Koalas- Fellknäul im Baum

Koala_by_S. Thomas_pixelio.deDas typische Bild eines Koalas ist, dass er im Ast sitzt und Eukalyptus mampft oder schläft. Und dieses Bild trifft zu. Der Koala schläft 20 Stunden am Tag und übertrifft damit noch das Faultier. Das ist jedoch kein Wunder, denn ein Koala muss Energie sparen. Die Eukalyptus-Blätter geben nur wenig Energie her. Und wählerisch ist das Fellknäul auch noch. Von den über 600 Eukalyptus-Arten in Australien essen sie nur einige wenige. Doch wählerisch müssen sie sein, denn Eukalyptus, dessen Genom vor kurzem komplett sequenziert wurde, enthält Giftstoffe. Daher essen Koalas auch nur 200 bis 400 g Blätter am Tag, um die Giftdosis nicht zu überschreiten. Mit dem längsten Blinddarm alle Säugetiere und speziellen Bakterien kann der besonders angepasste Verdauungstrakt der Tiere diese beschwerliche Nahrung verdauen. Dafür müssen Koalas auch nichts trinken, da die Blätter sehr wasserreich sind. In der Sprache der Aborigines heißt Koala soviel wie „ohne Wasser“ oder „ohne zu trinken“.

Aber mal von Anfang an: Nein, der Koala ist kein Bär, auch wenn er manchmal so bezeichnet wird. Er ist ein Beuteltier. Er ist also verwandt mit den Wombats und den Kängurus. Sie werden zwischen 60 und 85 cm groß und wiegen zwischen vier und 14 kg. Ihr Lebensraum beschränkt sich auf die Ostküste Australien. Früher wurden sie wegen ihres silbergrauen Fells gejagt, wodurch ihre Anzahl drastisch absank. Erst in den späten 1930er Jahren wurden die Koalas zur geschützten Art erklärt. Heutzutage hat der Koala als Symbol für Australien Kultstatus.

Koala_by_Dieter Schütz_pixelio.deKoalas sind auf den ersten Blick Einzelgänger, haben jedoch ein stabiles soziales System untereinander. Jeder Koala hat sein eigenes Revier mit seinen Schlaf- und Essbäumen. Die Reviere überlappen sich am Rande, um Interaktion zu ermöglichen. Dabei ist meist jedoch der zwischengeschlechtliche Austausch gemeint. Ist ein Koalaweibchen paarungsbereit, stößt es einige Grunzlaute von sich oder macht sich auf den Weg ein Männchen zu suchen. Männchen geben zur Reviermarkierung und Information für die Weibchen ein weitreichendes heiseres Bellen von sich. Dies wird mit einem speziellen Organ produziert, welches erst vor kurzem entdeckt wurde. Die Männchen bekämpfen sich zur Paarungszeit am Revierrande auch gerne einmal. Auch der Paarungsakt in luftigen Höhen ist brutal, denn das Männchen hält das Weibchen fest und drückt es gegen den Baumstamm. Danach wird es jedoch vertrieben.

Das Baby wächst im Schutz des Beutels heran und öffnet nach circa sechs Monaten das erste Mal seine Augen. Bis der Nachwuchs selbstständig ist, kann es auch mal zwei bis drei Jahre dauern. Danach muss es das Revier der Mutter verlassen und sich ein geeignetes eigenes Revier suchen, wodurch es mitunterweite Strecken zurücklegen muss. Stirbt ein Artgenosse, so wird das Revier oft übernommen. Dies kann schnell geschehen, da Koalas anfällig gegenüber vielen Krankheiten sind. Besonders ein Retrovirus, der ähnlich dem HIV beim Menschen, das Immunsystem schwächt, hinterlässt bleibende Schäden bei der Koalapopulation.

Neuste Forschungen zeigen außerdem, dass Koalas Bäume umarmen, um sich zu kühlen. Dieses „Tree-Hugging“ hilft ihnen bei Hitzestress und verhindert Dehydration.

Vorschau: Nächste Woche gibt es in der Tier&Umwelt Rubrik einen Reisebericht von Svenja zum Tierschutz in Rumänien.

