DVD Review: Mary und Max – oder: Schrumpfen Schafe, wenn es regnet?

Wenn einen nichts glücklicher macht, als der Geruch von nassen Hahn und Kondensmilch mit Zucker, dann kann auch nur Braun deine Lieblingsfarbe sein. Braun wie das kackafarbene Muttermal auf der Stirn von Mary Daisy Dinkle, der achtjährigen Hauptfigur von Adam Elliots filmischen Briefroman „Mary und Max – oder: Schrumpfen Schafe, wenn es regnet?“ (2009).

Denn wenn die kleine Australierin mit dem vierundvierzigjährigen atheistischen Juden, New Yorker und Asperger-Patienten Max schreibt, fließt Komisches, Tragisches, Rührendes und Bizarres in einen Briefwechsel, der geprägt ist von einem Unverständnis für die seltsame Welt dort draußen.

Und bizarr ist sie allerdings, nicht nur in Elliots Bildern, die ganz aus Knete geformt und animiert wurden – allerdings aus Knete, die aussieht, als habe sie viel zu lange ganz hinten im Schrank gemodert und sei erst letztens aus dem Bio-Müll zwischen altem Gemüse und Eigelb hervorgeholt worden. Gelb, grau, braun, beige ist Marys Welt und Max sieht sein Leben nahezu ganz schwarz-weiß. Es ist eine Feier des Trüben, des etwas Ekligen und der Tristesse – eine Welt in der rammelnde Hunde und Unterhosenaufnahmen dazugehören. Aber auch eine Welt, in der Mary sich ihre Lieblingsfernsehhelden aus Restaurantabfällen und Chipstüten nachbastelt und die leicht verrückten Menschen es sind, die die Welt liebenswert erhalten.

Dieser Wille zum komisch-schrägen-schönen Leben zieht sich durch den ganzen Film und ist manchmal auch das Einzige, was der geballten Seltsamkeit dort draußen gegenübersteht. Alkoholiker, Folteropfer, Massenmörder, Weightwatchers – sie alle betreten und verlassen rasch in das Leben der beiden Hauptfiguren, nie aber, ohne entweder zum Schreien komisch oder tragisch gewesen zu sein. Dazu gehören auch Tode jedweder Art, ob Haustier, Opa, Mutter, oder … mehr sei hier nicht verraten. Immer gilt das Ritual als dramaturgische Prämisse, nach dem Max seine Kindheitsbiographie beschreibt: „Mein Vater ließ uns in einem Kibbuz sitzen, als ich 6 war. Als ich 8 war, erschoss sich meine Mutter mit der Pistole meines Onkels. Magst du Schokoriegel?“ Das Schöne folgt dem Schrecklichen, unweigerlich.

Überhaupt der Text: Dürre Worte gegen die Gebrauchtknete-Wunderwelt – eigentlich eine aussichtlose Kombination. Umso erstaunlicher, wie nahtlos sich Bild und Text ergänzen, wie passgenau jeder Satz und Gag sitzt. Dazu tragen nicht zuletzt die wunderbaren Sprecher der deutschen Version bei. Genervt von hunderten schlechten Kinderschauspielern, kann man sich in Valentina Bonalanas niedliche Stimme als deutsche Mary einfach nur verlieben, ob sie jetzt von Babys aus Bierflaschen oder von Kriegsgräueln erzählt. Im Kontrast perfekt, ist die knarzig-rauhe Stimme von Helmut Krauss, alias Max.

Der größte Verdienst der Films ist aber zweifellos, dass er sich nicht auf seinen Qualitäten ausruht. Dass Elliot absurde Figuren und Bilder kann, hat er schon mit seinem Oscar-prämierten Kurzfilm „Harvie Krumpet“ bewiesen (der ebenfalls auf der sehr gelungenen DVD-Fassung zu finden ist). Doch „Mary und Max“ ist nie nur simple Aneinanderreihung von Gags. Erzählt wird die rührend wahre Geschichte einer Freundschaft zweier sehr verschiedener Menschen, und wie diese ihrer beider Leben (und auch ein bisschen die Welt) verändert. Tragik und Komik mischen sich hier so nahtlos, dass man manchmal nicht weiß, ob man noch weint, oder schon lacht. Und niemals hat ein Film einem mehr das Gefühl gegeben, dass die Welt der Außenseiter, der einsamen Kinder, der ewigen Patienten, der chronischen Stehaufmännchen zwar die traurigere, aber vielleicht auch die bessere, wahrere Welt ist.

Fazit: Wer sich diesen Film anschaut, ohne zumindest heimlich ein Tränchen zu vergießen, ist schon ein ziemlich harter Hund.

Paddington – Ein Bär für jedes Alter

Spätestens seit dem Film „Ted“ mit Mark Wahlberg weiß man, dass Bären nicht nur etwas für Kinder sind, sondern auch Menschen, die älter sind, in ihren Bann ziehen können.

Den neuesten Beweis dafür liefert der Film Paddington. Zugegeben: Der pelzige Tollpatsch war früher zu seinen Trickfilmzeiten eher ein TV-Serien-Star für das Sandmännchen-Publikum, doch was die aktuelle Kinoproduktion angeht, so scheint dies alles Schnee von gestern zu sein. Was zuvor als Gefallen für meine Freundin gedacht war, stellte sich im Nachhinein als Glücksgriff heraus. Die Entscheidung, sich den liebreizenden Bären mit dem modisch fragwürdigen Hut im Kino anzuschauen.

