Neuster Trend in den Supermärkten: Plastikmäntelchen – jetzt auch für Fairtrade-Bananen

Die Welt droht im Müll zu ersticken. Wenn unsere „Wegwerfgesellschaft“ so weiterlebt, wird die Menge an Plastikmüll bis 2050 auf zwölf Milliarden Tonnen steigen. Zwar sind Plastiktüten in den Supermärkten nun kostenpflichtig und werden dadurch seltener genutzt, doch den Großteil des Plastikmülls machen die Lebensmittelverpackungen aus. Nicht jeder Müll wird am Ende recycelt, verbrannt oder landet auf einer Mülldeponie. Ein Großteil liegt oder schwimmt irgendwo in der Umwelt. Die Folgen sind fatal: qualvoll verendende Meerestiere, die sich in Netzten verfangen und ertrinken oder das Plastik als Nahrung aufnehmen. Dieses Plastik endet dann letztendlich wieder auf unseren Tellern.

Kaum Produkte ohne Lebensmittelverpackungen

Neuster Trend in den Supermärkten: Plastikmäntelchen – jetzt auch für Fairtrade-Bananen

Doppel und dreifach verpackte Lebensmittel (Foto: M. Boudot)

Beim Einkaufen im Supermarkt findet man kaum noch Produkte, die nicht in Plastik umhüllt sind. Und wenn doch, wird einem dazu die entsprechende Plastiktüte für den Transport angeboten. Lebensmittel werden immer aufwendiger verpackt. Die Plastikhüllen sollen die Lebensmittel schützen und sind zeitgleich sehr hygienisch. Kekse, Teebeutel und Schokolade sind häufig doppelt und dreifach eingepackt. Vor allem auch Obst und Gemüse werden vorverpackt angeboten. Eingeschweißte Gurken, portionierte Äpfel oder Beeren umhüllt von Plastik. Auch Wurst und Käse verursachen durch ihre Verpackungen viel Müll. Früher wurden sie am Stück gekauft, heute findet man Wurst und Käse in wenigen portionierten Scheiben, wodurch das Verpackungsaufkommen etwa verdreifacht wird. Das liegt daran, dass die Haushalte kleiner und auch älter werden. Heutzutage bestehen Haushalte aus ein bis zwei Personen, die wie zum Beispiel Senioren weniger Nahrungsmittel benötigen.

Fairtrade trotz Plastikverpackung

Aber Fairtrade-Bananen in Plastik? Wie passt das zusammen? Claudia Brück vom Verein zur Förderung des Fairen Handels in der Einen Welt (TransFair) erklärt warum das so ist:
Als unabhängige Initiative handelt TransFair nicht selbst mit Waren, sondern vergibt das Fairtrade-Siegel für fair gehandelte Produkte auf der Grundlage von Lizenzverträgen. Auf die Verpackungsgestaltung kann TransFair grundsätzlich nur in Bezug auf die Verwendung des Fairtrade-Siegels Einfluss nehmen.
„Wir erhielten die Rückmeldung aus dem Lebensmitteleinzelhandel, dass die Plastik-Umverpackung für die Bananen notwendig sei“, erzählt Brück. Anscheinend hatten einige Kunden Fairtrade-gekennzeichnete Bananen als „konventionelle“ Bananen abgewogen und an der Kasse vorgelegt und somit entsprechend weniger bezahlt. Allerdings arbeitet TransFair, gemeinsam mit den Importeuren, schon seit einiger Zeit an genau diesem Thema. „Bisher gibt es jedoch noch kein belastbares Bio-Material, das die hohe Feuchtigkeit – denn Bananen schwitzen – und die großen Temperaturunterschiede von 10 – 36°C während der zwei bis drei Wochen langen Reise aus Lateinamerika bis in die deutschen Supermärkte übersteht“, sagt Brück. Immerhin nutzen immer mehr Supermärkte eine Klebebandrolle, um die Bananen einzuwickeln und das produziert deutlich weniger Abfall.

Tipps zur Müllvermeidung

Um in Zukunft Mensch, Tier und Umwelt zu schützen, können im Alltag schon kleine Veränderungen hilfreich sein:

  • Statt von weit hergekommene Lebensmittel zu kaufen, auf lokale und regionale Lebensmittel zurückgreifen, zum Beispiel durch einen Einkauf auf dem Wochenmarkt.
  • Keine Plastik-, sondern Glasflaschen kaufen. Oder sogar noch besser: Leitungswasser trinken. Das ist qualitativ nicht nur genauso gut wie Wasser aus der Flasche – man spart auch bares Geld: 1.000 Liter Leitungswasser kosten gerade mal sechs Euro.
  • Etwas Neues ausprobieren, eine Zero Waste-Woche einlegen, so wie unsere Autorin Tatjana oder mal in einem Unverpacktladen einkaufen gehen.
  • Im Supermarkt bevorzugt lose und Frischware kaufen, statt doppelt und dreifach verpackte Produkte.

