Findet Nemo – wir haben ein Aquarium

Neue Mitbewohner: Ein Aquarium ist ein echter Hingucker (Foto: Obermann)

Neue Mitbewohner: Ein Aquarium ist ein echter Hingucker (Foto: Obermann)

Es gluckert neuerdings in unserem Esszimmer. Schuld daran ist das mehr oder weniger neue Aquarium, das dort seit ein paar Wochen vor sich hin blubbert. Eigentlich hatten mein Vater und seine Frau das Aquarium schon vor einem Jahr meinem Sohn geschenkt. Der Schwarm Guppys darin war als Lebendfutter für die Axolotl meiner Stiefmutter gedacht. Mein Sohn aber durfte die Tierchen füttern, wenn er seinen Opa besucht hat. Dass die Fische darin von den Molchen im Aquarium daneben gefressen wurden, hat er ja auch nicht mitbekommen.

Kurz nach Weihnachten aber ist mein Vater umgezogen, mit Frau und Axolotl. In der Zwischenzeit hatten sie aber gemerkt, dass Axolotl nicht unbedingt die schlausten Jäger sind, und es den Guppys wenig ausmacht, im selben Becken wie die Molche gehalten zu werden. Darum bekam ich einen Anruf: „Wir haben das Aquarium ausgestöpselt. Wenn ihr es nicht holt, sterben die Fische“. Seit diesem Tag haben wir also ein Aquarium mit dem entsprechenden Stromverbrauch.

So ein Fischbecken ist nämlich nicht einfach hingestellt. Mindestens eine Umwälzpumpe, eine Leuchte und ein Heizstab sind nötig, um für genug Licht, Sauerstoff und Wärme zu sorgen. Kölle Zoo zeigt auf seiner Internetseite, wie ein Einsteigeraquarium eingerichtet werden sollte. Wichtig ist hier auch, dass der Wasserwert stimmt. Wasserhärte, pH-Wert und Nitritbelastung sind beispielsweise entscheidend für das Überleben der Fische. Nicht zu vergessen die Pflanzen, die so ein Aquarium auch für das Wohle der Fische beinhalten sollte. Die ganze Prozedur konnten wir uns glücklicherweise sparen. Pflanzen, Steine, Fische – unser Aquarium war ja bereits fix und fertig.

Verantwortung! Auch um ein Aquarium muss mann sich kümmern

Verantwortung! Auch um ein Aquarium muss mann sich kümmern (Foto: Obermann)

Wer sich zum ersten Mal Fische holt, muss sich gut beraten lassen. Das dauert im qualifizierten Geschäft zwar schon mal etwas, lohnt sich aber auch. Nicht nur, dass manche Fische sich nun mal gegenseitig verspeisen (von wegen Fische sind Freunde, kein Futter), sie unterscheiden sich auch in ihrem Anspruch an Temperatur oder Futter. Wir haben zu unseren Mollys (Butje, Goldie und Dreckspatz), zwei Guppys (Bleichgesicht und Nemo), dem Wels (Ziprinus), und einem Algenfresser (Maulwurf) noch eine Garnele (Jaques) besorgt.

Durch die übersichtliche Anzahl haben wir es auch gewagt, jedem Fisch seinen Namen zu geben. Gerade für den kleinen Besitzer des Fischtanks ist die Verantwortung gegenüber der Tierchen dadurch wirklich gestiegen. Alles zwei Tage greift er zur Futterdose und achtet darauf, ja nicht zu viel zu füttern. Gerne wird nämlich bei Einsteigern zu fiel ins Aquarium geschmissen. Dadurch kann das Wasser aber leicht umschlagen und dann gehen alle Fische in kürzester Zeit drauf. Fische können sich auch gerne mal todfressen, wenn sie die Möglichkeit dazubekommen. Und wer weniger füttert, hat weniger Probleme mit Algen und Schnecken.

