Gut vorbereitet ins Auslandsssemester – eine Checkliste

Mittlerweile gehört es fast schon bei jedem Studenten zum Studiumsverlauf dazu: Das Auslandssemester. Ein halbes Jahr an einer Universität im Ausland studieren, neue Leute, Länder und Kulturen kennen lernen. Das klingt nach einem großen Abenteuer, das viel Spaß machen kann. Eine gute Vorbereitung sollte dabei aber nicht unterschätzt werden. Face2Face hat euch daher eine Checkliste mit den Dingen zusammengestellt, die man vor seinem Start in das Auslandssemester unbedingt noch erledigt haben sollte, damit man seine Zeit vor Ort anschließend unbekümmert genießen kann.

1. Dokumente beantragen: Wenn ihr in ein außereuropäisches Land reist, braucht ihr einen Reisepass. Dieser hat eine Bearbeitungszeit von mindestens 6 Wochen, also rechtzeitig beantragen! Gleiches gilt für ein Visum und den Antrag für ein mögliches Auslandsbafög. Einen internationalen Führerschein bekommt ihr direkt ausgestellt, wenn ihr bereits einen EU-Scheckkarten-Führerschein und ein biometrisches Passbild besitzt.

2. Impfen lassen: Ein wenig Vorlaufzeit (8-6 Wochen) solltet ihr auch bei notwendigen Impfungen einplanen. Es gibt Ärzte, die sich auf Reisemedizin spezialisiert haben. Dort gibt man in der Regel seinen Impfass ohne Termin ab, füllt einen Fragebogen aus und bekommt dann seinen Termin bzw. seine Termine für die notwendigen Impfungen. Hinweise, welche Impfungen benötigt werden, erhaltet ihr auch auf der Internetseite des auswärtigen Amtes.

3. Kreditkarten beantragen: In fremden Ländern herrscht auch ein anderes Zahlungsmittel (Ausnahme in der EU), demnach müsst ihr euch auch darüber informieren, wie ihr am besten kostenlos Geld abheben und mit einer Karte bezahlen könnt. Beides liefert euch die Kreditkarte von Number26, die auch eine sehr gute App bereitstellt, mit der ihr eure Ausgaben im Ausland immer völlig unter Kontrolle und auf einem Blick habt. Eine sehr gute Ergänzung zur Number26 ist die Kreditkarte der DKB. Mit diesem Paket habt ihr sowohl eine Visa- (DKB), als auch eine MasterCard (Number26) und seid damit gegen eventuelle Ausfälle einer der beiden Karten abgesichert. Beide Karten kosten kein Geld und sind leicht online per Web-ID zu beantragen.

4. Auslandskrankenversicherung abschließen: Bei einem Auslandssemester befindet ihr euch länger im Ausland, als es durch eure Reise-Krankenversicherung abgesichert wäre. Ihr braucht demnach eine spezielle Auslandskrankenversicherung für diese Zeit. Informiert euch im Voraus gut über die einzelnen Konditionen der verschiedenen Versicherungen. Besonderen Wert solltet ihr auf einen 24-Stunden-Notruf-Service legen. Außerdem unterscheiden sich viele Krankenversicherungen im Falle eines Rücktransportes. Achtet darauf, dass eure Versicherung einen „medizinisch sinnvollen“ Rücktransport mit einschließt, und nicht nur einen „medizinisch notwendigen“. Alle weiteren Unterschiede solltet ihr direkt vergleichen. Die Young Travel Versicherung der „Hanse Merkur“ wurde an vielen Stellen empfohlen.

5. Handyvertrag stilllegen lassen: Woran viele im ersten Moment nicht denken, ist es, den Handyvertrag (falls vorhanden) für die Zeit im Ausland pausieren zu lassen oder zu kündigen, da man in dieser Zeit eine Prepaid-Karte des jeweiligen Landes verwenden wird. Hier räumt o2 beispielsweise eine Vorlaufzeit von zwei Wochen ein.

6. Informationen sammeln: Wenn man in ein fremdes Land reist, sollte man sich vorher auch unbedingt über dessen Kultur, Religion und Gepflogenheiten informieren. Wie sieht es beispielsweise mit der Kleiderordnung in der Universität aus? Welche Verhaltensweisen aus Deutschland sind dort eventuell verpönt? Informiert euch vorher über solche Dinge, damit ihr euer Auslandsssemester nicht direkt mit einem Sprung ins Fettnäpfchen beginnt. Außerdem kann ein Reiseführer nicht schaden, der euch schon einmal einen Überblick darüber gibt, was ihr gerne in eurem Zielland sehen würdet.

