Von und Für Studierende: Ohne Stress durchs Studium

Prüfungsstress und Koffein

Prüfungsstress: wenn eine Deadline die Nächste jagt. (Foto: J. Feth)

Ich spreche aus eigener Erfahrung, wenn ich sage, dass ein Studium zu einer gewissen Zeit im Jahr mit sehr viel Stress verbunden ist. Meistens fällt dieser Zeitraum in die sogenannte Klausurenphase, in der eine Deadline die nächste jagt und Studierende sich vor Klausuren kaum retten können. Mit Tipps meiner Eltern wie „Fang doch einfach früher an zu lernen“, kann ich schon lange nichts mehr anfangen. Da wir uns nun langsam aber sicher dem neuen Jahr nähern, habe ich mich unter Studierenden mal umgehört und nachgefragt, welche Tipps sie haben, um stressfrei durchs Studium zu kommen. Ein neues Jahr bedeutet ja schließlich auch neue Vorsätze und wer freut sich nicht über ein bisschen weniger Stress während der Prüfungszeit?

Fünf Tipps für weniger Stress im Studium

Tipp Nummer 1: Genug Schlaf

Mit Schlaf während des Studiums, aber vor allem während der Klausurenphase ist das so eine Sache. Manche schaffen es tatsächlich, die von Experten empfohlenen acht Stunden einzuhalten, in denen der Körper Zeit hat seine Energiereserven wieder aufzufüllen. Andere hingegen schlagen sich mit fünf bis sechs Stunden Schlaf durch die Studienzeit. Allerdings ist genau das ein entscheidender Faktor, der in Stresssituationen beachtet werden sollte, um den Körper und auch das Gehirn nicht überzustrapazieren. Ausreichend Schlaf kann gut dabei helfen, das Stresslevel zu senken und für die nötigen Erholungsphasen zu sorgen, die der Mensch vor allem in Dauerstress-Situationen dringend braucht. Wer also von morgens bis abends am Schreibtisch verbringt und wieder einmal viel zu viel Lernstoff in viel zu kurzer Zeit in sein Hirn hämmern muss, sollte darauf achten, die Nacht mit mindestens acht Stunden Schlaf zu füllen.

Tipp Nummer 2: Organisation ist alles

Wenn die Klausur nun immer näher rückt und die Panik den Körper überfällt, ist Organisation der Schlüssel zur Stressreduzierung. Dabei helfen kann beispielsweise ein Arbeitsplan, in dem zu lernende Themen aufgelistet werden und eine Deadline bestimmt wird, bis wann die Themen gelernt sein sollen. Diese Methode unterstützt dabei, sich einen Überblick über die Lage zu verschaffen und die wirren Gedanken im Kopf zu ordnen. Auch Unterlagen sortieren oder To-Do-Listen schreiben kann hilfreich sein, um Struktur in den Lernprozess zu bringen.  Ist im Hirn erstmal Ordnung eingekehrt, ist es auch einfacher sich dem Lernstoff zu widmen und nach und nach die Themen abzuarbeiten. (Nur sollte das Aufräumen nicht zum Prokrastinieren genutzt werden!).
Auch ein ordentlicher Schreibtisch – befreit von jeglichen Störfaktoren wie Smartphones oder anderen elektronischen Geräten – ermöglicht eine stressfreie Lernatmosphäre.

Tipp Nummer 3: Anspannung und Entspannung

So wie ein erholsamer Schlaf in der Nacht dem Körper ermöglicht seine Energiereserven wieder aufzufüllen, ist es für den Körper während stressiger Phasen notwendig, auch einmal zu entspannen. Nach jeder Anspannungsphase sollte daher eine Entspannungsphase folgen. So ist es ratsam, nach ein bis zwei Stunden konzentrierten Lernens eine 20-minütige Pause einzulegen, in der man den Kopf auf andere Gedanken bringt und die Aufmerksamkeit auf etwas völlig anderes lenkt.

Sport, Menschen in Bewegung gegen Stress

In Bewegung: mit Sport gegen den Stress ankämpfen. (Foto: Klicker ( pixelio.de)

Da es unterschiedliche Arten von Menschen gibt, kann diese Entspannungsphase für jeden etwas anderes sein: Sport treiben, spazieren gehen, sich mit Freunden auf einen Kaffee treffen oder einfach nur etwas lesen. Das alles kann dem Körper helfen, sich einem Rhythmus anzupassen und dadurch das Stresslevel zu reduzieren. Wichtig dabei ist: Die Entspannungsphase sollte nicht zu lange dauern, da sonst der Einstieg in die Anspannungsphase erschwert wird.

