Liebes Deutschland,

du hattest es nicht immer einfach. Hast lange Zeit gebraucht, dich zu finden. Hast Grauen verursacht. Wurdest zerstört. Geteilt. Vereint. Integriert.
Sind wir einmal ehrlich: Du bist nicht perfekt. Dein Bildungswesen ist nicht fehlerfrei, vieles erscheint nicht gerecht, die Kinderarmut zu hoch, die Sorgen zu groß.
Aber an dieser Stelle soll Zeit sein, dir zu danken.
Danke an die Beamten, Soldaten und Polizisten, die Sicherheit garantieren. Danke an die Krankenschwestern und Altenpfleger, die für zu wenig Geld zu harte Arbeit verrichten. Danke an die Alleinerziehenden, die trotz finanzieller Engpässe keinen dummen Parolen folgen. Die, obwohl sie selbst nicht viel haben, andere unterstützen, anstatt den Fremdenhass siegen zu lassen.
Danke an die ehrenamtlichen Helfer, die Zeit, Kraft, Geld und Geduld investieren.

Wir beide wissen, dass unsere Beziehung noch am Anfang steht. Deine jungen Jahre, deine schlimmen Jahre, deine wilden Jahre, deine angepassten Jahre, nichts davon habe ich miterlebt. Kalter Krieg, Teilung, Wiedervereinigung sind Geschichten, sind Bücherseiten, sind Filmaufnahmen für mich.
Deswegen kann ich das nicht auf einer persönlichen, erlebten (!) Ebene beurteilen und ich weiß nicht, wie sich das Leben damals angefühlt hat.
Trotzdem kann ich die heutigen Freiheiten wertschätzen. Daran wird nichts, werden auch keine Anschläge, etwas ändern.
Sollen wir uns jetzt von dir abkehren? Sollen wir unsere Gesellschaft, unsere Werte in Frage stellen? Uns der Angst hingeben? Die Feiern meiden, den Hass siegen lassen?
Hier hat niemand und nichts gesiegt. Hier wurde verloren. Auf grausame Art und Weise. Doch wer dadurch gewinnt, das bist du, liebes Deutschland.
Du hast uns beim Länderspiel Deutschland – Niederlande gezeigt, dass du Entscheidungen treffen kannst. Dass du Verantwortung übernimmst und Sicherheit gewährleistet. Du funktionierst – als Demokratie, als Staat.
Und doch ist es so viel mehr, das man dadurch gewinnt: Die Erkenntnis, dass Demokratie richtig ist.
Nicht immer hast du Glanzleistungen vollbracht, wenn es darum ging diese „westlichen Werte“ in der „Welt da draußen“ zu verbreiten. Aber hier geht es darum, dass ich morgens aufstehen und im Bus sitzen kann, ohne Angst zu haben, dass „mal wieder“ ein Anschlag geschieht.  Dass ich sagen kann, dass ich dich manchmal echt scheiße finde und du mich trotzdem in Ruhe lässt.
Hier geht es um Freiheit, um Sicherheit, um eine gewaltfreie, gebildete Gesellschaft. Um ein Leben, das jedem zusteht.

Ich bin dir dankbar, dass du ein offenes Land bist. Dass ich bei dir Pizza essen, danach einen türkischen Nachtisch holen, mich abends mit chinesischen Freunden in einer griechischen Bar treffen kann.
Danke, dass ich Sprachen lernen und hören kann.
Dass ich Menschen von der ganzen Welt treffen, ihre Geschichten hören und ihre Kultur miterleben kann.
Dass du ein Ort bist, zu dem ich gerne zurückkehre, von dem ich aber auch gerne fort reise, da du mich gelehrt hast, dass es sich lohnt sich für Vielfalt und Offenheit einzusetzen.

Danke Deutschland, dass ich, wenn ich mit dir rede, auch Europa meine.
Dass meine Heimat nicht ein Land, sondern viele Länder sein kann.
Dass mein Leben, meine Heimat, die Welt ist und sein wird.
Danke, dass ich mit der Welt, mit den Menschen überall schöne Momente verbringen kann.
Momente, die in Erinnerung bleiben, durch die wir uns lebendig fühlen. Zusammen. Das Leben spüren. Erinnerung schaffen, die nichts und niemand, keine Tat uns jemals nehmen wird.

Danke, dass du dich energisch gegen alle aussprichst, die versuchen, solche Taten zu instrumentalisieren, gegen Flüchtlinge hetzten, rechte Parolen verbreiten, Schwachsinn reden.
Diese Idioten gehören nicht zu dir, liebes Deutschland. Das weißt du, das weiß ich.
Das wissen die Menschen, die hier leben und sich engagieren. Die Deutschland zu dem machen, was ich mag: offen, hilfsbereit, demokratisch, frei, rechtens.
Das klingt nach den typischen Stichworten aus dem Powiunterricht der achten Klasse und doch ist es momentan viel mehr. Es ist das, was uns ausmacht. Es ist das, was uns gegen irgendwelche bescheuerten Gewalttaten abgrenzt. Es ist unser alltägliches Leben.
Und liebes Deutschland, genau darum geht es am Schluss: Die Menschen, die in dir leben, machen dich zu dem, was du bist.