Die Namensherkunft des bärigen Titelhelden: Die Paddington Station in London (©Jochen Gebhard  / pixelio.de)

Die Namensherkunft des bärigen Titelhelden: Die Paddington Station in London (©Jochen Gebhard / pixelio.de)

Balsam für die Seele. Ein Sprichwort, das schon direkt zu Beginn des Films positiv ausgereizt ist: Auf rührende Art wird die Herkunft Paddingtons erläutert. Welches traurige Schicksal steckt hinter der Tatsache, dass er bei seinem Onkel und seiner Tante in den tiefsten Wäldern Perus lebt? Auch diese Frage beantwortet der Film. Eine genreübergreifende Mischung aus Komödie, Romanze und dem richtigen Anteil Action lässt den Zuschauer in eine andere Welt eintauchen und fasziniert jeden Schritt des kleinen Bären in eine für ihn ebenso fremde Welt verfolgen. Wer nach Betrachten des Filmplakates dachte: „Was ist das nur für ein schräger, alter Hut?“, dem leisten die Drehbuchautoren Abhilfe und präsentieren sogar dessen nicht ganz unwichtige Geschichte, sowie nebenbei eine Möglichkeit, künftig Marmeladenbrote für den Notfall aufzubewahren.

Die Worte „ein erwachsen gewordener Kinderfilm“ würde diese Produktion am besten beschreiben. An Weisheiten für das Leben wird nicht gespart, dafür aber das vermeintlich unrealistische Zusammenleben zwischen Vorstadtfamilie und Bären an den richtigen Stellen in Szene gesetzt und so der Wille nach einem pelzigen Freund für jedes Alter gestärkt.

Oft verschmilzt die Grenze zwischen Tier und Mensch. Paddington ist uns in dem Film sehr ähnlich, hat meist ähnliche Probleme, Sorgen oder Bedürfnisse. Nicht zuletzt deswegen kann der Zuschauer sich gut mit ihm identifizieren und in seine Lage hineinversetzen. Auch für Elyas M’Barek Fans lohnt es sich. Zwar ist er selbst nicht zu sehen, als sanfte und sympathische Stimme Paddingtons jedoch zu hören.

 

 

Movies Made in Germany – Das Festival des deutschen Films geht in die 10. Runde

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Strahlt hell in der nächtlichen Szenerie: Das Logo des Festival des deutschen Films (Foto: N. Schwalb)

Anglizismen und vor allem amerikanisch geprägte Einflüsse sind aus der Popkultur Deutschlands längst nicht mehr wegzudenken. Ein Kassenschlager im Kino aus Amerikas bekanntester Filmschmiede jagt den nächsten und auch im deutschen Fernsehen überwiegen die altbekannten etablierten amerikanischen Produktionen. In Vergessenheit gerät dabei das Potenzial, das unser eigenes Land jahrein, jahraus in der Filmkunst beweist.

Veranstaltungen dafür gibt es vielerorts. Jedoch spezialisiert sich kaum ein Filmfestival auf alle Disziplinen des Filmemachens. Ob im Kino, im Fernsehen, nur auf DVD oder auch im Internet ausgestrahlt spielt keine Rolle – lediglich die künstlerische Komponente ist, was zählt.

Diesen Leitspruch hat sich das Festival des deutschen Films zum Programm gemacht, das dieses Jahr zum zehnten Mal in Ludwigshafen stattfand. Austragungsort war, wie seit der Gründung 2005, die Parkinsel am Rande der Stadt mit ihrer Platanenallee und dem industrieromantischen Blick auf den Rhein und Mannheim.

Auf dem Programm standen, untergliedert in sechs verschiedene Kategorien, fast 50 Filme, deren Produktionsstandort ausnahmsweise nicht im amerikanischen Hollywood liegt, sondern in Deutschland. Filmbegeisterte konnten sich in der atmosphärischen Symbiose von Stadt und Natur überzeugen lassen, was der deutsche Film heutzutage noch zu bieten hat.

Face2Face war mit Euch vor Ort und hat sich den Film „Stereo“, mit Jürgen Vogel (Die Welle) und Moritz Bleibtreu (Das Experiment) näher angeschaut. Der Handlungsverlauf des packenden Thrillers ist leicht umrissen: Der Motorradfan Erik führt ein ambivalentes Leben. Auf der einen Seite übertritt er gerne die Geschwindigkeitsbegrenzungen der

Idyllisch: Die Platananallee am Ufer des Rheins (Foto: N. Schwalb)

Idyllisch: Die Platananallee am Ufer des Rheins (Foto: N. Schwalb)

beschaulichen Landstraßen und schraubt ölverschmiert in seiner eigenen Werkstatt an Motorrädern herum, auf der anderen Seite hat er Teil an dem Familienleben der alleinerziehenden Julia und einen Narren an ihrer Tochter Linda gefressen. An seine Vergangenheit will und kann er sich nur schwer erinnern, wie ihm klar wird als zwielichtige Gangster bei ihm auftauchen und ihn bestens zu kennen scheinen. Schlimmer noch wird Erik von einer imaginierten Gestalt verfolgt, die sich später als Henry vorstellt und auch per Hypnose nicht zu vertreiben ist. Erik findet sich in einer prekären Lage wieder: Will sein imaginärer Verfolger ihm Böses antun? Wem kann er vertrauen? Und welche Geheimnisse verbergen sich in seiner Vergangenheit? Ein Psychothriller voller Spannung, Verstörung aber auch mit einem skurrilen Witz, der das Publikum applaudierend und mit erstaunten Mienen zurücklässt.

Wer sich nicht mit schlichten Filmvorführungen zufrieden geben wollte, dem bot das

Gut besucht: Eines der Kinozelte beim Festival des deutschen Films (Foto: N. Schwalb)

Gut besucht: Eines der Kinozelte beim Festival des deutschen Films (Foto: N. Schwalb)

Filmfestival die Möglichkeit, Persönlichkeiten aus der deutschen Filmlandschaft hautnah kennenzulernen oder an einer der vielen Preisverleihungen teilzunehmen. So ging beispielsweise der Preis für Schauspielkunst an Anna Loos und den als lustigen Professor Boerne aus dem münsteraner Tatort bekannten Jan Josef Liefers. Dieser resümierte das Festival, das am 08.Juli mit einem Besucherrekord von 78.000 Menschen zu Ende ging: „Dieses Festival steht für den deutschen Film und davon leben wir.“

Vorschau: Nächste Woche testet die FILM&KUNST&KULTUR-Rubrik den Einsatz von Ebook-Readern und inwiefern sie echten Bücher den Status streitig machen können.

