Fasziniert vom Bösen – Krimiautor Eric Berg im Interview

Böse? Krimiautor Eric Berg wirkt eigentlich ganz harmlos, muss für das Schreiben seiner Werke aber ein bisschen schizophren sein, wie er selbst sagt (© Derek Henthorn)

Böse? Krimiautor Eric Berg wirkt eigentlich ganz harmlos, muss für das Schreiben seiner Werke aber ein bisschen schizophren sein, wie er selbst sagt (© Derek Henthorn)

Vor Ekel klappt er das Buch zu. Ein Mordopfer – aufs Grausamste verstümmelt – ist zu viel für ihn. Und das obwohl Eric Walz alias Eric Berg (52) selbst Krimis schreibt. Und nicht nur irgendwelche. Seine Werke, wie zum Beispiel „Das Küstengrab“ oder „Die Schattenbucht“, sind Bestseller. Sein erster Krimi „Das Nebelhaus“ wurde sogar verfilmt. Wieso er als Autor durchaus ein bisschen schizophren sein muss, verrät er uns im Interview.

Face2Face: Wie kamen Sie zum Krimi-Genre? Davor lag Ihr Fokus ja eher auf historischen Romanen…
Berg: Ich habe immer schon gerne Krimis gelesen. Zusammen mit Liebesromanen und dem griechischen Drama ist der Krimi das älteste Genre der Literatur. Es scheint also, dass die Menschen irgendwie fasziniert davon sind, und ich bin einer von ihnen.

Face2Face: Ihr bürgerlicher Name ist Eric Walz – Ihre Krimis veröffentlichen Sie aber unter dem Pseudonym Eric Berg. Wieso?
Berg: Um sie von den historischen Romanen abzugrenzen, die ich früher geschrieben habe. Meine Krimis sind etwas ganz anderes, eine Art Neubeginn. So etwas schreit förmlich nach einem neuen Namen.

Face2Face: Wie beginnen Sie mit einem neuen Krimi? Ist die Idee plötzlich da oder setzen Sie sich hin und schreiben los, bis etwas Geeignetes dabei ist?
Berg: Ich habe die Idee zu einem neuen Krimi oft Jahre, bevor ich mich an die Arbeit daran mache. Ein kleiner Zeitungsartikel, eine aufgeschnappte Unterhaltung, die beiläufige Bemerkung eines Freundes – das alles und noch viel mehr kann die Grundlage für eine neue Romanidee sein. Mit der gehe ich dann „schwanger“, sie entwickelt sich, wird größer. Allerdings sind es oft mehrere Ideen, die in meinem Kopf spuken, und nicht alle kann und will ich letztendlich verwerten.

Face2Face: Ihre Krimis landen häufig auf den Bestsellerlisten – wie erklären Sie sich diesen Erfolg?
Berg: Meine Krimis spielen immer auf zwei Zeitebenen, die sich mehrmals abwechseln. Auf der gegenwärtigen wird jemand, der nicht von der Polizei ist, mit einem zurückliegenden Verbrechen konfrontiert und beginnt zu ermitteln. Und auf der vergangenen Zeitebene erzähle ich, was damals geschehen ist und wie es zum Verbrechen kommt. Das ist so, als würde man zwei Züge auf demselben Gleis aufeinander zu rasen lassen. Auch was meine Täter angeht, habe ich meinen persönlichen Stil gefunden. Sie sind wie Du und Ich, Menschen, die oft schuldlos in eine Situation geraten, in der sie zu Mördern werden. Man kann sich zum Teil mit ihnen identifizieren. Offensichtlich scheint irgendetwas daran den Lesern zu gefallen.

Face2Face: Wie kommen Sie auf die Ideen für Figuren, Morde und so weiter?
Berg: Je länger man sich kreativ beschäftigt, desto leichter fällt es einem, kreativ zu sein. Ein erfahrener Pianist macht sich auch nicht über jeden Tastendruck Gedanken, er verlässt sich auf seine Erfahrung, und diese entsteht nur durch Übung. Im Laufe meines bisherigen Lebens habe ich mir schon abertausende von Geschichten ausgedacht, schon als Kind. Das hilft mir heute ungemein.

Face2Face: Woher schöpfen Sie vor allem besonders düstere Morde? Muss man „böse“ sein, um sich so etwas ausdenken zu können?
Berg: Ich stelle mir dieselbe Frage immer, wenn ich einen besonders brutalen Krimi lese, in dem die Mörder ihre Opfer auf das Grausamste verstümmeln. So etwas könnte ich nie schreiben. Ich kann es noch nicht einmal lesen, denn bei solchen Stellen hisse ich ganz schnell die weiße Fahne. Es ekelt mich an, und deswegen wäre es mir unmöglich, mir so etwas auszudenken. Als Autor muss man meiner Meinung nach fasziniert von einer Figur sein, um sie glaubhaft zum Leben zu erwecken. Faszination ist ein Gefühl, das nichts mit Gut und Böse zu tun hat. Ich kann von einem grandiosen Fälscher fasziniert sein, zugleich jedoch seine Tat ablehnen. Das ist natürlich ein bisschen schizophren, aber als Autor muss man das in literarischer Hinsicht oft sein.

