Paris-London-Amsterdam – der Partytrip meines Lebens

„Hey, ich hab bei DasDing den Partytrip meines Lebens gewonnen, hast du Lust mich zu begleiten?“, fragt mich Mike.
Wer würde bei so einem Angebot nein sagen. So packe ich meinen Koffer mit allem was ein Mensch auf einer etwas längeren Reise braucht und fahre mit meinem guten Freund nach Stuttgart.
Wir kommen vier Stunden früher an und schlendern erst durch eine der schönsten Städte Deutschlands, genießen die Sonne, die frische Luft und den kühlen Herbstwind, der sich langsam über Deutschland ausbreitet.

Am Mittwoch, 3. Oktober treffen wir kurz vor 17 Uhr auf weitere Gewinner am Südausgang des Stuttgarter Hauptbahnhofs.Doch vor der Reise ist nach der Reise und so besuchen wir als sehr angenehmes Kennenlernspiel die Cannstetter Wasn in Stuttgart.

Als wir dort ankommen, ist es schon dunkel. Bunte Lichter von unzähligen Fahrgeschäften scheinen auf uns herab. In mir wird das Kind geweckt, das Riesenrad fahren und Schokofrüchte essen möchte und das dringend die Toilette aufsuchen muss. Eigentlich ist es frisch draußen, der Wind ist etwas stärker geworden, doch je näher wir am Wasn-Gelände sind, desto wärmer und auch stickiger wird es.

Paris-London-Amsterdam – der Partytrip meines Lebens

Ist uns auf der Wasn zugelaufen: Mopsi, unser Reise-Maskottchen (Foto: Krombach)

Die Luft riecht nach einer Mischung aus Bratwurst und Pommes, Schokolade und Zuckerwatte, Bier und Schweiß, die durch die Fahrgeschäfte aufgewirbelt und verbreitet wird. Aufgrund der Aufregung stellt sich das Geruchsgemisch als wenig förderlich für die Magengegend heraus, aber der ansteigende Druck in der Blase lässt mich das ausblenden. Auf dem Gelände treffen wir noch Merrih, die andere und äußerst sympathische Morningshow-Moderatorin von DasDing. Gemeinsam schlendern wir in eines der Bierhäuser.

Durch eine singende und sich zuprostende Masse betrunkener Wasn-Besucher kämpfen wir uns zu unserem VIP-Platz empor, setzen uns erst einmal auf die Bänke und bekommen ein Maß spendiert.
Mike, einer der Gewinner, der ursprünglich aus Bosten in den USA kommt, drückt aus, was wir anderen vermutlich alle in diesem Moment denken: „So deutsch war ich im meinem Leben noch nie – Wahnsinn!“

Die anderen aus der Gruppe lassen sich von der Volksmusik und dem Bier bedudeln.
Kotta schreit nur „dafür komm ich in die Hölle“, was auf die Feierei zur Musik bezogen ist, und mir schießt genau dasselbe durch den Kopf und so bin ich, trotz dessen, dass es schön war mit den neu gewonnenen Freunden zu feiern, ganz froh, als wir uns nach Frankreich aufmachen.

Tschüss Stuttgart und hallo Paris

Paris-London-Amsterdam – der Partytrip meines Lebens

Wir haben ihn bestiegen: Der Eifelturm in seiner ganzen Pracht (Foto:Krombach)

Es gibt nichts Schöneres als aufzuwachen, aus dem Bus zu steigen und – ganz klassisch mit einem Croissant zum Frühstück – vor dem Eifelturm zu stehen. Die Sonne kämpft sich durch die Wolken, alles, was du um dich herum hörst, sind wohlklingende französische Worte. Es erfüllt einem regelrecht das Herz.
Natürlich gehen wir alle erst einmal ins Schwimmbad duschen, dann erobern wir den Eifelturm und danach hat jeder Freizeit.

