„In jedem Teil steckt ein kleines Stückchen Oma oder Opa“ – Designerin Nadine Psotta im Interview

Von Indonesien ins waschechte Schwabenland. Schwabenkind Designerin Nadine Psotta legte einen langen Weg für ihren Modetraum zurück. Bereits mit 12 Jahren entdeckte sie ihre Liebe zur Mode und arbeitete ab diesem Zeitpunkt hart an ihrem Traum. Nach einer Second-Hand-Boutique, Arbeiten für die Filmbranche und die Produktion ihrer ersten Kollektion in Indonesin, ist die Modedesignerin an ihrem großen Traum angekommen und führt nicht nur eine erfolgreiche Modelinie, sondern produziert inzwischen, ganz getreu dem Namen, ausschließlich im Schwabenland.

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Schwabenkind ganz privat: Designerin Nadine Psotta in ihrem Atelier. (© Ilona Schneider)

Face2Face: Wann wusstest du, dass du etwas mit Mode machen möchtest?
Nadine: Ganz genau am 06.07.1989, meinem ersten Tagebucheintrag. An diesem Tag habe ich Modeschöpferin gespielt. Von meinen Eltern habe ich viel Lob bezüglich meines Talents erhalten. Auch wenn dies eher große Elternliebe war, mein Weg ebnete sich damals genau in diesem Moment. Am Abend dieses Tages interviewte ich mich selbst und beendet des Interview mit folgendem Satz: „Und heute ist sie eine ganz bekannte Modeschöpferin“. Jedes mal, wenn ich diesen Satz lese, muss ich schmunzeln – Ich möchte definitiv einmal die Entwürfe von damals mit meinem heutigen Wissen umsetzen.

„In jedem Teil steckt ein kleines Stückchen Oma oder Opa“ – Designerin Nadine Psotta  im Interview

Verspielt und unkonventionell: Schwabenkind-Dirndl mit Blumenschmuck. (© www.lichtformstudios.de)

Face2Face: Dein Modelabel wurde ja nach deinen Großeltern benannt, welche Geschichte steckt da dahinter?
Nadine: Meine Großeltern hießen Karl und Maria. Meine Oma war eine ganz begeisterte Näherin und hat viele Dinge mit mir umgesetzt. Aufgrund ihrer gradlinigen Phantasie, haben wir haben uns zwar immer die Köpfe eingeschlagen, ich konnte mich am Schluss aber immer gut durchsetzen. Wir haben sehr viel zusammen gearbeitet. Meine Oma war auch diejenige, die mir die Liebe zum Nähen und Designen beibrachte. Leider ist sie ein halbes Jahr vor meinem Modedesign Abschluss verstorben. In Anlehnung an meine Oma und meinen Opa habe ich deshalb die Modelinie Karla Maria begonnen, wobei Schwabenkind heute präsenter ist bzw. Karla Maria die Exklusivmarke von Schwabenkind ist.

Face2Face: Neben den Basics und Kindersachen gibt es auch die Kollektionen King Karl und Queen Maria. Wofür stehen diese Kollektionen?
Nadine: King Karl steht für meinen Opa den Karl und Queen Maria für meine Oma Maria.

Face2Face: Wie wird denn dein ganz eigener Stil und damit auch deine Kollektionen beeinflusst?
Nadine: Ich reise sehr viel und schaue mir auch gerne Dokumentationen über andere Länder und Kulturen an. Darüber erhalte ich immer ganz witzige Ideen.

Face2Face: Deine Kollektionen sind ja sehr farbenfroh – welche ist denn deine Lieblingsfarbe?
Nadine: Meine Lieblingsfarbe ist Petrol. Petrol oder Türkis, das sind meine persönlichen Favoriten.

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Ein Traum in Pink: Eines der vielen farbenfrohen Designs von Nadine Psotta. ( © www.lichtformstudios.de)

Face2Face: Was möchtest du mit deinen Designs ausdrücken?
Nadine: Ich möchte zeigen, dass alles was nicht zusammen passt, am Schluss definitiv passend gemacht werden kann. Für meine Phantasie gibt es keine Grenzen und ich vertrete die Meinung, dass Schönheit immer im Auge des Betrachters liegt. Was mich auch immer genervt hat ist, dass wenn ich in einen Kinderladen rein gegangen bin, ich immer so viele Kleidungsstücke gesehen habe, die ich auch so gerne haben wollte, allerdings gab es diese natürlich nie in meiner Größe. Deshalb habe ich beschlossen, dass ich auch solch eine bunte und verrückte Mode machen möchte, allerdings für Erwachsene.

