Bildergeschichten aus Asien – vom Skizzenbuch zum Massenmedium

In gut sortierten Buchhandlungen sind sie neben Comics häufig anzutreffen und füllen meistens ganze Regalreihen: Mangas. Im Comicfachhandel gibt es aber auch noch die sogenannten Manhuas und Manhwas. Was ist der Unterschied zum herkömmlichen Comic und woher kommen die Bildergeschichten überhaupt?

Die Anfänge des Mangas

Der Begriff „Manga“, der sich aus den zwei Ideogrammen „man“ und „ga“ (laut Duden „‚man‘ = bunt gemischt, kunterbunt; ‚ga‘ = Bild“) zusammensetzt, hat seinen Ursprung im 19. Jahrhundert. Damals bezeichnete der japanische Maler Katsushika Hokusai seine Skizzenbücher als „Manga“. Viele Künstler übernahmen daraufhin dieses Wort für ihre Werke. Die 1902 veröffentlichte Bildergeschichte „Tagosakus und Mokubes Besichtigung von Tokio“ von Kitazawa Rakuten wird als Vorreiter des Mangas angesehen. Allerdings akzeptierten die Japaner Mangas erst im 20. Jahrhundert als eigenständige Kunstgattung, die immer beliebter wurde. Als Wegbereiter des modernen Mangas gilt der japanische Arzt und Zeichner Tezuka Osamu. In seinem Manga „Die neue Schatzinsel“ tauchten 1947 die noch heute für Mangas typischen Kulleraugen erstmals auf.

Ein typischer Manga

Bildergeschichten aus Asien – vom Skizzenbuch zum Massenmedium

April, April, der macht, was er will: Die Themenvielfalt in Mangas ist groß (Foto: MulanEvyHua)

Unter einem Manga wird laut Duden ein „aus Japan stammender handlungsreicher Comic, der durch besondere grafische Effekte gekennzeichnet ist“, verstanden. Typisch für Mangas sind insbesondere die in der Regel schwarz-weißen Zeichnungen und die japanische Leserichtung. Daher werden Mangas – anders als man es von westlichen Comics kennt – quasi von hinten nach vorne und von rechts nach links gelesen. Charakteristisch für Mangas sind außerdem das sogenannte „Kindchenschema“ (großer Kopf und die besagten Kulleraugen) und die Darstellung von Emotionen durch bestimmte visuelle Elemente. So symbolisieren Herzen beispielsweise Verliebtheit.

Manga-Boom in Deutschland

Erst 1982 erschien mit Keiji Nakazawas „Barfuß durch Hiroshima“ der erste deutsche Manga. Dieser wurde im Rowohlt Verlag veröffentlicht, blieb aber bei den Lesern weitgehend unbeachtet. Die erste deutschsprachige Manga-Serie „Akira“, die der Carlsen Verlag ab 1991 in westlicher Leserichtung publizierte, war ebenfalls nicht erfolgreich. Dies änderte sich 1997, als der Carlsen Verlag „Dragonball“ von Akira Toriyama in der japanischen Leserichtung im Taschenbuchformat herausbrachte und damit einen Manga-Boom in Deutschland auslöste. Dieser hält bis heute an, was sich an den großen deutschen Manga-Verlagen wie Carlsen Manga, Egmont Manga, Tokyopop und Planet Manga zeigt, die jedes Jahr unzählige Mangas in verschiedenen Genres veröffentlichen. Hinzukommen noch Manhuas – aus China stammende Comics – und Manhwas, Comics aus Südkorea.

Mangas sind für alle da – zumindest in Japan

Bildergeschichten aus Asien – vom Skizzenbuch zum Massenmedium

Besondere Ausdruckskraft: ein Manga in schwarz-weiß (Foto: MulanEvyHua)

Während in Deutschland Mangas meist in Form von Sammelbänden im Taschenbuchformat publiziert werden, werden sie in Japan zuerst häufig auf billigem Papier in Magazinen abgedruckt, bevor sie in aufwändigen Sammelbänden mit guter Papierqualität herausgegeben werden. Diese nennt man „Tankobons“. Auch bei der Zielgruppe gibt es einen Unterschied: Bei uns in Deutschland lesen und sammeln vor allem Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 14 und 25 Jahren Mangas. In Japan werden Mangas jedoch von den unterschiedlichsten Gesellschaftsschichten und Altersklassen konsumiert.

