Strahlende Osterdekoration: Eierschalen-Teelichter

Frisch und wie aus dem Ei gepellt kündigt sich das Osterfest an. Hasen und bunte Eier – zum Verzehr oder zur Dekoration gedacht – okkupieren als fester Brauchs-Bestandteil sämtliche Schaufenster und Wohnungen. Schließlich lassen sich aus den kleinen Traditionsballen für einen Apfel und ein Ei nicht nur leckere Wundertüten und optische Hingucker herstellen: Dieses Jahr bietet euch die Tipps&Tricks-Redaktion mit Eierschalen-Teelichtern das Ei des Kolumbus, damit zu Ostern nicht nur den Kerzen ein Licht aufgeht.

Zutaten und Materialien:

Ei(n)leuchtend: Die stabile Eierschale eignet sich besonders zum Kerzengießen (Foto: Onat)

Ei(n)leuchtend: Die stabile Eierschale eignet sich besonders zum Kerzengießen (Foto: Onat)

  • Eier
  • etwas Wasser
  • Kerzenwachs zum Gießen
  • Dochte
  • ein Eierkarton oder Eierhalter
  • ein Topf, eine Schüssel, eine Schere
  • Spieße, Stiele oder Zahnstocher
  • nach Belieben Farbe und Pinsel zum Bemalen der Eier

Zubereitung:

  1. Zunächst wird das Ei – entgegen der Ostertradition – nicht ausgeblasen, sondern aufgeschlagen. Hierbei sollte nach Möglichkeit die obere Hälfte der Schale angepeilt werden, damit größere Kerzen daraus entstehen. Nun werden die Eier im Inneren mit Wasser gereinigt und luftgetrocknet. Wer mag, kann die runden Leinwände ostergerecht mit Farbe bemalen und trocknen lassen.
  1. Für die weitere Verarbeitung werden die trockenen Eier im Karton oder Bechern fixiert. Bevor es mit dem eigentlichen Kerzengießen beginnen kann, müssen den Teelichtern Dochte hinzugefügt werden. Hierfür einfach kleine Dochtstücke zurechtschneiden und an ein Spieß knoten. Den Spieß anschließend quer auf die Schalen legen und darauf achten, dass die Dochte mittig in die Eier ragen.
  1. Zum Kerzengießen etwas Wasser in einem Topf zum Kochen bringen, den Wachs in die Schüssel geben und im Wasserbad zum Schmelzen bringen. Das flüssige Kerzenwachs kann nun in die Schalen gegossen und zum Aushärten darin stehen gelassen werden. Wenn alles getrocknet ist, müssen die Dochtknoten nur noch mit einer Schere vom Spieß getrennt werden. Nun sind die Eierschalen-Teelichter bereit zum Anzünden.

Vorschau: Nächste Woche verraten wir, wie ihr mit und ohne Hitze Beach-Waves herzaubern könnt.

Schottische Eier – das Küchen-Überraschungs-Ei

Das modebewusste Ei von heute trägt einen Mantel aus Hackfleisch: Schottische Eier beziehungsweise „Scotch Eggs“ heißt der Trend auf dem Laufsteg internationaler Küchen, der bereits 1738 vom Londoner Kaufhaus „Fortnum & Mason“ erfunden wurde. Der Namenszusatz „schottisch“ verweist somit nicht auf die Herkunft des Gerichts, sondern ist als Anspielung auf die schottische Sparsamkeit zu verstehen. Doch auch der deutschen Küche ist die Speise, die sich besonders für den kleinen Hunger unterwegs oder Picknicke eignet, nicht ganz unbekannt: Sie lässt sich mit heimischen Gerichten wie dem falschen Hasen oder Vogelnestern vergleichen.

Überraschend: Die kleinen Kugeln verbergen im Inneren eine große Überraschung (Foto: Onat)

Handlich: Schottische Eier verbergen im Inneren eine Überraschung (Foto: Onat)

Zutaten und Materialien für zehn schottische Eier:

  • 12 Eier
  • 500g gemischtes Hackfleisch
  • eine Zwiebel
  • 12 EL Paniermehl
  • 3 EL Mehl
  • Salz, Pfeffer und mittelscharfen Senf zum Würzen
  • Öl zum Braten
  • Wasser zum Kochen
  • eine Pfanne, ein Topf, ein Messer, vier Schüsseln, ein Schneidebrett

Zubereitung:

1. Zehn Eier in einen Topf geben und so viel Wasser hinzufügen, bis alle Eier damit bedeckt sind. Nun die Eier im Topf hart kochen lassen. Wer weiche Eier bevorzugt, kann den Kochprozess natürlich verkürzen. Anschließend die Eier unter kaltem Wasser abschrecken, schälen und auskühlen lassen.

2. Während die Eier abkühlen, geht es an die Zubereitung der Hülle: Hierfür zunächst die Zwiebel schälen und mit einem Messer fein würfeln. Die Würfel zusammen mit dem Fleisch, drei Esslöffeln Paniermehl und einem Ei verkneten. Alles mit Salz, Pfeffer und etwas mittelscharfem Senf abschmecken und die Eier dünn mit der Fleischzubereitung ummanteln.

3. Nun das letzte Ei in einer Schüssel verquirlen und die umhüllten Eier panieren: Dafür drei Esslöffel Mehl und neun Esslöffel Paniermehl in separate Schüsseln geben. Die Eier erst im Mehl wenden, bevor sie ins Ei getunkt und wieder im Paniermehl gewendet werden. Nur noch Öl in einer hohen Pfanne erhitzen und die schottischen Eier darin goldbraun anbraten. Wem die kleinen Hungerhappen nicht genug sind, kann sie mit Kräutersalat oder -soße veredeln.

Vorschau: Nächste Woche bietet Vanessa ihr Tipps&Tricks-Debüt und verrät, wie Wärme mit Schönheit zusammenhängen kann.

