Zuckersüße Baby-Cakepops

Cakepops mag jeder. Egal ob werdende oder junge Mütter jeder wird diese leckeren Baby-Cakepops genießen. Und dabei sind sie kinderleicht zu machen:

Zuckersüße Cakepops: Diese Babies gefallen jedem (Foto: Möller)

Zuckersüße Cakepops: Diesen Babys gefallen jedem (Foto: Möller)

Zutaten für circa 10-15 Stück (je nach Größe)

  • Einen Sandkuchen (entweder selbstgemacht oder gekauft)
  • 15 Stiele aus Holz oder Pappe (gibt es im Einzelhandel zu kaufen)
  • 15 kleine Muffinförmchen
  • 15 kleine, runde Pfefferminzdrops
  • 15 bunte Zuckerperlen
  • Lebensmittelfarbe zum aufmalen der Haare und Augen
  • 30 Schokodrops
  • Rosa Kuvertüre

Für die Buttercreme:

  • ein Teelöffel Butter
  • zwei Teelöffel Frischkäse
  • 2 Esslöffel Puderzucker
  • ein Esslöffel Zitronensaft
  • eine Halbe Zitrone, unbehandelt, davon die Schale abreiben

Schritt 1:Den Kuchen fein zerbröseln. Die Zutaten für die Buttercreme in einer Schüssel zusammenmischen und mit den Bröseln vermengen. Es sollte ein leicht trockener Teig entstehen. Diesen zu Kugeln formen und auf einen Teller legen. Den Teller nun für etwa zwei Stunden in das Gefrierfach legen.

Süße Babys: Den leckeren kleinen Kuchen kann keiner widerstehen ( Foto : Möller)

Süße Babys: Den leckeren kleinen Kuchen kann keiner widerstehen ( Foto : Möller)

Schritt 2: Die Kuvertüre im Wasserbad schmelzen. Nun die Kugeln aus dem Gefrierfach nehmen uns auf die Holzspieße stecken. Anschließend können sie in die Kuvertüre getunkt werden. Nun schnell die Muffinform auf die noch feuchte Kugel geben und in der Mitte der Kugel den Pfefferminzdrops befestigen. Dieser ergibt später den Schnuller. Jetzt können die Cakepops trocknen. Wenn die Kuvertüre hart geworden ist, können die Zuckerperlen mit der Lebensmittelfarbe auf dem Pfefferminzdrops befestigt werden. Anschließend mit der Zuckerfarbe Augen und Haare aufmalen und fertig sind die Baby-Cakepops.

Vorschau: Nächste Wochen verraten wir, wie man einfachen Joghurt in sommerlichen „Frozen Yogurt“ verwandelt

Warum wir Kinder als Strafe sehen

Es dauerte einen Moment, ehe ich mich gefangen hatte. Gerade fragte mich unsere Sekretärin „warum tut ihr euch das an?“ und meinte, warum wir noch ein Kind wollten. Da prallte es mal wieder gänzlich auf mich ein. Dass Kinder in unserer Gesellschaft als Last, als Bürde gesehen werden. Als Strafe. Etwas, dass wir uns an tun. Masochismus in seiner höchsten Form. Wo das Kindermachen ja noch Spaß macht und nicht selten Witze mit sich zieht, ist das Kinderhaben, vor allem, wenn ein Paar dann doch mehr als ein oder gar zwei hat, scheinbar ein riesiger Sack voller negativer Pakete.

Teurer Spaß? Kinder kosten Geld (©Wilhelmine Wulff _ All Silhouettes / pixelio.de)

Teurer Spaß? Kinder kosten Geld (©Wilhelmine Wulff _ All Silhouettes / pixelio.de)

„Die machen euch fertig“, meinte eine alte Freundin meines Mannes, als unser zweites Kind gerade auf der Welt war und sie uns beim Einkaufen traf. Wir haben abgewunken, sie glaubte uns nicht. Kein Wunder, hören wir doch jeden Tag, wie schrecklich Kinder sind. Sie stehlen ihren Müttern die Figur, ihren Eltern den Schlaf, machen in ihrer Zerstörungswut vor nichts halt, sind lauter als Alarmanlagen, per se ungezogen, sozialer Selbstmord, finanzieller sowieso. „Warum unsere Kinder Tyrannen sind“ lautet der Titel eines Buches und ein ganzer Stapel an Literatur befasst sich mit der Frage, ob eine Frau denn nun Karriere und Familie haben kann. Die Internetseite Mompreneurs befasst sich ausschließlich mit Müttern, die neben ihren Kindern noch Unternehmen gegründet haben.

Machen wir uns nichts vor. Unsere Gesellschaft ist nicht kinderfreundlich. Oh, ja, es gibt eine (nicht erfüllte) Garantie auf einen Betreuungsplatz ab 1, es gibt Kindergeld, Familienparkplätze und Kinderwagenabteile im Zug, Vorschriften, wie viele Spielplätze ein Viertel haben muss und hohe Sicherheitsstandards bei Gebrauchsgegenständen für Kinder. Aber kinderfreundlich? Menschen, die in Kindergarten- oder Schulnähe wohnen beschweren sich regelmäßig gerichtlich wegen des Lärms spielender Kinder. Im Restaurant werden Kinder, die keine zwei Stunden ruhig sitzen können und nicht absolut still sind böse angeschaut und wer kennt nicht das Klischee eines nach Gummibärchen brüllenden Kleinkindes im Supermarkt?

