Teil 1: Video On Demand – Video auf Abruf

Filme und Serien legal online schauen, wann und wo man will – das war vor einigen Jahren noch umständlich und nur eingeschränkt möglich. Den Anfang machte der US-Dienst Netfix. Für ein Monatsabo konnten Kunden auf eine große und aktuelle Mediathek zugreifen, um in den Genuss der gewünschten Filme zu kommen. Andere Anbieter rückten erst vorsichtig nach, so auch in Deutschland. Dienste wie Maxdome und Videoload

DVDs: Durch Video on Demand werden DVDs nahezu überflüssig (Foto: Sharifi)

DVDs: Durch Video on Demand werden DVDs nahezu überflüssig (Foto: Sharifi)

entstanden und sicherten sich erste Kunden. Amazon legte mit Lovefilm (jetzt Prime instant Video) nach. Zusammen mit dem Dienst Watchever wurde der deutsche Markt nun gesättigter. Heute gibt es eine Vielzahl an Anbietern, die sich auf unterschiedliche Bereiche spezialisiert haben. Die Tipps&Tricks-Redaktion hat einige Dienste für euch getestet und stellt euch nun Amazon Prime Instant Video vor:

Amazon führte den Video on Demand Dienst früh ein. Zunächst verlieh Lovefilms Filme und

Serien per DVD-Versand. Durch die verbesserte Internetgeschwindigkeiten bot Amazon dann seinen Kunden einige Filme und Serien auch zum Online-Schauen an. Das Unternehmen experimentierte mit verschiedenen Abo- und Zahlungsmodellen, um den Bedarf verschiedener Kunden zu berücksichtigen.
Anfang 2014 machte Amazon einige Veränderungen. Unter anderem wurde Lovefilms zu Amazon Prime Instant Video umbenannt und mit der Amazon Prime Mitgliedschaft zusammengelegt.
Nun können Prime Kunden auf die vorige Lovefilms Mediathek zugreifen und viele Filme und Serien zum großen Teil in HD-Qualität unbegrenzt ansehen. Filme, die nicht in der Mediathek online verfügbar sind, können für einen Einzelpreis als Download ausgeliehen oder gekauft werden.
Zur Zeit befinden sich in der Mediathek ungefähr 13.000 Titel bestehend aus Serien und Filmen in den üblichen Genre-Rubriken kategorisiert. Die große Zahl scheint zwar gewaltig, ist jedoch im Vergleich zu den großen Konkurrenten, die teilweise ab 40.000 Titel anbieten, eher überschaubar. Besonders wird das bei Kinderfilmen und TV-Serien deutlich. 967 Ergebnisse erhält man aktuell bei Fernsehserien. Bedenkt man, dass viele Serien aus mehreren Staffeln bestehen, wird die tatsächliche Zahl der Serien schnell bescheiden.
Auch sind aufgrund lizenz-technischer Gründe nicht alle neue und aktuelle Serien oder Staffeln, wie zum Beispiel Game of Thrones oder Supernatural, enthalten. So auch hoch-aktuelle Kinofilme.
Bei der Suche nach gewünschten Titeln stehen verschiede Filter, Schlagwort- und Suchfunktionen zur Verfügung. Wer beispielsweise Lust auf einen Bud Spencer Film hat, gibt im Suchfeld „Bud Spencer“ ein und erhält eine Reihe von Vorschlägen, bei denen der Schauspieler mitwirkte.
Vor allem aber können interessante Titel beim Durchstöbern auf eine Merkliste gesetzt und diese dann zu einem späteren Zeitpunkt angeschaut werden. Demnach ist die Navigation sehr leicht.
Amazon Prime Instant Video eignet sich für alle, die viel über Amazon bestellen oder ein Kindle haben. Vor allem profitieren Studenten, aufgrund des vergünstigten Jahresbeitrags. Die Amazon Prime Mitgliedschaft kostet 49 € pro Jahr. Das besondere ist, dass für den Betrag auch alle Prime Dienste verfügbar sind. Beispielsweise die kostenlose Express-Lieferung von Bestellungen über Amazon oder der Zugriff auf tausende Kindle-Titel zum Ausleihen. Studenten sparen und zahlen nur 24 € im Jahr.
Wer jedoch auf aktuelle Serien und Kinofilme setzt und diese sogar auf Originalton schauen will, wird allerdings bei Amazon Prime Instant Video enttäuscht. Für Gelegenheitsschauer oder Menschen, die eher ältere Filme und Serien sehen möchten kann Amazon eine gute Anlaufstelle sein. Wünschenswert wäre eine Funktion, mit der bereits gesehene Filme oder unerwünschte Filme ausgeblendet werden und folglich nicht mehr bei der Suche auftauchen.
Empfehlenswert ist es, sich vorher an der kostenlosen Probeaktion zu beteiligen und den Dienst für einen Monat vollwertig zu testen. Auch einen Konkurrenten auszuprobieren ist ratsam.

