Müde vom Leben – Was sind Depressionen?

Depressionen: eine Person auf die Knie gestützt in Schwarz Weiß.

Schwarz-Weiß: Die Depression kann Gefühle der Hoffnungslosigkeit und Einsamkeit auslösen.
(Bild: M.E. / pixelio.de)

Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) leiden rund vier Millionen Menschen in Deutschland an ärztlich attestierten Depressionen. Solche können bei manchen Menschen bereits auftreten, wenn der Winter hereinbricht und das Sonnenlicht nur noch selten zu sehen ist. Diese Menschen leiden dann unter dem sogenannten Winterblues, der sie müde und antriebslos macht. Auch weltbekannte Persönlichkeiten wie die Sängerin Demi Lovato oder die Harry Potter-Autorin Joanne K. Rowling sind Leidtragende von Depressionen, welche sogar Suizidgedanken hervorrufen können. Durch beide Persönlichkeiten wird deutlich, dass unterschiedliche Auslöser der Grund für eine Depression sein können. Was genau eine Depression ist, wie sie entstehen und behandelt werden kann, das lest ihr hier.

Was sind Depressionen?
Laut einer Definition der Weltgesundheitsorganisation ist eine Depression „eine weit verbreitete psychische Störung, die durch Traurigkeit, Interesselosigkeit und Verlust an Genussfähigkeit, Schuldgefühle und geringes Selbstwertgefühl, Schlafstörungen, Appetitlosigkeit, Müdigkeit und Konzentrationsschwächen gekennzeichnet sein kann.“ Es gibt also unzählige Anzeichen, die auf eine solche Erkrankung hinweisen können. An dieser Stelle möchte ich zwei prominente Beispiele nennen, die sich bereits in einer solchen Situation befunden haben.
Die Sängerin und Schauspielerin Demi Lovato litt unter einer bipolaren Störung. Hierbei wechseln sich Phasen des Hochgefühls mit Phasen einer Depression ab. So kommt es zuerst zu einem übersteigerten Glücksgefühl, welches gefolgt ist von einer Phase tiefer Traurigkeit und Antriebslosigkeit. Auch Mobbing-Attacken können Auslöser für eine Depression sein. So wurde der Disney-Star bereits in der Schulzeit von Klassenkameraden beleidigt und bloßgestellt. In solchen Situationen suchen Leidtragende oftmals den Fehler bei sich selbst und geraten dadurch in eine Dauerstress-Situation, von der sie sich in manchen Fällen nicht erholen können. Erste Anzeichen einer solchen Situation können körperliche Beschwerden wie Rückenschmerzen oder Schlafstörungen sein. Oftmals ziehen sich Betroffene in sich selbst und aus dem Leben zurück. Wenn diese Verhaltensweisen nicht behandelt werden, können daher Depressionen auftreten, die in schlimmen Fällen zum Suizid führen können.

„Die dunklen Gedanken kamen oft wieder und meine Mutter hatte morgens immer Angst, sie würde meine Zimmertüre aufmachen und mich nicht mehr lebend auffinden.“ – Demi Lovato

Leben an der Armutsgrenze
Dass auch andere Faktoren Auslöser einer Depression sein können, zeigt sich bei der Harry Potter-Autorin Joanne K. Rowling. Als im Jahr 1990 ihre Mutter starb und Rowling nach einer gescheiterten Ehe nach Großbritannien zog, lebte sie als alleinerziehende Mutter knapp über der Armutsgrenze. Mit ihren Büchern blieb sie zu diesem Zeitpunkt erfolglos und sah sich selbst aus diesem Grund als gescheitert an. Auch die Flucht aus dem Leben und den schlechten Lebensbedingungen hatte sie erwogen.
Aus diesem Tiefpunkt heraus nahm sie professionelle Hilfe an und kämpfte gegen ihre Depressionen. Heute werden ihre Harry Potter-Bücher millionenfach verkauft, was Rowling zu einer der bekanntesten Roman-Autorin weltweit gemacht hat. Ihre Tochter und das Schreiben waren die Lichtpunkte dieser dunklen Phase in ihrem Leben, die sie auch in ihren Büchern verarbeitet. Die Dementoren, die jegliches Glücksgefühl aus den Menschen saugen und die Welt in eine dunkle, kalte und triste Landschaft verwandeln, symbolisieren in einer unglaublich machtvollen Weise die Auswirkungen einer Depression auf den Menschen. Gefühle wie Einsamkeit und Hoffnungslosigkeit werden dargestellt als schwarze lumpige Kreaturen, deren unheilvolles Erscheinen dem Zuschauer einen Schauer über den Rücken laufen lässt.

Zwischen Selbstzweifeln und Angstzuständen

Depressionen: Eine Person schreit

Der Schrei: Angstzustände sind bei Depressionen nicht selten.
(Bild: günther gumhold / pixelio.de)

Demi Lovato und Joanne K. Rowling machen deutlich, dass sowohl Mobbing, als auch erschwerte Lebensumstände oder Verlustsituationen die Ursache für eine Depression sein können. In diesem Abschnitt möchte ich einige Situationen nennen, die im Kindesalter prägen und ebenfalls eine Depression hervorrufen können.
Die Ablehnung der Eltern oder nahestehender Personen kann für erhebliche Schäden sorgen. Traumatische Ereignisse wie eine Vergewaltigung oder Gewalt im Elternhaus stellen sensible Faktoren für die Entwicklung von Depressionen dar. Auch wenn die Wunden nach einer Weile verschwinden, leiden einige Betroffene an den mentalen Schäden noch ein Leben lang. Vor allem ohne eine richtige Behandlung bzw. insofern sie sich keine Hilfe gesucht haben. Diese Szenarien in der Kindheit können dafür sorgen, dass Betroffene negative Einstellungen gegenüber sich selbst entwickeln. Diese beschränken sich nicht nur auf die eigene Person, sondern auch auf das Umfeld und ihr Leben allgemein. Symptome wie ein geringes Selbstwertgefühl und Selbstzweifel, sowie Minderwertigkeitsgefühle und Angstzustände können daraus hervorgehen. Diese Einstellung gegenüber der eigenen Person kann daher rühren, dass die betroffenen Personen in ihrem elterlichen Umfeld den Umgang mit Problemen nicht gelernt haben oder Fürsorge und Liebe nie erfahren haben.
An dieser Stelle möchte ich jedoch erwähnen, dass in diesem Abschnitt lediglich ein Fall aus Vielen beschrieben wird. Jeder Betroffene erlebt individuelle Lebenssituationen, die wiederrum unterschiedliche Auswirkungen haben können. Aus diesem Grund ist es mir besonders wichtig zu verdeutlichen, dass die oben genannten Ereignisse und Auswirkungen in keiner Weise alleine für Depressionen verantwortlich sind.

