Müde vom Leben – Was sind Depressionen?

Depressionen: eine Person auf die Knie gestützt in Schwarz Weiß.

Schwarz-Weiß: Die Depression kann Gefühle der Hoffnungslosigkeit und Einsamkeit auslösen.
(Bild: M.E. / pixelio.de)

Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) leiden rund vier Millionen Menschen in Deutschland an ärztlich attestierten Depressionen. Solche können bei manchen Menschen bereits auftreten, wenn der Winter hereinbricht und das Sonnenlicht nur noch selten zu sehen ist. Diese Menschen leiden dann unter dem sogenannten Winterblues, der sie müde und antriebslos macht. Auch weltbekannte Persönlichkeiten wie die Sängerin Demi Lovato oder die Harry Potter-Autorin Joanne K. Rowling sind Leidtragende von Depressionen, welche sogar Suizidgedanken hervorrufen können. Durch beide Persönlichkeiten wird deutlich, dass unterschiedliche Auslöser der Grund für eine Depression sein können. Was genau eine Depression ist, wie sie entstehen und behandelt werden kann, das lest ihr hier.

Was sind Depressionen?
Laut einer Definition der Weltgesundheitsorganisation ist eine Depression „eine weit verbreitete psychische Störung, die durch Traurigkeit, Interesselosigkeit und Verlust an Genussfähigkeit, Schuldgefühle und geringes Selbstwertgefühl, Schlafstörungen, Appetitlosigkeit, Müdigkeit und Konzentrationsschwächen gekennzeichnet sein kann.“ Es gibt also unzählige Anzeichen, die auf eine solche Erkrankung hinweisen können. An dieser Stelle möchte ich zwei prominente Beispiele nennen, die sich bereits in einer solchen Situation befunden haben.
Die Sängerin und Schauspielerin Demi Lovato litt unter einer bipolaren Störung. Hierbei wechseln sich Phasen des Hochgefühls mit Phasen einer Depression ab. So kommt es zuerst zu einem übersteigerten Glücksgefühl, welches gefolgt ist von einer Phase tiefer Traurigkeit und Antriebslosigkeit. Auch Mobbing-Attacken können Auslöser für eine Depression sein. So wurde der Disney-Star bereits in der Schulzeit von Klassenkameraden beleidigt und bloßgestellt. In solchen Situationen suchen Leidtragende oftmals den Fehler bei sich selbst und geraten dadurch in eine Dauerstress-Situation, von der sie sich in manchen Fällen nicht erholen können. Erste Anzeichen einer solchen Situation können körperliche Beschwerden wie Rückenschmerzen oder Schlafstörungen sein. Oftmals ziehen sich Betroffene in sich selbst und aus dem Leben zurück. Wenn diese Verhaltensweisen nicht behandelt werden, können daher Depressionen auftreten, die in schlimmen Fällen zum Suizid führen können.

„Die dunklen Gedanken kamen oft wieder und meine Mutter hatte morgens immer Angst, sie würde meine Zimmertüre aufmachen und mich nicht mehr lebend auffinden.“ – Demi Lovato

Leben an der Armutsgrenze
Dass auch andere Faktoren Auslöser einer Depression sein können, zeigt sich bei der Harry Potter-Autorin Joanne K. Rowling. Als im Jahr 1990 ihre Mutter starb und Rowling nach einer gescheiterten Ehe nach Großbritannien zog, lebte sie als alleinerziehende Mutter knapp über der Armutsgrenze. Mit ihren Büchern blieb sie zu diesem Zeitpunkt erfolglos und sah sich selbst aus diesem Grund als gescheitert an. Auch die Flucht aus dem Leben und den schlechten Lebensbedingungen hatte sie erwogen.
Aus diesem Tiefpunkt heraus nahm sie professionelle Hilfe an und kämpfte gegen ihre Depressionen. Heute werden ihre Harry Potter-Bücher millionenfach verkauft, was Rowling zu einer der bekanntesten Roman-Autorin weltweit gemacht hat. Ihre Tochter und das Schreiben waren die Lichtpunkte dieser dunklen Phase in ihrem Leben, die sie auch in ihren Büchern verarbeitet. Die Dementoren, die jegliches Glücksgefühl aus den Menschen saugen und die Welt in eine dunkle, kalte und triste Landschaft verwandeln, symbolisieren in einer unglaublich machtvollen Weise die Auswirkungen einer Depression auf den Menschen. Gefühle wie Einsamkeit und Hoffnungslosigkeit werden dargestellt als schwarze lumpige Kreaturen, deren unheilvolles Erscheinen dem Zuschauer einen Schauer über den Rücken laufen lässt.

