Allein, aber nicht einsam – von der heilsamen Wirkung des „me, myself and I“

Morgens wach werden, Kaffee aufsetzen, Kühlschrank öffnen, Joghurt herausfischen, Frühstücken – ein Tag, wie er ereignisloser nicht beginnen könnte. Das gilt ganz besonders dann, wenn Schlafzimmerbett und Esstisch nur knappe zwei Meter auseinanderliegen. Seit meinem kürzlichen Umzug in die erste, eigene Wohnung und dem damit einhergehenden Abschied vom WG-Leben befinde ich mich immer häufiger in meiner eigenen Gesellschaft. Und wie ich herausgefunden habe, ist die manchmal Gold wert gegenüber großen Tafelrunden und rauschenden Parties in Großraumdiskotheken.

Habe ich mich damit vom geselligen Herdentier zum Eremiten entwickelt? – mitnichten. Noch immer bin ich tagein, tagaus mehr oder weniger beschäftigt, ob bei der Arbeit oder bei aufregenden Aktivitäten nach Feierabend. Doch wenn ich einmal auf dem Heimweg bin, freue ich mich von Herzen auf die Ruhe nach dem Sturm. Die Tür aufschließen, den Geruch des eigenen Parfums oder des versehentlich liegengelassenen, offenen Müllbeutels die Nase kitzeln lassen und sich dann ganz den eigenen verschrobenen Ritualen widmen: Das kann stundenlanges Anlächeln des eigenen Spiegelbildes oder das Aufreihen des Bücherregalinhalts der Größe oder Farbe nach sein.

Bank

Auf die lange Bank geschoben: Das Zwiegespräch mit dem eigenen Ich (Foto: C.Gartner)

Das klingt alles reichlich danach, als wüsste ich mit mir selbst nichts anzufangen und würde mich daher in selbstgewählte Beschäftigungstherapie begeben. In Wahrheit jedoch empfinde ich solche unsinnigen Aktivitäten als höchst erholsam. Stumpfsinnig, aber irgendwie wahnsinnig entspannend für den Geist. Sind es doch Tätigkeiten, die meine volle Konzentration erfordern, wenn ich ihnen nachgehe, damit beim Duschen nicht etwa Seifenreste unter den Achseln zurückbleiben. Tatsache ist, dass ich es mir erlauben kann, in meinem persönlichen Exil ganz ich selbst zu sein, ohne von Mitbewohnern in flagranti beim Nutella-Löffeln im vollgekleckerten Pyjama erwischt zu werden. Das ist eine neugewonnene Freiheit, derer ich mir zuvor nicht bewusst gewesen bin, zumal sie noch vor einiger Zeit allein finanziell in weiter Ferne lag. Ganz zu schweigen von der Angst vor Konfrontation mit der vermeintlichen Einsamkeit.

Diese Angst ist heutzutage wahrscheinlich mit einer Volkskrankheit vergleichbar. Im Zeitalter von social networking und ständiger Erreichbarkeit scheinen wir den Fokus immer mehr nach außen und immer weniger in unser Inneres hinein zu richten. Öffentliche Präsenz oder mit anderen Worten das Bild, was wir anderen von uns vermitteln möchten, ist in großen Teilen steuerbar. Allein mittels Facebook können wir etwas darstellen, was wir nur allzu gern wären – besonders kreativ, humorvoll oder extravagant zum Beispiel. Uns selbst gegenüber funktioniert das nicht so leicht. Wir können uns nichts vormachen, sondern haben einzig die Wahl zwischen der Akzeptanz dessen, was wir sind oder seiner Verneinung.

Wozu letztere Variante konsekutiv führen würde, ist abzusehen. Wir behaften uns selbst mit Komplexen, weil wir neidisch auf diejenigen sind, denen wir nacheifern, die vermeintlich das haben, wonach wir uns sehnen. Wir wollen uns selbst entkommen, weil wir unzufrieden sind, aber andererseits nicht ausreichend bereit, an uns zu arbeiten und schrittweise das zu eliminieren, was wir für unsere Schwierigkeiten verantwortlich machen. Eben weil wir Angst vor der Konfrontation mit dem Ich haben, das unser größter Kritiker und unser liebster Mensch zugleich ist.

