Der Hochzeitswahnsinn

Es ist also soweit. Noch im letzten Jahr konntet ihr an gleicher Stelle lesen, wie furchtbar ich den Hochzeitstwahnsinnswettbewerb auf Facebook finde. Und jetzt? Ich habe geheiratet und tatsächlich erfolgreich vermieden, im Vorfeld Planungsstand, kritische Momente und Vorfreuden öffentlich zu machen. Doch schon am Tag nach dem großen Fest kursierten 30 Fotos im globalen Netz, ganz ohne mein Zutun. Irgendwo hört der Arm der Braut auf, vor allem, wenn sie keine Braut mehr ist. Doch darum soll es hier nicht gehen, sondern um Chaos und Ordnung und den ganz normalen Wahnsinn.

Der Hochzeitswahnsinn

Stilecht: Mit Kutsche zur Kirche (Foto: Bernatz)

Den Anfang macht ein goldener Tipp an alle Hochzeitsplanenden: macht so viel wie möglich selbst. Verteilt die Planung nicht, denn was am Anfang Arbeit nimmt, wird später purer Stress, wenn die Teile sich zusammenfügen, überlappen und durcheinander geraten. Wer die Fäden in der Hand hält weiß, wo Probleme auftreten und wie sie zu umgehen sind. Und Rat kann sich der Planer dann immer noch holen. Das sollte er auch. Bei Menschen, die Feiern schon öfters geplant haben, in Ratgebern, bei den Eltern, den Freunden und am Wichtigsten: dem Partner.

Und die zweite goldene Regel ist: Egal wie gut ein Fest geplant ist, es wird immer etwas schief gehen. Beispiele? Am Vorabend der Hochzeit mussten wir feststellen, dass der Raum doch kleiner war, als gedacht. Die komplette Tischordnung wurde innerhalb von zwanzig Minuten umgeschmissen, neu geordnet und mit Kompromissen versehen. Plötzlich fehlten zwanzig Tassen und Untertassen, die Tischdecken wurde in den letzten Tagen fertig genäht, die Kuchenliste wurde in der letzten Nacht verdoppelt und nach der Trauung konnten wir feststellen, dass zwei fest eingeplante Gäste schon mal gar nicht gekommen waren. Doch da hört der Spaß nicht auf.

Der Hochzeitswahnsinn

Unikate: die raffinierten Ringe für die Ehe (Foto: Obermann)

Zu unserer großen Überraschung war uns das Wetter gut gesinnt. Schon beim Standesamt blieb der angekündigte Regen aus, und am Samstag fand tatsächlich die Sonne den Weg zu uns. Doch dieses Wetter im Zwischenbereich führte dazu, dass es nicht warm genug war, um unseren Getränkevorrat wirklich zu verdünnen, und nicht kalt genug, um unser Büffet zu leeren. Aber lieber zu viel haben, als zu wenig. Und vor allem: locker bleiben. Der in letzter Minute aufgestellte Geschenktisch wurde so nahe an unser Gästebuch gestellt, dass viele das Buch für ein Geschenk hielten und die Einträge deswegen etwas mau ausgefallen waren. Locker bleiben solltet ihr auch bei den vielen Spielen und Aktionen. Bei dem Tanzwettbewerb zwischen Braut und Bräutigam, dem obligatorischen Er-oder-Sie-Quizz, dem gemeinsamen Baumstammzersägen, …

Im Großen und Ganzen lief aber alles gut. Der vergessene Brautstrauß erreichte die Kutsche, bevor wir an der Kirche waren, der Reifrock wurde dank fachkundiger Hilfe schnellstens wieder repariert. Unsere einmaligen Eheringe von der Goldschmiede Eckart passten wie angegossen, der Hochzeitslikör für die Gäste wurde mit Freude angenommen, die Fotografin wartete geduldig, bis der Vater des Bräutigams wieder aufgetaucht war und das französische Brautkleid nahm keinen Schaden. Die Einwegkameras landeten brav im bereitgestellten Karton. Der DJ  von Evergreen Entertainment und die Karaoke war im Übrigen eine grandiose Idee. Noch um vier Uhr grölten Bräutigam, Brautbruder, sein bester Freund und der Trauzeuge „Quit playing games with my heart“. Mit allem Chaos und aller Planung kamen wir auf eine wundervolle Hochzeit. Nur mein Mann muss sich noch an seinen neuen Nachnamen gewöhnen.

Vorschau: Nächste Woche geht es hier um den Masochismus beim Rennradfahren.

