Guten Schlaf auch

Guten Schlaf auch

Ein Traum? Guter Schlaf, egal wo (Foto: Obermann)

Momentan ist der Wurm drin. Gut, wahrscheinlich liegt es mehr an einem kleinen Würmchen, oder auch zweien. Doch mein Schlaf leidet. Ungemein sogar. Ich drehe mich, so gut es geht, mache nächtliche Spaziergänge durch das Haus, warte im Halbdunkel auf das Klingeln meines Weckers. Was bei mir die körpereigene Vorbereitung auf den Schlafmangel durch ein Neugeborenes ist, ist aber bei vielen anderen Schlaflosen ein wesentlich größeres Problem. Mein Körper gönnt sich selbst immer wieder etwas weniger Schlaf, sorgt aber dennoch dafür, dass ich erholt bin. Diesen Segen haben andere nicht.

Doch wieso brauchen wir Schlaf überhaupt? Wieso leiden wir, wenn wir nicht genug davon bekommen und was können wir gegen Schlaflosigkeit tun? Keine leichten Fragen, auf die es einfache Antworten gibt. Denn die Lösung kann einfach sein, oder kompliziert. Guter Schlaf ist, wie die Menschen, die ihn wollen, sehr individuell. Trotzdem gibt es Tipps, die immer sinnvoll sind, wenn es um guten und erholsamen Schlaf geht. Einige davon hat die Tipps & Tricks Rubrik bereits für euch festgehalten und damit seid ihr schon einmal auf dem richtigen Weg.

Guten Schlaf auch

Schlafen wie ein Baby: Guter Schlaf ist immer wichtig (Foto: Obermann)

Schlaf ist ein notwendiger Begleiter unseres Lebens. Auch wenn gerade junge Menschen dazu neigen, gerne mal Nächte durchzumachen oder zumindest die Schlafenszeit nach hinten zu verlegen, benötigen wir ihn zu Regeneration. Im Schlaf werden Informationen aus unserem Kurzzeitgedächtnis ins Langzeitgedächtnis übertragen. Unser Immunsystem wird durch Schlaf gestärkt und einzelne Stoffwechselreaktion laufen gerade dann auf Hochtouren. Wachstumshormone werden ausgeschüttet, die nicht nur in der Kindheit fürs Wachsen zuständig sind, sondern später auch für Fettverbrennung, also eine schlanke Linie. Immer wieder gibt es Studien, die behaupten, wer viel schläft, wäre schlanker, gesünder oder würde länger leben. Wieviel an den jeweiligen Thesen dran ist, kann man in Frage stellen. Tatsache aber ist: Nach einer erholsamen Nacht fühlen wir uns tatkräftig und fit, nach schlechtem Schlaf einfach nur mies. Nicht umsonst hat Robert Schneider den Protagonisten seines Romans „Schlafes Bruder“ Selbstmord begehen lassen, indem er aufgehört hat, zu schlafen.

Unsere Schlafprobleme sind deswegen so individuell, weil sie oft an mehreren Dingen liegen. Jemand, der den Kopf nicht freibekommt, nascht vielleicht spät abends noch etwas – zur Ablenkung versteht sich – und kommt dann auch im Bett nicht zur Ruhe. Dann ist oft das Schlafzimmer viel zu warm, weil wir es beim Umziehen eben nicht so gerne nur 18 Grad haben. Wir sehen fern vor dem Zubettgehen und lesen im Bett noch ein spannendes Buch. Und regelmäßige Bettzeiten haben wir verlernt, seit Mama uns nicht mehr sagt, dass es Schlafenszeit ist. Wenn dann noch das Handy auf dem Nachttisch vor sich hin leuchtet, oder der Fernseher uns in den Schlaf führen soll, wird alles ganz schnell ungemütlich. Am ganzen Dilemma sind wir also oft selbst schuld. Oft, aber nicht immer.

Auch die einfachen Beschwerden können sich zu einer Schlafstörung entwickeln. Die Tiefschlafphasen werden geringer und der REM-Schlaf, die Zeit in der wir träumen, ändert sich. Andere Beschwerden können die Situation verschlimmern oder auch selbst auslösen. Beispielsweise Atembeschwerden, die sogenannte Schlafapnoe, die unterschiedliche Ausprägungen haben kann. Im schlimmsten Fall ist eine Nacht im Schlaflabor eine Möglichkeit, der Ursache auf den Grund zu gehen und weitreichende Folgen zu vermeiden. Wer also mit allen guten Ratschlägen dennoch keine geruhsame Nacht hat, sollte sich an den Arzt seines Vertrauens wenden und der Sache auf den Grund gehen.

Wer nun aber nur ab und zu schlaflose Nächte hat, sollte erst mal nicht besorgt sein. Oft liegt es dann doch nur an Stress, einem unausgedachten Gedanken oder einem zu reichhaltigen Abendessen. Damit sind wir dann auch nicht unbedingt in schlechter Gesellschaft. In seinem „Einschlafbuch für Hochbegabte“ berichtet Dietmar Bittrich von allerlei Berühmtheiten, ihren schlaflosen Nächten und ihren Mitteln dagegen. Dabei ist das Buch geradezu entspannend geschrieben. Die ideale Einschlafhilfe also.