Ein eigenes Museum

Da Mangas in Japan einen hohen Stellenwert als Kulturgut einnehmen, gibt es seit 2006 sogar ein eigenes Museum dafür: das Kyoto International Manga Museum. Dort befinden sich rund 300.000 Mangas. Davon können Besucher etwa 50.000 Stück, die seit den 1970er Jahren erschienen sind, an einer rund 200 Meter langen Manga-Wand, die sich über das gesamte Museum erstreckt, bestaunen und in der Regel sogar einen Blick hineinwerfen. Außerdem erhalten Interessierte viele Informationen zur Geschichte des Mangas und können Originalillustrationen bewundern.

Streiche spielen am 1. April? Der Narrentag in Asien

Streiche spielen am 1. April? Der Narrentag in Asien

Närrisches Symbol: Der Joker oder Harlekin in einem Kartenspiel (Foto: Alexas_Fotos, Pixabay.com)

Wir alle kennen das: Mit kleinen Scherzen oder Streichen schicken wir andere in den April oder werden selbst mit einem Augenzwinkern an den ersten April erinnert. Den traditionellen Tag der Streiche, den 1. April, gibt es in Deutschland und vielen anderen Ländern Europas sowie in Amerika bereits seit Langem. Wie sieht es aber in Asien mit dieser speziellen Tradition aus?

Der 1. April traditionell in Deutschland

Der 1. April ist in Deutschland traditionell der Tag der Streiche. Wer an diesem Tag einen Streich gespielt bekommt, wird häufig mit den Worten „April, April“ aufgeklärt. Spätestens dann ist klar, dass es sich um einen speziell für diesen Tag geplanten Aprilscherz gehandelt hat. Dabei kann es zwar schon einmal zu Missverständnissen kommen, wenn der Scherz ernsthafte Schäden nach sich zieht. Das kommt aber zum Glück eher selten vor.

In Asien: Chinas Regierung erklärt Aprilscherze für illegal

Es scheint so, dass China den ersten April weitaus kritischer sieht, als dies in Europa der Fall ist. Am 1. April 2016 berichtete die Zeitung Die Welt, Aprilscherze seien in China ab sofort illegal und nicht mit dem sozialistischen Wertekodex vereinbar. Auf einer Mikroblog-Seite der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua wurde damals sogar davor gewarnt, in der Öffentlichkeit Aprilscherze zu spielen. Das führte dazu, dass von diversen Mikrobloggern eine, wie sie Die Welt bezeichnete, „virtuelle Aprilwitz-Revolution“ ins Leben gerufen wurde. Als früh morgens die Nachrichtenagentur Xinhua den Blogbeitrag veröffentlichte, ließen sich viele der Blogger online über das Verbot aus.

Hier zwei Kommentare zu der Entscheidung der Regierung, wie sie auch Die Welt zitierte:

„Das ist der allerbeste Aprilscherz für heute.“ – Blogger Kamel

„Überall sonst wird der Narrentag nur einmal im Jahr begangen. Dank unserer Propaganda feiern wir ihn doch jeden Tag.“ – Blogger Wassermelone

Nachdem die Zensoren Chinas das bemerkten, wurden laut der Zeitung Die Welt mehr als 3000 Blogeinträge und Kommentare von der Nachrichtenagentur gelöscht. Lediglich dreizehn Kommentare blieben unberührt, weil sie die Zensoren wohl als ungefährlich einstuften, aber es wurden keine weiteren Kommentare zugelassen. Allerdings hatte sich die Aktion bereits auf andere Plattformen und Blogs ausgebreitet und bereitete den Beteiligten trotz den Versuchen, sie zu stoppen, einen arbeitsreichen 1. April.

Die angeblich aus dem Westen kommende Tradition wurde von der chinesischen Regierung wohl vor allem aus folgendem Grund nicht gebilligt: Der Tag wäre ein willkommener Anlass für Regierungskritiker, über das Netz vermehrt Kommentare oder Streiche zu verbreiten, was zu einem Kontrollverlust führen könnte. Trotzdem wird diese Tradition auch in China immer mehr angenommen und praktiziert.