Filmtipps der FilmKunstKultur-Redaktion

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Von links: Vanessa Betz, Alexandra Stolz, Elisabeth Peternek, Svetlana Dreer und Nadine Schwalb (Fotos: Privat)

Schon letztes Jahr um diese Zeit gab es für unsere Leser der FILM&KUNST&KULTUR-Rubrik die Lesetipps für kalte Wintertage. Wir haben euch die Möglichkeit gegeben, es mit einem von uns empfohlenen Buch auf der Couch mit einer Tasse Tee gemütlich zu machen. Hat sich auch dieses Jahr an dem eher ungemütlichen Wetter nichts geändert, an dem man am liebsten gar nicht vor die Tür treten will, empfehlen wir euch heute ein paar Filme für gemütliche DVD-Abende. Für genügend Abwechslung hinsichtlich der Filmgenres ist gesorgt.

Auch wenn der Schnee noch auf sich warten lässt, empfiehlt Vanessa Betz (22) den Film Shutter Island für einen gemütlichen Abend vor dem Fernseher. „Mit Leonardo DiCaprio in der Hauptrolle ist der Psychothriller genau das Richtige für alle, die gerne spannende Filme mit überraschenden Wendungen mögen“, berichtet Sie. Und von diesen Wendungen hält der 138 Minuten lange Streifen einige bereit. Bis zum Schluss ist man sich nicht sicher, was sich wirklich auf der Insel Shutter Island abspielt, zu der der US-Marshal Edward „Teddy“ Daniels gerufen wird, um das Verschwinden einer Patientin aus der Ashcliffe-Klinik für psychisch kranke Schwerverbrecher aufzuklären. Während der Ermittler immer mehr hinter die Fassade des mysteriösen Krankenhauses blickt, zieht ein starker Sturm auf und schneidet die Insel vom Rest der Welt ab. Von nun an beginnt ein Wechselspiel zwischen Wahnsinn und Realität, das den Zuschauer bis zum Ende in seinen Bann zieht. „Ein absolut empfehlenswerter Film mit psychologischer Raffinesse“, berichtet Vanessa Betz, „ich habe bis zur letzten Sekunde mitgefiebert.“

Einen Film, der wohl unter die Haut gehen kann, empfiehlt Alexandra Stolz (23). Die Handlung der gleichnamigen Verfilmung des Romans The Perks of being a Wallflower von Stephen Chbosky lässt sich wie folgt umreißen: 1385. Dies ist die Anzahl an Tagen, die Charlie in der Highschool noch vor sich hat. Er ist ein für seine Mitschüler unbeliebter Teenager, wenig durchsichtig und irgendwie komisch. Hinzu kommen noch psychische Probleme und die Aufarbeitung eines riesigen Verlustes. Bald jedoch lernt der schüchterne Junge das Geschwisterpaar Sam und Patrick kennen, die sie in ihre Clique aufnehmen. Ein neues Leben beginnt für den Heranwachsenden, der erkennt, wie sehr das Leben doch Spaß machen kann. Und, was Liebe bedeutet, denn sein Herz schlägt still und heimlich für Sam. Allerdings wird auch sein Kindheitstrauma geweckt, welches zu einem Zusammenbruch führt. Charlie erkennt, dass man sich nicht aussuchen kann, wo man herkommt, jedoch bestimmen kann, wo man hingeht.
„Der Protagonist ist zeitgleich glücklich und traurig und kann dies selbst nicht erklären. Genau das passiert auch beim Zuschauen. Man empfindet eine solche Empathie mit Charlie, der nicht so recht weiß, wohin mit sich in der Welt, dass es einen fast zerreißt. Doch genauso schöpft man die Hoffnung, die er am Ende des Filmes ausstrahlt, und weint Tränen – vor Freude“, begründet die Face2Face-Mitarbeiterin ihre Begeisterung für den Film.

Elisbeth Peternek (22) hingegen empfiehlt den Anime-Film Prinzessin Mononoke. Japanische Zeichentrickfilme (Animes) werden in den letzten Jahren auch in Deutschland immer populärer. Einen großen Einfluss haben dabei die Filme von Hayao Miyazaki und seinem Studio Ghibli. Eine der erfolgreichsten Produktionen ist Prinzessin Mononoke (jap. Mononoke hime), der die Umweltzerstörung und Koexistenz von Mensch und Natur thematisiert.
Der junge Prinz Ashitaka wird bei der Verteidigung seines Dorfes gegen einen Dämon in Keilergestalt von einem tödlichen Fluch befallen. Um seinem Schicksal zu entkommen, reist er in den Westen. Dort hört er von einem Hirschgott, dem Shishi-Gami, der ihm vielleicht Erlösung bringen könnte. Doch der Prinz gelangt zwischen die Fronten eines blutigen Krieges zwischen den Arbeitern einer Eisenhütte, die den Wald abholzen und den Tiergöttern des Waldes, die ihr Territorium verteidigen. Er versucht vergeblich zwischen den Parteien zu vermitteln und die Menschen daran zu verhindern, den Waldgott zu töten. Doch sie sind nicht die Einzigen, die sich für den Kopf des Shishi-Gami interessieren. Und welches Geheimnis verbirgt das kleine Mädchen San, das bei den Wölfen lebt und auf der Seite der Tiere kämpft? Menschen, Götter und Tiere rüsten sich zum letzten Kampf …
„Eine Komposition aus atemberauenden Bildern, blutigen Action-Szenen, mehrschichtigen Figuren, die nicht dem klassischen Gut-Böse-Schema entsprechen, unterlegt von einem wundervollen Soundtrack von Joe Hisaishi. Nicht nur für Anime-Liebhaber ein absolutes Muss“, findet Peternek.