Tipp Nummer 4: Einfach mal das Handy weg!

In Zeiten von sozialen Netzwerken und fortgeschrittenen Technologien kann auch das Smartphone einen der größten Stressfaktoren in unserem Leben darstellen. Das Gefühl, immer auf dem neusten Stand sein zu müssen oder einfach mal die Bilder durch zu schauen die auf Instagram gerade erscheinen kann in unserem Körper Stress auslösen, selbst wenn wir diese kurze „Auszeit“ nicht als Stress empfinden. Daher gilt: Während der Lernphase einfach mal das Smartphone auf lautlos stellen und außer Sichtweite platzieren. So wird man auch von einem aufleuchtenden Bildschirm nicht abgelenkt oder hat das Bedürfnis, schnell auf ankommende Nachrichten antworten zu müssen.

Ohne den Störfaktor Smartphone ist es besser möglich, sich auf den zu lernenden Stoff zu konzentrieren und ohne Abschweifungen bei einem Thema zu bleiben. Ganz anders sähe es aus, wenn das Smartphone durchgehend dafür sorgen würde, die Aufmerksamkeit auf alles andere zu lenken, nur nicht auf die Prüfungsvorbereitungen.
Dadurch können wir also unser Stresslevel deutlich reduzieren und uns auf eine Sache zu einem Zeitpunkt fokussieren. Pausen können dann dazu dienen, das Bedürfnis nach Neuigkeiten zu stillen oder den neuesten Trend auf Instagram, Twitter und Co. zu verfolgen.
Wer wissen will wie es sich eine Woche ohne Smartphone lebt und ob das unser Leben wirklich stressfreier macht, der kann hier mal vorbeischauen.

Tipp Nummer 5: Sport oder Meditation

Bereits zuvor wurde erwähnt, dass auf Anspannungsphasen auch Entspannungsphasen folgen sollten. Für viele Menschen ist daher Sport ein besonders guter Weg, den Kopf frei zu bekommen und für eine Weile abzuschalten. Des Weiteren wird durch Bewegung der Kreislauf angeregt und das Gehirn mit Sauerstoff versorgt. Dadurch lässt es sich nach einer kurzen Sporteinheit konzentrierter und fokussierter arbeiten, was auch den Stressfaktor lindert.

Auch das Meditieren kann eine stressreduzierende Wirkung auf den Körper haben. Durch Videos aus dem Internet ist es auf einfachstem Weg möglich zu lernen, wie man seine Atmung kontrollieren kann und sich seines Körpers bewusst wird. Besonders zwischen Lerneinheiten können ohne großen Aufwand Übungen eingelegt werden, die dem Körper auf eine spezielle Art und Weise helfen, sich zu entspannen. Mehr über das Thema Meditieren lest ihr hier.

Bloß keinen Stress!
Alles in allem kann Stress unterschiedlich bekämpft oder reduziert werden. Die hier aufgeführten Tipps stellen lediglich eine kleine Auswahl aus unzähligen Möglichkeiten dar, die anwendbar sind, aber nicht für jeden Typ geeignet sein müssen. Letztendlich ist es wohl doch besser den altbekannten Rat anzunehmen und rechtzeitig und früh genug anzufangen, für die Prüfungen zu lernen. Und wer diese Weisheit vor der nächsten Prüfungsphase wieder einmal nicht beherzigt hat, der sei beruhigt: An den meisten Universitäten gibt es einen Zweit- oder Drittversuch für Prüfungen, in denen man im ersten Durchgang durchgefallen ist. Also bloß keinen Stress, der nächste Versuch wird hoffentlich besser!

Wunderwaffe Saftkur?

Drei Tage lang nur Flüssignahrung – meine Saftkur liegt inzwischen fast genau einen Monat zurück (hier geht´s zum Bericht). Zeit einmal zu resümieren und mit Vorurteilen aufzuräumen.

Nur lecker oder auch gesund? Saftkur im Selbstversuch (Foto: Rike / pixelio.de)

Nur lecker oder auch gesund? Saftkur im Selbstversuch (Foto: Rike / pixelio.de)

Abnehmen?

Weniger essen = weniger Kalorien = weniger Körpergewicht – diese Gleichung geht auf. Während meiner dreitätigen Saftkur, wobei ich ja nur zwei Tage komplett auf feste Nahrung verzichtet habe, habe ich etwa ein Kilo abgenommen. Über Saftkuren dauerhaft abzunehmen, funktioniert allerdings nicht. Sobald ich wieder normal gegessen habe, habe ich das verlorene Gewicht wieder zugenommen.

