gefragt, denn ein bisschen was soll ja auch für den Blog abfallen. Viele führen Interviews, lassen sich mit Autoren fotografieren und suchen nach neuen Rezensionsexemplaren. Auch immer ein Thema auf der Buchmesse: Blogger für Flüchtlinge. Eine Aktion, bei der Blogger auf die Situation von Flüchtlingen aufmerksam machen, Geld sammeln und die Flüchtlingshilfe in den Fokus stellen.

Blogger trifft Autor: Unsere Kolumnistin mit Autorin Sonja Rüther (Foto: Obermann)

Blogger trifft Autor: Unsere Kolumnistin mit Autorin Sonja Rüther (Foto: Obermann)

Ich habe am Samstag erst mal das Bloggerfrühstück des dotbooks Verlags besucht. Der hatte mich im August zur Bloggerin des Monats ernannt, wodurch dann auch meine Fahrtkosten zur Buchmesse und wieder zurück erledigt waren. Beim Bloggerfrühstück selbst gab es dann nicht nur Verpflegung und die Möglichkeit gleich mehrere Autoren kennenzulernen, sondern auch gut gefüllte Tüten mit dem Verlagslogo. Damit war uns die Aufmerksamkeit schon einmal sicher. Schon blieben die ersten stehen und fragten verschmitzt, wie sie denn auch so einen Beutel bekommen könnten. Doch hier hieß es: Nur für geladene Gäste. Immerhin hat sich der Pressevorteil gelohnt, denn neben allerlei Kleinigkeiten vom Verlag und einem Smoothie von Skoobe mit Testzugang gab es auch ein Buch vom Aufbau-Verlag, der dieses Jahr beim Bloggerfrühstück mit dabei war.

Beutel für Blogger: lovelybooks hatte einen Berg für seine Mitglieder gerichtet (Foto: Obermann)

Beutel für Blogger: lovelybooks hatte einen Berg für seine Mitglieder gerichtet (Foto: Obermann)

Doch wer jetzt denkt, die Blogger griffen einfach nur ab, der hat sich noch nie mit der Arbeit um einen Blog auseinandergesetzt. Buchblogger beispielsweise lesen und rezensieren, sie machen also Werbung für die Bücher, oft auf mehreren Ebenen, weil sie in verschiedenen Netzwerken ihre Rezensionen zusätzlich einstellen, um untereinander besser in Kontakt zu bleiben. Eines dieser Netzwerke ist lovelybooks, bei dem ich am Samstag auf dem Bloggertreffen war. Ein ziemlich chaotisches Unterfangen. Eine richtige Bloggermeute quetschte sich vor dem Stand. Bald hatte sie nicht nur Schaulustige angelockt, sondern auch solche, die ahnten, dass es da noch etwas geben musste. Denn auch hier wurden Taschen mit Lesezeichen, Leseproben und Büchern ausgegeben. Nach einer halben Stunde war der Berg an Beuteln fort und ich bin mir ziemlich sicher, dass hier nicht nur lovelybooks-Mitglieder beschenkt wurden. Das ist dann für alle ärgerlich, die sich angemeldet hatten, aber leer ausgegangen sind.

Quetschgefahr: Die vielen Blogger auf der Buchmesse (Foto: Obermann)

Quetschgefahr: Die vielen Blogger auf der Buchmesse (Foto: Obermann)

Viele Bloggertreffen fanden aber schon vor dem Öffnen der Messe für die privaten Besucher statt. Immerhin ist es dann noch nicht so voll und die Neugierde der Fachbesucher hält sich etwas in Grenzen. Mein restlicher Messetag war dann fast schon geprägt vom Verteilen meiner Blog-Visitenkarten für Pressekontakte und Gewinnspielvorbereitungen. Noch ein paar Rezensionsexemplare fanden den Weg in meine Tasche, dutzende Kataloge habe ich mitgenommen, mit gefühlten hundert Pressemenschen gesprochen. Schön war aber, immer wieder andere Blogger zu treffen. Die, die mit mir beim Bloggertreffen fast zerquetscht worden wären, die, die ich beim Vorbeigehen an ihren Taschen und Presseschildern erkannt habe. Eine Subkultur, die immer wichtiger wird. Immerhin beschäftigt die Diskussion, ob Blogger „nur“ Rezensenten oder „auch“ Kritiker sind immer wieder die Fachwelt. Karla Paul, die mit dem Blog Buchkolumne mittlerweile Eingang in Funk und TV gefunden hat, ist ein Paradebeispiel, dass Buchblogger durchaus Fachleute sind. Ein Status, den auch die Buchmesse uns durch die Fachbesuchertickets verleiht.

Vorschau: Nächste Woche schreibt Anne über das Reisen als Berufung.

