Schönheitstrend – gefährliches Unterfangen der Geschlechter?

Schönheitstrend – gefährliches Unterfangen der Geschlechter?

Ergebnisse der eDarling-Umfrage: Männer auf der chirurgischen Überholspur (Abbildung: eDarling)

Weder Frauen noch Männer heißen sie gerne willkommen, doch ihr Besuch ist bei den meisten irgendwann absehbar: Falten, Fettpolster, Haarausfall. Mit diesen und anderen unbeliebten Gästen des menschlichen Alterungsprozesses können sich viele nicht anfreunden. Das geht aus einer aktuellen Umfrage der Online-Partnervermittlung eDarling hervor, der zufolge es einen gesellschaftlichen Trend zu Schönheitsoperationen gibt.

Von 713 Singles in Deutschland wären 23 Prozent der männlichen Befragten bereit, sich einer Schönheitsoperation zu unterziehen, wenn Zeit und Geld keine Rolle spielte. Männer befinden sich also auf der chirurgischen Überholspur, denn lange Zeit galten Schönheitsoperationen als reine Frauensache. „Das ist möglicherweise auf eine größere Unabhängigkeit der Frauen zurückzuführen“, vermutet Diplom-Psychologin und eDarling-Expertin Dr. Wiebke Neberich, die gleichzeitig auf die Werbebranche verweist: „Die Schönheits-, Pflege- und Fitnessindustrie unterstützen den Schönheitstrend.“

Aber wie viel Einfluss haben die Medien auf Menschen, die sich Schönheitsoperationen unterziehen wollen, tatsächlich? „Man kann davon ausgehen, dass die Medien ein Schönheitsideal vorgeben, das sich unbewusst stark in den Köpfen verankert und als Maßstab fungiert. `Normal´ ist demnach das Aussehen der Models, die wir tagtäglich in den Medien sehen. Da kann man als `normaler Mensch´ nur schlechter abschneiden“, so Neberich.

Fettabsaugung und Gesichtsstraffung wollen Schönheitswillige der Umfrage zufolge am häufigsten durchführen lassen. Demnach haben 39 Prozent der Männer den Wunsch, sich Fett absaugen zu lassen. Bei den Frauen beträgt der Anteil 37 Prozent – somit hält sich die Waage zwischen den Geschlechtern. 20 Prozent der männlichen Befragten tendieren zu einer Gesichtsstraffung. Bei Frauen ist dieser Eingriff beliebter, die Statistik zählt hier einen Frauenanteil von 28 Prozent.

Doch mit welchen Folgen muss eine Gesellschaft rechnen, die stets einem utopischen Ideal nacheifert? Neberich weist auf den Alterungsprozess einer Gesellschaft hin, der sich äußerlich verlangsamt. Zunächst scheinen hier keine Nachteile im Spiel zu sein, wäre da nicht die Sache mit dem Idealbild, das die Medien vorschreiben.

33 Prozent der Frauen, die nach eigenen Angaben kein Selbstbewusstsein haben, würden sich häufiger als andere unter das Messer legen. Hier liegt ein Zusammenhang zwischen einem nicht ausgeprägtem Selbstwertgefühl und dem Hang zu Schönheitskorrekturen nahe. Die eDarling-Umfrage konnte diese Tatsache bestätigen – vor allem Frauen seien davon betroffen. Ein durchgehend negativer Trend, könnte man vermuten.

Ein internationaler Vergleich – eDarling befragte hierbei 2.827 Personen aus sieben Nationen – zeigt, dass 70 Prozent der spanischen Frauen bereit wäre, sich chirurgisch verschönern zu lassen. Die Spanierinnen stellen damit die Spitze des chirurgischen Eisberges dar.

Aber etwas Gutes kann man dem Schönheitswahn abgewinnen: „Stärker auf die eigene Gesundheit und Fitness zu achten und sich zu pflegen stellen eine positive Entwicklung dar, sagt eDarling-Expertin Neberich. „Auch Schönheitsoperationen können einen positiven Effekt auf das individuelle Wohlbefinden haben“, fügt sie hinzu.

Allerdings hat die Medaille der operativen Eingriffe auch eine Kehrseite: „Viele versuchen mit Schönheitsoperationen bestehende Defizite zu kompensieren“, weiß Neberich und rät: „Die Menschen müssen lernen, mit diesem Trend richtig umzugehen.“

Vorschau: Von der Idee zum Artikel – was zu tun ist bis ein Text fix und fertig auf Face2Face zu lesen ist? Das erfahrt ihr kommenden Dienstag im Panorama.

betterDate.de – das Dating-Portal mit dem Zalando-Prinzip

„Wo Frauen Männer shoppen“, mit diesem Slogan wirbt das Dating-Portal betterDate.de im Internet.
Damit soll offensichtlich gezielt eine ganz bestimmte Zielgruppe angesprochen werden: Frauen, die unter Zwang stehen, unabhängig von ihren tatsächlichen Bedürfnissen, einkaufen zu müssen – sogenannte Shopaholics. Diesmal sind damit jedoch keine Schuhe gemeint, sondern die Ware in Form von Männern. Wir leben zwar in einer emanzipierten und toleranten Gesellschaft, aber Männer im Rahmen einer potentiellen Partnerschaft als Produkte zu bezeichnen, geht deutlich zu weit! Wo ist denn da die Grenze zur Prostitution?

Die Single-Shopaholics können mithilfe der Dating-Plattform gezielt auswählen, wer zu ihnen passen könnte und wer sie kontaktieren darf. Die mittels dieses Prinzips ausgewählten Männer können dann als Produkt in den Warenkorb gelegt werden . Erste dann ist es den Männern möglich mit den Damen in Kontakt zu treten.

