Azing Moltmaker – fasziniert von den Beatles

Was haben Mottenkugeln mit den Beatles zu tun? Azing Moltmaker weiß es. Er hat in Alkmaar in den Niederlanden ein ganzes Museum rund um die Beatles gegründet (wir berichteten letzten Monat). Er ist aber nicht nur der Inhaber des Museums, sondern publiziert auch regelmäßig Bücher über die Beatles. Wir haben mit ihm über seine persönlichen Highlights im Beatles-Museum und seine Bücher gesprochen.

Face2Face: Warum sind Sie so begeistert von den Beatles?

Moltmaker: Weil mich vor allem ihre Musik fasziniert. Es ist eine Band, die nur Hits hatte und sich doch immer verändert hat. Jede Platte war anders und hatte trotzdem dieselbe hohe Qualität. Es ist das Gesamtbild der Beatles-Geschichte, das so interessant ist.

Face2Face: Wie kamen Sie auf die Idee, ein Beatles-Museum zu gründen?

Moltmaker: Ich habe erst mit einem eigenen Fanclub begonnen, weil ich von einem anderen Fanclub abgewiesen wurde. Weil der Fanclub allein nicht genug Geld einbrachte, um Magazine drucken zu lassen, habe ich 1979 mit einem kleinen Beatles-Laden angefangen. Am 6. Juni 1981 begann ich dann mit einem Beatles-Museum.

Außergewöhnlich: Azing Moltmaker und die „Butcher-Cover“ im Beatles-Museum in Alkmaar (Foto: Beatles-Museum Alkmaar/Niederlande)

Außergewöhnlich: Azing Moltmaker und die „Butcher-Cover“ im Beatles-Museum in Alkmaar (Foto: Beatles-Museum Alkmaar/Niederlande)

Face2Face: Was ist Ihr persönliches Lieblingsstück im Beatles-Museum und warum?

Moltmaker: Ich besitze tausende Objekte. Mehr als 2.500 LPs, 2.000 Singles, 1.000 Beatles-Bücher, 500 Stunden an Bildaufnahmen, 3.500 CDs und 100 Vitrinen voll mit Merchandising. Aber es gibt eine sehr außergewöhnliche Plattenhülle, die sehr viel Geld wert ist. Davon habe ich fünf Stück. Sie ist bekannt unter dem Namen „Butcher-Cover“.

Seltenheit: Azing Moltmaker und die Gitarre von George Harrison aus den 1950er Jahren im Beatles-Museum in Alkmaar (Foto: Beatles-Museum Alkmaar/Niederlande)

Seltenheit: Azing Moltmaker und die Gitarre von George Harrison aus den 1950er Jahren im Beatles-Museum in Alkmaar (Foto: Beatles-Museum Alkmaar/Niederlande)

Face2Face: Was ist das seltenste Stück im Beatles-Museum?

Moltmaker: Das sind die Gitarren und die Kleidungsstücke, die ich von den Beatles bekommen habe. Außerdem die Goldenen Schallplatten, Platin-Schallplatten sowie Plattenverträge.

Face2Face: Was ist das kurioseste Stück in der Sammlung?

Moltmaker: Zweifellos sind das die Beatles-Mottenkugeln. Das ist echt das absurdeste Beatles-Produkt, das ich je gesehen habe.

Kurios: Mottenkugeln, auf deren Verpackung die Köpfe der Beatles aufgedruckt sind (Foto: Beatles-Museum Alkmaar/Niederlande)

Kurios: Mottenkugeln, auf deren Verpackung die Köpfe der Beatles aufgedruckt sind (Foto: Beatles-Museum Alkmaar/Niederlande)

Face2Face: Haben Sie mal einen der Beatles persönlich getroffen?

Moltmaker: Ja, in den 1980ern habe ich Paul McCartney bei einem TV-Programm getroffen. Er hat damals auch eine Platte für mich signiert.

Face2Face: Sie schreiben regelmäßig Bücher über die Beatles. Wie kam es dazu und was für Bücher sind das genau?

