Mit NHL-Verstärkungen Richtung Viertelfinale?

Am Samstag, 6. Mai, beginnt die Eishockey Weltmeisterschaft im russischen St. Petersburg. Die deutsche Auswahl befindet sich dementsprechend in der Endphase der Vorbereitung auf die Titelkämpfe und hat sich mit dem Erreichen des Viertelfinales hohe Ziele gesetzt.
Doch der Reihe nach: Mit zwei Auftaktniederlagen in Tschechien (2:7 und 1:2) und einer 1:3-Niederlage und einem 3:2-Erfolg nach Penaltyschießen gegen Schweden, verlief die erste Hälfte der Vorbereitung überschaubar. Jedoch konnte sich die Auswahl von Neubundestrainer Marco Sturm in jedem Spiel sichtlich steigern.

Deutlicher Qualitätsanstieg
Erst recht, wenn man die beiden Partien im lettischen Riga betrachtet. Bei dem 4:3-Sieg und der 1:4-Niederlage war die DEB-Auswahl zum größten Teil die spielbestimmende Mannschaft. Dies hatte man vor allem den beiden NHL-Verstärkungen Tobias Rieder (Arizona Coyotes) und Leon Draisaitl (Edmonton Oilers) zu verdanken. Bemerkenswert, mit welcher Selbstverständlichkeit der erst 20-jährige und damit jüngste Akteur im deutschen Kader agierende Draisaitl die Führungsrolle in der Nationalmannschaft annimmt. „Mein Ziel ist es, ein Führungsspieler zu sein. Ein Spieler, auf den die Jungs bauen können“, sagte er und zeigte dies in den Vorbereitungsspielen eindrucksvoll: Ist das wohl größte Talent im deutschen Eishockey auf dem Eis, läuft jeder Angriff über ihn. Mit 19 Toren und 32 Vorlagen hat sich Draisiatl bereits in seinem zweiten Jahr in der stärksten Liga der Welt eindrucksvoll etabliert. Und nicht etwa als Mitläufer, sondern als einer der kommenden Stars der NHL.

Großer Hoffnungsträger
Klar, dass er da automatisch zum großen Hoffnungsträger der Deutschen bei der Weltmeisterschaft wird. Sturm, der aus den derzeit 31 nominierten Spielern noch mindestens sechs für die Weltmeisterschaft streichen muss, drückt zum Wohle des Jungstars aber auf die Bremse: „Er kann wirklich alles erreichen, aber man muss die Kirche im Dorf lassen“, will Sturm nicht, dass der Druck auf den „German Gretzky“, wie Draisaitl in Nordamerika in Anlehnung an den besten Eishockeyspieler aller Zeiten, Wayne Gretzky, bereits ehrfurchtsvoll genannt wird, zu groß wird.

Weitere NHL Verstärkungen
Gut für Draisaitl, dass neben ihm und Rieder auch NHL-Veteran Christian Ehrhoff für die WM zugesagt hat und ihm so ein wenig Ballast von den Schultern nehmen kann. Der ehemalige Abwehrspieler der Krefeld Pinguine ist mit den Chicago Blackhawks in der ersten Runde der Play-offs gescheitert und kann nun der noch wackligen deutschen Hintermannschaft mehr Stabilität verleihen. „Es freut mich sehr, dass wir auf so einen starken und erfahrenen Spieler zurückgreifen können. Christian ist nach dem frühen Ausscheiden der Blackhawks ganz heiß darauf, sein Land bei der WM vertreten zu können“, freute sich Sturm, der betonte, „dass Ehrhoff es war, der sich sofort gemeldet und seine Bereitschaft erklärt hat, die deutsche Auswahl zu unterstützen.“

Zielsetzung Viertelfinale
Für die beiden Testspiele am Freitag (20 Uhr) und Samstag (19.30 Uhr/beide Spiele jeweils live bei Sport1) in Oberhausen gegen Weißrussland wird Ehrhoff allerdings noch nicht zur Verfügung stehen. Sein erster Einsatz ist für die WM-Generalprobe am 3. Mai in der Schweiz geplant. Dann soll auch wieder der derzeit wegen einer Ellenbogenverletzung geschonte und mit 699 NHL-Spielen mehr als erfahrene Marcel Goc von den Adler Mannheim zur DEB-Auswahl stoßen. Da auch die Teilnahme von NHL-Verteidiger Korbinian Holzer von den Annaheim Ducks noch im Bereich des Möglichen liegt, kann Sturm auf die wohl stärkste Auswahl bei einer Weltmeisterschaft in den letzten Jahren zurückgreifen. „Ich denke wir haben eine gute Truppe zusammen und können mit ihr das Viertelfinale erreichen,“ gibt der 23-jährige Rieder mit Blick auf die Gruppe B, in der es gegen Kanada, USA, Slowakei, Weißrussland, Frankreich und Aufsteiger Ungarn geht, die Richtung vor.

Der Kader für die Testspiele gegen Weißrussland:

Torhüter :
31 Felix Brückmann (Grizzlys Wolfsburg), 35 Mathias Niederberger (Düsseldorfer EG), 51 Timo Pielmeier (ERC Ingolstadt)

Abwehrspieler :
2 Denis Reul, 77 Nikolai Goc, 82 Sinan Akdag (alle Adler Mannheim), 5 Benedikt Brückner (Schwenninger Wild Wings), 7 Daryl Boyle (EHC RB München), 34 Benedikt Kohl (ERC Ingolstadt), 81 Torsten Ankert, 91 Moritz Müller (beide Kölner Haie), 85 Marcel Brandt (Düsseldorfer EG), 90 Constantin Braun (Eisbären Berlin)

Stürmer:
8 Tobias Rieder (Arizona Coyotes), 9 Jerome Flaake, 21 Nicolas Krämmer (beide Hamburg Freezers), 12 Brooks Macek (Iserlohn Roosters), 17 Marcus Kink, 47 Christoph Ullmann (beide Adler Mannheim), 19 Simon Danner (Schwenninger Wild Wings), 28 Frank Mauer, 36 Yannic Seidenberg, 74 Dominik Kahun (alle EHC RB München), 29 Leon Draisaitl (Edmonton Oilers), 37 Patrick Reimer, 83 Leonhard Pföderl (beide Ice Tigers Nürnberg), 43 Gerrit Fauser (Grizzlys Wolfsburg), 50 Patrick Hager, 87 Philip Gogulla (beide Kölner Haie), 55 Felix Schütz (Rögle BK), 92 Marcel Noebels (Eisbären Berlin)

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Enorme Qualität und viele Schweden

Am Freitag, 11. September, ist es wieder soweit: Die Deutsche Eishockey Liga (DEL) startet in ihre 22. Spielzeit. Wer sind die heißen Titelanwärter, wer besitzt Außenseiterchancen? Gelingt es dem Deutschen Meister Adler Mannheim mit Neu-Trainer Greg Ireland den Titel zu verteidigen? Und wie schlagen sich die in der Vorbereitung so starken Kölner Haie mit ihren gleich sechs (!) neuen Schweden? Die Face2Face-Sportredaktion wagt eine Prognose… 

Top-Favorit:
Adler Mannheim: Klar, dass an dieser Stelle der Meister aus Mannheim genannt werden muss. Der Kader blieb nahezu intakt und bekam durch die jüngste Verpflichtung des deutschen NHL-Spielers Marcel Goc nochmals eine zusätzliche Portion Qualität verpasst. Die größte Veränderung gab es hinter der Bande. Meistertrainer Geoff Ward erlag schnell wieder den Verlockungen der NHL. Ein Verlust, der Verein und Fans gleichermaßen hart traf. Die Kurpfälzer entschieden sich mit Greg Ireland für ein eher unbeschriebenes Blatt, aber eines, das die gleiche Spielphilosophie wie sein Vorgänger vertritt.
Fazit: Die Mannschaft strotzt vor Klasse. In Punkto Qualität und Kadertiefe kann den Adlern kaum einer das Wasser reichen. Allerdings birgt der tiefe Kader auch Gefahren. Wenn alle Spieler gesund sind, müssen vier von ihnen auf der Tribüne platznehmen. Das kann schnell zu Unzufriedenheit und Unruhe führen. Ireland möchte diesem Problem mit „ausreichender und ehrlicher Kommunikation“ entgegentreten.