Face2Face: Symbolisieren diese Kollektionen deine Großeltern?
Nadine: In den Kollektionen steckt meistens ein kleines Stück Oma oder Opa. Sei es ein alter Stoff den ich verarbeite oder Rüschen und Knöpfe, die ich noch von meiner Oma geerbt habe.

Face2Face: Deine Kleidungsstücke werden ausschließlich im Schwabenland produziert. Was ist dir daran besonders wichtig?
Nadine: Die Produktion im Schwabenland ist mir auf Grund meiner guten Zusammenarbeit mit meinen Geschäftspartnern Brigitte und Gerhard von der Schwäbischen Alb besonders wichtig. Die hohe Qualität die sie mir bieten, ist einfach unschlagbar. Auch der kurze Anfahrtsweg und der rechtliche Schutz der mir im Inland zusteht, sind grundlegende Kriterien für meine Wahl. Was mir natürlich auch gefällt ist, dass man mich hier versteht, wenn ich „schwätze“, was in Asien generell nicht der Fall war, vor allem wenn ich „gemotzt“ habe.

Face2Face: Soll die Produktion im Schwabenland auch die Marke Schwabenkind symbolisieren?
Nadine: Ich will Schwabenkind definitiv nur noch im Schwabenland produzieren.

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Traditionell und doch verrückt: Das Waldmädchen von Schwabenkind. (© www.lichtformstudios.de)

Face2Face: Wie sieht denn der typische Kunde/die typische Kundin aus, die Schwabenkind kauft?
Nadine: Typische Kunden gibt es bei mir gar nicht. Bei mir kauft wirklich von der kleinen Prinzessin, die von ihrer Mutti etwas bekommt, bis zur Oma mit lila gefärbten Haaren. Das beste Erlebnis war auf einer Messe, als ich von weitem zwei Personen gesehen habe, die komplett in Lack und Leder gekleidet waren. Ich wunderte mich schon wo diese hin möchten, als ich an ihrem Namen erkannte, dass sie Stammkunden von mir waren. Im Endeffekt richtig geile Leute. Ich habe noch nie einen meiner Kunden kennengelernt der mir unsympathisch war.

Face2Face: Was hast du, was andere nicht haben?
Nadine: Ich denke meine Stärke liegt darin, dass ich mich nicht darum schäre was gerade Mode ist. Ich höre auf mein Herz und mache nur die Dinge, die mir Spaß machen. Mein großes Geheimrezept liegt wohl darin, dass es mir nicht darum geht das große Geld zu machen, sondern mich selbst in meiner Arbeit widerzuspiegeln.

Danke Nadine Psotta für den Einblick, dass hinter der Mode nicht nur Trends und schöne Schnitte stecken, sondern auch viel tiefgründige Bedeutung und ganz viel Herz.

http://schwabenkind.com

Vorschau:

Digitale Technologien erobern die Laufstege

Ein Shirt-Ärmel, auf dem man SMS lesen kann, oder ein integriertes Headset in einer Krawatte?! Aktuell sind dies noch Zukunftsvisionen, doch auch vor der Modebranche macht die Digitalisierung nicht halt – Technologie und Mode nähern sich immer weiter an.

Elektronische Kleidungsstücke ermöglichen die Verbindung digitaler Technologien mit Modedesigns. „Wearables“ werden die stylishen Geräte genannt, die unsere Outfits in Form von multifunktionalen Armbändern oder Brillen aufpeppen. Bei Stoffen, sogenannten „E-Textilien“, ist die Software direkt im Gewebe integriert. Das neue Luxussegment der Mode ist zukünftig also nicht mehr Kaschmir oder Pelz, sondern qualitativ hochwertige „E-Mode“.

Viele Modehäuser reagieren bereits auf die Entwicklung und stellen Apps zur Unterstützung des Shopping-Erlebnisses bereit. So brachte Nike die App „Making“ auf den Markt, die es ermöglicht Kleidungsstücke einzuscannen und Informationen über deren Material, Produktionsbedingungen und Nachhaltigkeit abzufragen. Die „Picalook-App“ hilft bei der Suche nach einem bestimmten Kleidungsstück, indem man dieses abfotografiert und eine Produktsuche startet.

Aber auch Unternehmen machen große Fortschritte, indem sie marktreife Ideen und Produkte entwickeln, die elektrische Geräte in Textilien integrieren. Bereits 2010 stellte das Fraunhofer-Institut ein Fitness-Shirt vor, das die Atmung des Sportlers erfasst. Die Möglichkeiten sind hier fast grenzenlos und bieten nicht nur Sportlern einen Mehrwert.