Schule aus?!

Nie wieder Schule? Eine der größten Lebenslügen (©Dieter Schütz / pixelio.de)

Nie wieder Schule? Eine der größten Lebenslügen (©Dieter Schütz / pixelio.de)

Ich weiß noch, es gab diese Zeit, da jubelten wir „nie wieder Schule“ und ließen die Tore der Bildungsstätte, an der wir unseren Abschluss gemacht hatten, hinter uns. „Nie wieder Schule“ – ein Satz, den jeder mal sagt, eine der größten Lebenslügen schlechthin. Denn nicht nur diejenigen, die eine Lehre beginnen und zur Berufsschule (aha) gehen, sind das Bildungswesen noch lange nicht los. Studenten können ihre Schule gerne Universität nennen, in Zeiten von Bachelor und Master ist das Studium dermaßen verschult, dass kaum eine Wimper mehr zucken wird, wenn die Uni „Schule“ genannt wird. Immerhin passiert es mir oft genug, dass mir von älteren Mitbürgern gesagt wird „Ah, sie gehen noch auf die Schul?!“, wenn ich von meinem Studium erzähle.

Der Beruf des Lehrers: Eine Schulzeit, die kein Ende kennt (©knipseline / pixelio.de)

Der Beruf des Lehrers: Eine Schulzeit, die kein Ende kennt (©knipseline / pixelio.de)

Ganz böse hat es aber die getroffen, die aus unerfindlichen Gründen beschlossen haben, Lehrer zu werden. Lehrer? Also ehrlich. In einer Gesellschaft, in der ein Bundeskanzler Lehrer einst mit faulen Säcken verglich und die Gemeinschaft glaubt, ein Lehrer hätte ja schön viel Freizeit und würde Noten würfeln. Noch dazu mit einer Bezahlung, die immer weniger gesichert ist, denn Verbeamtungen werden in nahezu allen Bundesländern zurückgefahren. Lehrer werden angestellt, zu den Sommerferien entlassen und mit etwas Glück danach wieder an der gleichen Schule eingestellt. Vielleicht aber auch nicht.

Mein Mann ist Lehrer. Mehr kann ich eigentlich schon gar nicht sagen, denn viel mehr darf ich nicht wissen, um Schule und Staat zu schützen. Tut mir Leid, hier gibt es keine witzigen Geschichten über Schüler zu lesen, die ihren Namen nicht richtig schreiben können oder Kollegen, die Angst haben, ihre Klassen zu betreten. Aber darum soll es hier auch nicht gehen. Stilblüten kann jeder überall sammeln. Aber einen Lehrer zum Ehemann zu haben ist mitunter keine leichte Aufgabe, vom Lehrersein ganz zu schweigen. Um mal die gängigsten Klischees abzuarbeiten:

Lehrer und Klischees: Nicht nur in der Schule ein Thema (©Stefan Bayer / pixelio.de)

Lehrer und Klischees: Nicht nur in der Schule ein Thema (©Stefan Bayer / pixelio.de)

Um einst ist Feierabend? Pustekuchen. Dann folgen Besprechungen, Konferenzen, Vorbereitungen, Korrekturen, Elterngespräche, Elternemails (am liebsten so gegen 20:00). Ein Lehrer hat nie Feierabend. Er fängt übrigens auch oft vor der eigentlichen Arbeitszeit an. Vertretungsplan erstellen, Material besorgen, Kopien machen und dann noch vor der nervigen Kollegin, die jede Sekunde Zuspätkommen gleich im Direktorat vorträgt, im Klassenzimmer sein.

Mindestens sechs Wochen Ferien? Pustekuchen. Nachbereitungen, Vorbereitungen, neues Material sichten, Stundenplan erstellen, allzeit abrufbereit sein, gegebenenfalls Ferienprüfungen. Was unter der Woche gilt, gilt auch an Wochenenden und zu Ferienzeiten, Feierabend ist ein Gerücht. Da wird manch Lehrer auch schon mal für die Ferienwoche gesperrt, sprich, hat eben keine Freizeit, sondern Anwesenheit an der Schule.

Dass Lehrer bei diesem Aufwand nicht faul sein können, sollte klar sein. Dass ein Normalsterblicher bei diesem Druck und Arbeitsaufwand schnell die Grenzen des Möglichen erreicht, auch. Wie mein Mann es da schafft, noch mit etwas Elan und Engagement jeden Morgen zur Schule zu fahren, ist mir ein Rätsel. Und ehrlich: Als Schüler hat er mit Sicherheit nicht so viel für die Schule getan.