Hessen – Musikmetropole im Herzen Europas

Bekannt ist die Mainmetropole Frankfurt vor allem für ihre Banken und für die Börse. Das in dieser er steifen Umgebung der deutsche Rap seine Geburtsstunde erlebte, ist kaum zu glauben. Doch damit nicht genug: Nicht nur Rap sondern auch Pop-Musik, die auf der ganzen Welt gespielt wird, entsteht seit Jahrzehnten in Frankfurt.

Lichtermeer: Das Frankfurter Nachtleben bringt auch heute noch den ein oder anderen Star hervor. (Foto: V.Wahlig)

Lichtermeer: Das Frankfurter Nachtleben bringt auch heute noch den ein oder anderen Star hervor. (Foto: V.Wahlig)

Das Tor zur Welt ist mit Sicherheit der Frankfurter Flughafen. Von hier aus geht es in die unterschiedlichsten Länder. In Frankfurt entsteht aber auch Weltmusik. Der legendäre Eurodance fand in Frankfurt seine Geburtsstätte. Der Mix aus Techno, Hip Hop und Pop entstand zwischen Technoszene und GI-Kultur der US-Soldaten. Das wohl beste Beispiel für den Eurodance ist Snap!. „The Power“ und „Rhythm is a dancer“ sind heute noch Lieder, die jede Partymenge zum Kochen bringt. Hinter dem Projekt steckten der DJ Michael Münzing und Luca Anziolotti, die zusammen das Offenbacher Label Logic Records gegründet haben. Der Rapper von Snap!, bekannt als Turbo B., war ein ehemaliger US-Soldat und arbeitete lange Zeit als Türsteher im Frankfurter Nachtleben. Auch aus der Feder der Logic Records entstammte der Song „It’s my life“ von Dr. Alban, dem „rappende Zahnarzt“. Eine andere Erfolgsgeschichte ist die von Culture Beat. „Mr Vain“, 1993 Platz 1 der deutschen Charts, wurde vom Darmstädter DJ Thorsten Fenslau zum Welthit gemacht. Auch ein weiteres Eurodance-Projekt entstand im hessischen Bad Homburg. La Bouche mit Frontsängerin Melanie Thornton war ebenso erfolgreich, wie die anderen Eurodance-Gruppen, die in der Mainmetropole entstanden.

Aber nicht nur der Eurodance ist eng verbunden mit Frankfurt. Einer der bekanntesten Musiker und Produzenten ist im Frankfurter Vorort Rödelheim groß geworden. Die Rede ist von Moses Pelham, der in Deutschland vor allem als Produzent von und später durch seinen Streit mit dem Mannheimer Xavier Naidoo bekannt wurde. Musikalisch machte Pelham mit dem Rödelheim Hartreim Projekt (RHP) von sich Reden, durch das er zu einem der erfolgreichsten und bekanntesten Rapper der 90er Jahre wurde. Noch erfolgreicher war er jedoch als Produzent der Frankfurterin Sabrina Setlur. Sie gilt bis heute als eine der bekanntesten Rapperinnen Deutschlands. Ihre erste Singleauskopplung „Du liebst mich nicht“ wurde zum Nr.1 Hit. Pelham produziert mit seinem Musiklabel Pelham Power Productions (3P) auch heute noch zahlreiche Musiker.

Offenbach, nur unweit von Frankfurt entfernt, gehört zugegebener Maßen nicht direkt zur Mainmetropole und ist auch eher durch die Rivalität zur großen Nachbarstadt bekannt, dennoch ist auch Offenbach eine musikalische Talentschmiede.

So ist sie die Heimatstadt des Rappers Aykut Anhan, besser bekannt als Haftbefehl. Einem seiner Songs entsprang sogar das Jugendwort des Jahres 2013: „Babo“. Unter Babo versteht der Rapper eine Respektperson. Gewusst? Babo ist aber auch ein Wort aus dem Manischen, ein Geheimsprache die in Gießen entstand, und bedeutet so viel wie Boss.

Aber Offenbach kann noch internationaler. Das erfolgreiche Duo Milli Vanilli (ja, zugegeben die haben nicht wirklich selbst gesungen, waren aber dennoch erfolgreich) wurde vom Offenbacher Produzenten Frank Farin erschaffen. Mit dem Song „Girl you know it‘s true“ (28 Wochen Platz 1 der Charts) wurde das Discopop-Duo 1988 auf der ganzen Welt berühmt. Wahrscheinlich wäre die erfolgreiche Idee des Produzenten überhaupt nicht aufgeflogen, wenn 1990 bei einem Liveauftritt das Playback nicht hängen geblieben wäre. Farin nahm jedoch nicht nur die CD von Milli Vanilli in Offenbach-Bieber auf, sondern auch die Songs der Retorten-Band Boney M. Die Platten verkauften sich weltweit hunderte Millionen Mal. Anders als bei Milli Vanilli wusste man von Beginn an, dass bei Boney M. niemand wirklich selbst sang, aber das konnte ihren Erfolg nicht mindern. Lieder wie „Daddy Cool“ oder „Sunny“ sind auch heute noch gern gehörte Stimmungsmacher. Farin ist einer der erfolgreichsten Produzenten der 70er und 80er Jahre, so konnte er sogar Stevie Wonder in die Mainmetropolen locken, der seinen Song „I just called to say i love you“ in Farins Studio bei Offenbach aufnahm.