Kinder? Will doch keiner (©Stefan Bayer / pixelio.de)

Kinder? Will doch keiner (©Stefan Bayer / pixelio.de)

Seien wir doch ehrlich, wir wollen keine Kinder. Wir wollen ein schöner-wohnen-Wohnzimmer und Designer-Tapete, Kleidungsstücke, die keine besonderen Schlitze zum Stillen haben müssen und einen Esstisch ohne Bananenmatschreste-Ritzen, von denen wir vorher nicht mal wussten, dass sie da sind. Schnelle, anstatt geräumige Autos und die Möglichkeit, heute alles stehen und liegen zu lassen und ans andere Ende der Welt zu fahren. Wir wollen alles und wir wollen es jetzt. Niemand soll uns sagen, was wir zu tun haben. Keine gesetzlich geforderte U-Untersuchungen und Briefe von Kindergarten oder Schule, die uns dies oder das mitteilen, Brotdosen, die gefüllt werden sollen und Hosen, die über Nacht zu klein werden. Wir wollen uns darüber keine Sorgen machen, denn, verdammt noch mal, wir haben doch nur dieses eine Leben. Wir sind nichts anderes als groß gewordene Kinder.

Vielleicht wollen wir ja keine eigenen Kinder, weil wir niemanden an der Backe haben wollen, der so ist, wie wir selbst. Und da hab ich mich schon längst ausgeklinkt. Ich schreibe diesen Artikel, während mein Schulkind, mein Kindergartenkind und das Baby schlafen. Heute hätte ich sonst keine Zeit gehabt. Ich habe getanzt, ich habe gemalt, ich habe gekocht und das Katzenklo sauber gemacht, eine Ladung Wäsche mit ganz vielen Unterhosen gewaschen, weil das Kindergartenkind jetzt keine Windel mehr braucht, aber erst eine Handvoll Höschen hat, ich habe gestillt und gewickelt, vorgelesen, eine wichtige Nachricht beantwortet, selbst gelesen, die Spülmaschine ausgeräumt. Ich habe mir nichts angetan, ich habe gelebt.

Tierisch: Kindermachen und Kinderhaben ist animalisch (©Edith Höhner / pixelio.de)

Tierisch: Kindermachen und Kinderhaben ist animalisch (©Edith Höhner / pixelio.de)

Wie alles im Leben, ist es manchmal unbequem, Kinder zu haben. So unbequem, wie es manchmal ist, Eltern zu haben, oder Geschwister, manche Freunde oder den eigenen Partner. Es ist kein Selbstmord. Es ist Leben. Und natürlich ist es nicht für jeden das Richtige. Aber wenn wir unser Leben wie das Bett der Prinzessin betrachten, die wegen einer Erbse unter hundert Matratzen blaue Flecken bekommt, und allen Ernstes die Prinzessin sein wollen, sterben wir nicht aus, weil Karriere so wichtig ist oder Geld, sondern aus lauter Faulheit, aus Bequemlichkeit. Und dabei verpassen wir bestimmt etwas Lärm, Geschrei und schlaflose Nächte, aber auch jede Menge Spaß. Für etwas Spaß bleibe ich gerne länger wach und viel Lärm um nichts konnte ich schon immer machen, natürlich auch als Kind. Warum also jetzt aufhören?

Vorschau: Nächste Woche gebe ich euch hier einen Leitfaden zum Kranksein.

Im siebten Babyhimmel – wie sich der Alltag durch den Nachwuchs ändert

Maxi-Cosi

Ein treuer Begleiter: Der Maxi-Cosi (Foto: Bierbrauer)

Windeln wechseln, Fläschchen geben, zum Kinderarzt fahren oder die Kinder von Schule und KiTa abholen – all diese und viele weiteren Dinge beeinflussen den Alltag von Müttern und Vätern. Wie sich das Leben durch den Nachwuchs ändert und was Eltern nicht mehr missen möchten, verraten Julia Helmling (30) Erzieherin, Mutter von Louis (1,5 Jahre), Vanessa Weinheimer (30), Facheinkäuferin, Mutter von Sophia Alicia (7 Wochen) und die schwangere Eva-Maria Obermann (27), Studentin und Face2Face-Autorin, Mutter von Noah Joshua (6 Jahre) und Sophia Miah (1,5 Jahre), im Interview:

Face2Face: Wie viele Kinder wünscht ihr euch?
Julia: Zwei oder drei
Vanessa: Zwei
Eva-Maria: fünf

Face2Face: Seid ihr berufstätig oder geht ihr einem Studium nach?
Julia: Momentan arbeite ich nicht, da ich noch in Elternzeit bin.
Eva-Maria: Ich bin derzeit in der Endphase des Master-Studiums und werde danach eine Promotion beginnen. Außerdem arbeite ich als Hilfskraft an der Universität, bin Journalistin und Buchautorin. Diese Tätigkeiten sind allesamt erstaunlich gut mit Kindern zu vereinbaren. Im Studium bin ich wesentlich flexibler, als in einer Ausbildung oder einem festen Vollzeitjob.
Vanessa: Für zwei Jahre bin ich in Elternzeit, danach möchte ich wieder halbtags als Facheinkäuferin arbeiten.

Im siebten Babyhimmel – wie sich der Alltag durch den Nachwuchs ändert

Stets einsatzbereit: praktische Babyfläschchen (Foto: Bierbrauer)

Face2Face: Wie lässt sich Job, Studium und Kind unter einen Hut bringen, Eva-Maria?
Eva-Maria: Als Hilfskraft kann ich meine Arbeitszeiten relativ flexibel einteilen und teilweise von zu Hause aus arbeiten, wie auch als Autorin und Journalistin. Doch um wichtige Termine wahrnehmen zu können, bin ich auf ein gut funktionierendes soziales Netzwerk angewiesen, sprich meine Familie. Sehr wichtig war, dass ich Sophia bis zu ihrem ersten Geburtstag mit zur Arbeit an die Uni und mit in die Seminare nehmen konnte. Zu wissen, dass ich das auch mit dem neuen Baby machen kann, gibt mir eine gewisse Gelassenheit und Zuversicht, dass ich das schaffen werde.