Haute Couture Ostern: Eier im Kochtopf dekorieren

Bunt dekoriert: Verzierte Ostereier gehören zu jedem Osterfest (Foto: Onat)

Bunt dekoriert: Verzierte Ostereier gehören zu jedem Osterfest (Foto: Onat)

Ein Osterfest ohne bunte Eier wäre zwar undenkbar. Doch wie verwandelt man Otto-Normal-Eier nicht nur innerlich zu Wundertüten, sondern auch optisch zu „egg-cellenten“ Festtags-Accessoires? Die Tipps&Tricks-Redaktion verrät, wie ihr – ganz ohne Pinsel und Stifte – bereits beim Kochen die weiße Schalen-Leinwand in Kunstwerke verwandelt. So werden die runden Gesellen dieses Jahr garantiert zu modebewussten Trendsettern auf dem Ostereier-Laufsteg.

Chic: Modische Eier mit Krawatten-Motiven (Foto: Onat)

Chic: Modische Eier mit Krawatten-Motiven (Foto: Onat)

Zutaten und Materialien für Seiden-Eier:

  • weiße Eier
  • zwei Esslöffel weißer Essig
  • etwas Wasser
  • pure Seide – beispielsweise in Form von Krawatten
  • weißer Stoff – beispielsweise in Form alter T-Shirts oder Kissenbezüge
  • eine Schnur oder Gummibänder
  • ein Topf, ein Löffel und eine Schere
  • gegebenenfalls eine Nadel und Schüssel zum Ausblasen sowie etwas Öl

Zubereitung:

  1. Zunächst wird – falls das Ei ausgeblasen werden soll – dieses mit Löchern an beiden Enden versehen. Hierfür mit einer Nadel die Löcher hineinstechen und das Ei über einer Schüssel auspusten. Falls das Ei nicht ausgeblasen werden soll, wird direkt mit dem folgenden Schritt verfahren.
  2. Die Krawatten und den weißen Stoff mit einer Schere in Stücke schneiden, die groß genug sind, um das Ei zu umhüllen. Anschließend das Ei in den Seidenstoff wickeln und mit einer Schnur oder Bändern zubinden, wobei die vordere Seite die Schale berühren muss. Bei einer Krawatte ist dies die Seite, die nach außen zeigt. Mit dem weißen Stoff ebenso verfahren und die Krawatten-Eier darin verhüllen.
  3. Den weißen Essig mit etwas Wasser in einen Topf geben und auf mittlerer Stufe erhitzen. Die verpackten Eier hineingeben und für mindestens 20 Minuten auskochen. Anschließend die gefüllten Säckchen mit einem Löffel aus dem Wasser nehmen, auskühlen lassen und mit einer Schere aus ihrer Stoffhülle befreien. Wer die bunten Eier noch zum Glänzen bringen möchte, kann diese mit etwas Öl bestreichen.

 

Haute Couture Ostern: Eier im Kochtopf dekorieren

Natürlich: Sowohl beim Motiv als auch bei der Farbe wurde auf die Natur zurückgegriffen (Foto: Onat)

Zutaten und Materialien für Zwiebelschalen-Eier:

  • weiße oder braune Eier
  • zwei Esslöffel weißer Essig
  • etwas Wasser
  • Stretch- oder Nylon-Strümpfe
  • braune oder violette Zwiebelschalen
  • Blätter, Blüten oder Spitze
  • ein Topf, ein Löffel und eine Schere
  • gegebenenfalls eine Nadel und Schüssel zum Ausblasen sowie etwas Öl

Zubereitung:

  1. Auch hier muss das Ei nach Bedarf zuerst ausgeblasen und von seinem Inhalt befreit werden. Die Zwiebelschalen-Methode eignet sich aber für gefüllte Eier und Eierschalen gleichermaßen.
  2. Etwas Essig in einen Topf mit Wasser und den Zwiebelschalen geben und alles aufkochen lassen.
  3. Nun die Motive wie Blätter, Blüten oder Spitze an das Ei legen und fixieren: Hierfür die Strümpfe mit einer Schere in kleine Stücke schneiden und das Ei darin einwickeln. Der Nylon-Mantel lässt sich einfach verschließen, indem man beide Enden des Stoffes am Ei zusammendreht und miteinander verknotet.
  4. Die verpackten Eier in das kochende Wasser geben und für 15 Minuten kochen. Anschließend die Eier mit kaltem Wasser abschrecken, mit einem Löffel aus dem Wasser nehmen und auspacken. Auch hier sorgt etwas Öl für Glanz auf den bunten Ostereiern.

Tipps:

  • Mit dieser Methode lassen sich Motive ebenfalls durch Lebensmittelfarbe an das Ei anbringen. Wer weiterhin auf natürlichem Wege die Ostereier färben möchte, kann auch hier mit den Farben variieren: Spinat sorgt für ein sattes Grün, Rote-Bete-Saft für einen kräftigen Rot-Ton und Kurkuma wiederum für gelbe Eier.
  • Falls keine Vorlage vorhanden ist, einfach die Eier ohne Essig kochen und mit einem in Essig getauchten Pinsel direkt bemalen.

Vorschau: Nächste Woche gibt es ein leckeres Rezept für Käsekuchen à la Mama.

Schaurig-leckere Halloween-Rezepte

Das Kostüm steht, das Essen fehlt? Kein Problem: Mit den „Last Minute“-Rezeptideen der Tipps&Tricks-Redaktion lässt sich garantiert jedes Halloween-Fest retten. So bleiben einem – zumindest bei den Speisen – böse Überraschungen am „All Hallows‘ Eve“ erspart.