 

Nicht schon wieder Shopping …

Der Gang in die nächstgelegene Einkaufsmeile ist für viele etwas Entspannendes. Das ist ein Erlebnis, hilft, abzuschalten und Abstand vom Alltag zu bekommen. Nichts geht doch über Menschenmassen, die sich durch die Straße pressen und in wohl klimatisierten Läden dem Konsum frönen.

Hektisch: In einer Einkaufsmeile geht es meist sehr stressig zu.

Hektisch: In einer Einkaufsmeile geht es meist sehr stressig zu. (©romelia/Pixelio.de)

Leider gehöre ich zu den Menschen, die diesem Erlebnis nichts abgewinnen können. Dabei hätte ich jede Gelegenheit dazu, reiht sich in München doch eine Einkaufsmeile an die andere. Die weithin bekannte Fußgängerzone in der Innenstadt und in fast jedem Stadtteil ein gigantisches Einkaufszentrum. Nur zehn Minuten von mir entfernt liegt das Olympia-Einkaufszentrum, doch trotzdem bin ich dort nur selten, immer dann, wenn es eben sein muss. Einkaufen, vor allem wenn es um Kleidung geht, ist einfach nicht mein Fall.

Der große Einkaufsbummel kostet auch jede Menge Geld. Wenn ich jede Woche regelmäßig zum „Shoppen“ gehen würde, dann würde der ohnehin schon schmale Geldbeutel schnell noch schmaler werden. Und das kann ich mir in einer ohnehin teuren Stadt wie München einfach nicht leisten. Wenn die Miete schon drei Viertel des Azubi-Gehalts verschlingt, die Monatskarte für die Öffentlichen auch ordentlich zu Buche schlägt und ich abends auch mal etwas unternehmen möchte, dann ist regelmäßiger Konsum von Klamotten einfach nicht drin.

Wechselhaft: Regelmäßig gibt es einen neuen Trend, zum Beispiel bei Hosen.

Wechselhaft: Regelmäßig gibt es einen neuen Trend, zum Beispiel bei Hosen. (Foto: T. Gartner)

Doch das ist auch gar nicht so schlimm, denn das ständige Kaufen von neuer Mode ist unglaublich schlecht für die Umwelt. Nur weil es wieder einen neuen Trend gibt, nur weil auf einmal Slim-Fit-Jeans der letzte Schrei sein mögen, muss ich doch nicht in das nächste Geschäft stürmen und mir eine solche Hose kaufen. Dann bin ich eben nicht hip, was soll’s. Die Umwelt wird es mir danken, dass ich zu meiner alten Hose stehe.

Denn auch wenn meine Kleidung alt und ausgewaschen sein mag, ist sie noch lange nicht kaputt. Sie sieht gebraucht aus, aber das darf sie ja auch – wer aktiv ist, dem darf man das gerne auch an seiner Kleidung ansehen. Und sollte die Hose tatsächlich mal ein Loch haben, dann kann ich es auch flicken. Das passiert zwar recht häufig, da Radfahren wahrer Hosenmord ist. Aber sei’s drum. Kaum ist das Löchlein geflickt, schon hält die Hose den Arbeitsweg auf dem Drahtesel wieder aus.

Andere Leute in ärmeren Ländern wären sicher froh, wenn sie noch eine Hose wie die meine hätten. Mag so mancher hier in unseren Gefilden auch die Nase rümpfen und sich denken: „Also so etwas würde ich nie und nimmer tragen“. Das macht mir nichts aus. Ich halte mir immer vor Augen, dass meine Kleidung noch gut ist und ihren Zweck erfüllt: Im Winter hält sie mich warm, damit ich nicht ganz so schlimm friere. Und sie sorgt dafür, dass ich nicht nackt durch die Welt rennen muss, leistet also gleich noch einen Beitrag zum Allgemeinwohl.

Wenn es doch mal so weit ist und meine Jeans wirklich und beim besten Willen nicht mehr zu tragen ist, muss ich halt einmal einkaufen gehen, hilft ja alles nichts. Dann geht es am besten in den Second-Hand-Laden, auf diese Weise entkomme ich dem ganzen Designer-Wahn und habe am Ende trotzdem etwas Vernünftiges zum Anziehen.

Doch bis es soweit ist und ich ein paar von meinen Sachen ausrangieren muss, habe ich einfach Besseres zu tun, als mich durch ein überfülltes Kaufhaus zu zwängen. Ein bisschen Bewegung an der frischen Luft ist meiner Meinung nach viel entspannender und gesünder als alles andere.