7. Unterkunft buchen: Ob ihr lieber vor Ort nach einer dauerhaften Unterkunft suchen wollt oder schon vorab in Deutschland etwas fest gemietet habt: Kümmert euch auf jeden Fall darum, dass ihr die erste Nacht irgendwo untergebracht seid. Wenn ihr beispielsweise nachts erst am Flughafen ankommt, ist es gold wert, wenn man bereits eine Unterkunft gemietet hat. Klärt auch ab, ob euer Hotel eventuell einen Flughafentransfer anbietet.

Abenteuer Erasmus: Mein Leben in Paris

Mein neues Zuhause: Paris (Foto: Hohmann)

Mein neues Zuhause: Paris (Foto: Hohmann)

Es ist soweit! Ab dem 1. September werde ich ein Jahr lang in Paris leben und studieren. Neue Sprache, neue Leute, neue Kultur, neues Leben: Auf Face2Face werde ich alle vier Wochen von meinen Erlebnissen und Erfahrungen berichten und euch auf dem Laufenden halten.

Heute: Erasmus-Bewerbung und Wohnungssuche

Vor knapp vier Wochen, am 19. Juli, habe ich mein Studenten-Leben in Frankfurt hinter mir gelassen und ein neues Abenteuer gewagt: Ein Jahr in der Stadt der Liebe, ein Jahr in Paris!
Im Rahmen meines Studiums verbringe ich zwei Semester an einer der zwölf Universitäten in Paris, möglich macht`s Erasmus. Nach langwierigem Bewerbungsverfahren hielt ich endlich die Bestätigung in meinen Händen: Vom 1. September 2015 bis zum 31. Mai 2016 bin ich Studentin in der Metropole Paris. Im Nachhinein habe ich erfahren, dass es in meinem Studienfach nur zwei Bewerber gab, sodass meine Chancen von Anfang an sehr gut standen. Ihr solltet euch also generell nicht davor scheuen, euch zu bewerben, auch wenn der Bewerbungsprozess seine Zeit dauert – am Ende lohnt sich der Aufwand!

Im Zug: Auf dem Weg von Frankfurt nach Paris (Foto: Hohmann)

Im Zug: Auf dem Weg von Frankfurt nach Paris (Foto: Hohmann)

Finanziell unterstützt werde ich durch mein Erasmus-Stipendium. Wie viel man monatlich erhält, hängt von dem jeweiligen Land ab. Die Zielländer sind in drei Kategorien unterteilt, wobei Gruppe 1 (z.B. Dänemark, Italien, Irland, Frankreich) den Höchstsatz von 330 Euro erhält, Gruppe 2 (z.B. Belgien, Griechenland, Niederlande, Spanien, Türkei etc.) 270 Euro und  Gruppe 3 (Bulgarien, Litauen, Polen, Ungarn etc.) 210 Euro.

Geschafft: Koffer Nummer eins (Foto: Hohmann)

Geschafft: Koffer Nummer eins (Foto: Hohmann)

Mir wird schnell klar, warum Frankreich zu den teuersten Ländern gehört: Die Mieten in Paris sind immens hoch. Nach einigen Wohnungsbesichtigungen habe ich mich für ein kleines Studio im 16. Arrondissement in Paris entschieden, welches im Westen liegt. 510 Euro für elf Quadratmeter – aber wenigsten mit eigenem Bad.
Ein eigenes Bad ist bei den kleinen Apartments keine Selbstverständlichkeit. Oft befinden sich Duschen und Toiletten auf dem Gang und man muss sich diese mit ein paar anderen teilen. Für mich war relativ schnell klar, dass ich mein eigenes Bad haben möchte – so viel Komfort muss sein.
In Frankfurt wohnte ich bei meiner Mutter im Herzen der Stadt – 22 Quadratmeter durfte ich mein eigen nennen. Nun hieß es also, mein Hab und Gut in elf Quadratmeter unterzubringen – da muss man natürlich Abstriche machen. Welche Klamotten brauche ich wirklich (zuhause hatte ich zwei Kleiderschränke – einen für den Sommer, einen für den Winter!)? Welche Schuhe trage ich am meisten (bei knapp 30 Paar Schuhen keine leichte Wahl)? Ich weiß nicht genau wie, aber ich habe es nach qualvollen Stunden geschafft, mich für die wichtigsten Dinge zu entscheiden. Und habe tatsächlich alles in meinem neuen kleinen Heim untergebracht!