Titelkandidaten:
EHC RB München: Der Etat-Krösus der Liga hat erneut seinen Kader ordentlich umgekrempelt. Das Ziel ist klar: Nach zwei verpassten Play-off-Runden möchte der Brauseklub nach der Meisterschaft greifen. Mit Steven Pinizotto, Nationalspieler Frank Mauer, AHL-Star Keith Aucoin (944 Punkte in 861 Spiele), Frédéric St-Denis und Toni Söderholm haben die Münchner dafür Hochkaräter verpflichtet.
Fazit: Der Kader strotzt für DEL-Verhältnisse nur so vor Qualität. Außerdem kann der Club jederzeit reagieren, wenn die Mannschaft Verstärkung benötigt oder ein Spieler länger ausfällt. Dennoch muss Cheftrainer Don Jackson aus dem zusammengewürfelten Haufen erst einmal eine Einheit formen. Wenn die hochkarätigen Importspieler ihr Gastspiel in München nicht als Urlaub ansehen, ist vieles möglich. 

Kölner Haie: Klotzen statt Kleckern war bei den Kölner Haien in der Sommerpause die Devise. Es wurden sieben neue Ausländer geholt. Sechs davon sind Schweden. Auch der deutsche Nationalspieler Patrick Hager wurde für viel Geld von Vizemeister ERC Ingolstadt verpflichtet. Klar, dass da vom teuersten Kader der Clubgeschichte die Rede ist. Aber wird er die Kölner nach dem letztjährigen verpassen der Playoffs auch wieder in die Nähe der Meisterschaft schießen?
Fazit: Die Mannschaft hat die dringend benötigte Blutauffrischung bekommen. Vor allem im Angriff besitzen die Domstädter eine ungewohnte Tiefe. Allerdings ist auch die Erwatungshaltung riesig. Die Geduld der Fans aufgebraucht. Ein guter Saisonstart muss her, damit die Haie eine erfolgreiche Runde absolvieren.

Hamburg Freezers: Solch ein Verletzungspech wie in der vergangenen Saison soll es in Hamburg nicht mehr geben. Dafür haben die Freezers vor allem im Sturm ordentlich aufgerüstet. Der Königstransfer von Torjäger Marcel Müller ließ die Konkurrenz aufhorchen. Auch die Rückkehr von David Wolf aus Nordamerika (vier NHL-Spiele für die Calgary Flames) sorgte für nicht weniger Aufsehen. Nun besitzen die Freezers zwei deutsche, bullige und dazu noch torgefährliche Stürmer. Damit müssen sich die Hamburger im Angriff vor keinem anderen Team in der Liga verstecken.
Fazit: Die Hamburger verfügen im Angriff über vier torgefährliche Reihen. Bitter allerdings, dass mit Kevin Clark der letztjährige Spieler der DEL, den Verein Richtung Schweiz verlassen hat. Schwachpunkt bleibt nach wie vor die Abwehr. Trotz 154 Gegentoren in der vergangenen Runde, verzichteten die Hamburger auf großartige Verstärkungen. Auch das an für sich starke Torhüterduo Sébastien Caron/Dimitrij Kotschnew wird nicht jünger. Sollte jedoch der Sprung ins Playoff-Halbfinale gelingen, scheint alles möglich.

ERC Ingolstadt: Der Meister und Vizemeister der vergangenen beiden Jahre gehört auch in dieser Saison wieder zum Kreis der Titelkandidaten. Unter den zehn Abgängen musste der ERC allerdings auch Identifikationsfiguren wie Patrick Hager (Kölner Haie) und Christoph Gawlik (Düsseldorfer EG) verkraften. Doch die neu geholten Stürmer Thomas Kubalik und Brian Lebler versprechen von ihrer Statistik her Top-Verpflichtungen zu sein. Auch die Verteidiger-Neuzugänge Brian Salcido und Patrick McNeill bringen ordentlich Offensivkraft mit.
Fazit: Auf dem Papier besitzen die Ingolstadter einen guten Kader. Allerdings muss es sich erst zeigen, wie sie die Abgänge von Hager und Gawlik verkraften und die vermeintlichen Top-Neuzugänge einschlagen werden. Auch der verletzungsbedingte Ausfall von Salcido für die ersten Wochen der neuen Saison wiegt schwer. Sollte allerdings alles nach Plan laufen, ist mit dem ERC zu rechnen.

Wer wird das Rennen um die deutsche Eishockeymeisterschaft machen: Top-Favorit, Titelkandidat, Playoff-Aspirant oder doch ein Außenseiter? Foto: Privat

Wer wird das Rennen um die deutsche Eishockeymeisterschaft machen: Top-Favorit, Titelkandidat, Playoff-Aspirant oder doch ein Außenseiter? Foto: Privat

Play-off-Aspiranten:
Thomas Sabo Ice Tigers: Mit Rob Wilson übernahm ein neuer Trainer das Ruder hinter der Nürnberger Bande. Mit David Steckel, Brandon Segal, Kurtis Foster und Colin Fraser kauften die Ice Tigers nicht nur eine Menge NHL-Erfahrung ein, sondern stärkten gleichzeitig auch das körperliche Element. Bitter: Mit Nummer-eins-Torwart Jochen Reimer fällt ein absoluter Leistungsträger für ein halbes Jahr aus. Die Suche nach einem geeigneten Ersatz läuft.
Fazit: Die Franken besitzen auf dem Papier deutlich mehr Erfahrung als in der vergangenen Runde. Schlagen die prominenten Namen ein, könnte es für Nürnberg dieses Jahr weit gehen. Dies hängt aber auch davon ab, wie sie den Ausfall von Reimer kompensieren können. 

Grizzlys Wolfsburg: Mit neuem Namen versuchen die Wolfsburger ihr überschaubares Image aufzupolieren. Auf dem Eis hat sich ebenfalls etwas getan. Mit Norman Milley, Matt Dzieduszycki und Aleksander Polaczek habe drei ehemalige Leistungsträger den Club verlassen. Die neuen Hoffnungen ruhen nun auf dem schwedischen Neuzugang Daniel Wilding. Doch kann der Stürmer die letztjährige Ladehemmungen im Angriff alleine vergessen machen?
Fazit: Die bereits in der vergangenen Saison gut stehende Defensive wurde mit dem Ex-Berliner James Sharrow nochmals zusätzlich verstärkt. André Reiß und Patrick Seifert verpassen dieser zusätzliche Tiefe. Das Sorgenkind bleibt aber weiterhin der Sturm. Schwer zu sagen, wer dieses Problem auf anhieb lösen soll. Dennoch schaffen es die Grizzlys erneut locker in die Playoffs.

Eisbären Berlin: Der Rekordmeister der DEL hat zwei Seuchenjahre hinter sich. Dennoch verzichteten die Verantwortlichen um Trainer Uwe Krupp und Manager Peter John Lee auf einen großen Umbruch. Wahrscheinlich auch, weil sich der Club die teuren Vertragsauflösungen nicht leisten konnte oder wollte. Dennoch strotzt der in die Jahre gekommene Kader noch vor Meisterspielern.
Fazit: Die deutsche Fraktion gehört in Top-Form weiter zum Besten, was die Liga zu bieten hat. Sieht man von Constantin Braun und Frank Hördler einmal ab, sucht man nach wahren Führungsspielern in den Reihen der Eisbären allerdings vergeblich. Auch, weil die Ausländer, mit Blick auf die Konkurrenz, nur noch Mittelmaß sind. Einzig Neuzugang Bruno Gervais sticht aus der Importmasse heraus. Für die Playoffs reicht es in diesem Jahr – mehr aber auch nicht.