Vorschau: Das kennen sicher viele: Die Not, sich selber verplanen zu müssen. Deshalb widmet Eva ihre Kolumne nächste Woche ganz dem Thema Organisation.

Besser billig?

Billiger gekauft: irgendwer hat darum weniger (Tony Hegewald / pixelio.de)

Billiger gekauft: irgendwer hat darum weniger (©Tony Hegewald / pixelio.de)

Heute beim Einkaufen habe ich die Preisschilder verglichen. Muss ich für den Namen auf der Packung wirklich so viel mehr zahlen? Kann ich meinem Kind nicht auch die preiswerte Variante der Zahnpasta kaufen, statt der bekannten aus der Werbung? Und wie ist das bei Joghurt, Chips, Saft, Kleidung und den tausend anderen Produkten, mit denen wir tagtäglich konfrontiert sind? Billig heißt das Zauberwort. Nicht günstig, oder preiswert. Billig. Ob Mietwagen, Elektronik, Hosen oder Haarschnitt. Geschäfte und Firmen werben mittlerweile nicht nur mit geilem Geiz, sondern mit dem Begriff „billig“ als wertsteigerndes Adjektiv.

Und mal unter uns: wenn ich weniger bezahlen kann, mache ich das doch gerne. Ein paar Cent hier, ein paar Euro hier. Kleinvieh macht auch Mist. Und mit dem billig Erspartem kann ich ja noch etwas kaufen. Möglichst billig. Onkel Dagobert wäre stolz und unser Geldspeicher mangels Zinsen auf der Bank auch prall gefüllt. Discounter expandieren, Händler unterbieten einander im Preis, wir zahlen immer weniger.

Schön billig? In nur einer Frucht steckt wertvolle Arbeit (Foto: Obermann)

Schön billig? In nur einer Frucht steckt wertvolle Arbeit (Foto: Obermann)

Aber Momentchen mal. Da ist doch ein Haken, da ist doch immer ein Haken. Ist billig wirklich besser? Ich habe einen Garten, ich weiß, was es heißt, Obst und Gemüse anzubauen, abhängig von der Witterung zu sein, wenn auch reich geerntet werden soll. Ich kenne die Probleme mit Unkraut, Trockenheit und den Schwankungen die Menge der Früchte betreffend. Und das nur in meinem wirklich kleinen Garten. Ein Landwirt, dessen Existenz von seinem Ertrag abhängt, kann mir da nur leidtun. Was der an Arbeit, Zeit und Geld investieren muss, ist für mich kaum vorstellbar. Und dann wird der Preis seiner Ware bestimmt von Händlern, die möglichst billig einkaufen wollen, um sich gegenseitig unterbieten zu können. Billiges Essen heißt auch geringe Bezahlung für die Hersteller, heißt geringen Lohn für alle, die in dem Sektor arbeiten, heißt weniger Kaufkraft, und so weiter und so weiter. Irgendwann hat jeder weniger Geld und der Preis muss weiter gedrückt werden. Wen wundert es, wenn Tiere auf furchtbare Art gehalten und schließlich geschlachtet werden, wenn es einen Preis zu unterbieten gilt.

Und das ist kein Problem, dass nur die Landwirtschaft hat. Billigmodeketten wie auch Markenklamottenhersteller lassen nicht umsonst in unterentwickelten Ländern ihre Kleidung produzieren. Wer wenig zahlen muss, kann auch geringe Preise verlangen, anders herum kann jemand, der möglichst billig produziert auch möglichst großen Gewinn erzielen, wenn er teuer verkauft. Klingt logisch. Sorgt aber auch dafür, dass Kinderarbeit, unwürdige Arbeitsbedingungen und Gerüchte um sklavenähnliche Angestellte oder Zwangsarbeit nicht so einfach ins Reich der Legenden zu verbannen sind. Man ist nicht nur, was man isst, sondern auch, was man trägt. Selbe Problematik gilt auch für Elektronikprodukte und ich will gar nicht daran denken, was noch alles unverschämt und billig hergestellt wird und bei uns dann in den Haushalt kommt. Kein Markenname schützt davor, denn auch diese Firmen sind vom Profit abhängig.

Billig und glücklich? Nicht nur bei Kühen schwer zu glauben (©kunst-wach / pixelio.de)

Billig und glücklich? Nicht nur bei Kühen schwer zu glauben (©kunst-wach / pixelio.de)

Mein schlechtes Gewissen wächst und wächst. Besser ist anders. Und vielleicht auch gar nicht billig. Mein Gemüse und Obst von regionalen Händlern ist nicht schwer zu bekommen, zwar teurer, aber nicht nur frischer und ökologisch besser, weil keine langen Wege zurück gelegt werden müssen. Gleiches gilt übrigens auch vom Metzger des Vertrauens oder hochwertigen Fleischprodukten, die auch gerne mal mehr als das Doppelte des Billigpreises kosten, bei denen aber Haltung und Pflege tatsächlich einen respektvollen Umgang mit Tier und Fleisch zeigen. Auch gibt es Kleidermarken, die auf gute Arbeitsbedingungen wert legen, sogenannte Fairtrade-Produkte in vielen Bereichen und oft ist nur etwas Interesse in den Hintergrund des Produktes notwendig, um differenzieren zu können, was nun wirklich besser ist und was einfach nur billig.