Aber auch heute noch ist Hessen als Talentschmiede bekannt. Nicht zuletzt kommen die Jungs von Milky Chance aus Kassel. Ihre Single „Stolen Dance“ verkaufte die Band 2013 allein in den USA mehr als eine Millionen Mal.  Auf zahlreichen Festivals auf der ganzen Welt treten die Hessen nun auf und sind somit der hessische Exportschlager.

Mehr über Musiker aus Rhein-Necker, Hessen und Rheinland-Pfalz lest ihr natürlich bei uns auf Face2Face.

Caricatura: Glück im Museum

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Überraschung im Blumenbeet: „Geahnt hatte er es schon lange“ – 2006 (Foto: © Gerhard Glück)

Ein älterer Herr mit angehendem Wohlstandsbauch, Halbglatze und altmodischen Cordhosen steht auf einem Rasen. In der rechten Hand die Gießkanne, den Blick ungläubig nach links unten gewandt. „Geahnt hatte er es schon lange“ – so lautet der Titel des Cartoons von Gerhard Glück aus dem Jahre 2006.

In seinen Cartoons zeigt er die komischen Seiten des Alltags. Er beobachtet die Menschen beim Alltäglichen und setzt seine Erfahrungen in seinen Bildern um. Nicht selten sind diese auch sozialkritisch.

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Vielfach ausgezeichnet: In seinen Bildern verbindet Glück eleganten Witz mit künstlerischem Können (Foto: © Britta Frenz)

Mit den Werken von Gerhard Glück holt das Caricatura Museum in Frankfurt von Donnerstag, 2. April bis Sonntag, 13. September einen der renommiertesten Zeichner der Komischen Kunst nach Hause. Am 13. Juli 1944 ist Glück in Bad Vilbel geboren, aber seine Kindheit und Jugend verbrachte er in Frankfurt. Zum Studium des Grafik-Designs und der Kunsterziehung zog er schließlich nach Kassel, wo er bis heute lebt und bis 2004 als Kunsterzieher arbeitete.

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Glück kennt keine Tabus: „Im Barocksaal gibt es manchmal kleine Probleme“ – 2006 (Foto: © Gerhard Glück)

Größere Bekanntheit erlangt Glück erstmals mit seinen Cartoons, die er ab 1972 in der Hessischen/ Niedersächsischen Allgemeinen veröffentlichte. Es folgten weitere Arbeiten und Illustrationen für das Magazin der Süddeutschen Zeitung, der Zeit, der Zeitschrift Neue Züricher Zeitung und im Eulenspiegel. Hierfür erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, darunter die Goldmedaille des Art Directors‘ Club Deutschland und mehrfach den goldenen „Geflügelten Bleistift“, den Deutschen Karikaturenpreis der Sächsischen Zeitung und Frankfurter Rundschau.

Auf die Frage des Caricatura Museums Frankfurt, wie er auf seine Ideen komme, antwortet Glück: „Ach wissen Sie, die kommen mir ganz plötzlich! Mal urplötzlich, mal ganz plötzlich, mal weniger plötzlich, aber auf jeden Fall plötzlich!“ Es seien letztendlich Eingebungen, denn: „Ich tu‘ ja nichts, sitze den ganzen Tag nur rum, und dann irgendwann, wie aus heiterem Himmel – Zack – , da ist sie ja, die Idee!“

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Glücks Komik geht mir der Zeit: „Wie soll ich Ihnen das Handy erklären, wenn Sie ständig behaupten, die Sterntaste heisse eigentlich Sternflöckchentaste?“ – 2010 (Foto: © Gerhard Glück)

Im Rahmen der langen Nacht der Museen am Samstag den 25. April öffnet das Caricatura Museum in Frankfurt von 19 bis 2 Uhr seine Pforten und bietet eine Signierstunde mit Glück persönlich.

Begriffserklärung:

Die Komische Kunst umfasst bildkünstlerische Arbeiten, die den Betrachter zum Lachen bringen sollen. Zu ihr zählen unter anderem Werke der Karikatur, des Cartoons, der Illustration und des Comics. Die Werke werden häufig von erzählenden oder erklärenden Textelementen begleitet. Zum Beispiel einem Titel, der das Dargestellte in einen komischen Kontrast stellt.