Tragbare Elektronik wird bald fester Bestandteil der Modeindustrie sein. Solargeladene Kleidung mit integriertem iPod ist also nicht mehr lange ein Traum der Zukunft.

Vorschau: Nächste Woche geht es um den Bloggerbazar in FFM

Reise in die Modebranche: Fashion Stylistin Sabrina Heim im Interview

Sabrina Heim hat den Traum vieler junger Frauen verwirklicht und sich für eine Karriere in der Modeindustrie entschieden.  Face2Face hatte die Gelegenheit, mit ihr über das Studium in Italien und ihre beruflichen Anfänge zu sprechen. Heim gewährte uns dabei spannende Einblicke hinter die Kulissen der Modeindustrie.

Fashion Stylistin Sabrina Heim (Foto: Heim)

Fashion Stylistin Sabrina Heim (Foto: Heim)

Face2Face: Sabrina, du hast am Istituto Europeo di Design in Mailand „Fashion Stylist“ studiert. Was genau kann man sich unter diesem Studiengang vorstellen?

Heim: Das Studium ist eigentlich ein Gesamtwerk aus vielen einzelnen Puzzleteilen. Wir haben beispielsweise Kurse in Filmtechnik, Bildbearbeitung und der Erstellung von Internetseiten besucht. Darüber hinaus haben wir aber natürlich auch Styling- und Fotounterricht erhalten und selbst Shootingprojekte entwickelt und bearbeitet. Zu Anfang des Studiums stand allerdings der Theorieunterricht im Mittelpunkt, wie zum Beispiel Mode- und Kunstgeschichte.

Face2Face: Modegeschichte – das hört sich recht theoretisch an…

Heim: Das war es auch tatsächlich! Anfangs fand ich es wirklich trocken und langweilig. Aber wie ich schon gesagt habe, ist das Studium die Summe vieler verschiedener Einzelteile und im Nachhinein stellte sich gerade diese theoretische Grundlage als ungemein hilfreich heraus. Davon profitiere ich noch heute! Wenn es zum Beispiel darum geht, Trends zu analysieren, kann ich durch den theoretischen Hintergrund erkennen, auf welche Epoche ein Designer zurückgreift.

Face2Face: Du hast vor deinem Studium keine Schneiderlehre oder Ähnliches gemacht, wie es bei Designstudenten häufiger vorkommt. War das unter deinen Kommilitonen auch üblich und hat dich das anfangs eingeschüchtert?

Heim: Eine Voraussetzung war das an unserem Institut nicht, dennoch gab es schon einige Kommilitonen, die ausgeprägte Vorkenntnisse hatten. Ich hatte bis dato aber auch schon ein Praktikum absolviert und in Miami ein Praktikum in einer Modelagentur abgeschlossen. Natürlich ist man anfangs manchmal überfragt, weil man nicht jeden Designer kennt, der im Unterricht zur Sprache kommt.

Face2Face: Unter denen, die in der Modeindustrie arbeiten wollen, ist doch bestimmt auch die Markenverrücktheit ein Thema. Wie stehst du dazu?

Heim: Das kommt tatsächlich vor! Es gibt Leute, die nur in der Mode arbeiten wollen, um Markenkleidung zu tragen und sich zu profilieren. Ich kann dazu nur sagen, dass das für den Erfolg in der Branche nicht ausreicht und auch schnell durchschaut wird. Für mich geht es bei Mode vielmehr um Kunst und um den Ausdruck der eigenen Persönlichkeit.

Face2Face: Inwiefern würdest du sagen, dass der Standort Mailand die Qualität der Lehre beeinflusst hat?

Heim: Mailand ist natürlich eine der großen Modemetropolen der Welt. Allein schon durch die räumliche Nähe entsteht ein großer Bezug zu den großen Modehäusern wie Prada, Armani und Co. Dies hatte zur Folge, dass viele unserer Dozenten aus der Praxis kamen und wir natürlich auch Vorteile bei der Praktika- oder Jobsuche hatten.

Face2Face: Du hast ja direkt nach dem Studium zu den Glücklichen gehört, die sofort eine Arbeitsstelle gefunden haben. Wie glamourös darf man sich den Job denn vorstellen?