In eine ganz andere Richtung geht es in dem Film Match Point von Woody Allen, den euch die Face2Face-Mitarbeiterin Svetlana Dreer (23) ans Herz legt.
Chris Whilton kommt aus einer einfachen irischen Familie. Er arbeitet in einem exklusiven Club in London als Tenniscoach und lernt dort Tom Hewett kennen. Dieser hingegen ist ein Sohn wohlhabender Eltern und ist mit der schönen, aber leider nicht erfolgreichen, amerikanischen Schauspielerin Nola Rice verlobt. Beim ersten Treffen von Chris und Nola auf dem Landsitz der Hewett-Familie entsteht etwas Magisch-Leidenschaftliches zwischen den beiden, was sich im Nachhinein als zerstörerische Kraft entpuppen wird. Obwohl Chris keine andere Frau so sehr begehrt wie Nola, heiratet er die Schwester von Tom, Chloe, ergattert dadurch eine hohe Position im Job und gehört nun zu den höheren Kreisen der Gesellschaft. Das Schicksal jedoch spielt Chris wohl ein Streich, denn einige Zeit später trennt sich Tom von Nola. Als Chris und Nola sich dann begegnen, werden beide in eine leidenschaftliche Affäre verwickelt, die ein tragisches Ende nimmt.
Dreer meint: „Dieser Film besticht, wie alle anderen Woody Allen-Filme auch, durch eine sehr verzwickte Personenkonstellation, was den Film bis zum Ende spannend macht; unerwartete Wendungen tragen dazu bei. Außerdem werden Elemente der Message des Films – Zynismus, Straflosigkeit und Gesellschaftskritik – sehr clever in Szene gesetzt. So wird zum Beispiel eine klare Parallele zu Fjodor Dostojewskis Roman „Schuld und Sühne“ gezogen und regt den Zuschauer zum Nachdenken an. Angereichert wird dieser Film mit der genialen Besetzung: der ewigen Muse von Allen, Scarlett Johansson und dem damals noch aufgehenden Shining-Star Jonathan Rhys-Meyers.“

Etwas actionreicher geht es bei dem Film Lucky Number S7evin zu, den euch die Leiterin der Film&Kunst&Kultur-Rubrik, Nadine Schwalb (21) empfiehlt. „Gespickt mit einer sehr treffenden Besetzung von Bruce Willis, über Josh Hartnett bis hin zu Sir Ben Kingsley und Morgan Freeman in der Rolle der Antagonisten, überzeugt der Film durch eine insgesamt unvorhersehbare Handlung so wie mehreren unerwarteten Plottwists, die dieser Tage viel zu selten zu finden sind.“
Gegenstand der Handlung ist der junge Mann Slevin Kelevra, der laut eigener Aussage seinen Freund Nick Fisher in seiner Wohnung treffen möchte. Was Slevin nicht zu wissen scheint ist, dass Nick einen riesen Schuldenberg bei zwei Gangsterbossen aufgehäuft hat, er selbst missverständlich für Nick gehalten wird und so ins Fadenkreuz der skrupellosen Machenschaften der Bösewichte gerät. Mit der charmanten Lindsey an seiner Seite, die diese mysteriösen Vorkommnisse wie eine Hobbydetektivin lösen will, kommt es zu einer unerwarteten Kehrtwende der Handlung. Was ein manipuliertes Pferderennen und eine Jazzkomposition damit zu tun haben, schaut man sich lieber selbst an.

Also: Schnappt euch Popcorn und ein paar Freunde und dem Filmeabend steht nichts mehr im Wege.

Vorschau: An dieser Stelle berichtet die Film-Kunst-Kultur-Rubrik nächste Woche von dem amerikanischen Projekt „40 Days of Dating“.

Entrümpeln wir

Frohe Weihnachten liebe Leser. Seid ihr auch so reich beschenkt worden? Und hat sich da auch bei euch der ein oder andere nicht ganz so freudige Gedanke eingeschlichen? „Was soll ich bloß damit?“, „Wo kann ich das nur hinstellen?“, „Dafür hab ich doch gar keinen Platz!“. Mir jedenfalls geht es alle Jahre wieder so. Selbst die schönsten Geschenke entpuppen sich im Nachhinein als Platzbesetzer. Bücher- und DVD-Regale quillen über, für CDs ist auch kaum Platz mehr. Die Fensterbänke und Regalecken sind mit Figuren, Kerzenhaltern und Bilderrahmen überfüllt. Selbst in den Schubladen sieht es nicht besser aus. Zum Nikolaus bekamen wir den vierten Sparschäler. Ist klar, braucht man ja auch. Nur meine Schublade sieht das anders, der wird es langsam zu voll.

Entrümpeln wir

Voller Schrank und doch nichts drinnen? Zeit zum Aussortieren (©siepmannH / pixelio.de)

Große Bescherung und dann noch das neue Jahr, das an die Türe klopft, höchste Zeit, mal wieder auszumisten. Tut euch die Freude und macht mit. Leicht wird es immer am Kleiderschrank. Glaubt ihr nicht? Gut, die Jogginghose mit dem Loch ist auch zu gemütlich, aber das Oberteil habe ich seit drei Jahren nicht mehr getragen und finde es einfach nicht mehr tragenswert. Weg damit. Ob in den Mülleimer oder die Altkleidertüte, Hauptsache raus. Socken, die seit Jahren ihren Partner vermissen, Pullover, die einfach nicht mehr zu mir passen, das Sommerkleid, das seit Jahren versauert, weil ich es doch nie tragen werde. Warum aufheben? Nur für den Fall das reicht mir nicht. Für den Fall das, habe ich immer noch eine Alternative, Kleider nämlich, die ich ohnehin jedes Jahr gerne trage. Und nur wer Platz schafft, hat Platz für Neues.