Keine Nährstoffe? Keine Energie?

Obwohl dem Körper viel weniger Nahrungsmittel zugeführt werden, erhält er Vitamine und Mineralstoffe, denn die sind ja schließlich auch in Saft, Smoothies und Suppe enthalten. Um meinen Kreislauf nicht zu überfordern, habe ich bewusst auf schweißreibenden Sport verzichtet und täglich nur ein paar Übungen daheim gemacht. Vielleicht war ich ein bisschen müder als sonst, aber nicht so, dass es sich wesentlich auf meinen Alltag ausgewirkt hätte. Kurzum: Bei drei Tagen Saftkur kam es bei mir zu keinem erwähnenswerten Energiemangel, folglich bestand wohl auch kein Nährstoffmangel.

Reinere Haut?

Diesen Effekt habe ich leider nicht bemerkt. Schade!

Den Körper reinigen?

Wenn ihr euch einmal bewusst damit auseinandersetzt, stellt ihr sicher schnell fest: Nahezu alles, was wir essen, ist industriell verarbeitet – die wenigstens Produkte verzehren wir direkt und genauso wie sie zum Beispiel vom Baum fallen. Bei meiner Saftkur habe ich fast ausschließlich Obst und Gemüse vom regionalen Anbieter verwendet. Das mache ich allerdings auch, wenn ich normal esse. Nur kommen da dann eben auch mal Nudeln aus dem Supermarkt, Brühepulver und Milch zum Einsatz.

Die Flüssignahrung soll dagegen sogar eine eventuell vorhandene Übersäuerung neutralisieren. Ob mein Körper nach drei Tagen Saftkur „sauberer“ ist als vorher? Einen Beweis habe ich nicht, dafür aber:

Ein Freies, leichtes Gefühl?

Ich erinnere mich als wäre es gestern gewesen: Am dritten Tag meiner Saftkur hatte ich auf dem Heimweg einen kurzen Zwischenstopp zum Umsteigen am Mannheimer Hauptbahnhof. Der Duft von frischen Backwaren stieg mir in die Nase. Vor meinem inneren Auge konnte ich es sehen: Knackiges Ciabatta, saftige Tomaten, cremiger Mozzarella und der intensive Geschmack von frischem Basilikum. Plötzlich erregte ein komplett anderer Leckerbissen meine Aufmerksamkeit. Eine Frau spazierte mit einem Becher Softeis vorbei. Wie zarte Zuckerwattewölkchen schwebte die weiße Eiscreme portionsweise in ihren Mund. In meinen Futterträumen schmiegte sich die Karamellsauce wie ein warmer, ultimativ leckerer Lavastrom an den Berg aus eiskaltem Genuss. Aber etwas war anders als bisher: Ich habe mir nichts gekauft – kein Eis, kein belegtes Brötchen. Ich habe ganz frei entschieden, ohne mich gezwungen zu fühlen meinem spontanen Appetit nachzugeben, aber auch – und das ist das Wichtigste – ohne dabei das Gefühl zu haben auf etwas zu verzichten. Das Geschmackserlebnis war nur in meinem Kopf und das war einfach großartig.

Hokuspokus oder Realität? – Interview mit einem Medium

Kartenlegen

Ein konzentrierter Blick: Manuela bei der Arbeit (Foto: Pixel-Werk/ Christoph Baumann)

Dinge vorhersehen, die niemand wissen kann, Gedanken übertragen oder mit den Toten sprechen – all diese „übernatürlichen“ Phänomene kennen wir größtenteils aus Fantasy-Romanen, Filmen oder dem Fernsehen. Tatsächlich? Existieren sie nur in unserer imaginierten Welt? Manuela Bokatola (48) ist davon überzeugt, dass dem nicht so ist. Das selbsternannte Medium aus Mannheim hat uns zu sich nach Hause eingeladen und gab Face2Face einen spannenden Einblick in Ihre – im wahrsten Sinne des Wortes – phantastische Welt.