Beim wöchentlichen Familieneinkauf ist zwischen den Regalen, mit einem hungrigen Kind im Einkaufswagen und einem konsumgezeichnetem in der Spielzeugabteilung diese Differenzierung kaum zu leisten. Wer einkaufen geht, geht kaufen, nicht recherchieren. Das muss zu Hause erfolgen. Besser davor als danach. Und wer sich informiert hat, muss abwägen, welchen Schritt er als Nächstes wagt. Mehr Geld ausgeben, weniger kaufen, aber dafür sinnvoller, möglicherweise besser, oder mehr, billiger, zentral. Eine persönliche Entscheidung, so viel ist klar. Aber wir sollten uns klar machen, dass billig nicht besser ist, sondern eben einfach nur billig, vielleicht sogar billiger.

Vorschau: Nächste Woche erzählt euch Sascha an dieser Stelle, warum Kleidung kaufen ein Albtraum für ihn ist.

Winter-Shoes gegen den Winter-Blues!

Auch wenn es der Blick nach draußen noch nicht erahnen lässt und wir bei durchschnittlich 15° Grad Celsius kürzlich eher heiße als weiße Weihnachten hatten: Der Winter kommt bestimmt. Damit gehen nicht nur Minusgrade, sondern vor allem rasch zu Eisklumpen gefrierende Füße einher. Neben dicken, von Oma mit Liebe gestrickten Wollsocken hilft dagegen nichts besser als das richtige Schuhwerk. Doch wer die Wahl hat, hat bekanntlich die Qual – auch im Winter 2014. Face2Face gibt Suchenden die wichtigsten Kriterien mit an die Hand, die garantiert bei der Entscheidungsfindung behilflich sein werden:

1. Ästhetisch oder funktional?

Jedem Kauf voran steht in Sachen Winterfußbekleidung erst einmal ein Entweder-Oder-Dilemma.

DSCF5787

Erwärmen das Herz und nicht zuletzt die Füße: Gefütterte Winter-Boots (Foto: Perlowa)

Entweder tragen wir elegante, den Fuß umschmeichelnde Modelle und verzichten dabei auf das rutschfeste, optisch allerdings umstrittene dickere Schuhprofil oder aber wir entscheiden uns für Schnürstiefel, die wohl selbst auf Bergspitzen noch Wind und Wetter trotzen würden. Doch mal ehrlich, welches Fashion Victim würde sich jemals freiwillig in Wanderschuhwerk auf der nächsten Party blicken lassen? Von der Vorstellung, bei Temperaturen unter null in High Heels den Weg zum Club entlang zu schlittern, sollten wir uns in der kalten Jahreszeit allerdings ebenso verabschieden.

Winterschuhe anzuhaben bedeutet heute glücklicherweise längst nicht mehr, seine Füße zwangsläufig in klobigen Stampfern unterbringen zu müssen – der Industrie sei Dank ist das Angebot an ästhetisch ansprechenden und  zugleich praktischen Ausführungen schier unerschöpflich.

Nichtsdestotrotz scheiden sich an unserem ersten Trend, den  UGG-Boots, bereits die Geister: Böse Zungen werden behaupten, sie machten ihrer englischen Bezeichnung „ugly“, also hässlich, alle Ehre, wären weder wasserfest noch ließen sie sich auch nur ansatzweise elegant kombinieren. Doch ein Umsatz von 689 Millionen US-Dollar allein in 2008 spricht eine andere Sprache. UGGs haben sich ihren Weg mittlerweile über den großen Teich hinweg bis nach Deutschland gebahnt und sind gerade an den Füßen junger Mädchen, neben Nike Air Max, seit einiger Zeit gleichsam beliebt wie die „Le Pliage“ von Longchamp in den Ellenbeugen.

Mit einem Durchschnittspreis von 200€ sind die australischen Trend-Treter, die ein bisschen an Eskimo-Schuhwerk erinnern, gewiss nicht gerade ein Schnäppchen. Doch aufgrund ihres Lammfellfutters fungieren sie als Garant für warme Füße, selbst wenn die Schlange vor der Disco einmal länger werden sollte. Gleiches gilt, am Rande erwähnt, für die etwas günstigere Alternative von  EMU  aus Schafsfell. Es lässt sich nicht leugnen, dass sie am Bein etwas wuchtig erscheinen, doch können sie zu einem über das Knie reichenden Kleid oder Rock dennoch einiges hermachen.