Kommt die Tradition zum 1. April wirklich aus Europa?

Es lässt sich nicht wirklich klar sagen, wo der Narrentag ursprünglich entstanden ist. In Deutschland ist unter anderem die Annahme verbreitet, dass der 1. April im 16. Jahrhundert seinen Ursprung hat, wo er eben auch als „Narrentag“ bezeichnet wurde. Wie die FAZ am 1. April 2001 berichtete, wurde im Jahr 1564 im Zuge der Kalenderreform der Beginn des neuen Jahres vom 1. April auf den 1. Januar verlegt. Wer an dem alten Datum festhielt, wurde als Narr bezeichnet.

Allerdings kann es auch sein, dass die Aprilscherze in Asien entstanden sind. Hierbei gibt es die Theorie, dass sie vom alten indischen Hulifest abstammen, welches traditionell am Monatsanfang des Aprils gefeiert wird. Das Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken e.V. beschreibt auf seiner Internetseite das Hulifest als vergleichbar mit der alemannischen Fastnacht, da hier der Winter und seine Dämonen durch die Narren vertrieben werden sollen. Sogar die indische Liebesgöttin Maja wird im Zusammenhang mit dem Scherzbrauch genannt, da sie Täuschung symbolisiert.

Woher der Tag nun auch stammt, er wird in vielen asiatischen Ländern genauso gefeiert wie in Europa. So ist der Tag der Streiche nicht etwa eine westliche Erfindung, sondern er hat in den Kulturen Asiens ebenfalls seinen Platz.

Ein Jahr im Reich der Mitte

Nanning von oben

Beeindruckender Ausblick: Nanning von oben (Foto: Schröder)

Sein Auslandsjahr hat ihm mehrmals einen Schock beschert. Max Schröder (28) studiert „International Business Management East Asia“ mit dem Schwerpunkt „China“ am Ostasieninstitut der Hochschule Ludwigshafen. Zwölf Monate lang hat er sich in das Reich der Mitte – genauer in die Stadt Nanning, befindlich in der Provinz Guangxi (Südchina) – begeben und hierbei allerlei Fremdartigkeiten erlebt. Welche kulturellen Unterschiede den Austauschstudenten eiskalt erwischten, erzählt er Face2Face im Interview.

Face2Face: Wie sah ein typischer Tagesablauf in China aus und was verlief anders als in Deutschland?
Max: Im Vergleich verlief ein Tag in China gar nicht viel anders als in Deutschland. Normalerweise hatten wir von 8.40 Uhr bis 12 Uhr Chinesischvorlesungen. Anschließend haben meine Kommilitonen und ich uns meist an den Essensständen der Uni etwas zu Essen geholt und sind dann nach Hause in unsere Wohnung um zu essen, uns auszuruhen, zu lernen oder was eben gerade so anstand. Am Wochenende haben wir diverse Bars oder Discos aufgesucht.

Face2Face: Welche Sprache hast du am meisten verwendet? Gab es Schwierigkeiten mit der Verständigung?
Max: Chinesisch, denn mit Englisch kommt man nicht weit. Der wohl einzige Ort in China, in dem man mit Englisch gut zu Recht kommt, ist Hong Kong, weil es über 150 Jahre unter englischer Fremdherrschaft stand. Vereinzelt schlägt man sich auch noch in Shanghai oder in Peking mit Englisch durch. Es konnte passieren, dass man auf Leute traf, die kaum zu verstehen waren, weil sie ihrem Dialekt verfallen sind. Ein Beispiel: Unser Vermieter benötigte einmal eine eigene Übersetzerin, weil ihn selbst die Chinesen nicht einwandfrei verstanden haben. Wer also Land und Leute sehen und verstehen will, sollte zumindest rudimentäre Chinesisch-Kenntnisse mitbringen.

