Bio – alles besser (für die Tiere)? Teil 3: Obst und Gemüse

Über Bio-Fleisch und Bio-Eier mit den Siegeln haben wir euch bereits informiert. Im dritten und letzten Teil dieser Reihe geht es einmal nicht um die mit Bio verbundene Tierhaltung, sondern um Obst und Gemüse, das Nahrungsmittel, von dem Otto-Normal-Bürger eigentlich generell zu wenig zu sich nimmt. Sie liefern uns Vitamin B, C und das Beta-Carotin, das unser Körper für den täglichen Stoffwechsel so dringend braucht. Diese wirken ebenfalls präventiv gegen Krebs und andere Krankheiten.

Dass Obst und Gemüse gesund sind, zweifelt wohl niemand an. Die Entscheidung, mehr Obst und Gemüse zu essen, fällen wir durchschnittlich mehrmals pro Jahr. Wenn dann soll´s aber bitte auch gesund sein – also gleich Bio?

Wir haben bereits gelernt, dass „Bio“ und „Bio“ zwei verschiedene paar Schuhe sind. Das staatliche europäische Gütesiegel Bio für Obst und Gemüse das sich beispielsweise bei Edeka und in anderen Supermärkten findet gibt es bereits für niedrige Anforderungen. So sind die Vorgaben, dass höchstens 0,9% gentechnisch verändertes Material in Obst und Gemüse enthalten sein darf und mindestens 95% der Inhaltsstoffe aus Öko-Anbau kommen müssen.

Öko-Anbau ist hier weit gefasst: Ein Hof kann bei dem europäischen Bio-Siegel gleichzeitig konventionellen Anbau und ökologischen Anbau betreiben. Dies ist bei den anspruchsvolleren Siegeln beispielsweise nicht so. Die nicht-staatlichen Bio-Siegel erfüllen die staatlichen Vorgaben als Mindestwert, so beispielsweise das Rewe-Bio-Siegel.

Traditionelle Bio-Siegel (Demeter, Bioland, Naturland etc.) sichern allerdings sehr viel höhere Standards wie einen hundertprozentigen Ökoanbau, der bei staatlichen Siegeln einfach nicht machbar ist.
Wer den Unterschied mal schmecken möchte, muss sich allerdings in den Bio-Laden aufmachen: Kaum ein Supermarkt verkauft Demeter-Obst oder Bioland-Gemüse.

Vom Bio-Apfel kann sich jeder selbst überzeugen! Bild: C.Eyell

Vom Bio-Apfel kann sich jeder selbst überzeugen! Bild: C.Eyell

Stattdessen ist dieses in kleinen Dorfläden zu finden wie auch in Bio-Supermarktketten wie Denn´s beispielsweise.
Der Praxistest überzeugt dann auch subjektiv von den Unterschieden: Eine Banane von  Demeter ist geschmacklich nicht gleichzusetzen mit der Banane aus dem Edeka mit dem EU-Bio-Siegel.
Um leichter an Bio-Lebensmittel zu gelangen, haben sich einige Firmen und Höfe Gedanken gemacht: Es gibt die sogenannten Gemüsekisten, welche wöchentlich nach Hause geliefert werden. Bio-Höfe wie der niedersächsische Adolphshof beispielsweise liefern sowohl saisonal selbst Angebautes wie auch Importiertes von Demeter und Co. Das Es begann mit einer reinen Auswahl an Gemüsesorten, hundert Prozent Bio, und heute ist es sogar möglich jede Woche Wein, Käsesorten, Naturkosmetik, (vegetarische) Grillmixe und vieles mehr zu bestellen. Das System funktioniert, indem der Kunde jede Woche online seine Bestellung für die Woche abgibt. Diese wird am immer gleichen Tag nach Hause geliefert, der Betrag dann vom Konto abgebucht.
Der Nachteil: Wer sich an diese Geschmacksintensität einmal gewöhnt hat, möchte nicht wieder zu Supermarktbio zurückkehren.