Und wer auf die hinzu gemogelten Zentimeter Körpergröße im Nachtleben partout nicht verzichten möchte, kann ja im Abendtäschchen Platz für ein Ersatzpaar mit hohen Hacken schaffen.

2. Boots oder Sneakers?

Wir haben soeben ein flaches Schuh-Modell für die Dame kennengelernt, das weder Turnschuh noch Stiefel ähnelt und damit ein wenig aus dem stereotypischen Raster fällt. Die meisten Winterschuhvarianten nämlich stellen uns vor die Wahl zwischen Stiefeln – als heißer Tipp gelten derzeit  Overknees  in zeitlosem Schwarz – und knöchelhohen Boots. Mit der Mode und auf Nummer sicher gehen Männlein wie Weiblein auch in diesem Winter wieder mit Chelsea-Boots. Ebenso bleiben Ankle Boots mit Schnallen, Nieten und Blockabsätzen, neben Schnürstiefeletten, deren Schnüre neuerdings einmal um den kompletten Knöchel geschlungen werden, weiterhin modische Must-Haves.

Wer es auch im Winter sportlich mag, kann sich entweder mit wetterfesten Evergreen-Modellen von Timberland oder  k1x  behelfen– diese sind vor allem in der Hip-Hop-Szene immer wieder gern gesehene Begleiter – oder aber auf  innen gefütterte Sneakers  zurückgreifen.

3. Gefüttert oder mit Einlagen?

Gefüttert ist uns das Schuhwerk nun schon des Öfteren begegnet und tatsächlich scheint es so, als führe kaum ein Weg an ihnen vorbei. Es sei denn, man greift in die Trickkiste und damit auf Echtfelleinlagen zurück. Besonders beliebt ist und bleibt Lammfell. Das bettet den Fuß nicht nur warm und kuschelig, sondern bewegt sich mit rund 7,50 € das Paar auch in einem erschwinglichen Preisrahmen. Die geschorenen Schäfchen für den Winterschuh sind in brauner und weißer Ausführung erhältlich. Wer auf tierische Anteile gänzlich verzichten möchte, schützt seine Füße mittels Aluminium-Einlagen  vor Kälte. Diese isolieren Frost und vertreiben zugleich Fußgeruch.

Und es gibt noch einen weiteren Vorteil von Einlagen gegenüber eingenähtem Innenfutter: Sie sind weniger anfällig für Schmutz. Das Schuhinnere zu reinigen erweist sich im Übrigen als lästige, langwierige Angelegenheit – wer Pech hat, schrubbt am Ende zum Dank sogar noch Löcher in die Futterschicht.

Apropos schrubben: Im Winter sind auf Lederschuhen sogenannte Wasserränder nicht selten unliebsame Begleiterscheinungen. Als verlässliche Helfer dienen Schuhcremes und Polituren.Wer Präventionsarbeit leisten möchte, ist mit speziellen Imprägnierungssprays gut beraten. Diese sind nicht nur sanft zu nässeempfindlichen, helleren Ledern wie Velours oder Wildleder, sondern auch wasserabweisend. Das Material selbst pflegen sie dabei allerdings nicht.

4. Preiswert oder kostspielig?

Beim Winterschuh-Kauf sollte eindeutig auf die goldene Regel „Qualität statt Quantität“ vertraut und ruhig einmal tiefer in die Tasche gegriffen werden. Schließlich wollen wir den Schuh ja nicht nach einem Winter schon wieder ausrangieren müssen. Hier lohnt sich also eine nachhaltige Investition. Lederwaren halten oft, was sie versprechen, nämlich, dass sie die Füße vor Nässe und Frost schützen.

 5. Online-Shop oder Lieblingsladen?

Beides! SALE  haben sich schließlich nicht nur die Innenstädte, sondern genauso auch die Warenzusteller unseres Vertrauens auf die Fahnen geschrieben. Ob einen Klick entfernt bei Mirapodo oder doch bei einem ganz und gar analogen, samstäglichen Shopping-Trip – auf jeden und jede dürfte irgendwo dort draußen das passende Paar warten. Es versteckt sich nur unweit vom nächsten Tiefdruckgebiet.

Vorschau:  In der nächsten Woche begeben wir uns auf Trend-Suche für die Frau finden allerhand Kleidsames für Sie in 2014.