Heim: Ich habe in einem Korrespondenzbüro für die deutschen Zeitschriften in Mailand gearbeitet. Ein solches Korrespondenzbüro ist der Mittelsmann zwischen den Zeitschriften und den Designern. Falls also eine deutsche Modezeitschrift ein Shooting plant, werden wir kontaktiert, um die Kleider bei den italienischen Designern zu organisieren und an die Zeitschrift zu versenden. Zum Thema Glamour kann ich hier nur sagen, dass ich anfangs viele, viele Stunden auf meinen Knien verbracht und schwere Boxen aus-, um- und wieder verpackt habe. Das war ein echter Knochenjob! Als ich dann Modeassistentin wurde, bekam ich einen eigenen Schreibtisch und auch die Verantwortung für drei Zeitschriften: die deutsche Madame, Grazia und Gala.

Face2Face: Und wie sieht es mit der “Arbeitskleidung” aus? Waren im Büro alle top modisch und ausgefallen gekleidet?

Heim: Genau so habe ich mir das vor meinem ersten Tag im Büro auch vorgestellt und habe mich dementsprechend aufgebrezelt. Allerdings wurde ich schnell eines besseren belehrt: Das Team war völlig leger angezogen. Vielleicht ist das sogar typisch für Leute, die den ganzen Tag von Mode umgeben sind.

Ein Model gestylt von Sabrina Heim (Foto: Heim)

Ein Model gestylt von Sabrina Heim (Foto: Heim)

Face2Face: Vor Kurzem hast du, nach zwei Jahren im Korrespondenzbüro in Mailand, zur ELLE in München gewechselt. Wie ist dein Eindruck bisher und was genau machst du dort?

Heim: Bisher bin ich begeistert. Meine Teamkollegen sind offen und sehr freundlich. Im Moment herrscht noch die Ruhe vor dem Sturm, da gerade die Fashionweeks stattfinden und danach für uns der Trubel beginnt. Nach den Schauen werden bei uns viele verschiedene Meetings stattfinden, in denen festgelegt wird, welche der gezeigten Trends in der Zeitschrift erscheinen werden und wo die Shootings stattfinden sollen. Im Anschluss daran werden wir die Kleidungsstücke der jeweiligen Designer in den Korrespondenzbüros anfordern und dann zum Shooting aufbrechen. In der Zeit assistiere ich einer Moderedakteurin, mit der ich auch zum Shooting fliegen werde. Vor Ort unterstütze ich die Redakteurin in organisatorischen Belangen und beim Anziehen der Models. Aber auch das Bügeln der Designerstücke oder Bedienen der Windmaschine kann zu meinen Aufgaben gehören.

Face2Face: Liest du in deiner Freizeit überhaupt noch Modezeitschriften?

Heim: Oh ja, natürlich. Während des Studiums war das Lesen von Modezeitschriften sogar ein Muss. Allerdings nicht nur die Mainstream-Modezeitschriften sondern auch Nischenmagazine. Die kosten dann schon mal um die 20€, erscheinen dafür aber auch nur halbjährlich, sind etwas verrückter und dienen mehr der Inspiration.

Face2Face: Zum Schluss noch eine Frage zum Träumen: Welchen Star würdest du gerne mal stylen und warum?

Heim: Da fällt mir direkt Kate Hudson ein. Sie gefällt mir in ihren Filmen immer sehr gut, ist unheimlich wandelbar und sie hat diesen gewissen Hippie-Style, der mir auch persönlich sehr gut gefällt. Ich glaube, wir würden auf einer Wellenlänge liegen. Ich stehe gerade erst am Anfang meiner Karriere und ich träume definitiv davon, irgendwann auch einmal das Styling in Filmen zu übernehmen. Vielleicht sprechen wir uns ja dann wieder. Da gibt es bestimmt wieder einiges zu erzählen.

Die Wand ein bisschen schöner machen

Die Wand ein bisschen schöner machen

Die Colibri-Blüten: So soll es aussehen (Foto mit freundlicher Genehmigung von Wall Art)

Es ist soweit. Fünf Jahre sind vergangen, seit wir unsere Wohnung bezogen haben. Nach einem Kind und vielen, vielen Anhäufungen von Sachen, die wir brauchen oder irgendwann mal brauchen könnten, wurde es eng und enger. Von unserer Wohnungssuche, die mit dem gefundenen Haus endete, habe ich euch bereits berichtet. Gut war, dass die neuen Zimmer eigentlich bezugsfertig waren. Aber allesamt weiß wie Zahnpasta. Die Zeit war knapp, unmöglich konnten wir überall Farbe hinklatschen, wo wir es gerne etwas wohnlicher gehabt hätten. Die Idee: Wandtattoos.

