Besser billig?

Billiger gekauft: irgendwer hat darum weniger (Tony Hegewald / pixelio.de)

Billiger gekauft: irgendwer hat darum weniger (©Tony Hegewald / pixelio.de)

Heute beim Einkaufen habe ich die Preisschilder verglichen. Muss ich für den Namen auf der Packung wirklich so viel mehr zahlen? Kann ich meinem Kind nicht auch die preiswerte Variante der Zahnpasta kaufen, statt der bekannten aus der Werbung? Und wie ist das bei Joghurt, Chips, Saft, Kleidung und den tausend anderen Produkten, mit denen wir tagtäglich konfrontiert sind? Billig heißt das Zauberwort. Nicht günstig, oder preiswert. Billig. Ob Mietwagen, Elektronik, Hosen oder Haarschnitt. Geschäfte und Firmen werben mittlerweile nicht nur mit geilem Geiz, sondern mit dem Begriff „billig“ als wertsteigerndes Adjektiv.

Und mal unter uns: wenn ich weniger bezahlen kann, mache ich das doch gerne. Ein paar Cent hier, ein paar Euro hier. Kleinvieh macht auch Mist. Und mit dem billig Erspartem kann ich ja noch etwas kaufen. Möglichst billig. Onkel Dagobert wäre stolz und unser Geldspeicher mangels Zinsen auf der Bank auch prall gefüllt. Discounter expandieren, Händler unterbieten einander im Preis, wir zahlen immer weniger.

Schön billig? In nur einer Frucht steckt wertvolle Arbeit (Foto: Obermann)

Schön billig? In nur einer Frucht steckt wertvolle Arbeit (Foto: Obermann)

Aber Momentchen mal. Da ist doch ein Haken, da ist doch immer ein Haken. Ist billig wirklich besser? Ich habe einen Garten, ich weiß, was es heißt, Obst und Gemüse anzubauen, abhängig von der Witterung zu sein, wenn auch reich geerntet werden soll. Ich kenne die Probleme mit Unkraut, Trockenheit und den Schwankungen die Menge der Früchte betreffend. Und das nur in meinem wirklich kleinen Garten. Ein Landwirt, dessen Existenz von seinem Ertrag abhängt, kann mir da nur leidtun. Was der an Arbeit, Zeit und Geld investieren muss, ist für mich kaum vorstellbar. Und dann wird der Preis seiner Ware bestimmt von Händlern, die möglichst billig einkaufen wollen, um sich gegenseitig unterbieten zu können. Billiges Essen heißt auch geringe Bezahlung für die Hersteller, heißt geringen Lohn für alle, die in dem Sektor arbeiten, heißt weniger Kaufkraft, und so weiter und so weiter. Irgendwann hat jeder weniger Geld und der Preis muss weiter gedrückt werden. Wen wundert es, wenn Tiere auf furchtbare Art gehalten und schließlich geschlachtet werden, wenn es einen Preis zu unterbieten gilt.

Und das ist kein Problem, dass nur die Landwirtschaft hat. Billigmodeketten wie auch Markenklamottenhersteller lassen nicht umsonst in unterentwickelten Ländern ihre Kleidung produzieren. Wer wenig zahlen muss, kann auch geringe Preise verlangen, anders herum kann jemand, der möglichst billig produziert auch möglichst großen Gewinn erzielen, wenn er teuer verkauft. Klingt logisch. Sorgt aber auch dafür, dass Kinderarbeit, unwürdige Arbeitsbedingungen und Gerüchte um sklavenähnliche Angestellte oder Zwangsarbeit nicht so einfach ins Reich der Legenden zu verbannen sind. Man ist nicht nur, was man isst, sondern auch, was man trägt. Selbe Problematik gilt auch für Elektronikprodukte und ich will gar nicht daran denken, was noch alles unverschämt und billig hergestellt wird und bei uns dann in den Haushalt kommt. Kein Markenname schützt davor, denn auch diese Firmen sind vom Profit abhängig.