Vorschau: Nächste Woche lest ihr einen weiteren Teil der Fingerfood- und Dips-Reihe.

Total Recall – Internationales Festival des Nacherzählten Films

Es ist wie in Hernán Rivera Leteliers Roman Die Filmerzählerin: Maria Margarita, die mit ihrem gelähmten Vater und vier Brüdern in ärmlichen Verhältnissen aufwächst, wird ins Kino gesandt. Schließlich reicht das Geld nicht für die ganze Familie, sodass die Zehnjährige daheim die filmisch projizierte Alltagsflucht nacherzählen soll. „Während ich meinen Tee trank und mich bereitmachte, den Film im Stehen vor der weißen Wand zu erzählen, versicherte mein Vater seinen Gästen unermüdlich, der Film könne schwarzweiß sein und bloß die halbe Leinwand füllen, seine Kleine hier würde ihn in Technicolor und Cinemascope erzählen“.

Mit vollem Körpereinsatz: Wolfgang Porsche mit dem Film „Armee der Finsternis“ 2004 im HAU Berlin (© Total Recall / Fotografin: Benja Weller)

Mit vollem Körpereinsatz: Wolfgang Porsche mit dem Film „Armee der Finsternis“ 2004 im HAU Berlin (© Total Recall / Fotografin: Benja Weller)

Auch beim internationalen Festival „Total Recall“, das vergangenen Samstag zum vierten Mal in der Alten Feuerwache in Mannheim stattfand, steht der Erzähler in einem dunklen Saal vor einer weißen Wand und beschreibt Szenen, die nicht allen Zuhörern vertraut sind. Allein mit Worten gilt es, die Welt des Kinos zu erschaffen und die Herzen der Zuhörer zu erobern, um am Ende den Publikumspreis „Silberne Linde“ zu gewinnen. Dass die Nacherzählung keine brotlose Kunst ist, verdeutlicht die große Beliebtheit, die dem Wettbewerb seit 1999 zuteil wird. Vom Filmemacher Bernd Terstegge und Musiker Axel Ganz als ein belächeltes Projekt ins Leben gerufen, geht der „Total Recall“ nun 2014 in seine 34. Runde.

In insgesamt 14 Städten, drei Ländern und zwei Kontinenten wurden bereits über 750 Filme nacherzählt, die sich zwischen großen Hollywood-Produktionen, bekannten Musikvideos, skurrilen Pornofilmen und privaten Hochzeitsvideos bewegen. Die einzige Bedingung ist, dass der Film veröffentlicht worden sein muss. Ob es sich beim Erzähler um einen „Filmfreak, Soap-Fan, Gelegenheitskinogänger oder ausgewiesenem Cineasten“ handelt: In zehn Minuten gilt es alleine oder zu zweit die Bewegtbilder ohne Hilfsmittel mündlich wiederzugeben – ganz gleich, ob dies mit beispielhaften Szenen, Anekdoten oder Zitaten geschieht. Die Erzählungen werden dabei besonders durch die Persönlichkeit des Vortragenden sowie den transportierten Gefühlen lebendig.