Erster Schultag: Davon erleben viele mehrere (©Tim Reckmann / pixelio.de)

Erster Schultag: Davon erleben viele mehrere (©Tim Reckmann / pixelio.de)

Schüler, das ist seit einer Woche auch unser Ältester, was unsere zukünftige Ferienplanung so ziemlich in die Schranken weist. Denn jetzt müssen wir uns nicht nur an die Ferienzeiten eines Bundeslandes halten, sondern haben gleich zwei Jahrespläne, aus denen wir so schnell nicht mehr herauskommen. Und wo mein Mann erschöpft um vier nah Hause kommt und mit einem müden Lächeln nach einer Kaffeepause im Arbeitszimmer verschwindet, hole ich das Schulkind um 12 von der Schule oder um 14 Uhr von der Betreuung ab, er strahlt, macht mit Begeisterung seine Hausaufgaben (dauern momentan noch keine 10 Minuten) und erzählt immer wieder, wie schön die Schule ist. Nie wieder Schule? Pustekuchen! Wer Kinder hat wird früher oder später wieder Fuß in diese Einrichtung setzten müssen, der er abgeschworen hat, wird sich mit Lehrern und anderen Eltern rumärgern. Und bei all dem bin ich vor allem eines: neidisch. So als Erstklässler war der Ernst des Lebens doch wirklich gemütlich.

Vorschau: Nächste Woche erzählt euch Sascha hier, wie es so ist, ohne Taktgefühl durchs Leben zu tänzeln.

Ein gut gemeinter Rat

Bücherregale voller unbekannter Werke machen es dem unentschlossenen Leser nicht leicht.

Überwältigendes Angebot: Was soll man bei der Fülle an Bücher nun lesen? (Foto: T. Gartner)

Ich stehe mal wieder vor meinem prall gefüllten Bücherregal und blicke über die Buchrücken auf der Suche nach neuem Lesestoff. Das ist mitunter gar nicht so einfach, denn manchmal frage ich mich, ob ich mich mit meinen Lesevorlieben nicht verrenne.Was sollte ein durchschnittlich gebildeter Mensch gelesen haben? Welches Genre, welche Epoche, welche Autoren sind besonders vielversprechend? Und welche konkreten Werke dürfen auf keinen Fall fehlen?

So viele Fragen und mit Sicherheit ebenso viele Antworten. Denn jeder hat seine persönliche Lieblingslektüre. Dem einen mundet Fantasy, der andere zieht Krimis oder Thriller vor, wieder einem anderen hat es die deutsche Nachkriegsliteratur angetan. So geht mir persönlich – im Bereich der deutschsprachigen Literatur – nichts über Hesse und Kafka. Mein absoluter Liebling ist und bliebt Hermann Hesses „Siddharta“, wahrlich ein Werk der Erleuchtung.

Doch das bringt uns nicht wirklich weiter bei unseren Fragen vom Anfang. Eine mögliche Antwort wäre ein literarischer Kanon, eine ausgewählte Zusammenstellung von lesenswerten Werken. Als Beispiel sei an dieser Stelle „Der Kanon“ von Marcel Reich-Ranicki genannt.

 „Der Kanon“ empfiehlt literarische Werke zur Lektüre, die nach Ansicht Reich-Ranickis besonders gehaltvoll und lohnend seien. Im Bereich der Romane finden wir unter anderem Johann Wolfgang von Goethes „Wahlverwandtschaften“, Heinrich Manns „Professor Unrat“ und Günter Grass mit „Die Blechtrommel“. Zu meiner besonderen Freude haben es auch Kafka und Hesse in die Anthologie geschafft.

Natürlich kann ein Kanon nicht alle Werke umfassen, die tatsächlich gut sind. Reich-Ranicki selbst hat schon vor der Veröffentlichung seiner Zusammenstellung immer wieder betont, dass es schlicht eine Auswahl sei, die er getroffen habe. Der Kanon war von Reich-Ranicki nie als Dogma gedacht. Er ist eine Empfehlung – nicht mehr und nicht weniger. Immerhin hat auch Reich-Ranicki nicht alles gelesen, was es zu lesen gab.

Ein Buch soll unterhalten und gelichzeitig neue Perspektiven liefern.

Hohe Ansprüche: Jeder stellt an seine persönliche Lektüre spezielle Anforderungen (©birgitH/Pixelio.de)

Aber auch wenn ein literarischer Kanon nie mehr als ein gut gemeinter Rat ist: Kann es denn schaden auch – sagen wir einmal – Goethe zu lesen? Ich selbst bin beileibe kein Goethe-Fan. Faust I fand ich toll, doch mit Faust II war es dann aus mit Goethe, das war dann doch zu viel des Guten … Trotzdem: Ich finde, es schadet nicht, ab und an mal über den eigenen Tellerrand hinaus zu schauen, etwas zu lesen, das man so vielleicht nie gelesen hätte.