Licht ins Dunkle bringen – Darüber reden hilft
Depressionen können das Leben erschweren. Doch sie müssen es nicht. Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, diese Form der Erkrankung zu behandeln. Reden hilft. Solltest du bemerken, dass du dich überfordert, müde oder antriebslos fühlst, sprich darüber. Auch wenn du an anderen Menschen zutreffende Symptome wahrnimmst, kannst du selbst ein offenes Ohr bieten oder aber eine Unterstützung bei der Suche nach geeigneter Hilfe sein. Therapeutische Beratungsstellen oder Selbsthilfegruppen bieten einen Austausch mit Gleichgesinnten und helfen, dem Gefühl der Einsamkeit entgegenzuwirken.
Auch Entspannungsverfahren werden als Mittel gegen leichte bis mittelschwere Depressionen angeboten. Dabei werden Muskelpartien durch gezielte Übungen entspannt. Allerdings ist diese Art der Behandlung weniger wirksam als die sogenannte kognitive Verhaltenstherapie.
Hierbei dreht sich alles darum, sich seinen Gedanken, Einstellungen und Erwartungen bewusst zu werden und belastende Haltungen zu ändern oder ganz abzulegen. Denn in vielen Fällen ist es die persönliche Sichtweise auf belastende Dinge im Leben, denen zu viel Bedeutung beigemessen wird. Basierend auf der Annahme, dass Verhaltensweisen erlernt und verlernt werden können, ist das Ziel dieser Therapie, negative Einstellungen zu ändern und somit auch Traumata aus der Kindheit hinter sich zu lassen.
Neben Licht- oder Elektrokrampftherapien ist auch die medikamentöse Behandlung von Depressionen möglich. Vor allem für schwere und wiederkehrende Depressionen kann die Einnahme von Medikamenten sinnvoll sein, besonders dann, wenn Gedanken an Selbstgefährdung aufkommen. In akuten Fällen werden zusätzlich zu einer Psychotherapie sogenannte Antidepressiva eingenommen.
Sängerin Demi Lovato setzt auf Sport als ein gutes Mittel um unnötige Stressfaktoren aus ihrem Leben zu verbannen. Allerdings ist noch nicht nachweislich bewiesen, dass Sport Depressionen nachhaltig lindern kann. Trotzdem bietet Bewegung eine sinnvolle Ergänzung zu anderen Behandlungen, um den eigenen Antrieb zu steigern und die Stimmung zu heben.
Wie man also sieht, gibt es nicht einen einzelnen Auslöser für Depressionen. Vielmehr spielen die individuelle Lebensweise und der Umgang mit Herausforderungen eine Rolle. Psychotherapeutische Betreuung ist in vielen Fällen ein gutes Mittel, um sich mit sich selbst auseinander zu setzen und das Leben wieder in vollen Zügen genießen zu können.

Solltest du selbst oder jemand aus deinem Bekanntenkreis mit Depressionen zu kämpfen haben, kannst du gebührenfrei die Seelsorge kontaktieren +49 (0)800 111 0 111 und Hilfe finden oder dich beraten lassen.

Rezept für einen russischen Zupfkuchen

Jetzt kommt sie wieder: Die schöne Zeit, in der man gemütlich draußen sitzen, sich von der Sonne bescheinen lassen und dabei eine schöne Tasse Kaffee  samt leckerem Stück Kuchen genießen kann. Damit dieser Genuss sich in den heimischen Tropen verbreitet, verraten wir euch heute ein tolles Rezept für einen russischen Zupfkuchen – ein Gericht, das jedem das Wasser im Mund zusammen laufen lässt.

Zutaten für den Boden:

Wenn der Boden etwas fester wird,nicht wun dern: Das muss beim Zupfkuchen so sein (Foto: Möller)

Wenn der Boden etwas fester wird,nicht wun dern: Das muss beim Zupfkuchen so sein (Foto: Möller)

200 g Margarine

200 g Zucker

zwei Päckchen Vanillezucker

400 g Mehl

ein Päckchen Bachpulver

zwei gehäufte Esslöffel Kakao

ein Ei

ein Fläschchen Rumaroma oder ein Esslöffel echteter Rum

Zutaten für die Füllung:

200 g Margarine

250 g Butter

ein Päckchen Vanillepudding-Pulver

ein Päckchen Vanillezucker

drei Eier

500 g Margerquark

eine gut eingefettete Springform

Zubereitung:

Zunächst müsst ihr den Boden herstellen: Dazu einfach alle Zutaten in einer Schüssel miteinander verkneten. Wundert euch nicht, wenn der Teig sehr fest und bröckelig ist. Das muss so sein, damit die flüssige Füllung nachher nicht ausläuft. Zwei Drittel des Teiges als Boden und Rand in der Springform verteilen. Den Rest solltet ihr beiseite legen. Er wird später für die Zupfen – also die Flecken auf dem Kuchen – verwendet.