Fischschwarm

In medias res: Wir sind meistens in Gesellschaft – nur nicht immer auch in Bester (Foto: Perlowa)

Tief in uns drinnen nämlich haben wir uns selbst furchtbar gern und scheuen daher, mit diesem Ego ins Gericht zu gehen, es zu hinterfragen und darin herumzuwühlen. Lieber betäuben wir uns mit allem, was uns vor die Flinte läuft – leider gibt es auf dem Gebiet auch menschliche Sedativa, die nur dazu dienen, uns zu bespaßen, uns abzulenken und damit das zu kompensieren, was wir Einsamkeit schimpfen. „Einsamkeit“, das ist streng genommen Definitionssache. Wir sagen, alte Menschen wären einsam, wenn sie niemanden als sich selbst haben, weil ihren Partner und Freunde unter den Händen weggestorben sind und sie eigentlich nur die nächsten sind, die auf dem Sofa den Sensenmann erwarten. Wir halten uns selbst für einsam, wenn wir Single sind, sprich niemanden haben, der sein Leben mit uns teilt. Im Umkehrschluss teilen wir damit aber auch unser Leben mit niemandem, was bedeutet, dass wir uns selbst zur Abwechslung die ungeteilte Aufmerksamkeit schenken können. Wenn wir nur wollen. Wenn wir das Alleinsein als das nehmen, was es oftmals ist: Zeit, um sich zu sammeln, seine Ziele neu zu stecken, zur Ruhe zu kommen, sich auf das zu besinnen, was zählt. Fehler zu überdenken und aus ihnen zu lernen. Und wann könnte man das alles besser als singend unter der Dusche oder beim Sortieren seines Büchersammelsuriums?

Haare waschen – aber richtig

Haare waschen – aber richtig

Gesund bis in die Spitzen: Bereits beim Haarewaschen können ein paar einfach Tricks das Haar schützen und pflegen (© Rainer Sturm / pixelio.de)

Draußen herrscht klirrende Kälte, drinnen dafür trockene Heizungsluft – kein Wunder, dass die Haare unter dieser Kombination leiden. Wer keine Zeit für ausgiebige Kuren hat, kann mit ein paar einfachen Tricks sein Haar bereits beim Waschen pflegen und unnötiges Strapazieren vermeiden.

1. Vor dem Waschen

Da die Schuppenschicht eurer Haare in nassem Zustand besonders empfindlich ist, solltet ihr sie VOR dem Waschen vorsichtig durchkämmen. Dabei auch ruhig mal in außergewöhnlichere Richtungen als immer nur von vorn nach hinten bürsten – das massiert die Kopfhaut und ist damit nicht nur angenehm, sondern regt auch das Haarwachstum an.

2. Während dem Waschen

Am besten verwendet ihr ein Shampoo, das speziell auf die Bedürfnisse eurer Haare abgestimmt ist. Tipp: Probiert euch einfach mal durch das Angebot an Produkten und Marken und stellt so fest, welche(s) euer Favorit ist.

Das Shampoo nur in den Ansatz einmassieren, denn dort werden die Haare als erstes fettig. Beim Auswaschen läuft genug Shampoo an den Längen und Spitzen vorbei, sodass auch diese sauber werden. Wer eine Spülung benutzen möchte – diese kann man auch durch eine Sprühkur nach dem Waschen ersetzen (Siehe Punkt 3) – sollte diese wiederum nur in den Längen und Spitzen auftragen, da sonst der Ansatz schneller nachfettet.

Haare waschen – aber richtig

Nicht schön, aber sinnvoll: Turban tragen statt Haare trocken rubbeln (© Jeanne Müller / pixelio.de)

Die Wassertemperatur sollte möglichst lauwarm, niemals heiß sein. Nach dem Waschen die Haare einmal eiskalt durchspülen – das verleiht ihnen später einen schönen Glanz, da sich die bereits erwähnte Schuppenschicht wieder anlegt. Wer das Haarewaschen mit duschen verbindet: Auch hier empfiehlt sich ein kurzes Abkühlen nach einer ausgiebigen und warmen Dusche – der Temperaturunterschied stärkt das Bindegewebe und beugt so längerfristig Krampfadern und Cellulite vor.

3. Nach dem Waschen

Die Haare nach dem Waschen für etwa 15 Minuten in einem Handtuch zu einem Turban wickeln – in keinem Fall darf gerubbelt werden, denn das führt zu Spliss. Dann das Handtuch abnehmen und eine Sprühkur in das gesamte Haar auftragen. Nach weiteren fünf Minuten Einwirkzeit die Haare vorsichtig und mit den Spitzen beginnend mit einem möglichst breitzinkigen Kamm kämmen. Schließlich noch ein Spitzenfluid auftragen – wie der Name schon sagt nur in die Spitzen und ein wenig in die Längen.

Die Haare danach am besten an der Luft trockenen lassen. Wer Föhn oder Glätteisen verwendet, sollte ausreichend Zeit einplanen, um die Haare möglichst lange vortrocknen zu lassen. Außerdem sollte vor dem Föhnen beziehungsweise Glätten in jedem Fall ein Hitzeschutzprodukt verwendet werden.

Noch mehr haarige Tipps, sowie Produktvorschläge findet ihr HIER.

Vorschau: Nächsten Sonntag gibt´s ein Do-it-yourself-Tutorium für individuell gestaltete Jeans.