Am 22. September berichte ich von meinen ersten Schritten in Paris und meinen ersten drei Wochen an der Uni!

Vorschau: Nächste Woche entführen wir euch in die Party-Hochburg Rimini!

Mit VoluNation nach Südafrika

Die Abenteuerin: Nevina von Deplano (Foto:Nevina von Deplano/VoluNation)

Die Abenteuerin: Nevina von Deplano (Foto:Nevina von Deplano/VoluNation)

Schon Anfang des Jahres haben wir von der Freiwilligenorganisation „VoluNation“ berichtet: Eine Organisation, die jungen Menschen die Möglichkeit gibt, im Ausland an diversen sozialen Projekten teilzunehmen und somit wertvolle Erfahrungen außerhalb von Deutschland sammeln zu können.
Heute berichten wir von der 23-jährigen Nevina aus Heidelberg und ihrem unvergesslichen Erlebnis in Südafrika. Die Heidelbergerin wollte raus in die Welt, weg von der Uni und so landete sie kurze Zeit nach ihrer Bewerbung für ein Surfprojekt in Kapstadt.
Nevina gab nachmittags Kindern Surfunterricht, am Morgen unterrichtete sie zudem Mathematik an Lerncomputern in einem Township in Kapstadt. Doch schon am frühen Morgen hieß es: Ab in die Fluten! Noch im Morgengrauen fand sich Nevina mit anderen Freiwilligen in den Meeresfluten des Atlantiks wieder, bei unglaublichen 12 Grad Wassertemperatur!
Nach einer jede Menge Spaß und Action ging es vom Strand direkt weiter zur

Ein Herz und eine Seele: Nevina und ein einheimisches Baby (Foto: Nevina von Deplano/VoluNation)

Ein Herz und eine Seele: Nevina und ein einheimisches Baby (Foto: Nevina von Deplano/VoluNation)

Grundschule, wo schon die lernbegierigen ungeduldigen Schüler warteten. „Wenn ich an die Lebensfreude der Kids denke, schießen mir noch Tränen der Rührung ins Auge“, berichtet Nevina.
Der Unterricht und die gesamte Kommunikation fanden in der Weltsprache Englisch statt. Keiner durfte sich in seiner Sprache mit anderen Landsleuten unterhalten, ansonsten musste man 50 Cent zahlen.
Nevina erklärt: „Es wird von den Schülern alles aufgesaugt, was sich an Wissen nur so bekommen lässt. Wir wurden von allen hier sehr wertgeschätzt, sogar von den Eltern und den einheimischen Lehrern.“
Doch nicht nur die Arbeit mit den Kindern brachten Nevina unglaublich viel Erfahrung. Auch und vor allem das Leben in Südafrika zeigten nicht nur die schönen Seiten des Landes. „In meiner Arbeit als Freiwillige habe ich viele Missstände gesehen. Mädchen, die noch nicht mal die Volljährigkeit erreicht haben, werden von Männern in schicken Autos zur Schule gefahren. In keinem anderen Land ist die Kluft zwischen Arm und Reich so deutlich sichtbar wie hier. Kinder verdienen sich mit Prostitution und Drogen einen Teil von dem Luxus, der ihnen täglich vor Augen geführt wird.“ Sie ergänzt: „Als Freiwillige bist du nicht nur ganz nah, sondern mittendrin in dieser schrecklich schönen Welt.“
Nevina selbst sagt, dass sie während ihres Auslandsaufenthalts über sich selbst hinausgewachsen ist. Das Freiwilligenprojekt habe ihr eine neue Welt eröffnet.
Diese Faszination für das Land hat sie dazu gebracht schon kurze Zeit später noch einmal den Boden Südafrikas zu betreten: „Diesmal für acht Monate und das nächste Mal vielleicht für immer.“

Vorschau: Beim nächsten Mal entführen wir euch nochmals nach Island, denn da heißt es: Island Teil 2!