Anschließend die Zutaten für die Füllung vermischen und in die Springform gebn, beziehungsweise auf den Boden verteilen. Jetzt kommt der restliche Bodenteig zum Einsatz: Kleine Flöckchen davon auf die helle Füllung verteilen, damit diese dunkle Flecken bekommt. Anschließend den Kuchen bei 175 Grad Ober- und Unterhitze circa 90 Minuten backen. Zuletzt den Kuchen vor dem Lösen aus der Springform etwa eine halbe Stunde abkühlen lassen, damit der Rand nicht bricht. Danach steht dem Genuss nichts im Weg. Ein kleiner Tipp noch für Ungeduldige: Der russische Zupfkuchen schmeckt auch lauwarm sehr gut.

Vorschau: Nächste Woche gibts ein leckeres Rezeot für eine Hauptspeise, ein Salbeihähnchen.

Online-Lebensmittelhandel – Nischenmarkt mit Potenzial?

Ein paar Klicks und schon liegen die Zutaten für ein leckeres Essen im digitalen Einkaufskorb. Kurze Zeit später klingelt es an der Tür und Gemüse, Brot, Fleisch und Joghurt werden geliefert. So könnte der Lebensmitteleinkauf in naher Zukunft aussehen. Elisabeth Hander (27) hat im Rahmen ihrer Masterarbeit eine Konsumentenbefragung zum Thema Online-Lebensmittelhandel durchgeführt. Was sie dabei herausfand, erzählt sie uns im Face2Face-Interview.

Face2Face: Wie bist du auf die Idee gekommen, dich mit dem Thema Online-Lebensmittelhandel zu beschäftigen? Was ist so spannend an diesem Thema?
Elisabeth: Neben meinem Studium war ich neun Monate als Werkstudentin im Vertrieb tätig. Weil ich das sehr spannend fand, war für mich klar, dass das Thema meiner Masterarbeit in Richtung Vertrieb gehen wird. Ich habe dann einige Wochen im Internet recherchiert, um das passende Thema zu finden. Dabei ist mir aufgefallen, dass das Thema „Online-Shop“ immer mehr in den Fokus rückt. Und so stand schließlich der Titel meiner Arbeit fest: „Einführung und Optimierung eines internetbasierten Shopsystems für Discounter im Online-Lebensmittelhandel in Deutschland – dargestellt am Beispiel von Aldi Süd und Lidl“.
Ich persönlich finde das Thema Online-Lebensmittelhandel besonders für Deutschland sehr spannend, da es in den kommenden Jahren wohl weiterhin ein Nischenmarkt bleiben wird. Das hängt einerseits mit dem mangelnden Vertrauen der Verbraucher gegenüber der Frischequalität der Lebensmittel und andererseits mit den wenig erfolgreichen und ausgereiften Geschäftsmodellen der Lebensmitteleinzelhändler im Onlinesegment zusammen. Im Ausland, beispielsweise in England und den USA, ist der Online-Lebensmittelmarkt weit fortgeschritten und wird vermehrt genutzt. Fest steht, dass der Online-Lebensmittelhandel in Deutschland viel Potenzial aufweist und damit eine neue Vertriebsart neben dem stationären Handel darstellt.

Ist mit ihrer Masterarbeit zum Thema Online-Lebensmittelhandel sichtlich zufrieden: Elisabeth Hander (Foto: privat)

Ist mit ihrer Masterarbeit zum Thema Online-Lebensmittelhandel sichtlich zufrieden: Elisabeth Hander (Foto: privat)

Face2Face: Im Rahmen deiner Masterarbeit hast du eine Umfrage durchgeführt – wie bist du dabei vorgegangen?
Elisabeth: Die Umfrage basiert auf einer quantitativen Erhebung. Ich habe die schriftliche Form gewählt, um die Konsumenten bei Aldi Süd und Lidl persönlich zu treffen und zu befragen, da diejenigen, die bei den beiden Discountern über den stationären Handel ihre Einkäufe tätigen, zu den potenziellen Onlinekäufern gehören.
Ich habe insgesamt 50 Personen befragt, 25 davon vor Aldi Süd und weitere 25 vor Lidl. Die Teilnehmer wurden zufällig ausgewählt und von mir beim Verlassen des Geschäfts angesprochen.
Der Fragebogen unterteilte sich in vier Teilbereiche. Befragungsteil A beinhaltet die Erfahrungen, Erwartungen und Bedürfnisse der Teilnehmer in Bezug auf den Online-Lebensmittelhandel. In Teilbereich B wurde der Trend im Hinblick auf den Online-Lebensmittelshop erfragt. Der Bereich C enthält die demografischen Daten der Teilnehmer und im Teilbereich D hatten die Befragten zusätzlich die Möglichkeit, Wünsche und Kommentare zum Thema Online-Lebensmittelhandel zu äußern.

Face2Face: Was sind die Ergebnisse deiner Studie?
Elisabeth: Den größten Anteil bei der E-Commerce-Nutzung machen die 21- bis 30-Jährigen aus, gefolgt von den 31- 40-Jährigen und den unter 20-Jährigen.
Zu den meistgekauften Produkten im E-Commerce zählen Textilien/ Accessoires, elektronische Geräte, Bücher in print und digital. Es zeigt sich, dass Lebensmittel verhältnismäßig wenig online eingekauft werden.
Auf die Frage, „Was erwarten Sie von Ihrem Discounter, wenn Sie Lebensmittel online bestellen?“, haben die meisten „hohe Qualität, flexible Liefer- und Abholzeiten sowie niedrige Liefer- und Abholgebühren“ angegeben.
Fisch und Meeresfrüchte, Fleisch und Wurst, Milchprodukte und Ei, Joghurt und Dessert, Brot und Backwaren, Obst und Gemüse würde die Mehrheit der Befragten nicht über einen Online-Lebensmittelshop bestellen. Produkte mit einer längeren Haltbarkeit hingegen, wie Tabak, Konserven, Öl und Kaffee sind leichter über den Online-Shop zu vertreiben als frische Produkte.
Der Großteil der Teilnehmer ist bereit, bis zu einem Tag auf die Lieferung nach Hause zu warten. Bei der Selbstabholung wollen die Befragten lediglich eine bis sechs Stunden warten. Die meisten Teilnehmer wollen für die Lieferung weniger als fünf Euro bezahlen. Bei der Selbstabholung sind drei Euro für die Teilnehmer akzeptabel.