Beatboxer „Fii“ auf Promotour in Mannheim

Beatboxer „Fii“ auf Promotour in Mannheim

Mit voller Leidenschaft dabei: Beatboxer "Fii" im Fitzgeralds Irish Pub in Mannheim(Foto:"Evergreen Entertainment")

Er kommt aus Österreich, ist Beatboxer und begeisterte mit seiner Kunst bereits in Shows wie „X-Factor“ und „Supertalent“ das Publikum: „Fii“. Zur Zeit ist er mit „Evergreen Entertainment“ in Mannheim unterwegs, um sein aktuelles Album „VoxBox“ zu promoten.

Angefangen hat „Fii“ als Sänger im Chor und durchwanderte, wie jeder Musikbegeisterte und Musiker, verschiedene Phasen bis er beim Beatboxen ankam. Metal hat er gemacht, HipHop und Industrial Techno, doch das „Einfache“ hat ihn dann am Ende gereizt. Mit seinem Loopgerät* ( Ein Loopgerät ist ein Gerät, mit dem man mehrere Tonspuren live aufnehmen und abspeichern kann, um sie dann gleichzeitig abzuspielen. So entsteht ein Beat) macht er seine Musik komplett live. Er ist sein eigener Manager, betreibt selbstständig sein Plattenlabel und bis vor kurzem war er auch sein eigener Booker. Mit diesem „Do-it-Yourself“-Prinzip ist er sehr erfolgreich: Monatelange Touren und der Zuspruch der Öffentlichkeit, wie dem österreichischen Fernsehen, dem Musikpreis, „ X-Factor“ und „Supertalent“, sind der eindeutige Beweis.

„Fii“ selbst ist ein sehr bodenständiger Mann, sehr zurückhaltend, nett und bescheiden, dabei sehr kompetent und er weiß, was er will. Eine gute Eigenschaft in diesem Business und der Zuspruch der Fans zeigt auch, dass das der richtige Weg für ihn ist.

„Ich möchte die Zuhörer zur ursprünglichen Musik führen. Am Anfang sind sie alle noch auf die Texte fixiert und dann bringe ich sie wieder langsam zum Beat und zum Beatboxen und es kommt einfach gut an.“ erzählt er im Interview. Das hat man auch an der „Kurpfalz Realschule und Gymnasium“ in Mannheim gemerkt. Am Donnerstag 9. Februar waren 80 Schüler verschiedenen Alters da und haben gespannt den Worten von „Fii“ gelauscht. Er beantwortete Fragen und brachte den jungen Menschen einige Tricks und Übungen bei. „Fii“ sagte im Nachhinein: „Es hat mir wirklich Spaß gemacht. Ich habe das schon öfter gemacht, aber dann auch immer nur klassenweise, so viele Schüler hatte ich noch nie, aber sie haben alle interessiert mitgemacht und das fand ich gut.“ Man erwartet doch bei so vielen Jugendlichen auf einem Fleck Unruhe, doch die Musik war faszinierend und begeisterte. Die nächste Station an diesem Tag ist der Irish Pub „Fitzgeralds“ in U5 in Mannheim. Ein kleines, sehr gemütliches Pub, mit lockeren Geschäftsführern und allgemein sehr ausgelassener Stimmung.

„Ich trete die meiste Zeit in Pubs, Clubs und großen Diskotheken auf, da kommt meine Musik sehr gut an, weil die Menschen es einfach schätzen, wenn jemand Stimmung macht. Aber mein großer Traum ist es einmal auf einem großen Festival zu spielen“, sagt „Fii“ im Interview mit einem gewissen Strahlen in seinen Augen. Doch egal ob nun Großraumdisko, Fernsehen, Pub oder Festival, die Musik von „Fii“ ist großartig. Die Texte, die Beats und die allgemeine Stimmung und Vielfältigkeit zeigen alles in allem wie offen ein Musiker sein kann und wie man sich gekonnt aus einer Schublade in die Herzen der Musikfans beatboxt. Zu seinen weiteren Plänen sagt „Fii“: „Zurzeit arbeite ich an meinem neuen Album, einige Songs sind schon fertig, andere noch am entstehen. Das ist bei mir immer ein langer Prozess, was daran liegt, dass ich ein Perfektionist bin. Ansonsten wünsche ich mir für 2012 und allgemein die Zukunft, dass es noch besser für mich laufen wird und dass ich die Leute mit meiner Musik begeistern kann.“

Aktuelle Gewinnspiele:
Das „Kraftclub“-Gewinnspiel, bei dem ihr zwei Autogrammkarten gewinnen könnt, wird bis Mittwoch, 28. März verlängert. HIER gibt´s die Infos.
Mitarbeiter von Face2Face, sowie der Rechtsweg sind ausgeschlossen.