Essen gehen

Sie lassen es sich gut gehen: Max und seine Kommilitonen beim Essen (Foto: privat)

Face2Face: Wie ist die chinesische Mentalität im Vergleich zur Deutschen?
Max: Sehr viel entspannter als in Deutschland würde ich sagen. Es ist am Anfang etwas gewöhnungsbedürftig, wie relaxt die Chinesen mit der Zeit umgehen. Was heute nicht passiert, passiert eben morgen. Vielleicht kann die Einstellung der Chinesen ja auch als Vorbildcharakter für den gestressten Europäer dienen. Ebenfalls erwähnenswert: Für die meisten Chinesen ist ein (westlicher) Ausländer etwas Besonderes, da sie viele nur aus Film und Fernsehen kennen. Entsprechend wird man auf der Straße angestarrt oder gerne um ein gemeinsames Foto gebeten.

Face2Face: Vermisst du die chinesische Küche?
Max: „Die“ chinesische Küche gibt es genauso wenig, wie es „die“ europäische Küche gibt. Stattdessen hat jede der 23 chinesischen Provinzen traditionell ihre eigene Küche. Jede lässt sich mehr oder minder den Geschmacksrichtungen süß, sauer, salzig oder scharf zuordnen. Viele der Gerichte fehlen mir, vor allem weil man sie hierzulande schwer in entsprechenden Restaurants bekommt. Es ist fast unmöglich an Bāozi (Anm. d. Red.: die gefüllten Hefebrötchen sind ein klassisches chinesisches Frühstück), Jiǎozi (Anm. d. Red.: gefüllte Teigtaschen), Lāmiàn (Anm. d. Red.: von Hand gezogene Nudeln) oder ähnliches zu kommen. Was man dazusagen muss: Die meisten Restaurants aus China müssten wegen mangelnder Hygiene in Deutschland wohl zwangsschließen. Es passiert schon mal, dass in der (einsehbaren) Küche Ratten oder Mäuse herumspringen, während man im Gastraum isst. Nach einiger Zeit ist das aber auch für uns kein Grund mehr gewesen, die Essstäbchen aus der Hand zu legen, da wir wussten, dass alles durchgegart wird und die Konkurrenz auch nicht besser ist. Man gewöhnt sich an alles.

Markt 2

Gewöhnungsbedürftig: Ein Markt in China (Foto: Schröder)

Face2Face: Wie sind die Wohnverhältnisse? Wie hast du gehaust – in einer WG oder alleine?
Max: Die chinesischen Kommilitonen wohnen meist im unieigenen Wohnheim, in den Unterstufen zu sechst oder acht auf gerade mal 15 bis 20 Quadratmeter, in höheren Stufen zu zweit. Auslandsstudenten können im Auslandsstudentenwohnheim oder Dozentenwohnheim wohnen – selbes Zimmer, aber allein. Ich habe mir außerhalb des Campus´ mit Kim, meiner deutschen Mitstudentin, eine Wohnung von 130 Quadratmetern geteilt, die uns pro Person nicht ganz 150 Euro im Monat gekostet hat – Möbel inklusive. Qualitativ ist das natürlich nicht mit deutschem Standard zu vergleichen: Null Isolierung, sehr dreckig und durch die hohe Luftfeuchtigkeit gerne auch mit Schimmel versehen.

Face2Face: Typisch China – typisch Deutschland: Was wäre für Deutschland ein Tabu, was in China Gang und Gebe ist und umgekehrt?
Max: Wer das erste Mal nach China kommt, merkt wahrscheinlich, dass es für die – meist älteren, männlichen – Chinesen keinesfalls ein Problem darstellt, lautstark den Rotz hochzuziehen, um ihn neben sich auszuspucken oder mit hochgekrempeltem T-Shirt bauchfrei über die Straße zu laufen. Es ist auch normal, wenn man im Restaurant beim Essen Reste wie Knochen einfach unter den Tisch spuckt und dabei laut schmatzt. Für uns wäre das schlechtes Benehmen, aus chinesischer Sicht ist das aber entweder gesundheitsfördernd oder ein Kompliment an die Küche.
Ein ganz klares Tabu ist es für uns Deutsche beispielsweise Hitler lobend zu erwähnen, was Chinesen oft nicht nachvollziehen können, weil er – nach chinesischer Sichtweise – doch so ein guter Führer war. Sobald jemand mitbekommen hat, dass du Deutsch bist, gab es meist nur drei Themen: Autos, Fußball, Hitler. Wobei gebildete Chinesen durchaus wissen, dass letzterer in Europa heute kaum mehr Anklang findet und das Thema meiden.