Lebensmittel im Internet kaufen - könntet ihr euch das vorstellen? (© Tim Reckmann / pixelio.de)

Lebensmittel im Internet kaufen – könntet ihr euch das vorstellen? (© Tim Reckmann / pixelio.de)

Face2Face: Gibt es Konzerne, die ihre Lebensmittel bereits online verkaufen? Und hast du den Eindruck, dass dieses Angebot gut bei den Kunden ankommt?
Elisabeth: Ja, REWE hat zum Beispiel bereits ein Pilotprojekt in einigen deutschen Städten gestartet und vertreibt Lebensmittel online. Zudem verfügt der Supermarkt über eine eigene Logistik und einige Abholstationen. REWE ist einer der ersten Einzelhändler, der seine Lebensmittel neben dem stationären Handel auch online vertreibt. Lidl vertreibt ebenfalls Produkte über einen Online-Shop, allerdings keine Lebensmittel. Aldi Süd verfügt derzeit über keinen Online-Lebensmittelshop.
Das Wichtigste ist, dass die Lebensmitteleinzelhändler ein erfolgreiches Geschäftsmodell im Onlinesegment aufbauen und das Vertrauen der Konsumenten gewinnen. Sie müssten den Verbraucher über Verpackung, Transport, Kühlkette und so weiter aufklären.
Laut meiner Recherchen waren nicht alle Onlinekunden mit dem Service ihrer Lebensmittelhändler zufrieden. Häufig gingen über den Kundenservice Beschwerden wegen der Qualität der gelieferten Produkte sowie der Wartezeit bei Lieferung ein. Das zeigt wiederum, dass der Onlinehandel in Deutschland noch nicht ausgereift und noch optimierbar ist.

Face2Face: Kaufst du selbst Lebensmittel online?
Elisabeth: Ich persönlich kaufe Lebensmittel gerne beim Einzelhändler vor Ort ein. Allerdings habe ich vor, auch einmal Lebensmittel online zu bestellen – einfach um das mal auszuprobieren. Leider liefert REWE nicht in meiner Gegend aus, sonst hätte ich es sofort getestet. Ich werde mich wohl noch gedulden müssen.

Face2Face: Wie siehst du die Zukunft des Onlinehandels mit Lebensmitteln?
Elisabeth: Ich bin davon überzeugt, dass der Onlinehandel mit Lebensmittel in den kommenden Jahren verstärkt zum Thema wird und immer mehr Menschen vertrauter damit umgehen werden, sobald sich die Serviceleistungen (Lieferung und Selbstabholung) der Einzelhändler vermehren und die Erwartungen und Bedürfnisse der Onlinekunden erfüllt werden. Ich bin gespannt, was die Zukunft bringt, und wie lange es dauern wird, bis sich der Onlinehandel mit Lebensmitteln in Deutschland etablieren wird.

Vorschau: Am Dienstag, 3. Juni berichten wir im Panorama über einen gelernten Werbefotograf und seine Prognose für die professionelle Fotografie.

 

Hässliche Tiere

Schönheit liegt im Auge des Betrachters. Die Natur brachte eine Vielzahl von Formen und Farben hervor. Ob man nun ein Tier als schön erachtet oder nicht, ist also einem selbst überlassen. Doch bei den folgenden Tieren werden die meisten sich einig sein, dass eine gewisse Ästhetik hier fehlt. Dies macht die Tiere aber nicht weniger liebenswert.

Nicht leicht zu erkennen: Ein Anglerfisch (Bild:Harald Schottner  / pixelio.de )

Nicht leicht zu erkennen: Ein Anglerfisch (Bild:Harald Schottner / pixelio.de )

In der Tiefsee gibt es kein Licht. Deshalb ist dort Aussehen nicht so wichtig. Der Viperfisch hat Zähne, wie von einer Viper und erdolcht damit seine Beute. Doch noch gefährlicher ist der Tiefsee-Anglerfisch. Dieser hat einen Fortsatz an seinem Kopf, der mit leuchtenden Bakterien gefüllt ist. Sobald sich die Beute nähert, wird sie in einem Happs verschlungen. Von einem Kalmar, der  aussieht, als ob er menschliche Zähne besitze, wurde bisher nur ein Exemplar gefunden.

Ebenfalls im Meer lebt das umgangssprachlich als „seapig“, also Seeschwein, bezeichnete  Tier, welches eigentlich zu den Seegurken gehört. Die Beine, mit denen es auf dem Meeresgrund langsam entlang läuft, um organische Partikel aus dem Schlamm zu filtern, sind eigentlich hydraulische Pumpen.  Der Hechtschleimfisch, welcher im englischen als „frindgehead“ bezeichnet wird, gilt für viele als Vorbild des Aliens aus dem Film „The Predator“. Der 30 cm lange, braune Fisch sieht auf den ersten Blick nicht besonders aus. Er versteckt sich in alten Schneckenhäuschen oder Müll. Doch kommt es zum Kampf zwischen Artgenossen, kommt das weit gespreizte Maul zum Einsatz. Es wird gebissen und mit den Mäulern gerungen.

Doch auch an Land gibt es unglaublich hässliche Tiere. Der Nacktmull lebt in riesigen unterirdischen Bauten in Ostafrika und besitzt kein Fell, sondern nur eine faltige Haut. Für Säugetiere zeigt er ein seltenes staatenbildendes Verhalten, seine Körpertemperatur ist weniger stark reguliert und er besitzt ein stark vermindertes Schmerzempfinden aufgrund einer Mutation.