Diese Freizeit nutzen Mike und ich und besuchen einen Freund von ihm in Nation, einem Stadtteil von Paris. Paris ist eine durch und durch stilvolle Stadt. Sie wird bewohnt von schönen und vor allem sehr freundlichen Menschen und ich empfinde nichts anderes als pures Glück. Der Duft der Stadt ist ein ganz anderer als in Stuttgart oder Mannheim. Die Tatsache, dass wir in einer Metropole sind, sagt nichts darüber aus, wie frisch es in Paris riecht. Eine Frische, die einen berieselt und durch den Tag und durch Nation leitet. Der Mann, den wir besuchen, ist kein Unbekannter. Er ist der Chef des erfolgreichsten und bekanntesten Drum n Bass Labels Trust in Music und heißt Bastien Chauvet. Wir trinken Kaffee und unterhalten uns über neue Künstler, die er unterstützt, über alte Künstler, die einen Höhenflug haben, obwohl sie noch nichts erreicht haben, und über Mike selbst, der als MC mit und für Chauvet agiert. Ich bin glücklich in einer Pariser Wohnung zu sitzen, umgeben von Musikmagazinen, CDs und Platten, mit einem Kaffee und einer redseligen Bekanntheit vor mir. Das Leben kann so perfekt sein.

Später im Bus ist es nicht gerade einfach sich hübsch zu machen, wenn 15 andere Menschen das auch tun wollen, doch ich habe das seltene Glück mit einer Gruppe unterwegs zu sein, in der keiner zickig oder anstrengend, geschweige denn arrogant ist. Im Gegenteil. So eine harmonische Gruppe habe ich noch nie getroffen.
Gegen 23 Uhr brechen wir zum Mix Club auf. Die Schlange davor erscheint endlos, aber als Gewinner eines Gewinnspiels genießen wir das süße Leben und ziehen in der Eiseskälte an den Wartenden vorbei.

Im Club angekommen hat das Gefühl es gibt mehr Sicherheitsmänner als Gäste. Visulas (Anm. d. Red.: Visuals sind Grafiken, mit denen Künstler der elektronischen Musikszene arbeiten, um die Musik zu betonen) leuchten aus allen Ecken und Enden. Das Publikum besteht aus jungen Studenten. Alle verschwitzt und selbst dabei noch gutaussehend tanzen sie miteinander, umeinander und wir stehen über ihnen. Als Z-Prominenz haben wir natürlich auch einen eigenen VIP-Bereich, wo schon die Getränke auf uns warten. Die Musik ist ein buntes Mischmasch aus Elektro und HipHop. Jeder wird von der Energie, die in diesem Raum alle vereint, mitgerissen.

Die Konversation ist im vollen Gange, es wird geflirtet, gelacht und getanzt doch kann die Party im Club selbst nicht ewig weitergehen. Also ziehen wir, wie es sich für Partytripper gehört, weiter Richtung London.

Au revoir Paris, cheers London

Eine Stunden Fahrt und wenige Stunden Schlaf später öffnen wir die verkaterten Äuglein in London wieder. Um wieder zu Kräften zu kommen, saugen wir die sehr frische, nach salzigem Meerwasser duftende Luft auf und bewegen uns ins Hostel zum Duschen und Frühstücken. Und dort stelle ich fest: Das beste Katerfrühstück der Welt haben ganz eindeutig die Engländer. Würstchen, Bohnen, Weißbrot, Speck, sogar Kartoffelrösti und Tomaten tanzen Tango auf den Tellern. Die Geschmacksknospen explodieren und alle Anwesenden geben den gleichen Satz von sich:

„Oh mein Gott ist das gerade geil.“

Paris-London-Amsterdam – der Partytrip meines Lebens

Mächtig steht er da: Der Big Ben ist sehr beeindruckend (Foto: Krombach)

Nachdem wir alle gesättigt, mit Koffein aufgefüllt und bereit zu neuen Schandtaten sind, ziehen wir zum Londoneye. Nach Absolvierung unseres abenteuerreichen Pflichtprogramms ziehen Mike und ich alleine weiter.
Ich erfülle mir einen persönlichen Wunsch und wir gehen nach Camden Town.
London hat viele verschiedene Facetten. Trotz dessen, dass London aus Gegensätzen besteht, harmoniert die Stadt perfekt miteinander.