Das ist es dann auch, was ein literarischer Kanon leisten soll. Er kann motivieren, sich mit anderen Autoren, Epochen und Genres auseinanderzusetzen. Deswegen muss der Lieblingskrimi ja nicht gleich als Stütze für den Wohnzimmertisch enden. Bei meiner Suche im Bücherregal bin ich schließlich bei „Die Radsport-Mafia“ von Tyler Hamilton hängen geblieben. Kann ich nur empfehlen – auch denjenigen, die keinen Fetisch fürs Radfahren pflegen.

Im Grunde verhält es sich nämlich so: Jeder hat seine Präferenzen und Neigungen, jeder hat seinen eigenen „Kanon“. Am besten wäre es in der Tat, wenn sich jeder seine persönliche Leseliste zusammenstellt. Einzige sinnvolle Auflage dabei: Es sollte jede Epoche vertreten sein. Nicht nur zeitgenössisches Literatur, aber eben auch nicht nur „alte Schinken“. So können wir neue Perspektiven und Sichtweisen entdecken und müssen trotzdem nichts lesen, das uns aufgezwungen wird. Für mich beispielsweise kämen Bücher im Stile Konsaliks beim besten Willen nicht in Frage – ich kann mir nicht helfen, Liebesromane tun mir einfach nur weh.

Den größten Nutzen bringt eine solche persönliche Liste vor allem dann, wenn man sie mit anderen teilt und sich gegenseitig anregt. Vielleicht findet sich in der Auswahl des besten Freundes ja ein Buch, das unglaublich interessant erscheint, das uns gefallen könnte. Also: Habt ihr schon euren eigenen „Kanon“?

Vorschau: Nächste Woche heißt es bei Eva ran ans Werk: Es geht um LEGO, das Bauen der Großen und der Kleinen.

Bühne frei für WIR!

Bühne frei für WIR!

Tanz.Musik. Kunst und vor allem Kulturen aus aller Herren Länder: „WIR! sind hier“ im Nationaltheater Mannheim (Foto: R.Mager)

Wie passt Musik, gespielt von traditionell indonesischen Instrumenten, zu den Klängen einer Ukulele-Band? Wie eritreischer Volkstanz zu Modern Dance? Wie ein philippinisches Gesangsstück zu den Zeilen eines türkischen Gedichts?

Die Antwort darauf gab die multikulturelle Performance „WIR! sind hier“, die letzten Sonntag, 17. Februar ihre Premiere im Nationaltheater Mannheim feierte. Mehr als zwei Jahren lange wurde auf die Performance, die den Höhepunkt des gemeinsamen Projektes vom Büro 2020 und dem Kulturamt der Stadt Mannheim bildet, hingearbeitet. Das Projekt, bei dem die Aspekte Kunst, Kreativität, Kultur, Integration und Bildung eine zentrale Rolle spielen, war im Rahmen der Bewerbung zur Europäischen Kulturhauptstadt der Stadt Mannheim für das Jahr 2020 entstanden. Zum ersten Mal seit Projektbeginn war WIR! in seiner vollen kulturellen Entfaltung zu erleben. Denn zuvor hatte „WIR! Tanz.Musik.Kunst“ das Mannheimer Publikum zwar immer wieder in kleinerer Besetzungen mit raffinierten tänzerisch-musikalischen Crossoveracts fasziniert, aber vor allem Lust auf ein Mehr an interkultureller Begegnung und Transkulturalität gemacht.

Der Streifzug durch Kunst und Kultur begann für die Besucher der „WIR! sind hier“-Performance mit einer Expedition in die Foyers des Nationaltheaters. Ausgestattet mit einem Safarihut und überdimensionalen Luftballons führten drei Reiseleiter das Publikum zu verschiedenen Parcoursstationen, an denen die Begegnung unterschiedlicher Musikgenres und Tanzarten verschiedenster Kulturen dargeboten wurden. Nachdem alle Gruppen an der Parcoursstation „Delta Groove“ im unteren Foyer des Theaters eingetroffen waren, stimmten Trommelbande und Tänzer die knapp 600 Besucher auf den zweiten Teil der Performance im Schauspielhaus ein. Denn dort verwandelten im Anschluss an den Parcours 300 Musiker, Tänzer und Videokünstler unter der Regie von Gerburg Maria Müller und der musikalischen Leitung von Ulrich Krug die Schillerbühne zu einem Ort an dem der kulturellen Begegnung im künstlerischen Sinne keine Grenzen gesetzt waren.

Bühne frei für WIR!