Vorschau: Nächste Woche schildert Alexander seine Erlebnisse bei einer Nachtwächter-Führung in der Limburger Altstadt.

Décollage: Poesie der Großstadt

Sie sind überall: An Bushaltestellen, auf Litfaßsäulen, an Straßenecken und manchmal bedecken sie ganze Hauswände – Werbeplakate. Mal mehr und mal weniger kreativ, mit Text oder nur als provozierendes Bild sind sie aus dem modernen Stadtbild nicht wegzudenken. Doch manche sehen darin mehr als Effekthascherei oder einer Revolte gegen die Provokation: „Bekleben verboten!“

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Jacques Villeglé beim Abreissen von Plakaten in den Straßen von Paris, 1963 (Foto: Shunk-Kender © J. Paul Getty Trust. The Getty Research Institute, Los Angeles. (2014.R.20) Gift of the Roy Lichtenstein Foundation in memory of Harry Shunk and Janos Kender)

Ausgehend von Paris formierte sich in den 1950er Jahren die Kunstströmung der Affichisten. Angeregt durch die zunehmende Verbreitung von Plakaten und Werbetafeln entwickelten sie die Praxis der Décollage. Im Gegensatz zur Collage, dem Zusammenkleben verschiedener Elemente zu einem neuen Ganzen, bezeichnet die Décollage die Zerstörung von Bildern mit dem Zweck, aus den Teilen neue Werke zu erschaffen.

Die Affichisten sammelten auf den Straßen der Großstadt Fragmente von zerrissenen und verwitterten Plakatwänden und erschufen daraus neue Werke, geprägt durch den Zufall der überlagerten Schichten als kulturelles Gedächtnis der Nachkriegszeit.

Die Ausstellung „Poesie der Großstadt“ in der Schirn Kunsthalle in Frankfurt zeigt die Geschichte der Décollage der 1950er und 1960er Jahre mit Werken der französischen Affichisten Francois Dufrene, Raymond Hains und Jacques Villeglé sowie des Italieners Mimmo Rotella und des Deutschen Wolf Vostell. In einem thematischen Parcours wird anhand der Begriffe Abstraktion, Material, Lettritismus, Politik und Pop die ganze Bandbreite des Plakatabriss´ dargestellt, von kleinen Fragmenten bis zu wandfüllenden Großformaten. In kleineren Kabinetten werden außerdem fotografische, filmische und poetische Experimente der Künstler vorgestellt. Villeglé beispielsweise spielte mit geriffelten Gläsern, die er zwischen Kamera und Objekt anbrachte, um kaleidoskopartige Effekte der Verzerrung zu erzielen.

JACQUES MAHE DE LA VILLEGLE - MOTO

Jacques Villeglé: La Moto – Avenue Ledru-Rollin, 17 juillet 1965, 1965 320 x 270 cm Musée d’Art Moderne de la Ville de Paris © VG Bild-Kunst Bonn, 2015

Die Ausstellung „Poesie der Großstadt“ ist noch bis Montag, 25. Mai in der Schirn Kunsthalle in Frankfurt zu sehen. Am Samstagabend, 21. März gibt es die Möglichkeit im Rahmen einer Feier bei Musik und Getränken Antworten zur Kunst der Ausstellung und den Wegbereitern der Pop Art und Street Art zu bekommen.

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POESIE DER GROSSSTADT. DIE AFFICHISTEN Ausstellungsansicht (© Schirn Kunsthalle Frankfurt, 2015 Foto: Norbert Miguletz)

Vorschau:

Berufswunsch: Irgendwas mit Medien

Umfassend: Sowohl bei der Auftaktveranstaltung als auch beim Abschluss waren die JMT vor allem ein großes Forum für neue Ideen. (Foto: V.Wahlig)

Umfassend: Sowohl bei der Auftaktveranstaltung als auch beim Abschluss waren die JMT vor allem ein großes Forum für neue Ideen. (Foto: V.Wahlig)

Begleitet von einen Stimmengewirr hallt entspannende Musik durch die hohen Decken des Raums. Der Raum an sich ist gefüllt mit knapp 400 jungen Leuten, die begeistert auf die Bühne blicken. Der Ort des Geschehens: eine Kirche in Frankfurt! Eine Kirche, entspannende Musik und ein Raum ausschließlich mit Jugendlichen gefüllt. Wie passt das zusammen? Es ist nicht irgendeine Kirche, sondern die Jugendkirche Sankt Peter – ganz unkonventionell und mit einem Charme, der eher an eine hippe Partylokation erinnert, als an einen Platz für andächtiges Beten. Doch wenn die jungen Leute nicht aufgrund ihres Glaubens dort sind – warum dann? Die Antwort heißt:  Es sind Jugendmedientage 2014 in der Mainmetropole Frankfurt.