Moltmaker: Ich habe 68 Bücher geschrieben. Einige im Auftrag für Verlage, aber die meisten habe ich selbst bei meinem eigenen Verlag herausgebracht. Die Fanclub-Magazine hatten eine begrenzte Seitenanzahl und weil ich die Geschichten gut schreiben wollte, brauchte ich mehr Seiten und daher waren Bücher der logische Schritt. Ich schreibe Discographien, Themenbücher und Nachschlagwerke über die Beatles. Momentan arbeite ich an drei neuen Büchern, die Ende des Jahres erscheinen sollen.

Mehr Infos zum Beatles-Museum in Alkmaar findet ihr HIER.

„Ich möchte schöne Momente schenken“

Mit ihrer Musik verwandeln sie die grauen Straßen in andere Welten und schenken den Zuhörern gute Laune: Straßenmusiker. Sie lassen die Orte, an denen sie spielen, gleich viel freundlicher wirken. Erlebt man ein solches Gefühl, dann ist es ein Moment, der einem eine schöne Erinnerung schenkt, ganz egal ob im Urlaub oder in der Heimatstadt. Einer dieser Musiker ist der Italiener Niki La Rosa. Im römischen Ort Trastevere spielt er oft zusammen mit Musikerkollegen in mitten der Piazza. Mit eigenen Songs schenkt der Sänger nicht nur den Touristen schöne Erinnerungen. Face2Face-Redakteurin Vanessa war für euch mit ihm im Interview.

Geboren wurde der Sohn eines Italieners und einer Schottin in Glasgow. Seine Kindheit verbrachte er im italienischen Livorno, wo er bereits mit zehn Jahren zur Gitarre griff und schnell begann eigene Lieder zu schreiben. Am liebsten verbringt der Musiker seine Zeit auf den Straßen von London, Rom, Lucca oder Livorno. 2013 nahm er sein drittes Album London Journey auf, das dieses Jahr erschienen ist

Dolce Vita: Zusammen mit seinen Musikerkollegen erzeugt Niki la Rosa (mitte) auf der Piazza Urlaubsstimmung.(Foto: V.Wahlig)

Dolce Vita: Zusammen mit seinen Musikerkollegen erzeugt Niki la Rosa (mitte) auf der Piazza Urlaubsstimmung (Foto: V.Wahlig)

Face2Face: Wann hast du angefangen Musik zu machen? Und warum?

Niki La Rosa: Ich habe dank meines Vaters angefangen Gitarre zu spielen. Er hatte eine zuhause und brachte mir die ersten Akkorde bei. Eine starke Anziehung zur Musik zu spüren, bringt dich dazu lange Zeit mit deinem Instrument zu verbringen. Du suchst dann nach Melodien und Akkorden, das hat mich stark bewegt. Ich bin nämlich in der Tat ein Autodidakt.

Face2Face: Du machst auch Straßenmusik. Was gefällt dir daran?

Niki La Rosa: Auf der Straße zu spielen ist wunderbar, es ist wie in einem Freilichttheater. Die Personen, die stehen bleiben, um zuzuhören, sind die, denen gefällt, was du da gerade machst. Das erzeugt dann eine wunderbare Stille und eine unglaubliche Zuneigung. Mich erreichen viele Nachrichten, in denen sich Leute bedanken, die im Urlaub waren und mich bei ihren Besichtigungen spielen gehört haben. Da ist eben diese Überraschung, wenn du eine Stadt besichtigt und nicht erwartest ein Konzert zu hören. Ich glaube, die Gefühle, die dabei aufkommen, sind dann noch viel stärker. Daher spiele ich oft an Orten, an denen Touristen sind und die Lust haben schöne Momente zu erleben.

Face2Face: Wie beschreibst du deine Musik? Was ist deiner Meinung nach besonders?

Niki La Rosa: Meine Musik ist meine Musik. Sie besteht aus Erlebten, ist wahr und einfach. Sie erzählt die Seelenzustände, die ich lebe. Ich bin ein Romantiker und das ist es, was den Leuten bewusst wird. Ich kopiere niemanden, meine Musik ist meine Wahrheit. Da ist mein Herz, die einzige Sicherheit, die ich habe.