Knusprig: Gebäck-Gräber mit Geistern (Foto: Onat)

Knusprig: Gebäck-Gräber mit Geistern (Foto: Onat)

Knusper-Gräber mit schaumigen Spukgeistern
Aus schokolierten Puffreis-Häppchen und etwas Zwieback lassen sich blitzschnell Gräber mit den dazugehörigen Schaumkuss-Geistern herzaubern. Hierfür einfach etwas Kuvertüre schmelzen, den unteren Rand des Zwiebacks damit bestreichen und die Puffreis-Gräber ankleben. Wer mag, kann mit der Kuvertüre zudem Grabinschriften auf dem Zwieback anbringen.

Für die Spuk-Geister wiederum weiße Schaumküsse nehmen und mit der restlichen Kuvertüre Augen aufmalen.

Schokoladig: Eulen-Muffins (Foto: Onat)

Schokoladig: Eulen-Muffins (Foto: Onat)

Muffin-Uhus
Neben Fledermäusen verzaubern auch Eulen als Nachtvögel jedes Halloween-Fest. Wer bei der Süßigkeiten-Suche Oreo-Kekse, Mini-Smarties und Schokoladen-Muffins ergattern konnte, kann diese als Uhus zum Fliegen bringen: Zwei Oreo-Kekse halbieren und die cremigen Hälften nach oben als Augen auf den Muffin legen. Die übrigen Keks-Deckel erneut halbieren und als Ohren nutzen. Für mehr Halt sorgt erneut geschmolzene Kuvertüre, der als Kleber an die Kekse angebracht wird. Die Smarties wiederum können – ganz ohne Klebemittel – als Pupillen und Schnabel eingedrückt werden.

Cremig: Gehirntorte (Foto: Borrmann)

Cremig: Gehirntorte (Foto: Borrmann)

Cremige Gehirne
Zombies dürfen – entweder als Kostüm oder als Dekoration – auf keiner Party fehlen. Eine cremig-süße Gehirntorte zaubert dabei nicht nur Untoten ein Lächeln auf die Lippen. Dafür werden ein Liter Vanillepudding, ein Glas Himbeer-Marmelade, 375 Gramm Butter, 150 Gramm Zucker und ein heller, dreiteiliger Biskuit-Tortenboden benötigt: Den Zucker mit dem Vanillezucker in eine große Schüssel geben und zu einer cremigen Masse schlagen. Anschließend den Pudding unter ständigem Rühren hinzugeben. Einen Drittel der Füllung auf dem untersten Tortenboden verteilen und einen weiteren Boden darauflegen. Diesen mit der Himbeer-Marmelade bestreichen. Nun den letzten Tortenboden darüber legen und die Buttercreme in der Mitte zu einem kleinen Hügel verteilen. Den Rand ebenfalls mit der Creme bestreichen und den Rest in einen Spritzbeutel füllen. Nun müssen damit nur noch die Hirnwindungen aufgespritzt werden. Mit pürierten Himbeeren, etwas Zucker und Zitronensaft lassen sich zudem schnell noch Blutflecken herstellen.

Hart gekocht: Spinnen-Eier (Foto: Onat)

Hart gekocht: Spinnen-Eier (Foto: Onat)

Versponnene Eier
Spinnen gehören zu den Klassikern und sind – neben Kürbissen – an Halloween nicht wegzudenken. Mit Eiern und Oliven machen sie dabei jedes Essen unsicher: Für die Spinnen-Eier lediglich Eier kochen und halbieren. Eine Hälfte wird als Spinnenkörper auf das Eidotter gedrückt. Das übrige Olivenstück achteln und als Beine rundherum um den Körper legen. Bei Bedarf können zudem kleine Köpfe ausgeschnitten werden. Die Oliven-Spinnen verzieren dabei nicht nur Eier, sondern auch jede Pizza.

Bei den Spinnennetzen wiederum handelt es sich um Tee-Eier, die sich vor allem in China großer Beliebtheit erfreuen. Aufgrund der Muster eignen sie sich aber hervorragend als Halloween-Imbiss. Benötigt werden lediglich schwarzer Tee, Sojasoße und viel Geduld. Zunächst werden die Eier gekocht und mit kaltem Wasser abgeschreckt. Anschließend muss man diese vorsichtig zerbrechen, ohne dabei die Schale abzupellen. Am einfachsten lässt sich das meistern, indem man die Eier auf eine ebene Fläche legt und mit dem Handballen fest hin- und her rollt. Nun in einem Topf einen starken, schwarzen Tee kochen und mit Sojasoße würzen. Die Eier darin mindestens zwei Stunden ziehen lassen und pellen. Je länger sie in der Mischung baden, desto intensiver wird ihre Farbgebung.

Knackig: Mumienwürstchen (Foto: Onat)

Knackig: Mumienwürstchen (Foto: Onat)

Mumifizierte Wiener und heiße Würmer
Je einfacher die Party-Gerichte sind, desto weniger Aufwand muss man als Gastgeber betreiben. Mumifizierte Würstchen, die bei archäologischen Untersuchungen von Wien in Ägypten gelandet sind, zeigen dabei, dass dem Auge auch bei schnellen Gerichten etwas geboten wird: Hierfür etwas Pizzateig in dünne Streifen schneiden und als Bandagen sowie Kopfverband um die Würstchen wickeln. Bei 180 Grad Celsius müssen die Mumien für circa 10 Minuten in den Ofen-Sarkophag. Nach Belieben können den Untoten anschließend mit Sesamsamen, Pinienkernen oder Olivenstückchen lustige Gesichter aufgetragen werden.

Mit den Würstchen lassen sich aber auch Hotdogs dem Anlass entsprechend zubereiten. Dafür müssen die Wiener – bevor sie im Kochtopf landen – lediglich in Streifen geschnitten werden. Dadurch ziehen diese sich zu Kringeln zusammen, die Würmern ähnlich sind. So werden zu Halloween aus „Hot Dogs“ eben „Warm Worms“.