Düsseldorfer EG: Die DEG stieg in der vergangenen Runde wie der Phönix aus der Asche bis ins Playoff-Halbfinale vor. Und das gelang mit einer größtenteils jungen und unbekümmerten Mannschaft. Dieser Weg wurde nun mit den Neuzugängen etwas verlassen, dafür aber mehr Erfahrung aufgewertet. Reicht diese aus, um den Abgang von DEL-Torhüter des Jahres Tyler Beskorowany und den langzeitverletzten Neuzugang Christoph Gawlik zu kompensieren?
Fazit: Der Abgang von Beskorowany schmerzt. Auf dem Papier hat die DEG allerdings an Qualität hinzugewonnen. Auch die zahlreichen deutschen Talente dürften diese Saison einen weiteren Schritt nach vorne machen. Einige Neuzugänge haben jedoch schon bessere Zeiten erlebt. Fraglich, ob sie an ihre alten Glanzzeiten anknüpfen können.

Iserlohn Roosters: Böse Zungen behaupten, dass kanadische Neuzugänge in Iserlohn neben einem Zweijahresvertrag auch noch gleich einen deutschen Pass in die Hand gedrückt bekommen. Aber in der Tat: Die Roosters führen gleich acht Deutsch-Kanadier, von denen keiner in der Bundesrepublik geboren ist, in ihrem Kader. Und damit haben sie noch keine der elf verfügbaren Ausländerstellen besetzt. Auf dem Eis musste Iserlohn die Abgänge von Sean Sullivan (Hamburg) und Brent Raedeke (Mannheim) verkraften, holten mit Loui Caporusso, Jason Jaspers, Robert Raymond und DEL-Rückkehrer Jean-Philippe Coté aber gleichzeitig Verstärkungen ins Team.
Fazit: Der kanadisch geprägte Stil stoßt bei den Fans im Sauerland auf viel Gegenliebe. Mit Blick auf die Feuerkraft hat der zweitbeste Sturm der zurückliegenden Vorrunde nichts eingebüßt. In der Verteidigung drückt aber nach wie vor der Schlittschuh. Auch die beiden Top-Center Mike York (37) und Jaspers (34) sind bereits in einem gehobenen Alter. Für die Pre-Playoffs reicht es aber allemal.

Außenseiter:
Krefeld Pinguine: Die Pinguine schafften es in der vergangenen Saison, allen Unkenrufen zum Trotz, bis in die Pre-Playoffs. Trotzdem erlebte das Team in der Sommerpause einen Umbruch. In die Jahre gekommene Akteure wie Meyers, Beechey oder Perrault wurden durch jüngere Ausländer ersetzt. In der Verteidigung wie im Tor blieb aber alles beim Alten. Die Krefelder setzen im Sturm ebenfalls auf einen Schweden. Der talentierte Eriksson soll den nach Hamburg abgewanderten Marcel Müller ersetzen.
Fazit: Der deutsche Meister von 2003 scheint zumindest auf dem Papier im Sturm tiefer besetzt. Dennoch gehören die Pinguine rein vom Etat nach wie vor zu den Underdogs der Liga. Somit sind entsprechende Schwachstellen im Kader, die eine Playoff-Teilnahme verhindern könnten, kaum zu verhindern.

Straubing Tigers: Die Hälfte der Mannschaft wurde nach der zurückliegenden Katastrophensaison in die Wüste geschickt. Gleichzeitig wurde der Spieler-Etat erhöht. Somit konnte sich Trainer Larry Mitchell viele Wünsche erfüllen. Mit Colton Jobke, Ryan Bayda, Michael Conolly und Martin Hinterstocker bediente sich der Ex-Augsburg-Coach dabei vor allem von seinem ehemaligen Club. Dies könnte ein Plus sein.
Fazit: Der Angriff ist teilweise prominent und tief besetzt. Die Ausleihe von Jung-Nationalspieler Mirko Höfflin (Adler Mannheim) könnte sich als goldwert erweisen. Die Abwehr ist dagegen eher unterbesetzt und rein körperlich betrachtet zu schmächtig, um effektiv etwas auszurichten. Trainer Mitchell wird der Leuchtturm in der Schlacht sein. Eine Playoff-Teilnahme wird dennoch schwer.   

Augsburger Panther: Alles neu macht der Mai dachten sich wohl auch die Panther und ließen in der Sommerpause keinen Stein auf dem anderen. 15 Neuzugänge stehen 16 Abgänge gegenüber. Mit Mike Steward wurde zudem ein neuer Cheftrainer vom Zweitligisten Bremerhaven verpflichtet. „Iron Mike“, wie der neue Coach genannt wird, soll die Panther wieder in ruhigere Gewässer führen. Helfen sollen dabei die beiden eingebürgerten Arvids Rekis und Ivan Ciernik, als auch das Torhüterduo Deslauriers/Meisner.
Fazit: Steward wird in Augsburg sicherlich für frischen Wind sorgen. Mit Mark Mancari, Drew LeBlanc, Ivan Ciernik und Michael Iggulden besitzen die Panther namhafte Spieler im Sturm, die allesamt allerdings auch schon bessere Zeiten erlebt haben. Die Panther bleiben damit eine (wenn nicht sogar die) große Wundertüte der kommenden Saison.

Schwenninger Wild Wings: Auch die Schwenninger haben einen großen Umbruch hinter sich gebracht. Es wird überwiegend auf die deutsche Karte, zusammen mit erfahrenen Ausländern, gesetzt. Bei gleich sechs verschiedenen Nationen in der Mannschaft wird auch gerne von der „Multi-Kulti-Truppe“ gesprochen. Neu-Trainer Helmut de Raaf muss diese zu einer Einheit formen.
Fazit: Von den Importspielern blieb nur Ashton Rome übrig. Aus Finnland, Tschechien und Schweden kamen im Gegenzug interessante Spieler in den Schwarzwald. Die Altersstruktur scheint zu passen. Allerdings fehlt es dem Team an spielerischer Klasse und dem lebenswichtigen Scoringpotenzial. Die Teilnahme an den Pre-Playoffs wäre bereits ein großer Erfolg.

Vorschau: Nächste Woche erscheint ein Artikel über die neue Trendsportart Headies.

   

 

Die große DEL-Prognose

„Prognosen sind äußerst schwierig, vor allem wenn sie die Zukunft betreffen“, lautet eine weit verbreitete Weisheit. Dies gilt auch für die Deutsche Eishockeyliga (DEL). Bei der heute beginnenden Saison lehnt sich Face2Face dennoch ganz weit aus dem Fenster und gibt eine Prognose für die kommende Spielzeit 2014/2015 ab.

 

Die Favoriten:  

Kölner Haie: Die Kölner Haie haben die letzten beiden Finalserien verloren. Das Team des ehemaligen Bundestrainers Uwe Krupp blieb aber von einem Umbruch verschont. Fluch oder Segen? Das Team ist eingespielt, wurde mit Mike Iggulden, Jamie Johnson, Evan Rankin und vor allem NHL-Rückkehrer Alexander Sulzer hochkarätig verstärkt.
30 +: Mit gleich elf Akteuren über 30 Jahren verfügen die Haie zwar über viel Erfahrung, die fehlende Spritzigkeit könnte aber zum Problem werden. Des Weiteren muss sich erst zeigen, ob die Kölner aus den beiden Finalniederlagen nun die nötige Motivation ziehen oder ob das Team einen Knacks abbekommen hat.
Fazit: Die Haie haben auf dem Papier den stärksten Kader. Das Saisonziel kann nur die Meisterschaft sein. 