Crossover im unteren Foyer des Nationaltheaters: Die türkische Tanzgruppe MOTIF und Balletttänzerinnen der Tanzschule Aki Kato (Foto: R. Mager)

Angefangen mit den Stimmen der Welt in der Karawanserei, bei der sich die Besucher dem reinen Klang von Sprachen aus aller Herren Ländern hingeben durften, ging die künstlerische Entdeckungsreise weiter. Über orientalische Klänge in der Komposition des Türken Cengiz Onural, bis hin zu den acht Sätzen des rhythmisch anspruchsvollen Werkes des Kolumbianers Harold Bedoya führte der WIR!-Korpus das Publikum durch die Vielfalt der Welt des Tanzens, Musizierens und Singens. Den Höhepunkt der Performance bildete eine Hymne, die die Schlussszene der Performance sowie das Ende einer Reise durch die Welt der Kulturen symbolisierte. Am eindrucksvollsten war sicherlich das Finale der Veranstaltung: Zu den Stimmen der beiden Rapper Chris Chrizzy Beck und Henry The Patrone Sanchez fanden sich die knapp 300 Künstler noch einmal auf der Bühne ein. Und spätestens da sah, hörte und vor allem spürte man, was es bedeutet WIR! zu sein.

„Wir erleben hier die künstlerische Umsetzung des Gedankens, was dieses WIR! ist, welche Bedeutung es für uns alle hat und welche Entdeckungen bei der Begegnung der verschiedenen Kulturen gemacht werden“, beschreibt Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz die WIR!-Performance.

Laut Oberbürgermeister Dr. Kurz, gehe es im Rahmen eines kulturell orientierten Stadtentwicklungsprozesses, der im Hinblick auf die Bewerbung zur europäischen Kulturhauptstadt für das Jahr 2020 vorgesehen ist, in erster Linie darum ein erfolgreiches gemeinschaftliches Zusammenleben der Mannheimer Bürger zu fördern. Dabei spiele Interkulturalität sowie der transkulturelle Charakter, der auch im Mittelpunkt des WIR!-Projektes stand eine bedeutende Rolle. Denn durch die künstlerisch-kreativen Prozesse, die vor allem während der Probenphasen zur WIR!-Performance stattfanden, wurde allen Projektteilnehmern die Chance gegeben kulturelle Vielfalt bewusst leben zu lernen und somit Toleranz und Respekt gegenüber anderer Kunstformen zu entwickeln. Wie erfolgreich das WIR!-Projekt in dieser Hinsicht gearbeitet hat, bewiesen die zwei Veranstaltungen, die letzten Sonntag von knapp 1200 Menschen besucht wurden.

Bühne frei für WIR!

Zieht die Blicke auf sich: Videokunst der Szenographin Martina Winkel (Foto: R. Mager)

Das Projekt gibt somit Hoffnung, dass der Versuch durch künstlerisch-kulturelle Begegnung ein soziales Miteinander aufzubauen, nicht nur im Schauspielhaus des Nationaltheaters Mannheim funktioniert, sondern auch in Mannheims Kulturszene allgemein. Eine Stadtgesellschaft, in der genug Platz und Entwicklungsmöglichkeit für kulturell vielseitige Ausdrucksformen und Praktiken bleibt, könnte den Ausgangspunkt zu einer positiven und erfolgreichen Kulturhauptstadt in der Rhein-Neckar-Region bedeuten.

Und obwohl die letzte Strophe der WIR!-Hymne mit den Worten „Eine lange Reise ist zu Ende“- beginnt, so trifft dies keinesfalls auf die Stadt Mannheim zu. Die große Reise durch Kulturen, Traditionen und Künste hat zwar längst begonnen, doch das Ende dieser großartigen Entdeckungstour ist hoffentlich noch lange nicht in Sicht!

Mehr Infos zu Projekt WIR! findet ihr auf der WIR!-Homepage und auf Facebook.

Informativ und unterhaltsam: Die besten Sachbücher

„Literatur ist die Kunst, Außergewöhnliches an gewöhnlichen Menschen zu entdecken und darüber mit gewöhnlichen Worten Außergewöhnliches zu sagen“, meinte einst der russische Lyriker Boris Leonidowitsch Pasternak. Damit mag der mit dem Nobelpreis ausgezeichnete Autor sicherlich Recht gehabt haben. Literatur dient aber auch der Wissensvermittlung und als Informationsquelle. Neben der Belletristik-Bestsellerliste finden auch Sachbücher reißenden Absatz. Hier eine Zusammenstellung der besten Sachbücher:

Informativ und unterhaltsam: Die besten Sachbücher

Auch auf Buchmessen gefragt: Sachbücher (Foto: obs/Deutsche Messe AG Hannover)

Wie gut ist Ihr Deutsch?: Der große Test
Mit seiner Kolumne „Zwiebelfisch“ und dem Beststeller „Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod“ hat der Autor Bastian Sick schon so manchen Muttersprachler das Fürchten gelehrt. Richtiges und gutes Deutsch ist heute in so ziemlich jedem Berufszweig ein absolutes Muss. Doch die deutsche Sprache birgt einige Tücken. Eben dieser nimmt sich Sick in seinem Buch „Wie gut ist Ihr Deutsch?“ an. Es ist in mehrere Themenfelder unterteilt, die als Multiple-Choice-Fragen aufgebaut sind. In den Lösungen findet sich dann die richtige Antwort sowie eine kurze Erklärung.