Kross: Gespenster-Kekse (Foto: Onat)

Kross: Gespenster-Kekse (Foto: Onat)

Gespenstische Kekse
Mit Geister-Keksen kann man sich bereits im Herbst auf die Weihnachtszeit einstimmen. Auch Cake Pops – als Kürbisse oder Augäpfel dekoriert – versüßen die Feierlichkeiten. Zudem werden schokolierte Bananen und Birnen, denen mit Kuvertüre Gesichter aufgemalt werden, schnell zu fruchtigen Poltergeistern. Mit etwas Fantasie lässt sich jedes Essen zur Gruselspeise machen. Der Kreativität sind also keine Grenzen gesetzt.

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Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit von Gülcin Onat und Alexander Borrmann.
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Vorschau: Nach der Süßigkeiten-Jagd an Halloween erwarten euch nächste Woche wieder gesunde Snacks.

Bio – alles besser (für die Tiere)? Teil 1: Das Hühnerei

Glückliche Tiere, das Gewissen beruhigen und trotzdem leckeres Essen genießen – der Bio-Boom existiert bereits seit einigen Jahren. Immer wieder werden Statistiken und Untersuchungen veröffentlicht, die besagen, dass Bio entweder besser für die Gesundheit oder eben überhaupt kein Qualitätsmerkmal ist. Macht es Sinn, biologisch-zertifiziert zu essen? Wem tun Bio-Produkte wirklich gut? Leben die Tiere, deren Bio-Fleisch wir kaufen, wirklich besser? Diese Serie möchte der Problematik auf den Grund gehen.

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Das „verbesserte“ Bio-Ei? (Foto: w.r.Wagner, Pixelio.de)

Muss nur noch kurz die Welt retten!“, singt Tim Bendzko.

Aber verändert derjenige, welcher biologische Lebensmittel kauft, wirklich die Welt zum Guten? Das ist ein Grund unter vielen, wenn es um die Frage geht, warum jemand die Bio-Eier anstatt der Bodenhaltungs-Eier auf das Kassenband im Supermarkt legt. Die Hühner leben ja besser, nicht in Käfigen und sowieso sei es unverantwortlich, Käfigeier zu kaufen. Da stimmen die meisten Verbraucher überein. Was sie jedoch meist nicht wissen, ist, dass Bio nicht gleich Freilauf, Sonne und Luft bedeutet. Bio bedeutet lediglich, dass in dem Futter, welches das Huhn bekommen hat, keine Gentechnik enthalten war. Trotzdem kann das Huhn in einer Halle gelebt haben ohne jemals in den Genuss von Freilandhaltung gekommen zu sein. So ist es für einen EU-Landwirt eben auch möglich, konventionell erzeugtes Fleisch und biologisch erzeugtes Fleisch auf einem Hof „herzustellen“. Diese und viele Hintertüren sind für den Landwirt, welchem es primär um Profit, weniger um das Wohl der Tiere geht, offen. Wem die Gesundheit und das Natürliche für den Körper per se am Herzen liegen, der ist bei Bio-Eiern richtig. Wem das Wohl der Tiere am Herzen liegt, der weicht auf Freilandeier aus – oder fährt direkt zum Biobauern.
Auch im Supermarkt kann einfach darauf geachtet werden, welcher Code auf dem Ei steht:

Mithilfe der Buchstaben-Zahlen-Kombination, die auf jedes Ei gedruckt wird, können Haltungsform, Herkunftsland und Legebetriebsnummer herausgefunden werden. Die erste Ziffer steht dabei für die Haltungsform: 0 entspricht biologischer Freilandhaltung, 1 Freilandhaltung und 2 Bodenhaltung. Daraufhin folgt eine Buchstabenkombination, welche das Herkunftsland angibt: DE steht für Deutschland, AT für Österreich usw. Die billigsten Eier werden heutzutage in den Niederlanden hergestellt, wo ebenfalls die Haltungsformen oftmals am katastrophalsten sind.

Über die Internetseite  was-steht-auf-dem-ei.de kann man durch Eingabe der Buchstaben-Zahlen-Kombination neben dem Namen und der Adresse auch aktuelle Bilder von Legebetrieb, Stall und Hühnern erhalten. Erfasst werden hier alle durch den Verein für kontrollierte alternative Tierhaltungsformen e.V. (KAT) kontrollierten Eier aus europäischen Ländern. Mit der dazugehörigen App können Smartphone-Besitzer die Eier schon beim Einkauf im Supermarkt überprüfen!

So kann bewusst darauf geachtet werden, ausschließlich Eier aus artgerechter Haltung, nämlich der Freilandhaltung, zu kaufen. Bodenhaltung mag auch als artgerecht angepriesen werden, doch können hierbei neun Hühner pro m² gehalten werden, und dies auf mehreren Ebenen. Ein Leben zwischen Kadavern ist für viele dieser Hühner Alltag.

Auch wenn sie aus den Regalen der Supermärkte verschwunden scheinen, existieren die Eier aus Käfighaltung weiter. In Backmischungen beispielsweise wird diese Art Ei zu fast 100% verwendet, da sie die preiswerteste Variante darstellt.

Dieser ist nur einer von vielen Bio-Hintergründen, die es zu entdecken und zu durchschauen gilt. Ein großer Schritt dahin wurde mit der Kennzeichnungspflicht von Eiern getan. Eine Petition an den Bundestag, initiiert durch die „Arbeitsgemeinschaft Landwirtschaft“ der Grünen Hannover, diese Kennzeichnung ebenfalls für Fleisch vorzunehmen, läuft momentan. Die Erfolgsaussichten sind jedoch gering. Zu groß ist das wirtschaftliche Interesse am Erfolg der millionenfach subventionierten Schlacht- und Mastbetriebe in Deutschland.