Bloß nicht drüber nachdenken – Studien zu Gedanken

Alleine im Wald. Ich schließe die Augen, atme tief ein und aus und entspanne mich. Nur die Vögel zwitschern. Jeder kann so seinen Gedanken freien Lauf lassen. Aber halt! Mit seinen eigenen Gedanken alleine sein? Was für die Einen ein Traum darstellt, soll einer Studie zufolge für die anderen Menschen eher ein Alptraum sein. Sie würden sich lieber elektrisch schocken lassen. Veröffentlicht wurde diese Studie im Juli 2014.

In der Universität von Virginia wurden im Verlauf von elf Experimenten 409 Studenten für 6 bis 15 Minuten alleine in einem Raum gelassen. Keine Smartphones, Bücher, Stift und Papier; keine Ablenkung war möglich, nur ruhig und wach auf einem Stuhl sitzend. Andere sollten dagegen über eine bestimmte Sache nachdenken, wie ihr Essensplan für diese Woche. Die Hälfte der Teilnehmer empfanden dies als unangenehm. Zuhause war diese Aufgabe sogar noch schwerer. Die Gedanken wanderten umher und sie konnten sich nicht konzentrieren, beklagten sich die Teilnehmer.

Die Zeit zum Denken war für diese Menschen eher bei einer externen Aufgabe, wie Musik hören oder ein Buch lesen. Diese Experimente bestätigten sich unabhängig von Alter und Beruf. In einem letzten Experiment wurde den Teilnehmern die Wahl gelassen, sich einen kleinen elektrischen Schlag zu verpassen, anstatt sich der Denk-Aufgabe erneut zu stellen und zwei Drittel der Teilnehmer entschieden sich für die Elektro-Behandlung.

Ist es in unserer Gesellschaft also so weit gekommen, dass die Leute von ihrem Smartphone so sehr abgelenkt werden? Muss der Geist unterhalten werden, statt sich selbst zu unterhalten? Die Moderne scheint den Stress ebenfalls in unserer Gedankenwelt zu erhöhen. Der Fokus ist immer auf der Außenwelt. Dies ist nicht gesund für uns. Meditation war schon lange ein Weg zum inneren Frieden. Dabei geht es ja sogar darum, mit seinen Gedanken alleine zu sein und sie schweifen zu lassen.

Und wo wir gerade bei Studien zu Gedanken sind: Schon im Februar 2013 wurde eine Studie veröffentlicht, bei der  Ratten durch ein sogenanntes Brain-to-Brain Interface (BTBI) miteinander in Realzeit Informationen ausgetauscht hatten. Diese Kommunikation zwischen Gehirnen durch eine Gehirn-Gehirn Schnittstelle wird bereits in Pilotexperimenten an Menschen durchgeführt. Hier kontrolliert ein Wissenschaftler das Gehirn seinen Kollegen und lässt ihn eine Bewegung durchführen, ohne, dass dieser es willentlich selbst tut. Wer weiß, vielleicht sind wir in der Zukunft nie wieder alleine mit unseren Gedanken.

Vorschau: In zwei Wochen endet die Reihe „Bio- Alles besser“ mit ihrem dritten Teil über Obst und Gemüse.

Alles App oder was?

Lange habe ich mich gewehrt. Nie wollte ich ein Smartphone haben. Ich war der letzte unter meinen Fachinformatiker-Kollegen, der noch mit einem stinknormalen Mobiltelefon durch die Gegend gerannt ist. Mein altes Klapp-Handy ging wunderbar, war «unkaputtbar», finnische Qualität eben, mit der man zur Not auch mal einen Nagel in die Wand schlagen konnte, um danach einfach weiter zu telefonieren.

Die Generationen des Handy von alt nach neu.

Generationenwechsel: Das Smartphone, hier links, hat das konventionelle Handy bereits verdrängt. (© Dirk Kruse/Pixelio.de)

Schließlich habe ich dann doch klein beigegeben, ich habe mir in der Tat ein Smartphone gekauft. Natürlich nicht das teuerste, für den Anfang tut es auch ein günstiges Einsteiger-Modell, aber immerhin – ich bin nun in der Welt der Apps und des Touch-Pad angekommen.

Klar, dass ich mir das neue Handy nicht ohne Grund gekauft habe – Smartphones sind mehr als nur nette Spielzeuge, sie sind auch extrem praktisch.