Face2Face: Wie muss man sich den Alltag einer Hausfrau und Mama in der heutigen Zeit vorstellen?
Julia: Kinder sind gleichzusetzen mit einem Full-Time-Job. Morgens heißt es früh aufstehen, auch wenn du noch müde bist. Seinen täglichen Pflichten wie Haushalt oder Einkaufen nachzugehen ist manchmal gar nicht so einfach, wenn das Kind die volle Aufmerksamkeit braucht.
Vanessa: Der Alltag mit Kind ist ganz schön stressig, vor allem weil wir noch zusätzlich zwei Hunde haben, die ebenfalls Aufmerksamkeit brauchen. Man kann sagen, der komplette Tagesablauf richtet sich nach dem Kind und den Hunden.
Eva-Maria: Mein Sohn geht mittlerweile in die Schule und meine Tochter geht in die Kindertagesstätte. Da mein Mann zu früh aus dem Haus zur Arbeit muss, liegt es an mir, den Tag zu koordinieren. Im Moment ist durch die Endphase der Schwangerschaft alles etwas komplizierter. Das Kochen übernehme meist ich, muss aber gestehen, dass ich an stressigen Tagen zu schnellen Gerichten oder „Fast Food“ ausweiche. Wenn möglich, gehen mein Mann und ich gemeinsam einkaufen. Wir wissen, dass wir ein Team sind, das nur zusammen bestehen kann.

Babyschuhe

Schritt für Schritt: das Baby zeigt wo es lang geht im Alltag (Foto: Bierbrauer)

Face2Face: Gibt es kritische Stimmen aus der Nachbarschaft, weil Frau nicht zusätzlich arbeiten geht oder die Kinder schon bald in eine KiTa bringt?
Vanessa: Bisher habe ich noch keine kritischen Stimmen vernommen. Elternzeit für zwei Jahre ist heute ganz normal.
Eva-Maria: Die Vorurteile gegenüber der Betreuung von Kleinkindern sind noch stark verbreitet, selbst junge Mütter oder Kinderlose sind da schnell bereit, eine abwertende Haltung einzunehmen, ohne mich, meine Tochter oder ihre Kindergartengruppe zu kennen. Die Wahrheit ist, dass ich nicht die Möglichkeit habe, meiner Tochter das Maß an Spiel- und Kontaktmöglichkeiten zu bieten, wie es die KiTa kann. Selbst, wenn ich „zu hause“ bin, muss ich mich um Dinge im Haushalt kümmern und kann ja gar nicht 24 Stunden am Tag als Bespaßungsmaschine agieren. Dennoch bin ich für meine Kinder die wichtigste Bezugsperson.

Face2Face: Findet ihr es wichtig, dass man Unterstützung hat von z.B. Ehemann, Mutter oder Freunden oder bewerkstelligt ihr das meiste selbst?
Julia: Ja, Unterstützung ist wichtig. Mein Mann unterstützt mich beispielsweise im Haushalt nach der Arbeit. Meine Mutter passt hin und wieder auf den Kleinen auf, wenn ich Termine habe, wie etwa einen Arztbesuch.
Vanessa: Mein Mann arbeitet von morgens bis nachmittags, bis dahin betreue ich das Kind und die Hunde. Am Nachmittag hilft mir mein Mann und geht zum Beispiel mit den Hunden raus, wickelt die Kleine oder bringt sie abends ins Bett. Da meine Mutter weiter weg wohnt, ist es hier eher schwierig mit Unterstützung.
Eva-Maria: Das finde ich sehr wichtig. Kinder sind etwas Wunderbares und auch wunderbar anstrengend. Ich bin froh, wenn jemand von den Großeltern ab und zu etwas mit ihnen unternimmt und mein Mann und ich dadurch Zeit für uns haben. Etwas schwierig finde ich die Formulierung „Unterstützung“ auf meinen Mann angewendet, als den Vater meiner Kinder. Die Kinder gehören genauso zu seinem Alltag, wie zu meinem. Er muss es auch vereinbaren können, nach der Arbeit Zeit zu haben oder eben nicht. Immerhin gehört auch immer mehr als nur eine Person dazu, Kinder zu bekommen, da ist es nur natürlich, dass auch mehr als einer dazu gehört, sich um sie zu kümmern.

Wärmflasche

Kuschelig: eine Babywärmfalsche (Foto: Bierbrauer)

Face2Face: Was haltet ihr davon, wenn die Frau bald nach der Geburt Ihrem Job nachgeht und der Mann die Erziehung übernimmt? Wie ist es bei euch?
Julia: Ich finde, derjenige in der Beziehung, der mehr Geld im Job verdient, sollte arbeiten gehen.
Vanessa: Das sollte jeder für sich selbst entscheiden, ob er das möchte. Ich persönlich will die Erfahrung selbst machen und mich die zwei Jahre um unser Kind kümmern.
Eva-Maria: Das entscheidet sich von Situation zu Situation. Bei uns ist es allein finanziell so verteilt, dass mein Mann Vollzeit arbeitet, weil ich ja mit meinem Studium noch nicht ganz fertig bin, und dann ja noch promovieren will. Das heißt auch, dass momentan eher ich zugunsten der Kinder zurücktrete, denn wir sind ja als Familie auf den Verdienst meines Mannes angewiesen. Ein Modell, in dem beide Eltern Teilzeit arbeiten und sich die Kindererziehung teilen können, wie es mal in der Politik die Runde gemacht hat, finde ich persönlich sehr gut durchdacht.

Face2Face: Hat man bei all dem Trubel noch Lust auszugehen oder Hobbys nachzugehen?
Julia: Ich finde, abends mal Wegzugehen ist ein toller Ausgleich zum Kinderalltag. Das geht natürlich nicht, wenn man völlig fertig ist, aber hin und wieder gerne.
Vanessa: Nein, erstmal nicht. Ich denke, das kommt später wieder, wenn das Kind älter ist. Momentan gibt es einfach sehr viel zu tun, da hat man genug um die Ohren und braucht auch seine Zeit, sich auszuruhen.
Eva-Maria: Natürlich! Gerade dadurch werden Partys, Kinogänge oder ein gemeinsames Essen zu besonderen Anlässen, die man umso mehr geniest. Die Organisation ist natürlich etwas aufwendiger, da immer jemand da sein muss, der auf die Kinder achtet, aber so ein bisschen Zeit für sich und zu zweit wird umso mehr geschätzt und ist wirklich Gold wert!