Face2Face: Deine CD heißt London Journey. Was verbindest du mit London und den Liedern auf der CD?

Niki La Rosa:  Meine CD heißt London Journey, weil ich oft nach London reise. 2011 habe ich für einige Zeit dort gelebt. Es war eine unglaubliche Erfahrung. Außerdem sind viele Lieder einem Mädchen gewidmet, das ich dort getroffen habe.

Face2Face: Gibt es einen Musiker, mit dem du gerne mal ein Lied aufnehmen würdest? Wer ist dein musikalisches Vorbild?

Niki La Rosa: Der letzte Künstler, in den ich mich künstlerisch „verliebt“ habe, ist John Mayer. In der Tat gibt es viele Gemeinsamkeiten mit ihm. Es würde mir sehr gefallen ihn zu treffen. Er ist ein Künstler, den ich sehr schätze.

Vorschau: Nächste Woche lest ihr an dieser Stelle den dritten Teil unserer Reihe Artist to watch.

Für unsere italienischen Leser haben wir das Interview hier auch nochmal in Originalsprache:

Face2Face: Quando hai cominciato a fare musica? E perché?

Niki La Rosa: Ho iniziato a suonare la chitarra grazie a mio padre che portò una chitarra in casa e mi insegnò i primi accordi. Sentiì un’attrazione forte verso la musica, infatti iniziai a stare ad ore sullo stumento cercando melodie e accordo, sono infatti un’autodidatta. Mi emozionava tanto.

Face2Face: Tu fai anche la musica a strada. Cosa ti piace a fare musica in questo modo?

Niki La Rosa: Suonare per la strada è bellissimo, è come essere in un teatro all’aperto. Chi si ferma ad ascoltare sono persone a cui veramente piace quello che stai facendo, quindi si crea un silenzio meraviglioso ed un’empatia incredibili. Mi arrivano tantissimi messaggi di ringraziamento da persone che erano in vacanza e ci hanno sentito per caso passando da dove stavamo suonando. C’è la sorpresa, entrano in contatto con te camminando per strada e non si aspettano di sentire un concerto, quindi l’emozione è ancor più grande penso. Poi spesso suono dove ci sono i turisti che essendo in vacanza hanno più voglia di passare dei bei momenti.

Face2Face: Come descrivi tua musica? Che cosa è speciale secondo te?

Niki La Rosa:La mia musica è la mia musica, è scritta su emozioni vissute, è veritiera, semplice. Racconto gli stati d’animo che vivo. Sono un romantico e questa cosa le persone la avvertono. Non copio nessuno, la mia musica è fedele a me stesso. C’è il mio cuore, è l’unica certezza che ho.

Face2Face: Tuo cd si chiama London Journey, cosa colleghi con London e i canzoni della cd?

Niki La Rosa: Il disco si chiama London Journey perchè vado spesso a Londra e nel 2011 ho vissuto per un po‘ la e ho fatto un’esperienza incredibile. Poi molte canzoni sono dedicate ad una ragazza che incontrai laggiù.

Face2Face: C´è un musicista con cui vuole fare una canzone? Chi è tuo esempio musicale?

Niki La Rosa: L’ultimo artista di cui mi sono „innamorato“ artisticamente è John Mayer. Tanti infatti denotano una certa somiglianza con lui. Mi piacerebbe tanto incontrarlo. E‘ un’artista che stimo molto

Musik für jede Lebenslage, Teil 5

Mein erstes Album:

Wer wie ich in den 90ern aufgewachsen ist, kam an einem Phänomen nicht vorbei: den Boygroups. Eine hatte es mir ganz besonders angetan: Caught in the Act. So dauerte es nicht lange, bis Mitte der 90er meine erste CD in mein Regal wanderte. Dabei handelte es sich um „Caught in the Act of Love“. Noch heute höre ich diese und all die anderen Alben, die Caught in the Act im Laufe der Jahre veröffentlicht haben, immer noch gerne, um mich auf eine musikalische Zeitreise zurück in meine Kindheit zu begeben.