Mit meinem alten Klapp-Handy konnte ich telefonieren und SMS schreiben. Aber schon das simsen war eher mühselig. Mit dem Ziffernblock Buchstaben einzugeben geht zwar mit etwas Übung recht flott, so konnte ich am Ende eine normale SMS in gut 30 Sekunden ins Gerät hacken. Trotzdem blieb es einfach unbequem und unpraktisch. Internet wäre mit meinem alten Handy theoretisch auch möglich gewesen, aber wenn schon das SMS schreiben nervt, dann kann man sich ja vorstellen, wie angenehm es war, im Interent unterwegs zu sein.

Deshalb habe ich mir gedacht, dass es nun endgültig Zeit wird, auf ein Smartphone umzusteigen. Bequemes SMS-Schreiben, Mail-Zugriff, Facebook, alles an einem Ort, immer verfügbar, wenn ich es brauche. Die Betonung liegt hier auf dem ‚Ich‘, denn immer verfügbar zu sein, wenn es die anderen wollen, das ist es, was ich gerade nicht will, was mich unter anderem auch lange Zeit von einem Smartphone abgehalten hat.

Damit ich alle Vorteile meines Smartphones nutzen kann, brauche ich auf jeden Fall ein paar Apps. Schon einmal je eine für Mail und Facebook, denn so geht es einfach schneller und bequemer als wenn ich den Browser dafür verwende. Dann auch noch die MVG Fahrinfo App. Dieses kleine Tool hat mich schon lange gereizt, jetzt mit meinem Smartphone kann ich es endlich nutzen. Es handelt sich um eine App, die mir für München alle Fahrzeiten der öffentlichen Verkehrsmittel live anbietet. Ich sehe also sofort, ob die U-Bahn Verspätung hat, ob ich zum Beispiel besser auf die Tram umsteigen sollte. Außerdem bekomme ich immer und überall die kürzesten und schnellsten Verbindungen angeboten – das ist echt praktisch, ohne hier Werbung machen zu wollen. Ich spare mir mit diesem wie mit anderen kleinen Helferlein jede Menge Zeit im Alltag.

Einziger Wehrmutstropfen: Um diese tollen Apps nutzen zu können, muss ich mir doch tatsächlich ein Google-Konto anlegen, denn auf meinem Handy läuft Android. Ohne Google-Account kein Google PlayStore und ergo keine Apps – dann hätte ich ja gleich bei meinem alten Handy bleiben können. Im Endeffekt ist es ja auch egal, ob ich nun einen Google-Account habe oder nicht – irgendjemandem muss ich eben meine Daten verfügbar machen, darum führt leider kein Weg vorbei, wenn ich mein Smartphone optimal nutzen will. Daran hätte auch ein iPhone nichts geändert, dann wäre ich jetzt eben bei Apple in der Datenbank.

Trotzdem: unterm Strich bin ich einfach nur zufrieden mit meinem neuen Gerät. Es ist bequem und der Akku hält auch länger als befürchtet. Und das Beste: Wenn ich keine Lust mehr auf Facebook oder WhatsApp habe, dann schalte ich einfach das Handy aus – ja auch ein Smartphone kann man abschalten. Denn trotz Smartphone, auf eines will ich nicht verzichten: Meine Freiheit, selbst zu bestimmen, wann ich wie erreichbar bin.

Vorschau: Blogger schenken Lesefreude – Was es mit dieser Aktion zum Welttag des Buches im April auf sich hat, erfahrt ihr nächste Woche von Eva.

Weihnachtsspecial Teil 2 – SIE beschenkt IHN: Schöne Bescherung für den modischen Mann

Ob wir es wahrhaben wollen oder nicht – spätestens jetzt gibt es vor dem heiligen Fest kein Entkommen mehr. Zwölf Tage bleiben uns noch, um uns neben dem alltäglichen Wahnsinn nun zusätzlich mit der ominipräsenten Frage nach DEM richtigen Weihnachtsgeschenk auseinanderzusetzen.

Unter besonderem Druck dürften wohl dieser Tage die Liebenden stehen. Denn wann, von Geburts-, Valentins- und Jahrestag mal abgesehen, könnte man seinem Gegenüber besser zeigen, was man empfindet, als unterm Christbaum?

