Claudia Schiffer oder Nachwuchsdesigner – um wen geht‘s in „Fashion Hero“?

KOMMENTAR: Die Fernsehsendung „Fashion Hero“ mit Claudia Schiffer, die vom 9. Oktober bis zum 27.November auf ProSieben ausgestrahlt wurde, sorgt in der Medienwelt zurzeit für massig Gesprächsstoff. Nachdem der Münchener Designer Marcel Ostertag, der seine Mode schon mehrmals auf der Berliner Fashion Week präsentiert hat, das Finale der Fernsehsendung gewann, sind die Diskussionen groß.

Eine Focus Online-Leserin bringt die Kritik in einem Kommentar auf den Punkt: „Hätte man sich mehr an das US Format eines „Project Runway“ angelehnt, hätte das durchaus was werden können. Ich denke, dass in Deutschland generell kein großes Interesse an solchen Sendungen besteht. Und die Juroren (außer Claudia Schiffer) kannte wohl auch keiner“. Nicht nur die Einschaltquoten liegen unter einer Million, sondern auch Ex-Model Claudia Schiffer wird heftig kritisiert. Es ständen nicht die Nachwuchsdesigner im Mittelpunkt, sondern Frau Schiffer mit ihren strahlend weißen Zähnen. Focus Online nennt sie sogar die „bestaussehende Fehlbesetzung“, denn richtig viel habe sie zur Fernsehsendung angeblich nicht beigetragen, außer ein paar Worten zu Kollektionen die sie „cool und edgy“ findet. Dass nun auch ein Designer zum talentiertesten Jungdesigner Deutschlands gewählt wurde, der den Fuß schon in der Türe hatte, lässt Schiffer in einem noch schwärzeren Licht stehen.

ProSieben sucht über „Fashion Hero“ Jungdesigner, die Sinn für Massengeschmack haben. Es sollen keine Entwürfe sein, die Emotionen erwecken und Menschen berühren, wie es auf manchen internationalen Schauen das ein oder andere Mal passiert. Reicht diese Massenabfertigung denn aber aus für eine gute Show? Ganz ohne Emotionen? Wohl nicht, denn auch mit einer wahnsinnig aufwendigen Bühnenshow, bei der Flammen aus der Bühne kommen oder Models von der Decke abgeseilt werden, kann Schiffer die Masse nicht begeistern. Außerdem ist es dem Zuschauer egal geworden, was aus Schiffers Schützlingen einmal wird oder ob sie ihren großen Traum Mode zu machen weiterhin verfolgen. Denn er erfährt ohnehin nichts über den Nachwuchs, geschweige denn über den Designprozess. Die Kritik der Juroren ist oberflächliches Geplänkel und weder konstruktiv noch fachlich fundiert. Basierend auf der Idee von Heidi Klums „Germany’s Next Topmodel“ ist „Fashion Hero“ nur ein billiger Abklatsch. Schiffer versucht, ihrer Kollegin Konkurrenz zu machen und den gleichen Erfolg zu ernten.

Man merkt schnell, dass sich alles nur noch um Schiffer dreht, und nicht um die Designer, die ihr Können unter Beweis stellen können, indem sie zeigen, dass sie ihre Ideen zu kommerzialisieren wissen. Leider hat die 43-Jährige damit einen Griff ins Klo gelandet. Statt ihrer Rivalin nachzueifern, sollte Schiffer sich lieber darum bemühen, ein Format zu finden, das zu ihrer Persönlichkeit passt.

Vorschau: Nächste Woche geht es darum, wie Luxusmarken digitale Medien nutzen.