Die Jugendmedientage (JMT) sind ein Kongress für Nachwuchsjournalisten der jedes Jahr stattfindet. Mit Diskussionspodien, Medientouren und Workshops bieten die größte Veranstaltung der Jugendpresse Deutschland die Möglichkeit sich zu vernetzen und Erfahrungen zu sammeln. Dieses Mal war vom Donnerstag, 6. bis Sonntag, 9. November Frankfurt mit der Jugendkulturkirche Sankt Peter, dem Gesellschaftshaus des Palmengartens und dem Campus Westend der Goethe-Universität Treffpunkt für junge Medienhungrige.

Die JMT sind also genau der Ort, wo junge Menschen, die „irgendwas mit Medien“ machen wollen, ein Forum finden, um sich auszutauschen und erste vorsichtige Schritte in Richtung Medienwelt gehen können. Direkt in der Auftaktveranstaltung der JMT wurde gezeigt was junge Journalisten erreichen können. Neben der Bundeszentrale für politische Bildung, der Axel Springer Akademie und der AOK, war auch die Deutsche Presse Agentur (dpa) Partner der Veranstaltung. Sie nutzen direkt das Kick-Off, um drei Medienmacher auszuzeichnen. Die Preisträger zeigten, dass die junge Generation, die oftmals als unpolitisch, uninteressiert und unsensibel beschrieben wird, durchaus in der Lage ist den richtigen Ton zu treffen oder eben die richtigen Worte zu finden. So fesselte beispielsweise Lena Niethammer mit ihrer Geschichte über den Genozide in Ruanda. Ein Thema, das viele der Teilnehmer, die zwischen 14 und 27 Jahre alt sind, nur sehr gering oder gar nicht beschäftigte. Mit gebannten Blick schauten viele in Richtung Bühne. Vielleicht hat sich der ein oder andere aber auch schon überlegt mit welchem Thema er die Jury so in den Bann ziehen könnte, wie die jungen Preisträger auf der Bühne.

Medial: Viele der Teilnehmer bloggten oder twitterten direkt von den JMT. (Foto: V.Wahlig)

Medial: Viele der Teilnehmer bloggten oder twitterten direkt von den JMT. (Foto: V.Wahlig)

Abgerundet wurde der erste Tag mit ermutigenden Worten: „Lasst euch den Mut nicht nehmen und macht auch euer eigenes Ding“, so der Tipp einer die weiß wie man sein eigenes Ding macht. Jessica Schober ist auf die Wortwalz gegangen. Die Idee dahinter: Wie die Zimmermänner machte sich die 26-jährige einen Sommer lang auf, um durch Deutschland zu trampen und ihre Arbeit gegen Kost und Logis und zu den örtlichen Journalistenhonoraren in Lokalredaktionen anzubieten. Genau hier horchten die meisten Teilnehmer, trotz später Abendstunde nochmal auf, denn in den gesamten vier Tagen wurde deutlich gemacht, dass es wichtig ist sich sein eigenes „Ding“ zu suchen um im Haifischbecken der Medienwelt nicht unterzugehen. Mit diesem Tipp des ersten Abends ging es am nächsten Tag gleich morgens um 10 Uhr auf die ganz persönliche „Walz“ eines jeden Teilnehmers. Programmpunkt: Turboworkshops und Diskussionspodien.

Informativ: Die Diskussionspodien boten einen breiten Einblick in unterschiedliche Themen (Foto: V.Wahlig)

Informativ: Die Diskussionspodien boten einen breiten Einblick in unterschiedliche Themen (Foto: V.Wahlig)

Spannende Einblicke in die Radiowelt gab es beispielsweise im Workshop „Verständlich fürs Radio berichten“. Die Stimme des jungen hessischen Senders YOU FM, Hadija Haruna, gab Tipps für das perfekte Kollegengespräch, bei dem sich einer der beiden Kollegen als Spezialist für ein Thema dem anderen stellt. Viel Freude bereitete natürlich das eigene Ausprobieren mit Verbesserungsvorschlägen des Profis. Mitreißende Meinungen bot dann wenig später das Podium „Das sind wir, das seid ihr? – Medien, Migration, Rassismus“. Dabei wurde in den Raum geworfen, dass viele Medien nur scheinbare Realitäten abbilden und auch die Frage was und wer eigentlich die bürgerliche Mitte ist, wurde ausführlich diskutiert. Auch hier gab es wieder einen Tipp der Medienprofis: „ Seid kritisch, aber ohne Schere im Kopf! Politisch korrekt bedeutet die richtigen Worte zu wählen“.