Vorschau: Und kommenden Samstag gibt’s an dieser Stelle ein Interview mit dem Schlagerstar „Laura Wilde“.

Beatboxer „fii“ in Mannheim!

Die Jungs von „Evergreen Entertainment“ laden ein – und haben keinen geringeren als „fii“ im Gepäck! Der Beatboxer ist bekannt aus Castingformaten wie „X-Factor“ und „Das Supertalent“. Mit seinem Song „Power to the People“ landete er bereits in den Charts. Auch durch seine Teilnahme an den „Los Angeles Music Awards“ machte er auf sich aufmerksam, wo er in der Kategorie „Producer’s Choice“ den Titel „Entertainer of the Year“ gewann.

Am Donnerstag, 9. Februar, könnt ihr den Mundakrobaten im „Fitzgerald’s Irish Pub“ in Mannheim live erleben. Karten – die nur begrenzt zur Verfügung stehen – bekommt ihr im Vorverkauf vor Ort für zehn Euro, an der Abendkasse zahlt ihr 15 Euro. Los geht es um 20.00 Uhr.

Im März veröffentlicht Face2Face ein Interview mit dem Unterhaltungstalent!

 

 

„Wer einmal auf der Bühne war, kommt immer wieder!“

"Wer einmal auf der Bühne war, kommt immer wieder!"

Die Gesichter hinter Evergreen Entertainment (v.l.): Boris Dilger und Dominik Läufer (Foto: Evergreen Entertainment)

Nicht nur die Biersorte „Kilkenny“, eine größere Whiskeyauswahl und die charakteristischen dunklen Möbel gehören zu jedem Irish Pub: Auch die Karaoke-Abende, die in den meisten Kneipen veranstaltet werden, sind nicht mehr wegzudenken. Aber wer steht eigentlich hinter diesen Veranstaltungen? Face2Face spricht mit zwei „KJs“ (Anm. d. Red.: Ein „KJ“ ist ein DJ für Karaoke), Boris Dilger (27) und Dominik Läufer (30) von „Evergreen Entertainment“, einem Karaoke-Unternehmen aus Mannheim.

Face2Face: Karaoke-DJ ist ein ziemlich abgefahrener Beruf. Wie kamt ihr dazu?
Boris: Ich habe meine ersten Erfahrungen im Ausland gemacht. Ich war vor einigen Jahren von der Bundeswehr aus in Sarajewo stationiert worden. Als eines Abends ein Entertainer ausfiel, fragte man mich, ob ich einspringen könne. Das hat so gut funktioniert, dass ich dort dann ein Jahr lang meine Feierabende als Unterhalter verbracht habe.
Dominik: Ich bin seit 2005 in der Branche und habe unter anderem drei Jahre lang in einer Karaokebar in Nürnberg moderiert. Meine Entertainertätigkeit in Mannheim habe ich im April 2008 angetreten. Ich war damals als Subunternehmer für einen Karaokeveranstalter tätig, dadurch habe ich letzten November Boris kennengelernt. Wir haben uns damals öfters gegenseitig auf Karaokeveranstaltungen besucht.
Boris: Der Chef der Karaokefirma fragte mich damals, ob ich einsteigen will. Aufgrund interner Differenzen haben wir uns dann letzten Mai selbstständig gemacht und „Evergreen Entertainment“ gegründet.

Face2Face: Lässt sich davon leben?
Boris: Im ersten Jahr ist das schwierig, es muss viel investiert werden. Vor allem die Ausrüstung ist kostspielig. Demnächst wollen wir allerdings Bilanz ziehen, um festzustellen, wo genau wir stehen. Spätestens Ende nächsten Jahres dann wollen wir unseren Traum realisieren und von „Evergreen Entertainment“ leben können.