Vielfältig: Die Nacherzählungen beim Festival (© Total Recall / Grafik Design: Thomas Baumhoff)

Vielfältig: Die Nacherzählungen beim Festival (© Total Recall / Grafik Design: Thomas Baumhoff)

So mag es nicht verwundern, dass vor allem viel Herz, Humor und Mannheimer Dialekt großen Applaus beim Publikum ernten. Die „Silberne Linde“ ging dieses Jahr an die kreative Nacherzählung aller Rosamunde Pilcher-Verfilmungen von Marlene Dech, die Pornofilmen gegenübergestellt wurden. Schließlich seien beide Genres durch wenig Handlung und der Wertschätzung der handwerklichen Künste gekennzeichnet. Holger Meckbach, der letztes Jahr den dritten Platz erhielt, konnte eine Siegertreppe weiter aufsteigen und gewann mit seiner humorvollen Darbietung des anlaufenden Filmes Sabotage den zweiten Platz. Der dritte Platz wiederum ging an die vorherige Gewinnerin Miriam Zimmermann, die mit ihrem Bruder Hendrik den Filmklassiker Dirty Dancing wiedergab und den Männern dadurch Hilfestellung bei zukünftigen Flirtversuchen leisten wollte.

Vorschau: Nächste Woche berichtet die Kultur-Redaktion vom Sprachnotstand an deutschen Universitäten.

Filmtipps der FilmKunstKultur-Redaktion

FKKsw

Von links: Vanessa Betz, Alexandra Stolz, Elisabeth Peternek, Svetlana Dreer und Nadine Schwalb (Fotos: Privat)

Schon letztes Jahr um diese Zeit gab es für unsere Leser der FILM&KUNST&KULTUR-Rubrik die Lesetipps für kalte Wintertage. Wir haben euch die Möglichkeit gegeben, es mit einem von uns empfohlenen Buch auf der Couch mit einer Tasse Tee gemütlich zu machen. Hat sich auch dieses Jahr an dem eher ungemütlichen Wetter nichts geändert, an dem man am liebsten gar nicht vor die Tür treten will, empfehlen wir euch heute ein paar Filme für gemütliche DVD-Abende. Für genügend Abwechslung hinsichtlich der Filmgenres ist gesorgt.

Auch wenn der Schnee noch auf sich warten lässt, empfiehlt Vanessa Betz (22) den Film Shutter Island für einen gemütlichen Abend vor dem Fernseher. „Mit Leonardo DiCaprio in der Hauptrolle ist der Psychothriller genau das Richtige für alle, die gerne spannende Filme mit überraschenden Wendungen mögen“, berichtet Sie. Und von diesen Wendungen hält der 138 Minuten lange Streifen einige bereit. Bis zum Schluss ist man sich nicht sicher, was sich wirklich auf der Insel Shutter Island abspielt, zu der der US-Marshal Edward „Teddy“ Daniels gerufen wird, um das Verschwinden einer Patientin aus der Ashcliffe-Klinik für psychisch kranke Schwerverbrecher aufzuklären. Während der Ermittler immer mehr hinter die Fassade des mysteriösen Krankenhauses blickt, zieht ein starker Sturm auf und schneidet die Insel vom Rest der Welt ab. Von nun an beginnt ein Wechselspiel zwischen Wahnsinn und Realität, das den Zuschauer bis zum Ende in seinen Bann zieht. „Ein absolut empfehlenswerter Film mit psychologischer Raffinesse“, berichtet Vanessa Betz, „ich habe bis zur letzten Sekunde mitgefiebert.“

Einen Film, der wohl unter die Haut gehen kann, empfiehlt Alexandra Stolz (23). Die Handlung der gleichnamigen Verfilmung des Romans The Perks of being a Wallflower von Stephen Chbosky lässt sich wie folgt umreißen: 1385. Dies ist die Anzahl an Tagen, die Charlie in der Highschool noch vor sich hat. Er ist ein für seine Mitschüler unbeliebter Teenager, wenig durchsichtig und irgendwie komisch. Hinzu kommen noch psychische Probleme und die Aufarbeitung eines riesigen Verlustes. Bald jedoch lernt der schüchterne Junge das Geschwisterpaar Sam und Patrick kennen, die sie in ihre Clique aufnehmen. Ein neues Leben beginnt für den Heranwachsenden, der erkennt, wie sehr das Leben doch Spaß machen kann. Und, was Liebe bedeutet, denn sein Herz schlägt still und heimlich für Sam. Allerdings wird auch sein Kindheitstrauma geweckt, welches zu einem Zusammenbruch führt. Charlie erkennt, dass man sich nicht aussuchen kann, wo man herkommt, jedoch bestimmen kann, wo man hingeht.
„Der Protagonist ist zeitgleich glücklich und traurig und kann dies selbst nicht erklären. Genau das passiert auch beim Zuschauen. Man empfindet eine solche Empathie mit Charlie, der nicht so recht weiß, wohin mit sich in der Welt, dass es einen fast zerreißt. Doch genauso schöpft man die Hoffnung, die er am Ende des Filmes ausstrahlt, und weint Tränen – vor Freude“, begründet die Face2Face-Mitarbeiterin ihre Begeisterung für den Film.