Die Themenfelder reichen von Grammatik und Zeichensetzung bis zu Anglizismen. Der Aufbau als Muliple-Choice-Quiz macht das Lesen unterhaltsam und kurzweilig. Dank der  Unterteilung in verschiedene Themengebiete kann man diese relativ schnell durcharbeiten. Ideal für alle die ihre Sprachkenntnisse verbessern wollen und weder Lust noch Zeit haben, ein dickes Grammatikbuch zu wälzen. Auch für Deutsch-Profis empfehlenswert!

Bastian Sick „Wie gut ist Ihr Deutsch?: Der große Test“ gibt es auf Amazon für 9,99 Euro

Informativ und unterhaltsam: Die besten Sachbücher

Die meist verkauften Sachbücher in Deutschland: Kochbücher (Foto: obs/Suncoast Peppers GmbH)

Tu was! 77 Tipps für eine bessere Welt
Was passiert eigentlich mit der ausrangierten Kleidung, die im Altkleidercontainer landet? Gibt es eine Möglichkeit diese Textilien einem besseren Zweck zuzuführen? Diese und andere Fragen beantwortet das Greenpeace-Buch „Tu was!“. Es enthält zahlreiche Tipps, um den Alltag umweltfreundlicher und fairer zu gestalten. Neben wirklich cleveren Empfehlungen enthält das Buch aber auch Tipps auf die man wohl von alleine gekommen wäre. Manche Vorschläge wie der gleich komplett auf Flugreisen zu verzichten, scheinen  für manchen auch eher schwerlich umsetzbar zu sein.

Trotzdem machen vor allem die vielen weiterführenden Literaturangaben und Internetadressen „Tu was!“ interessant. Auf großflächigen Bildern steht jeweils ein Tipp, beispielsweise: „Wie stelle ich auf Ökostrom um“ und Internetadressen, die es leicht machen, den vorgeschlagenen Tipp auch gleich in die Tat umzusetzen. Das Buch ist schnell zu lesen und empfehlenswert für alle, die ihren Alltag umweltfreundlicher gestalten wollen.

Greenpeace Magazin „Tu was! 77 Tipps für eine bessere Welt“ gibt es – auf umweltfreundlichem Papier gedruckt“ für 19,50 Euro bei Amazon

Die Tagebücher der Schöpfung
„Die Tagebücher der Schöpfung – vom Urknall zum geklonten Menschen“ könnte auch „Wissenschaftsgeschichte für Dummies“ heißen. Auf 215 Seiten erklärt Stefan Klein alles von der Entstehungsgeschichte der Erde bis zur modernen Forschung. Das tut er so elegant und sprachlich ausgefeilt, dass auch Nicht-Wissenschaftsaffine dieses geradezu philosophische Buch interessant finden werden.

Zwar wirkt es stellenweise ein wenig veraltet, da es in der Originalfassung bereits 2000 erschien – trotzdem wird die Wissenschaftsgeschichte bis zu diesem Zeitpunkt interessant und anschaulich vermittelt. Und die Zeitspanne vom Urknall bis zum Jahr 2000 ja ist trotz der rasanten Entwicklung des vergangenen Jahrzehnts auch nicht zu verachten.

Stefan Klein
Die Tagebücher der Schöpfung: Vom Urknall zum geklonten Menschen“ gibt’s auf Amazon für 9,95 Euro 

Vorschau:  Nächste Woche erscheint hier ein Artikel zum Thema „Kulturelle Begegnungen“ – Das Buddy-Programm an der Uni Mannheim

Denkt auch an unser Gewinnspiel: Wenn ihr  einen „Thalia“-Gutschein im Wert von 30 Euro gewinnen wollt, dann schreibt bis Freitag, 28. September, 23:59 Uhr eine e-Mail mit dem Betreff „Thalia-Gutschein“ an nadine.schwalb@face2face-magazin.de. In der e-Mail enthalten sein sollten der Vor- und Nachname des Gewinnspielteilnehmers sowie eine gültige E-Mail-Adresse.