Face2Face: Einer Ihrer Krimis wurde verfilmt: Wie gefällt Ihnen der Film „Das Nebelhaus“? Macht es Ihnen Angst, dass all das aus Ihrer Feder stammt?
Berg: Von Angst keine Spur. Noch als die Verhandlungen liefen, habe ich gesagt, dass ich einen Film, auch wenn er auf meiner Geschichte basiert, als eigenständige Schöpfung ansehe. Mir war und ist völlig klar, dass ein Film nach anderen Regeln funktioniert als ein Buch. Ich habe mir den Film also vorbehaltlos angesehen, und ich muss sagen, dass er mir recht gut gefallen hat und ich von einigen Schauspieler und Schauspielerinnen sehr angetan war.

Face2Face: Wie, wann und wo schreiben Sie am liebsten?
Berg: Am Laptop, morgens, an meinem Schreibtisch vor dem Fenster mit Blick in die Weite.

Face2Face: Sind Figuren in Ihren Krimis an reale Personen angelegt? Haben Sie keine Sorge, dass sich diese Personen wiedererkennen?
Berg: Wenn ich einmal ein reales Vorbild für eine Figur habe, ist es so verfremdet, dass die Betreffenden es nicht merken, auch nicht merken können, weil es gar nicht mehr sie sind. Aber sehr oft kommt das bei mir sowieso nicht vor. Viel lieber entwickle ich eigene Figuren, oft über Monate und Jahre, und irgendwann verwende ich sie.

Face2Face: Können Sie schon verraten, worum es in Ihrem nächsten Krimi geht oder auch nur welche Figuren bereits stehen?
Berg: Ich bin schon mittendrin, also alle Figuren agieren bereits. Das Thema Selbstjustiz wird eine Rolle spielen. Ich halte uns allen den Spiegel vor und frage: Wie würdest du in einer solchen Situation handeln? Ich selbst habe noch keine Antwort darauf gefunden.

Böse Tiere- Die dunkle Seite der Natur

Wenn Tiere hässlich sind, können sie nichts dafür. Sie sind so geboren. Doch wenn sie böse sind schon. Manche Tiere haben den Pfad des Guten verlassen und geben sich den Sünden hin. Sie sind eklig oder gemein und es gibt sogar Mörder, Diebe und Triebtäter.

Auf der Karibikinsel St. Kitts, so zeigte die BBC Dokumentation „Animals behaving badly“, erfreuen sich die grünen Meerkatzen an dem Tourismus. Sie klauen die Cocktails der Touristen, wenn diese nicht hinsehen und trinken sie aus. Es wird sogar zum Wettbewerb: Wer am meisten trinkt und noch stehen kann, hat große Chancen zum Anführer der Gruppe zu werden. Bei Bienen ist dies anders. Wenn sie durch fermentierten Zucker Alkohol zu sich nehmen, sind die Folgen wie bei uns: sie sind betrunken und können nicht mehr richtig fliegen. Doch betrunkene Bienen werden beim Versuch in den Bienenstock zu kommen von den Wachen sofort getötet.

Doch um high zu werden, braucht man keinen Alkohol. Lemuren auf Madagaskar und Kapuzineräffchen in Südamerika lecken Tausendfüßler ab, denn deren giftiges Sekret versetzt sie in einen Rausch. Delphine saugen an giftigen Kugelfischen. Jaguare essen eine Pflanze namens Ayahuasca und nehmen dabei halluzinogene Substanzen zu sich. Auch Amazonas Indianer tranken einen Ayahuasca-Tee in rituellen und religiösen Zeremonien um in die Zukunft zu blicken, Geister und Ahnen zu treffen.

Betrunkene Elefanten, die randalieren, sind in Afrika ein immer größer werdendes Problem und die Grizzlys im amerikanischen Yosemite Nationalpark sind nicht nur dafür bekannt Picknickkörbe zu klauen, sondern auch Autos zu knacken. Dass Kühe in Indien die Marktstände ausräumen wird jedoch toleriert, da die Tiere heilig sind.

Aber auch in sexueller Hinsicht sind Tiere für eine Überraschung gut . Während George Levick von 1910 bis 1913 auf einer Expedition am Südpol war, beobachtete er Pinguine. Sein Bericht über die sexuellen Verhaltensweisen der Adélie Pinguine wurde für 100 Jahre unter Verschluss gehalten, weil es zu extrem war. Die dabei entdeckte Homosexualität unter den Tieren war, im Gegensatz zu heute, damals noch ein brisantes Thema, jedoch war auch Nekrophilie, sexuelle Nötigung und Misshandlung in Levicks Beobachtungendarunter.