Adler Mannheim: Der wichtigste Neuzugang der Adler war Trainer Geoff Ward. Der 52-Jährige war zuletzt sieben Jahre als Co-Trainer bei den Boston Bruins beschäftigt. In dieser Zeit schaffte er es mit den „Braunbären“ gleich zwei Mal ins Stanley-Cup-Finale. Ward möchte eine verschworene Einheit formen und fordert von jedem Spieler Führungsqualitäten. Mit den Neuzugängen Andrew Joudrey, Jamie Tardif und dem 40-jährigen Veteranen Glen Metropolit haben die Mannheimer an Charakter und Qualität gewonnen. Die Neu-Verteidiger Danny Richmond und Bobby Raymond sollen für die nötige Feuerkraft von der blauen Linie sorgen und somit das miserable Powerplay (letzte Saison waren die Adler die schlechteste Mannschaft in Überzahl) aufpolieren.
Nationalspieler: Durch die Tiefe im Kader kann es passieren, dass gestandene Nationalspieler wie Marcus Kink und Christoph Ullmann in die nominell vierte Reihe abrutschen. Werden sie sich fürs Team opfern und arbeiten oder sich beleidigt quer stellen?
Fazit: Schafft es Geoff Ward aus den Adlern eine Einheit zu formen, die ihre volles Potenzial abruft, sind die Mannheimer ein heißer Titelanwärter. 

Hamburg Freezers: Die „Kühlschränke“ haben mit David Wolf, der sein Glück beim NHL-Team Calgary Flames sucht, einen echten Typen und Punktesammler verloren. Den Verantwortlichen um Manager Stéphane Richer ist klar, dass sie den Hünen nicht ein zu eins ersetzen können. Als Ersatz wurde mit Marty Sertich und Kevin Clark hohe Qualität von der Liga-Konkurrenz eingekauft, durch wenige Veränderungen des letztjährigen Kaders weiterhin auf Kontinuität gesetzt.
Tandem: Mit Dimitrij Kotschnew und Sébastien Caron verfügen die Hamburger über zwei absolute Spitzentorhüter, die sich regelmäßig zwischen den Pfosten abwechseln. Doch können sich beide tatsächlich mit dieser Konstellation arrangieren, wenn es, im Gegensatz zur letzten Saison, mal nicht so gut bei den Freezern laufen sollte?
Fazit: Die Basis ist gelegt. Mit dem erfolgreichen Stamm aus der letzten Saison plus die beiden Top-Scorer Sertich und Clark verfügen die Hamburger über eine starke Mannschaft. Wenn sie endlich den „Halbfinal-Fluch“ in den Playoffs überwinden, ist sogar die Meisterschaft drin. 

Eisbären Berlin: Die Eisbären haben ihren Kader vom letztem Jahr, mit dem bereits in den Pre-Playoffs Schluss war, nicht groß verändert. Ein Nachteil? Nein! In der Mannschaft stecken genug Spieler, die bereits eine Vielzahl von Meisterschaften eingesammelt hat. Auch im Tor wurde der in die NHL abgewanderte Rob Zepp durch den finnischen Weltmeister-Torhüter Petri Vehanen mehr als ersetzt. Ein neuer, torgefährlicher Verteidiger fehlt allerdings noch.
Schleudersitz: Trainer Jeff Tomlinson ist nach der überschaubaren letzten Saison angezählt. Nur ein Erreichen des Playoff-Halbfinales dürfte den Ansprüchen der Verantwortlichen genügen.
Fazit: Die Berliner sind stark genug, um diese Saison die direkte Playoff-Qualifikation zu schaffen. Und dann ist solch einer erfahrenen Mannschaft alles zu zutrauen… 

EHC Red Bull München: Alles wieder auf Null. Nach einem Jahr unter Ex-Trainer Pierre Pagé, das unter dem No-Position-System gespielt wurde, fängt der Liga-Krösus wieder von vorne an. Gleich elf Neuzugänge haben die Münchner geholt und krempelten damit ihre Mannschaft abermals kräftig um. Prominentester Neuzugang dürfte wohl Nationalmannschaftskapitän Michael Wolf sein. Der Torjäger erzielte aber in der vergangenen Saison mit nur 35 Punkten seine schlechteste Scorer-Bilanz. Wird der Ex-Iserlohner bei einem Top-Team wieder zu alter Stärke finden?
Meistertrainer: Mit Don Jackson haben sie einen Nachfolger für den ungeliebten Pagé gefunden, der gleich fünf Meistertitel in seiner Vita zu verzeichnen hat. Doch reicht das, um aus dem EHC ein ernsthafter Meisterschaftsanwärter zu machen?
Fazit: Don Jackson weiß, wie man ein Erfolgsteam formt. Gelingt ihm dies auch in München und spielt sich die Mannschaft rechtzeitig ein, können sie eine gute Rolle in den Playoffs spielen.

 

Der erweiterte Kreis: 

Grizzly Adams Wolfsburg: Die Grizzlys haben bereits zu Saisonbeginn zehn Ausländerlizenzen vergeben. Zusammen mit den zahlreichen deutschen Akteuren ergibt sich daraus ein äußerst tiefer Kader. Der Konkurrenzdruck steigt dementsprechend. Mit Felix Brückmann (ehemals Adler Mannheim) kam ein Torhüter nach Wolfsburg, der sich durch den Wechsel mehr Spielzeit erhoffte. Just zur Zeit der Vertragsunterschrift ging der Stern von Grizzly-Goalie Sebastian Vogl auf. Wird es wie in Hamburg eine Doppellösung geben?Scharfschütze: Mit dem US-Amerikaner Nick Schaus haben die Wolfsburger einen echten Scharfschützen verpflichtet. 49 Scorerpunkte konnte er in 50 Spielen in der norwegischen Liga erzielen. Doch kann er dies auch in der DEL wiederholen?
Fazit: Qualität ist durchaus vorhanden. Kommt es aufgrund des tiefen Kaders und der angespannten Situation im Tor nicht zu internen Reibereien, können die Grizzlys ein gewichtiges Wort mitreden. 

ERC Ingolstadt: Trainer Nicklas Sundblad? Weg! Die letztjährigen Leistungsträger? Auch fast alle Weg! Der Meister musste nach seinem Überraschungscoup einen Umbruch über sich ergehen lassen. Immerhin: Mit Petr Taticek wurde ein Mann von internationaler Klasse verpflichtet. Auch Neu-Trainer Larry Huras kann bereits große Erfolge in der Schweiz nachweisen.
Machtkämpfe: Bereits in der letzten Saison gab es erhebliche Ungereimtheiten hinter den Kulissen. Man hätte sich fast selbst zerfleischt. Die Erwartungen sind im Umfeld durch den Meisterschaftserfolg enorm gestiegen.
Fazit: Bleibt es hinter den Kulissen ruhig und die neu zusammengestellte Mannschaft findet schnell in den Rhythmus, ist eine direkte Playoff-Qualifikation ein Selbstläufer. 

