Berlin im Mode-Fieber: Alle Highlights der Mercedes-Benz Fashion Week auf einen Blick

Gewagte Looks, wunderschöne Kollektionen, jede Menge Designer und eine prominente Front Row. Auch in diesem Jahr ließ die Fashion Week Berlin Herbst/Winter 2014/2015 keine Wünsche der Mode-Liebhaber offen. Alle Highlights haben wir für euch zusammengefasst.

Trends

Die aktuelle Lieblingsfarbe der Designer ist aktuell Blau! In allen möglichen Variationen war sie auf den Laufstegen stets vertreten – Designer Marcel Ostertag präsentierte beispielsweise eine Federjacke in leuchtendem Blau.

Ein besonders schmeichelnder Trend für Frauen sind die hoch taillierten Kleider und Röcke, die eine besonders schmale und verführerische Taille zaubern. So präsentierte Designerin Lena Hoschek unter anderem ein goldenes Kleid mit hohem Bund, dessen oberer Teil aus transparentem, schwarzen Stoff bestand.

Wo wir auch schon bei der Transparenz wären, die dem Gegenüber spannende Einblicke gewährt und so im kommenden Herbst/Winter zumindest diesen wärmt.

Allgemein wurden gerne außergewöhnliche Stoffe wie Patchwork oder fließende Stoffe verwendet, die die Roben noch zusätzlich aufwerten.

Ein eher kritisch angesehener Trend war der Pelz. In echt und Imitat war er auf den Laufstegen zu sehen und wärmte die Models an jeglichen Körperstellen. Bei Designerin Anja Gockel sorgen beispielsweise Muffs für warme Hände in der kalten Jahreszeit.

Kollektionen

Besonderes Aufsehen erregten die Labels Lala Berlin und Kaviar Gauche, die Kollektionen präsentierten, die mit ihren wunderschönen Designs nahezu jedem gefallen. Auch die Kollektionen von Schumacher, Vladimir Karaleev und Perret Schaad fielen mit einzelnen Details, wie Drapagen oder Stylings, positiv auf.

New Comer

New Comer Designerin Alena Akhmadullina präsentierte ihre von Märchen inspirierte Kollektion auf der Fashion Week unter dem Motto „Das Gespenst von Canterville“ – besonders begeistert hier die feminine Mode.

Liliana Nova war mit ihrem jungen Label ebenfalls erstmalig vertreten und präsentierte stylische und qualitative Hutkreationen.

Shows

Mit Live-Perfomance und Special-Effekts feierte Kaviar Gauche ihr zehnjähriges Jubiläum unter dem Motto „Everlasting Love“. Live-Act waren Sämgerin Jaine Henkes und ihre Band „All the Ghosts“.

Prominente

Schauspielerin Liz Hurley bei der Fashionshow von Marc Cain, Model und Schauspielerin Georgia May Jagger bei Designerin Alena Akhmadullina, Model und Schauspielerin Jerry Hall bei der Fashion IG by Peek & Cloppenburg und Fernsehmoderatorin, Schauspielering und Sängerin Barbara Schöneberger bei der Show von Marc Cain sorgten für prominente Aufmerksamkeit am Brandenburger Tor.

Wird der kommende Winter also genauso heiß wie die diesjährige Fashion Week, müssen wir uns wohl gar nicht so warm anziehen.

Vorschau: …

Luxusmarken und ihr Umgang mit digitalen Medien

Luxusmarken sind, wie der Name schon sagt, luxuriös, exklusiv und nur einem begrenzten Personenkreis zugänglich. Das digitale Zeitalter, in dem das Internet unbegrenzte Informations- und Einkaufsmöglichkeiten bietet, kann für Luxusmarken ein echtes Problem darstellen. Wie die Luxusmarken diese Herausforderungen der heutigen Zeit meistern, verrät euch Face2Face diese Woche.

Bis vor einigen Jahren war die Standortwahl der Luxusboutiquen ein entscheidender Erfolgsfaktor, der nicht zuletzt auf das Image der Marke einen großen Einfluss hat: Man sehe sich nur die Prachtgeschäfte in der Londoner Bond Street, der Fifth Avenue in New York oder dem Place Vendome in Paris an. Chanel, Louis Vuitton und Co. waren auf der Suche nach prestigeträchtigen Straßenzügen, die über eine gute Anbindung und Zugänglichkeit verfügen, um genug Laufkundschaft zu sichern. Deshalb versammelten sie sich an einigen wenigen Plätzen in Großstädten auf der ganzen Welt. Den Spagat, den die Luxusboutiquen hierbei schafften, war es zum einen, Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen und dennoch im Inneren des Ladens nur einen exklusiven und elitären Kundenkreis zu bedienen.

Mit dem Aufstieg der digitalen Medien ändert sich nun dieses erprobte Spielfeld für Luxusmarken deutlich. Nun gilt es nicht mehr, sich nur in den verschiedenen Stadtgebieten zu positionieren, sondern auch eine Strategie für den Umgang mit digitalen Medien zu entwickeln. Dafür gibt es ganz verschiedene Herangehensweisen, welche schon mit der Frage beginnen, ob eine Luxusmarke einen Online-Shop betreiben sollte oder nicht. Alle Produkte mit den zugehörigen Produktinformationen und Preisen für jedermann zugänglich im Internet zu präsentieren, widerspricht dem Anspruch der Exklusivität der Luxusmarken. Darüber hinaus geht bei einem Online-Einkauf die Einkaufszeremonie, welche für Luxusmarken extrem wichtig ist und der Kundenbindung dient, verloren. Oftmals ist es nämlich nicht nur das Produkt, das Luxus vermittelt, sondern bereits das Einkaufserlebnis: die persönliche Begrüßung an der Tür, das Anbieten eines Glases Champagner oder einer Tasse Kaffee, die hochklassige Beratung – all dies geht bei einem Online-Einkauf verloren. Gleichzeitig erwarten immer mehr Kunden, ihre Einkäufe bequem von Zuhause aus erledigen zu können. Dies bringt Luxusmarken in einen erheblichen Zwiespalt, wie mit dieser Entwicklung umgegangen werden soll. Während einige Marken, wie beispielsweise Hermès oder Louboutin, umfangreiche Onlinestores anbieten, pochen Marken wie Chanel auf Exklusivität und vertreiben ihre Produkte auch weiterhin nur über ihre Boutiquen.