Wertheim Village – Ein gallisches Konsumdorf

Als wäre der Sommerschlussverkauf per se nicht alle Jahre wieder Grund zum Jubeln – dem Shopping-Tempel Wertheim Village gelingt da gewissermaßen ein Rabatt-Coup. Satte sechzig Prozent im ganzjährigen SALE! Ein Versprechen, das sich selbst in Kreisen professioneller Wühltischplünderer sehen lassen kann. Eine Adresse für Schnäppchenjäger soll das ominöse Dorf, in dem es statt Tante-Emma-Lädchen und Biobauer laut Webpräsenz über 110 Luxusläden zu finden gibt, neben den namhaften Outletcentern Metzing und Zweibrücken in jedem Falle sein. Meinem Freund und mir kam diese fast schon provokante Offerte, auf die das Wertheim Village dank Sommerschlussverkauf noch zehn weitere Prozent packt, gerade recht, schließlich ist er auf der Suche nach einem preisgünstigen Anzug und ich nach einer Alternative zum ernüchternden Online-Shopping. Die einzige Erwartung, die ich an das rund 50 Autominuten von Frankfurt am Main gelegene Einkaufsdorf stelle, ist die, dort auf annehmbare Outfits zu angenehmen Preisen zu stoßen – idealerweise sollten diese, anders als schon nach kürzester Zeit im Internet, auch in Standardgrößen verfügbar sein und nicht bloß als Restposten für Magermodels und Moppelchen herhalten.

Da die unfreundliche Navigationsgerätstimme im Auto uns zunächst nicht ins Outlet-Mekka, sondern lediglich nach Original-Wertheim fehllotst, vermuten wir dort, an der bayerischen Grenze, zunächst das vermeintliche Konsumparadies. Übel wäre das durchaus nicht, immerhin liegt Wertheim direkt am Wasser und steht jeder niedlichen, kopfsteingepflasterten deutschen Altstadt in Nichts nach. Nur wenig später erreichen wir allerdings endlich DAS Wertheim Village – offenbar ist Dorf hier nicht gleich Dorf – das aufgrund seines pompösen, mit Weintrauben-Logo geschmückten „Ortsschilds“ sogar unser untaugliches Navi kaum verfehlen kann. Gigantisch ist nicht nur die Einfahrt: Auch die Fahrgestelle der vermögenden oder zumindest um jeden Preis nach außen hin vermögend wirken wollenden Konsumenten scheinen auf dem Parkplatz miteinander wetteifern zu wollen. Harder, better, faster, stronger muss wohl das offizielle Motto der Karosserien und vor allem ihrer Besitzer lauten. Die Vermutung bestätigt sich beim Eintritt in diese schöne neue Welt, die für mich amerikanischer nicht sein könnte. Wie in einem stilisierten Disneyland – ohne Fahrgeschäfte, aber dafür mit ganz viel Mode – reihen sich die Warenhäuser aneinander. Eines bietet mehr Auswahl als das andere, man übertrumpft einander in Preis, Aufmachung und Lautstärke der aus den Lautsprechern dröhnenden Pop-Musik. Labels von Rang und Namen geben sich hier die Klinke in die Hand: Vom Trendsetter Nike über Dauerbrenner Hugo Boss bis hin zum Spezialisten wie etwa Seidensticker ist alles vorhanden, was das textilaffine Herz begehrt.

Geldbeutel

Boss und Co.: Markenwahnsinnige sind im Wertheim Village gut aufgehoben. (Foto: T.Gartner)

Schnell kommt Urlaubsfeeling bei demjenigen auf, der eine Weile durch das schier makellose Dorf flaniert ist. Die Straßen sind in den Augen eines Städters und wahrscheinlich selbst für Landeier unnatürlich sauber und mit Restaurants gespickt, deren Speisen und Getränke sich – und das überrascht nur wenig – in ähnlichen Preiskategorien bewegen wie die angebotene Bekleidung. Man muss es ganz deutlich sagen: Outlet-Center ist eben nicht gleich Discounter. Unter den rund 110 Boutiquen wird man H&M oder Zara vergeblich suchen. Entsprechend begegnet man im Wertheim Village auch nur echten Shopping-Touristen, sprich all jenen, die einen ganzen Tag lang dem Konsum fröhnen und sich selbst als gewöhnliche Mittelständische zumindest für kurze Zeit als etwas Besseres fühlen möchten. Immerhin ist hier der Kunde noch tatsächlich König.
Allerdings bedeutet dies noch lange kein königliches SALE-Angebot. Die besten Sachen waren längst vergriffen oder nur noch in Mini-oder und Übergrößen zu bekommen und auch den nahezu perfekt sitzenden Anzug hat mein Freund nicht auf Anhieb gefunden. Vielleicht haben Asterix und Obelix ja im nächsten Sommer mehr Erfolg –ob im Internet oder in einem der anderen gallischen Outlet-Dörfer, in denen man bundesweit Kurzurlaub machen kann.

Vorschau:  In der nächsten Woche geht es um den ältesten Kopfschmuck der Welt – den guten alten Hut.