Hong Kong bei Nacht

Atemberaubend: Hongkong bei Nacht (Foto: Schröder)

Face2Face: Was vermisst du am meisten in Deutschland, das es in China gibt?
Max: Spontan würde ich sagen Säfte und Tees. Die konnte man zwischen 50 Cent und 1,50 Euro überall frischgepresst oder -gebrüht kaufen und waren echt super in der südasiatischen Hitze. Auch die Straßenstände mit allerlei Früchten, Gemüse oder Speisen hatten ihren eigenen Charme. Generell ist die Kultur des Essengehens in China weit ausgeprägter.
Außerdem konntest du dich viel besser und spontaner mit Fremden in Diskotheken anfreunden, als es in Deutschland möglich ist, was vielleicht auch am „Ausländerbonus“ liegt, den man meist genießt. Die Chinesen sind sehr gastfreundlich – wenn du mit jemandem ein paar Worte wechselst, wirst du direkt zum Trinken und Spielen an den Tisch gebeten.

Face2Face: Würdest du sagen, du hast einen Kulturschock erlitten, als du in China angekommen bist oder gar als du wieder die Heimreise nach Deutschland angetreten hast? Wenn ja, kannst du definieren, was diesen Schock ausgemacht hat beziehungsweise welche Differenzen besonders stark sind zwischen Deutschland und China?
Max: Ohja! Ich bin von Frankfurt nach Peking geflogen – ich war vorher noch nie in Ostasien und hatte nur ungefähre Vorstellungen. Aber Peking war dann doch ein Schock: Mein Hotel lag am Hauptbahnhof, dem wohl schlimmsten Fleck der Stadt. Es war nicht nur sehr laut, voll, dreckig und stinkig, es war auch voller obdachloser Bettler und Kindergangs. Am Tag darauf bin ich weiter nach Shanghai – dort war es schon wesentlich angenehmer. Peking hat sicher seine schönen Ecken, nur habe ich diese in der kurzen Zeit nicht zu Gesicht bekommen. Mein Kulturschock hielt also nur einige Stunden an. Der Reverse-Kulturschock trat ein, als ich nach Deutschland zurück gekommen bin, und dauerte etwas länger. Ich brauchte beispielsweise einige Zeit, bis ich nicht mehr in Versuchung kam, quer durchs Lokal nach der Bedienung zu rufen, was in China ganz normal ist. Dass ich nicht mehr so extrem auf der Straße angestarrt werde, ist ebenfalls ziemlich neu und mit dem Euro musste ich manchmal etwas herumrechnen.

Mehr zum Thema findet ihr in unserer Reiserubrik.

 Vorschau: Im nächsten Panorama-Artikel werden die bekanntesten Mediatheken im Internet – darunter etwa ARD, ZDF, Arte, Pro 7, RTL und 3 Sat – unter die Lupe genommen.

Asiatisches Essen, Teil 4: Wan Tan

Was in deutschen Gefilden nur in China-Restaurants angeboten wird, findet sich im Herkunftsland an jeder Straßenecke. Bei den kulinarischen Klassikern, die auch Hun Tun genannt werden, handelt es sich um gefüllte Nudelteigtaschen – eine Unterkategorie von Dim Sum (Anm. d. Red.: Dim Sum bezeichnet ein großes Spektrum an kleinen Gerichten mit Füllung). Als Suppe schreibt man Wan Tan sogar heilende Kräfte für Magen und Milz zu. Gekocht, gegart oder gebacken eignen sich die China-Kracher für den Gaumen vor allem als Vorspeise, Beilage oder als kleiner Snack. Die Füllung ist dabei so vielfältig wie die Zubereitung selbst: Traditionell mit Schweinefleisch serviert, gibt es die Teigtaschen auch mit Meeresfrüchten, Huhn oder ganz vegetarisch. Die herzhaften Täschchen aus der chinesischen Küche sind auch am heimischen Herd schnell und mühelos zubereitet.