Fazit: Supermarktbio ist besser als kein Bio. Doch auch wenn die deutsche Gesellschaft für Ernährung von den Risiken der gespritzten Früchte ablenkt und meint, dieses bestünde kaum, so werden die Pestizide nicht umsonst mit der Atemschutzmaske versprüht. Wer sichergehen möchte, diese Gifte nicht im Kreislauf zu haben, fährt gut mit Bio – auch dem Bio aus dem Supermarkt. Wer ein wenig mehr dafür hinlegen kann sollte beispielsweise Demeter-Bio, sprich echtes Bio, einmal probieren. Es lohnt sich – Versprochen.

Vorschau: Am Donnerstag, dem 25. September berichtet Bernd euch über Koalas!
Im Oktober werde ich mich aufmachen zu einem Arbeitseinsatz um einen Shelter in Herkulesbad, Rumänien zu unterstützen der rumänische Straßenhunde aufnimmt und diesen hilft. Von mir werdet ihr daher im Oktober einen Bericht über meine Reise lesen!

Bio – Alles besser (für die Tiere)? Teil 2: Bio-Fleisch

Wer Fleisch essen will, kauft es meist im Supermarkt. Dass das Fleisch aus der Theke dort aus der Intensivtierhaltung (korrekter Begriff für die Massentierhaltung) stammt, ist bekannt.
Wer nun nicht möchte, dass das tote Tier auf dem Teller sein Leben in Qualen verbracht hat sondern es frische Luft atmen, Sonne auf der Haut fühlen und frisches Gras fressen konnte weicht vielleicht auf Fleisch mit einem Bio-Siegel aus. Was versprechen diese Siegel? Was hat Bio-Fleisch für eine Auswirkung auf den Organismus? Was an Bio-Fleisch ist also besser?

Die Frage, ob Bio-Fleisch besser für die Gesundheit des Menschen ist, ist schnell beantwortet. Wenn es mir um die Gesundheit geht, ich genetisch verändertes Essen ablehne und nicht von meinem Organismus abgebaut wissen möchte, dann entscheide ich mich für Bio-Fleisch. Das Forschungsinstitut für die Biologie landwirtschaftlicher Nutztiere belegt in einer Langzeitstudie, dass das Fleisch von Biorindern doppelt so viele gesunde Omega-3-Fettsäuren enthält als das von Artgenossen in konventioneller Haltung. Die Tiere auf Höfen mit Siegeln von der EU, Naturland, Demeter und Co sind nachweislich mit gentechnikfreiem Futter aufgezogen worden. Diese Siegel sind, trotz seltener Skandale in den letzten Jahren, doch vertrauenswürdig.

Ebenfalls unterstützt der verminderte Einsatz von Antibiotika die Gesundheit von Mensch und Tier. Hier wird nicht wie in der konventionelle Tierhaltung bei Krankheitsfall vorsorglich der gesamte Bestand mit einem Antibiotikum behandelt, sondern die Tiere ausgesondert und behandelt. So entstehen weniger Antibiotika-Resistenzen im Tier, welche beim Fleischverzehr vom Menschen aufgenommen werden.

Einer Schätzung der Bundesregierung zufolge werden Schweine durchschnittlich sechsmal pro Jahr mit Antibiotika behandelt, Milchrinder und Mastkälber etwa zweimal pro Jahr. Während eines Hühnerlebens kommt es im Schnitt zwei Mal zur Behandlung mit Antibiotika.

Geht es mir darum, dass es dem Tier während der Aufzucht besser erging als den Tieren auf engstem Raum in dunklen Hallen, so bieten verschiedene Siegel unterschiedliche Vorteile: Beim EU-Bio-Siegel haben die Tiere mehr Platz zur Verfügung, oft sind ein paar wenige Beschäftigungsmöglichkeiten vorhanden, die tierquälerische Kastenhaltung von Säuen beispielsweise wird unterbunden. Viele Tiere (nicht alle!) haben Freilauf an einigen Tagen der Woche. Es ist allerdings nach EU-Recht möglich, auf ein- und demselben Hof konventionelle Tierhaltung parallel zur biologischen Tierhaltung zu betreiben. Hier ist der Unterschied dann meist ausschließlich im gentechnikfreien Futter zu suchen.