Bestes Album national:

Viele kennen Tom Beck aus der Serie „Alarm für Cobra 11“ oder aus Kinofilmen wie „Vaterfreuden“ und „Alles ist Liebe“. Beck ist aber nicht nur ein guter Schauspieler, sondern ein ebenso hervorragender Sänger. Nach zwei englischsprachigen Alben hat er im Februar diesen Jahres seine erste Platte komplett auf Deutsch veröffentlicht. Die nennt sich „So wie es ist“ und zeichnet sich durch großartige Songtexte aus. Auf Deutsch gelingt es Beck noch viel besser als auf Englisch über Themen wie Liebe, Freundschaft und die Beziehung zwischen Vater und Sohn zu singen. Man nimmt ihm jede einzelne Songzeile ab. „So wie es ist“ ist äußert authentisch und damit für mich das beste deutsche Album.

Ein Album, das in jede CD-Sammlung gehört – ganz klar:

Das Album „Yes!“ von Jason Mraz. Es ist sein fünftes Album und steckt voller positiver Energie. Die 14 Songs darauf sind sehr gefühlvoll und berühren den Hörer daher besonders. Was das Album zudem auszeichnet sind die durchweg akustischen Songs. Egal ob man eher Balladen wie „It´s so hard to say goodbye to yesterday“ oder schnellere Songs wie „Everywhere“ bevorzugt – auf „Yes!“ findet wohl jeder einen Lieblingssong, denn dieses Album ist rundum gelungen.

Bestes Album international:

Das meiner Meinung nach beste internationale Album ist „Herinneringen: Het beste van Nick & Simon“. Dabei handelt es sich um das 2014 erschienene Best-Of-Album der niederländischen Band Nick en Simon. Auf zwei CDs sind ihre 20 größten Hits, die von Fans bestimmt worden sind, sowie vier neue Tracks und einige Live-Aufnahmen ihres Konzerts „Sterker in GelreDome“ zu finden. Nick en Simon machen hervorragende niederländische Popmusik und daher ist auf dieser Platte durch die große Songauswahl für jeden etwas dabei, der mit Musik auf Niederländisch etwas anfangen kann.

Bestes Geschenk:

Das beste CD-Geschenk habe ich vor zwei Jahren von meinem Kumpel Chris zum Geburtstag bekommen: Das Album „We’re Not the Ones We Thought We Were“ von der Alin Coen Band. Chris hatte die Band zuvor live erlebt und war total begeistert von der Musik. Daher wählte er besagte CD als Geschenk für mich aus. Eine super Entscheidung, die er da getroffen hat, denn das Album gehört seitdem zu meinen liebsten.

Eine CD, die ich selbst verschenken würde, ist das gleichnamige Album der Band The Common Linnets. In Deutschland wurde die Band im letzten Jahr vor allem durch den Eurovision Song Contest (ESC) bekannt, als sie für die Niederlande Platz zwei erreichte. Natürlich darf auf dem Album daher auch der ESC-Hit „Calm after the storm“ nicht fehlen. Darüber hinaus überzeugt das Country-Pop-Album der Common Linnets sowohl durch mitreißende Songs wie „Lovers & Liars“ als auch durch emotionale, tief gehende Balladen wie „Love goes on“.

Optimales Album für den Sommer:

Gute-Laune-Musik für den Sommer: Das Album  „Almost Hits“ von Jamaram (Foto: „Jamaram“)

Gute-Laune-Musik für den Sommer: Das Album „Almost Hits“ von Jamaram (Foto: „Jamaram“)

Absolute Gute-Laune-Garantie bietet „Almost Hits“. Dabei handelt es sich um das Best-Of-Album der achtköpfigen Band Jamaram aus München, das im Frühjahr 2014 auf den Markt gekommen ist. Best-Of: Das soll in diesem Fall heißen, dass die Band selbst ihre Favoriten aus 14 Jahren Bandgeschichte ausgewählt hat. Nebst bekannten Songs haben es auch zwei neue Tracks, „La Mala“ und „Somewhere“, sowie vier Live-Versionen auf die Platte geschafft. Manche der Songs versetzen einen in Partystimmung, andere wiederum eignen sich bestens zum Chillen. Daher ist „Almost Hits“ optimal geeignet für den Sommer.

