Aufstieg- oder Abstiegskampf

Aufstieg- oder Abstiegskampf

Am Freitag, 3. August ist es wieder soweit: Der Anpfiff der 2. Fußball-Bundesliga (© Rike / pixelio.de)

Am Freitag, 3. August, ist es wieder so weit: Die fußballfreie Zeit hat ein Ende. An diesem Datum startet die 2. Fußball-Bundesliga in die Saison 2012/13. Da es nur noch Mannschaften zu geben scheint, die entweder oben mitspielen oder in den Abstiegskampf verwickelt sind, checkt Face2Face schon Mal im Vorfeld, wer zu den Aufstiegs- und wer eher zu den Abstiegskandidaten der 39. Zweitliga-Spielzeit gehört.

Die Aufstiegsfavoriten:
In den Expertenkreisen fällt bei dem Thema Aufstiegsfavorit ein Verein am Häufigsten: Hertha BSC Berlin. Der Hauptstadtklub und Bundesligaabsteiger scheint den aufstiegsfähigen Kader der Liga zu besitzen. Obwohl die Hertha finanziell angeschlagen und mit Verbindlichkeiten von knapp 35 Millionen geplagt ist, leistet sich der Klub das Gehalt gestandener Erstligaspieler. Prominentester Neuzugang ist dabei der Ex-Mainzer Sami Allagui, der für 1,6 Millionen Euro verpflichtet wurde. „Mit unseren Neuverpflichtungen haben wir uns perfekt verstärkt“, zeigte sich auch Neu-Trainer Jos Luhukay zuversichtlich.

Aber auch den Traditionsvereinen des FC St. Pauli, des TSV 1860 München und des MSV Duisburg werden hoch gehandelt. Während der Hamburger Stadtteilklub den Abgang ihres Top-Torschützen Max Kruse (18Tore) kompensieren musste, hinterlassen die Löwen aus München den bislang besten Eindruck in der Vorbereitung (unter anderem ein 4:0-Erfolg gegen Duisburg)

Noch nicht richtig einzuordnen, aber doch eher im oberen Drittel der Tabelle zu erwarten sind die beiden Bundesliga Absteiger des 1. FC Köln und des 1. FC Kaiserslautern. Die Kölner, die durch den nicht eingeplanten Abstieg in große finanzielle Schwierigkeiten geraten sind, machten einen großen Schnitt beim Mannschaftsgefüge. Junge Talente statt überteuerte Erstligaspieler lautet das Motto der Domstädter. Ob dies nach dem Abgang des Nationalspielers Lukas Podolski ausreichen wird, um in der Liga ein Wörtchen mitzureden, wird sich zeigen. Trainer Holger Stanislawski fasste es auf seine eigene, humorvolle Art zusammen: „Hochverschuldet und hochmotiviert“ sei sein neuer Klub.

Ähnlich gestaltet sich die Situation beim 1. FC Kaiserslautern. Die Pfälzer wollen nach einer Saison zum Vergessen wieder angreifen. „Wir wollen wieder in die erste Liga zurückkehren, das ist unser erklärtes Saisonziel“, sagte Trainer Franco Foda – den finanziellen Großangriff kann sich der FCK aber nicht leisten. Immerhin holte der Vorstandsvorsitzende Stefan Kuntz in Mohamadou Idrissou (geschätzte Ablöse etwa eine Million Euro) nun den Aufstiegs-Garanten der Frankfurter Eintracht, der in der vergangenen Zweitliga-Saison 14 Mal traf.

Die Abstiegskandidaten:
Zu den hoch gefährdeten Abstiegskandidaten gehören traditionell die drei Aufsteiger aus Aalen, Sandhausen und Regensburg, die ohne große Namen die Mission Klassenverbleib angehen. Aalen und Sandhausen werden dabei, aufgrund der besseren finanziellen Lage, aber die etwas besseren Chancen zugerechnet. Weiterer Kandidaten werden Erzgebirge Aue und der FSV Frankfurt sein, die sich im letzten Jahr nur knapp vor der dritten Liga retten konnten. Bei Mannschaften wie dem VfL Bochum und dem FC Energie Cottbus, wird viel von dem Saisonstart abhängen. Verläuft dieser gut, werden sie mit dem Abstieg nicht viel zu tun bekommen, geht er in die Hose, heißt es kämpfen bis zum Schluss.

Gerade Cottbus gleicht hier einer Wundertüte: Nun haben die Lausitzer mit Boubacar Sanogo zwar einen Stürmer mit bekanntem Namen verpflichtet. Allerdings muss der 29 Jahre alte Angreifer von der Elfenbeinküste nach drei recht erfolglosen Jahren in Frankreich beim AS Saint-Etienne zeigen, dass er eine Verstärkung sein kann.

Vorschau:  Nächste Woche werden die Chance einer erfolgreichen Titelverteidigung für die Dortmunder Borussia genauer unter die Lupe genommen.