Vorschau: Alexandra fragt sich nächste Woche: „Bin ich langweilig“ und überlegt, warum so viele Menschen plötzlich ihr Leben feiern.

„Wer schlafen kann, darf glücklich sein“ (Erich Kästner) – fünf Einschlaftipps

„Wer schlafen kann, darf glücklich sein“ (Erich Kästner) - fünf Einschlaftipps

Es wird Nacht - schlafen kann trotzdem nicht jeder (Foto: Beutler)

Dem ein oder anderen dürfte das im Folgenden beschriebene Szenario durchaus bekannt vorkommen: Es ist Sonntag-Abend, ein turbulentes Wochenende – keinmal ging es vor drei Uhr früh ins Bett – liegt hinter einem und mit dem Gedanken an Schule, Uni oder Arbeit wälzt man sich nun unruhig von einer auf die andere Seite. Und obwohl man von den freizeitlichen Aktivitäten vollkommen erschöpft ist, will sich der rettende Schlaf einfach nicht einstellen.

 Im Rahmen einer Befragung von rund 3.000 Arbeitnehmern im Alter zwischen 35 und 65 Jahren hat die „Deutsche Angestellten Krankenkasse“, kurz DAK, ermittelt, dass sich beim Thema Schlafstörung etwa die Hälfte der Befragten betroffen fühlt. Auf die gesamte erwerbstätige Bevölkerung in Deutschland übertragen, hieße das, dass rund 20 Millionen Personen an leichten bis hin zu starken Schlafstörungen leiden.

 In dieser Situation aber gleich zu harten Medikamenten greifen, die einen bei überhöhter Dosierung womöglich das Weckerklingeln am nächsten Morgen verschlafen lassen – nein, danke. Deshalb hier: Die laut Internetrecherche fünf bewährtesten und am häufigsten empfohlenen Hausmittel bei Einschlafproblemen.


Tipp 1: Das richtige Getränk für süße Träume

Sie enthält nicht nur wertvolles Calcium, sondern auch die beruhigend wirkende Aminosäure Tryptophan: Milch ist ein wahres Wundermittel, wenn es um wohltuenden Schlaf geht. Vor dem Zubettgehen einfach eine Tasse warme Milch mit etwas Honig trinken. Die raffiniertere Variante: Mandelmilch. Dazu 20 Gramm Mandeln im Mixer zerkleinern, mit 200 Milliliter Milch und zwei Teelöffeln Honig erwärmen. Eine halbe Stunde vor dem Schlafengehen trinken – süße Träume!


Tipp 2: Naschen erlaubt – aber wenn, dann richtig

Mit vollem Magen im Bett liegen? – Keine gute Idee. Hungrig ins Reich der Träume zu entfliehen, funktioniert aber meist auch weniger gut. Daher gilt: nach 18.00 Uhr möglichst nur noch zu den folgenden Lebensmittel greifen: Nüsse, Bananen, Datteln und Vollkornprodukte. Diese fördern die Produktion des Schlafhormons Melatonin.


Tipp 3: Hitzschlag oder Kältestarre

Auch die richtige Temperatur im Schlafzimmer kann sich positiv auf das Ein- und Durchschlafen auswirken. Das optimale Schlafklima liegt zwischen 15 und 18 Grad. Auch ein leichter Durchzug, beispielsweise durch ein schräg gestelltes Fenster kann förderlich sein.


Tipp 4: Sport ist Mord? – Nicht was das Einschlafen betrifft

Hat man das Gefühl einfach nicht zur Ruhe kommen zu könne, weil einem tausende von Gedanken durch den Kopf gehen, kann ein kleiner Spaziergang wahre Wunder wirken. Die Bewegung an der frischen Luft und die Möglichkeit die vergangenen Tage und Erlebnisse noch einmal Revue passieren zu lassen, können sich beruhigend auf Körper und Geist auswirken – so kann man entspannt ins Bett fallen. Hochleistungsport zu später Stunde sollte jedoch möglichst vermieden werden.


Tipp 5: Entspannung ist das A und O

 Mindestens eine Stunde vor dem Schlafengehen sollte man anstrengende Tätigkeiten vermeiden. Ein Buch lesen, die Lieblingsserie im Fernsehen anschauen oder wie in Tipp vier spazieren gehen, geben dem Körper die Möglichkeit sich zu entspannen – so fällt das Einschlafen später um einiges leichter. Die notwendige Entspannung kann aber auch mit einem Kräuterbad erreicht werden. Das Wasser sollt hierbei nicht zu heiß – höchsten 37 Grad – sein. Badezusätze wie Melisse, Lavendel oder Baldrian beruhigen zusätzlich. Kerzenlicht und Entspannungsmusik verwandeln das Badezimmer in eine wahre Wellness-Oase. Zehn Minuten in der warmen, duftenden Wanne sind völlig ausreichend. Also dann: Gute Nacht!

Vorschau: Wie schreibt man eigentlich eine Bewerbung? Und was zieht man zum Vorstellungsgespräch an? Diese Fragen und noch einige mehr wird euch Gülcin nächsten Sonntag an dieser Stelle beantworten.