Billig und glücklich? Nicht nur bei Kühen schwer zu glauben (©kunst-wach / pixelio.de)

Billig und glücklich? Nicht nur bei Kühen schwer zu glauben (©kunst-wach / pixelio.de)

Mein schlechtes Gewissen wächst und wächst. Besser ist anders. Und vielleicht auch gar nicht billig. Mein Gemüse und Obst von regionalen Händlern ist nicht schwer zu bekommen, zwar teurer, aber nicht nur frischer und ökologisch besser, weil keine langen Wege zurück gelegt werden müssen. Gleiches gilt übrigens auch vom Metzger des Vertrauens oder hochwertigen Fleischprodukten, die auch gerne mal mehr als das Doppelte des Billigpreises kosten, bei denen aber Haltung und Pflege tatsächlich einen respektvollen Umgang mit Tier und Fleisch zeigen. Auch gibt es Kleidermarken, die auf gute Arbeitsbedingungen wert legen, sogenannte Fairtrade-Produkte in vielen Bereichen und oft ist nur etwas Interesse in den Hintergrund des Produktes notwendig, um differenzieren zu können, was nun wirklich besser ist und was einfach nur billig.

Beim wöchentlichen Familieneinkauf ist zwischen den Regalen, mit einem hungrigen Kind im Einkaufswagen und einem konsumgezeichnetem in der Spielzeugabteilung diese Differenzierung kaum zu leisten. Wer einkaufen geht, geht kaufen, nicht recherchieren. Das muss zu Hause erfolgen. Besser davor als danach. Und wer sich informiert hat, muss abwägen, welchen Schritt er als Nächstes wagt. Mehr Geld ausgeben, weniger kaufen, aber dafür sinnvoller, möglicherweise besser, oder mehr, billiger, zentral. Eine persönliche Entscheidung, so viel ist klar. Aber wir sollten uns klar machen, dass billig nicht besser ist, sondern eben einfach nur billig, vielleicht sogar billiger.

Vorschau: Nächste Woche erzählt euch Sascha an dieser Stelle, warum Kleidung kaufen ein Albtraum für ihn ist.

Weihnachtsspecial Teil 2 – SIE beschenkt IHN: Schöne Bescherung für den modischen Mann

Ob wir es wahrhaben wollen oder nicht – spätestens jetzt gibt es vor dem heiligen Fest kein Entkommen mehr. Zwölf Tage bleiben uns noch, um uns neben dem alltäglichen Wahnsinn nun zusätzlich mit der ominipräsenten Frage nach DEM richtigen Weihnachtsgeschenk auseinanderzusetzen.

Unter besonderem Druck dürften wohl dieser Tage die Liebenden stehen. Denn wann, von Geburts-, Valentins- und Jahrestag mal abgesehen, könnte man seinem Gegenüber besser zeigen, was man empfindet, als unterm Christbaum?

Nachdem sich die Herren der Schöpfung vergangene Woche  bereits inspirieren lassen durften, sind heute die Damen an der Reihe. Face2Face hat auf einige Weihnachtseinkaufslisten linsen dürfen und präsentiert euch daraus nun die modische Crème de la Crème, mithilfe derer sich auch kurzentschlossene Shoppingqueens noch fürs Fest der Liebe wappnen und den Beschenkten ganz bestimmt ein frohes Fest bereiten können:

Beginnen wir mit der 24-jährigen Sonderschullehramts-Studentin Lisa aus Mainz, die beschlossen hat, sich in diesem Jahr auf Vergangenes zu berufen. Letztes Weihnachten nämlich gab es für ihren Freund eine Lomo-Kamera, die jetzt, so findet sie, endlich eine adäquate Kameratasche verdient. Generell scheinen Accessoires wie Taschen und Hüllen für unsere Elektronik in diesem Jahr schwer angesagt zu sein. Das gilt bei weitem nicht nur für Handys, für die es heutzutage bekanntlich allerhand glitzernden und funkelnden Schnickschnack gibt, der allerdings nur in den seltensten Fällen über einen ästhetischen Zweck hinaus auch einen praktischen Nutzen erfüllt. Das ist – und das wird vor allem einen Tollpatsch freuen – bei Hüllen, Tasche oder anderen Schutzvorrichtungen anders, da diese in erster Linie dazu dienen sollen, unsere technischen Alltagshelden selbst bei Schmutz und Extremsportarten am Leben zu erhalten. Außerdem sind sie in rauhem Leder und gedeckten Farben in Männerhänden liegend natürlich auch absolut hübsch anzusehen.