Der Begriff „Bio“ ist ein durch EU-Recht europaweit geschützter Begriff. Gleiches gilt für die Bezeichnungen „aus kontrolliert biologischem Anbau“ und „Öko“. Produkte, die als Bio beschrieben werden, müssen ebenfalls den Kriterien des Bio-Siegels entsprechen, das Siegel-Logo selber aber nicht zwingend tragen. Dazu muss ebenfalls erwähnt werden, dass das heutige Bio-Siegel der EU nicht das gleiche bio verkörpert, welches vor 20 Jahren ausschließlich diejenigen kauften, die aus Überzeugung etwas an der Welt ändern wollten. Das heutige Bio-Siegel ist extrem aufgeweicht, die Maßstäbe nicht hoch und die Qualität oft nicht besser, als es bei konventionellem Obst und Gemüse der Fall ist. Der zweite Teil dieser Serie wird sich mit genau diesem Thema befassen: biologisches Obst und Gemüse!

Süße Osterüberraschung: Schoko- und Pudding-Eier

„Ei, ei, ei, was seh‘ ich da“: Ausgeblasene und verzierte Eier, die als Dekoration dienen oder von Kindern gesucht werden müssen – das Osterfest hat seine festen Sitten und Bräuche, die alle Jahre wieder die Herzen von Jung und Alt erfreuen. Schließlich ist es bereits seit dem 16. Jahrhundert der scheinbar unsterbliche Osterhase, der heimlich die kleinen Präsente im Grünen versteckt. Doch in diese lange Tradition lässt sich frischer Wind bringen: Die Tipps&Tricks-Redaktion verrät, wie aus normalen Eiern richtige Wundertüten werden. So wird das Osterfest dieses Jahr garantiert das Gelbe vom Ei.

Überraschend: Mit Schokolade und Götterspeise gefüllte Eier (Foto: Onat)

Überraschend: Mit Schokolade und Götterspeise gefüllte Eier (Foto: Onat)

Zutaten und Materialien:

  • Eier
  • Essig oder Essigessenz
  • etwas Wasser
  • Götterspeisepulver – pro Ei circa 200ml Götterspeise
  • gegebenenfalls etwas Zucker für die Götterspeise
  • Schokolade – pro Ei circa 200g Schokolade
  • eine Nadel, eine Schüssel, ein Schneebesen
  • eine Eierverpackung, Töpfe, Spritztüten oder Gefrierbeutel

Zubereitung:
1. Zunächst wird dem traditionellen Osterfest gefrönt und das Ei ausgeblasen. Dafür wird oben und unten in das Ei ein Loch mit einer Nadel hineingestochen. Auf der unteren Ei-Seite mit der größeren Fläche wird das Loch nun vergrößert. So lässt sich der Inhalt nicht nur leichter ausleeren, sondern die Füllung auch leichter in das Ei hineinbringen. Danach hält man das Ei über einer Schüssel und pustet kräftig in das kleinere Loch, bis Eiweiß und Eidotter vollständig herausgelaufen sind.

2. Etwas Essig oder Essigessenz mit Wasser in einen Topf geben und aufkochen. Nun die leeren Eier hineingeben und auskochen. So sind diese nicht nur sauber, sondern für den weiteren Gebrauch auch keimfrei und steril. Je nach Essigsorte kann es dabei zu Verfärbungen der Schale kommen. Dies lässt sich aber mit einem Schwamm und etwas Spülmittel wieder entfernen. Um den Essiggeschmack zu loszuwerden, die Eier vorsichtig mit Wasser aufgießen, erneut auspusten und trocknen lassen. Wem die Ottonormal-Eier zu unspektakulär sind, kann diese natürlich noch nach Herzenslust färben und bemalen

3a. Für die Pudding-Füllung wird die Götterspeise je nach Packungsanweisung zubereitet. Meist muss man hierfür lediglich das Pulver mit drei bis vier gehäuften Esslöffeln Zucker vermengen und mit 500ml kochendem Wasser übergießen. Anschließend das Gemisch kräftig mit einem Schneebesen umrühren, bis sich Pulver und Zucker vollständig aufgelöst haben.

3b. Wer anstelle von Gelee-Eiern lieber Schoko-Eier kreieren möchte, muss nur etwas Schokolade im Wasserbad schmelzen. Dazu bringt man etwas Wasser in einem Topf zum Kochen und platziert einen kleineren Topf darüber. Die Schokolade wird in den Topf über dem Wasser gegeben und solange gerührt, bis sie vollständig geschmolzen ist.

4. Ob man sich nun für die fruchtige oder für die schokoladige Variante entscheidet – das weitere Vorgehen bleibt für beide Spielarten gleich: Die Eier in die Eierverpackung stecken, damit diese nicht wegrollen. Anschließend die Füllung in eine Spritztüte oder einen Gefrierbeutel mit angeschnittener Ecke geben und das leere Ei damit aufgießen. Die gefüllten Eier im Kühlschrank kalt stellen, bis die Masse darin fest geworden ist.

Tipps:

  • Auch von innen kann man das Ei dekorieren, indem man abwechselnd weiße und dunkle Schokolade oder verschiedenfarbige Götterspeise darin hineingibt.
  • Weiterhin lassen sich die Überraschungseier nicht nur optisch, sondern auch geschmacklich verfeinern: Einfach Kokosraspeln, Nusssplitter oder etwas Minze der geschmolzenen Schokolade unterrühren.
  • Ob nun mit einer Eis-Füllung im Kühlfach gefroren oder mit Kuchenteig gefüllt im Ofen ausgebacken – bei den Wundereiern sind eurer Kreativität keine Grenzen gesetzt.

Vorschau: Nächste Woche wartet eine leckere Erfrischung auf euch – Smoothies zum Selbermachen.