Etwas lästig kann das Saubermachen werden. Generell gilt, je kleiner das Aquarium, desto öfter muss das gute Stück gereinigt werden. Wenn man da gemeinsam ran geht, ist es aber gar nicht so aufwendig. Mein Sohn muss auch beim Putzen helfen, immerhin ist es sein Aquarium. Und so habe ich es damals auch bei meinem Vater gelernt. Während er mit dem Absauger im Becken den Dreck suchte, stand ich mit dem Schlauchende am Eimer und musste schreien, wenn sich ein Fisch in den Schlauch verirrt hatte. Heute halte ich den Absauger. Wer nicht ganz so oft putzen will, kann mit einem Algenfresser oder filternden Muscheln Abhilfe schaffen. Ganz kommt man um das Saubermachen aber dennoch nicht herum. Außerdem sind solche Raffinessen für ein kleines Aquarium nicht unbedingt geeignet, da die Muscheln bei zu wenig Essen auch schnell wieder eingehen. Auch blubbernde Schatztruhen machen sich in Disney-Filmen besser als im kleinen Tank zu Hause. Am Schluss haben sonst die Pflanzen nicht genug Kohlendioxid.

Unsere Mollys haben mittlerweile sogar Junge bekommen, von denen immerhin noch zwei regelmäßig zu sehen sind. Maulbrüter, die lebendgebärend sind, haben zwar den Vorteil, dass die Junge nicht schon vor der Geburt gefressen werden, aber danach freuen sich gerade Welse sehr über den ein oder anderen Happen. Andererseits wäre ansonsten das Aquarium schnell überfüllt und das wollen wir dann auch wieder nicht. Mein Sohn jedenfalls ist von seinen Fischen immer noch hellauf begeistert und wir Großen irgendwie auch.

Vorschau: Nächste Woche berichtet euch der Sonnenfreund Sascha von seinen Erfahrungen mit dem Solarium.

Rätselhaftes Fischsterben

Wasser ist für uns unentbehrlich. Es ist die Lebensgrundlage für Mensch, Tier und Pflanze. Eine Beeinträchtigung der Qualität des Wassers hat viele gesundheitliche Folgen. Doch durch die industrielle Nutzung des Wassers kommt es oft zu Verunreinigungen. Auch andere durch den Menschen entstehende Veränderungen haben Einfluss nicht nur auf die Qualität des Wassers, sondern dadurch auch auf das gesamte Ökosystem. In letzter Zeit gab es immer wieder rätselhafte Fischsterben, die auf solche Probleme aufmerksam machen.  Millionen tote Fische allein dieses Jahr:

So etwas haben sie noch nie gesehen, sagen die Menschen in den Fjorden Islands, als im Februar 50.000 Tonnen Heringe am Ufer verrotteten. Sauerstoffmangel soll die Ursache gewesen sein. China erwischte es im Juli gleich zweimal, in Shandong und in einem See in Ninjiang.

In den USA führte fehlender Regen zu Sauerstoffmangel im Sugar Lake, Missouri, im Lake Michigan und im Lake George, Massachusetts. In Dänemark, Großbritannien (jeweils in Nottingham und West Essex) und China wird das warme Wetter für den Sauerstoffmangel verantwortlich gemacht.

Auch Deutschland bleibt nicht unberührt. Im Mai verendeten Karpfen in Thüringen. Im Juni starben die Fische im Gartower See in Niedersachsen, im Juli in Bad Kreuznach im Ellerbach, im August in Berlin in der Spree; bei allen ist es Sauerstoffmangel.

Klimawandel und menschliche Aktivitäten tragen gemeinsam zu der Hitzewelle bei. Menschen sterben an Hitzeschlägen, andere spüren die Folgen an ihrem Essen.

In Frankreich und in Ohio, USA, waren direkte Umweltverschmutzungen schuld. Auch in Thailand sterben auf einer Fischfarm täglich 30.000 Fische wegen verschmutztem Wasser.

Es gibt noch einige dieser Fischsterben auf der ganzen Welt. Die Ämter in Deutschland erhalten diese Informationen und bearbeiten sie bürokratisch, ohne weiter darüber nachzudenken.

All diese Nachrichten waren kaum in den Medien. Die mangelhafte Berichterstattung ist jedoch folgenreich. Die Einflüsse auf das Ökosystem sind das Ergebnis des großen ökologischen Fußabdruckes, den ein jeder von uns hinterlässt. Und ein jeder muss etwas dafür tun, dass sich etwas ändert.

