Smarte Frauen sparen

Mit dem Sparen sollte jeder so früh wie möglich anfangen, findet Margarethe Honisch, Gründerin des Blogs Fortunalista. Das gilt ihrer Meinung nach gerade für Frauen, weil sich mit dem Thema oft eher weniger auseinandersetzen. Wir haben mit ihr über Sparen, den richtigen Zeitpunkt für den Beginn und Bitcoins geredet.

Smarte Frauen sparen

Margarethe Honisch kennt sich mit dem Thema Finanzen aus (Foto: Honisch)

Face2Face: Margarethe, an wen richtet sich Dein Blog Fortunalista?

Margarethe: Mein Blog richtet sich an Frauen, die eigentlich keine Lust haben, sich mit dem Thema Finanzen zu auseinanderzusetzen und bisher eher einen Bogen darum gemacht haben. So war ich nämlich früher auch und habe mein ganzes Geld immer gleich ausgegeben anstatt zu sparen. Deswegen möchte ich Tipps geben, wie man sich dem Thema annähert und anfangen kann, seine Finanzen selbst in die Hand zu nehmen.

Face2Face: Wie bist Du zu dem Thema gekommen?

Margarethe: Ich habe irgendwann meine Finanzen durchgerechnet und bin aus allen Wolken gefallen, wie viel Geld ich im Monat ausgebe, ohne genau sagen zu können, wofür. Da habe ich angefangen, mich zu informieren, habe Bücher gelesen, Geld gespart und angelegt. Danach habe ich dann den Blog gegründet, um meine Erfahrungen weiter zu geben.

Face2Face: Warum denkst Du ist es gerade für Frauen wichtig, sich mit dem Thema Finanzen auseinanderzusetzen?

Margarethe: Ich habe in meinem Freundeskreis gesehen, dass es tendenziell eher die Männer sind, die sich mit dem Thema Finanzen beschäftigen und ihr Geld anlegen. Ich habe neulich erst wieder mit Freundinnen über das Thema Bitcoins geredet und die meinten nur so „Ach, darüber wissen wir doch nichts und wir geben unser Geld eher viel lieber aus“. Das fand ich gar nicht lustig. Denn wenn man das ganze Geld ausgibt, hat man eine Versorgungslücke im Alter. Ich glaube, es ist vielen gar nicht bewusst, dass man sich hier nicht nur auf den Staat verlassen kann, sondern auch selbst aktiv werden muss. Zudem ist es oft so, dass Frauen, die Kinder bekommen, beruflich kürzer treten und dann auch weniger Rente bekommen. Ich finde, sie sollten sich dann finanziell nicht auf ihre Partner verlassen müssen, sondern auf eigenen Beinen stehen.

Face2Face: Das Thema Bitcoins ist derzeit in aller Munde. Was reizt dich daran und was würdest Du unseren Lesern diesbezüglich empfehlen?

Smarte Frauen sparen

So früh wie möglich anfangen: Das rät Margarethe Honisch zum Thema Finanzen (Foto: )

Margarethe: Bitcoins sind gerade ein Riesenhype geworden. Ich selbst beschäftige mich seit dem vergangenen Sommer damit. Was mich an diesem Thema reizt, ist die Idee, ohne Institutionen Geld zu transferieren und so eine größere Unabhängigkeit von diesen zu haben. Denn man verfügt nicht wirklich über sein Geld, wenn es in der Bank liegt, wie die Finanzkrise gezeigt hat. Meiner Meinung nach ist es bei diesem Thema sehr wichtig sich einzulesen, denn es gibt viele verschiedene Coins mit unterschiedlichen Zukunftsaussichten. Man muss die Idee hinter dem Coin verstehen und dann überlegen, ob man diese gut findet und sein Geld investieren will. Zudem sollte man immer nur so viel investieren, wie man auch schmerzlos verlieren kann – auf keinen Fall sein ganzes Vermögen.

Face2Face: Was würdest Du sagen, wann ist der beste Zeitpunkt, um sich mit den Themen Finanzen und Sparen auseinanderzusetzen?

Margarethe: So früh wie möglich! Ich habe erst mit 30 angefangen, mich damit zu beschäftigen und wenn ich es nochmal machen könnte, würde ich schon mit meinem ersten Gehalt anfangen, ein Tagesgeldkonto anlegen und monatlich 50 Euro sparen. Zudem empfehle ich ein Aktiendepot mit ETF Sparplan. Ich vergleiche das immer mit einer Haribotüte: Jede Tüte (ETF-Sparplan) hat einen bestimmten Anteil an Gummibärchen (Aktien) und einen Preis (Kurs). Manchmal fällt die eine Aktie und die andere steigt. Durch diese Streuung ist das Risiko eines Verlustes relativ gering. Ein weiterer Vorteil ist, dass man sich nicht so viel darum kümmern muss, weshalb es besonders für Einsteiger geeignet ist. Ansonsten gilt: Einfach machen!