Nachdem sich die Herren der Schöpfung vergangene Woche  bereits inspirieren lassen durften, sind heute die Damen an der Reihe. Face2Face hat auf einige Weihnachtseinkaufslisten linsen dürfen und präsentiert euch daraus nun die modische Crème de la Crème, mithilfe derer sich auch kurzentschlossene Shoppingqueens noch fürs Fest der Liebe wappnen und den Beschenkten ganz bestimmt ein frohes Fest bereiten können:

Beginnen wir mit der 24-jährigen Sonderschullehramts-Studentin Lisa aus Mainz, die beschlossen hat, sich in diesem Jahr auf Vergangenes zu berufen. Letztes Weihnachten nämlich gab es für ihren Freund eine Lomo-Kamera, die jetzt, so findet sie, endlich eine adäquate Kameratasche verdient. Generell scheinen Accessoires wie Taschen und Hüllen für unsere Elektronik in diesem Jahr schwer angesagt zu sein. Das gilt bei weitem nicht nur für Handys, für die es heutzutage bekanntlich allerhand glitzernden und funkelnden Schnickschnack gibt, der allerdings nur in den seltensten Fällen über einen ästhetischen Zweck hinaus auch einen praktischen Nutzen erfüllt. Das ist – und das wird vor allem einen Tollpatsch freuen – bei Hüllen, Tasche oder anderen Schutzvorrichtungen anders, da diese in erster Linie dazu dienen sollen, unsere technischen Alltagshelden selbst bei Schmutz und Extremsportarten am Leben zu erhalten. Außerdem sind sie in rauhem Leder und gedeckten Farben in Männerhänden liegend natürlich auch absolut hübsch anzusehen.

Zusätzlich entschied sich Lisa, ebenso wie auch die 21 Jahre alte Lehrämtlerin Melanie aus Kassel, dafür, ihrem Herzbuben an kalten Tagen Wärme zu spenden, selbst wenn sie einmal nicht bei ihm sein kann. Die Geschenkidee mag leicht abgedroschen klingen, ist aber modisch gesehen gerade in dieser Saison ein absolutes Must-Have: Der Winterschal: In Grobstrickfassung, ob nun in Handarbeit gefertigt oder mit Bedacht im Lieblingsladen ausgewählt, taugt er als ständiger Begleiter fast so sehr wie die Freundin selbst. Das favorisierte Modell ist und bleibt dabei der Tube-, auch Loopscarf oder zu Deutsch Schlauchschal genannt, der sich an Männlein wie Weiblein locker umgelegt hervorragend trägt. Farblich sollten der Experimentierfreude keine Grenzen gesetzt werden, sofern man dabei stets die Farbe von Winterjacke oder -Mantel seines Partners im Blick behält, damit sich diese nicht mit dem kuscheligen Accessoire beißt, aber dabei dennoch unter Umständen farblich einen Akzent setzt.

Herzblatt

Was mit Herz: Für unser Herzblatt soll es alle Jahre wieder zum Weihnachtsfest etwas Besonderes sein. (Foto: T.Gartner)

Bei der angehenden Humanmedizinerin Anna Maria aus Kiel hingegen darf es etwas ausgefallenes sein, das ebenso besonders ist wie ihr Freund selbst. Als bekennender VW-Fahrer fehlt ihm, so die 23-jährige, der zu seinem Cabrio passende Schlüsselanhänger. Einen solchen hat sie für ihn aufgetrieben und will ihn damit ein Statement setzen lassen. Vielleicht bringt uns das ja auf die Idee, unsere Accessoire-Liste noch um eine hübsche Idee zu ergänzen. Allerdings macht auch gerade sie uns bewusst, dass Individualität bei der Geschenkauswahl ein nicht ganz unwichtiges Kriterium darstellt. In Wahrheit ist es sogar höchst bedeutsam, schließlich sagt das Geschenkte nicht nur eine Menge über die Frau als Schenkerin selbst, sondern im Idealfall ebenso viel über den Bescherten aus. Schließlich soll ja gerade letzterem eine Freude gemacht werden.