Thomas Sabo Ice Tigers: Nürnberg begeisterte letzte Saison mit Offensiv-Eishockey. Dabei vernachlässigten sie allerdings zu oft ihre defensiven Aufgaben. 152 Gegentore sprechen hierbei eine deutliche Sprache. Mit Nationaltorwart Jochen Reimer, der aus München kam, sowie den beiden ausländischen Verteidigern Kyle Klubertanz und Derek Joslin soll die Gegentorflut gestoppt werden. Kann im Gegenzug die letztjährige Top-Reihe um Patrick Reimer, Steve Reinprecht und Yasin Ehliz wieder ihr Potenzial abrufen?
DEL-Erfahrung: Mit acht Verteidigern und gleich 14 Stürmern mit DEL-Erfahrung sind die Ice Tigers breit aufgestellt. Mit erst sieben vergebenen Ausländerlizenzen kann während der Saison auf Ausfälle reagiert werden.
Fazit: Können die Nürnberger ihr beeindruckendes Offensiv-Eishockey auch in dieser Saison durchziehen ohne dabei ihre Defensivaufgaben zu vernachlässigen, wird man sie nach der Hauptrunde vorne wiederfinden.

Die Puckjagd ist wieder eröffnet: Die DEL startet in die Saison 2014/2015. Foto: Koehl

Die Puckjagd ist wieder eröffnet: Die DEL startet in die Saison 2014/2015. Foto: Koehl

Krefeld Pinguine: Die Pinguine gehören zu der Kategorie von Mannschaften, die man mal gerne Unterschätzt. Doch die Krefelder können mit diesem Underdog-Image scheinbar gut leben. Fraglich ist nur, wie der letztjährige Vorrunden-Zweite den Abgang von Torjäger Kevin Clark (33 Tore) nach Hamburg verkraftet. Reichen die Neuzugänge Tyler Beechey, Colin Long und Norman Hauner dazu aus?
Schweden-Hammer: Der schwedische Neuzugang Robin Weihager war in der DEL2 wegen seiner formidablen Offensivkraft gefürchtet. Wird er diese auch eine Etage höher ausspielen können?
Fazit: Ein zweiter Tabellenplatz wie in der vergangenen Saison wird den Pinguinen in diesem Jahr nicht noch einmal gelingen. Das Playoff-Ticket wird aber souverän gelöst.

 

Außenseiter:

Augsburg Panther: Mit Chris Mason haben die Panther einen echten NHL-Veteran für die Torhüterposition verpflichtet. Hat er das Zeug, die Augsburger alleine in die Playoffs zu führen? Auf den Sturm darf sich der Traditionsverein nämlich nicht ausschließlich verlassen. Dieser markierte, trotz acht Ausländern, nur die zehntbeste Torausbeute.
Abwehr: Mit Daryl Boyle, Rob Brown und Michael Bakos sind den Panthern wichtige Säulen in der Verteidigung weggebrochen. Mit James Bettauer und Braden Lamb sind bis jetzt nur zwei Neue für den Defensivverbund gekommen. Trainer Larry Mitchell setzt auf deutsche Spieler, die bei ihrem derzeitigen Arbeitgeber unzufrieden sind und damit spät auf den Markt kommen. Ein gefährliches Spiel.
Fazit: Im Sturm und im Tor sind die Augsburger gut aufgestellt. Die momentane Abwehr veranlasst einen aber nicht gerade zu Freudensprüngen. Die Playoffs sind nur sehr schwer zu erreichen. 

Straubing Tigers: Die acht Verteidiger schafften in der vergangenen Saison insgesamt gerade einmal 13 Tore. Klar, dass darunter das Powerplay zwangsläufig leiden musste. Eine große Verbesserung war in der Vorbereitung nicht zu erkennen. Mit Blick auf die vergrößerten Angriffs- beziehungsweise Verteidigungszonen und der daraus größeren Bedeutung für das Powerplay, ist das kein gutes Zeichen für die Tigers.
Hoffnungsträger: Zu den unproduktiven Verteidigern gesellen sich auch noch schwächelnde Stürmer. Nur vier Angreifern ist es in der letzten Spielzeit gelungen zweistellig zu treffen. Neuer Hoffnungsträger ist nun Zweitliga-Top-Scorer Harrison Reed. Schafft es der neue Trainer Rob Wilson aus dem vorhandenen Spielermaterial eine funktionierende Einheit zu formen?
Fazit: Die Straubinger haben als einzige DEL-Mannschaft ihren Etat gekürzt. Eine Playoff-Teilnahme wäre eine große Überraschung. 

Iserlohn Roosters: Die Defensive war im vergangenen Jahr der Trumpf im Iserlohner Spiel. Die Systemumstellung des Trainerduos Jari Pasanen/Jamie Bartman schlug voll ein. Doch die Roosters haben einen Umbruch hinter sich. Elf neue sind gekommen, gleivhzeitig mit Michael Wolf der Anführer und Kapitän gegangen. Die Lücke, die er hinterlässt ist groß, sehr groß. Können die Roosters den Abgang auffangen?
Deutsch-Kanadier: Brooks Macek und Brent Raedeke waren zwei völlig unbekannte Deutsch-Kanadier, die in der vergangenen Saison aber voll einschlugen. Mit Dylan Wruck und Ryan Button haben die Roosters die nächsten No-Names aus der Sparte der Deutsch-Kanadier verpflichtet. Entwickelt sich bei diesen ebenfalls solch eine Erfolgstory?
Fazit: Der Weggang von Michael Wolf wird für die Roosters nicht aufzufangen sein. Dennoch bleiben sie ein aussichtsreicher Kandidat für einen Platz um Rang acht bis zehn. 

Düsseldorfer EG: DEG- Rückkehrer Travis Turnbull lockte seinen Freund Michael Davies nach Düsseldorf. Aber können die beiden einen Sturm wiederbeleben, der im Vorjahr nur 101 Tore in 52 Spielen produzierte?
Sieger-Gen: Turnbull, Jakub Ficenec, Tim Conboy und Rob Collins: Die Neuzugänge der DEG lesen sich vielversprechend. Vor allem die drei erstgenannten wurden in der vergangenen Saison mit dem ERC Ingolstadt Meister und bringen damit das Sieger-Gen nach Düsseldorf mit. Auch Rob Collins verspricht echte Qualität. Doch kann die Diva diese auch immer abrufen? An guten Tagen entscheidet Collins eine Partie im Alleingang, an schlechten schleicht er provozierend über das Eis.
Fazit: Die Neuzugänge lassen an eine bessere Zukunft für die DEG hoffen. Ob es aber gleich für die Playoffs oder Pre-Playoffs reichen wird, bleibt abzuwarten. So oder so: Den Düsseldorfer-Weg zu verfolgen wird auf jeden Fall spannend. 

Schwenninger Wild Wings: 190 Gegentore, die schlechteste Defensive der Liga. Die Zahlen lügen nicht. Die Wild Wings hielten sich mit Verstärkungen in der Defensive dennoch zurück. Nur Backup-Goalie Markus Janka und die beiden Verteidiger Rob Brown und Derek Dinger wurden verpflichtet. Wird nun alles besser?
Erwartungshaltung: Mit Kyle Greentree, Jonathan Matsumoto, MacGregor und Ashton Rome haben die Schwenniger neue Ausländer verpflichtet, die durchaus wissen, wo das Tor steht. Doch reicht das aus, um dem Sturm neue Flügel zu verleihen und den gestiegen Ansprüchen im Umfeld gerecht zu werden?
Fazit: Schwenningen wird in dieser Saison eine bessere Rolle spielen, als im Vorjahr. Für die Playoffs werden sie sich aber dennoch nicht qualifizieren.