Vegetarisch essen, Teil 2: Tipps rund um den fleischfreien Genuss

Fade Sojawürstchen und verkochtes Gemüse müssen nicht unbedingt das Schicksal eines jeden Vegetariers sein. Ist der Entschluss einmal gefasst, sich aus moralischen, gesundheitlichen oder  sonstigen Gründen vegetarisch zu ernähren, stellt sich meist nur eine Frage: Wie kann ich gesund und vor allem gut essen? Daher gibt es heute Tipps zum fleischlosen Genuss. Ausgegangen wird hierbei vom Ovo-Lacto-Vegetarier – Eier, Milch und Milchprodukte sind also erlaubt.

Vegetarisch essen, Teil 2: Tipps rund um den fleischfreien Genuss

Vegetarische Produkte, die etwas taugen: Salami von "Heirler" und Tofu-Rostbräterle von "Taifun" (Foto: T. Gartner)

 Penetrant feuriger Geruch, ansprechende, rote Farbe, die von kleinen, weißen Flecken durchzogen wird – so kennt und liebt der Omnivor (zu Deutsch: Allesfresser) seine Salami. Obwohl diese Tatsache immer wieder kritisch beäugt wird: Auch für Vegetarier gibt es Wurst und in diesem Fall eben Salami. Frisch, saftig und ein bisschen scharf – so könnte man den Geschmack der etwa 3,50 Euro teuren Salami der Marke „Heirler“ – unter anderem erhältlich im Reformhaus Hug OHG, Wormserstraße 51 in Speyer – beschreiben.

 Aber was ist da eigentlich drin, in so einer „Pseudowurst“? Wasser, Rapsöl, Weizenstärke, Zwiebelpulver, Meersalz, Tomatenpulver, grüner Pfeffer gemahlen, Muskatnuss um nur einige der auf der Zutatenliste angegebenen Inhaltsstoffe zu nennen. Zudem stammt der Großteil davon aus kontrollierter ökologischer Erzeugung, wie auf der Packungsrückseite zu lesen ist.

 Natürlich dürfen an dieser Stelle auch die Tofu-Würstchen nicht fehlen. Die Rostbräterle der Marke „Taifun“ können wie gewöhnliche Würste in der Pfanne angebraten oder gegrillt werden, werden ähnlich knackig wie ihre fleischigen Verwandten, sind aber im Geschmack etwas milder. Mit pikanten Saucen kann dem aber schnell Abhilfe geschaffen werden. Die Tofu-Rostbräterle sind für etwa zwei Euro unter anderem im Biomarkt „Füllhorn“, Wormserstraße 49 in Speyer zu erstehen.

 Jetzt habe ich was zum auf´s Brot legen, aber was esse ich, wenn ich mal wirklich hungrig bin, lautet die nächste Frage. Da das Gericht nicht nur fleischlos, sondern auch schnell und einfach zubereitbar sein soll, hier zwei kleine Rezepttipps:

Rezept 1: Pellkartoffeln mit Frühlingscreme
Zutaten:
–       Kartoffeln
–       Quark
–       Creme fraiche
–       Eine halbe Salatgurke
–       Salz, Pfeffer, Schnittlauch, Petersilie (wir erinnern uns: Peterlilie enthält viel wertvolles Eisen)
–       Eine große Zwiebel
–       Nach Belieben: Paprika, Knoblauch

Zubereitung:
–       Die Kartoffeln etwa eine dreiviertel Stunde im Dampftopf garen, dann abkühlen lassen und schälen
–       Währenddessen Zwiebeln (und Knoblauch) in kleine Würfel schneiden, die Gurke waschen und in dünne Scheibchen reiben, Schnittlauch waschen und in etwa einen Zentimeter lange Stückchen schneiden, Petersilie kleinscheiden, (gegebenenfalls Paprika waschen und würfeln)
–       Kleingeschnittenes Gemüse und Kräuter in eine Schüssel geben, mit Creme fraiche und Quark vermengen, mit Salz und Pfeffer abschmecken und fertig ist die Frühlingscreme
–       Die gepellten Kartoffeln können nun neben einem Klacks Frühlingscreme serviert werden, als Deko empfiehlt es sich etwas Schnittlauch aufzubewahren und diesen vor dem Servieren über den Teller zu verstreuen

Rezept 2: Kässpätzle
Zutaten:
–        Ein bis zwei Packungen Kässpätzle aus dem Kühlregal (zwei Packungen reichen für etwa vier Personen)
–       Schnittlauch, Petersilie
–       Geriebener Käse

Zubereitung:
–       Die Kässpätzle nach Packungsbeilage zubereiten (meist muss man sie etwa fünf bis zehn Minuten in kochendes Wasser geben)
–       Währenddessen Schnittlauch und Petersilie kleinschneiden
–       Fertige Kässpätzle in eine mit Olivenöl ausgestrichene Auflaufform geben, Kräuter darüber geben und mit den Nudeln vermischen
–       Geriebenen Käse drüberstreuen und für etwa 20 Minuten bei 200 Grad Umluft in den Backofen – das Gericht ist fertig sobald der Käse beginnt braun zu werden

Das verheißungsvolle Knistern und Knacken des Feuers, der Duft von Steak und Würstchen, der fettig-glänzende Saft, der aus den Poren des Fleisches tritt und einem schon beim Anblick das Wasser im Mund zusammenlaufen lässt – spätestens bei der nächsten Grillparty lauert die Versuchung.

 Aber was legt ein Vegetarier auf den Grill? Neben Gemüsespießen und Schafskäse – letzteren gemeinsam mit ein paar Tomatenscheiben, Knoblauch, Zwiebelringen und Oliven in Alufolie einpacken und das würzen mit Salz und Pfeffer nicht vergessen – kann man es auch etwas exotischer angehen: Mit Peperonispießen. Einfach frische, eingelegte Peperoni kaufen, auf Schaschlik- oder metallene Spieße stecken. Nun noch etwas Knoblauchsauce zum Dippen, knuspriges Fladenbrot dazu und fertig ist der griechische Grillgenuss.