Also ist im Vorfeld höchste Aufmerksamkeit gefragt – und womöglich das ein oder andere spitzfindige Nachhaken.
Wovon spricht er immer wieder, beklagt er sich über etwas, das in letzter Zeit immer wieder fehlt oder womöglich gerade kaputt gegangen ist? Melanie formulierte es ganz richtig: „Mein Freund ist manchmal einfach zu geizig, um sich selbst eine Freude zu machen.“ Diese „Schwäche“ sollte die Frau an Weihnachten für sich nutzen.

Nicht viel falsch machen kann man darüber hinaus mit Düften, wie etwa Jean Paul Gaultiers Klassiker „Le Male“ und modischen Fanartikeln wie zum Beispiel Band-Shirt, genau wie Melanie es für ihren Freund eingekauft hat, sofern der Musikgeschmack des Mannes nicht gerade Gruppen mit absonderlichen Namen und Motiven vorsieht.

Abschließend lässt sich wohl feststellen, dass das Erfolgsrezept für ein perfektes Weihnachtsgeschenk offensichtlich noch nicht erfunden wurde. Vermutlich ist das aber auch ganz gut so, denn sonst gäbe es wohl erstens nicht alle Jahre wieder Weihnachtsspecials wie diese und zweitens würden alle Frauen ihren Männern die Glossybox for men oder ein Paar Unterhosen schenken – es lässt sich schnell erahnen, was von beidem dem Herrn wohl häufiger untergekommen sein dürfte – und vor allem wäre das Fest der Liebe oder vielmehr dessen Sinn schlichtweg verfehlt. Schließlich sollte trotz Konsumrausch und dem leider immer wieder zum Schenken verpflichtenden Zugzwang immer noch die Verbindung zwischen zwei Menschen im Vordergrund stehen. Oder, wie BWL-erin Hanna es so schön ausdrückte: „In diesem Jahr bekommt mein Freund En Kuss und en diggen Abbel!“

Vorschau: Alles, was es über die Sendung „Fashion Hero“ zu wissen gibt, erfahren wir von Moderedakteurin Clarissa in der nächsten Woche.

Proteste in der Ukraine – Tausende Menschen fordern Janukowitschs Rücktritt

In der Ukraine protestieren weiterhin hunderttausende Menschen in Kiew gegen Staatschef Viktor Janukowitsch. Dieser hatte den Unmut der Bevölkerung auf sich gezogen, als er ein Assoziierungsabkommen mit der Europäischen Union hatte scheitern lassen. Dies gilt zugleich als Zeichen der Annäherung an Russland.

Hier versammeln sich in den letzten Tagen Hunderttausende Menschen, um gemeinsam zu demonstrieren: Platz der Unabhängigkeit in Kiew (Foto: Helga Ewert/ pixelio.de)

Hier versammeln sich in den letzten Tagen Hunderttausende Menschen, um gemeinsam zu demonstrieren: Platz der Unabhängigkeit in Kiew (Foto: Helga Ewert/ pixelio.de)

Im Zentrum der Verhandlungen über das Abkommen stand auch der schlechte gesundheitliche Zustand der inhaftierten Oppositionellenführerin Julija Tymoschenko. Die ehemalige Ministerpräsidentin setzt sich stark für einen europafreundlichen Kurs der Ukraine ein. Die Europäische Union hatte nun eine Ausreise Tymoschenkos zur medizinischen Behandlung als Bedingung für die Unterzeichnung des Assoziierungsabkommens gemacht. Sie selbst hatte vor einigen Tagen die EU dazu aufgefordert, das Abkommen auch ohne ihre Ausreise zu unterzeichnen. Das lehnte diese jedoch ab.

Zudem hatte der russische Präsident Wladimir Putin mit wirtschaftlichen Konsequenzen für die Ukraine gedroht, sollte sie sich der EU nähern. Da Russland der wichtigste Handelspartner der Ukraine ist, könnte dies enorme wirtschaftliche Folgen mit sich bringen. Moskau versucht schon lange, die Ukraine in eine postsowjetische Eurasische Union mit Weißrussland und Kasachstan zu zwingen und somit von der EU fernzuhalten.