Zusätzlich entschied sich Lisa, ebenso wie auch die 21 Jahre alte Lehrämtlerin Melanie aus Kassel, dafür, ihrem Herzbuben an kalten Tagen Wärme zu spenden, selbst wenn sie einmal nicht bei ihm sein kann. Die Geschenkidee mag leicht abgedroschen klingen, ist aber modisch gesehen gerade in dieser Saison ein absolutes Must-Have: Der Winterschal: In Grobstrickfassung, ob nun in Handarbeit gefertigt oder mit Bedacht im Lieblingsladen ausgewählt, taugt er als ständiger Begleiter fast so sehr wie die Freundin selbst. Das favorisierte Modell ist und bleibt dabei der Tube-, auch Loopscarf oder zu Deutsch Schlauchschal genannt, der sich an Männlein wie Weiblein locker umgelegt hervorragend trägt. Farblich sollten der Experimentierfreude keine Grenzen gesetzt werden, sofern man dabei stets die Farbe von Winterjacke oder -Mantel seines Partners im Blick behält, damit sich diese nicht mit dem kuscheligen Accessoire beißt, aber dabei dennoch unter Umständen farblich einen Akzent setzt.

Herzblatt

Was mit Herz: Für unser Herzblatt soll es alle Jahre wieder zum Weihnachtsfest etwas Besonderes sein. (Foto: T.Gartner)

Bei der angehenden Humanmedizinerin Anna Maria aus Kiel hingegen darf es etwas ausgefallenes sein, das ebenso besonders ist wie ihr Freund selbst. Als bekennender VW-Fahrer fehlt ihm, so die 23-jährige, der zu seinem Cabrio passende Schlüsselanhänger. Einen solchen hat sie für ihn aufgetrieben und will ihn damit ein Statement setzen lassen. Vielleicht bringt uns das ja auf die Idee, unsere Accessoire-Liste noch um eine hübsche Idee zu ergänzen. Allerdings macht auch gerade sie uns bewusst, dass Individualität bei der Geschenkauswahl ein nicht ganz unwichtiges Kriterium darstellt. In Wahrheit ist es sogar höchst bedeutsam, schließlich sagt das Geschenkte nicht nur eine Menge über die Frau als Schenkerin selbst, sondern im Idealfall ebenso viel über den Bescherten aus. Schließlich soll ja gerade letzterem eine Freude gemacht werden.

Also ist im Vorfeld höchste Aufmerksamkeit gefragt – und womöglich das ein oder andere spitzfindige Nachhaken.
Wovon spricht er immer wieder, beklagt er sich über etwas, das in letzter Zeit immer wieder fehlt oder womöglich gerade kaputt gegangen ist? Melanie formulierte es ganz richtig: „Mein Freund ist manchmal einfach zu geizig, um sich selbst eine Freude zu machen.“ Diese „Schwäche“ sollte die Frau an Weihnachten für sich nutzen.

Nicht viel falsch machen kann man darüber hinaus mit Düften, wie etwa Jean Paul Gaultiers Klassiker „Le Male“ und modischen Fanartikeln wie zum Beispiel Band-Shirt, genau wie Melanie es für ihren Freund eingekauft hat, sofern der Musikgeschmack des Mannes nicht gerade Gruppen mit absonderlichen Namen und Motiven vorsieht.

Abschließend lässt sich wohl feststellen, dass das Erfolgsrezept für ein perfektes Weihnachtsgeschenk offensichtlich noch nicht erfunden wurde. Vermutlich ist das aber auch ganz gut so, denn sonst gäbe es wohl erstens nicht alle Jahre wieder Weihnachtsspecials wie diese und zweitens würden alle Frauen ihren Männern die Glossybox for men oder ein Paar Unterhosen schenken – es lässt sich schnell erahnen, was von beidem dem Herrn wohl häufiger untergekommen sein dürfte – und vor allem wäre das Fest der Liebe oder vielmehr dessen Sinn schlichtweg verfehlt. Schließlich sollte trotz Konsumrausch und dem leider immer wieder zum Schenken verpflichtenden Zugzwang immer noch die Verbindung zwischen zwei Menschen im Vordergrund stehen. Oder, wie BWL-erin Hanna es so schön ausdrückte: „In diesem Jahr bekommt mein Freund En Kuss und en diggen Abbel!“

Vorschau: Alles, was es über die Sendung „Fashion Hero“ zu wissen gibt, erfahren wir von Moderedakteurin Clarissa in der nächsten Woche.