 

Neue Regeln: 

In der DEL gelten ab dieser Saison die Regeländerungen des Eishockey-Weltverbandes: 

  • Größere Angriffszone: Die neutrale Angriffszone wird um etwas drei Meter verkleinert. Das hat zur logischen Folge, dass sich die Angriffsdrittel vergrößern. So ist die blaue Linie künftig 22,86 Meter statt bisher 21, 33 Meter von Ende der Eisfläche entfernt.
    Die Folge: Vor allem für das Powerplay wird das vergrößerte Angriffs- beziehungsweise Verteidigungsdrittel eine entscheidende Rolle spielen. Es werden mehr Schüsse auf das gegnerische Tor abgefeuert und dadurch zwangsläufig auch mehr Treffer fallen. So zumindest die graue Theorie.
  • Hybrid Icing: Künftig zieht ein Befreiungsschlag von jenseits der Mittellinie nicht mehr zwangsläufig einen Pfiff nach sich. Der Linienrichter entscheidet auf Höhe der beiden Bullypunkte in der Endzone, ob der verteidigende oder der attackierende Spieler zuerst am Puck sein wird. Ist dies der Angreifer, läuft die Partie weiter – ansonsten wird abgepfiffen.
    Die Folge: Durch die Regel soll ein längerer Spielfluss gewährleistet werden. Durch das beim Kampf um die Scheibe angeschlagene hohe Tempo, könnte es vermehrt zu (unsauberen) krachenden Checks kommen. Der Linienschiedsrichter muss bei seiner Entscheidung die Sicherheit der Spieler im Blick haben.

 

 

 

 

 

 

 

Dritter Lockout – Stars flüchten nach Europa

Seit einer Woche ist es amtlich: Der für den 11. Oktober geplante Saisonstart in der nordamerikanischen Eishockey-Profiliga NHL findet an diesem Datum nicht statt. In Ringen um einen neuen Tarifvertrag zwischen der Spielergewerkschaft NHLPA und den Klubbesitzern ist die letzte Frist verstrichen und der alte Vertrag ausgelaufen. Dies hat zur Folge, dass alle Profis zum dritten Mal innerhalb von 18 Jahren von der Liga ausgesperrt werden (Lockout). Wann und wie es in der besten Eishockeyliga der Welt losgeht steht nach wie vor in den Sternen, da beide Seiten nicht von ihren Forderungen abrücken wollen.

Diese Nachricht hat in Europa zu einer regelrechten Invasion von NHL-Spielern geführt. So nahm der SC Bern mit dem 34-jährigen Verteidiger und Nationalspieler Mark Streit von den New York Islanders ein Eigengewächs auf.

Für großes Aufsehen sorgten die Vereinbarungen von Joe Thornton (San Jose Sharks) und Rick Nash (New York Rangers) mit dem HC Davos, die beide schon beim vergangenen Lockout 2004/05 für den Club spielten. Wie wertvoll die beiden Superstars sind, zeigten sie bereits beim ersten Saisonspiel. Beim 9:2-Sieg gegen die Rapperswil Lakers steuerte Nash im ersten Drittel einen Hattrick bei, Thornton glänzte mit vier Vorlagen.

Neben zahlreichen Verpflichtungen in Tschechien, Russland und Schweden von größtenteils einheimischen Importspielern, nutzte auch die Deutsche Eishockey Liga DEL die Gunst der Stunde und holte ein Teil ihrer „verlorenen Söhne“ zurück nach Deutschland.

So meldeten die Krefeld Pinguine als erstes einen spektakulären Transfer. Mit Christian Erhoff (Buffalo Sabres) kam nicht nur ein Krefelder Eigengewächs in die DEL, sondern ein waschechter Superstar noch dazu. Erhoff zählt in der NHL nicht nur zu den bestbezahltesten, sondern auch zu den besten Verteidigern der Liga.

Die Versicherungssumme des Stars beläuft sich nach Angaben der Pinguine auf 20 000 Euro pro Monat. Sie berechnet sich aus dem noch ausstehenden Gehalt Ehrhoffs in der NHL. Er wird in seinem noch bis Ende der Saison 2021 laufendem Vertrag 30 Millionen US-Dollar verdienen. Nicht nur der Aufsichtsrat der Pinguine will einen Teil finanzieren, Gelder sollen auch durch Sponsoren, Fanaktionen und Fanartikelaktionen aufgebracht werden.

Ein weiterer Transfercoup gelang den Adler Mannheim. Mit Marcel Goc (Florida Panthers) und Stanley Cup-Sieger Dennis Seidenberg (Boston Bruins) fanden zwei ehemalige Adler den Weg zurück. Für Goc, wie für Seidenberg war Mannheim eine naheliegende Option: Beide würden auf einen Bruder treffen (Nicolai Goc und Yannic Seidenberg), des Weiteren wurden beide in der Quadratestadt ausgebildet und kehren damit zu ihren Wurzeln zurück.

Der momentan vertragslose Stürmer Jochen Hecht ist ebenfalls eine Option in Mannheim. Hecht, der sich noch in Nordamerika für einen neuen Vertrag empfehlen möchte sieht sich zwar nicht unter Zeitdruck, doch für den gebürtigen Mannheimer steht die Kabinentür jederzeit offen.

Während weitere deutsche Legionäre in der DEL gehandelt werden, unter ihnen Alexander Sulzer (Buffalo Sabres) bei der Düsseldorfer EG und Thomas Greis (San José Sharks) für die Kölner Haie, sucht der aktuelle deutsche Meister Eisbären Berlin nach einem ausländischen NHL-Akteur – Ausgang offen.

Fest steht dafür die Transfersensation schlechthin: Zweitligist Crimmitschau sicherte sich die Dienste der beiden NHL-Stars Chris Stewart (St. Louis Blues) und Wayne Simmonds (Philadelphia Flyers). Eispiraten-Geschäftsführer Rene Rudorisch spricht gegenüber dem Fachblatt Eishockey NEWS stolz gar vom „Transfercoup des Jahrhunderts.“ Bereits am gestrigen Dienstag wurden die beiden 24-Jährigen, die zusammen auf 591 NHL-Spiele kommen, in Deutschland empfangen und sollen am Freitag im Derby gegen Weißwasser im Sahnpark zu sehen sein. Möglich machten die Verpflichtungen glückliche Zufälle und Sponsoren. Über die genauen Summen für Gehalt, Versicherung etc. schweigt man sich jedoch noch aus. Der Vertrag läuft vorerst über 30 Tage.

Währenddessen werden die beiden deutschen NHL-Spieler Marco Sturm (vereinslos) und Korbinian Holzer (Toronto Meapel Leafs) aus familiären und sportlichen Gründen in Nordamerika bleiben.

Neue Entwicklungen gibt es mittlerweile bei den Tarifverhandlungen. So berichtet der TV-Sender TSN auf seiner Internetseite, dass für den Montag ein Treffen in Toronto zwischen NHL und NHLPA angesetzt war, auf dem der Anteil der Einnahmen am Hockeybusiness noch einmal besprochen wurde. Allerdings handelte es sich dabei noch nicht um Verhandlungen. Beide Seiten sind aber optimistisch, dass die Verhandlungen für einen neuen Rahmentarifvertrag schon bald wieder aufgenommen werden können.

Gewinnspiel: Im Rahmen unseres zweijährigen Jubiläums verlosen wir drei Eintrittskarten für die Heidelberger Schwimmbäder. Wer teilnehmen möchte, schickt  bis einschließlich Mittwoch,17.10.2012 um 23:59 Uhr eine Email mit dem Betreff „Gewinnspiel Jubiläum“ an anja.rambacher@face2face-magazin.de. In der Mail sollten euer vollständiger Name, sowie eure Adresse enthalten sein, so dass wir euch schnellst- möglichst Bescheid sagen können. Die Gewinner werden Ende September benachrichtig.

Vorschau: Nächste Woche erfahrt ihr, ob Sebastian Vettel noch Chancen auf den WM-Titel hat.