Asiatisches Essen, Teil 4: Wan Tan

Gesund: Wan Tan Suppe werden heilende Kräfte zugesagt (© Clemens Lubitz / pixelio.de)

Zutaten und Materialien für Wan Tan:
Für die Füllung:

  • 250g Hackfleisch (Schwein)
  • eine Knoblauchzehe
  • zwei Frühlingszwiebeln
  • Salz, Pfeffer, Ingwer und Sojasoße zum Würzen
  • Öl
  • eine Pfanne und ein Messer

Für die Teigtaschen:

  • Wan Tan-Teig
  • ein Ei
  • Öl
  • Süß-Sauer-Soße zum Servieren
  • eine Pfanne, einen Teller, einen Löffel, eine Schüssel und eine Gabel zum Verquirlen

Zubereitung:

1. Die Frühlingszwiebeln in kleine Ringe schneiden. Den Knoblauch und den Ingwer würfeln.

2. Etwas Öl in eine Pfanne geben und das Fleisch darin anbraten bis es fast gar ist. Erst dann die Frühlingszwiebeln, Knoblauch und Ingwer dazu geben und mit Sojasoße, Salz und Pfeffer nach Belieben würzen. Anschließend die Pfanne zum Auskühlen zur Seite stellen.

3. Die Wan-Tan-Teigblätter auf einem Tisch ausbreiten und ein Ei verquirlen. Nun die Ecken des Teigs mit dem Ei bestreichen und ein bis zwei Löffel der Füllung in die Mitte geben.

4. Die Blätter verschließen: Dafür können diese diagonal zusammengeklappt und die Ränder zu kleinen Dreiecken ausgedrückt werden. Weiterhin kann man alle vier Ecken nach oben ziehen und zusammendrehen. Welche Form die Wan Tan auch annehmen – ihre Enden sollten anschließend mit etwas Ei gut verklebt werden.

5. Nun Öl zum Frittieren in eine Pfanne geben und diese vorheizen. Anschließend die Wan Tan darin goldbraun anbraten und dabei mehrfach wenden. Die fertigen Teigtaschen auf einem Teller abtropfen und auskühlen lassen. Beim Servieren die Süß-Sauer-Soße dazu reichen.

Tipp:

  • Wan Tan-Teig kann man in asiatischen Supermärkten in der Tiefkühlabteilung kaufen. Alternativ eignet sich auch der Frühlingsollen-Teig dafür.
  • Wer zur gesünderen Variante greifen und die Wan Tan lieber garen möchte, kann dies ohne großen Aufwand tun. Hierfür lediglich Wasser in einem Topf kochen und ein Sieb darüber anbringen. Das Sieb darf dabei das Wasser nicht berühren. Die Taschen anschließend darauf fünfzehn Minuten dämpfen.

Vorschau:
Nächste Woche verrät euch die Tipps&Tricks-Redaktion, mit welchen Mitteln eure nächste Hausparty zum Erfolg wird.

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Weitere Serienteile:
Teil 1: Karepan
Teil 2: Onigiri
Teil 3: Frühlingsrollen
Teil 5: Sesam- und Grüntee-Eis
Teil 6: Japanische Weihnachtstorte

Keine zwei Stellen vor dem Komma mehr

China wächst. Die Wachstumsrate ist höher als die der USA und Deutschland. Von 2000 bis 2010 betrug das chinesische Wirtschaftswachstum jeweils mehr als zehn Prozent. Zum Vergleich: Die deutsche Wirtschaft erreichte zwischen 2000 und 2010 ein durchschnittliches Jahreswachstum von gerade einmal 0,91 Prozent. Allerdings wächst die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt nicht mehr so stark wie in den ersten zehn Jahren des neuen Jahrtausends.

Auch im dritten Quartal dieses Jahres konnte die chinesische Regierung ihr Wachstumsziel von 7,5 Prozent nicht erreichen, der Anstieg blieb um 0,1 Prozent hinter der gesetzten Marke zurück. Dies ist bereits der siebte Quartalsrückgang in Folge und der niedrigste Wert seit 2009, als die Folgen der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise auch bei den Chinesen ankamen. Die Nachfrage aus den USA und Europa stagnierte und das Auftragsvolumen nahm ab – für die exportorientierte Wirtschaftsmacht verheerend. Auch die Konsumenten im eigenen Land fragen aktuell weniger nach als noch vor zwei Jahren. Auf der anderen Seite bekommen auch nach China exportierende Unternehmen den anhaltenden Durchhänger zu spüren. Deutsche Firmen beispielsweise profitieren erheblich vom starken Wachstum des Schwellenlandes, aber wichtige Kunden halten sich wegen der Überkapazitäten und der angespannten wirtschaftlichen Lage mit Aufträgen zurück.

