Leben mit Laktoseintoleranz

Auf immer mehr Lebensmittelprodukten ist mittlerweile die Aufschrift „laktosefrei“ zu finden. Viele wissen, was sich dahinter verbirgt, andere hingegen zucken mit den Schultern. Wie sieht es denn mit dir aus?
Ungefähr 15-20% der Europäer sind laktoseintolerant, wobei viele Menschen gar nicht wissen, dass sie betroffen sind. Das liegt daran, dass die Symptome sehr unterschiedlich ausfallen und auch recht unspezifisch sind. Während dem einen nach dem Verzehr von Milchspeisen speiübel ist, hat der andere nur leichte Bauchschmerzen oder merkt fast gar nichts. Hier ist zu erwähnen, dass Laktoseintoleranz (auch Lactoseintoleranz) eine Nahrungsmittelunverträglichkeit ist und nicht mit der Kuhmilchallergie verwechselt werden sollte.

Denn bei der Laktoseintoleranz verträgt man den Milchzucker nicht. Die Ursache dafür liegt darin, dass bei laktoseintoleranten Menschen das Enzym Lactase vom Körper entweder unzureichend oder gar nicht produziert wird. So kann die Spaltung von Laktose in die beiden Stoffe Galaktose und Glukose nicht wirklich funktionieren, was dann zu den verschiedenen Symptomen wie Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, und so weiter führt.

Mittlerweile gibt es eine Vielzahl verschiedener Laktoseintoleranz-Test, um Gewissheit zu verschaffen. So zum Beispiel der Blutzuckertest oder Belastungstest, mit dem bei mir eine Laktoseintoleranz festgestellt wurde. Bei diesem Test wird in Wasser gelöste Laktose verabreicht und dann alle 30 Minuten eine Blutprobe genommen, um den Glukosegehalt bestimmen zu können. Dieser Test dauert zwischen 2-3 Stunden.

Ist eine Laktoseintoleranz festgestellt worden, müssen die meisten Menschen ihren Ernährungsplan überdenken. Laktosefreie Produkte landen im Einkaufskorb, es wird mehr darauf geachtet, was genau im Restaurant gegessen wird und wovon man besser die Finger lässt. Anfangs war das auch für mich eine Umstellung. Mein Lieblingsessen ist plötzlich unverträglich. Also muss eine Alternative her. Zum Glück reagieren immer mehr Hersteller auf Menschen mit einer Nahrungsmittelunverträglichkeit und bieten dementsprechend Produkte an, die problem- und bedenkenlos gegessen werden können. So ist es kein Problem mehr, sich ein Tiramisu wieder selbst zu zaubern oder eine Pizza mit viel Käse zu belegen. An was sich vielleicht anfangs gewöhnt werden muss, ist, dass die laktosefreien Produkte meistens süßer schmecken.

Eine andere Möglichkeit für viele Betroffene ist das Zuführen der Lactase durch Tabletten. Diese Tabletten oder Kapseln werden vor dem Verzehr von milchhaltigen Speisen zu sich genommen und führen dazu, dass die mit der Nahrung aufgenommene Laktose in ihre Bestandteile zerlegt wird. Allerdings ist auch hier zu sagen, dass das nicht bei allen Menschen funktioniert.

Natürlich fällt es schwer, auf das ein oder andere zu verzichten, aber da es viele leckere Rezepte für laktosefreie Mahlzeiten gibt und auch die Auswahl an laktosefreien Produkten stetig zunimmt, kann ist mit dieser Nahrungsmittelunverträglichkeit ganz gut zu leben.

In diesem Sinne: Eine schöne Woche!

Eure Lea

Vorschau: Eva beschäftigt sich nächste Woche mit der Frage, was eigentlich sexistisch an unserer Sprache ist und ob das wirklich so schlimm ist.