Face2Face: Was unterscheidet einen KJ von einem „normalen“ DJ?
Dominik: Wir müssen nicht nur musikalisch präsent sein, sondern auch aktiv auf das Publikum reagieren. Während ein DJ sich auf einen ganz eigenen Stil spezialisiert, müssen wir alle Sparten der Musik abdecken. Es kommt vor, dass Leute uns nach den Namen von Liedern fragen, die sie singen wollen – die müssen wir dann anhand von Melodie oder Textzeilen erkennen können.
Die größte Herausforderung für einen KJ ist es aber, ein Gespür für die Gäste zu entwickeln. Wir stellen auf Veranstaltungen Formulare bereit, auf denen die Leute ihre Gesangswünsche eintragen können, und wir müssen dann irgendwie schauen, dass die Lieder und Musikstile eine gewisse Reihenfolge beibehalten.
Boris: Die Stärke der meisten Sänger liegt in Schmusesongs und Balladen. Da kommt es schon einmal vor, dass zehn Leute hintereinander einen langsamen Song singen wollen. Wir müssen die Stimmungen dabei abschätzen, um das Publikum in den Pausen eventuell wieder hochzubringen. Es ist ja eine Karaoke-Party, keine Karaoke-Beerdigung.

Face2Face: Was ist der Reiz an Karaoke?
Dominik: Man kann abends einfach mal abschalten. Die Musik funktioniert für mich als Ausgleich zum stressigen Arbeitsalltag. Spaß am Singen und an der Musik treiben mich auf die Bühne.
Boris: Man merkt immer, wenn jemand das erste Mal auf der Bühne steht – da zittert das Mikrofon. Aber wer einmal auf der Bühne war, kommt immer wieder. Ein Karaoke-Virus, sozusagen.

"Wer einmal auf der Bühne war, kommt immer wieder!"

KJs und Fans in Aktion: Ein Samstagabend im "Fitzgerald's" (Foto: Evergreen Entertainment)

Face2Face: Gibt es Dinge, die euch bei euren Auftritten stören?
Dominik: Klar, es gibt No-Gos. Leute ausbuhen geht überhaupt nicht. Karaoke funktioniert nur ohne Bewertung. Wir versuchen immer, negative Atmosphäre mit unserer Moderation und Musikeinspielern zu lösen.
Gerade letzte Woche haben wir das erste Mal einen Gast von der Bühne verwiesen. Er hielt es für nötig, den Pub, das Publikum und die generelle Stimmung als „scheiße“ zu bezeichnen. Der wurde dann zu recht ausgebuht und dann freundlich herausgebeten.

Face2Face: Habt ihr Fans?
Boris: Ja. Es gibt Leute, die uns schon besucht haben, als wir noch bei der anderen Karaokefirma unter Vertrag standen. Die kommen regelmäßig ins „Murphys“ oder ins „Fitzgeralds“ (Anm. d. Red.: Gemeint sind zwei Irish Pubs in Mannheim, in denen „Evergreen Entertainment“ regelmäßig auftritt). Da bilden sich dann sogar Freundschaften.

Face2Face: Nehmt ihr privat noch an Karaokeabenden teil, oder geht der Spaß daran durch die Arbeit als Moderator verloren?
Boris: Klar, wir sehen uns unheimlich gerne die Konkurrenz an, das inspiriert uns. Der musikalische Fruchtsalat, der da jeden Abend gespielt wird, lässt es nie langweilig werden, das ist jede Woche interessant. Ich habe keine Bedenken, dass uns der Spaß verloren geht.

Face2Face: Karaoke ist nicht gerade ein Volkssport. Was denkt ihr, wie sich die Branche in den nächsten Jahren entwickelt?
Boris: Der Hype wird überschwappen! In Irland, Südamerika und vor allem auch im asiatischen Raum ist die Begeisterung für Karaoke riesig – da zahlt man sogar Geld, um zu singen.
Karaoke wurde ja bereits in den 70er-Jahren erfunden, und in einigen Ländern geht die Begeisterung daran langsam verloren, auch, wenn sie mehrere Jahre angehalten hat. Aber wir stehen hier gerade vor einem Boom. Und solange der Zug rollt, sollte man natürlich nicht abspringen.

Shows (wöchentlich):
Donnerstag, ab 21.30, „Murphy’s Law“ (direkt am Hauptbahnhof Mannheim)
Samstag, ab 21.00, „Fitzgerald’s“ (Mannheim, U5 13)

Vorschau: Am Dienstag, 6. Dezember erscheint im Panorama das nächste Rätsel des Monats. Viel Spaß beim Mitraten! Ein Weihnachtsspecial erwartet euch eine Woche später, am Dienstag, 13. Dezember. Hierbei werden fünf Face2Face-Mitarbeiter von ihren diesjährigen Weihnachtsplänen berichten. Holt euch Inspiration und lernt das Team hinter den Artikeln besser kennen!

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Die Fragen stellten Melanie Denzinger und Johannes Glaser.