Dennoch ist die Regierung in Peking zuversichtlich, dass die Volkswirtschaft auf das ganze Jahr 2012 gerechnet, die Wachstumsprognose erfüllen kann. Auch wenn Regierungschef Wen Jiabao gleichzeitig vor Schwierigkeiten im letzten Quartal warnte. Jiabao identifiziert Probleme im Bereich der traditionellen Industrien, wie zum Beispiel der Erdöl- und Chemieindustrie. Der Hochtechnologiesektor, die Landwirtschaft und der Dienstleistungsbereich entwickeln sich vergleichweise gut. Analysten rechnen für das kommende Quartal wieder mit einem Wachstum von über acht Prozent, was bedeuten würde, dass das „Reich der Mitte“ das Schlimmste überstanden hätte und eine Wende bevorstünde. Auch an der Börse ließen sich die Investoren nicht durch die schwächeren Wachstumsraten vom Aktienkauf abbringen: Der Index in Shanghai legte um 1,3 Prozent zu.

Immer öfter werden Stimmen laut, dass Chinas bisheriges Wachstumsmodell an seine Grenzen gestoßen sei. Man könne nicht nur auf den Export setzen, sondern müsse Reformen auf den Weg bringen, um die Binnennachfrage (Anm. d. Red.: die Nachfrage im eigenen Land) zu stärken. Volkswirte sprechen von der „Falle des mittleren Einkommens“. Einem Land, das sich zu einer Wirtschaft mittleren Durchschnittseinkommens entwickelt hat, könne eine Weiterentwicklung nur gelingen, wenn tiefgreifende Strukturreformen nachhaltiges Wachstum sicherten und Korruption und Missmanagement aktiv bekämpft würden. Eine große Herausforderung für Chinas Staatschefs, im Zuge derer in Zukunft auch grundsätzliche Gesellschaftsstandards überdacht werden müssen.

Asiatisches Essen, Teil 3: Frühlingsrollen

Jeder kennt sie, jeder isst sie. Sie sind das Vorzeige-Gericht, wenn es um asiatisches Essen geht. Frühlingsrollen haben schon länger ihren Weg in die westliche Küche gefunden und erfreuen sich großer Beliebtheit. So fehlen beispielsweise in keinem Supermarkt fertige Rollen in der Tiefkühlkost-Abteilung. Die kleinen Appetit-Stiller aus China gibt es – wenn auch klassisch gerollt – in unterschiedlichen Formen und Varianten. Ob nun süß, deftig oder vegetarisch gefüllt, ob frittiert oder gebacken – Frühlingsrollen lassen sich je nach Anlass, Saison und Vorliebe variieren. Daher eignen sie sich sowohl als Beilage und Fingerfood, als auch als Dessert oder Hauptgang.

Zutaten und Materialien für 40 Mini-Frühlingsrollen:
Für die Füllung:

Asiatisches Essen, Teil 3: Frühlingsrollen

Delikat: Die berühmten Appetithäppchen aus China (© Benjamin Thorn / pixelio.de)

  • 200g Hühnerbrustfilet
  • 100g Lauch
  • 100g Karotten
  • 100g Zucchini
  • 100g Paprika
  • 100g Pilze
  • 20g Ingwer
  • zwei Knoblauchzehen
  • Salz, Pfeffer und Sojasoße zum Würzen
  • ein Messer

Für die Rollen:

  • Frühlingsrollen-Teig (Mini-Frühlingsrollen)
  • ein Ei
  • Öl
  • Süß-Sauer-Soße zum Servieren
  • eine Pfanne, Teller, einen Löffel und eine Gabel zum Verquirlen

Zubereitung:
1. Das Hühnerfleisch, die Pilze und das Gemüse in feine Streifen schneiden. Den Lauch, geschälten Ingwer und Knoblauch wiederum in kleine Ringe beziehungsweise Würfel zerkleinern.