Frauen besitzen sie das Privileg die völlige Kontrolle über den gesamten Dating- und Kennenlern-Prozess zu haben. Dagegen hat das starke Geschlecht die wichtige Rolle als Produkt Teil der Plattform zu werden. Dies bedeutet natürlich auch: Je besser das Produkt gepflegt, beschrieben und fotografiert ist, desto mehr Interesse erregt es bei den Single-Frauen .

Wie es auf der Webseite von betterDate heißt, sollen Männer die Vorgehensweise als Chance sehen. Das Motto scheint zu lauten: Wer sich verstellt und sich statt Feinripp-Felix als Luxus-Lukas ausgibt , auf den stürzen sich die Frauen. Der Kampf beim Sommerschlussverkauf ist nichts dagegen! Also putzt euch raus, liebe Männer, und werdet zum Kassenschlager! Frauen wird es einfach gemacht: Im Shop registrieren, Kundenprofil ausfüllen und eigenes Profilbild hochladen,Produkte (= Männer) durchforsten,Lieblingsteile in den Einkaufswagen legen.

Erst dann dürfen die „Produkte“ die „Kundin“ kontaktieren. Für Männer funktioniert es ähnlich: Im Shop registrieren, Profil mit Produktdaten füllen, sogenannte „Produktfotos“ hochladen,auf die Einkaufsliste von Frauen setzen. Mit Anleitungen wie „wenn sie dich dann in ihren Einkaufswagen legen, darfst du sie kontaktieren“ gibt das Portal Verhaltens-Tipps. Auf Spontankäufe der Frauen zielen – wer sich anstrengt, wird sofort genommen und erhält die direkte Kontakterlaubnis zur potentiellen Partnerin.

Durchforstet man das Netz nach Stimmungen und zu „betterDate“, fällt die Resonanz eher gering aus, gerade einmal 460 Facebook-Anhänger verfolgen das Portal. Im Vergleich zu anderen, weitaus seriöser wirkenden Dating-Angeboten, wie beispielsweise Paarship, ist diese Anzahl sehr gering.

„betterDate“ preist ihre fragwürdige Idee als „Revolution in der Datingbranche“ an. Alles ist auf dem Prinzip shoppingsüchtiger Frauen und Klischees über diese aufgebaut. Der sensible Vorgang der Kennenlern-Phase wird einem Einkaufsbummel gleichgesetzt und büßt so seine wichtige Bedeutung zu Beginn einer Beziehung ein.

Vorschau: Am Dienstag, 13. November berichtet die Panorama-Redaktion über PC-Kurse für Senioren.

Date oder Fußball?

Date oder Fußball?

Erstaunlich: Knapp 80% der Männer würden für ein Date auf ein Fußballspiel verzichten (Statistik: eDarling)

Am Freitag, 8. Juni, ist es endlich soweit: Die Fußball-Europameisterschaft beginnt. Lautstarkes Fangegröle und Schwarz, Rot, Gold überall – spätestens ab Samstag, 9. Juni, wenn die deutsche Nationalmannschaft ihr Können gegen Portugal unter Beweis stellt, wird die Bundesrepublik kaum wiederzuerkennen sein. Um sich die Spiele in beliebter Public Viewing-Atmosphäre anzusehen, nimmt sich der ein oder andere sicher frei. Aber wie beeinflusst die EM die Beziehung zwischen Mann und Frau? Lässt er für ein Spiel das Date mit ihr sausen? Und wie geht sie damit um?

Diese Fragen hat die Online-Partnervermittlung „eDarling“ im Mai über eine Woche lang seinen Nutzern gestellt – mit unerwarteten Ergebnissen.

„Die Antworten unserer befragten 305 eDarling-Mitglieder überraschen in der Hinsicht, dass Singles offenbar mehr für Ihren Partner tun würden, als wir das gemeinhin annehmen“, erklärt Diplom-Psychologin und „eDarling“-Sprecherin Dr. Wiebke Neberich.

Date oder Fußball?

Überraschend: 82% der befragten Frauen zeigen Verständis für eine Date-Absage, wenn es um Fußball geht (Statistik: eDarling)

Tatsächlich würde laut Umfrage nur jeder fünfte Mann wegen eines Fußballspiels auf eine Verabredung mit seiner zukünftigen Partnerin verzichten. Bei den eingefleischten Fans wären bis zu 40% bereit, ihrer Mannschaft die Treue zu halten und dafür ein Date sausen zu lassen.

EM-Stress von der Herzdame? – Keinesfalls, wie die Umfrage belegt: 82% der Frauen zeigen angeblich Verständnis, wenn das Date lieber seiner Mannschaft die Daumen drücken will und ein Treffen absagt.

Die Ergebnisse seien als sehr positiv zu beurteilen und würden eine Bereitschaft des gegenseitigen Entgegenkommens zeigen, das in Beziehungen unverzichtbar sei, meint Neberich. Allerdings sei auch zu beachten, dass 60% der Frauen angegeben hätten, die Spiele ebenfalls gucken zu wollen, so die Diplom-Psychologin, daher falle es auch leichter, dem Partner hier entgegenzukommen.

Die Männer sind also womöglich nicht mehr länger die Einzigen, die ein Date wegen eines Fußballspiels absagen würden…

Vorschau: Am Dienstag, 19. Juni, lest ihr im Panorama einen Beschwerdebrief an die Deutsche Bahn, der sich gewaschen hat.