Camden ist wie eine bunte Parallelwelt: Viele Stilvolle Menschen laufen dort umher, du bist umgeben von Punkrock, HipHop, Kunst und Kleinkram. Eine Augenschmaus durch und durch.

Übrigens perfekt zum Shoppen. Nachdem wir uns alle gestärkt und hübsch gemacht haben, ziehen wir in den wohl nobelsten Club, in dem ich persönlich je war. Er liegt in Soho und nennt Sich AURA Club. Dort findet man die Reichen und Schönen Londons und der restlichen Welt. Der Club ist klein, fast schon privat, edel und bestückt mit bezaubernden Frauen und Männern. Harter Elektro und Oldschool HipHop vom Feinsten. Die Party ist bombastisch, so wie unsere Stimmung, doch nach vier Stunden exzessiver Feierei, werden auch wir müde und steigen wieder in unseren Bus, um uns Richtung Amsterdam zu bewegen.

Die wenigen Überlebenden dieser äußerst wilden Nacht starten natürlich eine Afterhour, die bis zum frühen Morgen anhält. Ich gehöre nicht dazu, denn ich bin damit beschäftigt mich wehmütig von London zu verabschieden.

Cheerio London, Houde Morje Amsterdam

Paris-London-Amsterdam – der Partytrip meines Lebens

Kaffee trinken und Amsterdam genießen: Das Grashopper hat für jeden etwas (Foto: Zirig)

Oh Amsterdam, wie ich dich von Kanal zu Kanal und von Haus zu Hausboot immer mehr liebe. Du gehörst wahrlich zu meinen Lieblingsstädten, wobei Paris und London dir wirklich Konkurrenz machen. Doch eigentlich kann das Land des legalen Marihuana-Konsums und der Pfannkuchen sowie Eclairs nicht vom ersten Platz verdrängen. Die Geschäfte sind wunderschön, die Sonne strahlt freudlich auf einen hinunter und die Menschen sind sehr umgänglich. Holländisch gehört wohl zu den fröhlichsten Sprachen der Welt. Unser Guide an diesem Tag und in dieser Stadt heißt Norman. Norman war Teilnehmer bei der deutschen Castingshow Popstars, was er aber nicht heraus hängen lässt.

Am Abend führt er uns in eine angesagte Bar, die sich Players nennt. Es ist eine Bar, in der man hauptsächlich steht, was der Laune aber nicht schadet – im Gegenteil: Es animiert uns alle zum Tanzen. Minimalistische Beats durchqueren unsere müden Partykörper und lassen uns tanzen. Auch neue Welthits werden dort gespielt. Zum Beispiel der Song von Künstler Psy – Gangnam Style, unsere Partyhymne auf der kompletten Reise, der Tanz, den wir an jeder Raststätte, im Bus, auf der Themse, überall getanzt haben und auch jetzt tanzen. Gegen Mitternacht steigen wir aus einer Rauchwolke empor – im Players ist das Rauchen erlaubt, was selbst für mich als Raucherin dezent anstrengend ist – und bewegen uns in Richtung NL Club, unser letztes Ziel für diese Reise.

Mit dem Charme eines billigen Bordells und einer – meines Erachtens – viel zu technoiden Musik konnte diese Location bei mir leider nicht punkten.

Mein Resümee des Partytrips: Die Mitreisenden waren super-toll, Paris, London und Amsterdam waren beeindruckend – ein geniales und vor allem auch musikalisch einwandfreies Erlebnis, das seinesgleichen sucht.

Weitere Reiseberichte findet ihr in unserer Reiserubrik.

Vorschau: Und nächste Woche gibt´s an dieser Stelle ein Interview mit der Band We Invented Paris.