2. Öl in eine Pfanne geben und die Hühnerbruststreifen darin anbraten, bis diese fast gar sind. Dies erkennt man an einer einheitlichen weißen Färbung. Anschließend die restlichen Zutaten dazugeben und mit Salz und Sojasoße würzen. Das Gemüse sollte solange gedünstet werden bis es weich ist. Anschließend die Pfanne zum Auskühlen zur Seite stellen.

3. Ist die Füllung kalt genug, kann die Flüssigkeit reduziert werden. Hierzu den Inhalt in die Hand nehmen und fest auspressen. So wird verhindert, dass der Frühlingsrollen-Teig später durchnässt und reißt.

4. Den Teig auf einen Tisch ausbreiten und ein Ei verquirlen. Nun die Ecken des Teigs – mit den Fingern oder einem Pinsel – mit dem Ei bestreichen und ein bis zwei Teelöffel der Füllung in die Mitte geben.

Asiatisches Essen, Teil 3: Frühlingsrollen

Handlich: Frühlingsrollen eignen sich für alle Anlässe (© Paul-Georg Meister / pixelio.de)

5. Nun kann gerollt werden: Eine Ecke des Teigs bis über die Füllung klappen. Die beiden umliegenden Seiten jeweils bis zur Mitte zuklappen und die Frühlingsrolle zusammenrollen. Die letzte Ecke sollte vorsichtshalber erneut mit Ei bestrichen und angeklebt werden, damit sich die Rolle im Öl nicht öffnet.

6. Öl zum Frittieren in eine Pfanne geben und diese vorheizen. Ist sie heiß genug und wirft somit kleine Bläschen, können die Frühlingsrollen hinein gegeben werden. Diese goldbraun frittieren und anschließend zum Abtropfen auf ein Küchentuch oder auf eine Serviette geben. Beim Servieren die Süß-Sauer-Soße dazu reichen.

Tipps:

  • Durch das Ei kleben die Frühlingsrollen leicht auf Unterlagen an und können beim Abziehen reißen. Daher eignet es sich – statt sie direkt auf einen Teller zu geben – auf Alu- beziehungsweise Frischhalte-Folie abzulegen.
  • Wem das Rollen bei großen Mengen zu lästig wird, kann die Frühlingsrollen optisch auch als Wan Tan tarnen. Hierzu alle Ecken zwischen die Finger nehmen und wie einen Beutel zudrehen.
  • Auch zum Nachtisch eignen sich Frühlingsrollen als Süßspeise bestens. Hierfür die Rollen einfach mit Äpfel und Zimt füllen und nach dem Frittieren mit geschmolzener Schokolade verzieren.

Vorschau: Nächste Woche erfahrt ihr, mit welchen Tricks ihr lange und eintönige Autofahrten verkürzen könnt.

Gewinnspiel: 

Aufgrund der geringen Resonanz wird das More-Blond-Gewinnspiel um zwei Wochen verlängert. Also schlagt zu, wenn ihr eure Haare schonend und sogar ganz kostenlos aufhellen wollt!  Gewinnt mit Face2Face eines von insgesamt fünf Balea-Sets jeweils bestehend aus dem Professional More Blond Shampoo und der Professional More Blond Spülung.

Was ihr dafür tun müsst: Schreibt bis einschließlich Freitag, 02. November, 23:59 Uhr eine Mail an tatjana.gartner@face2face-magazin.de mit dem Betreff „More Blond“. Darin enthalten sein sollte euer Vor- und Nachnamen, eine Adresse (Straße, Hausnummer, Postleitzahl und Ort) sowie eine gültige E-Mail-Adresse! Verlost wird unter allen Einsendern. Mitarbeiter von Face2Face, sowie der Rechtsweg sind von der Verlosung ausgeschlossen. Die Bekanntgabe der Gewinner erfolgt dann am Samstag, 03. November via Mail.

Die Tipps&Tricks-Redaktion wünscht allen Teilnehmern viel Glück!

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Weitere Serienteile:
Teil 1: Karepan
Teil 2: Onigiri
Teil 4: Wan Tan
Teil 5: Sesam- und Grüntee-Eis
Teil 6: Japanische Weihnachtstorte