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(c) Katharina Wieland Müller, www.pixelio.de

Beim Siegel von Demeter, Naturland etc. gibt es strengere Vorgaben. Die Tiere haben viel Freilauf, werden oft in kleinen Gruppen gehalten, konventionelle Tieraufzucht gibt es auf diesen Höfen nicht parallel, Tierrechte werden stärker berücksichtigt. Der Einsatz von Antibiotika, welcher in konventioneller Tierhaltung über alle Maßen ausgeführt wird und damit mit uneinschätzbaren Folgen Mensch und Tier schadet, ist in Bio-Betrieben sehr eingeschränkt.
Natürlich werden auch diese biologisch aufgezogenen Tiere nicht zu Tode gestreichelt, aber sie führen ein würdiges Leben bis zu ihrem Tod.


Wie kann ich mir sicher sein, dass das Fleisch, das ich kaufe, auch wirklich aus guter Tierhaltung kommt? Ganz einfach: Im Supermarkt kann ich mir, egal welches Siegel auf dem Fleisch ist, nie sicher sein. Einige Skandale bestätigen dies. Um sicher gehen zu können sollte ich mich in regionalen Ställen selbst umsehen, bevorzugt Ställe, in denen die Tiere besichtigt werden können. Da freut sich das Gewissen, und ich unterstütze noch den kleinen Bauern statt der Agrarfabrik, die Mensch und Tier ausbeutet.

Die meisten Regionen besitzen mindestens einen zertifizierten Hof, wo auch Gemüse, Milchprodukte und einiges mehr erstanden werden kann – in bester Bio-Qualität, versteht sich. Mit etwas Glück werden diese Produkte wie beispielsweise in Hannover dann auch noch wöchentlich zugeliefert. In Süddeutschland gibt es die Vorzeige-Biohöfe wie Herrmannsdorfer (www.herrmannsdorfer.de) und Co, welche an Tierfreundlichkeit in der Aufzucht nicht zu übertreffen sind. Des Weiteren existieren Geschäfte wie „Meine kleine Farm“, wo genau nachzuvollziehen ist, welches Teil von welchem Tier man kauft. Transparenter und tierfreundlicher ist dann nur noch die eigene Aufzucht und Schlachtung im Hinterhof.

Natürlich ist Bio-Fleisch teurer als konventionelles Fleisch. Wem jedoch die eigene Gesundheit am Herzen liegt und wen auch das Tierwohl nicht kalt lässt der reduziert seinen Fleischkonsum allerdings sowieso. Und dann kommt am Ende keine teurere Lebensweise, sondern eine gesündere dabei heraus.

Eine Serie auf Face2Face zu dem Thema „Vegetarismus“ findet ihr hier:

https://face2face-magazin.de/2011/05/22/vegetarisch-essen-teil-1-fakten-fakten-fakten/

Am 31.7. beschäftigt der kommende Artikel von Bernd sich mit Gedankenstudien.Im dritten Teil dieser Bio-Reihe im August wird es dann um Bio-Obst und Gemüse gehen.

Bio – alles besser (für die Tiere)? Teil 1: Das Hühnerei

Glückliche Tiere, das Gewissen beruhigen und trotzdem leckeres Essen genießen – der Bio-Boom existiert bereits seit einigen Jahren. Immer wieder werden Statistiken und Untersuchungen veröffentlicht, die besagen, dass Bio entweder besser für die Gesundheit oder eben überhaupt kein Qualitätsmerkmal ist. Macht es Sinn, biologisch-zertifiziert zu essen? Wem tun Bio-Produkte wirklich gut? Leben die Tiere, deren Bio-Fleisch wir kaufen, wirklich besser? Diese Serie möchte der Problematik auf den Grund gehen.