Das Fingertier, oder Aye-Aye, gehört zu den Lemuren und hat raues struppiges Fell. Das in Madagaskar lebende Tier ist jedoch nachtaktiv und somit nicht leicht zu finden. Der purple pig-nosed Frog besitzt nicht mal eine deutsche Übersetzung. Dieser etwa sieben Zentimeter lange, purpurviolette Frosch hat einen aufgedunsen wirkenden Körper und eine Schweinsnase. Vielleicht ist das auch der Grund, weshalb er fast sein ganzes Leben unterirdisch verbringt. Ein weiteres Amphib ist die Blindwühle, die einem Penis ähnelt und deshalb oft als Trouser snake bezeichnet wird. Sie ist das größte Landlebewesen ohne Lungen, lebt aber auch zu einem großen Teil im Wasser.

Doch auch hässliche Tiere brauchen Liebe. Deshalb gibt es eine Kampagne, die sagt, dass auch diese Tiere Hilfe brauchen, genau so wie jeder Panda. Die UAPS, Ugly Animals Preservation Society, wählte das hässlichste Tier des Jahres 2013. Der Preis ging an den Blobfisch.

Vorschau: Nächsten Monat geht es um böse Tiere, die unmoralische oder verwerfliche Dinge anstellen.

Patchwork-Kultur

Machen wir eine Zeitreise. Und zwar ins Jahr 1910. Wir befinden uns in der Zeit des Imperialismus, der Kolonialherrschaft, des deutschen Kaiserreichs. Und wir befinden uns in der Zeit eines Nationalismus, der immer aggressiver wurde. Für alle, die angeben wollen: Die Historiker nennen diese Form des Nationalismus auch „integraler Nationalismus“, doch das nur am Rande. Dieser Nationalstolz steigerte sich immer mehr und wurde schließlich im Verlauf des Ersten Weltkrieges benutzt, um die Massen zu mobilisieren. Als Beispiel sei hier die „Erbfeindschaft“ zwischen Deutschland und Frankreich genannt, die während des Ersten Weltkrieges einen Höhepunkt fand – wenn auch leider nicht den letzten.

Vor etwas mehr als hundert Jahren war natürlich ganz klar, welche Kultur der Einzelne zu leben und zu praktizieren hatte. Da gab es noch keine Entfaltung der eigenen Persönlichkeit, jedenfalls wurden ihr sehr enge Grenzen gesetzt. Es konnte schnell unangenehm und vor allem gefährlich werden, wenn man nicht so lebte wie es der Masse entsprach – und wir wissen alle, dass diese Gefahr im Laufe der deutschen Geschichte bis 1945 noch größer werden sollte.

Gott sei Dank leben wir heute unter anderen Verhältnissen. Wir besitzen das einzigartige Privileg, dass sich ein jeder selbst entscheiden kann, wie er leben möchte. Die gesellschaftlichen Zwänge sind keinesfalls mehr mit jenen von früher zu vergleichen, denn unsere Gesellschaft hat in der frühen Vergangenheit bewiesen, tendenziell immer liberaler zu werden.

Eine „Folge“ dieser Entwicklung hin zu mehr kultureller Freiheit: Jedermann kann sich seine eigene Kultur zusammenstellen. Man kann von allem ein bisschen nehmen, wenn einem der Sinn danach steht. Ein Beispiel: Ich persönlich bin protestantischer Konfession – ja, auch das gibt es in Bayern – nichtsdestotrotz bin ich kein großer Kirchenfan. Ich gebe zu, dass ich persönlich dem sonntäglichen Gottesdienst nicht viel abgewinnen kann, ich bin religiös eher „formlos“. Wesentlich ist, dass man ein gutes Leben führt, auch an die anderen denkt – wen interessiert es dann, wie regelmäßig ich in der Kirche war? Lieber profitiere ich auch von anderen Denkrichtungen, finde beispielsweise die konfuzianische Philosophie sehr inspirierend und hilfreich.

Auch von der Religion abgesehen bin ich eher ungezwungen. Ich stehe zwar klar dazu, dass ich Deutscher und Bayer bin, finde jedoch, dass ich weder ein richtig „typisch deutsches“ noch ein „typisch bayerisches“ Leben führe. Eher habe ich eine große Affinität zu Italien. Mich faszinieren die italienische Sprache, die lockere und freie Art des Umgangs untereinander und auch der hohe Stellenwert von Familie und Freunden. Ich lebe sogar ein wenig diese Werte und Vorstellungen, fühle mich im Endeffekt als ein Münchner, der italienisch angehaucht ist.

Worauf ich hinaus will: Heute können wir unsere eigene kulturelle Identität zusammenbauen, wir besitzen die Möglichkeit, vielmehr das Privileg, unser Leben frei zu gestalten.

Doch Vorsicht: Bei allem Patchwork sollte man nicht zu sorglos sein. Auch wenn ich aus so ziemlich jeder beliebigen Kultur Elemente entlehnen kann, darf ich nie den Respekt dabei verlieren. Es ist unglaublich wichtig, Achtung vor der fremden Kultur zu bewahren. Gedankenlos irgendetwas von einer anderen Gesellschaft zu übernehmen, halte ich für töricht. Im Gegenteil: Es ist unerlässlich, den Kultur-Kontext im Hinterkopf zu behalten und zu würdigen, woher das kommt, was man übernimmt.

Patchwork-Kultur

Gibt Halt im Leben: Eine solide kulturelle Basis (©Alexander Dreher/PIXELIO)

Außerdem kann aus dem vielgepriesenen Privileg der kulturellen Freiheit auch schnell ein Manko werden. Dann nämlich, wenn meine gesamte Identität nur noch aus kulturellen Flicken besteht und ich keine solide Basis mehr besitze. Dieses Fundament, das in der Regel die Eltern ihren Kindern vermitteln, ist wichtig für die Orientierung im Leben. Deshalb sollte man diese Grundlage niemals ganz vergessen.

