Do they know it´s Christmas? – Zum 30. Jubiläum des Songs

Es weihnachtet wieder sehr. Der Duft von Maronen, die Wärme des ersten Punschs und das Glänzen der Weihnachtskugeln sind wohl jetzt in jeder deutschen Stadt angekommen. Das Fest der Liebe steht vor der Tür und die meisten sind schon am Geschenke kaufen für die Liebsten. Beim Bummeln durch die Stadt wird man hier und da um eine weihnachtliche Spende für Menschen in Not gebeten und auch im Radio werden wieder Charitysongs hoch und runter gespielt, immer mit dem Appell  verbunden das Lied doch zu kaufen, um etwas Gutes zu tun.

Weihnachtlich: Die Gemüter sind langsam weihnachtlich gestimmt (Foto: V.Wahlig)

Weihnachtlich: Die Gemüter sind langsam weihnachtlich gestimmt (Foto: V.Wahlig)

Die Face2Face-Musikredaktion hat sich den diesjährigen Charitysong von Band Aid mal genauer angeschaut und wirft für euch auch einen Blick zurück auf vergangene Versionen.

Vor 30 Jahren entstand die Idee durch den Verkauf von Platten etwas Gutes für die dritte Welt zu tun. Die Ideengeber waren die Sänger Bob Geldof und Midge Ure. Zusammen mit zahlreichen internationalen Stars nahmen sie den Weihnachtssong „Do They Know It’s Christmas?“ auf. Damals galten die Gewinne der Bekämpfung der Hungersnot in Äthiopien. Aber auch im Jahr 2014 kämpft die Welt gegen Katastrophen. Wieder wendet sich unser Blick in Richtung Afrika. Diesmal heißt die Notlage Ebola.

Die allererste Version des Weihnachtsklassikers wurde am 28. November. 1984 in Großbritannien veröffentlicht. In 13 Ländern erreichte der Song Platz 1, auch in der Bundesrepublik Deutschland. Durch den Erfolg des Projekts wurde auch bei anderen Krisen der Welt wieder auf die musikalische Spendenidee zurückgegriffen. Fünf Jahre später, also 1989, wurde mit dem Projekt Band Aid II „Do they know it´s Christmas?” nach einer erneuten Dürre in Äthiopien nochmals aufgenommen. In Großbritannien erreichte diese zweite Version des Songs wieder Platz 1 der Charts, in den anderen Ländern blieb der Erfolg leider aus.

Anders war dies 2004 mit der dritten Version des Songs. Auf Anregung des Musik-Journalisten Dominic Mohan wurde 20 Jahre nach der Erstveröffentlichung des Songs eine neue Fassung aufgenommen. Auch diesmal richtete sich der Blick in Richtung Afrika. Im Jahre 2004 herrschte in Dafur im Sudan eine Hungersnot. Im Heimatland des Projekts stieg das Lied wieder für elf Wochen auf Platz 1 der Charts. In den anderen Ländern konnte der Song zwar nicht an die Erfolge der ersten Fassung anknüpften, stieg jedoch beispielsweise in Deutschland in die Top 10 der Charts ein.