 

Vorschau: In zwei Wochen geht es Weiter mit dem zweiten Teil über Haie.

Überfischung – sind die Meere bald leer?

Fast jeder hat schon einmal das Wort Überfischung gehört. Doch was heißt das überhaupt? Müssen wir aufhören Fisch zu essen, damit sich die Meere erholen? Oder ist es selbst dafür zu spät?
Ein Gebiet wird dann als „überfischt“ eingestuft, wenn dort mehr Fische gefangen werden als durch die natürliche Vermehrung nachkommen. Hält dieser Zustand länger an, sterben zuerst einzelne Fischarten aus, weitere folgen und schließlich ist das Gebiet völlig leergefischt. Bis sich dort wieder etwas tut, vergeht viel Zeit, weil sich die Fischbestände nur langsam durch Zuwanderung wieder erholen.

Heringe vor dem Ausnehmen

Gute Wahl: Die Heringbestände sind bisher kaum gefährdet (© Carl-Ernst Stahnke / pixelio.de)

Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der UNO stufte in ihrem Zweijahres-Bericht 30% der weltweiten Fischgebiete als überfischt ein. Nur in 10% der Gebiete kann die Fangmenge noch gesteigert werden, der Rest ist an seinem Limit angekommen. Die dort gefangene Menge an Fisch kann das Ökosystem noch verkraften, wird sie jedoch gesteigert, droht auch hier der Kollaps.
Besonders von der Überfischung betroffen sind wandernde Fischarten und Arten, die sich hauptsächlich außerhalb nationaler Hoheitsgewässer aufhalten. Das sind Bereiche fern der Küsten, die kein Land für sich alleine beansprucht. Daher darf dort jeder fischen und es liegen keine Bestandszahlen vor. Das erschwert den Schutz der hier heimischen Fischarten erheblich.

Schon vor Jahren, als die Bedrohung der Überfischung durch immer gründlichere Fangmethoden erstmals Konturen annahm, glaubte man eine Lösung gefunden zu haben: Die Regierungen bestimmen Fangquoten, die festlegen, wie viel von jeder Fischart gefangen werden darf. Diese Quoten entsprechen jedoch eher den Interessen der Wirtschaft als denen des Umweltschutzes: Sie sind um die Hälfte höher als die Empfehlungen des Internationalen Rats für Meeresforschung.
Dabei entspricht eine langfristige Überfischung keineswegs den Interessen der Fischer! Der übermäßige Fang einiger Arten kann zu einer Veränderung des ganzen Ökosystems führen, die die Fischerträge deutlich sinken lässt.

Es besteht also dringender Handlungsbedarf. Umweltschutzorganisationen setzen sich neben nachhaltigen Fangquoten und Fischerei-Schutzzonen auch für eine Mindestgröße der Fischernetzmaschen ein. Denn nur dann können junge Fische, die sowieso nicht gefangen werden dürfen, entkommen. Sind die Maschen zu eng, landen sie zusammen mit den großen Fischen in den Händen der Fischer. Die dürfen sie jedoch nicht mit an Land nehmen und werfen sie als „Beifang“ zurück ins Meer. Eigentlich gut, leider überlebt fast keiner der Fische den unfreiwilligen Landgang.
Doch nicht nur die Politik, auch jeder einzelne Verbraucher kann zum Schutz der Fischbestände beitragen. Wichtig beim Fischkauf ist dabei weniger die Fischart, sondern vielmehr die Herkunft des Fisches. Der WWF hat hierfür einen Einkaufsführer herausgegeben. Außerdem sollten Verbraucher auf Labels achten. Für einen nachhaltig produzierten oder gefangenen Fisch stehen die Siegel von MSC, FOS, fair-fish und SAFE.

Vorschau: Nächste Woche erfahrt ihr mehr über Winterschlaf und Winterruhe im Tierreich.

Der Zebrafisch als Modellorganismus

Er ist gerade einmal sechs Zentimeter lang und lässt die Herzen der biomedizinischen Forscher höher schlagen. Der Zebrabärbling – im Allgemeinen als Zebrafisch bekannt – ist nicht nur ein Zierfisch in den heimischen Aquarien, sondern hat sich in den letzten Jahren zum Modellorganismus für verschiedene medizinische Untersuchungen entwickelt.