Internetshopping oder -flopping

Ich shoppe ja wirklich gerne im Internet. Neben Kind, Studium, Schreiben, Arbeit, etc. bleibt zum Shoppen einfach wenig Zeit, oder auch mal gar keine. Einkaufen, ja zum Einkaufen komm ich. Zum Aldi, Lidl oder Rewe, wenns der Geldbeutel zulässt. Brot und Klopapier, Wurst und Waschmittelt, das kauf ich ein.

Aber Shoppen ist etwas ganz anderes, shoppen heißt eben nicht gleich einkaufen. Nein, ihr lieben Deutschlehrer, die ihr für den Erhalt der deutschen Sprache seid, und deswegen das eingedeutsche “Shoppen” mit “Einkaufen” übersetzten wollt. Das geht nicht, die Bedeutung, die Semantik ist eine andere. Wirklich.

Shoppen, das heißt eher bummeln, oder schon einkaufen, aber in anderer Hinsicht. Nicht diese notwendigen Dinge, die wir jeden Tag brauchen. Sondern ziemlich individuell diese Dinge, die wir gerne kaufen, deren Kauf uns Spaß und Freude bereitet. Für die wir uns gerne zwei Stunden im Hochsommer an eine Kasse stellen, bis wir an der Reihe sind. Für die wir auch mal etwas mehr bezahlen. Das ist Shoppen!

Und dazu eben fehlt mir die Zeit, vielleicht auch die Motivation, denn es gibt tatsächlich andere Sachen, die ich lieber mache. Und umso mehr genieße ich die wenigen Möglichkeiten in die Stadt shoppen zu gehen. Doch wenn ich es einfach nicht schaffe, mir Stress, Warten und Stadttroubel ersparen will, dass shoppe ich im Internet. Und da gibt es zum Glück ja reichlich Futter. Einige Versandstellen schicken mir auch immer wieder nette Kataloge mit niedlichen Bestellzetteln, die ich allerdings nur für meine Notizen benutze. Bestellt wird am PC, schneller, ohne Porto und Lesefehler. HA, haste gedacht. Nee, nee, nee. Die unterschiedlichen Versandhändler des weltweiten Netzes haben ihre eigenen Shoppingfallen.

Der Händler, von dem ich immer noch gerne meine Bastelsachen beziehe, zum Beispiel. Den find ich schon toll. Es gibt tolle Pakete, die man super wiederverwerten kann, und das Material ist wirklich gut. Aber ich unterlasse es tunlichst dort etwas Kleines, Zerbrechliches zu bestellen. Das kommt beim ersten Mal zerbrochen an, wird sofort zurückgeschickt, mit der Bitte, doch bitte Ersatz zu liefern. Kleine Deko-Osterhäschen, oder Tongestecke für den Garten, oder Teelichgläser. Nur leider bekomme ich nie ein ganzes Exemplar dessen gesendet, was ich haben wollte. Das nächste Mal ist das gute Stück wieder zerbrochen. Und beim dritten Mal bekomme ich ein “Leider ist der Artikel nicht mehr verfügbar” mit geschenkten Versandkosten für die nächste Bestellung. Nunja.

Noch eine Sache, die ich des öfteren übers Internet bestellte, sind Kinderkleider. Denn mit Kind shoppen zu gehen, ist schon fast wieder einkaufen. Fertig wird man selten, und glücklich auch nicht wieder. Die im Beitrag von vorletzter Woche erwähnte Fernsehberieslung ist da keine Hilfe. Also bestelle ich bei tollen Händlern im Internet, mit guter Qualität und netten Preisen. Tatsächlich! Bis jetzt konnte ich mich nicht beschweren. Mein Kleiner sieht wunderhübsch in diesen Sachen aus und ich mag sie auch. Doch dann kam ich auf die Idee, ihm Gummistiefel dort zu bestellen. Zuerst kamen sie zwei Nummern zu klein. Gut, kann passieren. Blöd, dass ich mehr als einen Monat darauf warten musste, aber egal. So leicht lass ich mich nicht erschüttern. Gestern kam der Umtausch. Freudig zog ich den ersten Schuh heraus, links, die richtige Größe. Erst als ich den zweiten Schuh betrachtete kam ich etwas ins Stocken. Der war nun eine Nummer zu groß, und ebenfalls ein linkes Exemplar. Ich trugs mit Fassung und hab erst mal gelacht. Sowas passiert ja auch nicht alle Tage. Dabei bin ich der Meinung, dass mein Sohn gar nicht zwei linke Füße hat. Er tanz ganz hübsch, hüpft und springt, also nein, das geht leider nicht. Die Stiefel sind schon wieder auf dem Rückweg und ich denke mir, dass das immer noch angenehmer ist, als nach einer langen Shopppingtour zu Hause festzustellen, dass irgendwas zu klein oder falsch eingekauft wurde, und dann den ganzen Weg nochmal zurück zu müssen. Beim Internetshopping kann so ein Flop schneller zurückgeschickt werden und ich brauche keine Angst zu haben, dass der Kauf nicht auch zurückgenommen wird. Fehler passieren eben. Nur zu blöd, dass mein Sohn bei dem Wetter noch immer keine Stiefel hat.