Sneakermall – Willkommen im Turnschuh-Himmel

„Es war einmal ein weiser Mann, der hatte schöne Schuhe an …“ – So oder ähnlich könnte das Märchen von dieser Facebook-Gruppe beginnen, die zweifelsohne zu den nützlicheren Erfindungen zwischen all den Zeitvertreiben im sozialen Netzwerksog gehört. Protagonist in dieser Erfolgsgeschichte: Facebook-Nutzer Sascha SaXer, der es definitiv nicht bloß „for the fame“ getan hat. Seine Person im Hintergrund haltend, lenkt er den Fokus auf das Wesentliche: Den An-und Verkauf von Sneakers. Ein Angebot, das die schuhbesessene Community dankend anzunehmen scheint, betrachtet man einmal den rasanten Zuwachs von Gruppenmitgliedern seit der Gründung in 2009.

 Sneakermall – Willkommen im Turnschuh-Himmel

In ist, was drin ist: Bereits das Titelbanner, erstellt von einem User, lädt zum Schuh-Shopping ein. (Foto: Sneakermall)

Ich selbst erfuhr eher zufällig von der selbsternannten „buy/sell/ trade“-Plattform. Ein alter Schulkamerad und bekennender Verehrer sportlicher Fußbekleidung hat mich darauf gestoßen, als er erfuhr, dass ich mich seit geraumer Zeit vergebens darum bemühe, meine Nike Air Max endlich via Internet an den Mann beziehungsweise die Frau zu bringen. Dass sie nicht mehr als brandneues, sondern als getragenes, aber dafür dennoch gut in Schach gehaltenes Paar online gestellt werden sollen, schränkt die Verkaufsmöglichkeiten selbstverständlich ein. Nur gut, dass besagter Kenner mich an die SneakerMall verwies und mir eine kinderleichte Anleitung zum Posten meiner Schmuckstücke direkt mit an die Hand gab.

In der Tat erwies sich das Anbieten meines Artikels vorerst als problemlos: Foto hochladen, Marke, Modell und Preis angeben – und das war’s auch schon fast. Gestutzt habe ich kurz, als es daran ging, den Zustand meines Paares zu definieren. Offenbar vertraut das Konzept hier auf die die ehrliche Einschätzung des Verkäufers, denn es obliegt eben diesem, auf einer Skala von 1 bis 10 seine Schuhe zu bewerten, wobei 10 die Neuwertigkeit der Sneakers markiert und es bereits nach einmaligem Tragen nur noch zu einer 9 reicht. Ich habe meine Air Max im Übrigen mit einer 7 bezeichnet und mich dabei für ungeheuer fair gehalten. Einen Abnehmer habe ich dafür bislang trotzdem nicht gefunden.
Die Schuld dafür gebe ich zum einen dem erschreckend hohen Männeranteil auf der Seite – also bitte! Typen und Turnschuhe, das mag zwar gut zusammenpassen, ist aber heutzutage für die Damen der Schöpfung ebenfalls schwer angesagt – und zum anderen dem Aufbau der Gruppe selbst. Diese nämlich wird, ihrer besagten steigenden Beliebtheit sei Dank, schneller aktualisiert, als man „Nike“ sagen kann. Minutiös werden Bilder von den unterschiedlichen Modellen gepostet, wobei bei aufmerksamen Scrollen auffällig oft der bekannte Nike-Haken auf dem Schuh auftaucht. Die reale Wahrscheinlichkeit, dass ausgerechnet mein Paar von einem der 14 580 Mitglieder (Stand: 22.Mai) entdeckt und gewollt wird, rechne ich mir daher als ziemlich gering aus. Einen Hoffnungsschimmer bieten mir dennoch die akurat angelegten Size-Ordner. Hier finden sich sämtliche Angebote der Größe nach sortiert.

