Hokuspokus oder Realität? – Interview mit einem Medium

Kartenlegen

Ein konzentrierter Blick: Manuela bei der Arbeit (Foto: Pixel-Werk/ Christoph Baumann)

Dinge vorhersehen, die niemand wissen kann, Gedanken übertragen oder mit den Toten sprechen – all diese „übernatürlichen“ Phänomene kennen wir größtenteils aus Fantasy-Romanen, Filmen oder dem Fernsehen. Tatsächlich? Existieren sie nur in unserer imaginierten Welt? Manuela Bokatola (48) ist davon überzeugt, dass dem nicht so ist. Das selbsternannte Medium aus Mannheim hat uns zu sich nach Hause eingeladen und gab Face2Face einen spannenden Einblick in Ihre – im wahrsten Sinne des Wortes – phantastische Welt.

Kaffeeduft erfüllt den Raum, der heiße Tee dampft. Einen leckeren Schokokuchen hat Sie auch angerichtet. Ein ganz normaler Kaffeeklatsch an einem kalten Wintertag – könnte man meinen. „Meine medialen Fähigkeiten habe ich in meiner Kindheit entdeckt“, lässt uns die 48-Jährige wissen. Sie habe beispielsweise Ihrer Mutter – diese war damals in einer finanziell schwierigen Lage – voraussagen können, dass Sie nicht wieder ins Pfandhaus gehen müsse, um an Geld zu kommen, denn ihr Geld war dieses Mal rechtzeitig auf dem Bankkonto. „Woher soll eine siebenjährige auf solche Gedanken kommen?“, fragt sich Manuela selbst.

Steine

Heilsteine voller Energie: Ein ständiger Begleiter des Mediums (Foto: Pixel-Werk/Christoph Baumann)

Als ihre Oma starb, habe Sie Ihre Mutter darauf hingewiesen, dass Sie es nicht mehr rechtzeitig ins Krankenhaus schaffen würden. „Der Gedanke kam aus heiterem Himmel“, so das Medium, „wir sind tatsächlich zu spät gekommen und konnten uns nicht mehr verabschieden.“ Ich lasse meinen Blick durch das Wohnzimmer schweifen und entdecke einen weißen Engel und einige Heilsteine in allen erdenklichen Formen und Farben, die den Glastisch zieren. „Nachdem meine Oma gestorben ist, hat sie mich besucht, um sich von mir zu verabschieden“, erklärt Manuela. Sie habe große Angst gehabt, da Sie damals nicht wusste, wie Sie mit Ihrer Gabe umgehen solle. „Verstorbene zeigen sich nicht jedem, sondern nur den Leuten, denen sie es zutrauen“, versichert die Mannheimerin. Heute kommuniziere sie oft in Gedanken mit der verstorbenen Großmutter und erhalte Zeichen, dass sie die Enkelin hört. Aber wie sieht so ein Zeichen aus? „Meine Schwester war auf der Suche nach einer Wohnung. Ich habe meine Großmutter gebeten, ihr dabei zu helfen“, berichtet Manuela. Ihre Schwester habe Ihr später erzählt, dass sie in dieser Zeit oft an die verstorbene Großmutter denken musste – das sei so ein Zeichen gewesen.

Wie reagieren Leute darauf, die nicht an diesen „Hokuspokus“ glauben? „Sie blockieren sich“, so Manuela, die damit schon Erfahrung gemacht hat, „sie möchten von so etwas nichts hören.“ So wie einige an Gott glauben und andere wiederum nicht, sei es auch mit dieser Sache. „Aber jeder, der sich dafür öffnet, könnte solche Erfahrungen wie ich machen“, ermutigt sie, „jeder hat diese Art von Energie in sich.“ Auf den Tellern liegen Kuchenkrümel. Die Teekanne ist noch halbvoll. Mein Blick fällt auf Manuelas Tarotkarten. Wie kam Sie wohl dazu, Karten zu legen, frage ich mich. „Meine Freundin hat die Karten damals aus Amerika mitgebracht und bat mich, dass ich sie ihr lege“, lässt uns Manuela wissen. Anfangs sei sie skeptisch gewesen, aber nach und nach sei immer das eingetroffen, was die Karten prophezeit haben. Die „Stammkundschaft“ beweist es: „Meine Freundinnen lassen sich sehr oft die Karten von mir legen, so die 48-Jährige.

Karten

Kartenlegen mit System: Der Engel scheint alles zu beobachten (Foto: Pixel-Werk/Christoph Baumann)

Eine Zigarettenpause auf dem Balkon im zwölften Stock später kann ich meine Neugierde kaum bremsen und lasse mir selbst die Karten legen. Gekonnt und mit Zack legt sie die weisen Karten mit einem für mich noch unbekannten System auf den gläsernen Tisch. Der Engel scheint uns dabei zu beobachten. Ob die Prophezeiung wahr wird? „Was du denkst, bekommst du“, gibt mir die Kartenlegerin zu verstehen – fast so, als hätte sie die Frage gerochen. Fasziniert und energetisch angesteckt darf ich zum Schluss noch eine Engelskarte ziehen. Was drauf stand? „Alles geschieht immer genau dann, wenn die Zeit dafür reif ist.“

Vorschau: Im nächsten Panorama-Artikel kommentieren und beantworten Experten Fragen rund ums Thema Vorstellungsgespräche.