Zwischen Selbstzweifeln und Angstzuständen

Depressionen: Eine Person schreit

Der Schrei: Angstzustände sind bei Depressionen nicht selten.
(Bild: günther gumhold / pixelio.de)

Demi Lovato und Joanne K. Rowling machen deutlich, dass sowohl Mobbing, als auch erschwerte Lebensumstände oder Verlustsituationen die Ursache für eine Depression sein können. In diesem Abschnitt möchte ich einige Situationen nennen, die im Kindesalter prägen und ebenfalls eine Depression hervorrufen können.
Die Ablehnung der Eltern oder nahestehender Personen kann für erhebliche Schäden sorgen. Traumatische Ereignisse wie eine Vergewaltigung oder Gewalt im Elternhaus stellen sensible Faktoren für die Entwicklung von Depressionen dar. Auch wenn die Wunden nach einer Weile verschwinden, leiden einige Betroffene an den mentalen Schäden noch ein Leben lang. Vor allem ohne eine richtige Behandlung bzw. insofern sie sich keine Hilfe gesucht haben. Diese Szenarien in der Kindheit können dafür sorgen, dass Betroffene negative Einstellungen gegenüber sich selbst entwickeln. Diese beschränken sich nicht nur auf die eigene Person, sondern auch auf das Umfeld und ihr Leben allgemein. Symptome wie ein geringes Selbstwertgefühl und Selbstzweifel, sowie Minderwertigkeitsgefühle und Angstzustände können daraus hervorgehen. Diese Einstellung gegenüber der eigenen Person kann daher rühren, dass die betroffenen Personen in ihrem elterlichen Umfeld den Umgang mit Problemen nicht gelernt haben oder Fürsorge und Liebe nie erfahren haben.
An dieser Stelle möchte ich jedoch erwähnen, dass in diesem Abschnitt lediglich ein Fall aus Vielen beschrieben wird. Jeder Betroffene erlebt individuelle Lebenssituationen, die wiederrum unterschiedliche Auswirkungen haben können. Aus diesem Grund ist es mir besonders wichtig zu verdeutlichen, dass die oben genannten Ereignisse und Auswirkungen in keiner Weise alleine für Depressionen verantwortlich sind.