30 Jahre nach der Entstehung des Charitysongs für Menschen in der dritten Welt, tragen die Medien wieder schlechte Nachrichten aus Afrika an uns heran. Die Krise heißt Ebola und diesmal scheint die Reichweite eine ganz andere zu sein wie die der Hungersnöte. Im Jahr 2014 wird eine Krise aus Afrika auch in Deutschland greifbar, denn Ebola-Patienten werden auch in Deutschland behandelt. Die Bilder, die währenddessen über den Fernsehbildschirm flattern, versetzen alle in Hilflosigkeit. Kann man überhaupt etwas tun? Bob Geldof glaubt auch dieses Mal an die „Power of Music“ und trommelt diesmal nicht nur in Großbritannien Künstler für eine neue Version zusammen, sondern beauftragt auch den Toten Hosen Frontmann Campino damit, für Deutschland eine Version schreiben und produzieren zu lassen. Für die deutsche Version haben Campino, Marteria, Thees Uhlmann und der Textdichter Sebastian Wehlings einen neuen Text geschrieben. Zu den Künstlern gehören bekannte Größen aus der deutschen Musikbranche. Musiker wie 2raumwohnung, Adel Tawil, Andreas Bourani, Anna Loos, CRO, Clueso, Die Toten Hosen, Donots, Gentleman, Ina Müller, Jan Delay, Jan Josef Liefers, Jennifer Rostock, Joy Denalane, Max Herre, Max Raabe, Michi Beck (Die Fantastische Vier), Milky Chance, Patrice, Peter Maffay, Philipp Poisel, Sammy Amara (Broilers), SEEED, Silbermond, Sportfreunde Stiller, Udo Lindenberg, Wolfgang Niedecken haben sich unentgeltlich dazu bereit erklärt an dem Projekt mitzuwirken. Veröffentlicht wurde der Song am 21. November 2014. Am selben Tag wurde das Video in einer gekürzten Fassung vor der Tagesschau um 20 Uhr im Ersten ausgestrahlt. Die Gewinne, die mit dem Verkauf des Songs erzielt werden, kommen der Bekämpfung der Ebola-Katastrophe zu Gute. Momentan ist die deutsche Version Platz 1 der Downloadcharts, dicht gefolgt von der diesjährigen englischen Version. Es scheint also, als ob das Projekt auch in diesem Jahr erfolgreich werden wird.

Gestenreich: Vielleicht legt ja der Weihnachtsmann eine CD unter den Baum. (Foto: V.Wahlig)

Gestenreich: Vielleicht legt ja der Weihnachtsmann eine CD unter den Baum. (Foto: V.Wahlig)

Aber auch Kritik wird bei dieser Form von Charity laut. Besonders dieses Jahr wurde über das Lied und vor allem über den Videoclip der deutschen Version viel diskutiert. Entfacht wurde die Kritik dabei von einem Mitwirkenden der deutschen Version. So sagte Patrice, dass er die Darstellungsweise als „krassen Charity Porn“ empfindet. Grund sei die Darstellung einer Ebolakranken in der Anfangssequenz des Videos. Bereits in den Jahren zuvor ernteten die englischen Versionen Kritik, da das Band Aid-Projekt laut den Kritikern einen unreflektierten Blick auf den afrikanischen Kontinent zeigt und die Menschen dort von der westlichen Welt in eine reine Opferrolle gedrängt werden. Auch wenn diese Kritik nachvollziehbar ist, sollte man sich die neuen Versionen nicht entgehen lassen. Denn die Idee dahinter ist doch, am Fest der Liebe an all seine Mitmenschen zu denken. Wenn man mit einer kleinen Spende helfen kann, dann ist das doch schon eine schöne Geste!

Falls ihr die deutsche Version nicht kennt, dann schaut sie euch doch einfach mal an!

Das Geschäft mit der Angst

Kommentar: Seit einigen Monaten finden sich in der Presse immer wieder Berichte über den aktuellen Ausbruch des tödlichen Ebola-Fiebers in Westafrika. Inzwischen seien nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation mehr als 10.000 Menschen infiziert worden, daran verstorben rund 4.900 – wobei von einer hohen Dunkelziffer ausgegangen wird.

Erste Fälle der aktuellen Epidemie traten im Februar in Guinea auf. In den letzten Wochen gibt es nun wiederholte Berichte über eine Ausbreitung in Europa, Amerika und Australien.
Bekannt ist die Krankheit bereits seit Mitte der 1970er. Zu Ausbrüchen außerhalb Afrikas kam es in dieser Zeit nur sehr selten. In Afrika allerdings kommt es seit Jahrzehnten immer wieder zu neuen Epidemien. Trotzdem sind bis heute weder Impfstoffe noch Heilmittel verfügbar. Neuerdings existieren aber zumindest experimentelle Mittel. Geforscht wird an diesen Mitteln erst seit kurzem – offensichtlich erst, seitdem sich der Westen durch die Krankheit bedroht sieht. Die Pharmaindustrie genießt kein gutes Ansehen. Auch im aktuellen Fall zeigt sich einmal mehr, wie menschenverachtend das Geschäft mit der Gesundheit eigentlich ist. Afrika stellt wohl keinen besonders attraktiven Absatzmarkt dar. So muss erst der Westen eine Bedrohung fühlen, bis die seit Jahrzehnten benötigten Forschungen in Gang kommen.