Beeindruckend: Das Gelände des ZDF zog die Workshopteilnehmer gleich in den Bann ( Foto: V.Wahlig)

Beeindruckend: Das Gelände des ZDF zog die Workshopteilnehmer gleich in den Bann ( Foto: V.Wahlig)

Der absolute Höhepunkt der JMT und wie die Veranstalter sagen das Herzstück der JMT, wartete dann am Samstag auf die Besucher: Die Intensivworkshops. Nach einigem Chaos und mit ganz schön viel Müdigkeit im Gepäck, immerhin wird bei diesem Event mit knapp 200 Anderen in der Turnhalle genächtigt, wechselte eine Gruppe das Bundesland und machte sich auf in Richtung Lerchenberg. Programmpunkt: Dein Mittagsmagazin – Redaktionsworkshop beim ZDF. Mit staunendem Blick ging es erst einmal in die Grüne Hölle, den Zuschauern im Fernsehen wohl besser bekannt als das heute-Studio. Aber warum Grüne Hölle? Na weil das Studio in Realität ein Raum mit grünen Leinwänden ist, auf die dann die Bilder projiziert werden. Spannend wurde es dann auch für die Teilnehmer, mehrheitlich Mädchen, als sie in den Nachrichten der führenden Agenturen wie dpa oder Reuters nach den neusten Meldungen suchten. Daraus wurde dann die ganz persönliche Sendung entwickelt. Topnachricht war an diesem Wochenende natürlich der Bahnstreik, der auch einige Teilnehmer daran hinderte überhaupt nach Frankfurt zu kommen. Mit vielen Tipps der ZDF-Profis und einem Abstecher in das Studio des Sportstudio hieß es dann aber auch wieder „Schnell nach Frankfurt zurück, um ja nicht in Mainz wegen des Bahnstreiks hängen zu bleiben“. Am Abend war dann noch entspanntes Smalltalken bei einem Drink während der JMT-Party angesagt.

Völlig übermüdet aber glücklich drückten sich nach gut 60 Stunden gemeinsamer Zeit die neu hinzugewonnen Kollegen und Freunde und wünschten sich im edlen Ambiente des Palmengartens eine gute Heimreise. „Und lass mal was von der hören – auch was du so journalistisch machst“. Denn für die meisten war nach diesen Tagen, voller neuer Erfahrungen, eines klar. Mein Berufswunsch: immer noch irgendwas mit Medien.

 

 

Cro bringt die Masse zum brennen

„Er flowt wieder wie, dieser Hova und außerdem baut er die Beats, es ist EASY“, tönt es durch die ausverkaufte Frankfurter Festhalle. Während in Berlin an diesem 9. November die Luftballons als Zeichen für den Fall der Mauer Richtung Himmel steigen, steigt der Adrenalinpegel der Cro-Fans ins schier Unendliche. Das Publikum ist altersmäßig bunt gemischt, auch wenn das vor allem daran liegt, dass zahlreiche Eltern ihre Kinder auf das Konzert begleitet haben. Doch wenn man genau hinschaut, macht es fast den Eindruck als könnten die jungen Fans, den älteren nichts vormachen: kann sogar der eine oder andere Erziehungsberechtigte die Lieder:

Charmant: Der Rapper performte nicht nur seine Songs, sondern erzählte auch persönliche Geschichten auf der Bühne (Foto: V.Wahlig)

Charmant: Der Rapper performte nicht nur seine Songs, sondern erzählte auch persönliche Geschichten auf der Bühne (Foto: V.Wahlig)

19:30 Uhr: das Licht geht an, Gekreische und doch nur Fehlalarm. Kein Cro, sondern nur ein „Rapper“  dessen Auftritt die Zeit bis zum Konzertbeginn leider eher verlängerte als bereicherte.

20 Uhr: das Licht geht wieder an. Aber wieder nur Fehlalarm. Auf der Bühne bauen die Techniker nochmal die Lichter um. Und spannten eine riesige weiße Leinwand auf. Dann wieder Dunkelheit im Festsaal.

20.30 Uhr: Gekreische. Das Licht geht an und auf der Leinwand erkennt man die Umrisse eines Trompetenspielers. Die ersten Töne erklingen und die Masse fängt förmlich an zu brennen. Die Leinwand fällt und da steht er mit seiner Maske: Cro.

Tierisch: Die Pandamaske ist das Markenzeichen des Rappers (Foto: V.Wahlig).

Tierisch: Die Pandamaske ist das Markenzeichen des Rappers (Foto: V.Wahlig).

Cro, eigentlich Carlo Waibel, wurde durch seinen Song Easy in Deutschland einem breiten Publikum bekannt. Sein zweites Album „Melodie“ erschien dieses Jahr. Ebenso stellte der fleißige Rapper, Sänger und Musikproduzent dieses Jahr seine Biografie auf der Frankfurter Buchmesse vor. Cro selbst bezeichnet seine Musik als „Raop“, eine Mischung aus Rap- und Pop-Musik. Sein Gesicht verbirgt er hinter einer Pandamaske, die auch sein Markenzeichen ist.