Elisbeth Peternek (22) hingegen empfiehlt den Anime-Film Prinzessin Mononoke. Japanische Zeichentrickfilme (Animes) werden in den letzten Jahren auch in Deutschland immer populärer. Einen großen Einfluss haben dabei die Filme von Hayao Miyazaki und seinem Studio Ghibli. Eine der erfolgreichsten Produktionen ist Prinzessin Mononoke (jap. Mononoke hime), der die Umweltzerstörung und Koexistenz von Mensch und Natur thematisiert.
Der junge Prinz Ashitaka wird bei der Verteidigung seines Dorfes gegen einen Dämon in Keilergestalt von einem tödlichen Fluch befallen. Um seinem Schicksal zu entkommen, reist er in den Westen. Dort hört er von einem Hirschgott, dem Shishi-Gami, der ihm vielleicht Erlösung bringen könnte. Doch der Prinz gelangt zwischen die Fronten eines blutigen Krieges zwischen den Arbeitern einer Eisenhütte, die den Wald abholzen und den Tiergöttern des Waldes, die ihr Territorium verteidigen. Er versucht vergeblich zwischen den Parteien zu vermitteln und die Menschen daran zu verhindern, den Waldgott zu töten. Doch sie sind nicht die Einzigen, die sich für den Kopf des Shishi-Gami interessieren. Und welches Geheimnis verbirgt das kleine Mädchen San, das bei den Wölfen lebt und auf der Seite der Tiere kämpft? Menschen, Götter und Tiere rüsten sich zum letzten Kampf …
„Eine Komposition aus atemberauenden Bildern, blutigen Action-Szenen, mehrschichtigen Figuren, die nicht dem klassischen Gut-Böse-Schema entsprechen, unterlegt von einem wundervollen Soundtrack von Joe Hisaishi. Nicht nur für Anime-Liebhaber ein absolutes Muss“, findet Peternek.

In eine ganz andere Richtung geht es in dem Film Match Point von Woody Allen, den euch die Face2Face-Mitarbeiterin Svetlana Dreer (23) ans Herz legt.
Chris Whilton kommt aus einer einfachen irischen Familie. Er arbeitet in einem exklusiven Club in London als Tenniscoach und lernt dort Tom Hewett kennen. Dieser hingegen ist ein Sohn wohlhabender Eltern und ist mit der schönen, aber leider nicht erfolgreichen, amerikanischen Schauspielerin Nola Rice verlobt. Beim ersten Treffen von Chris und Nola auf dem Landsitz der Hewett-Familie entsteht etwas Magisch-Leidenschaftliches zwischen den beiden, was sich im Nachhinein als zerstörerische Kraft entpuppen wird. Obwohl Chris keine andere Frau so sehr begehrt wie Nola, heiratet er die Schwester von Tom, Chloe, ergattert dadurch eine hohe Position im Job und gehört nun zu den höheren Kreisen der Gesellschaft. Das Schicksal jedoch spielt Chris wohl ein Streich, denn einige Zeit später trennt sich Tom von Nola. Als Chris und Nola sich dann begegnen, werden beide in eine leidenschaftliche Affäre verwickelt, die ein tragisches Ende nimmt.
Dreer meint: „Dieser Film besticht, wie alle anderen Woody Allen-Filme auch, durch eine sehr verzwickte Personenkonstellation, was den Film bis zum Ende spannend macht; unerwartete Wendungen tragen dazu bei. Außerdem werden Elemente der Message des Films – Zynismus, Straflosigkeit und Gesellschaftskritik – sehr clever in Szene gesetzt. So wird zum Beispiel eine klare Parallele zu Fjodor Dostojewskis Roman „Schuld und Sühne“ gezogen und regt den Zuschauer zum Nachdenken an. Angereichert wird dieser Film mit der genialen Besetzung: der ewigen Muse von Allen, Scarlett Johansson und dem damals noch aufgehenden Shining-Star Jonathan Rhys-Meyers.“