Doch nicht nur bei den Vertriebswegen müssen sich Luxusmarken über ihre digitale Strategie bewusst werden, auch beim Einsatz digitaler Medien in den Boutiquen ist Einfallsreichtum gefragt. So haben immer mehr Modehäuser in ihren Geschäften große LED-Bildschirme, auf denen Videos der aktuellsten Kollektionen präsentiert werden, oder Tablets, die den Kunden in den Geschäftsräumen zur Verfügung stehen, um das gesamte Produktangebot der Marke einsehen zu können. Vorreiter in der Verknüpfung dieser digitalen Anwendungen und dem konventionellen Verkauf ist die englische Marke Burberry in London. Im Flagship-Store in der Regent Street unterstreicht der Einsatz digitaler Medien das Markenimage des Modehauses durch audiovisuelle Highlights, die über 100 Bildschirme und mehr als 500 Lautsprecher übertragen werden, oder durch Bands, die das Shoppingerlebnis zu etwas ganz Besonderem werden lassen. Das Geschäft selbst soll so zu einem multimedialen Erlebnis werden, wie es das Internet selbst auch ist.

Auch soziale Netzwerke machen vor den Luxusmarken keinen Halt. Hier ist das Potential für Luxusmarken besonders groß, Aufmerksamkeit zu erregen, ein Gruppengefühl zu erzeugen und auch diejenigen anzusprechen, die momentan vielleicht noch nicht zu den Käufern gehören, aber bereits dem „dream factor“ erlegen sind. Über soziale Netzwerke kann Kommunikation stattfinden, es können Imagevideos verbreitet werden, oder Neuigkeiten beispielsweise von den Modewochen gepostet werden.

So zeigt sich, dass digitale Medien durchaus positiv für Luxusmarken einzuschätzen sind. Sie können das Einkaufserlebnis zu etwas ganz Besonderem machen, solange sie vorsichtig mit der Exklusivität der Luxusmarken in Einklang gebracht werden.

Claudia Schiffer oder Nachwuchsdesigner – um wen geht‘s in „Fashion Hero“?

KOMMENTAR: Die Fernsehsendung „Fashion Hero“ mit Claudia Schiffer, die vom 9. Oktober bis zum 27.November auf ProSieben ausgestrahlt wurde, sorgt in der Medienwelt zurzeit für massig Gesprächsstoff. Nachdem der Münchener Designer Marcel Ostertag, der seine Mode schon mehrmals auf der Berliner Fashion Week präsentiert hat, das Finale der Fernsehsendung gewann, sind die Diskussionen groß.

Eine Focus Online-Leserin bringt die Kritik in einem Kommentar auf den Punkt: „Hätte man sich mehr an das US Format eines „Project Runway“ angelehnt, hätte das durchaus was werden können. Ich denke, dass in Deutschland generell kein großes Interesse an solchen Sendungen besteht. Und die Juroren (außer Claudia Schiffer) kannte wohl auch keiner“. Nicht nur die Einschaltquoten liegen unter einer Million, sondern auch Ex-Model Claudia Schiffer wird heftig kritisiert. Es ständen nicht die Nachwuchsdesigner im Mittelpunkt, sondern Frau Schiffer mit ihren strahlend weißen Zähnen. Focus Online nennt sie sogar die „bestaussehende Fehlbesetzung“, denn richtig viel habe sie zur Fernsehsendung angeblich nicht beigetragen, außer ein paar Worten zu Kollektionen die sie „cool und edgy“ findet. Dass nun auch ein Designer zum talentiertesten Jungdesigner Deutschlands gewählt wurde, der den Fuß schon in der Türe hatte, lässt Schiffer in einem noch schwärzeren Licht stehen.

ProSieben sucht über „Fashion Hero“ Jungdesigner, die Sinn für Massengeschmack haben. Es sollen keine Entwürfe sein, die Emotionen erwecken und Menschen berühren, wie es auf manchen internationalen Schauen das ein oder andere Mal passiert. Reicht diese Massenabfertigung denn aber aus für eine gute Show? Ganz ohne Emotionen? Wohl nicht, denn auch mit einer wahnsinnig aufwendigen Bühnenshow, bei der Flammen aus der Bühne kommen oder Models von der Decke abgeseilt werden, kann Schiffer die Masse nicht begeistern. Außerdem ist es dem Zuschauer egal geworden, was aus Schiffers Schützlingen einmal wird oder ob sie ihren großen Traum Mode zu machen weiterhin verfolgen. Denn er erfährt ohnehin nichts über den Nachwuchs, geschweige denn über den Designprozess. Die Kritik der Juroren ist oberflächliches Geplänkel und weder konstruktiv noch fachlich fundiert. Basierend auf der Idee von Heidi Klums „Germany’s Next Topmodel“ ist „Fashion Hero“ nur ein billiger Abklatsch. Schiffer versucht, ihrer Kollegin Konkurrenz zu machen und den gleichen Erfolg zu ernten.

Man merkt schnell, dass sich alles nur noch um Schiffer dreht, und nicht um die Designer, die ihr Können unter Beweis stellen können, indem sie zeigen, dass sie ihre Ideen zu kommerzialisieren wissen. Leider hat die 43-Jährige damit einen Griff ins Klo gelandet. Statt ihrer Rivalin nachzueifern, sollte Schiffer sich lieber darum bemühen, ein Format zu finden, das zu ihrer Persönlichkeit passt.

Vorschau: Nächste Woche geht es darum, wie Luxusmarken digitale Medien nutzen.

BYCO – eine echte Chance für Jungdesigner

Aller Anfang ist schwer – gerade für Jungdesigner, die in der Modebranche Fuß fassen wollen, gilt das besonders. Jobs sind rar, die Konkurrenz ist groß und die Gehälter niedrig. Deshalb stellt euch Face2Face heute eine Internetseite vor, die Mitte diesen Jahres ins Lebens gerufen wurde und Designern das Leben erleichtern soll: BYCO.