Elektronik-Soul aus Australien

Viele Musiker sind sehr kreativ und innovativ schaffende Menschen. Doch bei den Meisten fehlt einfach der letzte Sprung zur Bekanntheit  und dem endgültigen kommerziellen wie medialen Durchbruch. Wenn die eigenen Werke es nicht schaffen sich bei einem größeren Publikum zu etablieren – seien sie auch noch so gut – dann wird häufig auf das „Cover“ (zu Deutsch: das Nachspielen eines Songs von einem anderen Künstler) zurückgegriffen. Ein gutes Beispiel für diesen kleinen Trick war 2008 der belgische Musiker Milow. Nachdem seine bisherigen Lieder zwar in den Charts landeten, er aber noch mehr wollte, versuchte er sich an einer Adaption des Liedes „Ayo Technology“ von 50 Cent und Justin Timberlake. Die Platzierungen in den internationalen Charts verhalfen ihm zum Durchbruch und er hatte es geschafft.

Heute möchte nun die Face2Face-Redaktion einen Musiker vorstellen, dessen Bekanntheitsgrad sich zurzeit langsam aber beständig ausbaut. Die Rede ist von Chet Faker.

Chet Faker bei den Rolling Stone Awards, 2013

Die Soul-Stimme auf Elektronik-Beats: Chet Faker bei den Rolling Stone Awards, 2013

Chet Faker, der mit bürgerlichen Namen James Nicholas Murphy heißt, hat vor einiger Zeit ebenfalls ein Cover eingespielt. Den Song „No Diggity“ der eigentlich von der Hip-Hop-Legende Dr. Dre in Zusammenarbeit mit Blackstreet entstand, wurde von Faker in eine Mischung aus langsamen Elektronikklängen mit einem Hauch von Soul umgewandelt. Eine Art und Weise, die es kaum ermöglicht, dass Original herauszuhören und einen kompletten neuen Song geschaffen hat. In der großen Youtube-Gemeinde und auch auf Facebook feiert dieses Cover bereits eine hohe Begeisterung und bekommt viel Aufmerksamkeit. Newcomer Passenger (Interpret des Songs „Let her go!“) und Ed Sheeran (Interpret der Songs „Lego house“ und „Small bump“) fertigen sogar schon bei einem Liveauftritt für einen amerikanischen Radiosender ein Cover an, dass ein Mix aus „Thrift Shop“  (zu Deutsch: Gebrauchtwarenladen) von Macklemore und dem Cover von Faker ist.

Sein elektronischer Soul brachte, dem 1989 in Melbourne in Australien geborenen Musiker, bereits einige Preise ein. Nachdem er 2012 bei  dem Musiklabel Downtown Records einen Vertrag unterschrieben hatte machte er viel Musik in Kooperation mit Flume, einem erfolgreichen DJ aus Australien. Die beiden Künstler produzierten den Hit „Left alone“ (zu Deutsch: zurückgelassen), der in die australischen Single Charts im März 2013 auf Platz eins kam.

Sein Debutalbum, das er im Jahr der Vertragsunterzeichnung veröffentlichte, wurde auch schon mit den Auszeichnungen, wie dem „Breakthrough Artist of the Year“ und dem „Independent Records-Award“ honoriert. Sein bisherig größter Erfolg dürfte allerdings der Gewinn des „Best Independent Release-Award“ des Rollings-Stones-Magazin sein. Mit diesem Sieg hat er nun den Grundstock für seinen weiteren musikalischen Weg gelegt. Die Kombination der Genre Future Beat und Modern Soul treffen genau den Zeitgeist. Obwohl die elektrische Musik im Allgemeinen zurzeit ein Trendobjekt ist,, schafft es Faker sich aus der Masse abzuheben und eine eigene Musikrichtung zu etablieren.

Noch ein Tipp an alle, die sich diesen jungen Künstler gerne live ansehen wollen:  Am Dienstag, den 28. Mai spielt er im Karlstorbahnhof in Heidelberg.

Vorschau: Und nächsten Samstag gibt es hier für euch ein Review zu einem Lana Del Ray-Konzert

Buchdruck auf „elektronisch“

Weihnachten ist vorbei, die Kerzen am Baum abgebrannt und die Geschenke alle ausgepackt. Doch etwas ist anders: Die Anzahl der verschenkten Elektronikartikel, wie iPods, Smartphones, Fernseher und diverse Spielekonsolen nimmt zu. E-Book-Reader nehmen allmählich den Platz, der die Jahre davor für Bücherstapel reserviert war, ein. Der Wandel, das Elektronikzeitalter, hat nun auch die Bücherwelt erfasst. Seit 2007 erfährt der E-Book-Reader einen Auftrieb in der Literaturwelt.