Das heißt ja nicht, dass man überhaupt nichts entlehnen und übernehmen darf. Am besten wir richten uns nach folgendem Ausspruch von Konfuzius, von dem ja schon weiter oben die Rede war: „Maß und Mitte sind der Höhepunkt menschlicher Naturanlage.“ So kann kaum etwas schief gehen.

Vorschau: Nächste Woche gibt es einen Gastbeitrag in der Kolumne: Lisa schreibt über die Belästigung von Frauen im Alltag.

Cyberwar – das Internet als Waffe

Auf den Straßen herrschen Chaos und Anarchie. Jeder ist sich selbst der Nächste, darauf bedacht sich und seine Familie durchzubringen, wenn nötig auch mit Gewalt. Geplünderte Supermärkte, abgebrannte Autos, verlassene Häuser – was nach den Auswirkungen eines militärischen Konflikts klingt, ist gar kein Krieg im klassischen Sinne; es sind vielmehr die Folgen eines „Cyberwars“, wenn Computer und Internet als Waffen missbraucht werden.

Das alles ist bloß Science-Fiction, die fixe Idee eines Drehbuchautors? Ich befürchte: Nein!

Cyberwar – das Internet als Waffe

Nullen und Einsen: Damit lässt sich viel bewirken – im Guten wie im Schlechten (©Gerd Altmann/Pixelio)

Wir kennen die Bedrohung aus dem alltäglichen Leben. Wir schützen unsere privaten PCs mit aufwendiger Anti-Viren-Software, die mit immer mehr Funktionen sorgenfreies Arbeiten, Surfen und Kommunizieren verspricht. Denn im WorldWideWeb lauern an allen Ecken heimtückische Gefahren. Würmer, Viren, Trojaner, Phishing: Jeden Tag tauchen neue, immer raffiniertere Methoden der Internet-Kriminellen auf. Doch es sind eben nur „normale“ Kriminelle, die es auf die Daten von Privatpersonen abgesehen haben, meist geht es um Bankverbindungen und Kreditkartendaten.

Wenn wir vom „Cyberwar“ sprechen, dann ist nicht mehr der Otto Normalverbraucher das Ziel der Attacken, sondern viel höhere Instanzen. Unser ganzes Leben, alles um uns herum basiert auf Nullen und Einsen, der Computer ist überall. Nicht auf dem Börsenparkett allein tummeln sich die Rechner. Die gesamte Wirtschaft, sogar der alltägliche Einkauf, ist auf das reibungslose Funktionieren des Computer-Netzwerkes angewiesen. Ganz zu schweigen vom Verkehr: Ob Ampeln, Weichen oder die Freigabe der Landebahn – Computer sollen unsere Aufgaben erleichtern, sollen menschliches Versagen unmöglich machen. Selbst im hochmodernen Krankenhaus geht ohne PC fast gar nichts mehr. Regierungen, öffentliche Einrichtungen sowie das Militär organisieren sich heutzutage natürlich mittels Computern. Doch das ist gerade das Problem, es entsteht ein „Bumerang-Effekt“: Das Hilfsmittel Computer wird dann zu unserer größten Schwachstelle, denn Terroristen können mit gezielten Internet-Angriffen und Hacker-Offensiven unser gesamtes öffentliches Leben lahmlegen.

Nicht auszudenken, was passieren könnte, wenn es die Terroristen auf die Steuerungszentrale eines Atomkraftwerkes abgesehen hätten. Rein theoretisch könnten sie so einen GAU auslösen, könnten mithilfe hochkomplexer Schadprogramme ganze Landstriche unbewohnbar machen sowie Gesundheit und Leben zigtausender Zivilisten in Gefahr bringen.

Das ist leider kein Science-Fiction mehr. Vor etwa zwei Jahren wurden iranische Atomanlagen durch den Virus „Stuxnet“ lahmgelegt. Mittlerweile ist durchgesickert, dass mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit die US-Regierung und der Staat Israel hinter diesem Cyber-Angriff auf das iranische Atomprogramm stehen. Man kann also getrost von einer Art Auftakt zu einem neuen Zeitalter sprechen, dem Zeitalter des Cyberkrieges.

Cyberwar – das Internet als Waffe

Nur ein Knopfdruck: So werden die Kriege der Zukunft wohl entschieden (©Alexander Klaus/Pixelio)

In Zukunft werden die großen Kriege der Welt wohl immer weniger auf verheerenden Schlachtfeldern entschieden. Man bedenke: Derartige Gefechte sind selbst für den Sieger ein enormer wirtschaftlicher Schaden, wenn man Verluste an militärischer Ausrüstung und Streitkräften berücksichtigt. Ein Computer-Virus vom Format „Stuxnet“ ist zwar hochkomplex und bedarf eines extremen Entwicklungsaufwands. Von dieser „Investition“ abgesehen macht das Programm dann aber fast alles von selbst – und spart eine Menge Staatsfinanzen, so zynisch und pervers das auch klingen mag. Letzten Endes wird wohl eine Armee an Programmierern und Netzwerkexperten die physischen Streitkräfte zumindest teilweise ablösen.

Das Internet ist wahrlich ein Segen für uns. Durch die Vernetzung von von Millionen von Computern können wir unser Leben heute so führen wie wir es führen, mit allen Vorteilen und Bequemlichkeiten. Aber das Internet wird wohl zu unserer größten Schwachstelle werden und einen hohen Preis für all seine Vorzüge fordern.

Vorschau: Das nächste Mal schreibt Sonja über Slow Food – eine Organisation, die sich für genussvolles, bewusstes und regionales Essen einsetzt.