Licht ins Dunkle bringen – Darüber reden hilft
Depressionen können das Leben erschweren. Doch sie müssen es nicht. Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, diese Form der Erkrankung zu behandeln. Reden hilft. Solltest du bemerken, dass du dich überfordert, müde oder antriebslos fühlst, sprich darüber. Auch wenn du an anderen Menschen zutreffende Symptome wahrnimmst, kannst du selbst ein offenes Ohr bieten oder aber eine Unterstützung bei der Suche nach geeigneter Hilfe sein. Therapeutische Beratungsstellen oder Selbsthilfegruppen bieten einen Austausch mit Gleichgesinnten und helfen, dem Gefühl der Einsamkeit entgegenzuwirken.
Auch Entspannungsverfahren werden als Mittel gegen leichte bis mittelschwere Depressionen angeboten. Dabei werden Muskelpartien durch gezielte Übungen entspannt. Allerdings ist diese Art der Behandlung weniger wirksam als die sogenannte kognitive Verhaltenstherapie.
Hierbei dreht sich alles darum, sich seinen Gedanken, Einstellungen und Erwartungen bewusst zu werden und belastende Haltungen zu ändern oder ganz abzulegen. Denn in vielen Fällen ist es die persönliche Sichtweise auf belastende Dinge im Leben, denen zu viel Bedeutung beigemessen wird. Basierend auf der Annahme, dass Verhaltensweisen erlernt und verlernt werden können, ist das Ziel dieser Therapie, negative Einstellungen zu ändern und somit auch Traumata aus der Kindheit hinter sich zu lassen.
Neben Licht- oder Elektrokrampftherapien ist auch die medikamentöse Behandlung von Depressionen möglich. Vor allem für schwere und wiederkehrende Depressionen kann die Einnahme von Medikamenten sinnvoll sein, besonders dann, wenn Gedanken an Selbstgefährdung aufkommen. In akuten Fällen werden zusätzlich zu einer Psychotherapie sogenannte Antidepressiva eingenommen.
Sängerin Demi Lovato setzt auf Sport als ein gutes Mittel um unnötige Stressfaktoren aus ihrem Leben zu verbannen. Allerdings ist noch nicht nachweislich bewiesen, dass Sport Depressionen nachhaltig lindern kann. Trotzdem bietet Bewegung eine sinnvolle Ergänzung zu anderen Behandlungen, um den eigenen Antrieb zu steigern und die Stimmung zu heben.
Wie man also sieht, gibt es nicht einen einzelnen Auslöser für Depressionen. Vielmehr spielen die individuelle Lebensweise und der Umgang mit Herausforderungen eine Rolle. Psychotherapeutische Betreuung ist in vielen Fällen ein gutes Mittel, um sich mit sich selbst auseinander zu setzen und das Leben wieder in vollen Zügen genießen zu können.

Solltest du selbst oder jemand aus deinem Bekanntenkreis mit Depressionen zu kämpfen haben, kannst du gebührenfrei die Seelsorge kontaktieren +49 (0)800 111 0 111 und Hilfe finden oder dich beraten lassen.

Top 10 der neuen Spezies 2015

Die Entdeckungen sind noch lange nicht ausgeschöpft. Jedes Jahr werden neue Tier- und Pflanzenarten entdeckt. Bereits zuvor berichtete Face2Face von den Top 10 der neu entdeckten Spezies. Auch dieses Jahr wurde eine Top 10 Liste vom International Institute for Species Exploration (IISE) aus dem College of Environmental Science and Forestry aus New York erstellt:

  • Das Hühnchen aus der Hölle, Anzu wyliei, ist das einzige Fossil und der einzige Dinosaurier auf dieser Liste. Der gefiederte vogelähnliche Dinosaurier hatte, wie viele andere Tiere aus dieser Gruppe, zu der auf der bekannte Tyrannosaurus Rex gehört, leichte Knochen und einen papageienähnlichen Schnabel.
  • Balanophora coralliformis, ist eine parasitäre Korallenpflanze, die in einer Höhe von 1500m bis 1800m um den Berg Mingan in den Philippinen wächst und ihre Nährstoffe von anderen Pflanzen bezieht. Diese Spezies wurde sofort als kritisch vom Aussterben bedroht angesehen.
  • Cebrennus rechenbergi ist eine agile Spinne, die in der marokkanischen Wüste lebt und sich bei Gefahr davon macht, indem sie einen Radschlag macht.
  • Die X-Phyla ist ein multizellulärer Organismus, der einem Pilz ähnelt.
  • Die Knochenhaus-Wespe hat eine besondere Art des Nestschutzes entwickelt. Die Weibchen dieses schwarzen 1,5 cm langen Insekts legen ihre Eier in abgetrennten Zellen in hohlen Stämmen und töten, als Nahrung, je eine Spinne und legen sie mit in die Zelle. Am Ende verschließt sie dem gesamten Stamm mit 13 toten Ameisen.
  • In Indonesien fand man einen Frosch namens Limnonectes larvaepartus, der als einzige Froschart keine Eier in Wasser legt, sondern lebendige Kaulquappen gebiert.
  • Eine ganze Familie von Insekten sieht zur Tarnung aus, wie ein kleiner Zweig. Phryganistria tamdaoensis ist eine der kleineren Arten aus dieser Familie.
  • Die Seeschnecke Phyllodesmium acanthorhinum gehört zu einer Gruppe von Seeschnecken, die symbiotisch lebende Algen in ihrem Darm haben und durch diese fluoreszierend leuchten.
  • Die Weihnachtsbromelie ist eine Pflanze, die zu den Ananasgewächsen gehört. Die Einheimischen in Mexiko kennen sie schon lange und zu Weihnachtsfeiern genutzt.
  • Der Kugelfisch Torquigener albomaculosus liefert die Erklärung für ein lange ungeklärtes Mysterium. Am Meeresgrund bei Japan fanden Wissenschaftler zwei Meter breite Kreise mit geometrischen Sandskulptur-Zeichnungen. Nun stellte sich heraus, dass dies Nester sind, die von den Männchen dieser Kugelfischart gebaut werden, um Weibchen anzulocken. Sie sind nicht nur schön anzusehen, sondern minimieren Meeresströmungen im Zentrum des Nestes. Doch diese Nester werden nur einmal benutzt und dann verlassen.