Etwas actionreicher geht es bei dem Film Lucky Number S7evin zu, den euch die Leiterin der Film&Kunst&Kultur-Rubrik, Nadine Schwalb (21) empfiehlt. „Gespickt mit einer sehr treffenden Besetzung von Bruce Willis, über Josh Hartnett bis hin zu Sir Ben Kingsley und Morgan Freeman in der Rolle der Antagonisten, überzeugt der Film durch eine insgesamt unvorhersehbare Handlung so wie mehreren unerwarteten Plottwists, die dieser Tage viel zu selten zu finden sind.“
Gegenstand der Handlung ist der junge Mann Slevin Kelevra, der laut eigener Aussage seinen Freund Nick Fisher in seiner Wohnung treffen möchte. Was Slevin nicht zu wissen scheint ist, dass Nick einen riesen Schuldenberg bei zwei Gangsterbossen aufgehäuft hat, er selbst missverständlich für Nick gehalten wird und so ins Fadenkreuz der skrupellosen Machenschaften der Bösewichte gerät. Mit der charmanten Lindsey an seiner Seite, die diese mysteriösen Vorkommnisse wie eine Hobbydetektivin lösen will, kommt es zu einer unerwarteten Kehrtwende der Handlung. Was ein manipuliertes Pferderennen und eine Jazzkomposition damit zu tun haben, schaut man sich lieber selbst an.

Also: Schnappt euch Popcorn und ein paar Freunde und dem Filmeabend steht nichts mehr im Wege.

Vorschau: An dieser Stelle berichtet die Film-Kunst-Kultur-Rubrik nächste Woche von dem amerikanischen Projekt „40 Days of Dating“.

Acht Tipps für einen gemütlichen Abend unter Freunden

Ein Blick aus dem Fenster und so manchen graut es bei den eisigen Temperaturen auch nur einen Fuß vor die Tür zu setzen. Schnell ist klar, dass man seine freie Zeit gemein­sam mit Freunden im gemütlichen und warmen Heim verbringen möchte. Damit aber Lan­geweile nicht vorprogrammiert ist, verrät euch Face2Face hilfreiche Tipps für gelungene und abwechslungsreiche Abende unter Freunden.

1. Gute Vorbereitung ist die halbe Miete

Bei einem gemütlichen Abend dürfen Getränke und Snacks auf keinen Fall fehlen, denn Hunger und Durst können schnell für schlechte Laune sorgen. Wer alkoholische Getränke und richtige Mahlzeiten möchte, sollte den Kostenfaktor mit Freunden besprechen, damit dies in einem fairen Rahmen bleibt. Grundsätzlich ist es praktisch, wenn jeder eine Klei­nigkeit mitbringt. Eine im Hintergrund laufenden Musik kann die gemütliche Atmosphäre vollenden. Allerdings sollte diese weder aggressiv noch zu melancholisch sein und vor al­lem die Kommunikation nicht behindern. Damit es aber auf Dauer nicht langweilig wird, sollten einige Beschäftigungsideen für den Abend angeboten werden, zu denen die Tipps&Tricks-Redaktion für euch ein paar Ideen gesammelt hat.

Jedoch vorweg: Zu viele Köche verderben den Brei. Für das Gelingen eines gemütlichen Abends ist es besser sich auf nur wenige Aktivitäten zu beschränken, als sich möglichst viel vorzunehmen.

2. Filme- und Serienabend

Viele Freunde treffen sich, um gemeinsam Filme oder Serien zu schauen. Dabei empfiehlt es sich, mehrere Filme und Serien verschiedenster Genres zur Auswahl zu stellen oder vorher Absprache zu halten. Für einen authentischen, lustigen und nicht alltäglichen Abend kann ein Motto festgelegt werden, nachdem sich alle richten sollten, wie zum Bei­spiel sich passend zum Horrorabend als eine bekannte Schreckensgestalt verkleiden oder bei Möglichkeit das Zimmer dementsprechend zu dekorieren.