Mittlerweile hat Janukowitsch laut russischen Medienberichten den Demonstranten versprochen, die Annäherung an die Europäische Union weiter voran zu treiben. Näheres dazu gibt es aber noch nicht. Zuvor hatte sich Janukowitsch von der Polizeigewalt der letzten Tage distanziert. Bei den friedlichen Demonstrationen der letzten Tage waren etliche Menschen aufgrund der harten Polizeigewalt verletzt worden.

Krebstiere − Vielfalt im Meer

Typisches Krebstier: eine Krabbe auf einem Stein (Foto: M. Helmich  / pixelio.de)

Typisches Krebstier: eine Krabbe auf einem Stein (Foto: M. Helmich / pixelio.de)

Krebse, Crustaceen oder Krustentiere werden sie genannt. Sie sind eine der ältesten Tiergruppen und eng verwandt mit Tausendfüßler, Insekten und Spinnen, die als Gliederfüßer zusammengefasst werden. Mit 67 Tausend Arten bilden sie jedoch nur den drittgrößten Unterstamm. Die Krebstiere haben einen segmentierten Körper, der im groben in Kopf, Rumpf und Hinterleib unterteilt wird. Sie entwickeln sich alle aus winzigen Larven, deren Form sich bei allen Krebsen ähnelt und die frei als Plankton im Wasser leben. Sie atmen mit Kiemen und ihr Lebensraum ist an das Wasser gebunden. Selbst Einsiedlerkrebse und Strandkrabben, die zeitweise an Land leben bleiben vom Meer abhängig.

Die einzigen Krebse, die sich komplett an ein Leben an Land angepasst haben sind die Asseln. Diese kleinen unter Steinen lebenden Krabbeltierchen gelten ebenfalls zu den Krebstieren und nicht zu den Insekten. Sie besitzen Kiemen und ebenfalls Tracheen, ein Röhrensystem zum Gasaustausch, wie bei den Insekten. Trotzdem bevorzugen diese Tierchen auch einen feuchten Lebensraum. Ihre Jungen entwickeln sich direkt im Körper des Weibchens.

Entenmuscheln sehen aus, wie Muscheln, die an einem Stiel am Meeresboden befestigt wurden und Tentakeln aus ihrer Öffnung hängen lassen. Auch diese Tiere sind eigentlich Krebstiere. Der muschelförmige Teil ist der Rumpf des Tieres und mit den Tentakeln fischen sie nach Plankton. Ihr Name rührt von einem Missverständnis her. Als man damals im Mittelalter noch nichts von dem Vogelzug der Enten und Gänse wusste und sie nie in Europa nisten sah, nahm man an, dass sie ihre Eier auf Äste legten, welche ins Wasser fielen und zu den Entenmuscheln wurden. Aus diesen sollten sich dann die Enten entwickeln.

Die bekannteste Gruppe der Krebse sind die Zehnfußkrebse. Dazu gehören Krabben, Langusten, Hummer und Einsiedlerkrebse. Darunter ist ebenfalls die über drei Meter lange japanische Riesenkrabbe, die als größter Gliederfüßer gilt.  Alle Krabben haben einen stark reduzierten Hinterleib. Das erste Beinpaar ist zu Scheren ausgebildet und oft haben die Männchen eine besonders große Schere auf einer Seite des Körpers zum Kampf mit Artgenossen und zur Abwehr von Fressfeinden.

Die Legende: der Fangschreckenkrebs (Foto: Harald Schottner  / pixelio.de)

Die Legende: der Fangschreckenkrebs (Foto: Harald Schottner / pixelio.de)

Auch die Knallkrebse haben solche Scheren. So kann die Schere manchmal sogar die Masse des restlichen Körpers erreichen. Jedoch sind die Scheren der Knallkrebse so modifiziert, dass bestimmte Knallgeräusche erzeugt werden können. Und nicht nur das: durch die explosionsartige Bewegung entsteht eine Blase, die sich wie eine Pistolenkugel mit 100 km/h auf die Beute zubewegt und zerberstet. Dadurch wird die Beute betäubt.