Musikalischer Geheimtipp:

Noch recht unbekannt in Deutschland und damit ein musikalischer Geheimtipp ist der US-amerikanische Sänger Tyrone Wells. Erstmals gesehen habe ich ihn beim Konzert von Nick Howard in Frankfurt letztes Jahr im Oktober. Dort hat er als Support-Act gespielt und mich von Anfang an mitgerissen. Von seinen Alben sind insbesondere „Where We Meet“ und „This Love“ zu empfehlen.

Neues Jahr – Neue Musik

Das neue Jahr hält nicht nur neue Modetrends, neue Geschichten und neue Lebensentwürfe bereit, sondern auch ganz viel neue Songs und Bands. Eure Face2Face-Musikrubrik hat sich mal umgeschaut und stellt euch diesmal einige Newcomer und noch unbekannte „Alte Hasen“ vor.

Bilderbuch

Es stimmt, der Name lässt eher nicht auf eine Hip-Hop – / Indie-Rock – Band schließen, aber genau diese Art von Musik macht die österreichische Band Bilderbuch. Unbekannte sind sie nicht, immerhin sind sie in ihrer Heimat bereits seit 2005 aktiv im Musikbusiness. Die in Wien lebende Band um Sänger Maurice Ernst überzeugt die Musikwelt Österreichs und räumte zahlreiche Preise in unserem Nachbarland ab. Aber auch eine ganze Reihe deutscher Musiker hören die Platten der Jungs hoch und runter. Ob Farin Urlaub (die Ärzte), die Beatsteaks oder Casper, alle sind sie von der ihrer Musik begeistert. Bei den Beatsteaks spielten sie als Supportakt auf ihrer Tour und auch im Vorprogramm von Casper standen die unkonventionellen Österreicher auf der Bühne.

Nicht nur ihr Sound, sondern auch der Sprechgesang á la Falco (genau, auch er war Österreicher) reißen die Fans mit. Die Texte reichen dabei von Lebensweisheit bis völlig sinnlose Wortaneinanderreihungen. Da die Jungs aus dem Land des Skisports auf Hochdeutsch singen, stehen die Chancen nicht schlecht auch in Deutschland durchzustarten.

Tipp: Die aktuelle Single heißt „OM“ aus dem Album „Schick Schock“.

Kopfhörer auf und die neusten Alben durchgehört (Foto: V.Wahlig)

Kopfhörer auf und die neusten Alben durchgehört. (Foto: V.Wahlig)

Manchmal sind selbst wir überrascht, was die deutsche Musikwelt uns Jahr für Jahr für Schätze offenbart. Ähnlich ist es da bei der nächsten Band, die den Hörer in Traumwelten entführt.

Pentatones

Auch hier klingt der Name mal wieder A-typisch für den zugehörigen Sound. Denn hinter den Pentatones verbirgt sich melancholischer Elektro-Pop aus Leipzig. Einige Musikredakteure beschreiben die Songs der Sachsen als animalisch und regelrecht hypnotisierend. In ihrem Song „The Beast“ verpacken sie inhaltlich auch das Tier in uns allen, jedoch unterlegt mit sanften Klängen, die gar mystisch wirken.

Die Face2Face-Musikrubrik ist sich sicher, diese Klänge werden wir 2015 öfter hören. Immerhin wird das Quartett vom Berliner Musikproduzenten Robot Koch produziert, der uns bereits mit Casper, Marteria und OK Kid musikalisch beschenkt hat.

Tipp: Diesen Monat erscheint ihr Album „Ouroboros“ mit der Single „The Beast“.