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Das „verbesserte“ Bio-Ei? (Foto: w.r.Wagner, Pixelio.de)

Muss nur noch kurz die Welt retten!“, singt Tim Bendzko.

Aber verändert derjenige, welcher biologische Lebensmittel kauft, wirklich die Welt zum Guten? Das ist ein Grund unter vielen, wenn es um die Frage geht, warum jemand die Bio-Eier anstatt der Bodenhaltungs-Eier auf das Kassenband im Supermarkt legt. Die Hühner leben ja besser, nicht in Käfigen und sowieso sei es unverantwortlich, Käfigeier zu kaufen. Da stimmen die meisten Verbraucher überein. Was sie jedoch meist nicht wissen, ist, dass Bio nicht gleich Freilauf, Sonne und Luft bedeutet. Bio bedeutet lediglich, dass in dem Futter, welches das Huhn bekommen hat, keine Gentechnik enthalten war. Trotzdem kann das Huhn in einer Halle gelebt haben ohne jemals in den Genuss von Freilandhaltung gekommen zu sein. So ist es für einen EU-Landwirt eben auch möglich, konventionell erzeugtes Fleisch und biologisch erzeugtes Fleisch auf einem Hof „herzustellen“. Diese und viele Hintertüren sind für den Landwirt, welchem es primär um Profit, weniger um das Wohl der Tiere geht, offen. Wem die Gesundheit und das Natürliche für den Körper per se am Herzen liegen, der ist bei Bio-Eiern richtig. Wem das Wohl der Tiere am Herzen liegt, der weicht auf Freilandeier aus – oder fährt direkt zum Biobauern.
Auch im Supermarkt kann einfach darauf geachtet werden, welcher Code auf dem Ei steht:

Mithilfe der Buchstaben-Zahlen-Kombination, die auf jedes Ei gedruckt wird, können Haltungsform, Herkunftsland und Legebetriebsnummer herausgefunden werden. Die erste Ziffer steht dabei für die Haltungsform: 0 entspricht biologischer Freilandhaltung, 1 Freilandhaltung und 2 Bodenhaltung. Daraufhin folgt eine Buchstabenkombination, welche das Herkunftsland angibt: DE steht für Deutschland, AT für Österreich usw. Die billigsten Eier werden heutzutage in den Niederlanden hergestellt, wo ebenfalls die Haltungsformen oftmals am katastrophalsten sind.

Über die Internetseite  was-steht-auf-dem-ei.de kann man durch Eingabe der Buchstaben-Zahlen-Kombination neben dem Namen und der Adresse auch aktuelle Bilder von Legebetrieb, Stall und Hühnern erhalten. Erfasst werden hier alle durch den Verein für kontrollierte alternative Tierhaltungsformen e.V. (KAT) kontrollierten Eier aus europäischen Ländern. Mit der dazugehörigen App können Smartphone-Besitzer die Eier schon beim Einkauf im Supermarkt überprüfen!

So kann bewusst darauf geachtet werden, ausschließlich Eier aus artgerechter Haltung, nämlich der Freilandhaltung, zu kaufen. Bodenhaltung mag auch als artgerecht angepriesen werden, doch können hierbei neun Hühner pro m² gehalten werden, und dies auf mehreren Ebenen. Ein Leben zwischen Kadavern ist für viele dieser Hühner Alltag.

Auch wenn sie aus den Regalen der Supermärkte verschwunden scheinen, existieren die Eier aus Käfighaltung weiter. In Backmischungen beispielsweise wird diese Art Ei zu fast 100% verwendet, da sie die preiswerteste Variante darstellt.

Dieser ist nur einer von vielen Bio-Hintergründen, die es zu entdecken und zu durchschauen gilt. Ein großer Schritt dahin wurde mit der Kennzeichnungspflicht von Eiern getan. Eine Petition an den Bundestag, initiiert durch die „Arbeitsgemeinschaft Landwirtschaft“ der Grünen Hannover, diese Kennzeichnung ebenfalls für Fleisch vorzunehmen, läuft momentan. Die Erfolgsaussichten sind jedoch gering. Zu groß ist das wirtschaftliche Interesse am Erfolg der millionenfach subventionierten Schlacht- und Mastbetriebe in Deutschland.