Face2Face: Was vermisst ihr, seit ihr Mamas seid?
Julia: Mir fehlt das Ausschlafen, die Zweisamkeit mit meinem Mann und das spontane Weggehen am Abend.
Vanessa: Die Freiheit das zu tun, auf was ich gerade Lust habe – weil das meistens dann nicht geht.
Eva-Maria: Wenig. Mit kleinen Kindern vermisst man schnell das Ausschlafen, aber wie bei einer festen Arbeitszeit, fällt das Ausschlafen dann auch schwer, wenn es mal sein könnte, weil jemand da ist, der sich um die Kinder kümmert. Manche Möglichkeiten, die sich mir nun bieten, wie Auslandsemester oder Reisen zu bestimmten Veranstaltungen, sind mit Familie einfach schwer zu koordinieren. Ich wäre wirklich gerne die letzten zwei Jahre zur Frankfurter Buchmesse, aber Stillzeit und Hauskauf haben das nicht möglich gemacht, also hoffe ich, dass ich es nächstes Jahr schaffe. Ich weine aber nichts nach. Immerhin habe ich meine Entscheidung getroffen, und für nichts in der Welt würde ich meine Kinder wieder eintauschen, insofern habe ich mit solchen Dingen auch kein Problem.

Teddybär

Teddy und Schnuller: ein Muss für jedes Baby (Foto: Bierbrauer)

Face2Face: Wie verändert sich das Verhältnis in der Partnerschaft? Ändert sich überhaupt etwas?
Julia: Ja, das Verhältnis ändert sich schon. Man hat einfach nicht mehr so viel zeit zusammen wie früher und muss mehr im Voraus planen.
Vanessa: Man hat kaum Zeit für sich bzw. für den Partner. Wenn die kleine schläft, nutzt man die Zeit für Dinge, die im Haushalt liegen geblieben sind.
Eva-Maria: Natürlich ändert sich etwas. Allein die Gesprächsthemen werden neu gemischt. Es geht um Windelausschlag und Fernsehverbot, um Krankheitsanzeichen und neu Erlerntes. Als Eltern teilt ein Paar neue Dinge und Momente.Oft wird auch alles Stressige in einer Partnerschaft auf die Kinder geschoben, was ungerecht ist. Der Stress kommt ja nicht wirklich von den Kindern, sondern von anderen Gegebenheiten.

Face2Face: Was findet ihr am Mama-Sein am Schönsten?
Julia: Mama zu sein ist wunderbar. Es fühlt sich gut an, gebraucht zu werden. Es ist ein unbeschreibliches Gefühl, wenn das Kind zum ersten Mal zu dir Mama sagt.
Vanessa: Das Schönste ist, wenn die kleine mich anlächelt. Da weiß man, das man alles nicht umsonst durchgestanden hat.
Eva-Maria: Nach oben gerichtete Arme, ein glühender Blick und das einfachste und schönste Wort der Welt „Mama“. Da werde ich schwach und bin einfach nur glücklich. Immer wieder.

Face2Face: Was würdet ihr anderen (werdenden) Müttern raten?
Julia: Bevor man Mutter wird, sollte man das Leben in vollen Zügen genießen, denn das Leben verändert sich komplett.
Vanessa: Man sollte sich nicht verrückt machen, es kommt alles, wie es kommt.
Eva-Maria: Hört bloß nicht auf irgendwelchen Rat! Kaum eine Gruppe wird so mit gut gemeinten Ratschlägen überschüttet wie (werdende) Mütter. Jeder meint es besser zu wissen. Das verunsichert nicht nur, es nervt auch gewaltig und ist in den meisten Momenten einfach nur Humbug. Ob die Großeltern mit längst überholten Meinungen ankommen oder Wildfremde ihre Klappe nicht halten können: einfach nett lächeln und weghören. Ihr wisst selbst, wen ihr fragen könnt und werdet es mit Sicherheit nicht scheuen, es zu tun, denn jede Mutter (und jeder Vater) hat Angst, etwas falsch zu machen.

Vorschau: Am Dienstag, 16. Dezember weihnachtet es sehr – erfahrt mehr über unser Weihnachtsspecial!

Brust zeigen – vom Leben als Stillende

Stillzeit: intimie Momente zwischen Mutter und Kind (Foto: Obermann)

Stillzeit: intimie Momente zwischen Mutter und Kind (Foto: Obermann)

Seit vier Monaten gehöre ich zu einer besonderen Spezies Mensch – zu den Stillenden. Und obwohl Ärzte, Mütter, Werbung und die Welt- Gesundheits- Organisation (WHO) mittlerweile einstimmig proklamieren, dass Stillen das Beste für ein Baby ist, ist der Anblick einer Stillenden oft immer noch befremdlich. Immerhin war Stillen noch in den 80er Jahren eher verpönt. Die neu emanzipierten Mütter wollten ihre Unabhängigkeit bewahren und bei den weniger emanzipierten scheiterte der Versuch dann oft an falschen Informationen. Noch heute bekommen viele jungen Mütter schnell gesagt, sie hätten zu wenige Milch, wenn das Kind mal ein oder zwei Tage öfter Hunger hat. Tatsächlich hat jedes Kind Wachstumsschübe, in denen es vermehrt trinkt, Tage, an denen es einfach keinen Hunger bekommt, und gerade im Sommer einfach nur viel Durst. Auch Babys sind eben Menschen.