„Die Studenten müssen ihre Bedürfnisse mehr zum Ausdruck bringen!“ – ein Interview mit dem Fraktionsvorsitzenden der Linkspartei Gregor Gysi

Am Donnerstag, 15. März, sprachen bei der Veranstaltung „Wie funktioniert soziale Bildungspolitik?“ Julien Ferrat, Landesgeschäftsführer der Hochschulgruppe „Die Linke.SDS“ sowie Sarah Hermes, Kreissprecherin der „Linksjugend“, vor rund 500 Mannheimer Studenten. Auf Einladung der Hochschulgruppe machte der Fraktionsvorsitzenden der Linkspartei Gregor Gysi die Studierenden auf die Missstände in der Bildungspolitik aufmerksam. Gysi ist ein immer wieder gern gesehener Talkshow-Gast bei politischen Sendungen, wie beispielsweise „hart aber fair“ oder „Günther Jauch“.

Gysi nahm sich nach seiner Rede in der Mannheimer Universität Zeit, um mit Face2Face unter anderem über Rebellion, Missstände in unserem Schulsystem und soziale Ausgrenzung zu sprechen.

„Die Studenten müssen ihre Bedürfnisse mehr zum Ausdruck bringen!“ – ein Interview mit dem Fraktionsvorsitzenden der Linkspartei Gregor Gysi

Sprach vor 500 Studenten der Mannheimer Universität: der Fraktionsvorsitzende der Linkspartei Gregor Gysi (Foto: Pitsch)

Face2Face: Gerade in Ihrer Rede haben Sie bemängelt, dass die Studierenden zu wenig rebellieren. Wieso glauben Sie das?
Gysi: Weil die Zustände zunehmend ungerechter werden und das Studium zunehmend verschult wird. Die Möglichkeit für Studenten zu einer vernünftigen Allgemeinbildung verringert sich, sie werden in die ökonomische Abhängigkeit gedrängt. Universitäre Bildung ist entscheidend, um später sein Leben einschließlich Beruf zu meistern. Die 1968er-Studentengeneration hätten sich dass nicht bieten lassen. Heute hat eine andere Disziplinierung stattgefunden – was ich nicht in Ordnung finde.

Face2Face: Wie weit war es Ihnen möglich, zur Zeit der DDR zu rebellieren?
Gysi: Durch die diktatorischen Verhältnisse in der DDR war eine Rebellion nur sehr begrenzt möglich, aber es war schon einiges los. Natürlich habe auch ich ein wenig rebelliert, das führte zu Auseinandersetzungen an meiner Fakultät.

Face2Face: Wie sieht Ihr Vorschlag aus, die Studiengebühren abzuschaffen?
Gysi: Wenn man es geschafft hätte, dass alle Studenten auf die Straße gegangen wären und gesagt hätten wir gehen erst wieder in die Uni wenn die Studiengebühren abgeschafft werden – wären sie jetzt schon abgeschafft worden. Das Problem ist heute, dass nicht alle auf die Straße gehen und sich äußeren. Die Studenten müssen mehr ihr Bedürfnisse zum Ausdruck bringen!

Face2Face: Was schlagen Sie vor, um dem vorzubeugen?
Gysi: Mein Vorschlag wäre ein zeitlich begrenztes Stipendium. Ich würde dabei aber immer schauen, dass den Studenten genügend Zeit bleibt für einen Besuch des Theaters oder der Oper. Vielleicht möchte man die Zeit auch nutzen, um selbst Theater zu spielen. Ich denke dabei auch daran sich aus Interesse andere Vorlesungen anzusehen, die nicht unmittelbar etwas mit dem eigenen Studiengang zu tun haben.

Face2Face: Was kritisieren Sie am neo-liberalen Zeitgeist?
Gysi: Am neo-liberalen Zeitgeist in der Bildung ist zu bemängeln, dass die Unis zunehmend verschult werden. Hinzu kommen die schlechteren Berufsaussichten für ein abgeschlossenes Bachelor-Studium im Vergleich zu einem Masterabsolventen. Für jeden zukünftigen Bachelor-Absolventen muss es möglich sein, einen Platz für einen Masterstudiengang zu bekommen, um später bessere Job-Aussichten zu haben. Ökonomisch werden die Studierenden zu sehr unter Druck gesetzt, indem du ihnen ein Darlehen, gibst was sie später wieder zurückzahlen müssen. Ich wünsche mir, dass die Abhängigkeit von Eltern aufgehoben wird. Ist man nun mit dem achtzehnten Lebensjahr volljährig und kann über seinen Lebensweg entscheiden oder nicht?

Face2Face: Wie stehen Sie zu den Anti-„Acta“-Demonstrationen und der „Occupy“-Bewegungen?
Gysi: Diese Bewegungen sehe ich positiv. Das ist ein Beginn von gesellschaftlichen Bewegungen. Ich kann sagen an welchem Punkt ich das fest mache: die Studiengebühren. Ich finde den Widerstand insgesamt zu gering – besonders der Eltern. Ich hätte mir das ganze rebellischer gewünscht, um allen klar zu machen das lassen wir uns nicht bieten. Wir haben eine unterschiedliche Struktur. Es gibt Länder die Studiengebühren haben und Länder die Studiengebühr frei sind. Das hat die Schwierigkeit erhöht für Leute aus ärmeren Schichten einen geeigneten Studienplatz zu finden. Ich bin gegen eine soziale Ausgrenzung.