 

Die Liste der Top 10 wird erstellt, um das Bewusstsein der Öffentlichkeit zu wecken und Aufmerksamkeit auf das Feld der Biodiversität und Taxonomie zu lenken. Die IISE hat es sich zum Ziel gemacht, zu inspirieren und zu ermutigen und den Fortschritt in der Taxonomie und die Entdeckung der Spezies der Erde zu voranzutreiben.

English, please!

“What the hell?“ – This might be one of your first thoughts when starting to read this article. “Why is this column written in English?” Well, good question, but there is an answer just as good.

Without doubt, English has become the most important language in the world, and proven to be essential for our modern civilization, so that it has even changed our society.

English, please!

Required skill: Business means knowing English today (©Benjamin Thorn/Pixelio.de)

No matter where you are, English is mandatory. What reasons do companies have to encourage their employees to attend classes in Business English? Refusing to be cosmopolitan and internationalize your enterprise will result in severe problems, since profit is realized through multinational trade. Especially in the computer industry, neglecting the status of the English language can be the first step towards economic ruin: the IT industry relies on English, and nothing else than English in terms of communication and programming.

As English is so essential for international success, being able to converse is required almost everywhere. “You don’t speak English fluently? Well, then we will have to hire another person who can meet our standards.”

Unfortunately this is one of the reasons why English is perceived as rather boring to learn. It is mandatory, nothing special, nothing that makes you exceptional. One is required to speak it, but enjoying the diction would be too much to be asked, except your are a linguist. So, many abhor studying English, they only do it because they are expected to do it.

However, hereby one can forget that English is even one of the most interesting languages there is. It has far more synonyms than German, for instance. Did you know that there are more than 20 synonyms for the word “beautiful”? Moreover, it is one of the languages where instructions can be given in the shortest sentences possible. Have a try: Next time going by tube read the instruction signs for an emergency in several languages. I bet the English one is the shortest.

On a regular base it is mentioned that English is infiltrating and taking over in other languages.

Pessimists predict that other languages will have disappeared in the future. Despite those predictions, I really doubt the plausibility of this nightmare scenario coming true. And to be honest – who would ever use English instead of their mother tongue at home? Have you ever told your flatmate to do the laundry in English? See, that’s what I am saying.

Furthermore, we should not condemn the English language as monstrous destroyer of other languages. Believe it or not, it is spoiling itself as well. The English philologist C.L. Wenn once stated: “English is among the easiest languages to speak badly, but the most difficult to use well.” Especially on the internet you can watch the decline of English and the preference of easy and bad communication: “Grammar? Never heard about. – Synonyms? What for? – Appropriate style? Come on, that’s waste of time.” Sometimes texts online are linguistically and grammatically worse than texts written by five graders.

Therefore, there is only one thing I can do: I implore you to take a closer look at English. Please, try to recognize the uniqueness and maybe even the beauty of this special tongue. It might be fatiguing to improve one’s English but it is worth the effort. It can only be beneficial.

Preview: You never have time to go out? Then don’t miss our column next week: Eva is going to tell you about her struggle to find time to go out with her husband.

Wer ist hier der Boss?

