Neuster Trend in den Supermärkten: Plastikmäntelchen – jetzt auch für Fairtrade-Bananen

Die Welt droht im Müll zu ersticken. Wenn unsere „Wegwerfgesellschaft“ so weiterlebt, wird die Menge an Plastikmüll bis 2050 auf zwölf Milliarden Tonnen steigen. Zwar sind Plastiktüten in den Supermärkten nun kostenpflichtig und werden dadurch seltener genutzt, doch den Großteil des Plastikmülls machen die Lebensmittelverpackungen aus. Nicht jeder Müll wird am Ende recycelt, verbrannt oder landet auf einer Mülldeponie. Ein Großteil liegt oder schwimmt irgendwo in der Umwelt. Die Folgen sind fatal: qualvoll verendende Meerestiere, die sich in Netzten verfangen und ertrinken oder das Plastik als Nahrung aufnehmen. Dieses Plastik endet dann letztendlich wieder auf unseren Tellern.

Kaum Produkte ohne Lebensmittelverpackungen

Neuster Trend in den Supermärkten: Plastikmäntelchen – jetzt auch für Fairtrade-Bananen

Doppel und dreifach verpackte Lebensmittel (Foto: M. Boudot)

Beim Einkaufen im Supermarkt findet man kaum noch Produkte, die nicht in Plastik umhüllt sind. Und wenn doch, wird einem dazu die entsprechende Plastiktüte für den Transport angeboten. Lebensmittel werden immer aufwendiger verpackt. Die Plastikhüllen sollen die Lebensmittel schützen und sind zeitgleich sehr hygienisch. Kekse, Teebeutel und Schokolade sind häufig doppelt und dreifach eingepackt. Vor allem auch Obst und Gemüse werden vorverpackt angeboten. Eingeschweißte Gurken, portionierte Äpfel oder Beeren umhüllt von Plastik. Auch Wurst und Käse verursachen durch ihre Verpackungen viel Müll. Früher wurden sie am Stück gekauft, heute findet man Wurst und Käse in wenigen portionierten Scheiben, wodurch das Verpackungsaufkommen etwa verdreifacht wird. Das liegt daran, dass die Haushalte kleiner und auch älter werden. Heutzutage bestehen Haushalte aus ein bis zwei Personen, die wie zum Beispiel Senioren weniger Nahrungsmittel benötigen.

Fairtrade trotz Plastikverpackung

Aber Fairtrade-Bananen in Plastik? Wie passt das zusammen? Claudia Brück vom Verein zur Förderung des Fairen Handels in der Einen Welt (TransFair) erklärt warum das so ist:
Als unabhängige Initiative handelt TransFair nicht selbst mit Waren, sondern vergibt das Fairtrade-Siegel für fair gehandelte Produkte auf der Grundlage von Lizenzverträgen. Auf die Verpackungsgestaltung kann TransFair grundsätzlich nur in Bezug auf die Verwendung des Fairtrade-Siegels Einfluss nehmen.
„Wir erhielten die Rückmeldung aus dem Lebensmitteleinzelhandel, dass die Plastik-Umverpackung für die Bananen notwendig sei“, erzählt Brück. Anscheinend hatten einige Kunden Fairtrade-gekennzeichnete Bananen als „konventionelle“ Bananen abgewogen und an der Kasse vorgelegt und somit entsprechend weniger bezahlt. Allerdings arbeitet TransFair, gemeinsam mit den Importeuren, schon seit einiger Zeit an genau diesem Thema. „Bisher gibt es jedoch noch kein belastbares Bio-Material, das die hohe Feuchtigkeit – denn Bananen schwitzen – und die großen Temperaturunterschiede von 10 – 36°C während der zwei bis drei Wochen langen Reise aus Lateinamerika bis in die deutschen Supermärkte übersteht“, sagt Brück. Immerhin nutzen immer mehr Supermärkte eine Klebebandrolle, um die Bananen einzuwickeln und das produziert deutlich weniger Abfall.

Tipps zur Müllvermeidung

Um in Zukunft Mensch, Tier und Umwelt zu schützen, können im Alltag schon kleine Veränderungen hilfreich sein:

  • Statt von weit hergekommene Lebensmittel zu kaufen, auf lokale und regionale Lebensmittel zurückgreifen, zum Beispiel durch einen Einkauf auf dem Wochenmarkt.
  • Keine Plastik-, sondern Glasflaschen kaufen. Oder sogar noch besser: Leitungswasser trinken. Das ist qualitativ nicht nur genauso gut wie Wasser aus der Flasche – man spart auch bares Geld: 1.000 Liter Leitungswasser kosten gerade mal sechs Euro.
  • Etwas Neues ausprobieren, eine Zero Waste-Woche einlegen, so wie unsere Autorin Tatjana oder mal in einem Unverpacktladen einkaufen gehen.
  • Im Supermarkt bevorzugt lose und Frischware kaufen, statt doppelt und dreifach verpackte Produkte.

 

Ein Reste-Verwerte-Rezept: Bananen-Brot

Jeder kennt das: Lässt man Bananen zu lange liegen werden sie braun und sind kaum noch genießbar. Wegschmeißen möchte man das Obst natürlich ungern – doch zum Glück gibt es einige leckere Rezepte, damit man auch die überreifen Bananen noch verwenden kann. Ein Beispiel Bananen-Brot. Aufgrund des hohen Bananenanteils ist das Brot nicht nur ein Energielieferant, sondern zusätzlich noch lecker und man kann dadurch Lebensmittel-Verschwendung vermeiden. Für das klassische Bananen-Brot braucht ihr folgende Zutaten.

Zutaten:

  • 250g Mehl
  • 1TL Backpulver
  • 1 Prise Salz
  • 115g weiche Butter
  • 100g Zucker
  • 2 Eier
  • 500-550g reife Bananen

Und so geht’s:

1. Mehl, Backpulver und Salz in einer Schüssel vermengen und beiseite stellen.

2. Als nächstes die reifen Bananen schälen und zerkleinern. Dies funktioniert entweder mit einem Pürierstab oder mit einer Gabel, falls man lieber gröbere Stücke im Brot haben möchte.

3. In einem weiteren Gefäß Butter und Zucker gut verrühren bis eine cremige Masse entsteht. Nach und nach die beiden Eier dazugeben und wieder alles gut vermischen. Im nächsten Schritt die zerkleinerten Bananen dazugeben und abermals gut vermengen.

4. Nun die Mehlmischung in die Bananenmasse hineinsieben. Das Sieben ist wichtig, damit keine Klumpen entstehen.

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Optimale Reste-Verwertung: Das Bananen-Brot (Foto: A. Schwalb)

5. Parallel dazu den Backofen auf 175 Grad vorheizen. Den Teig in eine eingefettete Kastenform füllen und 60-70 Minuten backen.

Sobald sich ein leckerer, bananiger Duft in der Küche breit macht, ist das Bananen-Brot gelungen. Viel Spaß beim Ausprobieren!

Vorschau: Kommende Woche zeigen wir euch an dieser Stelle, wie ihr ganz leicht eine schöne Sommerfrisur zaubern könnt.