Designer haben mit allerhand Schwierigkeiten zu kämpfen. Nach einem erfolgreichen Studienabschluss oder einer Ausbildung beginnt für viele Jungdesigner ein wahrer Kampf. Jobs bei Modehäusern und etablierten Designern sind rar und oftmals sind viele unbezahlte Praktika notwendig, um sich für eine Festanstellung empfehlen zu können. Dazu kommt, dass es nur so von Mitbewerbern wimmelt, die genau denselben Job, genau dasselbe Praktikum ergattern wollen. Glücklich schätzen können sich diejenigen, die eine Assistenzstelle bei einem Modelabel ergattern können. Gleichzeitig macht sich unter diesen „Glücklichen“ aber auch Unzufriedenheit breit, da sie in ihrem Beruf ihre Kreativität nicht so ausleben können, wie sie sich das eigentlich wünschen.

BYCO ist eine Plattform, die sich genau dieser Problematik annimmt und versucht Abhilfe zu schaffen. Hinter der Internetseite verbirgt sich eine mikrofinanzierte Designer-Plattform, die von Jesse Finkelstein und dessen Schwester Meredith gegründet wurde. Mit BYCO bietet das Geschwisterpaar Designern ein Rundum-Sorglos-Paket, da Finkelstein sich um die Produktion, das Marketing und den Verkauf kümmert. Im Einzelnen funktioniert das Konzept so, dass jeder Designer seine Entwürfe bei BYCO einreichen kann und Finkelstein die Kosten für die Produktion des Musters errechnet. Nach beiderseitigem Einvernehmen werden die Muster online auf die Investitionsseite gestellt. Investoren bezahlen für das Muster und anschließend geht Finkelstein mit dem Kleidungsstück in Produktion. Aus dem Verkauf erhält der Designer 20 bis 30 Prozent des Umsatzes, Investoren zehn Prozent und der Rest verbleibt bei Finkelstein für den administrativen Part.

Durch dieses adaptierte Crowdsourcing-Vorgehen bekommen Designer die Möglichkeit, ihre Entwürfe tatsächlich in die Realität umzusetzen. Zuvor haben ihnen dazu oftmals die Mittel aber vielleicht auch das Wissen und die Kontakte Finkelsteins gefehlt, der selbst aus der Modebranche kommt. Die Seite ist aber nicht nur vorteilhaft für Designer, sondern auch für die Kunden der Plattform. Da die Preise im mittleren Preissegment liegen, ist BYCO gerade für Trendsetter, die auf limitierte Kollektionen Wert legen, besonders interessant. Das System bietet die Möglichkeit, ein Designerstück, wenn auch von einem unbekannten Designer, für ein überschaubares Budget zu erstehen. Unter den Designern der Plattform finden sich Absolventen von Modeschulen, die bisher noch ohne Job sind und so etwas Geld dazuverdienen. Unter ihnen sind aber auch Assistenten großer Modehäuser, wie zum Beispiel Randy Kabot, die für Calvin Klein arbeitet.

Alles in allem scheint BYCO ein gutes Beispiel dafür zu sein, wie die Modeindustrie auch sein kann: eine große Spielwiese für all jene großartigen Talente, die ihre Kreationen an den Konsumenten bringen wollen und für diejenigen, die gerne das ein oder andere hochwertige und einzigartige Designerstück tragen würden, ohne sich dafür in Unkosten stürzen zu müssen.

Vorschau: Nächste Woche dreht sich in der Moderedaktion alles um modische Weihnachtsgeschenke für sie und ihn.

Berlin Fashion Week Juli 2013

Berlin im Fashion-Fieber: Escada auf der letzten Berlin Fashion Week. (Foto: Wikipedia)

Berlin im Fashion-Fieber: Escada auf der letzten Berlin Fashion Week.
(Foto: Cornelia Schuhbauer/ www.fashionvictress.com)

Berlin im Ausnahmezustand! Von Dienstag, 2. bis Freitag, 5. Juli war es wieder so weit – Designer von Holy Ghost, Perret Schaad, Lala Berlin und viele mehr zeigten ihre kreativen Kollektionen für Frühjahr/Sommer 2014 in der deutschen Hauptstadt. Face2Face zeigt euch die besten Highlights, schönsten Trends und wichtigsten News auf einen Blick.

Über 50 Designer tummelten sich in der ersten Juliwoche am Brandenburger Tor, um ihre neusten Kreationen zu präsentieren. Zwar fehlten diesmal große Zugmarken wie Boss und Escada, stattdessen waren besonders viele Jungdesigner vertreten, zum Beispiel Achtland, Vladimir Karaleev oder Michael Sonntag. Eindrucksvolle Fashionshows zeigten Lala Berlin, mit zarten Stoffen und Farben und einer einmaligen Location in den alten Opernwerkstätten, Schumacher und Guido Maria Kretschmer, die mit luxuriösen und eleganten Farben und Schnitten glänzten. Michalsky krönte den Abend mit der exklusiven StyleNite.

Nach den Fashionshows feierten Promis, Models und Designer die erfolgreichen Kollektionen unter freiem Himmel auf der Sonnenterasse, auf der Vogue-Party oder der „Place to B“-Party von BILD. Dabei waren auch internationale Stars wie Mischa Barton, Sylvie van der Vaart und Til Schweiger vertreten.

Vor dem Brandenburger Tor fanden wieder einmalige Fashion Shows und Partys statt: das Brandenburger Tor  bei Nacht. (Foto: Wikipedia)

Vor dem Brandenburger Tor fanden wieder einmalige Fashion Shows und Partys statt: das Brandenburger Tor bei Nacht.
(Foto: Thomas Wolf, www.foto-tw.de)

Doch was sind nun die Trends des kommenden Sommers? Es wird auf jeden Fall ultra-feminin. Mit Wasserwelle im Haar, Retro-Lidstrich und farbenfrohen Pastelloutfits machen wir kommende Saison die Straßen unsicher. Trotzdem sind zeitlose Eleganz und stilistische Stärke immer noch stark präsent. Der Trend geht unter anderem auch stark in Richtung Nachhaltigkeit. „Green“ ist also nicht nur für unsere Lebensmittel, sondern auch in der Modeszene richtig angesagt. Woher kommen die Stoffe und aus was bestehen sie? Das beschäftigt die Macher aktuell.