3. Traditioneller Gesellschaftsspielabend

Acht Tipps für einen gemütlichen Abend unter Freunden

Besonders amüsant für gemütliche Abende mit Freunden: traditionelle Gesellschaftsspiele (Foto: Sharifi)

Fast in Vergessenheit geraten sind die Gesellschafts- und Brettspiele, welche die meisten von euch sicher noch aus ihrer Kindheit kennen. Oftmals hat man schöne Stunden mit der Familie und Freunden verbracht und erinnert sich an den großen Unterhaltungswert. Mau Mau oder Uno sind ty­pische Kartenspiele, die schnell für eine positive Stimmung sorgen und die Zeit vergessen lassen. Des Weiteren bieten sich Mensch-ärgere-dich-nicht und Monopoly an. Wer Herausforderungen liebt und Abwechslung sucht, der sollte sich für Tabu oder Twis­ter entscheiden. Hierbei kommt es nicht auf das Glück an, sondern auf die eigenen Fähig­keiten. Wichtig ist, sich dem Zweck des gemütlichen Abends bewusst zu sein: Das Vergnügen steht im Vordergrund. Anderenfalls kann sich die Stimmung recht schnell von Spaß zu Ernst entwickeln.

4. Spielkonsolen

Heutzutage besitzen die meisten Haushalte Spielkonsolen. Das gemeinsame Spielen ge­gen- oder miteinander, das Sammeln von Punkten und Lösen von Rätseln heitert jede Ge­sellschaft auf. Die Auswahl der Spiele sollte breit gefächert sein, damit für jeden Ge­schmack etwas dabei ist. Die Spielrunden sollten nicht zu lange dauern, damit sich die an­deren nicht ausgeschlossen fühlen. Ein beliebtes Unterhaltungsspiel ist Singstar, bei dem im Duell, Duett oder in Gruppen gespielt werden kann.

5. Entspannungslounge

Getreu dem jugendsprachlichen Motto „Chillen“ kann mit Freunden bei gedimmtem Licht und ruhiger Musik entspannt werden. Viele Kissen, bequeme Sitzgelegenheiten und even­tuell auch Duftkerzen runden die Atmosphäre ab und ermöglichen nette Gespräche über Gott und die Welt. Je nach Belieben wird das gemütliche Abhängen von Ambiente-, Loun­ge- oder Chill-out-Trancemusik begleitet. Ebenso gängig ist das gemeinsame Shisharau­chen, das zum Chillen mittlerweile dazugehört.

6. Backe, backe Kuchen…

Passend zur Winterzeit werden gerne Plätzchen und Kuchen gebacken. Damit alle am Spaß beteiligt sind, empfiehlt es sich die einzelnen Aufgaben aufzuteilen oder Backgrup­pen zu bilden. Weihnachtsmusik rundet das harmonische Gesamtbild ab und kann den ein oder anderen sogar zum Mitsingen verleiten. Mit Tee, heißer Schokolade oder Glühwein könnt ihr die Backware anschließend genießen und den Abend erfolgreich ausklingen lassen.

7. Für kreative und ausgefallenen Köpfe

Acht Tipps für einen gemütlichen Abend unter Freunden

Feinarbeit: Stricken lernen in einer gemütlichen Runde (Foto: © Weberin / pixelio.de)

Häufig hat man im Alltag keine Zeit sich dem Basteln oder Kreativem zu widmen. Bei ei­nem gemütlichen Abend mit Freunden kann dem Wunsch nachgegangen werden. Sei es an etwas Dekorativem für das eigene Heim zu basteln, auf Leinwand zu malen oder stri­cken und nähen zu lernen. Freunde sind dafür da, neue Ideen einzubringen und zu helfen oder sogar gemeinsam an einem Großprojekt zu arbeiten, bei dem vor allem aber Spaß und Teamwork nicht vergessen werden darf.

8. Der Lesekreis

Jeder liest gerne ein gutes Buch oder hat zumindest einen Bücherliebhaber als Freund. Für die Abwechslung bietet es sich an, in einer beschaulichen Runde kurze Buchrezensionen über favorisierte Bücher zu geben. Sollte man sich für ein Buch ent­scheiden, das auch mehrere Freunde besitzen, kann daraus in verteilten Rollen vorgele­sen werden. Dies sorgt für Spaß und kommt einem Schauspiel gleich. Vor allem kann in der Gruppe über die gemeinsamen Buchinteressen diskutiert, philosophiert und interpre­tiert werden.