Rae Morris

Das England nicht nur Tee, London und die Queen zu bieten hat, wissen wir dank musikalischen Größen wie den Beatles schon etwas länger. Da ist es nicht verwunderlich, dass der Blick 2015 auch wieder in Richtung Grüne Insel geht. Wer in seinem Plattenregal CDs von Florence and The Machine, Luke Sital Singh oder Clean Bandit hat, der kann nun bald eine neue CD dazustellen. Die Rede ist von der aus Blackpool stammenden Rae Morris. Ihre Stimme hörte man erstmals auf dem Album von Clean Bandit. Dieses Jahr macht sich die Engländerin selbstständig. Ende Januar erschien ihr Debütalbum.

Tipp: Das Album „unguarded“ ist voller Pop- und Elektro-Tunes und somit ideal zum Tanzen.

Kwabs

Seinen Namen kennt ihr vielleicht noch nicht, aber seine Stimme ist euch bestimmt schon mal im Radio begegnet. Mit seinem Song „Walk“ macht er eine Ansage an alle, die sich von Äußerlichkeiten leiten lassen. Nicht nur sein Song macht klar, dass man immer sein eigenes Ziel vor Augen haben sollte, auch sein Lebensstil untermauert dies. Er will seine Schwächen zu Stärken machen und dabei ganz gelassen bleiben. Kwabs wird von den Medien als überzeugender Hipster beschrieben, aber er ist mehr. Seinen Sprachfehler (er lispelt) macht er zur Tugend und trifft mit seinen Neo-Soul den aktuellen musikalischen Zeitgeist.

Tipp: Und auch hier könnt ihr euch freuen, das Debütalbum „Wrong Or Right” kommt diesen Monat auf den Markt

Entrümpeln wir

Frohe Weihnachten liebe Leser. Seid ihr auch so reich beschenkt worden? Und hat sich da auch bei euch der ein oder andere nicht ganz so freudige Gedanke eingeschlichen? „Was soll ich bloß damit?“, „Wo kann ich das nur hinstellen?“, „Dafür hab ich doch gar keinen Platz!“. Mir jedenfalls geht es alle Jahre wieder so. Selbst die schönsten Geschenke entpuppen sich im Nachhinein als Platzbesetzer. Bücher- und DVD-Regale quillen über, für CDs ist auch kaum Platz mehr. Die Fensterbänke und Regalecken sind mit Figuren, Kerzenhaltern und Bilderrahmen überfüllt. Selbst in den Schubladen sieht es nicht besser aus. Zum Nikolaus bekamen wir den vierten Sparschäler. Ist klar, braucht man ja auch. Nur meine Schublade sieht das anders, der wird es langsam zu voll.

Entrümpeln wir

Voller Schrank und doch nichts drinnen? Zeit zum Aussortieren (©siepmannH / pixelio.de)

Große Bescherung und dann noch das neue Jahr, das an die Türe klopft, höchste Zeit, mal wieder auszumisten. Tut euch die Freude und macht mit. Leicht wird es immer am Kleiderschrank. Glaubt ihr nicht? Gut, die Jogginghose mit dem Loch ist auch zu gemütlich, aber das Oberteil habe ich seit drei Jahren nicht mehr getragen und finde es einfach nicht mehr tragenswert. Weg damit. Ob in den Mülleimer oder die Altkleidertüte, Hauptsache raus. Socken, die seit Jahren ihren Partner vermissen, Pullover, die einfach nicht mehr zu mir passen, das Sommerkleid, das seit Jahren versauert, weil ich es doch nie tragen werde. Warum aufheben? Nur für den Fall das reicht mir nicht. Für den Fall das, habe ich immer noch eine Alternative, Kleider nämlich, die ich ohnehin jedes Jahr gerne trage. Und nur wer Platz schafft, hat Platz für Neues.