Der Begriff „Bio“ ist ein durch EU-Recht europaweit geschützter Begriff. Gleiches gilt für die Bezeichnungen „aus kontrolliert biologischem Anbau“ und „Öko“. Produkte, die als Bio beschrieben werden, müssen ebenfalls den Kriterien des Bio-Siegels entsprechen, das Siegel-Logo selber aber nicht zwingend tragen. Dazu muss ebenfalls erwähnt werden, dass das heutige Bio-Siegel der EU nicht das gleiche bio verkörpert, welches vor 20 Jahren ausschließlich diejenigen kauften, die aus Überzeugung etwas an der Welt ändern wollten. Das heutige Bio-Siegel ist extrem aufgeweicht, die Maßstäbe nicht hoch und die Qualität oft nicht besser, als es bei konventionellem Obst und Gemüse der Fall ist. Der zweite Teil dieser Serie wird sich mit genau diesem Thema befassen: biologisches Obst und Gemüse!

Apps und weitere Hilfen für nachhaltigen Lebensmittelkonsum

Die Menschheit lebt über ihre Verhältnisse. Der statistische, ökologische Fußabdruck eines Bürgers der EU oder der USA ist viel zu groß. Doch was tun? Ein wichtiger Schritt wäre es, dass wir Alternativen finden und nachhaltiger konsumieren. Besonders bei den Lebensmitteln tun wir nicht nur der Umwelt, sondern auch uns selbst etwas Gutes. Man muss nur genauer hinschauen.

Ein Schritt, den viele bereits gehen, ist es, Bio-Lebensmittel zu kaufen. Doch auch hier ist Vorsicht geboten. Nicht alles ist, wie es scheint. Auch hier gibt es Schummeleien und Hintertürchen (Bemerkung: Darauf werden wir bald genauer eingehen). Der neue Trend des Food-Sharings ist ebenfalls zu empfehlen. Die Qualitätssiegel, die auf Produkten zu finden sind, wie zum Beispiel bei Fisch, sind ebenfalls ein wichtiger Hinweis für Nachhaltigkeit. Oft entsprechen diese Produkte wenigstens den Mindestanforderungen. Nun gibt es noch weitere Hilfen, die einem das Leben erleichtern sollen.

Der WWF hat dazu einen Einkaufsratgeber. Auch eine App ist bereits vorhanden, die beim Fischkauf zu Rate gezogen werden kann. Der Verein für kontrollierte alternative Tierhaltungsformen (KAT) ist die Kontrollinstanz für die Herkunftssicherung und Rückverfolgung von Eiern aus alternativen Hennenhaltungssystemen in Deutschland und den benachbarten EU-Ländern. Das KAT Siegel hat strenge Auflagen. Doch mehr noch. Anhand der Nummer, die auf jedem Ei zu finden ist, kann jeder herausfinden, wie und wo ein Ei entstanden ist. Diese Nummer kann man online oder per App eingeben und bekommt alle  nötigen Infos dazu, wie auch einige Bilder aus dem Bauernhof.

Andere Apps können ebenfalls hilfreich sein, müssen sie aber nicht. Generelle Vorsicht ist ebenfalls hier geboten. Doch das Internet hilft bei gegenseitigem Erfahrungsaustausch. Weitere Apps, die es lohnen, ausprobiert zu werden sind die Apps von AOK (AOKgenießen für Rezepte und AOKeinkaufen fürs einkaufen). Mit Hilfe der App BIO123 des Barcode Scanners sollen hier sogar Bio-Produkte gescannt und Infos dazu eingeholt werden können. Auch der nächste Bio-Laden soll hier angezeigt werden.

 

Vorschau: In zwei Wochen geht es mit der Tier&Umwelt Rubrik weiter. Wir beleuchten, ob Bio wirklich immer besser ist.