„Die Studenten müssen ihre Bedürfnisse mehr zum Ausdruck bringen!“ – ein Interview mit dem Fraktionsvorsitzenden der Linkspartei Gregor Gysi

Äußerte sich im Interview besorgt über die Missstände in der Bildungspolitik: der Fraktionsvorsitzende der Linkspartei Gregor Gysi (Foto: Pitsch)

Face2Face: Im Bundesland Bayern fallen beispielsweise Studiengebühren von über 750 Euro an.
Gysi: Das ist eine Unverschämtheit. Für meine Tochter könnte ich diesen Betrag bezahlen und wenn ich dies dann bezahlte hat das wieder etwas Elitäres. Da sind Studierende aus anderen sozialen Schichten gar nicht mehr dabei, genau das will ich nicht.

Face2Face: Wie sieht Ihr Masterplan aus, um dem entgegen zu wirken?
Gysi: Ich möchte nicht die soziale Ausgrenzung mit der wir es hier zu tun haben. Stattdessen würde ich ein Stipendium einführen, dass elternunabhängig ist. Das würde ein Leben in Würde, aber nicht im Übermaß garantieren. Somit müssten die Studenten nebenher keine Nebenjobs machen. Im Gegenzug würde ich dann aber Studienzeiten festlegen. In der Freizeit muss es auch möglich sein ins Theater oder in die Oper zu gehen.

Face2Face: Wie war die Situation zur Zeit der DDR?
Gysi: In der DDR hattest du entsprechend deiner Qualifikation ein Recht auf Arbeit. Wenn man aber vor hatte Archäologie zu studieren, war das nicht einfach. Wenn  jedes Jahr zwanzig Archäologen ausgebildet worden wären, hätten ihnen keine Arbeit als Archäologen geboten werden können – also wurden jedes Jahr nur zwei Archäologen ausgebildet. Dadurch wurde der Kampf einen Studienplatz für diesen Studiengang zu bekommen zur eigentlichen Herausforderung – das will ich auch nicht. Ich möchte dann lieber, dass man die Möglichkeit hat, dass zu studieren, was den persönlichen Interessen entspricht. Nach Abschluss des Studiums muss man dann aber dafür kämpfen, den entsprechenden Job, entsprechend der Qualifikation zu finden.

Face2Face: Wie stehen Sie den Bachelor- und Master-Studiengängen gegenüber?
Gysi: Mir wird das zu sehr verschult, das ist so als ob man die Schule fortsetzt. Ein Studium ist eigentlich etwas ganz anderes. Beispielsweise an einer Technischen Hochschule in Berlin sehe ich unter welchem Druck die Bachelorabsolventen stehen –  da würde ich gerne Druck wegnehmen.
Zum Leitwesen der Studenten kommt kein richtiges Studentenleben mehr auf. Das schöne an der Uni ist auch das ich woanders hingehen kann, indem ich mir eine Vorlesung griechische Geschichte anhöre, obwohl ich eigentlich Jura studiere. Diese Möglichkeiten sollten nach wie vor erhalten bleiben.

Face2Face: In Ihrer Rede haben Sie kurz die Missstände in der Bildungspolitik angedeutet. Wie schlagen Sie vor das Schulsystem zu verändern?
Gysi: Mich ärgert es, dass unser Schulsystem immer noch so organisiert ist wie in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts – da können wir noch viel von anderen Ländern lernen. Es gibt Kinder, die ihren Durchbruch erst viel später in der siebten oder achten Klasse haben. Wieso trennt man Kinder nach der vierten Klasse? Die vierte Klasse ist ein schlechter Zeitpunkt. Nach dem Ende der Grundschule kann man nach Begabungen und Fähigkeiten überhaupt noch nicht entscheiden, zum Leidwesen der Kinder. Wenn man das als Gemeinschaftsschule organisierte bis zum Abitur mit Spezialisierungen. Es muss auch möglich sein, die Schule zu wechseln.

Face2Face: Sie haben ebenfalls eine Gemeinschaftsschule bis zum Abitur besucht.
Gysi:  Genau wie der Bundespräsident Joachim Gauck und die Bundeskanzlerin Angela Merkel, habe auch ich eine Gemeinschaftsschule bis zur 8., später bis zur 10. Klasse besucht – und wie man sehen kann ist aus uns etwas  geworden.

Das Interview wurde geführt von Jean-Claude Jenowein und Melanie Denzinger.