Buchdruck auf „elektronisch“

Umweltfreundlich in die Zukunft: Der aktuelle E-Reader von Thalia OYO2 (Foto: Jenowein)

Wird das gute, alte Buch aussterben? Werden Regale, vollgestopft mit Geschichten aus fernen Welten bald der Vergangenheit angehören? Momentan sträuben sich die Deutschen noch etwas dagegen. Laut dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels betrug der E-Book-Kauf 2010 nur 0,5 Prozent des gesamten Buchmarktes. Doch zukünftig wollen immer mehr Verlage ihre Bücher auch in E-Book-Format anbieten. Hier sind die USA und England ein Vorbild. Der Absatz von E-Books hat dort schon den Kauf von gebundenen Büchern überholt. Auch der Wandel der Musikindustrie vom Tonträger hin zum Online-Sharing lässt ähnliches vermuten.

Nicht nur, dass E-Book-Reader leichter und mobiler sind, sie sind nachhaltiger als ein Buch. Bäume müssen nicht abgeholzt werden, Papier muss nicht mehr mit giftigen Chemikalien behandelt werden und mit teuren Farben bedruckt. Aber rechnet sich das mit den Herstellungskosten des E-Readers, und vor allem mit den anfallenden Stromkosten?

Das Institut für angewandte Ökologie, auch Öko-Institut e.V. genannt, hat im Rahmen ihrer mehrjährigen Studie aus Sicht des Klimaschutzes die hundert wichtigsten Haushaltsgeräte untersucht. Auch der E-Book-Reader wurde unter die Lupe genommen. Die untersuchten Gesichtspunkte waren die ökologischen Optimierung und die Kosteneinsparung beim Gebrauch.

Das Ergebnis: ein Deutscher liest im Schnitt zehn Bücher mit etwa 200 Seiten im Jahr. Das sind 200 DIN-A5 Frischfaserpapierseiten, bei deren Produktion rund elf Kilogramm CO2 ausgestoßen werden. Bei der Verwendung von recyceltem Papier verringert sich die CO2-Menge minimal auf neun Kilogramm. „Da die Papierherstellung große Umweltauswirkungen hat, erzielen E-Reader schon bei einer drei-jährigen Nutzungsdauer positive Effekte“, erklärt Andreas Manhart vom Öko-Institut e.V.

Bei einem E-Reader mit elnk-Display, das nur beim Umschlagen der Seiten Strom verbraucht, wäre der Kauf ab elf gelesenen Büchern pro Jahr schon rentabel. Da ein solches Gerät bei der Herstellung etwa 25 Kilogramm CO2-Ausstoß verursacht, sind diese Zahlen auf die Nutzung von mindestens drei Jahren ausgelegt.

Ein elnk-Display hat keine Hintergrundbeleuchtung. Er arbeitet mit Schwarz-Weiß-Kontrasten – die Umgebungsbeleuchtung muss, wie bei einem richtigen Buch, angepasst werden. Diese elnk-Displays können nun, da sie als umweltschonend gelten, vom Hersteller mit dem „Blauen Engel“ (Anm. d. Red.: Der Blaue Engel ist das älteste Umweltschutzzeichen der Welt; Träger sind Produkte und Dienstleistungen mit ökologischen Eigenschaften) ausgezeichnet werden.

Nicht nur der CO2-Ausstoß kann mit der Nutzung eines E-Book-Readers gesenkt werden. Der Papierbedarf geht zurück und somit werden Ressourcen geschützt. „Ein E-Book-Reader rechnet sich dann aus Umweltsicht, wenn damit mindestens 30 Bücher à 400 Seiten ersetzt werden“, so Manhart. Vor allem in Zeiten des Klimawandels ein kleiner Schritt in Richtung des Schutzes unserer Wälder.

Aber auch die Informationshöhe und -dichte kann durch das Speichern elektronischer Bücher steigen. Ein durchschnittlicher E-Reader kann bis zu 1.400 Bücher aufnehmen. Das können neben Romanen und Krimis auch Sach- und Fachbücher sein. Dazu kann man bei bestimmten E-Readern Kommentare einfügen und die Texte mit verschiedenen Tools bearbeiten.

Vielleicht schauen wir in naher Zukunft nicht mehr auf die verschiedenen Abenteuer und Geschichten in unserem Wohnzimmerregal, sondern tragen die vielen Welten Tag für Tag in unseren Taschen mit uns herum.

Vorschau: Nächste Woche berichtet Bernd über die Streifenmode der Natur – Zebras und Quaggas.