„Bio“ – was heißt das eigentlich?

Egal ob Obst und Gemüse, Fleisch oder Limonade: Bio ist in. Im vergangenen Jahr erwirtschafteten die Erzeuger in Deutschland einen Gewinn von zwei Milliarden Euro. Nach den USA ist hier der zweitgrößte Markt für Bio-Waren. Doch was heißt es eigentlich, wenn ein Lebensmittel „bio“ ist?

Allgemein sind Lebensmittel als „bio“ ausgezeichnet, wenn sie aus ökologischer Landwirtschaft stammen. Dabei gibt es für die verschiedenen Bio-Siegel auch verschiedene Auflagen.

Feld mit Getreide

Aufwändig: In der ökologischen Landwirtschaft sind weder synthetische Pflanzenschutzmittel noch leicht löslicher mineralischer Dünger erlaubt ( © Uwe Schlick / pixelio.de )

Waren, die mit dem rechteckigen deutschen Bio-Siegel gekennzeichnet sind, dürfen maximal fünf Prozent konventionell erzeugte Zutaten enthalten. Gentechnisch veränderte oder durch gentechnisch veränderte Organismen erzeugte Stoffe dürfen nicht enthalten sein.
Auf den Feldern dürfen Bauern, die dieses Siegel erhalten wollen, außerdem keine synthetischen Pflanzenschutzmittel oder leicht löslichen, mineralischen Dünger verwenden. Sie sind außerdem angehalten, die Böden durch abwechslungsreiche Fruchtfolgen zu schonen.

Für die Bio-Tierhaltung gelten weit strengere Vorschriften als für die konventionelle Massentierhaltung. Auf Bio-Höfen dominiert die Haltung in kleinen Gruppen, die Tiere haben meist doppelt so viel Platz wie ihre Artgenossen auf anderen Höfen und bekommen auch Auslauf draußen. Sie erhalten ausschließlich ökologisch produziertes Futter, das möglichst vom eigenen Hof stammen sollte – ein begrenzter Futterzukauf ist jedoch unter strengen Auflagen erlaubt. Antibiotika und Leistungsförderer wie Wachstumshormone sind jedoch absolut tabu.

Werden Bestandteile für Bio-Produkte aus anderen Ländern importiert, gelten auch hier die strengen Richtlinien.

In der Verarbeitung der Produkte sind Geschmacksverstärker, künstliche Aromen, Farbstoffe und Emulgatoren verboten. Auch die häufig zur Konservierung eingesetzte ionisierende Strahlung darf nicht genutzt werden, weil sie radioaktiv ist. Welche Zusatz- und Hilfsstoffe erlaubt sind, ist strikt gelistet.

„Bio“ – was heißt das eigentlich?

Weidegang: Tiere in Bio-Haltung haben doppelt so viel Platz und auf jeden Fall auch eine Fläche draußen zur Verfügung (© Thommy Weiss / pixelio.de)

Anstatt Unmengen von Pestiziden über die Felder zu versprühen, legen Bio-Bauern beispielsweise Grüngürtel um die Felder an. Diese bieten den „Schädlingen“ einen so tollen Lebensraum, dass diese an den Feldfrüchten gar nicht mehr interessiert sind. Unkräutern, also alle Pflanzen, die auf dem Feld wachsen, es aber nicht sollen, begegnet man im ökologischen Anbau auch einfach mal ganz wie im heimischen Garten mit der Harke.

Gedüngt wird vorwiegend mit dem Mist aus der Tierhaltung oder durch die sogenannte Gründüngung. Dabei werden zwischen zwei Anbauphasen zum Beispiel Klee oder andere stickstoffsammelnde Pflanzen auf das Feld gesät. Diese werden dann, nachdem sie ausgewachsen sind, untergepflügt. So wird der im Boden unzugängliche Stickstoff für die nachfolgende Aussaat verfügbar gemacht.

Vorschau: Nächste Woche stellen wir euch einige Erfindungen vor, die für die Zukunft der Menschheit wegweisend sein könnten.