 Wer zum Sattwerden etwas mehr braucht, kann sich an Grillkäse versuchen. Den gibt´s fertig eingelegt mit Gewürzen oder ganz natura unter anderem bei „Lidl“ für knapp zwei Euro. Ist der Käse zu dick, einfach einmal quer durchschneiden, sodass die Scheiben etwas weniger als einen Zentimeter dick sind. Wer´s knackig mag, kann den Käse direkt auf den Rost legen. Eine andere Variante wäre ihn wie den Schafskäse zusammen mit beliebigen Zutaten in Alufolie einzupacken.

 Und schon kann die Grillparty steigen!

Vorschau: Nächste Woche zeige ich euch in Form eines Videos wie man französische Zöpfe flechtet.

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Teil 1 zum Thema vegetarisch Essen findet ihr hier. Dort könnt ihr alle wichtigen Fakten über die vegetarische Ernährungsweise und ihre Variationen nachlesen.

Vegetarisch essen, Teil 1: Fakten, Fakten, Fakten

Kaum mehr Federn am Körper, ausgebleichter Kamm und Schnabel, verzweifelte Klagelaute – wenn man sich Bilder der Massentierhaltung von zum Beispiel Hühnern ansieht, jagt es einem eiskalte Schauer den Rücken hinunter.

Vegetarisch essen, Teil 1: Fakten, Fakten, Fakten

Frisch und gesund: Obst (Foto: Beutler)

 Die eigene Moralvorstellung, aber auch Ekel oder schlicht gesundheitliche Gründe – man denke nur an den als BSE bezeichneten Rinderwahn – können Auslöser für eine Ernährungsumstellung hin zum Vegetarismus bedeuten. Dass sich der Verzicht auf Fleisch positiv auf den menschlichen Organismus auswirken kann, zeigen zahlreiche Studien, die bei Vegetariern unter anderem günstiger Blutdruckwerte, sowie eine höhere Lebenserwartung nachweisen konnten. Ein Beispiel: Die „London School of Hyhiene and Tropical Medicine“ beobachtete 11.000 Vegetarierinnen über einen Zeitraum von zwölf Jahren hinweg und verglich diese Ergebnisse mit einer Kontrollgruppe, die bis auf den Fleischkonsum eine ähnliche Lebensweise aufwies. Das Ergebnis: Die Sterberate der Vegetarierinnen lag um 20 Prozent unter, die Krebstodrate sogar um 40 Prozent unter der der fleischessenden Kontrollgruppe. Na, wenn das kein Argument für eine dauerhafte Ernährungsumstellung ist.

 Aber was ist mit Mangelerscheinungen? – höre ich da jemanden fragen. Klar ist, dass Fleisch wichtige Nährstoffe enthält, so zum Beispiel Eisen und Eiweiß. Verzichtet der Vegetarier jedoch nicht auf Milchprodukte und Eier ist zumindest die Zufuhr von Kalzium und Eiweiß gesichert. An dieser Stelle ein kleiner Exkurs, bevor wir zum Thema Eisen kommen, denn Vegetarismus ist nicht gleich Vegetarismus: Da hätten wir die Ovo-lacto-Vegetarier, die Milchprodukte und Eier zu sich nehmen, die Lacto-Vegetarier, die auf Eier verzichten – schließlich würde auch dort irgendwann Leben entstehen – dafür aber Milchprodukte akzeptieren, die Pescetarier, die zwar kein Fleisch von Warmblütern, wohl aber das von Fischen essen und schlussendlich die Veganer, die auf sämtliche tierische Produkte verzichten. Letztere Form der Ernährung wird aus wissenschaftlicher Sicht kritisch beäugt, da ein Ausgleich der fehlenden Nährstoffe so gut wie unmöglich ist.

Vegetarisch essen, Teil 1: Fakten, Fakten, Fakten

Nicht nur schön anzusehen: Tomaten sind sehr gesund (Foto: Beutler)

 Nun zurück zum Eisen: Ein Mangel an diesem Spurenelement kann zu Schwindelgefühl und Konzentrationsstörungen führen. Eine ausreichende Versorgung mit Vitamin C, beispielsweise durch frisches Obst oder Saft, kann die Aufnahme des sonst nur schwer für den Körper aufnehmbaren, pflanzlichen Eisen gewährleisten. Von der Einnahme von Eisenpräparate ist eher abzuraten, da diese leicht überdosiert werden können. Eine erhöhte Einnahme kann für Kleinkinder sogar tödlich enden. Besonders viel natürliches Eisen steckt zum Beispiel in Kräutern wie Petersilie, Brennnessel und Thymian, aber auch in Kürbiskernen, Erbsen und Spinat. Verzichtet werden sollte indessen auf Kaffee, Kakao, Knoblauch oder schwarzen Tee, da diese Produkte die Eisenaufnahme hemmen. Es ist auf jeden Fall ratsam bei körperlichen Beschwerden nach der Ernährungsumstellung einen Arzt aufzusuchen. Dieser kann einen Bluttest durchführen, mögliche Mängel feststellen und mit hoher Wahrscheinlichkeit auch Tipps für die weitere Ernährung geben. Ist der Mangel zu gravierend und kann nicht anderweitig ausgeglichen werden, sollte auf jeden Fall eine zumindest geringfügige Aufnahme von Fleisch wieder eingeführt werden, schließlich geht die Gesundheit eindeutig vor.

 Wer sich beim besten Willen nicht vorstellen kann auf Milch, Eier, Fleisch und Fisch zu verzichten, der sollte in Verantwortung für sich selbst und als Vorbild für andere möglichst auf Bio- beziehungsweise Freilandprodukte zurückgreifen.

 Übrigens: Laut einer im Jahr 2007 durchgeführten Studie der Friedrich-Schiller-Universität Jena unter 2517 Teilnehmern ergab sich, dass der typische Vegetarier weiblich, jung sowie überdurchschnittlich gebildet ist und in einer Großstadt lebt – nur als kleiner Denkanstoß.