Kaffeeduft erfüllt den Raum, der heiße Tee dampft. Einen leckeren Schokokuchen hat Sie auch angerichtet. Ein ganz normaler Kaffeeklatsch an einem kalten Wintertag – könnte man meinen. „Meine medialen Fähigkeiten habe ich in meiner Kindheit entdeckt“, lässt uns die 48-Jährige wissen. Sie habe beispielsweise Ihrer Mutter – diese war damals in einer finanziell schwierigen Lage – voraussagen können, dass Sie nicht wieder ins Pfandhaus gehen müsse, um an Geld zu kommen, denn ihr Geld war dieses Mal rechtzeitig auf dem Bankkonto. „Woher soll eine siebenjährige auf solche Gedanken kommen?“, fragt sich Manuela selbst.

Steine

Heilsteine voller Energie: Ein ständiger Begleiter des Mediums (Foto: Pixel-Werk/Christoph Baumann)

Als ihre Oma starb, habe Sie Ihre Mutter darauf hingewiesen, dass Sie es nicht mehr rechtzeitig ins Krankenhaus schaffen würden. „Der Gedanke kam aus heiterem Himmel“, so das Medium, „wir sind tatsächlich zu spät gekommen und konnten uns nicht mehr verabschieden.“ Ich lasse meinen Blick durch das Wohnzimmer schweifen und entdecke einen weißen Engel und einige Heilsteine in allen erdenklichen Formen und Farben, die den Glastisch zieren. „Nachdem meine Oma gestorben ist, hat sie mich besucht, um sich von mir zu verabschieden“, erklärt Manuela. Sie habe große Angst gehabt, da Sie damals nicht wusste, wie Sie mit Ihrer Gabe umgehen solle. „Verstorbene zeigen sich nicht jedem, sondern nur den Leuten, denen sie es zutrauen“, versichert die Mannheimerin. Heute kommuniziere sie oft in Gedanken mit der verstorbenen Großmutter und erhalte Zeichen, dass sie die Enkelin hört. Aber wie sieht so ein Zeichen aus? „Meine Schwester war auf der Suche nach einer Wohnung. Ich habe meine Großmutter gebeten, ihr dabei zu helfen“, berichtet Manuela. Ihre Schwester habe Ihr später erzählt, dass sie in dieser Zeit oft an die verstorbene Großmutter denken musste – das sei so ein Zeichen gewesen.

Wie reagieren Leute darauf, die nicht an diesen „Hokuspokus“ glauben? „Sie blockieren sich“, so Manuela, die damit schon Erfahrung gemacht hat, „sie möchten von so etwas nichts hören.“ So wie einige an Gott glauben und andere wiederum nicht, sei es auch mit dieser Sache. „Aber jeder, der sich dafür öffnet, könnte solche Erfahrungen wie ich machen“, ermutigt sie, „jeder hat diese Art von Energie in sich.“ Auf den Tellern liegen Kuchenkrümel. Die Teekanne ist noch halbvoll. Mein Blick fällt auf Manuelas Tarotkarten. Wie kam Sie wohl dazu, Karten zu legen, frage ich mich. „Meine Freundin hat die Karten damals aus Amerika mitgebracht und bat mich, dass ich sie ihr lege“, lässt uns Manuela wissen. Anfangs sei sie skeptisch gewesen, aber nach und nach sei immer das eingetroffen, was die Karten prophezeit haben. Die „Stammkundschaft“ beweist es: „Meine Freundinnen lassen sich sehr oft die Karten von mir legen, so die 48-Jährige.

Karten

Kartenlegen mit System: Der Engel scheint alles zu beobachten (Foto: Pixel-Werk/Christoph Baumann)

Eine Zigarettenpause auf dem Balkon im zwölften Stock später kann ich meine Neugierde kaum bremsen und lasse mir selbst die Karten legen. Gekonnt und mit Zack legt sie die weisen Karten mit einem für mich noch unbekannten System auf den gläsernen Tisch. Der Engel scheint uns dabei zu beobachten. Ob die Prophezeiung wahr wird? „Was du denkst, bekommst du“, gibt mir die Kartenlegerin zu verstehen – fast so, als hätte sie die Frage gerochen. Fasziniert und energetisch angesteckt darf ich zum Schluss noch eine Engelskarte ziehen. Was drauf stand? „Alles geschieht immer genau dann, wenn die Zeit dafür reif ist.“

Vorschau: Im nächsten Panorama-Artikel kommentieren und beantworten Experten Fragen rund ums Thema Vorstellungsgespräche.

Motivation – „Le sacre feu“

Warum ist es eigentlich so schwer, sich zu motivieren und dann auch motiviert zu bleiben? Alles wäre doch viel einfacher, wenn Motivation auf Knopfdruck möglich wäre: Der Chef würde bessere Ergebnisse in kürzerer Zeit sehen und wir hätten endlich mehr Freude und Genugtuung bei der Arbeit.