Nichtsdestotrotz finde ich Gefallen am bloßen Durchstöbern der Gruppe und bin fasziniert an der ungeheuren Vielfalt an limitierten Modellen, die heutzutage den Markt kräftig aufzumischen scheinen. Andererseits ist es eigentlich kein Wunder, dass die Auswahl so gigantisch ist. Schließlich nutzen Facebook-User auf der ganzen Welt die Sneakermall zum Handel mit ihren Tretern. Dies dürfte auch erklären, wieso sämtliche Texte wie Anleitung oder FAQ ursprünglich auf Englisch verfasst und nur teilweise – und selbst dann noch mit diversen Rechtschreibfehlern gespickt – auf Deutsch hinzugefügt worden sind. Bei der Suche nach weiteren Informationen zur Gruppe sticht allerdings noch eine weitere Auffälligkeit ins Auge: Ein gewisser Marko Snkrzwrg scheint keine Mühen dabei zu scheuen, sich beinahe täglich um die Aktualisierung einer Art Danksagungsliste mit sämtlichen Nutzern, die sich im Zuge der Kaufabwicklung offenbar positiv bewährt haben, zu kümmern. Das Pendant dazu stellt ein Dokument mit dem trefflichen Namen “Wall of Shame“ dar – hier werden die Namen der schwarzen Schafe gelistet, mit denen man besser nicht ins Geschäft kommen sollte.

Ich werde wahrscheinlich meine Nikes noch einige Male posten müssen, ehe sie auch nur die Aufmerksamkeit irgendeines Nutzers erwecken. Doch da ich als Gruppenmitglied das Recht habe, pro Woche immerhin ein Mal durch das Verfassen eines Kommentars auf meinen Post hinzuweisen, möchte ich weiterhin fest daran glauben, dass auch meine Schuhe eines schönen Tages endlich den Besitzer wechseln. Wer weiß, vielleicht lasse ich mich früher oder später auch einmal selbst zum Kauf eines neuen Paars auf Sneakermall hinreißen. Wenn ich einmal die Zeit dafür aufbringen kann, gezielt nach Sneakers zu suchen, die weder mit horrenden Preisen – Shipping macht dabei einiges aus – ausgeschildert noch überhaupt verfügbar sind. Denn im Gegensatz zu einer echten „Mall“ hat die Sneakermall noch mit einem gravierenden Problem zu kämpfen, das der Adminstrator in seiner Drohung treffend auf den Punkt bringt: PLEASE DELETE YOUR SOLD SHOES! YOU MAY BE KICKED BY AN ADMIN IF NOT! (Bitte löscht eure verkauften Schuhe! Falls nicht, werdet ihr von einem Admin aus der Gruppe gekickt!)

Vorschau:  In der nächsten Woche lernen modische Männer die neuesten Sommertrends für 2013 kennen.

Do it yourself! – Einkaufen und kochen im Ausland

Ihr seid längere Zeit im Ausland und habt keine Lust oder kein Geld immer im Hotel oder in Restaurants zu essen? Wie wäre es dann mit selber kochen, falls ihr bei Freunden, in der Ferienwohnung oder auf dem Campinggaskocher die Möglichkeit dazu habt? Doch aufgepasst: Machen Dinge sind im Ausland beim Lebensmittel Einkaufen und Kochen anders, als in Deutschland. Face2Face gibt euch ein paar allgemeine Tipps in Sachen Preise, Gewürze, übliche Einkaufsmenge und Hygiene, auf die man in manchen Ländern achten sollte.

Do it yourself! – Einkaufen und kochen im Ausland

Schon in Deutschland oft unübersichtlich: Ein Supermarkt (Foto: T. Gartner)

Preise für Lebensmittel sind nicht in allen Ländern gleich oder nicht-verhandelbar wie in Deutschland.
Obwohl wir Deutschen gerne essen, geben wir im internationalen Vergleich relativ wenig Geld für den Einkauf von Lebensmittel aus: Sind es in Deutschland acht Prozent des Bruttoeinkommens, das im Durchschnitt für Essen eingeplant werden muss, so gibt die japanische Bevölkerung ungefähr zwanzig Prozent ihres Einkommens für Lebensmittel aus, so berichtet eine Dokumentation „Versessen auf Essen“ auf Zdf_neo. Auch unsere Nachbarn die Franzosen geben mit zwölf Prozent deutlich mehr für Nahrungsmittel aus als wir. Selbstverständlich gehen hohe Preise für Lebensmittel – wenn man denn geneigt ist, sie zu bezahlen nicht nur mit einem tieferen Griff ins Portemonnaie einher; meist garantieren sie auch eine höhere Qualität. Ein Pferdefleisch-Skandal, wie in Europa, wäre beispielsweise in Japan praktisch undenkbar.
Auch ist das System von festgeschrieben Lebensmittelpreisen nur in einem kleinen Teil der Welt verbreitet: Im mittleren Osten, vielen Staaten Afrikas und auch mancherorts in China muss man um den zu zahlenden Preis feilschen. Als westlich aussehender Tourist sollte man daher ein gutes Gefühl besitzen, was die dargebotene Ware wirklich wert ist.
Es empfiehlt sich also ein kurzer Blick in den Reiseführer oder eine Recherche im Internet bevor man sich auf den Weg zum Markt macht, um beim Thema Preis keine böse Überraschung zu erleben.