Der Mond

Wenn ich an den Mond denke, dann fallen mir spontan zwei ganz unterschiedliche Dinge ein: Einerseits ich da schöne Vollmondnächte mit sternenklarem Himmel und einer angenehm lauen Brise, andererseits kommen mir dann ebenso Geister, Grusel und Halloween in den Sinn.

Die Naturwissenschaft ist da schon deutlich nüchterner und distanzierter als meine ungezwungenen Gedanken. Für Astronomen ist der Mond schlicht der einzige Trabant unseres Planeten Erde (Anm. d. Red.: Trabant bezeichnet allgemein einen Mond, der um einen Planeten kreist), der mit einem Durchmesser von etwa 3.500 km etwa ein Viertel so groß wie die Erde selbst ist. Er umkreist unseren Planeten innerhalb von 27 1/3 Tagen, beeinflusst die Gezeiten und sorgt manchmal für Sonnenfinsternisse. Es gäbe noch einiges mehr an Fakten über den Mond, aber hier seien nur ein paar davon erwähnt.

Der Mond

Regelmäßig: Der Mond sorgt bei uns auf der Erde für den Wechsel der Gezeiten (©Gabriele Planthaber/Pixelio)

Trotzdem: Dem Mond haftete schon immer etwas Geheimnisvolles an. Besonders in Zeiten, in denen die Wissenschaft noch nicht der Maßstab der Welt war, konnte bereits das periodische Zu- und wieder Abnehmen des Mondes beeindrucken und Respekt einflößen. Es war leicht in ihm mehr als nur einen schlichten Trabanten der Erde zu sehen, ihm größere Mächte zuzuschreiben. Und selbst heute, in unserer rationalen und aufgeklärten Welt, leben noch immer viele Menschen nach den Mondphasen. Der Mond beeinflusst solch eine gewaltige Naturerscheinung wie Ebbe und Flut, da muss er doch auch auf das menschliche Leben wirken. Nicht wenige konsultieren regelmäßig den Mondkalender, egal ob es um den besten Zeitpunkt für einen neuen Haarschnitt geht oder darum, wann man am besten eine Diät beginnen sollte. Ganz Überzeugte meinen sogar, dass der Mond Einfluss darauf habe, ob bei der Zeugung ein Junge oder ein Mädchen zustande komme.

Sicher – das ist schon arg viel des Hokuspokus. Dass viele meinen, bei Vollmond schlecht schlafen zu können, könnte weniger mit den übersinnlichen Kräften des Mondes zu tun haben, als eher damit, dass die Erwartung, nicht durchschlafen zu können, in die Realität projiziert wird.

Aber mal von der Esoterik abgesehen: Der Mond inspiriert ja auch zu kulturellen Höhenflügen. In der Literatur beispielsweise hat der Mond einen festen Platz eingenommen. Was wäre wohl „Dracula“ von Bram Stoker ohne den Mond? Könnte man sich eine Werwolf-Geschichte ohne Mond vorstellen? Überhaupt: Was wäre das gesamte Horror- und Fantasy-Genre ohne einen hell strahlenden Vollmond? Ebenso profitieren Liebesromane und romantische Episoden von einer Nacht mit weiß-gelb leuchtender Mondsichel am Himmel. Selbst die klassische Dichtung war bereits von unserem Trabanten angetan. Der deutsche Dichter Johann Wolfgang von Goethe widmete mit „An den Mond“ dem Nachbarn der Erde ein ganzes Gedicht; aber nicht nur die klassischen Dichter, auch die Romantiker fanden im Mond Stoff für ihre Werke, so wie Achim von Arnim mit seinem „Ritt im Mondschein“.

Der Mond

Geheimnisvoll: Der Anblick des Mondes hat die Menschheit schon seit jeher fasziniert (©Matthias Mittenentzwei/Pixelio)

Und nicht zu vergessen, dass wir bereits den Kleinsten vom lieben Mann im Mond erzählen und mit ihnen Kinderlieder singen wie „Der Mond ist aufgegangen“ oder das Liedchen „Laterne, Laterne; Sonne, Mond und Sterne…“.

Wir sehen, dass der Mond unser Leben doch deutlich prägt, Einfluss auf unsere Kultur genommen hat und immer noch nimmt. Vielleicht ist er ja doch ein wenig mehr als nur ein bloßer Himmelskörper aus Gestein, wie es uns die Astronomen erklären wollen…

Vorschau: In der nächsten Kolumne schreibt Eva über Aktionen, die bereits auf die Zeit vor Weihnachten abzielen.