Der Zebrafisch als Modellorganismus

3.000 Auquarien: Das Zebrafisch-Archiv am Karlsruher Institut für Technologie (© Martin Lober / KIT)

Doch warum revolutionierte der kleine Süßwasserfisch, der ursprünglich aus den Zuflüssen des Ganges kommt, die biomedizinische Forschung? Im Gegensatz zu anderen Versuchstieren zeichnen sich Zebrafische durch einige Besonderheiten aus: Die Embryos entwickeln sich in durchsichtigen Eiern außerhalb der Mutter. Die Zellen und Organe können so zu jedem Zeitpunkt der Entwicklung beobachtet werden, ohne den Fischembryo zu verletzten oder in seinem Wachstum zu beeinträchtigen. Experimente mit Zebrafischen können somit schwierige und mit Verletzungen einhergehende Tierversuche an Ratten, Mäusen und Fröschen ersetzen.

Eine absolute Besonderheit ist, dass sich der Zebrafisch bei einer Verletzung bis zu einem gewissen Maß selbst heilen kann. Ob durchtrenntes Rückenmark, Gehirnschäden, zerstörte Herzregionen – Erkenntnisse aus der Selbstheilungsfähigkeit der Zebrafische könnten auch auf den Menschen übertragen werden.

Zebrafische sind im Alter von 12 bis 15 Wochen geschlechtsreif und können wöchentlich bis zu 300 Eier ablaichen. Das bedeutet, dass Zebrafische einen schnellen Generationszyklus haben. Im Gegensatz dazu dauerte ein Zyklus bei Fröschen, welche die bisherigen Modellorganismen waren, ein paar Jahre. Somit können Untersuchungsreihen schneller erfolgen und Weiterentwicklungen früher erprobt werden als vor ein paar Jahren.

Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) wurde im Juli 2012 das Europäische

Der Zebrafisch als Modellorganismus

Läuft in durchsichtiger Umgebung ab: Die Entwicklung des Zebrafisches (© S. Perkiewicz / pixelio.de)

Zebrafisch-Ressourcenzentrum (EZRC) eröffnet. Dabei handelt es sich um das erste zentrale Archiv von Zebrafischstämmen in Europa. „Zebrafische sind robust, klein und vermehren sich schnell, haben aber gleichzeitig als Wirbeltiere die meisten wichtigen Organsysteme mit dem Menschen gemeinsam. Für die biomedizinische Forschung sind sie damit ideal geeignet“, erläutert Professor Uwe Strähle, Leiter des Instituts für Toxikologie und Genetik (ITG), welches das Zebrafisch-Ressourcenzentrum am KIT betreibt. Daher wird für die Forschung eine Vielzahl von unterschiedlichen Zebrafischstämmen benötigt, die hier nun an einem Ort aufgelistet sind.

Da das Organsystem des Zebrafisches dem des Menschen so ähnlich ist, lassen Untersuchungen zu Herzkrankheiten und Verhaltensstörrungen, die an ihm vorgenommen werden, teilweise Rückschlüsse auf den Menschen zu.

Am KIT ist eine Sammlung entstanden, in der tausenden verschiedene Zebrafischstämme, die in den letzten Jahren in Europa erzeugt wurden, gelistet sind. Jeder einzelne Stamm zeichnet sich durch eine andere Erbgutmutation (Anm. d. Red.: Eine Veränderung im Erbgut), die als Modell für Krankheiten benutzt werden können, aus.

Im EZRC werden nun solche Stämme in 3.000 Aquarien lebend gehalten und 8.000 Spermaproben in Gefriertruhen aufbewahrt. Somit haben die Forscher schnell auf den jeweils gewünschten Stamm Zugriff und können ihre Experimente am Zebrafisch weiterführen, um vielleicht irgendwann eine menschliche Krankheit heilen zu können.

Vorschau: Nächste Woche erscheint an dieser Stelle ein Interview mit der Kuratorin des Heidelberger Zoos, für den ihr auch in unserem aktuellen Gewinnspiel Karten gewinnen könnt.