Inzwischen hat glücklicherweise die Europäische Union beschlossen, eine Milliarde Euro für die Bekämpfung der Seuche bereitzustellen. Auch das wirkt wie ein verschwindend geringer Betrag, erinnert man sich etwa an die – vor allem auf dem Papier gefährliche – Finanzkrise und die damals erfolgten Bankenrettungen.

Dabei scheint es nicht die tatsächliche Bedrohung durch die Krankheit zu sein, die die Forschung antreibt, sondern vielmehr die Angst der Menschen vor einer möglichen Pandemie. Zwar handelt es sich bei Ebola um eine hochgefährliche Krankheit. Glücklicherweise verläuft eine Ansteckung aber nur über den Kontakt mit Körperflüssigkeiten von Infizierten. Das Robert-Koch-Institut rechnet zudem nicht mit einer großen Bedrohung für Deutschland. Hier geht man davon aus, dass es nur zu vereinzelten Fällen kommen wird.

Und doch scheint Hysterie ein guter Verkaufshelfer für Medikamente zu sein: Man denke etwa an die Panik vor dem Ausbruch der Vogelgrippe und die unzähligen Tonnen Tamiflu, die damals für hohe Preise verkauft wurden. Wirklich benötigt wurde das Mittel nicht.
Seuchen sind keinesfalls zu unterschätzen. Bei mangelnder Koordination kann eine Krankheit wie Ebola schnell zur weltweiten Bedrohung werden. Tragisch scheint es aber, dass erst eine Angst vor dieser Bedrohung existieren muss, um sich überhaupt mit dem Problem auseinanderzusetzen. Den Toten der vergangenen Jahrzehnte werden die jetzt produzierten Heilmittel nicht mehr helfen.

Politisches Desinteresse – eine kulturwissenschaftliche Betrachtung

KOMMENTAR: Im Jahr 2014 mag man dem Eindruck erliegen, dass die Politik erschreckend wenige Menschen interessiert. Dabei sollte das, was da auf der politischen Bühne Tag für Tag geschieht, doch eigentlich jeden ansprechen, denn hier wird schließlich die Art und Weise verhandelt, in der wir alle zusammenleben. Warum also scheint das Interesse am politischen Tagesgeschehen so gering? Eine befriedigende Antwort auf diese Frage wird dieser Artikel freilich nicht liefern können, denn das Phänomen politischer Unlust erscheint als viel zu komplex, um es in einem so knappen Rahmen abzuhandeln – was selbstverständlich nicht daran hindern soll, einige Deutungsansätze anzubieten.

Zunächst einmal scheint eine tiefe Diskrepanz zu bestehen, zwischen dem was früher war und dem, was heute ist: Glaubt man etwa Schulbüchern, die im Geschichtsunterricht zum Einsatz kommen, könnte man tatsächlich auf den Gedanken kommen, dass zu allen Zeiten eine breite Beteiligung am politischen Geschehen geherrscht hat – zu allen Zeiten eben, die in der Vergangenheit liegen. Die Menschen aber, die während der Französischen Revolution zuhause geblieben sind, haben es wohl einfach nicht in die Geschichtsbücher geschafft.

Digitale Revolution und steigende Vernetzung der Menschheit stehen zweifelsohne in der Reihe der ganz großen Errungenschaften der Menschheitsgeschichte. Die Informationsexpansion erlaubt es heute, ohne größere Umstände zu erfahren, was an den entlegensten Orten der Welt geschieht. Diese Informationen liefert natürlich vor allem die Presse – doch es sind eben vor allem die schlechten Nachrichten, die von sich reden machen: Aktuell etwa der Gaza-Konflikt, die Krise um Russland und die Ukraine, die Ebola-Epidemie in Westafrika… Besonders erfüllend scheint die Auseinandersetzung hier kaum zu sein, im Gegenteil: Nachrichten sind bestens dazu geeignet, jede noch so gute Laune zu verderben.