21 Uhr: Jetzt tanzt die ganze Festhalle und singt mit. „Denn mein Chick ist so bad, so bad, so bad“, erklingt nun wirklich aus jedem Mund. Dann erfüllt Cro zwei Fans ihren wohl größten Traum. „ Hey, Leute! Wer kann von euch singen? Ich mein so richtig gut! Du? Na, dann komm mal rauf auf die Bühne. Jetzt noch ein Junge!“ Und natürlich ist auch dieser schnell gefunden. Was darauf folgt? Erst einmal eine Umarmung des weiblichen Fans, die vor Aufregung kaum noch atmen kann. Der männliche Fan vorne auf der Bühne ist da schon „cooler“ und greift nach Cros Aufforderung direkt zum Mikrofon und performt Cros Hit „ Du“. Das Mädchen tat es ihm gleich, nur mit dem Unterschied, dass sie ihren Blick nicht von der Pandamaske abwenden kann. Bevor das kleine Intermezzo vorbei ist, gibt es natürlich noch ein Selfie mit dem Sänger.

Feurig: Auch die Bühnenschau brachte die Masse zum kochen (Foto: V.Wahlig)

Feurig: Auch die Bühnenschau brachte die Masse zum kochen (Foto: V.Wahlig)

22 Uhr:  Auch die schönsten Ereignisse enden einmal. Und somit ist nach gut eineinhalb Stunden das Konzert auch schon vorbei. Unter Silberpapier Regen, mit strahlenden Augen und den Beats noch im Ohr machen sich die nun völlig begeisterten Fans wieder auf in Richtung Heimat.

Fazit: Cooler Typ, mit viel Herz und vor allem viel Talent.

Vorschau:  Nächste Woche gibt es hier an dieser Stelle eine Hommage an den Rapper Ol‘ Dirty Bastard.

Seid ihr hungrig? Kelis* serviert „Food“

Kelis*, mit bürgerlichem Namen Kelis Rogers, veröffentlicht mit „Friday Fish Fry“ den bereits dritten Song ihres aktuellen Studioalbums „Food“. Vier Jahre nach ihrem letzten Album „Flesh Tone“ aus dem Jahre 2010 erschien das neue Werk im Februar diesen Jahres.

„Food“ wird von ihrem vier-jährigen Sohn Knight Jones, der auf dem Track „Breakfast“ mit „Hey guys! Are you hungry? My mom made Food!“ fragt, was übersetzt soviel wie: „Hey Leute, seid ihr hungrig? Meine Mama hat Essen gemacht!“ bedeutet. Buchstäblich. Denn die 34-jährige tourte in einem kleinen Van durch die Staaten und promotete ihr Album aus einem Imbisswagen, der ihre Musik spielt. Neben Mini Burgern, Pommes Frites und Spare Ribs mit selbstkreierten Saucen war es Kelis* höchstpersönlich, die für zufriedene Kunden sorgte, indem sie die Speisen selbst servierte.

Zu ihrer gewohnten Mischung aus RnB, Neo Soul, House und Alternative Hip Hop, kommen Richtungen wie Electronic Dance und Dance Pop dazu. Songs wie „Jerk Rips“ und „Rumble“, in dem sie die Scheidung von Rapper Nasir Jones, besser als Nas bekannt, verarbeitet, veröffentlichte sie bereits im Februar und April. Ihr Track „Cobbler“ ist ein der ultimative Dance Floor Song, den Billboard (Anm. d. Red.: Fach- und Branchenblatt für Musik und Entertainment in den USA)bereits als „Bobbi-Brown-esque-Funk“-Workout betitelte.

Ihre Leidenschaft für das Kochen entdeckte Kelis* vor einigen Jahren, als sie sich 2006 als Saucier, als Saucenkoch, in der Le Courdon Bleu culinary School ausbilden ließ. In dieser Zeit schrieb sie sogar ein Kochbuch, welches zusammen mit einer Saucen-Linie, auf dem Las Vegas Food und Wine Festival im April vorgestellt wurde. All das, führte dazu, dass Kelis* ihrer Liebe zum Essen und Kochen ein ganzes Album widmete.

Im August kommt die Ex-Frau von Rapper Nas, mit dem sie den gemeinsamen Sohn Knight hat, auf Europa Tour auch nach Deutschland.

Hierzu gibt es Termine in Frankfurt, Köln und Berlin. Tickets gibt es unter www.eventim.de/kelis.

Vorschau: Am Samstag, dem 02. August, gibt es es einen Bericht über den Festivalsommer und seinen Festivaltypen.