Hunger? Viele Neugeborene versuchen gleich nach der Geburt das erste Mal an der Brust zu trinken (Foto: Obermann)

Hunger? Viele Neugeborene versuchen gleich nach der Geburt das erste Mal an der Brust zu trinken (Foto: Obermann)

Zum Stillen gehört also immer noch viel Selbstsicherheit. Wer sich von dem ganzen Gerede unserer Großmütter, Väter, Bekannten nicht aus der Ruhe bringen lässt, ist schon mal klar im Vorteil. Richtig ist allerdings, dass etwas Unabhängigkeit erst mal flöten geht – Unabhängigkeit dem Neugeborenen gegenüber, denn Stillen kann nur die Mutter. Doch auch hier gibt es Möglichkeiten, wie Abpumpen und Muttermilch einfrieren. Funktioniert bestens und so kann auch mal der Papa „stillen“. Denn die intime Stillbeziehung zwischen Säugling und Mutter wird von manchem Vater auch sehr eifersüchtig beäugt.

Dass Stillen für das Kind gesund ist, wird uns oft gesagt. Tatsächlich erfährt der Säugling durch die Abwehrstoffe in der Muttermilch etwa sechs Monate lang den sogenannten Nestschutz, der vor den meisten Krankheiten schützt. Immer wieder werden statistische Untersuchungen durchgeführt, die dem gestillten Kind ein niedrigeres Potential für Allergien, Übergewicht und sonstige Probleme nachweisen. Selbst die Intelligenz soll angeblich durch das Stillen angeregt werden. Inwieweit aber solche statistischen Erhebungen tatsächlich stimmen, bleibt immer die Frage. Richtig ist aber, dass auch die Mutter vom Stillen profitiert. Das Brustkrebsrisiko sinkt erheblich und auch die angefutterten Schwangerschaftskilos schmelzen geradezu dahin.

Doch nicht alles am Stillen ist eitel Sonnenschein. Die ersten Tage sind die Brustwarzen schmerzlich gereizt, können mitunter sogar leicht reißen und bluten. Umso sorgfältiger müssen sie gepflegt werden, um Brustentzündungen zu vermeiden. Hat die Mutter viel Milch, fängt die zweite Brust oft an zu tropfen, während das Kind noch an der  ersten Brust trinkt. Ich laufe regelmäßig aus. Nebenbei ist es auch gar nicht so leicht, praktikable und hübsche Stillkleidung zu finden. Will ich als Stillende dann auch mal für mehr als zwei Stunden meine Wohnung verlassen, muss ich mir überlegen, ob ich unterwegs auch stillen kann und will.

Einfach natürlich - Gestillt werden kann immer und überall wie hier beim Arbeiten in Asien (©RK by Jerzy Sawluk/ pixelio.de)

Einfach natürlich – Gestillt werden kann immer und überall wie hier beim Arbeiten in Asien (©RK by Jerzy Sawluk/ pixelio.de)

Glücklicherweise gibt es auch viele gute Tipps und Ratschläge, die helfen können. Beispielsweise kann ein Kind im Notfall auch im Tragetuch, einem für mich unerlässlichem Helfer bis zum dritten Lebensjahr, gestillt werden. Und die Stillbibel, das Stillbuch von Hannah Lotrop, ist voller Informationen. Nicht nur der frühere Umgang mit dem Stillen wird beschrieben, auch Anlegetechniken oder homöopathische Mittel werden erklärt.

Wer stillt, muss sich aber gleich die Frage stellen: Wie lange möchte ich stillen? Mein erstes Kind hat sich mit zwei Jahren selbst abgestillt. Bis dahin hat er morgens nach dem Aufwachen immer noch etwas genascht, und irgendwann hat er nicht mehr danach gefragt. So ein sanftes Abstillen ist meiner Meinung nach wichtig. Keinem von beiden  tut es gut, wenn zu einem Zeitpunkt von 100 auf 0 umgestellt wird. Auch meinem zweiten Kind will ich die Gelegenheit bieten, selbst zu entscheiden, wann es genug hat. Schwierig wird das vor allem in der Zeit des Zahnens. Jedes Kind versucht dann, oft auch aus dem Schmerz heraus, in den Nippel zu beißen. Bei meinem Sohn hat ein klares „Nein“ Wunder gewirkt. Die Kinder merken schnell, dass sie damit niemandem einen Gefallen tun, auch sich selbst nicht. Manch einer Mutter wird es dann aber auch zu viel und sie schwenkt auf Flaschennahrung um. Und andere Kinder werden von der ersten richtigen Schimpfe so eingeschüchtert, dass sie plötzlich Angst vor der Brust haben.

Bei allem Hin und Her war für mich auch vor meiner ersten Schwangerschaft klar, dass ich stillen will. Einmal hat mir die Natur (und Gott, wenn man es so betrachten will) die Milchdrüsen nicht einfach so gegeben, sie haben ja einen Nutzen. Zum anderen gibt es kaum etwas Schöneres, als die Freude im Gesicht deines Kindes, wenn es die Brust sieht und schwungvoll anlegen kann. Wirklich.

Vorschau: Nächste Woche schreibt Alexandra hier über die fortschreitende Kategorisierung unsers Lebens.

Babyshower goes Germany – die gelungene Babyparty, Teil 3: Spiele und Geschenke

Die Dekoration steht, das Buffet ist angerichtet – was nun noch zu einer perfekten Babyparty fehlt, ist das passende Mitbringsel. Denn gemäß dem amerikanischen Brauch bekommt die werdende Mama jede Menge nützliche Dinge geschenkt. Der Klassiker unter ihnen ist die Windeltorte.