Auch das Fehlen einer zentralen Jugendbewegung mag hier ein Grund sein: Wo früher vielleicht eine Jugendkultur oder eine Gegenkultur stand, steht heute eine unüberschaubare Anzahl an Subkulturen. Diese Pluralisierung der Lebenswelten ist ein großer Segen, denn inzwischen findet wohl fast jeder irgendwo seine Nische, in der er sich wohlfühlt. Doch durch Ausdifferenzierung fehlt eben auch die Möglichkeit der Bildung eines zentralen Bewusstseins, einer Art Wir-Gefühl, eines Wertekonsens; Auseinandersetzung mit Politik wird somit zu einer unheimlich anstrengenden Tätigkeit.

Auch im demokratischen System selbst ist ein Problem angelegt: Wenn Millionen und Abermillionen von Menschen zum Wahltag ihre Stimme abgeben, macht es überhaupt keinen Unterschied, ob der Einzelne wählen geht oder nicht. Und am Ende, das wird jeder Stammtisch bestätigen, tun die Politiker ja doch, was sie wollen. Warum also überhaupt Mühe und Zeit mit der trockenen Lektüre von Parteiprogrammen und dem überflüssigen Gang ins Wahllokal verschwenden?

Vielleicht ist die Demokratie, wie wir sie kennen, inzwischen tatsächlich überkommen: Einfach deshalb, weil durch moderne Technologie eine viel direktere Demokratie möglich wäre als die, die aktuell bei uns gelebt wird – in der es ja nach wie vor nicht einmal regelmäßige Volksentscheide gibt.

Weltschmerz

KOMMENTAR: Mitten im deutschen Sommer, wenn Maut, Ferienstaus und Bahnunfälle die größten Ärgernisse der Gesellschaft sind, wütet andernorts Krieg, Verwüstung und Tod. Die Krisenherde umfassen beinahe den ganzen Globus – und kein Konflikt macht aktuell den Anschein, auf ein friedliches Ende hinzustreben.

Mit dem Scheitern des Assoziierungsabkommens begann bereits im November 2013 der Konflikt in der Ukraine, der mittlerweile zu einem Krieg um Land, Bodenschätze und Identität angeschwollen ist. Scheinbar als ein Stellvertreterkrieg zwischen USA und Russland geführt, verhärten sich die Fronten zusehends: Als die Boeing 777 der Malaysia-Airlines-Flug 17 – kurz MH017 – am Donnerstag, den 17. Juli mit 283 Passagieren und 15 Crew-Mitgliedern auf dem Weg von Amsterdam nach Kuala Lumpur über der Ostukraine abstürzt, spitzt sich die Lage erneut zu. Seitens der USA und Europa wurden nun in der zweiten Runde Sanktionen gegen den vermeintlichen Rebellenunterstützer im Kreml verabschiedet: Diesmal sollen der Finanz- und Wirtschaftssektor des Landes entschieden getroffen werden. In der Ukraine wird derweil eine Kriegsabgabe von anderthalb Prozent auf alle steuerpflichtigen Privateinkommen im Land erhoben, die bis zum 1. Januar 2015 gelten soll – das beschloss das Parlament in Kiew mit großer Mehrheit. Auch lehnte das Parlament am Donnerstag das Rücktrittsgesuch von Regierungschef Arseni Jazenjuk ab und sprach ihm das Vertrauen aus. Somit muss Jazenjuk jetzt doch im Amt bleiben.