Motivation brennt wie eine Flamme in uns und spornt uns an.

Le sacre feu: Motivation wirkt wie eine Flamme, die uns antreibt (©Kay Bengelsdorf/Pixelio.de)

Was also tun? Das wohl schlechteste, was wir machen können, ist dazusitzen und darauf zu warten, dass irgendwann schon jemand kommen wird, uns zu animieren. Erstens ist Warten äußert unzuverlässig, schließlich ist nicht garantiert, dass überhaupt jemand uns motivieren wird. Zweitens wirkt Motivation eher kurzfristig, wenn sie von außen kommt und sie flaut genauso schnell wieder ab, wie sie ihre Wirkung entfaltet. Der Antrieb muss im Endeffekt von innen, von einem selbst kommen.

„Und wenn ich an meine furchtbar stupide Arbeit denke, da kann man sich doch nicht motivieren.“ – Ich bin einmal so frei und behaupte, dass jede Arbeit, jede noch so unscheinbare Aufgabe einen Sinn hat. Jede Arbeit ist es wert verrichtet zu werden, jede Tätigkeit verdient Respekt. Diese Sinnhaftigkeit des eigenen Tuns zu erkennen ist ein wichtiger Schritt in Richtung Motivation.

Immerhin steht am Ende jeder Arbeit jemand, der auf die korrekte und zuverlässige Ausführung der Tätigkeit angewiesen ist. Manchmal ist es offensichtlicher, wenn beispielsweise der Verkäufer den Kunden bedient und ihm frische Lebensmittel zur Verfügung stellt. Ein andermal ist derjenige, der von der Arbeit abhängt, nicht ganz so leicht zu erkennen. Wenn beispielsweise die Sekretärin wieder einmal zahllose Stunden am Kopierer verbringen muss und sich fragt, was sie hier eigentlich verloren hat, dann steht auf der anderen Seite ein Vorgesetzter, der darauf angewiesen ist, dass jeder Mitarbeiter eine Kopie mit den wichtigen Informationen erhält. Genauso wollen die Mitarbeiter gut informiert sein und sind so auf die Kopien angewiesen.

Vielleicht ist die Arbeit ja nicht schlichtweg blöd, sondern eher nicht adäquat. Nicht nur Unterforderung, auch Überforderung ist Gift für jegliche Motivation. Zu hohe Ansprüche bergen die Gefahr von Frustration und Selbstzweifeln, während zu wenig Anspruch eher für Langeweile sorgt und dem Mitarbeiter suggeriert, er werde für nicht kompetent gehalten.

Wenn ein KFZ-Mechaniker-Lehrling bereits in der ersten Arbeitswoche die Aufgabe erhält, einen kompletten Motor auseinander zu bauen, dann ist das ein klarer Fall von Überforderung und Frustration ist die Konsequenz. In solch einer Situation hilft nur noch, sich aktiv Hilfe zu suchen und die zu hohen Anforderungen anzusprechen. Und sollte man am Ende die Lage doch irgendwie in den Griff bekommen und eine Lösung gefunden haben, dann ist der Stolz für diese Leistung umso größer.

Egal ob stupide Arbeit oder herkulische Aufgaben: Das Mittel der Wahl ist, den Mund aufzumachen und das Problem anzusprechen. Kommunikation ist meistens die beste Methode, um wieder auf die richtige Spur zu kommen.

Wenn wir dann auf der richtigen Spur angelangt sind, können wir endlich wieder Freude und Zufriedenheit bei der Arbeit genießen. Dann spüren wir, wie „le sacre feu“, das „heilige Feuer“ in uns brennt. So wird im Radsport das Gefühl der Energie und der Leidenschaft für das eigene Tun genannt. Und tatsächlich: Motivation wirkt wie eine helle Flamme, die uns Kraft gibt.

Vorschau: Nächste Woche schreibt Eva über die Zeit der Drachen.

Noch drei Punkte – Eva-Maria Obermann / mit Gewinnspiel

Mir fehlen noch drei Punkte. Das nächste Level bringt Energie und Geschenke. Im Fernsehen läuft eine Doku über Grace Kelly. Ich warte, bis die Energie sich auflädt, sodass ich etwas tun kann, meinen Avatar eine Aufgabe gebe. Grace heiratet, ein Fehler ihres Lebens, ihr Verhängnis. Wahre Liebe?