Do it yourself! – Einkaufen und kochen im Ausland

Scharf oder mild? Pepperonis haben’s in sich (Foto: T. Gartner)

Gewürze sind schon seit Jahrtausenden ein Grund, um zu reisen. Columbus entdeckte auf der Suche nach einem schnellen Weg in das Gewürzland Indien Amerika, was wenig später Vasco da Gamas auf seiner ebenso abenteuerlichen, wie erfolgreichen Reise gelang. Was Gewürze anbelangt, ist vieles Geschmackssache, wie auch bei Lebensmitteln selbst. So verziehen Europäer in China öfters das Gesicht, wenn sie den stark würzigen Tofu (der sich vom Geschmack sehr vom europäisierten, abgemilderten Tofu unterscheidet) probieren, wohingegen Chinesen darüber rätseln, wie man etwas wie Käse in Europa als leckeres Nahrungsmittel bezeichnen kann.
Auf eine Sache ist jedoch besonders zu achten: der Schärfegrad. In vielen Ländern wird Schärfe dazu benutzt Keime im Essen abzutöten, um das Essen länger haltbar zu machen. Es empfiehlt sich daher neue Gewürze erst in möglichst kleinen Dosen zu probieren, bevor man damit ein ganzes Essen würzt. Auch bei Produkten, die man eigentlich meint zu kennen und zu lieben, wie zum Beispiel Peperoni, existieren unterschiedliche Schärfegrade, auf die man vor allem in den Herkunftsländern der Peperoni in Mittelamerika trifft.

Auch bei der Einkaufsmenge von Nahrungsmittel unterscheiden sich manche Länder sehr von Europa. Hier sei besonders auf die USA und Kanada verwiesen, wo in den meisten Lebensmittelgeschäften keine kleinen Mengen eingekauft werden können. Milch gibt es dort ab einer Größenordnung von umgerechnet mehreren Litern pro Flasche und Butter ab mehr als einem Pfund. Wer plant etwas kleiner zu kochen, sollte sich deshalb vorher nach einem Supermarkt erkundigen, der auch kleinere Portionen verkauft.

Fast der wichtigste Punkt beim Einkaufen und Kochen ist die Hygiene. Besonders bei leicht verderblichen Lebensmitteln wie Fleisch und Fisch ist Vorsicht geboten. Zu achten ist hierbei auf die Umgebung der Ware, ob sie gekühlt oder in Salz eingelagert ist, wie frisch sie einem erscheint und ob Fliegen in der Nähe sind. In vielerlei Hinsicht bleibt aber die Kaufentscheidung selbst eine Vertrauensentscheidung, die man letztendlich selbst fällen muss. Auf jeden Fall zu empfehlen ist eine Reiseapotheke und Auffrisch-Impfungen gegen Hepatitis A und B für den schlimmstmöglichen Fall einer Lebensmittelvergiftung durch unhygienisches Essen.

Generell gilt es abzuwägen wie neugierig man auf Neues und Unbekanntes ist und welches Risiko man eingehen möchte. Face2Face wünscht euch viele interessante Erfahrungen und auch bereichernde Ideen für das Kochen außerhalb Deutschlands.

Vorschau: Am Dienstag, 4. Juni geht es in das salzigste Gewässer unserer Erde: Das Tote Meer.

Bin ich langweilig? Oder: Als plötzlich alle anfingen, ihr Leben zu feiern

Neulich telefonierte ich mit einer alten Freundin. Wie aus dem Nichts eröffnete sie mir, sie plane eine Auslandsreise – mal eben nach Australien. Drei Monate work and travel, ganz allein auf große Rundreise. Schön, schön, dachte ich mir. Noch so eine.