Derweilen rafft auch der seit Anfang 2011 entbrannte Bürgerkrieg in Syrien mehr als 170.000 Menschen hin; Millionen Menschen sind noch immer auf der Flucht, wie der Spiegel berichtet. Allerdings hat sich der anfänglich auf eine Demokratisierung ausgerichtete Konflikt zu einem entropischen Endzeitszenario entwickelt: Ausländische Interessengruppen gewinnen mehr und mehr Einfluss. Auch hier ließe sich von einer Neuauflage des Kalten Kriegs sprechen. Der Spiegel berichtet von einem neuen Bündnis, bei dem in jüngsten Gefechten offenbar IS-Extremisten, die einen Gottesstaat anstreben, an der Seite anderer islamistischer Brigaden kämpfen. Die Gruppen galten bislang als verfeindet. Die Regierungstruppen wurden dagegen von Mitgliedern der libanesischen Schiiten-Miliz Hisbollah unterstützt. Auch Iran unterstützt das Assad-Regime: immer mehr Milizen drängen von außerhalb in die Kampfgebiete, die gleichzeitig immer weiter anwachsen.

Auch Epidemien verselbstständigen sich rund um den Erdball: Der afrikanische Kontinent, insbesondere Westafrika, wird seit Mai diesen Jahres von einer – mittlerweile – außer Kontrolle geratenen Ebola-Epidemie heimgesucht. Das Ebolafieber, das sich mutmaßlich von Primaten oder Flughunden auf den Menschen überträgt, hat am Mittwoch, den 2. Juli 2014, bereits 759 Menschen in Guinea, Liberia und Sierra Leone infiziert, von denen 467 verstarben. Das bedeutet eine Sterberate von 61 Prozent; in Guinea sollen sogar 75 Prozent der Infizierten verstorben sein. Mittlerweile fürchten die USA – und mit ihr die ganze Welt – ein Übergreifen der Krankheit auf andere Kontinente. Die WHO versucht schon seit Monaten, den Virus zurückzudrängen – allerdings mit wenig Erfolg. Die Eingeborenen sind kaum über die Krankheit informiert und besonders bei Beisetzungen ist die Infektionsgefahr hoch, da auch Leichen weiterhin als Wirte fungieren. 100 Millionen Dollar sind nochmals für den Einsatz der WHO in den verseuchten Ländern vorgesehen.

Im Südsudan, der vor nunmehr drei Jahren als jüngster Staat der Welt gefeiert wurde, verbreitet die Cholera Angst und Schrecken. Der Staat ist gebeutelt von Bürgerkriegen, die sich auf einen Machtkampf zwischen den hiesigen Volksgruppen, Nuer und Dinka, zurückführen lassen.

Gleichzeitig kursiert im südasiatischen Raum die Malaria, die möglicherweise aufgrund der kurzen Behandlungszeit von drei Tagen, eine Resistenz gegenüber den bisher wirksamen Arzneimitteln ausbildet. Die Grenzregionen im Norden und Westen von Kambodscha, im Osten von Myanmar, in Thailand und Vietnam sind besonders betroffen. Die mit dem Stich weiblicher Stechmücken der Gattung Anopheles übertragenen Erreger sind bisher kaum aufzuhalten. Die humanitäre Lage ist allerorts katastrophal, ebenso wie im umkämpften Gaza:

Der fünfte Kriegsausbruch in fünfeinhalb Jahren zwischen Israel und der islamistischen Hamas, bei der massenweise Zivilisten umkamen, dauert nun bereits mehrere Wochen an: am Donnerstag, den 17. Juli begann Israel die Bodenoffensive. Als Auslöser wird die Verschleppung und Tötung minderjähriger Religionsschüler angeführt. Jedweder Versuch einer Feuerpause wird – unter gegenseitiger Schuldzuweisung – innerhalb weniger Stunden gebrochen. Erklärtes Ziel Israels, die ihre Hauptstadt unter dem „Iron Dome“ – einem Raketenabwehrsystem, das, vom US-Kongress mit 225 Millionen Dollar bezuschusst werden soll, vor Angriffen aus dem Nachbarland schützt, sei es, die Tunnelsysteme der Hamas sowie ihre Waffenlager zu zerstören. Dagegen verschanzen sich die Hamas – und das wird in der Kriegsberichterstattung besonders hervorgehoben – in bewohnten Häusern oder in Krankenstationen; verkleiden sich als Helfer und verwenden demnach die Ortsansässigen als menschliche Schutzschilde.