Ich liebe dich, sagte er, und glaubte es, wie töricht. Er schrieb es. Per Twitter? ICQ? Facebook? Er schrieb es, doch ich warte auf die Energie, damit ich die drei Punkte bekomme und die nächsten Punkte, bis zum nächsten Level, mehr Energie, mehr Punkte, immer mehr. Ich warte auf die Energie. Warum antworten?

Noch drei Punkte - Eva-Maria Obermann / mit Gewinnspiel

Neu erschienen, hier zu gewinnen – die Anthologie DichterZusammen (Foto: Obermann)

Grace heiratet und zerbricht fast daran. Die Rolle dauert ihr zu lange, das Drehbuch war schlecht geschrieben, Märchen lohnen sich im Leben nicht.
Märchenprinzessin, so nannte er mich, in seinen Nachrichten. Glaubte daran, an Bilder im Netz und falsche Wörter, geschrieben, zitiert, plagiiert.
Grace geht durch ihren neuen Palast und ich habe eine neue Energie, schnell verbraucht, sekundenschnell, nutzlos, denn ich bekomme keine Erfahrung dafür. Erfahrung? Was war das noch.
Lass es uns erfahren, meinte er. Ich will dich erfahren, phantasierte er. Ein neues Spiel, das ich nicht verstehe, oder ein altes, in dem ich schon immer schlecht war. Schauspielerei überlass ich Grace, ich spiele anderes. Raus und rein, ob sich was ändert, die Energie schneller steigt.

Ob ich etwas gegessen habe, wollte er wissen. Ob ich mit ihm essen gehe, wie früher einst, behauptete er in schwarzen Lettern auf weißem, virtuellen Grund. Virtuell. Ein virtuelles Essen fragte ich zum Spaß. Ein neues Spiel? Gierig war ich. Doch er wollte wirklich essen. Handfestes, sagte er mit idiotischem Smiley. Ich schrieb nicht. Grace nahm ab vor der Hochzeit, im Stress, bis das Kleid zu groß war. Dummes Ding. Ich antwortete nicht, sondern wartete.

Der zweite Energiepunkt lieferte dafür gleich zwei Erfahrungen, so kurz vor dem Ziel. Mein Atem wird flach, so kurz. Noch ein Punkt, das nächste Level, greifbar, fühlbar. Höher ist keine, mehr hat keine. Besser sei keine, sagt er, blinde Beschwörungen. Wann hat er sie geschickt? Heute, gestern, vor Wochen? Noch eine, warum ich mich nicht melde, was los sei. Stumm blieb ich, virtuell stumm. Real stumm. Warum reden. Hallo sagt die Figur, wenn ich sie anklicke. Mehr, als andere, mehr als jeder, außer er, nur er, oder noch wer?

Alles Rolle für Grace,
alles Spiel für mich.

Die Energie kommt, ich spüre sie, erlösend, in mir, auf dem Bildschirm, zähle die Sekunden, sehe die Zahl, klicke, langsam, bedeutend, klicke und erhalte, steige auf, nächstes Level, Ende, kein Atem mehr, kein Essen mehr, kein Er mehr, kein Ich mehr, nächstes Level, höher, mehr, besser, jetzt, Ende.

©Eva-Maria Obermann

Noch drei Punkte - Eva-Maria Obermann / mit Gewinnspiel

Viellseitig mit Wort und Sprache: Eva-Maria Obermann (Foto:Obermann)

Die Autorin:

Eva-Maria Obermann wurde 1987 in Speyer am Rhein geboren und ist in der kleinen Stadt Schifferstadt aufgewachsen. Seit ihrem zwölften Lebensjahr schreibt sie vor allem Gedichte, doch auch Kurzgeschichten und längere Projekte.
Nach der Geburt ihres ersten Kindes 2008, beschloss sie ihr Hobby zum Beruf zu machen. 2012 hat sie den Bachelor im Fach Germanistik abgeschlossen und studiert seitdem im Masterstudiengang. Sie schreibt für eine Tageszeitung und veröffentlicht immer wieder einige ihrer Werke in Anthologien und führt einen eigenen Blog. Außerdem ist sie seit Gründung von Face2Face für das Online-Magazin tätig.

Ihr erster eigener Gedichtband Seelentropfen – 100 Gedichte erschien im März 2009,  2010 wurde ihr Kinderbuch In Mamas Bauch veröffentlicht.
Ihre neueste Veröffentlichung ist die Anthologie DichterZusammen (Ille und Rimer Verlag, 12/2012), aus der auch der obige Text stammt, bei der sie nicht nur Autorin, sondern auch Herausgeberin ist.