Beim Schuhschrank sieht es genauso aus, die Taschensammlung wird sortiert – und mit jedem Stück fühlen wir uns freier und leichter. Da seht ihr mal, wie sehr uns die Manifestation des Konsums drückt. Ich will nicht in einer Wegwerfgesellschaft leben, aber deswegen muss ich noch lange nicht jedes Stück aufheben, bis es auseinandergefallen und viermal geflickt ist.

Entrümpeln wir

Ausgelesen. Manche Bücher können ruhig wieder aus dem Regal verschwinden (©Rike / pixelio.de)

Beim Buchregal und seinen Kollegen mit Filmen und Musik wird es da schon schwerer. Könnte ja doch sein, dass ich ausgerechnet auf den einen Film nach drei Jahren mal wieder Lust bekomme. Oder? Pustekuchen. Die Erfahrung zeigt: was wir nach drei Jahren nicht mehr angerührt haben, rühren wir auch die nächsten drei Jahre nicht mehr an. Macht Platz. Alte Bücher, die ihr vielleicht noch nie gelesen habt, weil sie euch nie interessierten – schenkt sie der nächsten Bücherei, einem Bekannten, der sich dafür interessiert, oder verkauft sie und schlagt noch ein paar Euro raus. Das Gleiche steht mit der Musik an, die wir eigentlich nie so gern gehört haben, oder den Filmen, die wir nur noch behalten, weil wir sie von einem alten Freund geschenkt bekommen haben. Weg damit. Entrümpeln wir, Entrümpeln macht Spaß und wenn wir erst mal in Fahrt kommen, müssen auch die Dinge, die wir eigentlich in Ruhe lassen wollten, um ihren Stand in unseren Wohnungen bangen.

Schaut euch nur um, ihr werdet mit Sicherheit fündig. Die Unterlagen, die noch aus der Schulzeit sind, das alte Lieblingsspiel, dem längst ein paar Figuren fehlen, die Figur, die wir in der hintersten Ecke verstecken wollten. Weg damit. Halten wir uns daran nicht länger auf. Nicht nur unsere Wohnungen werden freier, auch wir werden freier, wenn wir der Materie ein Bisschen entgegentreten, denn all diese Dinge belasten uns. Jeden Tag, wenn wir sie sehen. Immer, wenn wir einen wirklich tollen, neuen Film ins Regal räumen wollen, oder ein Buch geschenkt bekommen. Immer, wenn wir den Kleiderschrank aufmachen, sehen wie voll er ist und doch nichts zum Anziehen finden. Entrümpeln heißt auch, sich emotional von Dingen zu befreien. Denn mal ehrlich, auf Dinge kommt es doch nicht an. Was haben wir an einer neuen Tasche, wenn wir eine Freundin verlieren, an einem tollen Buch, wenn der Kontakt zu jemandem abbricht. Wir schaffen nicht nur in unserer Wohnung Platz, sondern auch in unserem Alltag. Wieviel schneller sind wir angezogen, wenn die Kleider im Schrank fehlen, die wir ohnehin nicht anziehen wollen? Wieviel schneller finden wir ein Buch, einen Film, eine CD, wenn wir uns nicht erst durch die graben müssen, die wir gar nicht mögen? Wir schaffen nicht nur Platz, wir schaffen Zeit, wir schaffen Freiheit. Freiheit von all den schnöden Dingen, die uns heimlich belasten.

Welche Zeit ist besser dafür geeignet, als die des Jahreswechsels. Wenn wir uns immer wieder Versprechungen machen: „Das wird sich bessern“. Fangen wir an, Entrümpeln wir, machen wir Platz für ein neues Jahr, dass allerlei zu bieten hat. Lasst uns unseren Alltag etwas leichter machen, Ballast abwerfen, aussortieren, weggeben und zumindest für eine kurze Zeit freier sein. Solange, bis die Regale wieder überquellen und sich wieder so einiges angesammelt hat. Entrümpeln ist eben nichts, was wir nur einmal im Leben machen sollten. Sondern immer wieder. Also lasst uns anfangen.

Vorschau: Nächste Woche stellt sich unsere neue Kolumnistin Alexandra vor und erzählt, wie krebserregend wir alle eigentlich sind.

Die FilmKunstKultur-Redaktion stellt sich vor!

Ob Filmkritik, Buchrezension oder Berichterstattungen von kulturellen Ereignissen – in der FilmKunstKultur-Rubrik kommt nichts davon zu kurz. Unsere fünf Redakteurinnen berichten jede Woche Freitag, was es im Kulturbereich zu entdecken gibt, welche Bestseller gerade am häufigsten über die Buchladentheke gehen und welcher Kinofilm sehenswert ist. Außerdem erhält man hier Einblicke in die wechselhafte Kunstwelt und erfährt auch neues über Museen, Sonderausstellungen und die Bildenden Künste.

Mitarbeiter:

Vanessa Betz

Die FilmKunstKultur-Redaktion stellt sich vor!

Lässt kein kulturelles Großereignis aus: Vanessa Betz (Foto: Privat)

Jahrgang 1991. Sie kommt aus Landau in der Pfalz und studiert im dritten Semester Germanistik an der Universität Mannheim. Nebenbei schreibt sie in freier Mitarbeit in der FilmKunstKultur-Rubrik für Face2Face. Aufgrund eines großen kulturellen Interesses, im Besonderen an außergewöhnlichen Veranstaltungen in der Region, hat sie sich entschieden, für diese Rubrik tätig zu sein.

Nadine Schwalb

Die FilmKunstKultur-Redaktion stellt sich vor!

Entdeckte schon früh ihre Leidenschaft für das Theater: Nadine Schwalb (Foto: Privat)

Jahrgang 1992. Geboren in Eberbach, wuchs sie in einem Dorf namens Neckargerach im Odenwald auf. Schon auf dem Gymnasium wirkte sie vier Jahre in der Theater-AG mit. 2011 begann sie ihr Germanistik-Studium an der Universität Mannheim. Im Rahmen des Studiums absolvierte sie ein Praktikum beim Ludwigshafener Kulturbüro. Aufgrund ihres hohen Interesses an Kultur aller Art, begann ihre Mitarbeit bei Face2Face in der FilmKunstKultur-Redaktion im August 2012.