Der eine nennt es Hierarchie, der andere salopp Hackordnung. Gemeint ist das Gleiche: Es geht um eine Regelung, wer Entscheidungen treffen darf, wer das Sagen hat, also wer der Chef ist.

Wer ist hier der Boss?

Majestätisch: In einem Löwenrudel ist ganz klar, wer das Sagen hat. (© Jürgen Hüsmert/Pixelio.de)

Hierarchien gibt es auch im Tierreich: Jedes Rudel hat seinen Anführer, in jedem Hühnerstall gibt es einen Hahn, oft nennt man das stärkste und erfahrenste Tier auch Alpha-Tier. Überall, wo mehrere Vertreter einer Art zusammenleben, gibt es eine klare Struktur. Einer hat das Sagen, die anderen müssen oder sollten wenigstens spuren.

Da ist es nur logisch, dass auch wir Menschen eine Ordnung in unserem Zusammenleben brauchen. Ganz offensichtlich ist sie in Unternehmen, wo es einen Chef gibt, dann einen Vorstandsvorsitzenden, einen Abteilungsleiter, oder auch den „schlichten“ Angestellten. Genauso findet sich beispielsweise vor Gericht eine Rangordnung. Der vorsitzende Richter hat die höchste Entscheidungsgewalt, die Anwälte können auch noch etwas bewirken, dürfen Fragen stellen. Der Zeuge soll eigentlich nur Antworten liefern und der unbeteiligte Zuschauer hat überhaupt nichts zu melden.

Selbst in Familien gibt es so etwas wie eine Hierarchie. Meistens sind es die Eltern, die dem Kind Vorschriften machen, doch manchmal drehen die Kinder den Spieß auch um, vor allem, wenn sie älter werden. Oft ist es auch so, dass sich die älteren Geschwister den jüngeren überlegen fühlen und so entsteht ein gewisses Gefälle in den Positionen, die jeder innehat.

Hierarchien sind eigentlich überall, sie sind aber auch notwendig. Denn nur so entsteht eine Struktur im Zusammenleben oder Zusammenarbeiten und diese Struktur bedeutet Handlungsfähigkeit. Ohne wären Stillstand und Chaos auf der Tagesordnung.

Die einzige Frage, die sich stellt: Wie flach ist die Hierarchie? Es gibt sehr stark vertikal ausgerichtete Ordnungen, in denen klar feststeht, wer der Boss ist, wer auf der nächsten Stufe steht bis hinunter zu dem, der eigentlich kaum etwas zu entscheiden hat. Bei einer flachen Hierarchie ist es im Gegensatz dazu so, dass die Stellung aller angeglichen ist, ein Gefälle im „Rang“ wird mehr oder weniger nivelliert.

Wer ist hier der Boss?

Alle in einem Boot: Doch einer ruht sich lieber aus, während die anderen rudern. (© Pascal Werth)

Ganz klar: Flache Hierarchien sind optimal, wenn es um die Entfaltung des Einzelnen geht, schließlich hat jeder die Möglichkeit, sich einzubringen. Doch genau das ist auch die Schwachstelle dieser Ordnung. Jeder hat nicht nur die Chance, mitzureden, er trägt auch die entsprechende Verantwortung. Wer Entscheidungen trifft, muss diese auch vertreten – bei flachen Hierarchien ist das so ziemlich jeder. Außerdem kann ein System mit geringem Gefälle im Rang ein wenig träge sein. Vor allem dann, wenn einige sich lieber ausruhen, anstatt mitzuarbeiten. Denn die flache Hierarchie lebt gerade vom Engagement eines jeden – Faulpelze sind da Sand im Getriebe.

Eine straff organisierte vertikale Struktur hat demgegenüber den Vorteil, dass nur wenige entscheiden dürfen und müssen. Beispiel Unternehmen: Die Verantwortung trägt der Boss, in jeder Abteilung ist der Abteilungsleiter zuständig und muss geradestehen für das, was unter ihm geschieht. Wer ganz unten in der Hierarchie steht, muss sich zwar deutlich weniger mit Entscheidungen und Verantwortung abmühen, die das Unternehmen betreffen. Aber dafür muss er sich auch mit dem abfinden, was „oben“ ausgehandelt wird. Der Einfluss von unten ist nicht so einfach, muss erst wieder strukturiert erfolgen. Wer wirklich etwas zu sagen haben will, der muss sich hocharbeiten und auch das ist oftmals schwerer als gedacht, vor allem wenn die nötigen Kontakte fehlen.