Durch TheOatmeal, eine Comicwebseite, wurde auch der Fangschreckenkrebs zu einem Superstar im Internet erklärt. Doch waren die Behauptungen, die in dem Comic aufgestellt wurden, nicht gerade wissenschaftlich korrekt. Trotzdem ist der Fangschreckenkrebs mit seinen 30 Zentimetern und dem farblich schillernden Körper ein sehr interessantes Tier. Er lebt in tropischen und subtropischen Meeren und hat ein hoch entwickelndes Sehvermögen. Manche Arten können mit einem schnell ausfahrenden Arm einen starken Schlag austeilen. Andere haben diese Gliedmaße angespitzt und durchbohren ihre Beute, wie mit einem Speer.

Vorschau: Nächste Woche beschäftigen wir uns mit dem Klimaschutz in Deutschland

Der tasmanische Tiger – ein Opfer der Zivilisation

Down Under – ein einzigartiger Kontinent. Auch die Tierwelt dort ist einzigartig, da sich aufgrund der Isolation des Kontinents die Flora und Fauna unabhängig von der restlichen Welt entwickelte. Dies geschah vor 200 Millionen Jahren, nachdem sich die australische Kontinentalplatte vom Urkontinent Godwana abtrennte. Doch durch den modernen Menschen geschah es mehrfach, dass Arten in diese heile Welt eingeschleppt wurden. Aufgrund mangelnder natürlicher Feinde verbreiteten sie sich ungehemmt und verdrängten die einheimischen Arten, weshalb viele von ihnen heute bedroht sind. Der tasmanische Tiger ist bereits ausgestorben.

Der tasmanische Tiger – ein Opfer der Zivilisation

Letzte Bilder: Zwei Tasmanische Tiger im Zoo in Washington, 1902 (Foto: Pressefoto Smithsonian Institution archives)

Beuteltiger, tasmanischer Wolf oder Beutelwolf wird er ebenfalls genannt. Das 90 bis 130 cm lange hundeähnliche Tier war das größte fleischfressende Beuteltier auf dem australischen Kontinent. Zu den Beuteltieren gehören ebenfalls Koalas, Kängurus, Wombats und Opossums.

Der tasmanische Tiger darf nicht mit dem tasmanischen Teufel, ebenfalls ein Beuteltier, verwechselt werden. Dies ist der heute noch lebende größte Vertreter der Raubbeutler. Er besitzt ein schwarzes Fell und der berühmteste Vertreter ist bei den „Looney Tunes“ neben Bugs Bunny, namentlich Taz, zu sehen. Auch dieses Tier ist momentan durch eine krebserregende Krankheit vom Aussterben bedroht.

Der tasmanische Tiger besaß charakteristische Streifen am Hinterteil seines Körpers, die ihm seinen Namen einbrachten. Er lebte, wie Felszeichnungen der Aborigines belegen, auf dem australischen Kontinent und Neuseeland, starb dort aber aus. Heutzutage ersetzt der eingeschleppte Dingo, ein Wildhund, das obere Ende der Nahrungskette an diesen Orten. Nach Tasmanien kam der Dingo nie.

Als die Europäer sich allerdings in Tasmanien ansiedelten, war auch der Beutelwolf durch den verdrängten Lebensraum und die Jagd auf ihn mehr und mehr bedroht. Das letzte bekannte Exemplar des tasmanischen Tigers starb im Jahre 1936 in einem Zoo. Eine Nachzucht im Zoo gelang nicht. Auch wurde trotz vieler Expeditionen danach auch nie wieder ein Tier in freier Wildbahn dokumentiert. Gerüchte und Mythen, dass es immer noch ein paar dieser Tiere geben soll, hielten sich jedoch noch lange.

Der tasmanische Tiger ist nur eines von vielen Beispielen. Viele Tiere sind bereits ausgestorben und noch viel mehr sind vom Aussterben bedroht. Der Mensch muss lernen mit der Natur im Einklang zu leben und vielleicht haben dann zumindest andere wunderbare Geschöpfe noch die Möglichkeit zu überleben, sodass sich auch unsere Kinder an ihrem Anblick erfreuen können.

Info: Wer helfen will Tiere vor dem Aussterben zu bewahren, sollte sich an die Organisationen wenden, die sich dies zum Ziel gemacht haben. Wichtige Links wären unter anderem:

http://www.wwf.de/

http://www.greenpeace.de/

http://www.tierschutzbund.de/

Vorschau: Nächste Woche wird Caro uns etwas zu Tierkommunikation erzählen.