Durch die vielen unterschiedlichen und vielfältigen Designer, die in diesem Jahr auf der Berlin Fashion Week vertreten waren, wird die Modeszene einer immer breiteren Zielgruppen verfügbar gemacht und geht auf die vielen individuellen Bedürfnisse der Einzelnen ein. Die Menschen werden offener gegenüber unbekannten Designern und interessieren sich vor allem für die Geschichte ihres Designerstücks. Zwar hätten bestimmt viele Modeliebhaber gerne die neuen Kollektionen der großen Marken, wie Hugo Boss bewundert, dank deren fehlender Präsenz, hatten dafür jedoch die kleineren Labels ihren ganz großen Auftritt.

Vorschau: Nächste Woche gibt es ein Interview mit Natascha Witzleb vom Modelabel Miss.

Von Punk bis Haute Couture: Vivienne Westwood

Als ich neulich einem Freund erzählte, dass das Thema meines nächsten Artikels Vivienne Westwood wäre, bekam ich als Antwort „Ist das nicht diese komische Punk-Oma?“ zu hören. Wie er, verbinden viele mit der exzentrischen Modedesignerin die Punkrock-Szene – doch dass sie viel mehr als nur die „Mutter“ der Punkrock-Mode ist, nehmen nur wenige wahr. Für insgesamt vier verschiedene Linien entwirft Vivienne Westwood mittlerweile Mode: Red Label (Prêt-à-Porter), Gold Label (Haute Couture), Anglomania (Casual Wear) und Man. Zu ihrem absoluten Markenzeichen gehört bis heute das eigene Schottenkaro MacAndreas.

Die britische Modedesignerin wurde am 8. April 1941 als Vivienne Isabel Swire in Glossop geboren und wuchs in bürgerlichen Verhältnissen mit ihren beiden Geschwistern auf. Nachdem sie die Schule beendet hatte, beschloss sie eine Lehrerausbildung zu absolvieren und arbeitete insgesamt zehn Jahre lang in diesem Beruf. Anschließend begann ihre Karriere als Modedesignerin, die sie weltweit berühmt machte.

Im Jahr 1962 heiratete Vivienne Westwood den Werkzeugmacher Derek Westwood, mit dem sie ihren ersten Sohn, Ben, bekam. Nach nur drei Jahren Ehe ließ sich das Paar jedoch wieder scheiden und Westwood lernte ihren späteren Geschäftspartner Malcom McLaren kennen, mit dem sie 1967 ihren zweiten Sohn, Joseph Ferdinand Corre, bekam. McLaren, selbst britischer Modemacher und Musik-Manager, war maßgeblich dafür verantwortlich, dass Westwood den Beruf der Modedesignerin einschlug.
Als Mutter begann sie ihre Kleidung zu nähen und brachte sich das Handwerk selbst bei, indem sie die Nähte der Kleidung zunächst öffnete, um den Schnitt und die Nähte nachvollziehen zu können und anschließend wieder zusammennähte.
1971 eröffneten McLaren und Westwood in der Londoner King’s Road 430 ihre erste eigene Boutique unter dem Namen „Let it Rock“. In diesem Laden zählten vor allem Teds (Anm. d. Red.: Jugendliche Protestbewegung, die sich Anfang der 1950er Jahre in England entwickelte und sich vor allem durch einen eigenen Modestil abgrenzte)  zu ihren Kunden, daher bestand das Sortiment insbesondere aus creepers (Schuhe mit Crêpe-Sohlen), drapes (knielange Anzugsjackets) und drainpipe trousers (enge Hosen).
Nachdem die Teds in Verruf geraten sind, schlossen Westwood und McLaren ihre Boutique und eröffneten 1973 ihr 2. Geschäft unter dem Namen „Too fast to live, too young to die“. Dieses hat bis heute insgesamt drei Namensänderungen durchlaufen: Von „Sex“, über „Seditionaries“ bis hin zu „World’s End“. Und auch das Sortiment wechselte mit den jeweiligen Namen. Während der „Sex“-Zeit bestand das Angebot vor allem aus Erotikwäsche und Sadomaso-Artikeln, wohingegen es heute ihre aktuellen Kollektionen im „World’s End“ zu kaufen gibt.

Zehn Jahre nach der Eröffnung ihrer ersten Boutique präsentierte Vivienne Westwood ihre erste Mode-Kollektion namens „Pirates“. Der Name spiegelte sich auch hier in den entworfenen Kleidungsstücken wieder: Rüschenhemdchen, wallende Puffhosen und entsprechende Hüte. Ein Jahr später stellte sie ihre nächste Kollektion „Nostalgia of the Mud“ mit Kleidern im Cowboy- und Landhausstil vor. Im Jahr 1983 kam es sowohl zur privaten als auch geschäftlichen Trennung mit Malcom McLaren.

Bis 1990 widmete Vivienne Westwood sich ausschließlich der Frauenmode und wurde 1989 von dem ehemaligen Herausgeber von Women’s Wear Daily, John Fairchild, als zu den sechs wichtigsten Modemachern neben beispielsweise Karl Lagerfeld und Yves Saint Laurent, gehörig genannt. Ein Jahr später präsentierte sie dann jedoch ihre erste Herrenkollektion namens „Cut and Slash“ und schaffte auch in diesem Bereich ihren Durchbruch. In den Jahren 1990 und 1991 wurde Westwood zur britischen Modedesignerin des Jahres gekürt und bekam 1992 zunächst den OBE (Anm. d. Red.: Officer = 4.Stufe des britischen Verdienstordens) und 2006 schließlich den DBE (Anm. d. Red.: Dame Commander = 2. Stufe des britischen Verdienstordens) von Queen Elizabeth II. verliehen.
Unvergessen bleibt die Pariser Modenschau, in der Naomi Campbell auf 25cm-hohen Schuhen von Vivienne Westwood lief – und fiel. Ein Sturz, den sich bis heute über eine Million Zuschauer auf Youtube angesehen haben.