Struktur brauchen wir zum Leben und zum effektiven Arbeiten sowieso. Wie diese Struktur aussieht, ist eine Frage des Geschmacks sowie der eigenen Ambitionen und des persönlichen Engagements. Flache Hierarchien geben uns viel, fordern aber auch genauso viel von uns ein; vertikale Systeme können als starres, einengendes Korsett empfunden werden, bieten aber auch ein relativ hohes Maß an Sicherheit. Man muss sich eben entscheiden, wo die persönlichen Prioritäten liegen.

Vorschau: In der Kolumne der nächsten Woche gibt Eva Tipps, wie man am besten entrümpelt und wieder etwas Ordnung schafft.

Apoptose – Zelltod zum Erwachsenwerden

Überall wuselt, raschelt und summt es. Es ist Frühling und die Tierwelt erwacht aus ihrer Winterstarre zu neuem Leben. Neben Küken im Nest und Rehkitzen im Wald sind auch wieder abertausende Kaulquappen im Teich unterwegs. Ein großer rundlicher Rumpf und eine lange Schwanzflosse – das muss ausreichen, bis sie sich in der Metamorphose zu Fröschen entwickeln. Genau wie bei Schmetterlingen, Käfern und anderen Tierarten funktioniert das nach dem Prinzip der Apoptose.

Apoptose – Zelltod zum Erwachsenwerden

Noch lebt sie im Wasser: Die Kaulquappe (©PeeF, pixelio.de)

Apoptose, der programmierte Zelltod, darf nicht mit der Nekrose verwechselt werden. Bei der Nekrose entzünden sich auf Grund äußerer Einflüsse, wie zum Beispiel Hitze und Kälte, Zellen oder ganze Gewebsteile und sterben ab. Nekrose ist ein krankhafter –  auch pathologisch genannter –  Vorgang.

Bei der Apoptose kommt das Signal zum Zelltod von Innen. Die eigenen Gene bestimmen, wann welche Gewebsteile und Zellen absterben dürfen und wann nicht. Das funktioniert nach einem ganz genauen Schema und ohne Nachbarzellen zu zerstören.

Nach diesem Prinzip bildet sich die Schwanzflosse der Kaulquappen zurück. Eine Zelle nach der anderen bekommt das Signal sich von Innen heraus selbst zu zerstören. Die Überreste werden von Makrophagen aufgefressen. Diese Fresszelle arbeitet beispielsweise auch für das Immunsystem und vernichtet dabei kranke Zellen.

Apoptose – Zelltod zum Erwachsenwerden

Um an Land leben zu können benötigt es die Apoptose: Der fertige Frosch (©Angelika Koch-Schmid, pixelio.de)

Allgemein ist in Organismen die Apoptose ein ständig ablaufender Vorgang. Bei einem Menschen sterben im Laufe eines Lebens 99,9 Prozent der Zellen und werden durch neue ersetzt. Zelltod und Zellaufbau stehen in einem regulierten Gleichgewicht, der Homöostase. Ist das Gleichgewicht gestört, kann es zu schwerwiegenden Krankheiten wie Leberzirrhose oder auch Krebs kommen. Ebenso spielt in der Entwicklung des Menschen im Mutterleib, der Embryogenese, die Apoptose eine Schlüsselrolle. Sie entwickelt die in einem frühen Stadium gewachsenen Schwimmhäute zwischen den einzelnen Fingern des menschlichen Embryos zurück

Die späteren Froschbeine, zum Hüpfen und Schwimmen, wachsen mit Hilfe der sogenannten Proliferation. Dabei vermehren sich die Zellen mit einer Art Knospung, teilen sich am Rand in Rekordgeschwindigkeit und bilden die einzelne Gliedmaße aus. Alles nur, damit dem Frosch auch ein Leben an Land ermöglicht werden kann.