Die Überreste des Sommers

Schönes Wetter, Sonne, ein genialer Sommertag. Saftig grüne Wiese am Ufer – wunderbar. Nichts ahnend gehe ich am See entlang. Doch plötzlich ekelt es mich bei diesem Anblick. Inmitten der Natur schon wieder Überreste einer wilden Grillparty. Leere Bierflaschen, Plastikfolie vom Eis aus der Tiefkühltruhe und dort neben einem zerfledderten Pappkarton sogar eine angebissene Bratwurst. Ich weiß nicht recht, welches Gefühl überwiegt, der Brechreiz oder die Wut. Denn das Ärgerlichste: Nur zehn Meter weiter steht einsam und verlassen ein Mülleimer. In ihm herrscht gähnende Leere, während sich draußen der Abfall zu kleinen Gebirgen auftürmt.

Die Überreste des Sommers

Respektlos: Nach der Party bleibt der Müll leider oft einfach liegen (©PIXELIO/Jennifer Piepenbring)

Leider scheint das inzwischen schon ganz normal und alltäglich geworden zu sein, es herrscht eine allgemeine Sorglosigkeit im Umgang mit Abfällen. Da wirft der eine nach dem Einkauf seinen Beleg einfach ins Gebüsch, der andere spuckt seinen ausgelutschten Kaugummi mitten auf die Straße. Über leere Getränkedosen in der U-Bahn brauchen wir ja gar nicht zu sprechen, an die haben wir uns ja schon alle wohl oder übel gewöhnt. Doch ausgerechnet im Sommer, der schönsten Zeit des Jahres, wird die Sache mit dem Müll noch schlimmer. Nach kleinen Partys in öffentlichen Anlagen, am See oder im Park kommt keinem in den Sinn, die Reste der Feier in die Mülltonne zu befördern. Stattdessen bleibt der Abfall einfach liegen, mal mehr, mal weniger weit in alle Richtungen verstreut.

Niemand hat etwas gegen kleine Feste im Park. Schließlich hat jeder das gute Recht, draußen in der Natur mit seinen Freunden zusammen zu sitzen. Aber es gibt immer mehr Schmutzfinke, die nicht einsehen wollen, dass jeder selbst für seinen Müll verantwortlich ist und diesen auch wegschaffen sollte. Und wenn erst einmal ein paar anfangen, dann denken sich logischerweise die nächsten: „Warum soll ich aufräumen, wenn die da drüben das auch nicht machen?“ So werden es immer mehr, die die Natur verdrecken. Nach und nach entsteht eine regelrechte Müllkultur und anders als zum Beispiel in Neapel können wir uns nicht damit rechtfertigen, dass der Abfall ein politisches Problem ist, bei dem die Mafia mitspielt. Unser Dreck ist einfach nur respektlos – der Natur gegenüber, genauso wie den Mitmenschen, die sich auf etwas Erholung freuen und stattdessen von üblem Geruch belästigt werden.

Die Überreste des Sommers

Ordentlich: Der Müll gehört in die Tonne (©PIXELIO/ Jan-Rio Krause)

Soll das Ordnungsamt nun Geldbußen verhängen? Was ist mit Appellen an die Vernunft des Einzelnen? In der Regel hilft alles Strafen und Appellieren aber nur wenig, es fördert eher eine Protesthaltung. Was dann? Wenn nicht sowieso schon der Fall, dann sollte ein jeder von uns ein gutes Beispiel abgeben und auch Kleinkram artig in den Mülleimer werfen. Das ist schon ein guter Anfang, denn Kleinigkeiten machen bekanntlich die Summe des Lebens aus. Je mehr bewusst mit ihrem Unrat umgehen, desto besser, desto größer die Wirkung. Das ist dasselbe, wie bei den Glühbirnen: Wenn jeder das Licht ausmacht, wenn er einen Raum verlässt, dann spart das in der Summe irrsinnig viel Strom. Dazu muss der Einzelne den ersten Schritt tun und die Initiative ergreifen, anstatt darauf zu warten, dass jemand anderes anfängt.

Auch eine tolle Idee, wie ich finde: Das sogenannte „RamaDama“, also in etwa „Räumen tun wir“, das regelmäßig in meinem Stadtteil München-Moosach stattfindet. Das ist eine Aktion der „Aktionsgemeinschaft Moosach“, bei der Freiwillige in kleinen Gruppen ausschwärmen und mal wieder etwas Ordnung schaffen. Auch wenn der Effekt oft nur von kurzzeitiger Natur ist, so geht davon doch ein klares Signal aus: Wir wollen keinen Dreck, weder auf den Straßen, noch auf Wiesen oder in Parks. Das „RamaDama“ schärft ein bisschen das Bewusstsein und vermittelt, dass Müll eben keine Nebensache ist. Wir produzieren ohnehin zu viel Abfall und gerade deshalb ist ein bewusster und verantwortungsvoller Umgang mit dem Thema wichtig und notwendig; egal ob bei Partys im Park oder „nur“ im Alltag.

Vorschau: Dinner en Blanc, Supper Club & Co. – die neue Essklasse – das ist das Thema der nächsten Woche

Simon Stiebjahn wird U23-Europameister

Auf den Marathon und die deutsche Sprintmeisterschaft vor seiner Haustüre in Kirchzarten hat Simon Stiebjahn (Team Bulls) verzichtet und eine 800 Kilometer lange Fahrt nach Tschechien auf sich genommen. Aber die Reise ins Lausitz-Gebirge nahe der deutschen Grenze hat sich gelohnt für den Mountainbiker aus Langenordnach: Stiebjahn wurde dort Marathon-Europameister in der Klasse U 23.