Doch ebenso wie ihr Kollege Karl Lagerfeld, widmet(e) sich auch Vivienne Westwood nicht nur dem Entwurf schöner Kleidungsstücke: Ende der 80er Jahre war sie als Gastprofessorin an der Universität für angewandte Kunst in Wien tätig, wo sie auch ihren damaligen Studenten und heutigen Ehemann Andreas Kronthaler kennen lernte. Von 1993 bis 2005 nahm Westwood darüber hinaus einen Lehrauftrag an der Universität der Künste in Berlin an und begann 1996 als Kostümbildnerin am Theater tätig zu sein. Neben Kleidern, entwarf Vivienne Westwood auch Teegeschirr für Wedgwood, Uhren für Swatch, die beiden Parfum-Marken Boudoir und Libertine sowie eine Körperpflegeserie namens Les Coquetteries.

Während Vivienne Westwoods Ziel früher die Abgrenzung zur damaligen bürgerlichen Gesellschaft war, verfolgt sie heute die Rettung unseres Planeten. Vor zwei Jahren spendete sie 1,5 Millionen Dollar zum Schutz des Regenwaldes und verbreitet auch mithilfe ihrer Mode ihre politischen Botschaften, so beispielsweise mit den Aufdrucken „Climate Revolution“ und „I’m not a terrorist, please don’t arrest me“. Ihre Kollektion 2008 nannte sie als Protest gegen den Terrorism Bill 2005 „Westwood 56“. Darüber hinaus verwendet sie seit 2007 keine Tierfelle mehr, engagiert sich für die Schließung des Gefangenenlagers von Guantánamo Bay und den Verzicht auf Atom-U-Boote und unterstützt seit letztem Jahr Julian Assange und Wikileaks mit einer Benefizaktion.

Ihr Aufruf auf der letzten London Fashion Week war eindeutig: „Kauft weniger, sucht gut aus, achtet darauf, dass es länger hält“. Das Gleiche empfahl sie laut Times vor kurzem auch Herzogin Catherine: „Ich habe keine Ratschläge für sie, außer dass ich glaube, es wäre großartig, wenn sie dieselbe Garderobe öfter tragen würde. Das wäre gut für die Umwelt“.
Dass sie trotz ihres – auch finanziellen – Erfolges auf dem Boden geblieben ist, zeigen unter anderem ihre frühere Sozialwohnung in Clapham, in der sie über 30 Jahre lang lebte und nur auf Wunsch ihres Ehemannes im Jahr 2000 in ein neues Anwesen zog. Darüber hinaus bevorzugt Vivienne Westwood das Fahrradfahren, hasst Handtaschen und hat maximal 20 Paar Schuhe, von denen sie nach eigenen Angaben aber nur circa sechs trägt. Herrlich normal unnormal!

Vorschau: Nächste Woche wird an dieser Stelle dem Mysterium Taille nachgegangen!

International Fashion School „ESMOD“ – Der Weg in die Modebranche

Viele Modeinteressierte träumen davon später als Designer ihre eigenen Kollektionen auf den größten Modeschauen der Welt zu präsentieren und in die Liga der Top-Modeschöpfer aufzusteigen. Doch der Weg dahin ist mühsam  und vielen unbekannt.  Eine Möglichkeit, den Weg als Designer einzuschlagen, besteht in einem Studium beziehungsweise einer Ausbildung an der International Fashion School „ESMOD“, die in Berlin oder München beheimatet ist.

Die private Modeschule „ESMOD“ wurde bereits 1841 von dem Schneidermeister Guerre Lavigne unter selbigem Namen gegründet und umfasst heute 21 Schulen in 14 Ländern, beispielsweise in Dubai, São Paolo in Brasilien und auch in Chinas Hauptstadt Peking. Dieses weltweite Netzwerk ermöglicht es den Studenten und Auszubildenden, das zweite Jahr ihrer Ausbildung an einer internationalen „ESMOD“-Schule zu verbringen. Jedoch ist nicht nur die internationale Ausrichtung der Ausbildung oder des Studiums ein wesentliches Charakteristikum dieser Modeschule, sondern auch der praxisnahe Unterricht durch Kooperationen mit renommierten Designern, Dozenten und Unternehmen, wie zum Beispiel „Galeries Lafayette Berlin“, „Calvin Klein NYC“ und „Heatherrette – Richi Rich NYC“.

Während man an der „ESMOD“ in Berlin seinen Bachelor in „Modedesign – Styliste/Modeliste“ (wahlweise auch in Englisch) oder seinen Master in „Sustainability in Fashion“ absolvieren kann, kann man an der Münchner Modeschule die Ausbildung „Stylist“ in drei Jahren abschließen. Doch bevor man überhaupt starten kann, gilt es, die Bewerbungsphase zu überstehen: Zum einen muss man eine eigene Mappe präsentieren und zum anderen ein Bewerbungsgespräch führen. „Vor dem Gespräch muss man einen Fragebogen ausfüllen, in dem getestet wird, wie gut man sich auskennt und inwieweit der Sinn für Ästhetik ausgebildet ist, es gibt aber auch psychologische Fragen. Anschließend spricht man über den Fragebogen und über die Mappe und je nachdem wie man sich präsentiert, wird man genommen oder nicht. Ich war einfach tierisch aufgeregt, wie ein zitterndes, kicherndes Nervenbündel, aber dann auch überglücklich, als ich am selben Tag noch angerufen wurde und ich aufgenommen war“, so die diesjährige Absolventin Réka Probst.