Vorschau: Nächsten Donnerstag erscheint ein Portrait des Vereins „Mensch Umwelt Tier“ aus Berlin.

Nichts wie raus!

Nichts wie raus!

Regenschirm - ja oder nein?: Das berüchtigte "April-Wetter" ist oftmals wechselhaft (©PIXELIO/Gerd Altmann)

„April, April, der macht, was er will“ – ein Vers, den schon die Kleinsten aufsagen können. Tatsächlich kommt es einem gerade zu Beginn des Frühlings so vor, als ob die Natur sich nicht entscheiden könne: Mal Sonnenschein und 20 Grad, dann wieder Schneeregen und Graupelschauer. Ein Wetterfrosch ist da echt nicht zu beneiden, aber auch Otto-Normalverbraucher leiden unter diesen Wetterkapriolen. Neben Kopfschmerzen und Frühjahrsmüdigkeit steht man jeden Morgen vor der herausfordernden Frage: „Kann ich heute etwas draußen unternehmen?“

Beruhigt raus gehen oder doch wieder drinnen bleiben? Eigentlich könnte sich diese Überlegung erübrigen, denn immerhin ist es Frühling und man braucht noch lange nicht zu Hause zu versauern, auch wenn das Wetter gerne mal überraschend umschlägt. Frische Luft ist auch bei vermeintlich schlechtem Wetter eine gute Idee und muss nicht gleich mit Fieber und Schüttelfrost enden. Ein bekannter Spruch besagt: „Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung“. Das stimmt in der Tat! Klar, es wäre toll, schon im April Flip-Flops zu tragen und Frauen wie Männer freuen sich schon gleichermaßen auf die kommende Mini-Rock-Saison. Aber trotz der großen Ungeduld müssen wir auch realistisch bleiben: Manchmal braucht man im April eben noch eine Jacke, mitunter sogar eine imprägnierte gegen Regen. Wer sich vernünftig anzieht und seine Socken noch nicht in die Sommerpause schickt, der tut sich selbst einen Gefallen und kann selbst bei Regen frische Luft tanken ohne Konsequenzen zu fürchten.

Ein weiterer Pluspunkt für all diejenigen, die sich vom wechselhaften Wetter nicht unterkriegen lassen, ist der positive Effekt für die Immunabwehr. Wer nur einmal im Monat laufen geht, der wird wohl kaum den New-York-Marathon gewinnen und genauso ist es mit dem Immunsystem: Werden die körpereigenen Abwehrkräfte nicht gefordert, so bleiben sie schlaff und der Organismus ist anfällig für Erkältungen und Verkühlungen. Das einfachste Hilfsmittel ist da die Abhärtung. Regelmäßig frische Luft, auch wenn das Wetter nicht gerade zum Picknick einlädt, und schon bald lernt der Körper mit widrigen Umweltbedingungen umzugehen. Ich selbst als begeisterter Radsportler trainiere auch bei Regen oder wenn es mal etwas kühler ist, und ich kann versichern, dass ich schon mehr als nur einmal nass geworden bin. Aber nichtsdestotrotz macht mir das so gut wie gar nichts aus, denn mein Körper hat sich daran gewöhnt mit Nässe und niedrigeren Temperaturen zu leben. Ich erinnere mich noch gut an eine besonders lehrreiche Ausfahrt auf den Spitzingsattel, einen kleinen Pass in den oberbayerischen Alpen: Das zunächst angenehme Wetter schlug urplötzlich um und ich hatte das Vergnügen bei fünf Grad Celsius in kurzer Radhose und Kurzarmtrikot bergauf und dann nassgeschwitzt auch wieder bergab zu fahren. Und kaum zu glauben, aber wahr: Nichts passierte. Ich bekam noch nicht einmal leichten Husten. Das soll jetzt natürlich niemanden dazu animieren mir nachzueifern, aber dennoch zeigt es recht anschaulich, dass der menschliche Körper nicht nur bei Sonnenschein und milder Luft gesund bleiben kann.