Zu Gewinnen

Exklusiv auf Face2Face verlosen wir ein Exemplar der Anthologie „DichterZusammen“. Was ihr zum Gewinnen tun müsst: Schreibt bis einschließlich Sonntag, 27. Januar, 23:59 eine Mail an eva-maria.obermann@face2face-magazin.de. In der Mail enthalten sein sollte eurer Vor- und Nachname, euer Alter und natürlich eure Adresse. Mitarbeiter von Face2Face, sowie der Rechtsweg sind von der Verlosung ausgeschlossen. Die Bekanntgabe der Gewinner erfolgt via Mail.

Nutzungsbedingungen

§ 1 Gewinnspiel (1) Das Gewinnspiel wird von der Online-Zeitschrift Face2Face durchgeführt.

§ 2 Teilnahme (1) Teilnahmeberechtigt sind alle Spielerinnen und Spieler in Deutschland, Österreich und der Schweiz. (2) Eine Person nimmt am Gewinnspiel teil, indem sie eine E-Mail an die von uns angegebene E-mailadresse schreibt und dort ihren Namen bzw. die Namen der möglichen Gewinner hinterlässt. (3) Zur Teilnahme am Gewinnspiel ist unbedingt erforderlich, dass sämtliche Personenangaben der Wahrheit entsprechen. Andernfalls kann ein Ausschluss gemäß § 3 (3) erfolgen. (4) Mitarbeitern von Face2Face ist es nicht gestattet beim Gewinnspiel teilzunehmen. Ihre Einsendungen können beim Gewinnspiel nicht berücksichtigt werden.

§ 3 Ausschluss vom Gewinnspiel (1) Bei einem Verstoß gegen diese Teilnahmebedingungen behält sich die Online-zeitschrift Face2Face das Recht vor, Personen vom Gewinnspiel dauerhaft auszuschließen. (2) Ausgeschlossen werden auch Personen, die sich unerlaubter Hilfsmittel bedienen oder sich anderweitig durch Manipulation Vorteile verschaffen. Gegebenenfalls können in diesen Fällen auch nachträglich Gewinne aberkannt und zurückgefordert werden. (3) Wer unwahre Personenangaben macht, kann des weiteren vom Gewinnspiel ausgeschlossen werden. (4) Nach Ablauf des Gewinnspielzeitraums können keine weiteren Einsendungen berücksichtigt werden und werden somit gelöscht. (5) Stehen in der E-Mail mehr als die Anzahl der vorgeschriebenen Namen können die Teilnehmer nicht am möglichen Gewinn berücksichtigt werden. (6) Ebenfalls bei mehrmaliger Einsendung findet ein Ausschluss vom Gewinnspiel statt.

§ 4 Durchführung und Abwicklung (1) Die Gewinner werden von Face2Face am Tag der Bekanntgabe per Telefonanruf, über den schriftlichen Postweg oder E-Mail über ihren Gewinn informiert. Kann der Gewinner nicht telefonisch erreicht werden, wird der jeweilige Gewinner über seine angegebene E-Mail Adresse oder Postanschrift über seinen Gewinn informiert. (2) Eine Barauszahlung der Gewinne oder eines etwaigen Gewinnersatzes ist in keinem Falle möglich. (3) Der Anspruch auf den Gewinn oder Gewinnersatz kann nicht abgetreten werden. (4) Ist es aus zuvor nicht vorhersehbaren Gründen nicht möglich, dass das Meet&Greet, Konzert oder die Veranstaltung durchgeführt werden kann, hat der Gewinner in diesem Fall keinerlei Anspruch auf Ersatz. (5) Ist aus zuvor nicht vorhersehbaren sicherheitstechnischen Gründen nicht möglich den Besuch im Backstagebereich durchzuführen, besteht kein Anspruch auf Ersatz.

§ 5 Datenschutz (1) Durch die Teilnahme am Gewinnspiel erklärt sich der Teilnehmer ausdrücklich damit einverstanden, dass Face2Face die dazu erforderlichen Daten für die Dauer des Gewinnspiels speichern darf. Es steht dem Teilnehmer jederzeit frei, per Widerruf unter der angegebenen E-Mail-Adresse die Einwilligung in die Speicherung aufzuheben und somit von der Teilnahme zurückzutreten. (2) Die Teilnehmer erklären sich dazu bereit, dass im Falle eines Gewinnes die Namen öffentlich bekannt gegeben werden, beispielsweise über soziale Netzwerke oder die offizielle Homepage von Face2Face. (3) Face2Face verpflichtet sich, die gesetzlichen Bestimmungen des Datenschutzes zu beachten und das Fernmeldegeheimnis zu wahren. (4) Nach Beendigung des Gewinnspiels werden alle einsandten E-Mails wieder gelöscht.