Vorschau: Nächste Woche könnt ihr über die Heilkraft von Ingwer-Orangensaft gegen Er­kältungen lesen.

Winterzeit ist Kinozeit

Die Tage werden kürzer und das Wetter merklich ungemütlicher – die perfekte Zeit also, um mal wieder ins Kino zu gehen. Die besten Empfehlungen und Geheimtipps für einen gelungenen Kinoabend findet ihr hier:

Another Earth –  Genre: Drama/Sci-Fi, Start 10. 11.2011:

Wissenschaftler entdecken einen neuen Planeten im Sonnensystem, der ein exaktes Duplikat der Erde ist: Eine Parallelwelt, in der alle doppelt existieren. Mittels einer Lotterie kann man auf die zweite Erde reisen und herausfinden, ob das zweite Selbst bessere oder schlechtere Entscheidungen als man selbst getroffen hat. Eine alternative Version des eigenen Lebens scheint also zum Greifen nah. In derselben Nacht, in der der neue Planet entdeckt wird, ist Elite-Studentin Rhoda in einen schrecklichen Autounfall verwickelt: Von einer Party kommend, kracht sie mit einem anderen Auto zusammen, dabei kommen Frau und Sohn des bekannten Komponisten John Burroughs ums Leben. Von Schuldgefühlen getrieben, tritt Rhoda in Burroughs Leben, um ihm über den schmerzlichen Verlust seiner Familie hinwegzuhelfen. Der Komponist hat dabei jedoch keine Ahnung, dass Rhoda für den Tod seiner Familie verantwortlich ist und freundet sich schnell mit der jungen Studentin an. Rhoda kommt derweil nicht umhin sich zu fragen, ob ihr zweites Selbst auf „Earth 2“ vielleicht nicht den gleichen schrecklichen Fehler wie sie selbst begangen hat….
„Another Earth“ ist eher ein Kammerspiel als ein Science-Fiction Thriller, da vor allem die Beziehung der beiden Protagonisten Rhoda und John beleuchtet wird. Dieser feinfühlig inszenierte Film, der auch Gewinner des „Sundance Film Festivals“ ist, tritt den Beweis an, dass man auch mit geringen finanziellen Mitteln ein gelungenes Drama produzieren kann.

Trailer

Cheyenne – This Must Be The Place – Genre: Drama, Start 10.11.2011:

Sean Penn in seiner bisher außergewöhnlichsten Rolle: Der abgehalfterte Ex-Rockstar Cheyenne lebt zusammen mit seiner Frau (gespielt von Oscarpreisträgerin Francis McDormand) in Dublin ein zurückgezogenes, tristes Leben. Zur Beerdigung seines jüdischen Vaters, zu dem er seit über 30 Jahren keinen Kontakt mehr hat, reist Cheyenne in die USA. Dort erfährt er, dass sein Vater – ein ehemaliger Ausschwitzhäftling – es sich zur Lebensaufgabe gemacht hatte, seinen Peiniger von damals ausfindig zu machen. Er beschließt das Lebenswerk seines Vaters zu vollenden und macht einen skurrilen Road-Trip durch Amerika auf der Suche nach dem Nazi Alois Lange. „Cheyenne – This Must Be The Place“ ist eine bildgewaltige Tragik-Komödie mit Starbesetzung.

 Trailer

The Thing – Genre: Horror, Start 17.11.2011

Bei einer Antarktisexpedition entdeckt ein norwegisches Forschungsteam in einem Eisblock eine scheinbar leblose außerirdische Kreatur. Durch ein Experiment wird das Wesen versehentlich aus dem Eis befreit und treibt auf der Forschungsstation sein Unwesen. Die Paläontologin Kate Lloyd kommt schnell auf die Spur, dass es sich dabei um einen Parasiten handelt, der jede Lebensform annehmen kann. Ein unbarmherziger Kampf um Leben und Tod beginnt. Doch wem kann Kate dabei noch trauen? „The Thing“ ist Alien-Horror-Gemetzel vom Feinsten: Unterhaltsames Popcorn-Kino für Erwachsene.