Nicht zu vergessen, dass Rausgehen gut fürs Gemüt ist und auch die geistige Leistungsfähigkeit erhöht. Selbst wenn es bewölkt ist, erreicht uns immer noch eine gewisse Menge UV-Strahlung und es ist allseits bekannt, dass UV in vernünftigen Dosen gesund und lebensnotwendig ist. Der regelmäßige Aufenthalt draußen hebt die Laune und mit einer positiven Einstellung ist es auch nicht ganz so schlimm, wenn das Wetter wieder mal zu wünschen übrig lässt.

Nichts wie raus!

Wohlig warm: Der Frühling kann mit Sonnenschein verzaubern (© PIXELIO/jsr)

Also: Nichts wie raus an die frische Luft, egal ob die Sonne scheint oder mal wieder ein Regenschauer für kühle Temperaturen sorgt: Der menschliche Körper hält mehr aus, als es den Anschein hat. Es muss ja nicht unbedingt immer gleich Sport sein – auch ein Spaziergang tut bereits Wunder und wenn tatsächlich die Sonne wieder lacht, dann geht nichts über eine Mittagspause auf einer sonnigen Parkbank. Denn auch das ist der April, wenn er denn will: Blauer Himmel, ein laues Lüftchen und Vogelgezwitscher.

 Vorschau: Nächste Woche informiert Sonja über den angenehmen Teil des Frühjahrs: Die Frühlingsgefühle.

Face2Face ist umgezogen!

Liebe Leserinnen und Leser,

im Namen des gesamten Face2Face-Teams freue ich mich, euch hier, auf unserer neuen Domain, begrüßen zu dürfen.
Wir werden euch auch weiterhin mit vielen, spannenden Themen und Texten versorgen und hoffen ihr bleibt uns treu.

Tatjana

Teil 2 – Lockenshampoos im Test: nützliche Pflege-Tipps

Zusätzlich empfehle ich für lockiges Haar:

Tipp 1: Nach dem Haarewaschen in das handtuchtrockene Haare „Tiefen Aufbau Aufbau & Schutz-Kur – Mandelöl“ von Guhl einmassieren. Gibt den Locken zusätzliche Sprungkraft und Feuchtigkeit. Schützt vor dem Austrocknen und umweltschädlichen Einflüssen.

Tipp 2: Morgens nach dem Aufstehen oder zum Style-Finish: „Feuchtigkeitsbalance & Schutz Spray – Weizenkeimöl“ von Guhl ins trockene oder handtuchtrockene Haar sprühen. Die 2-Phasen-Pflege mit UV-Filter spendet den Locken intensive Feuchtigkeit und schützt sie vor dem Austrocknen. Die farbige Phase versorgt das Haar mit langanhaltender Feuchtigkeit, während die transparente Phase es vor dem Austrocknen und Beanspruchung durch schädigende Faktoren wie Sonnenlicht oder Föhnhitze schützt.

Tipp 3: Eine selbstgemachte Haarkur aus Bier und Honig: Bei der Auswahl des Bieres eignen sich am besten naturtrübe Biere, zum Beispiel Helles Hefeweizen oder Kellerbiere. Alkoholfreies Hefeweizen riecht weniger intensiv nach Bier, dafür enthält es weniger wertvolle Eiweiße und Vitamine. Für den Honig empfehle ich einfachen Bienenhonig vom Discounter. Zuerst das Bier langsam über die bereits gewaschenen Haare gießen. Danach den Honig in die Locken einmassieren. Einwirkzeit: 5 – 10 Minuten. Nach der abgelaufenen Zeit die Haare mit einer Haarkur auswaschen, um den strengen Biergeruch loszuwerden. Hierfür empfehle ich von Wella die „Lifetex Curl Intensive Mask“ oder als preiswerte Alternative die „Repair Intensivkur“ von Balea.

Vorschau: Nächste Woche könnt ihr an gleicher Stelle Tipps für sensible Männerhaut lesen.

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Teil 1 – Lockenshampoos im Test: Glätteisen adé