Babyshower goes Germany – die gelungene Babyparty, Teil 3: Spiele und Geschenke

Ideal zum Verschenken: Eine Windeltorte in Form einer Eisenbahn (Foto: Silke Held)

Diese besteht – wie der Name schon sagt – hauptsächlich aus Windeln in Kombination mit verschiedenen anderen Kleinigkeiten. Zum Ausschmücken eignen sich Stofftiere, kleine Spielsachen, Schnuller oder auch Pflegeprodukte für das Baby. Was letztendlich in die Windeltorte integriert wird, bleibt jedem selbst überlassen. Bei der Gestaltung der Torte können sich begnadete Bastler gründlich austoben. Ob sie nun die klassische Form einer mehrstöckigen Torte hat oder vielleicht eher einer Eisenbahn gleicht, ist ganz egal – es gibt kein Richtig oder Falsch – eine Windeltorte ist immer das ideale Präsent.

Die Geschenke bekommt die zukünftige Mama jedoch nicht einfach überreicht – nein – sie muss sie sich verdienen. Bei verschieden Spielen kann sie ihr Wissen rund ums Kinderkriegen und Muttersein unter Beweis stellen. Dafür eignet sich ein herkömmliches Quiz oder auch das bekannte Stadt-Land-Fluss-Spiel mit Babybegriffen sein. Ein beliebtes Spiel ist das Babybilderzuordnen und das funktioniert so:

Jeder der Gäste bringt eines seiner Kinderbilder mit. Die werdende Mutter muss nun alle Fotos der richtigen Person zuordnen. Ist sie in der Lage dies fehlerlos zu tun, darf sie eines der Geschenke öffnen.

Babyshower goes Germany – die gelungene Babyparty, Teil 3: Spiele und Geschenke

Alles ist gerichtet: Der gelungenen Babyparty steht nichts mehr im Wege (Foto: Silke Held)

Zwischen den Spielen und dem Geschenkeauspacken darf natürlich immer wieder vom Buffet genascht werden. Bei kitschiger Dekoration können die Gäste plauschen und brauchbare Tipps an die zukünftige Mama weitergeben. So entwickelt sich das gemütliche Beisammensein quasi ganz von selbst zu einer gelungenen Babyparty.

Hier findet ihr Teil 1 und Teil 2 der Babyshower-Serie.

Vorschau: Nächste Woche zeigen wir euch in der Tipps&Tricks Rubrik nützliche Tipps um sich Termine zu merken.

Baby shower goes Germany – die gelungene Babyparty, Teil 1: Die Dekoration

Baby shower goes Germany – die gelungene Babyparty, Teil 1: Die Dekoration

Blau und weiß: Die traditionellen Farben für einen Jungen (Foto: Silke Held)

Obwohl die Babyparty ursprünglich aus Amerika kommt und bei uns noch wenig bekannt ist – geschweige denn den Status einer Tradition innehat –, findet sie in Deutschland immer mehr Anklang. Üblicher Weise wird sie von einer engen Verwandten oder Freundin der werdenden Mutter organisiert. Geladen werden in der Regel nur weibliche Gäste – nicht einmal der Vater darf kommen. Hintergrund des Ganzen ist zum einen natürlich der Unterhaltungsfaktor, denn wie auf jedem Fest gibt es auch bei einer Babyparty gutes Essen, Getränke und Unterhaltungsprogramm – vor allem aber sollen der werdenden Mutter gute Ratschläge mit auf den Weg gegeben werden. Die Gäste berichten von ihren Erlebnissen in der Schwangerschaft, geben hilfreiche Tipps und stehen zum Fragenbeantworten zur Verfügung. Damit eine Babyparty ein voller Erfolg wird, muss an jedes Detail gedacht werden. Eines davon: die Dekoration.

Wichtig dabei ist, dass man dem Original aus Amerika treu bleibt und dort lautet die Devise: Je kitschiger desto besser. Am leichtesten fällt es natürlich, wenn das Geschlecht des Babys schon bekannt ist. Wird es ein Junge, wird die Dekoration blau und weiß – wird es ein Mädchen, so wird sie weiß und rosa. Ist das Geschlecht noch unbekannt, oder möchte man bewusst mit der Tradition brechen, kann selbstverständlich jede andere Farbe ausgewählt werden. Die Farben dürfen gerne in jeglichen Dekorationsdetails zu finden sein – von den Girlanden, Luftschlagen und Luftballons bis hin zu der Tischdekoration und den Plakaten.

Baby shower goes Germany – die gelungene Babyparty, Teil 1: Die Dekoration

Ganz leicht selbstgemacht: Dekorative Störche aus Pappe (Foto: Silke Held)

Viele dieser Artikel kann man im Internet finden, aber aufgepasst: Nicht das erstbeste Produkt direkt ein den Warenkorb legen. Da Babypartys bei uns noch nicht weit verbreitet sind, muss man oft auf Ware aus dem Ausland zurückgreifen und das kann teuer werden. Dann doch lieber selbst kreativ werden. Poster mit der Aufschrift „It’s a Boy/Girl“ kann man ganz leicht selbst basteln und auch Störche zum Dekorieren – welches Tier wäre passender für eine Babyparty? – sind einfach selbst anzufertigen. Wer nicht ganz so talentiert beim Zeichnen ist, findet auch tolle Vorlagen dazu im Internet. Für die Tischdekoration ist es schön kleine Hände und Füße aus bunter Pappe auszuschneiden und dekorativ zu verteilen.

Wenn die Dekoration steht, geht es an den nächsten Schritt: das Essen. Was da zu beachten ist, wie man eine tolle Torte ganz einfach selbst machen kann und welche Snacks sich super eigenen erfahrt ihr im zweiten Teil.

Vorschau: Nächste Woche gibt es in der Tipps & Tricks-Rubrik wieder einen Beitrag zur Hausmittelserie. Im fünften Teil erfahrt ihr etwas über Kamille.