Doch andere Tiere haben auch schlimme sexuelle Taten vollbracht. Delphine vergehen sich nicht nur an Touristen. Wie Menschen haben sie Sex nicht nur zur Fortpflanzung, sondern zum Spaß. So ist auch Masturbation nicht selten, die sie mit Hilfsmitteln wie zum Beispiel einem toten Fisch zustande bekommen. Vergewaltigung ist ebenfalls oft zu sehen. Und auch Seeotter vergewaltigen Robben.

Delphine wurden ebenfalls gesehen, wie sie aus Spaß töteten. Bei der Hauskatze ist dies ebenfalls zu erkennen. Infantizid, also Kindsmord, wird bei Löwen, Meerkatzen, Delphinen und Schimpansen, welche aufgrund ihrer nahen Verwandtschaft zum Menschen in dieser Liste nicht fehlen sollten, beobachtet. Der Mord von Kindern hat hier aber einen evolutionären Hintergrund.

Wir Menschen haben ein komplexes soziales System entwickelt, in dem wir Empathie für Andere empfinden müssen. Deshalb haben wir ein funktionierendes moralisches Gefüge und darum sind solche Taten , wie sie auch bei Tieren zu finden sind, bei uns glücklicherweise verboten.

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Die größten Bösewichte der Filmgeschichte

Fies müssen sie sein, angriffslustig und hinterlistig – die Rede ist von Bösewichten. Häufig wird nur der Held als Hauptfigur wahrgenommen, sein Gegenpart muss sich mit einer Nebenrolle begnügen. Doch fast immer sind die Schurken die Urheber des Geschehens – ohne sie hätte der Kämpfer für das Gute schlichtweg nichts zu tun.

Ein häufiges Motiv, sich dem Bösen zu verschreiben, ist Machthunger. So tötet beispielsweise Michael Corleone aus „Der Pate“ seine Feinde sowie abtrünnig gewordene Mitglieder seiner eigenen Familie, um seinen Machtanspruch zu festigen. Aber auch Rachedurst ist als Motiv ganz weit vorne: Harry Osborn aus Spiderman möchte sich beispielsweise rächen, weil er glaubt, Spiderman hätte den Tod seines Vaters zu verantworten.

Teilweise wird der Zuschauer aber auch völlig im Unklaren gelassen, was den Schurken zu seinen Taten antreibt. In „The Dark Night“ macht sich die Figur des Jokers über die Suche nach dem Grund für sein bösartiges Verhalten lustig, indem er immer wieder andere Geschichten über die Ursache seines Verhaltens erzählt. Mit dieser Taktik und der puren Lust am Töten, um Gotham City ins Chaos zu stürzen, ist der Joker in die Rubrik der Geistesgestörten und Soziopathen unter den Bösewichten einzuordnen. Hier befindet er sich in bester Gesellschaft. Auch der Kanibale Hannibal Lecter aus „Das Schweigen der Lämmer“ und der Serienmörder Freddy Krüger aus den „Nightmare-Filmen“ gehört zu dieser Gruppe.

Die größten Bösewichte der Filmgeschichte

Das Böse hat einen Namen: Ein Straßenkünstler verkleidet als Darth Vader (© Thomas Max Müller / PIXELIO)

Nicht immer bleiben die Halunken der „dunklen Seite der Macht“ treu. Der bekannteste Filmschurke, der gleich zweimal die Seiten wechselte ist mit Sicherheit Darth Vaider. Als Jedi-Ritter und vermeintlicher Auserwählter, der das Gleichgewicht der Macht wieder herstellen sollte, wendet er sich der dunklen Seite zu. Er tötet im Auftrag des Imperators hunderte Jedi, bevor er sich kurz vor seinem Tod wieder der lichten Seite zuwendet.

Mit Sicherheit gibt es noch hunderte andere erwähnenswerte Schurken, die durch ihre Eigenheiten und Charaktere eine große Faszination auf die Zuschauer ausüben. Um den Rahmen nicht zu sprengen, möchte ich an dieser Stelle aber nur noch meine persönliche Top 10 der größten Filmbösewichte vorstellen:

  1. Hannibal Lecter (Das Schweigen der Lämmer)
  2. Darth Vader (Krieg der Sterne/Star Wars)
  3. Freddy Krueger (Nightmare)
  4. Norman Bates (Psycho)
  5. Michael Corleone (Der Pate)
  6. Agent Smith (Matrix)
  7. Schneewittchens böse Stiefmutter (Schneewittchen und die sieben Zwerge)
  8. Graf Dracula (Dracula)
  9. Der Joker (Batman / The Dark Night)
  10. Terminator 1000 (Terminator 2)

Vorschau: Lisa beschreibt nächste Woche in einem Interview den Einfluss von Designprodukten auf unser tägliches Leben.