Mit den Wandtattoos von Wall Art hatte ich bereits gute Erfahrungen gemacht. An unserer alten Küchentür steht heute noch – die Nachmieter freuen sich – „Zauberküche“ in dunklem Rot und in dem knalllila Flur meines Bruders habe ich ihm zum Einzug „Willkommen“ in Dutzenden Sprachen geklebt. Die Auswahl, die Wall Art bietet ist schon mal gigantisch. Vom einfachen Ornament über komplizierte Spezialbilder, vom Schriftzug bis zum Lieblingstier, hier gibt es für jeden Geschmack etwas.

Die Colibri-Blüten, die es auch auf Face2Face zu unserem Jubiläum zu gewinnen gab, haben uns so gut gefallen, dass wir sie gleich an unsere Wohnzimmertür kleben wollten. Mein Sohn hat mir fleißig geholfen, denn das Anbringen des Tattoos verläuft – grob gesagt – in drei Schritten. Zunächst muss das Wandtattoo auf die Übertragungsfolie gebracht werden. Da es aber schon so geliefert wird, dass die Übertragungsfolie auf einer Seite an dem Bild hängt, ist das nicht allzu schwer. Nochmal gut festdrücken, vor allem die filigranen Teile des Tattoos, dann vorsichtig die Folie abziehen. Am besten klappt das Übertagen wirklich mit dem Spatel, den es bei Wall Art gibt. Vor allem für den nächsten Teil, dem Anbringen an der Oberfläche, ist der Spatel nicht zu verachten.

Die Wand ein bisschen schöner machen

Kinderleicht? Das Festdrücken ist einfach und unkompliziert (Foto:Obermann)

Denn je nach Untergrund kann es schon mal schwieriger sein, das Tattoo an die Wand zu bringen, oder in meinem Fall: an die Tür. Sauber, also fett- und staubfrei sollte sie sein, und natürlich trocken. Und obwohl ich die Tür extra geputzt hatte, wollte sie einfach nicht so richtig sauber sein. Was in unsrer alten Wohnung und auch an der neuen Tapete wunderbar geklappt hat, denn im Kinderzimmer habe ich zur Freude meines Sohnes noch ein paar Katzen platziert, wurde an der Wohnzimmertür dann doch zur Geduldsaufgabe.

Eigentlich – die Erfahrung habe ich nun mehrmals gemacht – wird das Tattoo mit der Übertragungsfolie an die Fläche geklebt, wo es hängen soll. Nachdem es dann festgedrückt wurde, kann die Folie vorsichtig wieder abgezogen werden, das Tattoo bleibt hängen. Lediglich ganz feine Teile sollten dann noch einmal zusätzlich mit den Fingern festgedrückt werden. Es schadet auch nichts, das ganze Wandtattoo noch mal abzufahren. Es klebt und damit gut. Bei schwierigen Untergründen – wie meiner neuen Wohnzimmertür – sieht das Ganze etwas komplizierter aus. Der wenigste Teil des Tattoos blieb hängen, egal wie oft ich es mit der Folie an die Tür drückte. Also? Also habe ich die Folie stückchenweise abgezogen und das Wandtattoo mit Fingern und Andrückspatel vorsichtig an die Tür gebracht – dann hat es auch gleich geklebt, allein die Arbeit war etwas aufwendiger als sonst.

Die Wand ein bisschen schöner machen

Kann sich sehen lassen: Das Wandtatoo an der Wohnzimmertür (Foto: Obermann)

Das Ergebnis aber kann sich sehen lassen. Das helle Wandtattoo hebt sich super von der dunklen Tür ab und sieht einfach klasse aus. Allzulange dauert das Anbringen auch nicht, je nach Untergrund, Größe des Tattoos und Komplexität der Ausführung zwischen 15 Minuten und einer Stunde. Wer die Tipps zum Anbringen, die jeder Wall Art Lieferung beiliegen, berücksichtigt, ist klar im Vorteil. Wichtigstes Arbeitsmaterial ist aber Geduld. Denn wer es doch zu eilig hat und beim Abziehen der Folie nicht aufpasst, riskiert, dass sein Tattoo einreist. Das lässt sich zwar retuschieren, ärgert aber trotzdem.