Kräftemessen in Europa

Die „European Trophy“ ist ein europäisches Turnier für Klubmannschaften und wird aktuell seit, Dienstag, 31. Juli bis Mittwoch, 28. November, zum dritten Mal ausgetragen. Ursprünglich war dieser Wettbewerb lediglich auf Skandinavien unter dem Namen „Nordic Trohphy“ beschränkt, wurde aber ab 2010 durch die „European Trophy“ ersetzt. Im Jahr 2010, dem Probejahr sozusagen, gingen 18 Mannschaften aus sieben unterschiedlichen Nationen an den Start.

Da die beiden vergangenen Turniere so vielversprechend liefen, haben sich die Verantwortlichen dazu entschieden, das Turnier in diesem Jahr auf mittlerweile 32 Mannschaften, aus sieben europäischen Nationen, aufzustocken.

In der Vorrunde werden die Mannschaften in vier Gruppen (besser gesagt in vier Divisions: North, East, South und West) zu je acht Teams aufgeteilt. Bei den acht Gruppenbegegnungen genießt jede Mannschaft jeweils vier Heimspiele. Die Finalrunde der acht besten Mannschaften der Vorrunde wird zwischen Donnerstag, 13. Dezember und Sonntag, 16. Dezember unter dem Namen „Red Bulls Salute“ im österreischichen Wien und im slowakischen Bratislava ausgetragen. Die Gastgeber UPC Vienna Capitals und HC Slovan Bratislava sind als zwei der acht Mannschaften automatisch gesetzt.

Zu den beiden bisherigen deutschen Vorzeigeklubs Adler Mannheim und Eisbären Berlin stoßen nun auch die Hamburg Freezers und der ERC Ingolstadt hinzu. Dabei bekommen es die Adler in der West Division mit dem EV Zug (SUI), dem ZSC Lions Zürich (SUI) dem ERC Ingolstadt (GER), Färjestads BK, Frölunda HC Göteborg (beide SWE), dem HIFK Helsinki und Jokerit Helsinki (beide FIN) zu tun. Die Eisbären Berlin spielen in der Nord Division gegen EC Red Bull Salzburg (AUT), HC Mountfield Ceske Budejovic, HC Kometa Brno, HC Plzen (alle CZE), Hamburg Freezers (GER), Lulea HF (SWE) und Kärpät Oulu (FIN) zu tun. Das Duell zwischen den „Eisbären“ und den „Freezers“ findet am Samstag 1. September, 16:30 Uhr, in Berlin statt (Rückspiel ein Tag später in Hamburg, Uhrzeit noch nicht bekannt). Die Adler aus Mannheim müssen am Mittwoch, 29. August, 19:30Uhr, beim ERC Ingolstadt antreten (Rückspiel am 31. August, 19:30 Uhr, in Mannheim).

Die deutschen Mannschaften sehen dieses Turnier viel mehr als Standortbestimmung in Europa denn als Vorbereitungsturnier auf die kommende Saison und peilen deshalb auch das Finalturnier in Wien und Bratislava im Dezember an.

Vorschau: Nächste Woche erscheint ein Rückblick auf die Olympischen Spiele in London.

Nach den Playoffs ist vor der WM

Die gestern in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) beendeten Playoffs waren mit einem Wort: historisch. Dies fing bereits im Viertelfinale an. Während die jeweiligen Favoriten Eisbären Berlin (4:0-Sieg gegen Köln), Adler Mannheim (4:1-Sieg gegen Hamburg) und Ingolstadt (4:1 gegen Düsseldorf) für noch wenig Aufsehen in der „best of seven“ Serie sorgten, schlug der Underdog aus Straubing umso gewaltvoller ein!

Beim Duell der nach der Vorrunde siebtplatzierten Straubing Tigers gegen die drittplazierten Grizzlys Adams Wolfsburg, war mächtig im Feuer im Spiel. Dass sich am Ende die Mannschaft aus Bayern und nicht die von vielen Experten als Meisterschaftskandidat gehandelten Wolfsburgern die Serie beherrschten, war schon ein kleines Eishockeywunder.

Mit einem glatten 4:0-Erfolg, in der Eishockeysprache auch als „Sweep“ bekannt, schickte Straubing die Mannschaft aus der VW-Stadt in den Urlaub. Was folgte war die Begegnung gegen den amtierenden Titelverteidiger Eisbären Berlin. Auch hier hielten die Straubinger lange Zeit mit – konnten sogar ein Spiel in Berlin gewinnen – mussten sich am Ende der Halbfinalserie, die im best of five Modus ausgespielt wurde, aber dennoch mit 1:3 geschlagen geben.

Für die Eisbären aus Berlin bedeutet dies gleichzeitig der Einzug ins Finale. Hier wartete bereits kein geringerer Gegner, als die Adler Mannheim, die sich ebenfalls in der Halbfinalserie mit 3:1 (gegen Ingolstadt) durchgesetzt haben. Damit war das Duell der beiden DEL-Rekordmeister (jeweils fünf Titel), von vielen auch nicht zu Unrecht das „Gigantenduell“ genannt, geboren.

Diese Finalserie versprach von Anfang an Spannung und Dramatik. Da die Eisbären die reguläre Saison als Erster abschlossen, wurde das erste Spiel in der Hauptstadt ausgetragen. Nach zwei zum Teil hochklassigen Eishockeyspielen stand die Serie, nach einem 2:0-Sieg der Berliner und einem 4:1-Erfolg der Adler, 1:1-Unentschieden. Da Mannheim das dritte Duell in Berlin mit 2:1 für sich entscheiden konnte, hatte der sechsmalige Meister aus der Quadratestadt die Chance, in der eigenen SAP-Arena alles klar zu machen.

Was die 13.600 Zuschauer in der ausverkauften Arena zu sehen bekamen, war ein Wechselbad der Gefühle – ein wahres Drama eben. Nachdem die Adler vierzehn Minuten vor Schluss das 5:2 schossen, hatten sie schon mehr als eine Hand an dem Pokal. Doch die Freude währte nur kurz. Die erfahrene Berliner Mannschaft ließ sich selbst von diesem Drei-Tore Rückstand nicht beeindrucken und schlug im Stile einer Spitzenmannschaft zurück. Dass am Ende ein 6:5-Sieg nach Verlängerung für die Berliner auf der Anzeigetafel stand, hatten selbst die kühnsten Optimisten für unmöglich gehalten – ein unglaubliches Spiel!

Dieser außergewöhnliche Erfolg bescherte allen Eishockeyfans ein fünftes und entschiedenes Finalspiel in Berlin. In diesem setzten sich die Eisbären schließlich mit 3:1 durch und krönten sich zum sechsten Mal zum Deutschen Meister.

Doch nach den Playoffs ist in der Eishockeywelt bekanntlich vor der WM. In Finnland und Schweden muss die deutsche Nationalmannschaft ihr Können unter Beweis stellen. In einem neuen Modus – die altbekannte Zwischenrunde fällt zugunsten von zwei Achtergruppen weg –  kämpft die DEB-Auswahl gegen Russland, Schweden, Tschechien, Norwegen, Italien, Lettland und Dänemark um den Einzug ins Viertelfinale.

Nach den Absagen der National Hockey League (NHL)-Spieler Christian Erhoff (Buffalo Sabres, verletzt) und Alexander Sulzer (ebenfalls Buffalo, wird Vater), sowie den Absagen von Kapitän Michael Wolf (Iserlohn Roosters, verletzt) und des Noch-Krefelders Patrick Hager (aus persönlichen Gründen) wird das alles andere, als ein einfaches Unternehmen.

Ein Mutmacher für die noch junge deutsche Mannschaft kann die bisherige Vorbereitung sein. Ohne die Spieler der Finalisten aus Mannheim und Berlin, sowie ohne einen einzigen Legionär aus der NHL, der besten Liga der Welt, haben die DEB-Cracks bei den Duellen gegen Russland, Tschechien und Dänemark noch kein Spiel nach sechzig Minuten verloren.