Mir begegnet das „Phänomen Ausland“, wie ich es nennen möchte, in letzter Zeit auffallend oft. Seien es nun die frischgebackenen Abiturienten, die beschließen, das mütterliche Nest zu verlassen, um in möglichst kurzer Zeit möglichst viel von der Welt zu sehen oder die Studenten, welche es ebenfalls nur allzu oft in die Ferne zieht. Es wundert mich einerseits kaum, dass mancherlei Jungspund die Gunst der Stunde nutzt, da sich, wie viele sagen, im Leben keine bessere Gelegenheit mehr dazu auftun würde. Nie werden wir freier, unabhängiger und risikofreudiger sein. Zumindest gilt das für die anderen. Meine Risikobereitschaft ist seit dem letzten Fahrradunfall, von dem sich meine optisch mächtig ramponierten Knie bis heute nicht erholen wollen, bereits ausgereizt. Ich wähne mich schon in völliger Freiheit, wenn ich mir abends vor dem Schlafengehen ein belegtes Brot gönne, obwohl ich doch eigentlich auf Kohlenhydrat-Diät bin. Da ich offensichtlich die einzige zu sein scheine, die es nicht beim nächstbesten Erasmus-Aushang neben der Bibliothek nach Südspanien zieht, sollte ich mir wohl unweigerlich die Frage stellen: Bin ich langweilig?

Bin ich langweilig? Oder: Als plötzlich alle anfingen, ihr Leben zu feiern

Über alle Berge: Jetzt nichts wie weg. (Foto:Föhr)

Ist ja nicht so, dass wir früher nicht alle gemeinsam unser Leben feiern konnten. Damals als Schulkinder waren wir alle (bis auf eine Handvoll Ausreißer, die sich über die Landesgrenzen, wenn nicht über den großen Teich, gewagt haben) genügsam und geduldig. Wir waren bereits froh, als wir länger als bis zwölf Uhr in der Nacht ausgehen durften und unsere Auslandsaufenthalte beschränkten sich auf zwei Wochen Ferien mit den Eltern am Bodensee oder am Mittelmeer. Hielt man allerdings erst einmal die langersehnten Hochschulzeugnisse in Händen, trugen einige bereits die Wanderstiefel unter dem Ballkleid. Schnurtracks nach draußen: In Urwäldern mit Affen turnen oder in Südafrika ein halbes Jahr lang Durchfall. Hauptsache kein 08-15-Lebenslauf, kein nahtloser Übergang vom Gymnasium zur Uni. Mir hat die Familie noch wochenlang applaudiert, nachdem ich meine Umzugskiste gepackt und 250km weit weg in eine Studenten-WG gezogen bin. Glücklicherweise sind meine Kommilitonen ähnlich ängstlich veranlagt. Da gelte ich als Ex-Nesthockerin schon beinahe als Volksheldin.

Doch nach und nach sollte ich die Fraktion Auslandssemester kennenlernen. Die einen wollen plötzlich im kommenden Semester nach Indonesien aufbrechen, die anderen liegen mit ihren wilden  England-Erfahrungen (ein ganzes Jahr voller Alkoholexzesse und nur zwei belegten Kursen im Hauptfach) in den Ohren. Ich halte dagegen mit Geschichten aus dem Sommerurlaub in der Hotelanlage mit meinem Freund. Und natürlich mit brav eingehaltener Regelstudienzeit plus dem ein oder anderen abendlichen Amusement im Club um die Ecke. Kein Grund, mich zu schämen, wie ich finde. Wenn alles glatt läuft, habe ich schon bald einen Beruf, bei dem ich mehr auf Achse sein werde als ein Skateboard. Vielleicht entwickele ich dann ja auch so etwas wie chronisches Fernweh. Bis dahin lausche ich weiter gespannt den Anekdoten meiner reiselustigen Freunde und statte eventuell dem nächsten Erasmus-Kneipenabend einen Besuch ab.

Und meine Freundin mit Down Under-Plänen? Die zieht bald mit ihrem Freund zusammen und fängt eine Ausbildung an. Nach Australien kann sie später schließlich immer noch, findet sie.

Vorschau: In der nächsten Woche erklärt Kolumnist Sascha, was es mit der englischen Sprache hier bei uns auf sich hat und was sie für Schwierigkeiten mit sich bringt.