Mein Fazit bleibt, dass Wandtattoos eine tolle Möglichkeit sind, Wände und Türen zu verschönern, ohne stundenlang den Pinsel schwingen zu müssen. Praktisch ist auch, dass das aufgeklebte Tattoo einfach wieder zu entfernen ist, sollte es irgendwann einmal nicht mehr gefallen. Einfach abziehen und fertig. Wir überlegen uns derweil, ob wir für das Schlafzimmer nicht auch noch eines holen.

Vorschau: Nächste Woche schreibt Sascha über „Patchworkkultur“ als Kultur zum Selberbasteln.

„Nachhaltigkeit und Funktionalität im Design sind einmal mehr die Trends“ – ein Besuch auf der 20. „blickfang“ in Stuttgart

„Nachhaltigkeit und Funktionalität im Design sind einmal mehr die Trends“ – ein Besuch auf der 20. „blickfang“ in Stuttgart

Dezent und auffällig zugleich: Schmuck von Maike Gericke aus Pforzheim (Foto: Blickfang)

Von Freitag, den 9. bis Sonntag, den 11. März hat zum 20. Mal die internationale Designmesse „blickfang“ im Stuttgarter Kultur- und Kongresszentrum Liederhalle Halt gemacht. Ein Jubiläum, das sich dieses Jahr rund 22.000 interessierte Besucher nicht entgehen lassen wollten. Ein neuer Rekord für die Messe. An über 220 Ständen und auf einer um 40 Prozent größeren Ausstellungsfläche als in den Vorjahren, konnten die Besucher neben Möbeln auch die aktuellen Trends der progressiven Modeszene ins Visier nehmen und die Teile natürlich auch vor Ort erstehen. Entscheidungen fallen da alles andere als leicht.

Der Trend geht ganz klar hin zu Minimalismus, Funktionalität, Natur und Nachhaltigkeit. So kann man bei Zirkeltraining by Bernd Dörr Recycling Goods zum Beispiel Taschen und Geldbörsen kaufen, die früher ein Leben als Sportgerät inne hatten und so manchem Schüler das Leben schwer gemacht haben – ich spreche da aus Erfahrung. Schlichte, schwarze Eimer wurden ebenfalls hier und da als Deckenlampen präsentiert und Glühbirnen kurzerhand zu schicken Vasen gemacht. Alltagsgegenstände, die jeder von uns in der Regel zu Hause hat, werden von manchem kreativen Designer zu ausgefallener Deko und Einrichtungsgegenständen umfunktioniert. Das ist so einfach wie genial.

„Nachhaltigkeit und Funktionalität im Design sind einmal mehr die Trends“ – ein Besuch auf der 20. „blickfang“ in Stuttgart

Schlicht, aber dennoch ein toller Blickfang: das zusammensteckbare Regalsystenm "cubit" (Foto: Blickfang)

„Back to basics“, das Motto konnte der Messebesucher vor allem im Möbeldesign klar erkennen. Schlicht waren die meisten Möbel und vor allem praktisch sollten sie sein. Überwogen haben dabei verschiedene Würfelmodule, die beispielsweise wie beim „cubit“ ineinander gesteckt werden können. Mit Preisen ab 22 Euro für ein Modul kann sich das auch leisten, wer nicht gerade zufällig im Lotto gewonnen hat. Aber auch Wein- und Obstkisten lassen sich toll in ein ungewöhnliches und ausgefallenes Regal umgestalten. Der Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt.

Vor allem im Bereich Mode und Schmuck haben die Designer und Standbesitzer mit viel Liebe zum Detail, nicht nur bei ihren Ständen, sondern auch bei ihren Klamotten und Schmuckstücken, überzeugt. Hier und da mal schön bunt, an anderer Stelle wieder schlichter und funktioneller. Da ist für jeden Geschmack etwas dabei gewesen. Das Publikum ging hierbei vom Kreativling bis hin zur Familie mit Kind und Kegel, es waren alle Altersgruppen vertreten.

Ein großer Unterschied zu vielen anderen Fachmessen besteht darin, dass die „blickfang“ auch für das Endpublikum, also den Normalbürger zugänglich ist. Die „blickfang“ findet neben Stuttgart ebenfalls in Basel, Wien und Zürich statt, Hamburg und Kopenhagen werden in diesem Jahr noch dazu kommen. Wer also zum passenden Zeitpunkt in einer der Städte ist, sich zudem noch für Design interessiert und Anregungen sucht, für den ist die Messe absolut empfehlenswert.

Vorschau: Wie läuft eigentlich die Organisation einer Fashionweek und was werden die Trends der Herbst- und Wintersaison 2012 sein? Face2Face spricht mit dem Managment der „Vancouver Fashion Week“.