Simon Stiebjahn wird U23-Europameister

Sektdusche für den Sieger: Simon Stiebjahn steht bei der Marathon-Europameisterschaft in der U-23-Kategorie ganz oben. (Foto: Bulls)

Einen Platz unter den ersten fünf hatte sich Stiebjahn vorgenommen, vielleicht insgeheim mit einer Medaille geliebäugelt. Aber angesichts der riesigen Konkurrenz mit dem Favoriten Hermann Pernsteiner aus Österreich, den Braidot-Brüdern Luca und Daniele aus Italien und dem Tschechen Marek Rauchfuss schienen die Podestplätze eigentlich vergeben. Dass er dann als bester Deutscher überhaupt aus dem Wettbewerb hervorgehen würde, damit war nicht zu rechnen. Kurz vor der Hälfte der 105 Kilometer langen Strecke war Simon Stiebjahn noch nicht unter den besten zwanzig zu finden, erst danach schaffte er den Anschluss an die zweite Gruppe. Nach rund 80 Kilometern entschloss er sich zu einer Attacke. „Ich habe mich gut gefühlt und angegriffen“, sagt Stiebjahn.
Rauchfuss und Stiebjahn gingen gemeinsam auf die letzten Kilometer. Dort ging es leicht bergauf und der Tscheche schien der Stärkere zu sein, Stiebjahn fiel etwas zurück, konnte aber wieder aufschließen und überholte Rauchfuss schließlich in der drittletzten Kurve. Am Ende brachte Stiebjahn ein paar Meter Vorsprung mit auf die 100 Meter lange Zielgerade und sicherte sich mit 11:47 Minuten Rückstand auf den neuen Männer-Europameister Hynek (3:57:00) den EM-Titel in der U-23-Klasse. „Ich kann es noch gar nicht richtig realisieren, ich bin jedenfalls super froh. Ich denke, der Erfolg wird mir viel bringen“, sagte der 22-Jährige.

Der Tscheche Hynek holte sich den Sieg in der Männerklasse vor seinem Landsmann Pavel Boudny. Bei den Frauen siegte die in Freiburg lebende Finnin Pia Sundstedt im Sprint gegen die Britin Sally Bigham. Die Wahl-Münchnerin Silke Schmidt sicherte sich überraschend den dritten Platz, während die Deutsche Sprintmeisterin Elisabeth Brandau (Schönaich) den Strapazen der Anreise Tribut zollen musste und aufgab.

Vorschau: Nadal, Federer oder Djokovic? Nächste Woche lest ihr über das nächste Grand-Slam Turnier in Wimbledon.

Hilfe, mein Kühlschrank stinkt! Drei Tipps gegen schlechte Gerüche im Kühlschrank

Da freut man sich auf ein schönes Stück Schokolade, macht die Kühlschranktür auf, um es rauszuholen, und wird erst einmal von einer Welle Essensgestank überrollt. Kühlschrankgerüche können wirklich unangenehm sein. Nicht nur, dass sie die Nase bei jedem Öffnen der Kühlschranktür traktieren, sie können sich auch auf offenen Lebensmitteln festsetzen, sodass unsere Schokolade plötzlich gar nicht mehr so gut schmeckt wie erhofft. Doch das muss nicht so sein. Drei einfache Tipps helfen gegen nervige Gerüche im Kühlschrank!

1. Vorbeugen!

Hilfe, mein Kühlschrank stinkt! Drei Tipps gegen schlechte Gerüche im Kühlschrank

Geruchskiller: Essig hilft schlechte Gerüche zu vertreiben, Kaffe- und Natronpulver saugen sie einfach auf (Foto: Möller)

Um schlechte Gerüche im Kühlschrank von Anfang an zu vermeiden, sollte man stark riechende Lebensmittel  – wie einige Käsesorten oder auch Fisch – nur in Dosen oder anderen geschlossenen Behältern in den Kühlschrank stellen. So kann sich der schlechte Geruch gar nicht erst ausbreiten und  festsetzen. Auch sollte immer darauf geachtet werden, keine schlechten Lebensmittel im Kühlschrank zu lassen, die können sich nämlich zu wahren Stinkbomben entwickeln. Wenn mal eine Flüssigkeit im Kühlschrank ausläuft, sollte sie sofort gründlich aufgewischt werden, bevor es anfängt zu stinken.  Schon beim Kühlschrankkauf könnt ihr gegen schlechten Gerüche vorbeugen: Einige Modelle haben bestimmte Beschichtungen, damit sich Gerüche gar nicht erst entwickeln können.

2. Auswaschen

Stinkt der Kühlschrank trotz der vorbeugenden Maßnahmen ist das auch kein Problem. Einfach die Lebensmittel kurz aus dem Kühlschrank rausholen und den Schrank auswaschen. Dafür eignet sich besonders ein Gemisch aus Wasser und Essig. Essig neutralisiert die Gerüche in Kühlschrank und hilft dabei die geruchsbildenden Bakterien abzutöten. Alternativ zum Essig könnt ihr auch Zitronensaft zum Auswaschen benutzen. Der Vorteil hierbei ist, dass der Kühlschrank anschließend angenehm nach Zitrone riecht.

3. „Geruchsfänger“  reinstellen

Nach dem Auswaschen des Kühlschrankes können  „Geruchsfänger“ in den Kühlschrank gestellt werden, die schlechte Gerüche aufsaugen und somit den Kühlschrank auch in Zukunft angenehm riechen lassen. Hierzu kann man einfach ein Schälchen mit Natronpulver oder mit Kaffeepulver in den Kühlschrank stellen. Diese ziehen schlechte Gerüche an und neutralisieren sie. Wenn der Kühlschrank trotzdem nach einiger Zeit wieder anfängt zu riechen, einfach die „Geruchsfänger“ austauschen. Mit solchen Geruchskillern kann dem Schokoladengenuss nun in Zukunft nichts mehr im Wege stehen.

Vorschau: Nächste Woche könnt ihr hier eine Umfrage zum Thema „Bachelor – und was dann?“ lesen.