§ 6 Sonstiges (1) Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. (2) Es ist ausschließlich das Recht der Bundesrepublik Deutschland anwendbar. (3) Sollten einzelne dieser Bestimmungen ungültig sein oder werden, bleibt die Gültigkeit der übrigen Nutzungsbedingungen hiervon unberührt.

Der Tod in der Luft – Vogelsterben durch Windkraftanlagen

Deutschland hat sich von der Atomenergie abgewandt und will weiter seinen Weg in Richtung erneuerbare Energien gehen. Soll heißen: Mehr Solarstrom- und Windkraftanlagen. Was auf den ersten Blick klimaeffizient wirkt, hat trotzdem Auswirkungen auf die Natur – die Folgen sind noch nicht in ihren vollen Maßen absehbar.

Der Tod in der Luft – Vogelsterben durch Windkraftanlagen

Sind in der Luft nicht mehr alleine: Vögel und Fledermäuse (©Hannelore Louis, pixelio.de)

Windkrafträder stellen mit ihren rotierenden Blättern eine Todesfalle für viele Vogel- und Fledermausarten dar. Nicht nur die Rotorblätter und der Mast sind gefährlich. Auch die Luftverwirbelungen, die beim Drehen entstehen, ziehen die Vögel und Fledermäuse in einen unaufhaltsamen Sog. Einige Tiere, wie zum Beispiel der Kranich, weichen den Mühlen aus. Doch andere erkennen die Anlagen nicht als Gefahr und ändern ihre Flugbahnen nicht. Vor allem Abendsegler, Mäusebussarde, Rote Milane und Singvögel fallen Windkraftanlagen zum Opfer.

Seit 2002 beschäftigen sich verschiedene Forschergruppen mit dem Sammeln und Auswerten von Kollisionsdaten. Zudem werden Verhalten und Lebensweisen von Vögeln in der Nähe von Windkraftparks studiert, um Lösungen zu schaffen.

Doch genau Zahlen zu erheben und diese zu verallgemeinern ist nicht einfach. Nur die Spitze des Eisbergs kann wirklich nachgewiesen werden. Die meisten Vogelkadaver werden von Füchsen und anderen Raubtieren schon vor einer Zählung aufgefressen. Eine kürzlich erschiene Hochrechnung ergab des Michael-Otto-Institut des Naturschutzbundes Deutschland e.V., dass an den 3.300 Windkraftanlagen in Deutschland insgesamt jedes Jahr 15.000 Fledermäuse und 12.500 Vögel sterben.

Wenn die Studie beendet wird, sollen konkrete Punkte erarbeitet sein, die vom Bau der Windräder bis zum Standort gewisse Richtlinien vorgeben. Zum Beispiel belegen jetzt schon Zahlen, dass weiße Masten für mehr Vogelschlag verantwortlich sind als grüne. Bei diesen konnten in Deutschland bisher noch keine Vogelkadaver gefunden werden.

Der Tod in der Luft – Vogelsterben durch Windkraftanlagen

Vielleicht weniger tödlich: Rotorblätter mit Streifen (©uschi dreiucker, pixelio.de)

Vor allem Greifvögel sind gefährdet, da Windkraftanlagen häufig auf offenen Feldern stehen, in denen sie ihre Jagdbeute finden. Der genaue Grund, warum gerade Greifvögel, wie der Rote Milan oder der Mäusebussard, am schlimmsten betroffen sind, ist den Forschern bisher ein Rätsel. Vermutet wird, dass der tagaktive Vogel kaum Scheu vor festen Bauwerken, also auch Windkrafträdern, hat.

Um die steigenden Strompreise etwas zu dämpfen, müssen jedoch neue Anlagen gebaut werden. Doch wenn beim Schutz der Umwelt vor einem nuklearen Ernstfall viel Einsatz gezeigt wird, dann sollte auch der Schutz der restlichen Natur und Umgebung in den Vordergrund rücken.

Vorschau: Nächste Woche erscheint an dieser Stelle ein Artikel über Fledermäuse.