Die Freiheit zu wählen – Konfliktberatung für ungewollt Schwangere

Die Freiheit zu wählen - Konfliktberatung für ungewollt Schwangere

Nicht immer eine gute Nachricht: schwanger (© TiM Caspary/pixelio.de)

Schwanger – und dann? Wenn der Gedanke an ein Baby einem den Angstschweiß ins Gesicht treten lässt. Weil die Berufsausbildung noch lange nicht fertig ist. Weil das Geld nicht reicht um die Kinder, die schon da sind, zu versorgen. Weil mit der Geburt und der Schwangerschaft Beruf oder Beziehung elementar gefährdet werden. Viele Gründe gibt es, die ungewollt Schwangere verfolgen, wenn diese über eine entscheidende Sache nachdenken. Leben oder nicht. Kind oder Abtreibung.

Manchen Frauen ist der Gedanke an eine ungewollte Schwangerschaft so furchtbar und , oft mit ihrer momentanen Situation verbunden, sodass sie nicht wissen wohin. Die familiäre und berufliche Situation ist hier oft entscheidend. Immer wieder kommen sie zu dem Schluss, dass sie – jetzt – kein Kind wollen. Das statistische Bundesamt spricht für 2011 von 108.867 Schwangerschaftsabbrüchen. Mehr als die Hälfte der abtreibenden Frauen hatte bereits ein Kind. Die große Mehrheit der Abbrüche geschah, ohne dass es einen medizinischen oder kriminologischen Grund dafür gab. Die Gründe lagen in anderen Bereichen.

Jede Frau, die ihr Kind nicht bekommen will, denkt gut darüber nach. Ausschlaggebend ist oft, wie viel Unterstützung sie aus ihrem Umfeld bekommt. Die Entscheidung wird nicht nur im Stillen gefällt, denn vor einer Abtreibung muss jede Schwangere mehrere Beratungsgespräche führen mit amtlichen Stellen, die auf die Konfliktberatung während der Schwangerschaft eingestellt sind. Zu den Beratungsstellen in Deutschland gehört auch beispielsweise der „Pro Femina e. V.“ Auch online kann die Schwangere dort erste Informationen erfragen und Termine ausmachen. Mit dem „Projekt 1000plus“ hat „Pro Femina e.V.“ ein Netzwerk geschaffen, in dem mehrere Beratungsstellen zusammenarbeiten, um mehr Frauen in Konfliktsituationen beistehen zu können.

Die Freiheit zu wählen - Konfliktberatung für ungewollt Schwangere

Freie Wahl? Sich für das Kind zu entscheiden ist nicht immer leicht (© Bettina-Stolze/poxelio.de)

Ziel der Beratung ist es natürlich nicht, die Schwangere zum Abbruch zu bewegen. Wer aber meint, dort würden Frauen zur Schwangerschaft und Geburt regelrecht überredet und gezwungen, ist genauso auf dem Holzweg. Zwar verbuchen diese Beratungsstellen es als Erfolg, wenn eine Schwangere ihr Kind nicht abtreiben lässt, sie drängen es ihr aber nicht auf. „1000plus heißt 1000 und mehr Schwangeren helfen, um ihnen in ihrer Not eine Perspektive für ein Leben mit ihrem Kind zu bieten“, schreibt die Organisation auf ihrer Internetseite. Perspektive heißt in diesem Moment, Möglichkeiten aufzeigen. Wo können Schwangere, Mütter und Familien Geld beantragen, wie können sie ihren neuen Alltag regeln. „In einem Schwangerschaftskonflikt, bei dem die Frau nur die eine „Lösung“ Abtreibung sieht, hat sie keine Freiheit. Ohne Wahl gibt es keine Freiheit. Gemeinsam an einer echten, alternativen Lösung arbeiten, schafft andere, neue Perspektiven und stellt Wahlfreiheit her“, heißt es weiter.

Ein weiterer Vorteil der Vernetzung ist der, dass die Schwangeren sich „online“ austauschen können. In verschiedenen Foren können sie sich ihre Sorgen von der Seele schreiben und bekommen Antwort von Frauen, denen es genauso geht, und von Betreuerinnen, die Lösungswege aufzeigen können. Wer sich dann dank der neuen Perspektiven für sein Kind entscheidet, wird nicht plötzlich allein gelassen. Die Beratungsstellen versuchen, die gesamte Schwangerschaft hindurch und darüber hinaus mit den Müttern Kontakt zu halten. Sie helfen bei der Wohnungssuche, organisieren größere Autos, geben Vorschüsse, wenn der Job erst mal wegfällt. Natürlich können auch diese Stellen keine Wunder vollbringen, doch sie können den Müttern helfen, die nicht prinzipiell kein Kind wollen, sondern Gründe sehen, keines bekommen zu können. Auf der Seite von „1000plus“ werden regelmäßig anonymisierte Schreiben von Frauen veröffentlicht, denen die Beratungsstelle helfen konnte und die nun glücklich mit ihrem Kind sind.

Das Thema Abtreibung ist nach wie vor ein sehr prekäres. Es wird nicht viel darüber gesprochen, kaum eine Frau erzählt, dass sie abgetrieben hat. Oft wird ein Schwangerschaftsabbruch jungen Mädchen nachgesagt, die „nicht aufgepasst haben“ oder Frauen, die „in jedes Bett hüpfen“. Die Ignoranz, dass Gründe weit über Alter und Anzahl der Sexualpartner hinaus eine Schwangere zur Verzweiflung bringen können und sie keinen anderen Ausweg sieht, ist meiner Meinung nach erschreckend. Jede Frau sollte die freie Wahl haben, darüber zu entscheiden, ob sie ihr Kind bekommt oder nicht. Das gilt für alle, die sich dagegen entscheiden und deswegen mit schiefen Blicken angesehen werden. Und es gilt für die, die äußeren Umständen trotzen müssen, um sich dafür zu entscheiden. Beratungsstellen wie „Pro Femina e.V.“ und Netzwerke wie „1000plus“ leisten für alle diese Frauen eine wichtige Arbeit. Darum ist es nur gerecht, wenn sie ab und an dafür gewürdigt werden, wie „Pro Femina e. V.“ Der Verein erhielt vor einem Jahr den Stiftungspreis der STIFTUNG „JA ZUM LEBEN“.