Hinter dem Begriff Stylist versteckt sich das Berufsbild des Modedesigners, zu dessen Aufgaben unter anderem der Entwurf von Kollektionen, die Auswahl der Materialien, die visuelle Umsetzung durch Skizzen, aber auch die Präsentation der eigenen Kollektionen auf Modeschauen gehören. Das Ziel der Ausbildung sollte die Entstehung eines Labels mit eigener Identität sein. Dass dies auch realisierbar ist, zeigen die Alumni Johanna Kühl und Alexandra Fischer-Roehler, besser bekannt unter dem Namen ihres Labels „Kaviar Gauche“, die beide 2003 ihren Diplomabschluss an der ESMOD Berlin machten. Jeder Schüler muss im dritten Jahr eine eigene Diplomkollektion entwerfen, die schließlich der Öffentlichkeit, Presse sowie einer internationalen Jury präsentiert wird, deren Präsident kein geringerer als Paco Rabanne ist. Was bei einer Diplomkollektion alles zu erarbeiten ist, erzählte uns Probst: „Die Erstellung des Diploms findet hauptsächlich ab Januar, also in der zweiten Hälfte des dritten Schuljahres, statt. Die Abgabe ist dann bereits Anfang Mai. Als erstes muss man sich seine Spezialisierung aussuchen, also ob man Couture, DOB (Damenoberbekleidung), HAKA (Herren – und Knabenoberbekleidung), KIKO (Kinderkonfektion) oder Lingerie macht. Man sollte möglichst schnell ein Thema finden, das einen inspiriert und worauf dann die Kollektion aufbaut. Man erstellt ein Stimmungsbild, das das Thema der Kollektion wiedergibt. Auf diesem Stimmungsbild basieren dann auch die Farbwelt und die Stoffauswahl der Kollektion. Ziel ist es, 25 Outfits à drei Teile zu entwerfen. Realisiert werden letztendlich jedoch nur vier Outfits. Zusätzlich erstellt man ein Dossier mit Stimmungsbild, Farbreihe, Stoffkonzept, 25 illustrierte Outfits, detaillierte technische Zeichnungen zu den Outfits, Accessoires. Man erfindet sein eigenes Label, mit Zielgruppe, Marketingstrategie und Office Equipment.“ Doch wo genau nimmt man immer wieder die Inspiration für neue Entwürfe her? Eine allgemeine Antwort gibt es darauf nicht, Probst beschreibt dies folgendermaßen: „Es kann ein Traum sein, ein kurzer Augenblick, in dem man meint, etwas im Augenwinkel zu sehen, ein altes Kleidungsstück, Gekritzel – es kommt meist in den Momenten, in denen man es nicht erwartet.“
Einen theoretischen Prüfungsteil müssen die Absolventen nicht ablegen, da man alle theoretischen Kurse bereits im zweiten Jahr abschließt, jedoch sind alle Noten im Abschlusszeugnis vermerkt. In den Theorie-Kursen lernt man beispielsweise etwas über die Mode- und Kunstgeschichte, textile Rohstoffe, Fachenglisch und -deutsch sowie Modemarketing.

Der Unterricht findet montags bis freitags täglich von 9:00 bis 16:00 Uhr statt und das Mindestalter der Auszubildenden ist 18 Jahre. Während der Ausbildung sind zwei Pflichtpraktika vorgesehen, die je im ersten und zweiten Jahr absolviert werden müssen. Wie bereits erwähnt, können die Schüler in ihrem zweiten Ausbildungsjahr auch einen Austausch an eine andere „ESMOD“-Modeschule absolvieren.

Auf die letzten drei Jahre zurückblickend stellt Probst fest, dass sie „im Großen und Ganzen echt schön waren. Es gab zwar Höhen und Tiefen, sehr viel Stress, auch mal Tränen, aber insgesamt habe ich echt viel gelernt, im Bereich Mode genauso wie über mich selbst“.
Für alle zukünftigen Bewerber noch einen Rat von Probst, die die Ausbildung dieses Jahr mit ihrer ersten eigenen Kollektion abschließen wird: „Man sollte sich seiner Sache sicher sein, man sollte wissen, dass man einiges opfern muss und man sollte bereit dazu sein. Es reicht nicht, wenn man sich gern schön anzieht und ein paar Luxusmarken kennt, genau das ist eigentlich total egal. Man braucht das Talent, den Ehrgeiz und den Willen, alles zu geben.“

Vorschau: Nächste Woche erfahrt ihr etwas über die Mode der diesjährigen Hochzeitssaison!

Gewinnspiel: Exklusive Stücke aus der Jorge-Gonzalez-Kollektion

Ihr habt die exklusive Chance, Teile aus der neuen Kollektion “Chicas Walk” von Jorge Gonzalez zu gewinnen! Verlost werden die folgenden Stücke:

– Schal grau/weiß (2x)

– Schal bunt (1x)

– Kleid bunt (36/38) (1x)

– Kleid blau (36/38) (1x)

– Plateausandale weiß (38/39) (2x)

– Plateausandale braun (38/39) (1x)

Bilder gibt´s HIER.

Was ihr dafür tun müsst:

Schreibt bis einschließlich Mittwoch, 4. Januar 2012, 23:59 Uhr eine Mail an tatjana.gartner@face2face-magazin.de mit dem Betreff “Jorge” plus die Bezeichnung des Produktes, das ihr gewinnen wollt, also zum Beispiel „Jorge, Schal bunt“. In der E-Mail enthalten sein sollte euer Vor- und Nachname, eine gültige E-Mail-Adresse sowie eure postalische Anschrift, damit das Produkt – wenn ihr es gewinnen solltet – dorthin verschickt werden kann. Verlost wird unter allen Einsendern. Mitarbeiter von Face2Face, sowie der Rechtsweg sind von der Verlosung ausgeschlossen. Die Bekanntgabe der Gewinner erfolgt dann am Donnerstag, den 5. Januar via Mail.

Viel Glück!

„Trendy und tragbar“ – Laufstegtrainer und Designer Jorge Gonzalez spricht über seine neue Kollektion

"Trendy und tragbar" - Laufstegtrainer und Designer Jorge Gonzalez spricht über seine neue Kollektion

Zufrieden mit seiner Arbeit als Designer: Jorge Gonzalez (Foto: Beutler)

Er ist Deutschlands bekanntester Laufstegtrainer, arbeitet nebenher als Model, ist studierter Radioökologe und seit neuestem auch Modedesigner – die Rede ist von Multitalent Jorge Gonzalez, bekannt aus der TV-Castingshow “Germany’s Next Topmodel”. Der gebürtige Kubaner bringt am heutigen Donnerstag eine neue Kollektion seiner Modereihe “Chicas Walk” auf den Markt, in Kooperation mit einem der führenden Modeanbieter in Deutschland und Europa: “bonprix”. Die bereits auf der „FashionWeek“ 2011 gezeigte Kollektion (wir berichteten) enthält ansprechende Kleidung für jeden Geschmack und – so der Clou – für jeden Anlass. Face2Face hatte die Chance mit dem Meister selbst zu sprechen und hat ihn zu seiner neuen Kollektion befragt.