Blogger Bazaar – coole Tunes, kalte Drinks und entspanntes Networken

Die Stadt der Messe, die Stadt des Flughafens und jetzt auch für einen Tag absolute Modemetropole. In Frankfurt hat am letzten Samstag (26.04.2014) das Modeblogger-Event Blogger Bazaar stattgefunden. Ein Event nicht nur für Blogger, sondern auch für begeisterte Modeblog-Leser.

Ideenreich: Lisa Banholzer ist einer der kreativen Köpfe des Blogger Bazaars. (Foto: Eyecandy)

Ideenreich: Lisa Banholzer ist einer der kreativen Köpfe des Blogger Bazaars. (Foto: Eyecandy)

Die Idee des Blogger Bazaars ist, laut Lisa Banholzer von Blogger Bazaar, Blogger und modeinteressierte Blogleser live und in Farbe zusammen zu bringen. „Wir fanden es schade, dass Blogger mit ihren Lesern immer nur über das Internet im Kontakt waren und sich nie persönlich treffen konnten. Also war es unser Plan bloggers, people and brands in der Offline-Welt zusammen zu bringen.“ Seit Oktober 2013 tourt das Team mit dem Bloggerevent in der Bundesrepublik rum. Frankfurt ist die vierte Veranstaltung. „ Nach München, Hamburg und Berlin haben uns unsere Fans nach Frankfurt gelockt. Frankfurt ist eine coole und sympathische Stadt. Die Leute hier sind super locker und die Stimmung hier ist einfach spitze“, schwärmt Lisa begeistert von der Mainmetropole.

„Wir haben wirklich einen Traumjob, auch wenn wir natürlich viel Arbeit rein stecken müssen. Ein Startup direkt nach dem Studium birgt nach natürlich auch ein hohes Risiko. Aber wir machen was mit Mode, Bloggern und mit Freundinnen. Bei uns herrscht echte Frauenpower.“ Wir, das sind drei Freundinnen die nach ihrem Studium der Betriebswirtschaft und des Kommunikationsdesigns ihre eigenen Ideen verwirklichen wollen. Ihre Idee, ist vor allem Modebegeisterte zusammen zu bringen, ob Blogger und Blogleser oder Blogger und Marken. So haben die drei Mädels zum Beispiel auch schon ein Bloggershooting für myclassico.com organisiert. „Das tolle an unserem Job ist auch, dass wir zu einigen Bloggern, die uns als Partner zur Seite stehen, schon echte Freundschaften aufgebaut haben und das macht auch die gute Stimmung auf unseren Events aus.“

Überraschend: Mit einem Goodiebag wurden die Besucher beschenkt. (Foto: V.Wahlig)

Überraschend: Mit einem Goodiebag wurden die Besucher beschenkt. (Foto: V.Wahlig)

Die Frankfurter-Besucher ließen sich nicht zweimal bitten und stürmten den Veranstaltungsort, das Palais Frankfurt. In großer Erwartung auf ein hautnahes Treffen mit ihren Lieblingsbloggern und der Möglichkeit die angesagten Trends gleich mit nach Hause nehmen zu können, warteten die Besucher  schon vor Beginn der Veranstaltung gespannt auf den Blogger Bazaar.

Stylisch: Vor allem die weiblichen Bloggerfans gingen auf Schnäppchensuche. (Foto: V.Wahlig)

Stylisch: Vor allem die weiblichen Bloggerfans gingen auf Schnäppchensuche. (Foto: V.Wahlig)

Das stylische Design des Palais schaffte eine coole Stimmung, die von einem DJ und vielen kleinen Überraschungen begleitet wurden. Goodiebags, Eis und Sekt verführten die Modesüchtigen zum Kaufen der Styles ihrer Blogger, die sie sonst nur über Social-Media kennen. Besonders beliebt war der Stand der Jeansfirma Mavi. Zusammen mit Bloggerstar Masha Sedgwick konnten die Besucher ihr eigenes T-Shirt gestalten. So wurde aus einem einfachen T-Shirt ein echt persönliches Kleidungsstück mit Zeug zum Fashionitem. Frei nach dem Motto „Don’t call it Flohmarkt“ gab es neben einigen wenigen Designerstücken, vor allem Kleidung der großen Ketten aus Second Hand.

Modisch: Zusammen mit Masha Sedgwick hatten die Besucher viel Spaß. (Foto: V.Wahlig)

Modisch: Zusammen mit Masha Sedgwick hatten die Besucher viel Spaß. (Foto: V.Wahlig)

„Ich hätte mir mehr erwartet und dachte ich würde ein paar coole Styles shoppen“ so eine Besucherin. Eine andere Besucherin meinte hingegen:„Ich hab gerade eine mega coole Sonnenbrille, eine Tasche und eine einzigartige Statement-Kette ergattert.“

Mehr Infos zum Blogger Bazaar findet ihr auf der Internetseite des Blogger Bazaar Teams.

Vorschau: Auch im Mai geht es modisch weiter.