 Vorschau: Nächste Woche geht es hier um „Müllkultur“ und wie wir damit leben.

 

Da zwitschert was

Es wurde getwittert am Wochenende. Nicht die Spatzen pfiffen von den Dächern, sondern die alten Klatschweiber der neusten Generation verbreiteten in Windeseile die neueste Neuigkeit. Nichts Neues. Seit nun mehr fünf Jahren zwitschert es im Internet. Erstaunlich dagegen, welche Meldung am Wochenende alle Twitter-Rekorde schlug.
8868 Meldungen pro Sekunde wurden getippt – am Sonntagabend um genau zu sein. Etwas genauer: Nachdem die MTV-Music-Video-Awards verliehen wurde. Verblüffend: kein Kuss war zu sehen, keine Nippel, kein Gegrapsche, keine Naktszenen, kein Mordanschlag.

Es war eine augenzwinkernde Bemerkung, eine Andeutung, die weltweit via Internet geteilt wurde: Beyonce ist schwanger. Das Ex-„Destinys-Child“-Mitglied, die Frau von Jay-Z, die, die sich immer so sexy in ihren Musikvideos räkelt und mit ihrer Stimme so manchem unter die Haut geht. Eben die. Diese Meldung – nein, eigentlich nur ihre Aussagen, sie habe eine Überraschung, der verräterische Blick und ihre Hand, die sanft die kleine Wölbung ihres Bauches streichelte. Das war es.

Da zwitschert was

Piep, piep: Neuigkeiten zwitschern über Mobiltelefone und Internet (© erysipel/pixelio)

Nach Britney küsst Madonna küsst Christina also ein Baby. Selbst Lady Gaga als Mann hatten alle schon gesehen. Eigentlich nett oder? Die Ankündigung von neuem Leben und 8868 Menschen weltweit tippen in ihre Twitter-Acounts. Eine gute Nachricht nach Irene, Libyen, Anschlägen und dem restlichen Käse. Freu dich, o Welt, ein Kind wird geboren! Gut, ich konnte den Hype um Promis, ihre Wehwechen, Rosenkriege, Kleidungsstile nie so ganz verstehen. Was interessiert mich, ob es ein reiches, sehr wahrscheinlich verzogenes Gör mehr oder weniger auf der Welt gibt? Wenn Madonnas Tochter die erste Liebe erlebt, will ich echt nicht zusehen. Wer auf der Alm oder im Dschungelversauert, weil der Buchstabe vor dem „Promi“ immer näher am Z liegt, kann dort Wurzeln schlagen. Beyonce ist schwanger – herzlichen Glückwunsch – aber 8868 Twitter-Meldungen in der Sekunde?

Was mich so leicht schockiert, ist, dass die Mensche bei anderen Themen nicht so zwitscherfreudig sind. Mit Abstand steht das ungeborene Knowles-Baby an der Spitze. Mit 7196 Nachrichten in der Sekunde schaffte es der Abpfiff des Frauenfußballweltmeisterschaftsspiels Japan gegen USA, der Sieg der flinken, kleinen Japanerinnen, die Niederlage der chancenreichen Damen aus Amerika, auf Platz zwei. Fußball also. Frauenfußball sogar. Die Herren haben das noch nicht geschafft. Andere Sportarten auch nicht. Selbst der Superbowl, das amerikanische Sportereignis überhaupt nicht. Keine Olympiade, kein unerwarteter Sieg, keine Niederlage. Frauenfußball. Doch gegen eine Überraschung von Beyonce kommen auch Japanerinnen und Amerikanerinnen gemeinsam nicht an.

Da zwitschert was

Darüber spricht die Welt: Babybauch ist wichtiger, als Weltgeschehen (© Thorben Wengert/ pixelio)

Osama Bin Laden übrigens hat den dritten Platz inne. Besser gesagt: Sein Tod. Makaber, vielleicht, aber wahr. Im Mai schaffte es das getötete Taliban-Oberhaupt auf schlappe 5000 Meldungen pro Sekunde. Das gibt zu denken. Dass die Twitter-Generation mehr Wert auf Fußball und Ungeborene legt, als auf Terroristen. Dass sie Promi- und Livestyle-Nachrichten über Weltgeschehen stellen. Verdrängung? Ich habe Twitter noch in Erinnerung als das Mittel, das die grüne Revolution unterstützte, als Symbol der Befreiung, der Durchbrechung von Zensur und Unterdrückung. War das nicht mal so? Ist das vorbei? Finden wir jetzt nur noch die gleichen lahmen Meldungen wie bei „Bravo“, „Bunte“, „Bild“? Klatsch und Tratsch, Babybäuche statt Informationen. Irgendwie traurig. Als letzte Woche einer der größten deutschen Komiker aller Zeiten gestorben ist, habe ich vereinzelte Meldungen gefunden. Manch Mitarbeiter des Radiosenders, bei dem sich mein Praktikum dem Ende zuneigt, musste gar überredet werden, dass Vicco von Bülow einen On-Air-Nachruf mehr als verdient hatte. Ich weiß nicht, wie über diese Nachricht getwittert wurde, ich zwitschere nicht. Bei „Facebook“ und „google+“ fand ich zwar ein paar, aber immer noch wenige Posts. Vielleicht ist Loriot einfach zu weit in Vergessenheit geraten. Vielleicht müssen wir aber auch zugeben, dass viele von uns über Nachrichten wie Beyonces Babybauch tuscheln und zwitschern, Meldungen wie Loriots Tod einfach nur lesen und das war es. Über was postet ihr?

Vorschau: Nächste Woche schreibe ich über das eindeutigste Zeichen, dass wir langsam älter werden.