Aber apropo NHL-Legionären: Hoffnung auf Verstärkung aus Übersee ist durchaus erlaubt. Mit Thomas Greiss (San Jose Sharks) ist der einzige deutsche NHL-Torhüter bereits aus den dort noch lange laufenden Playoffs ausgeschieden. Seine Zusage für die WM in Skandinavien steht aber noch aus. Mit Marcel Goc, Marco Sturm (beide Florida Panthers) und Dennis Seidenberg (Boston Bruins) befinden sich noch drei deutsche Spieler in den Playoffs und können je nach Ausscheiden zu den am vierten Mai beginnenden Titelkämpfen dazu stoßen.

Vorschau: Nächste Woche nimmt Christian die unglaubliche Erfolgssaison des THW Kiel in der Toyata Handball-Bundesliga für euch mal genauer unter die Lupe.

Kräftemessen in Europa Teil II: Das Projekt „Big Bang“

Die Gerüchteküche brodelte vor der Einführung der European Trophy im Jahr 2010 (wir berichteten) so stark wie nie zuvor. Ein bekanntes Boulevardblatt soll angeführt haben, dass ab 2010 eine Euroliga unter dem Projekttitel „Big Bang“ starten soll. Dies würde bewirken, dass die heimischen europäischen Ligen stark in den Hintergrund rücken würden.

Mit dabei waren auch die beiden deutschen Eishockeyclubs Eisbären Berlin und die Adler Mannheim. Insgesamt 18 Clubs haben eine entsprechende Absichterklärung unterzeichnet. Darunter, neben den beiden deutschen Clubs, die ZSC Lions, fünf Clubs aus Schweden (Djurgården Stockholm, Frölunda, Färjestad, HV71 und Linköping) und fünf Clubs aus Finnland, Red Bull Salzburg sowie Teams aus Oslo und Prag. Damals ist man bis zum Start 2012 von 30 bis 35 Mannschaften ausgegangen, die an dieser neuen Liga teilnehmen werden und somit der heimischen Liga den Rücken kehren würden.

 Gerüchten zu Folge sollte das Projekt damals vom schwedischen Ex-NHL-Spieler und Spitzenmanager Håkan Loob angeführt werden. Bei ihm waren solche Ideen angeblich schon seit längerem bekannt. Für eine Studie mit den fünf abtrünnigen schwedischen Clubs, welche schon vor einem Jahr mit der Abspaltung von der schwedischen  Elitserien drohten, hatte Loob seine Aktivitäten bei seinem Club Färjestads BK reduziert, um die mögliche Zukunft der schwedischen Spitzenteams zu evaluieren. Dazu gehörte auch eine Machbarkeitsstudie, die massgeblich von der russischen Liga KHL finanziert wurde. Bis zu diesem Zeitpunkt soll das Projekt  drei Millionen  Euro gekostet haben.

 Doch aus der Zusammenarbeit wurde nichts,  die Schweden und Russen hatten sich kurz nach diesem Gerücht getrennt. Somit sah das Projekt „Big Bang“ auch keine russischen Teams vor, während der russische Liga-Führer  Alexander Medwedew im Herbst 2011 noch seine Visionen mit einer Riesenliga über ganz Europa, die „United Hockey League“, mit nicht weniger als 56 Mannschaften, präsentiert hatte.

Zu diesem Szenario ist es bislang jedoch nie gekommen. Aus der European Trophy hat sich nicht, und wird sich auch nicht in naher Zukunft, eine eigene Europaliga entwickeln. Die Trophy gilt lediglich als ein hochkarätig besetztes Vorbereitungsturnier, dass die europäischen Spitzenclubs gerne wahrnehmen.

Mit dem Sieg der Eisbären Berlin im letzten Jahr, konnte Deutschland sogar Eigenwerbung für die vorhandene Ligastärke betreiben. Zu einer europäischen NHL, und somit zum Urknall („Big Bang“), wird es nicht kommen!

Vorschau: Nächste Woche entführt euch Anja in die Welt des Sports.

Kräftemessen in Europa Teil I

Die European Trophy ist ein europäisches EishockeyTurnier für Clubmannschaften und wird momentan vom 11. bis zum 6. September 2011 in Europa ausgetragen. Ursprünglich war dieser Wettbewerb lediglich auf Skandinavien unter dem Namen Nordic Trohphy beschränkt, wurde aber ab 2010 durch die European Trophy ersetzt. Im Jahr 2010, dem Probejahr sozusagen, gingen 18 Mannschaften aus sieben unterschiedlichen Nationen an den Start. Darunter schon die beiden deutschen Vorzeigeclubs Adler Mannheim und Berliner Eisbären. Der Spielmodus ist sehr simpel: Die 18 Mannschaften wurden in zwei Gruppen zu je neun Teams aufgeteilt. Jede Mannschaft spielte einmal gegen jede andere- also insgesamt acht Spiele. Von diesen acht Begegnungen wurde die Hälfte zu Hause ausgetragen. Die ersten vier Mannschaften jeder Gruppe qualifizierten sich für das Finalturnier „Red Bulls Salute“ in Salzburg und in Zell am See. Der Veranstalter des Finalturniers war der EC Red Bull Salzburg, der auch gleichzeitig als gesetzt galt. Die Endrunde wurde im K.O.-Modus ausgespielt. Mit den  Eisbären Berlin setzte sich sogar eine deutsche Mannschaft die Krone des Turniersiegers auf.
Da die Premierensaison so vielversprechend anlief haben sich die Verantwortlichen dazu entschieden, das Turnier zu erweitern und ab diesem Jahr 24 Mannschaften teilnehmen zu lassen.
Dementsprechend neu ist auch die Gruppeneinteilung. Die Mannschaften werden in vier Gruppen (besser gesagt in vier Divisions: North, East, South und West) zu je sechs Teams aufgeteilt. Neben den Gruppenbegegnungen, bei denen jede Mannschaft einmal gegen jede andere spielt, kommen drei Spiele gegen Mannschaften aus anderen Gruppen dazu. Somit kommt jede Mannschaft wieder auf acht Spiele, die Hälfte davon zu Hause. Neben dem Gastgeber Red Bulls Salzburg qualifizieren sich die vier Gruppensieger sowie die drei punktbesten Zweiten für das Finalturnier „Red Bulls Salute“ in Wien und Salzburg im Dezember. Das Finalturnier wird wie bereits im Vorjahr im K.O.-Modus ausgespielt.
Die beiden einzigen deutschen Mannschaften Adler Mannheim und Eisbären Berlin wurde in unterschiedliche Gruppen gesetzt. Dabei bekommen es die Adler in der South Division mit Pojistovna Pardubice (CZE), Bili Tygri Liberec (CZE), Kometa Brno (CZE), HV 71 Jönköping (SWE) und Linköpings HC (SWE) zu tun. Der Titelverteidiger Eisbären Berlin spielt in der West Division gegen EC Red Bull Salzburg (AUT), Frölunda Indians (SWE), Färjestads BK (SWE), Tappara (FIN) und TPS (FIN).
Die Adler wie auch die Eisbären sehen dieses Turnier viel mehr als Standortbestimmung in Europa als, als Vorbereitungsturnier auf die kommende Saison und peilen deshalb auch das Finalturnier in Wien und Salzburg im Dezember an.
Hinter den Kulissen wird schon seit längerem darüber Gemunkelt, dass die European Trophy als Vorbereitung für die Einführung einer Europaliga (Projekttitel „Big Bang“), frühestens im Jahre 2014 gilt.

Vorschau: Was es mit diesem Projekt auf sich hat, erfahrt ihr nächste Woche im zweiten Teil.