Trailer

Halt auf freier Strecke – Genre: Drama, Start 17.11.2011 

Mutter, Vater, Kind: Familie Lange führt ein glückliches und beschauliches Leben. Gerade sind Frank, seine Frau Simone und die Kinder Lilli und Mika ins neue Eigenheim eingezogen. Dann die Schocknachricht: Frank hat einen Gehirntumor, der zu groß ist, um operativ entfernt zu werden.  Dem Familienvater bleiben nur noch wenige Monate zum Leben. Frank muss sich unweigerlich mit seinem bevorstehenden Tod auseinandersetzen;  sein Zustand verschlechtert sich stetig – eine Belastungsprobe für die gesamte Familie. In halb-dokumentarischem Stil und mit herausragender schauspielerischer Leistung ist „Halt auf freier Strecke“ ein Film, der dem Zuschauer unweigerlich an die Nieren geht.

Trailer

Der Gott des Gemetzels – Genre: Tragik Komödie, Start 24.11.2011 

„Der Gott des Gemetzels“ ist ein beeindruckendes Kammerspiel mit Starbesetzung: Niemand geringeres als Hollywoods Schauspiel-Elite Jodie Foster, Kate Winslet, Christoph Waltz und John C. Reilly geben sich  dabei die Ehre. Die Handlung ist schnell erklärt: Bei einer Schlägerei unter Mitschülern greift ein Junge zu einem Stock und schlägt dabei einem anderen Schüler zwei Zähne aus. Anschließend treffen sich die Eltern des Schlägers und des Verletzten, um die Sache zivilisiert zu klären – es sind ja schließlich alle erwachsen. In feinster „Wer hat Angs vor Virginia Woolf“-Manier geraten die festgezurrten Fassaden der beiden Paare jedoch bald ins Wanken und als Alkohol ins Spiel kommt eskaliert die Situation schließlich. Der Film basiert auf einem Stück von Jasmina Reza, das 2006 in Zürich uraufgeführt wurde und seitdem zu einem weltweiten Erfolg avancierte. In „Der Gott des Gemetzels“ setzt Regisseur Roman Polanski seine Darsteller meisterhaft in Szene. Fazit: absolut witzige Gesellschaftssatire mit Starbesetzung.

Trailer

Jane Eyre – Genre: Drama/Romanze, Start 01.12.2011

Die junge Jane Eyre möchte ihrer düsteren Vergangenheit entfliehen und findet eine Anstellung als Gouvernante. Dort trifft sie auf den schroffen Besitzer des imposanten Anwesens Thornfield Hall – Edward Rochester. Trotz seiner grimmigen Art freundet sich Jane mit Mr. Rochester an und verliebt sich bald in ihn. Ein schreckliches Geheimnis droht jedoch alles zu zerstören…. „Sin Nombre“-Regisseur Cary Fukunaga gelingt mit seinem hervorragenden Schauspielerensemble eine Adaption der historischen Romanvorlage von Charlotte Bronte, die sich durchaus sehen lassen kann.

Trailer

Straw Dogs – Wer Gewalt sät – Genre: Drama/Action, Start 01.12.2011 

Drehbuchautor David Summer und seine Frau Amy kehren in Amys Heimatstadt zurück, um das Haus ihres verstorbenen Vaters für den Verkauf vorzubereiten. Einige Nachbarn helfen bei der Renovierung des Hauses, doch die anfängliche Nachbarschaftshilfe schlägt schnell in Feindseligkeit um. Grund: David und Amy nehmen den geistig zurückgebliebenen Niles bei sich auf, hinter dem das ganze Dorf her ist, weil er einen Mord begangen hat. Für Amy und David beginnt ein Kampf ums nackte Überleben. „Straw Dogs – wer Gewalt sät“ ist eine Neuverfilmung des Romans „The Siege of Trencher’s Farm“, der bereits 1971 mit Dustin Hoffman verfilmt wurde. Fazit: Rasante Gewaltorgie mit psychologischem Hintergrund.

Trailer 

Vorschau: Die besten skandinavischen Kriminalromane schreibt ein Deutscher! Nächste Woche stelle ich euch den Literatur Shootingstar Jan Costin Wagner vor.