Stefanie Behrendt

Die FilmKunstKultur-Redaktion stellt sich vor!

Kulturell vielseitig interessiert: Stefanie Behrendt (Foto: Privat)

Jahrgang 1990. Sie ist am Bodensee aufgewachsen, studiert Kultur und Wirtschaft mit Schwerpunkt Anglistik in Mannheim und macht momentan ein Auslandssemester in Istanbul. Ein Praktikum in der Presseabteilung der „Reiss-Engelhorn“-Museen in Mannheim sowie der kulturelle Aspekt ihres Studiums motivierten sie für die FilmKunstKultur-Rubrik zu schreiben.

Gewinnspiel: „Thalia“-Gutschein!

Die FilmKunstKultur-Redaktion stellt sich vor!Eine neue DVD, ein Bestseller, oder vielleicht doch ein Klassiker der Literatur? Wenn ihr euer Bücherregal aufstocken und den „Thalia“-Gutschein im Wert von 30 Euro gewinnen wollt, dann schreibt bis Freitag, 28. September, 23:59 Uhr eine e-Mail mit dem Betreff „Thalia-Gutschein“ an nadine.schwalb@face2face-magazin.de. In der e-Mail enthalten sein sollten der Vor- und Nachname des Gewinnspielteilnehmers sowie eine gültige E-Mail-Adresse. Der Gewinner wird am Mittwoch, den 3. Oktober per E-Mail benachrichtigt. Verlost wird unter allen Einsendern. Mitarbeiter von Face2Face, sowie der Rechtsweg sind von der Verlosung ausgeschlossen.

Die FilmKunstKultur-Redaktion wünscht allen Teilnehmern viel Glück!

Der Gutschein wurde uns mit freundlicher Unterstützung der Thalia-Filiale in C1, 6-7 am Paradeplatz in Mannheim zur Verfügung gestellt.

Nutzungsbedingungen

§ 1 Gewinnspiel (1) Das Gewinnspiel wird von der Online-Zeitschrift Face2Face durchgeführt.

§ 2 Teilnahme (1) Teilnahmeberechtigt sind alle Spielerinnen und Spieler in Deutschland, Österreich und der Schweiz. (2) Eine Person nimmt am Gewinnspiel teil, indem sie eine E-Mail an die von uns angegebene E-mailadresse schreibt und dort ihren Namen bzw. die Namen der möglichen Gewinner hinterlässt. (3) Zur Teilnahme am Gewinnspiel ist unbedingt erforderlich, dass sämtliche Personenangaben der Wahrheit entsprechen. Andernfalls kann ein Ausschluss gemäß § 3 (3) erfolgen. (4) Mitarbeitern von Face2Face ist es nicht gestattet beim Gewinnspiel teilzunehmen. Ihre Einsendungen können beim Gewinnspiel nicht berücksichtigt werden.

§ 3 Ausschluss vom Gewinnspiel (1) Bei einem Verstoß gegen diese Teilnahmebedingungen behält sich die Online-zeitschrift Face2Face das Recht vor, Personen vom Gewinnspiel dauerhaft auszuschließen. (2) Ausgeschlossen werden auch Personen, die sich unerlaubter Hilfsmittel bedienen oder sich anderweitig durch Manipulation Vorteile verschaffen. Gegebenenfalls können in diesen Fällen auch nachträglich Gewinne aberkannt und zurückgefordert werden. (3) Wer unwahre Personenangaben macht, kann des weiteren vom Gewinnspiel ausgeschlossen werden. (4) Nach Ablauf des Gewinnspielzeitraums können keine weiteren Einsendungen berücksichtigt werden und werden somit gelöscht. (5) Stehen in der E-Mail mehr als die Anzahl der vorgeschriebenen Namen können die Teilnehmer nicht am möglichen Gewinn berücksichtigt werden. (6) Ebenfalls bei mehrmaliger Einsendung findet ein Ausschluss vom Gewinnspiel statt.

§ 4 Durchführung und Abwicklung (1) Die Gewinner werden von Face2Face am Tag der Bekanntgabe per Telefonanruf, über den schriftlichen Postweg oder E-Mail über ihren Gewinn informiert. Kann der Gewinner nicht telefonisch erreicht werden, wird der jeweilige Gewinner über seine angegebene E-Mail Adresse oder Postanschrift über seinen Gewinn informiert. (2) Eine Barauszahlung der Gewinne oder eines etwaigen Gewinnersatzes ist in keinem Falle möglich. (3) Der Anspruch auf den Gewinn oder Gewinnersatz kann nicht abgetreten werden. (4) Ist es aus zuvor nicht vorhersehbaren Gründen nicht möglich, dass das Meet&Greet, Konzert oder die Veranstaltung durchgeführt werden kann, hat der Gewinner in diesem Fall keinerlei Anspruch auf Ersatz. (5) Ist aus zuvor nicht vorhersehbaren sicherheitstechnischen Gründen nicht möglich den Besuch im Backstagebereich durchzuführen, besteht kein Anspruch auf Ersatz.

§ 5 Datenschutz (1) Durch die Teilnahme am Gewinnspiel erklärt sich der Teilnehmer ausdrücklich damit einverstanden, dass Face2Face die dazu erforderlichen Daten für die Dauer des Gewinnspiels speichern darf. Es steht dem Teilnehmer jederzeit frei, per Widerruf unter der angegebenen E-Mail-Adresse die Einwilligung in die Speicherung aufzuheben und somit von der Teilnahme zurückzutreten. (2) Die Teilnehmer erklären sich dazu bereit, dass im Falle eines Gewinnes die Namen öffentlich bekannt gegeben werden, beispielsweise über soziale Netzwerke oder die offizielle Homepage von Face2Face. (3) Face2Face verpflichtet sich, die gesetzlichen Bestimmungen des Datenschutzes zu beachten und das Fernmeldegeheimnis zu wahren. (4) Nach Beendigung des Gewinnspiels werden alle einsandten E-Mails wieder gelöscht.