Face2Face: Woher kam die Idee, eine eigene Modestrecke auf den Markt zu bringen?
Gonzalez: Im Laufe meiner Arbeit wurde mir immer wieder gesagt, ich solle doch selbst mal etwas entwerfen. Nachdem ich mich dann an die Arbeit gemacht hatte und bei einer Show in Hamburg erste Stücke präsentierte, saß ich wenig später plötzlich bei „bonprix“ und dort haben wir dann über meine eigene Kollektion in Zusammenarbeit mit „bonprix“ gesprochen.

Face2Face: Wie würden Sie Ihre Kollektion jemandem beschreiben, der sie noch nie gesehen hat?
Gonzalez: Die Kollektion ist sehr trendy, sehr tragbar. Es sind Kleidungsstücke für jede Gelegenheit. Denn die Frauen heutzutage sind es satt, für jeden Anlass etwas anderes anzuziehen. Daher habe ich das Prinzip verfolgt, ein Kleidungsstück so zu entwerfen, dass es zu vielen Gelegenheiten passt, oder man es ganz schnell ändern kann – mit den passenden Accessoires beispielsweise. Die Kollektion ist also nicht nur sexy, sondern auch praktisch.

"Trendy und tragbar" - Laufstegtrainer und Designer Jorge Gonzalez spricht über seine neue Kollektion

Sexy und schick: Diese beiden Kleider könnt ihr bei Face2Face gewinnen (Fotos: bonprix, Collage: Koepke)

Face2Face: Gab es für die Kollektion Vorbilder, haben Sie selbst Vorbilder?
Gonzalez: Meine Vorbilder sind die Chicas. Ich lasse mich vom Stil der Straße inspirieren, schaue, wie die Frauen rumlaufen, was sie anhaben. Das ist eigentlich meine beste Inspiration. Und ich schaue mir gerne Mode-Blogs, beziehungsweise allgemein Magazine an, täglich sogar. Und am liebsten natürlich Face2Face! (lacht)

Face2Face: Sie haben die Kollektion schon auf der diesjährigen Berliner „FashionWeek“ präsentiert – gab es seitdem noch Änderungen, oder war das bereits die finale Strecke?
Gonzalez: Auf der Berliner „FashionWeek“ wurde die erste Staffel meiner Kollektion gezeigt und schon ein paar Auszüge aus der zweiten, die heute rauskommt. Große Änderungen gab es nicht mehr im Nachhinein, es kamen lediglich ein paar Accessoires noch hinzu, wie etwa Schuhe, oder Handtaschen.

Face2Face: Werden Stücke aus der Kollektion in der nächsten Staffel von “Germany’s Next Topmodel” zu sehen sein? Ist da eine Kooperation geplant?
Gonzalez: In der letzten Staffel gab es ja schon Stücke aus meiner ersten Kollektion, bei einer Challenge auf den Bahamas zu sehen. Für die nächste Staffel, die im Februar starten wird, ist auch etwas im Gespräch.

Gewinnspiel:

Ihr habt die exklusive Chance, Teile aus der neuen Kollektion “Chicas Walk” von Jorge zu gewinnen! Verlost werden je ein Stück der folgenden Accessoires:

"Trendy und tragbar" - Laufstegtrainer und Designer Jorge Gonzalez spricht über seine neue Kollektion

Zu gewinnen (von links): Schal grau-weiß, Schuhe weiß, Schal bunt (Fotos: bonprix, Collage: Koepke)

Außerdem könnt ihr je einmal eins der folgenden Kleider im Größe “M” gewinnen:

 • Kleid blau

• Kleid bunt

Was ihr dafür tun müsst:

Schreibt bis einschließlich Mittwoch, 4. Januar 2012, 23:59 Uhr eine Mail an tatjana.gartner@face2face-magazin.de mit dem Betreff “Jorge” plus die Bezeichnung des Produktes, das ihr gewinnen wollt, also zum Beispiel „Jorge, Schal bunt“. In der E-Mail enthalten sein sollte euer Vor- und Nachname, eine gültige E-Mail-Adresse sowie eure postalische Anschrift, damit das Produkt – wenn ihr es gewinnen solltet – dorthin verschickt werden kann. Verlost wird unter allen Einsendern. Mitarbeiter von Face2Face, sowie der Rechtsweg sind von der Verlosung ausgeschlossen. Die Bekanntgabe der Gewinner erfolgt dann am Donnerstag, den 5. Januar via Mail.

Viel Glück!

Anm. d. Red.: Aufgrund der großen Beliebtheit der Kollektion, besteht die Möglichkeit, dass einige der Produkte nicht mehr lieferbar sind. Sollte dieser Fall  eintreten, wird es auf www.face2face-magazin.de bekannt gegeben.

Die “FashionWeek” Berlin / July 2011 – Teil lll

Donnerstagnachmittag – NIX

Die Tage auf der „FashionWeek“ sind sehr stressig. Typisch für Berlin ist das lange Reisen von „A“ nach „B“ – als Kind vom Dorf, wie ich eines bin, führte das bei meinen ersten Besuchen in der Hauptstadt oftmals zu Verspätungen aufgrund von falsch eingeschätzter Wegzeiten. Im Vorfeld hatte ich mir viel vorgenommen auf der „FashionWeek“, wollte viele der öffentlich zugänglichen Schauen besuchen – schlussendlich nahmen die großen Veranstaltungen jedoch so viel Zeit in Anspruch, dass für die „Kleinen“ oftmals keine Zeit mehr war. Einen der sogenannten „Showrooms“, also Ausstellungsräume, in denen die Designer öffentlich zugänglich ihre neuen Kollektionen präsentieren, schaue ich mir dennoch an: Nix, nämlich! Das Label mit dem Wortspiel im Namen macht schon beim Betreten des Showrooms einen interessanten Eindruck: Große Stromkabel sind zu riesigen Knäueln gebunden, das Corporate Design der Printwerbung wurde dreidimensional in den Ausstellungsraum übernommen. Mindestens genauso einfallsreich und modern kommt auch die Mode daher, die sich laut Aussage der Chef-Designerin Barbara Gebhardt an „anspruchsvolle, urbane Frauen“ richtet, die „Familie haben und im Bereich der Kreativbranche tätig sind“. Klassische Kleider und Röcke werden so durch individuelle Blumenstickmuster zu einzigartigen, modernen Stücken. Die oftmals taillierten und urbanen Teile betonen den „kosmopolitischen Anspruch“ der Frau von heute – gerade durch die floralen Stickereien jedoch auch ein „subtiles Understatement“, so Gebhardt.