Vom Rutschen und Fernsehen

Welcher geniale Mensch hat beschlossen, dass es eine gute Idee ist, im Kinderbereich eines Schuhgeschäftes eine Rutsche hin zu stellen? Ein kleines Gedankenexperiement: Stellt euch mal vor, ihr wärt nochmal drei (oder zwei, oder vier, das kommt ziemlich aufs Selbe hinaus). Eure liebe Mama schleift euch samstags zum Schuhgeschäft. Viele dutzend Schuhe in allen Größen und Farben. Und daneben eine Rutsche.

Schuhe oder Rutsche. Rutsche oder Schuhe. Schuhe. Rutsche. Rutsche. Rutsche. Schuhe? Rutsche!

Nicht mal verzogene Mini-Tussen stehen derart auf rosa Schuhe, dass sie die Rutsche nicht vorzögen.

Was macht man also als liebe Mama? „Komm, wir schauen uns die Schuhe an.“

„Rutschen will!“

„Nee, erst die Schuhe.“

„Rutschen?“

„Wenn wir die Schuhe ausgesucht haben. Schau mal, die sind doch hübsch!“

„Rutschen!“

„Nee, erst Schuhe!“

„Rutschen!“

„Schuhe!“

Das Ende vom Lied ist, dass ich zwischen jedem Paar, das anprobiert wird, eine Rutschpause einlegen muss, bei der mein Sohn zwanzig Minuten Angst vor den anderen Kindern hat, die gerade am Rutschen sind, und weder vor noch zurück geht, bis diese verschwunden sind.

Um also drei Paar Schuhe zu finden, die bei seinen breiten Latschen (ja, ich geb‘ zu, ich bin schuld, bei meinen Füßen sieht‘s leider nicht anders aus) auch passen, brauche ich über `ne Stunde. Und dann ist es mir auch egal, ob die Schuhe braun, schwarz oder rosa sind (ja, das sind die Farben, die wir dann auch gekauft haben!).

Aber wehe ich als liebe Mama komm auf die Idee, dass ich ja auch mal Schuhe kaufen könnte. Da geh ich wirklich höchstens einmal im Jahr ins Schuhgeschäft und dann das.

„Mama, rutschen!“

„Ja, geh doch rutschen.“

„Mama mit!“

„Nein, das kannst du alleine.“

„Angst hab.“

„Aber wovor denn?“

„Mann? Frau? Kindern?“

„Ich will jetzt auch mal Schuhe anprobieren. Setzt dich kurz dahin.“

„Mama, Arm!“

„Dann kann ich aber keine Schuhe anprobieren, und dann brauchen wir noch länger.“

„Arm!!“

Ein Glück, dass ich nie alleine mit meinem Sohn ins Schuhgeschäft gehe, oder generell etwas für ihn kaufen. Genauso intelligent wie die Rutschen in der Kinderschuhabteilung sind die Fernseher bei den Bekleidungsgeschäften. Klar will mein Kind noch fünf verschiedene Hosen und sechs Pullis, drei Hemden und eine Jacke anprobieren, wenn nebenan ein Cartoon kommt. Natürlich. Kinder schauen doch freiwillig keine Cartoons, wenn es Kleider zum Anziehen gibt. Niemals!

Das wäre wie eine 24-Stunden Sport-Live-Übertragung in der Männerabteilung oder kostenlose Gesichtsbehandlung und Maniküre in der Frauenabteilung. Gute Idee, oder? Warum dürfen nur die Kinder ihren Spaß haben? Oder ist das eine Verschwörung gegen arme Eltern, die bei solch Nervenaufreibenden Einkäufen mit Sicherheit etwas vergessen, also wiederkommen müssen, um noch mehr zu kaufen. Muahaha. Vielleicht stecken die Kindersendungen dahinter, die so ihr Publikum ein den Kreis der Süchtigen ziehen wollen. Ohhh, die sind clever.

Aber am cleversten sind Onlineschuhshops. Bei kostenlosem zurücksenden kann ich die Kinderschuhabteilung in mein Wohnzimmer verlegen. Da steht zwar auch ein Fernseher und ein Sofa (Trampolin schlägt Rutsche, haha), aber ich habe die Macht. Ich entscheide, wann die Flimmerkiste aus, und das Kind auf dem Boden bleibt. Es lebe das Matriarchat!!!