§ 6 Sonstiges (1) Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. (2) Es ist ausschließlich das Recht der Bundesrepublik Deutschland anwendbar. (3) Sollten einzelne dieser Bestimmungen ungültig sein oder werden, bleibt die Gültigkeit der übrigen Nutzungsbedingungen hiervon unberührt.

Filmzensur – gerechtfertigt oder pure Willkür? Teil 1 am Beispiel von Robert Rodriguez´ Kinofilm “Machete”

Eine nackte Frau, die ihr Genital als Aufbewahrungsort für ein Mobiltelefon nutzt, ein Mexikaner, der sich an einem menschlichen Darm aus einem Fenster abseilt und jede Menge abgehackte Körperteile – das Urteil der FSK[1] absehbar: Keine Jugendfreigabe.

 „Machete“ – einst bejubelter Fake-Trailer im Vorspann zu „Planet Terror“ – spielt mit der Überaffirmation[2] vor allem von Gewaltszenen. Umso erstaunlicher ist es, dass der Film weder fürs Kino, noch für die DVD-Version zensiert wurde, wie auf Schnittberichte.com nachzulesen ist. Auf den für DVD und Blu-ray angekündigten Director´s Cut, in dem „neben neuen Figuren auch zusätzliche Gewaltszenen“[3] zu sehen sein sollten, verzichtet Regisseur Robert Rodriguez angeblich im Nachhinein. Möglicherweise aus Furcht vor Zensur. Die Szenen sollen dennoch als Deleted Szenes im Bonusmaterial enthalten sein.[4]

 Nachdem Drogenboss Torrez (Steven Seagal) Machetes Familie tötet, flieht dieser nach Texas, wo ihm für die Ermordung des rassistischen Senators McLaughlin (Robert De Niro) 150.000 Dollar geboten werden. Das Angebot ist jedoch eine Falle: McLaughlin überlebt und nutzt den Anschlag zu Propagandazwecken für seine Wiederwahl, während Machete (Danny Trejo) von Polizei und Mafia gejagt wird. Mit Unterstützung der Untergrundkämpferin Luz (Michelle Rodriguez) und Immigrationsagentin Sartana (Jessica Alba) nimmt Machete den blutigen Kampf auf.

 Bloßes Gemetzel oder vielleicht sogar Gesellschaftkritik mit künstlerischem Anspruch? In Internetforen scheiden sich hierzu die Geister.  „Furchtbar schlecht der Film!! Absolut enttäuschend wie sich die Top Schauspieler hier präsentieren.  Nur Michelle Rodriguez erreicht ihre Normalform!! Null Handlung, schlechte Effekte, miese schauspielerische Leistungen am laufenden Band. Leider kommt anstatt Witz nur B-Movie feeling wie aus den 80er zur Geltung. Wer sich dies trotzdem antut (wie ich) der ist selbst schuld.“,[5] schreibt kino.to-User Henge am 6.01.2011.  Ganz im Gegensatz dazu Kommentare wie das folgende von Batzman: „Ein Film, der genau das liefert, was die Trailer so unnachahmlich versprachen: Mexploitation wie sie sein soll: Böse, blutig, ein bisschen sleazy und over the top, gewürzt mit einer groben satirischen Breitseite gegen die US-Xenophobie[6] […] Und trotz aller Gewalt und ausufernder Brutalität ist Machete wie immer bei Rodriguez auch ein Film mit Herz!“[7]

 Wie sehr Rodriguez mit der Überzeichnung der Charaktere und Darstellungen spielt, wird anhand der Filmposter deutlich: Michelle Rodriguez alias Luz beispielsweise hält in ihrer Hand ein riesiges Gewehr, das mindestens so lang und breit wie ihr gesamter Oberkörper ist.

 Der kritische Betrachter kann gar nicht anders als sich zu fragen, wie eine so zierliche Frau eine derartige Waffe mit nur einer Hand tragen, geschweige denn damit zielen und schießen kann. Seinen Gipfel der Lächerlichkeit erreicht die übertriebene Gewaltdarstellung als sich Drogenboss Torrez die ihn durchbohrende Machete unter genugtuendem Stöhnen noch weiter in den Körper bohrt.  Spätestens an dieser Stelle dürfte der abgeklärte Zuschauer die Ironie, vielleicht sogar den Sarkasmus erkennen, mit dem Rodriguez arbeitet. Eine weitere Parodierung gedankenloser Gewalt ist feststellbar, wenn man sich die Animation des von McLaughlin vorgeschlagenen Grenzzauns ansieht. Die stark vereinfachte, bagatellisierte Darstellung der die Mexikaner darstellenden Männchen, die bei Berührung des Zauns durch einen Stromschlag in hohem Bogen durch die Luft gewirbelt werden, verweist auf einen weiteren Aspekt des Films: seine Funktion als gesellschaftkritisches, vielleicht sogar politisches Statement. Auf sueddeutsche.de wird Rodriguez bereits als „Star des postpolitischkorrekten Zeitalters“[8] gehandelt. „Machete“ sei ein „kleiner revolutionärer Film“, der zeige, „dass die amerikanische Gesellschaft und die Politik, die sie vertritt, der reine Trash sind.“.[9]

Vorschau: Teil zwei zur Filmzensur folgt am 18. März. In der nächsten Woche lest ihr an dieser Stelle Teil zwei der Café-Serie von Jean-Claude.

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Teil 2 zum Thema Filmzensur findet ihr hier.