Spinner oder Helden des Alltags – was denkt ihr über Vegetarier?

Vorschau: Nächste Woche gibt es dann ein paar Rezepte- sowie Produkttipps, die sicherlich nicht nur dem eingefleischten Vegetarier schmecken werden. Außerdem erfahrt ihr was ein Vegetarier zur Grillparty mitbringen kann. Zu Teil 2 gelangt ihr hier.

Ein Hase, der bunte Eier legt, und andere Abstrusitäten rund um Ostern

Ein Hase, der bunte Eier legt, und andere Abstrusitäten rund um Ostern

Gemütlich im Frühling? Pustekuchen, jetzt kommt der Osterhase. (Foto: Obermann)

Wir haben es mal wieder geschafft uns vom winterlichen Feiertag zu Ostern zu hangeln. Die ersten warmen Tage lassen schon auf Sommer hoffen, und – ach – da ist die Kälte wieder. Ist es nicht schön, wenigstens zu wissen, dass auf machen Dinge nie verlass ist? Wie Wetter, die Angestellten beim Drive-in, Leute, die für dich einkaufen gehen, Kinder, Mütter, Männer, … Erst läuft es richtig super, alles sieht gut aus, und dann setzt die Tochter doch das Auto an die Wand. Ja, ja.

Aber ernsthaft. Ostern? Ich will niemandem auf den Schlips treten, ich bin Christin, kann sogar behaupten, tatsächlich an Gott zu glauben (uhuhu Outing), doch den Oster-Rummel werd ich nie verstehen. Schon klar, wir feiern, dass Jesus auferstanden ist, nicht dass er stundenlang qualvoll am Kreuz hing, bis ihm ein Soldat auch noch die Lanze ins Herz gerammt hat. Das war bestimmt kein Vergnügen da auf dem Golgotha.

 Selbst wenn ich Osterkalender (klar, Schokolade in der Fastenzeit, das bringt’s), sonstige Naschereien, die mich mal wieder seit Fastnacht nerven, allzu quitschig-bunte Osterhasen, -hennen, -eier übersehe, dann versteh ich’s immer noch nicht. Und nur, damit keine Missverständnisse aufkommen: ich verstehe schon, warum wir Ostern feiern, und dass wir es feiern. Nur das Wie, das geht mir nicht rein. Und ich finde es schon leicht makaber, wenn an Ostersonntag der Hase aufgetischt wird, auch wenn er gut durch und mit Gemüse garniert ist.

 Es ist natürlich wirklich toll, wenn die Familie mehr als einmal im Jahr versammelt ist, ich freu mich meine Cousine mal wieder zu sehen, meinen Bruder, die Tanten, Onkel – herrlich. Irgendwie schade, dass das nicht öfters passiert. Doch dann geht es auch schon wieder los. Eine Sache, die ich wohl nie nachvollziehen werde sind Ostergeschenke.

 Hey, heißt es jetzt bei euch, ist doch schnuppe, warum wir Geschenke bekommen, Hauptsache wir bekommen sie und je mehr, desto besser. Ja, damit mach ich mir bestimmt keine Freunde. Es geht aber mehr um diese oberflächliche, wettstreitmäßige Art, die es bei den Weihnachtsgeschenken schon seit langem gibt. Vor einem viertel Jahr etwa erklärte mir mein Liebster, er fände es ja schön, meine Verwandten zu sehen, nur dass er von jedem was geschenkt bekäme, das störe ihn.

 “Warum?”, fragte ich naiv, denn ich kenne Weihnachten nicht anders. Es geht ihm dabei auch nicht um Geschenke prinzipiell, sondern um das Gefühl der Verpflichtung, das ihn dann überfällt, anderen auch etwas zu schenken, mindestens genauso gut, wenn nicht noch besser.

“Weil ich denen dann auch allen was kaufen muss. Und je toller mein Geschenk ist, umso mehr muss ich mich bei deren anstrengen.”

Ein Hase, der bunte Eier legt, und andere Abstrusitäten rund um Ostern

Meine Eier? Da lachen ja die Hühner. (Foto: Obermann)

 In solchen Momenten fehlen mir die Worte. Ähnlich erging es mir vor Kurzem, als er mir beichtete, er schenke mir jetzt doch zwei Sachen zu Ostern, das habe er jetzt entschieden. Natürlich hatten wir vorab vereinbart, dass wir uns nur EINE Kleinigkeit schenken, schon allein, weil es “nur” Ostern ist und ohnehin eher für unseren Sohn, der eine Woche später auch noch drei wird. Und gerade mein Liebster war es, der diese Tatsache betonte und wieder stöhnte, als er an die Geschenke dachte, die er bekommen würde. “Da brauchen wir für die aber auch was.” Vielleicht will er ja auch ein zweites Geschenk und alles ist nur Taktik.

 Zu Weihnachten lass ich mir das gerade noch gefallen. Einmal im Jahr, gut, da sollen sich die Materialisten der Welt vereinigen und Wett-schenken veranstalten, soviel sie wollen. Doch zu Ostern hört das bei mir auf. Die Auferstehung des Herrn ist mal wirklich wesentlich abstrakter, als seine Geburt. Da ist es vielleicht eher angebracht, mal darüber nachzudenken, was das eigentlich für uns bedeutet und wieso dieser Feiertag eigentlich so wichtig ist. Radikal habe ich meinem Sohn darum die Ostergeschenke gekürzt, er hat ja noch Geburtstag. Wenigstens muss er sich noch nicht wundern, warum auf einmal ein Hase bunte Eier legt. Und was denkt ihr zu diesen Tagen?

Vorschau: Nächsten Mittwoch geht es an dieser Stelle um Männer, ihr Spielzeug und warum Frauen auch ganz gern mal damit spielen.