Donnerstagabend: „Lana“ und „Julia Starp“ auf dem „Lavera“-Showfloor

Berlin ist eine alternative Stadt – das spiegelt sich auch auf der „FashionWeek“ wieder: Viele Shows sind unter dem Motto der Nachhaltigkeit und Natürlichkeit aufgezogen – so auch die Runway-Shows des Naturkosmetikherstellers „Lavera“, der in Kooperationen mit jungen Designern zu Catwalks im Kosmos auf der Karl-Marx-Allee einlädt. Schon beim Empfang wird man mit Joghurt-Gums begrüßt und kann sich mit Naturkosmetik schminken lassen. Letzteres lehne ich dankend ab und begebe mich in den Saal des Geschehens. Erstaunlich hier: Es sind viele Familien und jüngere Leute anwesend, da es die Tickets anscheinend ganz normal zu erwerben gab und jeder ein bisschen „FashionWeek“-Luft zu schnuppern vermag. Wieder kann ich mir einen Platz in der Fotografenriege ergattern und warte auf die Show des „natural wear“-Labels „Lana“. Die zunächst biederen Stücke kriegen im Laufe der Show glücklicherweise noch einen moderneren Touch und punkten in erster Linie durch die floralen Muster in vielerlei Variationen und interessanten Schuhbindungen mittels breiter Stoffbänder. Insgesamt sehr tragbare und zu guter Letzt doch moderne Stücke für naturbewusste Frauen mit Familie und einer sozialen Lebenseinstellung.

Zwischen den zwei Schauen liegt ein wenig Pause und so beschließe ich, mit ein paar kühlen Drinks die Zeit zu überbrücken. Sicherheitshalber hatte ich mich im Vorfeld zu allen Schauen bei „Lavera“ akkreditieren lassen – umso größer meine Überraschung und Enttäuschung dann als ich zunächst nicht auf der Gästeliste stehe. Nur durch penetrantes Warten und Ansprechen des Problems erhalte ich schlussendlich doch Zutritt. Dieser kleine Dämpfer wird schlussendlich jedoch von einer tollen Show wettgemacht, die – begleitet von einem Live-DJ – zweierlei interessante Stile zeigt. Der erste Teil von Frau Starps Kollektion ist puristisch, zeichnet sich durch eine klare Schnittführung mit Detailverliebtheit aus, wirkt durch die Verwendung von interessanten Stoffen jedoch nie langweilig. Im zweiten Teil geht der Trend hin zu besonderen Materialen, wie etwa Seide –angelehnt an die Gothic-Szene – mit viel schwarz und Tüll. Summa summarum eine Show, für die ich schon froh war, anwesend gewesen zu sein. Zumal das Werbegesicht der Joghurt-Gums, Alexandra Neldel, bekannt etwa aus „Verliebt in Berlin“, ebenfalls anwesend war und meine Fotosammlung deutscher Prominenter erweitert hat. So anstrengend der Tag auch war – abends heißt es dann erst einmal wieder Fotos auf den Laptop überspielen, aussortieren und für Designer und meine Facebook-Seite bereitstellen. So krass wie nie zuvor merke ich auf der „FashionWeek“, dass die Modebranche in vielerlei Hinsicht ein stetiger Wettlauf mit der Zeit und der Konkurrenz ist. Selbst ich als „nur“ wiedergebendes Medium kann es mir nicht erlauben, ewig lange mit den Fotos zu warten, sonst sind andere vor mir dran und schnappen mir die Exklusivitätsansprüche weg.

Freitagmorgen: Marcel Ostertag

Nach einer kurzen Nacht geht es weiter – diesmal zum Glück wieder im Zelt am Brandenburger Tor auf einer der Runway-Shows, die ich bis jetzt sehr in mein Herz geschlossen habe. Diesmal geht es zu Marcel Ostertag, von dem ich bereits im Vorfeld viel Gutes gehört habe. Völlig unspektakulär diesmal: Die Platzsuche. Als einer der Ersten komme ich rein und kann in aller Ruhe mit ansehen, wie sich der riesige Runway-Raum füllt. In der ersten Reihe schlagen sich wieder ein paar Paparazzi um das Foto irgendeines B-Promis, den ich nicht einmal erkenne. Pünktlich geht es diesmal los und mit jedem Model mehr weiten sich meine Augen. Eine sowohl optisch, als auch akustisch sehr anspruchsvolle und eingängige Show. Ostertag präsentiert uns eine zwar bodenständige, in gedeckten Farben gehaltene Kollektion, die jedoch durch interessante Kombinationen aus glänzendem Satin und durchsichtigen Materialien besticht. Sowohl die Farb- als auch Materialkombinationen sind stets ausgewogen und aufreizend. Es ist ein schöner roter Faden zu erkennen, aus dem Ostertag gerne verspielt bewusst austritt, was sich an den Reaktionen des Publikums gemessen als mutiger, aber lohnenswerter Schritt erweist. Der Kontrast aus klar gestalteten Formen und fließenden Stoffen, mit bewusster und stets passender Farbwahl machen Ostertags Show sehr anschaulich.

Die Krönung ist schlussendlich als der Designer selbst als letztes Model über den Catwalk stolziert – fast parodistisch in hohen Schuhen und mit Brautstraus in der Hand, als karikative Anlehnung an die klassischen Hochzeitskleider, die meist zu Ende eines Runways präsentiert werden. Unter tosendem Applaus im Publikum schreitet Ostertag selbstsicher wie Krösus den Laufsteg auf und ab – ganz im Kontrast zu seinen Kollegen, die sich meist allzu bodenständig und schüchtern nur kurz blicken lassen. Aber er kann es sich erlauben und im Nachhinein passte es auch wie die Faust auf‘s Auge. Ostertags Auftritt hat dem Ganzen wirklich noch einmal das „Krönlein“ aufgesetzt.

Vorschau: Nächste Woche gibt es den letzten Teil meines FashionWeek-Reports mit gleich drei Runway-Shows und dem großen Schlussfazit – seid gespannt!

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