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[1] FSK = Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft; Die FSK führt freiwillige Prüfungen für Filme, Videokassetten und sonstige Bildträger (z.B. DVDs) durch, die in Deutschland für die öffentliche Vorführung bzw. Zugänglichmachung vorgesehen sind. Für die Jugendfreigabe ist eine gesetzlich vorgeschriebene Kennzeichnung erforderlich, die von der FSK im Auftrag der Obersten Landesjugendbehörden vorgenommen wird. (Quelle: http://www.spio.de/index.asp?SeitID=2)

[2] Überaffirmation = übersteigerte/übertrieben Darstellung

[3] http://www.schnittberichte.com/news.php?ID=2360, abgerufen am 20.01.2011.

[4] Vgl. http://www.schnittberichte.com/news.php?ID=2360, 20.01.2011.

[5] http://kino.to/Stream/Machete-2.html, 20.01.2011.

[6] Xenophobie = Fremdenfeindlichkeit

[7] http://www.fuenf-filmfreunde.de/2010/11/05/machete-review/, 20.01.2011.

[8] http://www.sueddeutsche.de/kultur/im-kino-machete-brutal-spiegelei-romantisch-1.1020834, 20.01.2011.

[9] http://www.sueddeutsche.de/kultur/im-kino-machete-brutal-spiegelei-romantisch-1.1020834, 20.01.2011.

Zuhause ist es doch am schönsten…

… und das sollte es auch sein! Wer geht bei diesem – entschuldigt meine Ausdrucksweise – Sauwetter denn schon gerne nach draußen. Regen, Wind, grauer Himmel, Eiseskälte – kein wirklicher Anreiz für große Unternehmungen. Ein paar Ideen wie man sich trotzdem und zwar in den eigenen vier Wänden allein oder mit Freunden einen schönen Tag/Abend machen kann, gibt´s hier.

 Kleine Bemerkung am Rande: Ich bin mir durchaus im Klaren darüber, dass die folgenden Tipps nicht wirklich innovativ sind, aber sind wir doch mal ehrlich. Oft ist es doch so, dass man den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sieht, wenn ihr versteht, was ich meine. Und da ist es unglaublich hilfreich, die guten – ich nenne sie jetzt mal Second-Hand-Ideen – auf dem Silbertablett serviert zu bekommen. Hier sind sie also: Meine Top 4 (nein, auf drei konnte ich mich diesmal nicht beschränken) der „Daheim-Beschäftigungstipps“:

Erstens: Ich persönlich stehe gar nicht drauf, aber wer´s mag, warum nicht? Tipp Nummer eins ist der Spieleabend! Hierbei muss es sich nicht immer um monotone Karten- und Brettspiele handeln, obwohl die – wie ich gehört habe – auch gaaanz viel Spaß machen können. Eine Empfehlung für die kultivierte Männerrunde: Poker. Hierbei kann nach Herzenslust geblufft und das beste Pokerface trainiert werden. Wer weiß wozu man das mal noch gebrauchen kann. Wer es lieber etwas moderner mag, kann natürlich auch seine Wii-Konsole auspacken. Bei einer Partie Golf, Tennis oder Baseball vergisst man ganz schnell, dass man sich eigentlich im heimischen Wohnzimmer befindet!

Zuhause ist es doch am schönsten…

Muss nicht unbedingt teuer sein: Wellnessbehandlung in den eigenen vier Wänden (© S.K. / pixelio.de)

Zweitens: Alleine oder mit Freundinnen – ein Beauty- und Wellnesstag kommt immer gut an! Denn so eine Gesichtsmaske macht nicht nur unglaublich schön (nachdem sie abgewaschen wurde, versteht sich), mit ihr fühlt man sich auch gleich viel entspannter. Dazu in der heißen Badewanne liegen, im romantischen Schein einiger Kerzen, der Duft von Vanille-, Zimt- oder sonst was –badezusatz in der Luft und dazu Bob Marleys „Three little birds“ im Ohr („Don´t worry about a thing…“) – was könnte beruhigender sein? Übrigens kann so ein Wellnesstag auch dem männlichsten aller Männer nicht schaden – wir Frauen stehen nämlich drauf, wenn ihr gepflegt seid und gut riecht!

Drittens:Ein Kinobesuch ist toll! Ein DVD-Abend in den eigenen vier Wänden noch viel toller und außerdem günstiger! Vorbereitet ist das Ganze schnell: Kurz in die Videothek, die gesamte Herr der Ringe-Trilogie ausgeliehen (alternativ kann man sich natürlich unter anderem auch die Harry Potter Filme oder Stieg Larssons Trilogie „Verblendung“, „Verdammnis“ und „Vergebung“ reinziehen, aber Achtung: bei letzterem sind starke Nerven gefragt!), danach noch schnell in den Supermarkt geflitzt, Chips, Softdrinks, Bier (falls Männer anwesend sein sollten) und Mikrowellenpopcorn eingepackt und schon kann´s losgehen!

Zuhause ist es doch am schönsten…

Da ist garantiert für jeden Geschmack etwas dabei: Raclette-Zutaten (© Ich-und-Du / pixelio.de)

Viertens:Wer sich bei allen bisherigen Vorschlägen zu tatenlos und unkreativ fühlt, für den habe ichselbstverständlich auch noch einen Tipp parat. Wie wäre es zum Beispiel mit einer gemeinsamen Kochsession? Funktioniert mit der besten Freundin, dem Partner, aber auch mit der ganzen Clique. Wobei ich bei letzterem dazu raten würde auf etwas eher Unkompliziertes wie Raclette zurückzugreifen. Kartoffeln, Paprika, Schicken – hier kann jeder etwas schnibbeln und es ist außerdem auch für jeden etwas dabei. Als originellen Nachtisch kann man ein Schokofondue machen. So macht das Obstessen doch gleich viel mehr Spaß (und schmeckt außerdem auch besser mit so einem warmen Schokomantel drumherum) – Hmmm!

Vorschau: Ich hoffe ich konnte euch weiterhelfen! In der nächsten Woche gibt´s kreative Weihnachtsgeschenketipps. Wer also noch nichts für seine Lieben hat und ihnen etwas ganz besonderes bieten will, sollte nächsten Samstag wieder reinschauen!