Beim Schuhschrank sieht es genauso aus, die Taschensammlung wird sortiert – und mit jedem Stück fühlen wir uns freier und leichter. Da seht ihr mal, wie sehr uns die Manifestation des Konsums drückt. Ich will nicht in einer Wegwerfgesellschaft leben, aber deswegen muss ich noch lange nicht jedes Stück aufheben, bis es auseinandergefallen und viermal geflickt ist.

Entrümpeln wir

Ausgelesen. Manche Bücher können ruhig wieder aus dem Regal verschwinden (©Rike / pixelio.de)

Beim Buchregal und seinen Kollegen mit Filmen und Musik wird es da schon schwerer. Könnte ja doch sein, dass ich ausgerechnet auf den einen Film nach drei Jahren mal wieder Lust bekomme. Oder? Pustekuchen. Die Erfahrung zeigt: was wir nach drei Jahren nicht mehr angerührt haben, rühren wir auch die nächsten drei Jahre nicht mehr an. Macht Platz. Alte Bücher, die ihr vielleicht noch nie gelesen habt, weil sie euch nie interessierten – schenkt sie der nächsten Bücherei, einem Bekannten, der sich dafür interessiert, oder verkauft sie und schlagt noch ein paar Euro raus. Das Gleiche steht mit der Musik an, die wir eigentlich nie so gern gehört haben, oder den Filmen, die wir nur noch behalten, weil wir sie von einem alten Freund geschenkt bekommen haben. Weg damit. Entrümpeln wir, Entrümpeln macht Spaß und wenn wir erst mal in Fahrt kommen, müssen auch die Dinge, die wir eigentlich in Ruhe lassen wollten, um ihren Stand in unseren Wohnungen bangen.

Schaut euch nur um, ihr werdet mit Sicherheit fündig. Die Unterlagen, die noch aus der Schulzeit sind, das alte Lieblingsspiel, dem längst ein paar Figuren fehlen, die Figur, die wir in der hintersten Ecke verstecken wollten. Weg damit. Halten wir uns daran nicht länger auf. Nicht nur unsere Wohnungen werden freier, auch wir werden freier, wenn wir der Materie ein Bisschen entgegentreten, denn all diese Dinge belasten uns. Jeden Tag, wenn wir sie sehen. Immer, wenn wir einen wirklich tollen, neuen Film ins Regal räumen wollen, oder ein Buch geschenkt bekommen. Immer, wenn wir den Kleiderschrank aufmachen, sehen wie voll er ist und doch nichts zum Anziehen finden. Entrümpeln heißt auch, sich emotional von Dingen zu befreien. Denn mal ehrlich, auf Dinge kommt es doch nicht an. Was haben wir an einer neuen Tasche, wenn wir eine Freundin verlieren, an einem tollen Buch, wenn der Kontakt zu jemandem abbricht. Wir schaffen nicht nur in unserer Wohnung Platz, sondern auch in unserem Alltag. Wieviel schneller sind wir angezogen, wenn die Kleider im Schrank fehlen, die wir ohnehin nicht anziehen wollen? Wieviel schneller finden wir ein Buch, einen Film, eine CD, wenn wir uns nicht erst durch die graben müssen, die wir gar nicht mögen? Wir schaffen nicht nur Platz, wir schaffen Zeit, wir schaffen Freiheit. Freiheit von all den schnöden Dingen, die uns heimlich belasten.

Welche Zeit ist besser dafür geeignet, als die des Jahreswechsels. Wenn wir uns immer wieder Versprechungen machen: „Das wird sich bessern“. Fangen wir an, Entrümpeln wir, machen wir Platz für ein neues Jahr, dass allerlei zu bieten hat. Lasst uns unseren Alltag etwas leichter machen, Ballast abwerfen, aussortieren, weggeben und zumindest für eine kurze Zeit freier sein. Solange, bis die Regale wieder überquellen und sich wieder so einiges angesammelt hat. Entrümpeln ist eben nichts, was wir nur einmal im Leben machen sollten. Sondern immer wieder. Also lasst uns anfangen.

Vorschau: Nächste Woche stellt sich unsere neue Kolumnistin Alexandra vor und erzählt, wie krebserregend wir alle eigentlich sind.