Zu jeder EM gehört ein Song – EM-Hits im Überblick

Morgen steigt das große Finale der Europameisterschaft. Grund genug für uns nochmal einen musikalischen Rückblick auf das Fußballevent zu werfen. Wir stellen euch die Hits der diesjährigen EM vor und schauen wie erfolgreich diese waren.

Der offizielle EM Song made in France

Der französische DJ schlecht hin hat den offiziellen Song zur Europameisterschaft in seiner Heimat beigesteuert. Die Rede ist von David Guetta, der sich für seinen Song Zara Larsson geschnappt hat. „This one’s for you“ ertönt vor jedem Spiel und hat durchaus Ohrwurm-Potenzial. Bereits in der ersten Woche der EM setzte sich der Song an die Spitze der Charts. Zurzeit ist der Song auf Platz 3 der deutschen Charts. David Guetta ist eben ein Erfolgs-DJ, deshalb ist die gute Platzierung auch nicht verwunderlich.

Der ZDF-Hit made in Germany

Gute Sounds, guter Text und ein sympathisches Gesicht zum Song: Dies scheint bei den Liedern, die sich das ZDF für ihre Berichterstattung aussucht, ausschlaggebend zu sein. So ist das auch in diesem Jahr mit dem deutschsprachigen Song „Wir sind groß“ von Mark Forster. Der ist zusätzlich für die Jugendradiowellen der öffentlich-rechtlichen als Reporter in Frankreich unterwegs und berichtet von seinen Erlebnissen in Frankreich. Zwar ist der Song kein klassischer Fußballhit, dennoch hat er mit seinem Song in diesem Jahr alles richtig gemacht. Der Song, der sich prima zum Mitsingen eignet, hält sich seit 11 Wochen in den deutschen Charts und hat sich in der letzen EM-Woche direkt hinter David Guetta auf Platz 4 der Charts positioniert.

Der Mannschaftssong

Der offizielle Song für „La Mannschaft“ stammt von dem deutschen Erfolgs-DJ Felix Jähn und der deutschen Musikgröße Herbert Grönemeyer. Ihren Song „Jeder für Jeden“ hat sich die ARD als Musik für die Berichterstattung ausgesucht. Im Musikvideo des ungleichen Musikerpaares sind die Fußballer der Nationalmannschaft zu sehen und haben damit bereits vor Beginn der EM gezeigt, dass sie zusammen halten. Trotz netter Botschaft konnte sich der Song aber nicht wirklich gegen den Gute-Laune Song von Kollege Mark Forster durchsetzen. In den Top 10 der deutschen Charts sind die beiden Deutschen nämlich in der letzten EM-Woche nicht mehr vertreten. Vielleicht war die Kombi aus Jähn und Grönemeyer doch ein bisschen zu experimentell?!

Der umgeschriebene Hit

Ein weiterer Hit, den ihr mit Sicherheit schon aus dem Radio kennt ist der Song „80 Millionen“ von Max Giesinger. Passend für die EM hat der 27-jährige aus der Nähe von Karlsruhe seinen Superhit mit passenden Anfeuerungsparolen umgeschrieben und hat mit seinem Song somit gleich zweimal einen Ohrwurm geliefert.

Vorschau: Nächste Woche stellen wir euch den Musiker Key West vor

Codename „Citizenfour“

Spannend: Der Dokumentarfilm-Thriller Citizenfour wird am 23.11.2015 um 22.45 Uhr zum ersten Mal in der ARD / Das Erste ausgestrahlt. (Foto: http://hoehnepresse-media.de)

Spannend: Der Dokumentarfilm-Thriller Citizenfour wird am 23.11.2015 um 22.45 Uhr zum ersten Mal in der ARD / Das Erste im TV ausgestrahlt. (Foto: http://hoehnepresse-media.de)

Citizenfour ist der Nickname, unter dem Edward Snowden die Filmemacherin Laura Poitras und den Journalisten Glenn Greenwald per E-Mail kontaktierte. Das erste Treffen fand in Hongkong statt. Der Dokumentarfilm porträtiert Snowden nicht nur als sogenannten Whistleblower, sondern auch als Mensch. 2014 kam „Citizenfour“ in die Kinos, wurde mit dem Oscar, dem Deutschen Fernsehpreis sowie dem Emmy ausgezeichnet.

Die deutsche TV-Erstausstrahlung findet am Montag, 23. November 2015, um 22.45 Uhr in der ARD / Das Erste statt.

 

Wir haben mit dem Produzenten des Films Dirk Wilutzky (50) gesprochen.

Face2Face: „Citizenfour“ hat inzwischen alle wichtigen Filmpreise abgeräumt. Wie haben all diese Preise und vor allem der Oscar Ihr Leben verändert?

Dirk Wilutzky: Die Preise haben mein Leben nicht wirklich verändert. Aber sie motivieren mich auf besondere Art genau das weiterzumachen, was ich in den letzten zehn Jahren getan habe – nämlich so konsequent wie möglich Filme zu machen, die sich radikal den Werten der Aufklärung und der Verteidigung der Menschenrechte verpflichtet fühlen.

Diese Werte – Gerechtigkeit, Freiheit, Selbstbestimmung, Demokratie und Verantwortung für die Zukunft der Menschheit – sind gerade in großer Gefahr in einer Welt, die immer krisenhafter und instabiler wird.

Filme können, so wie CITIZENFOUR dazu beitragen, mehr Menschen aufzuwecken. Und das ist das Dringendste, was derzeit geschehen muss. Denn die Zeit in der wir noch etwas Sinnvolles gegen viele der sich anbahnenden Bedrohungen unternehmen können läuft ab. Ich denke, dass in den nächsten 10, 20 Jahren die wichtigsten Entscheidungen für die Zukunft der Menschheit getroffen werden. Entweder entscheiden wir bewusst, und gestalten unsere Zukunft, weil wir etwas begriffen haben werden, oder wir verdrängen weiterhin alles, und dann wird es eben chaotisch. Wir haben jetzt die Wahl.

Face2Face: Über welche Oscar-Gratulation haben Sie sich am meisten gefreut?

Wilutzky: Über die von meiner Frau Mathilde Bonnefoy, die den Film mit mir zusammen produziert und ihn auch noch geschnitten hat. Es war tatsächlich ein besonderes Gefühl, als wir beide jeweils unseren eigenen Oscar bekamen und uns gegenseitig gratulieren konnten! Besser geht es nicht.

Face2Face: Was genau hat Sie angetrieben diesen Film zu produzieren und nach Wahrheiten zu suchen, auch wenn sie sich als gefährlich erweisen könnten?

Wilutzky: Wir leben heutzutage als Menschheit in einer so entscheidenden Situation, dass wir einfach tun müssen, was immer wir können, um dazu beizutragen die Zukunft unserer Demokratie und unserer Menschenrechte zu verteidigen. Da gibt es kein Aber.

Filmszene: Edward Snowden & Glenn Greenwald in Hongkong. (Foto: http://hoehnepresse-media.de © Praxis Films)

Filmszene: Edward Snowden & Glenn Greenwald in Hongkong. (Foto: http://hoehnepresse-media.de © Praxis Films)

Face2Face: Wie wichtig war es Ihnen auch den Menschen Edward Snowden und sein Schicksal zu zeigen?

Wilutzky: Edward Snowden ist ein absolutes Vorbild. Er handelte aus einem tief empfundenen persönlichen Verantwortungsgefühl. Er hat sein Leben für unsere Demokratien aufs Spiel gesetzt. Seine mutige Tat in einem solchen Film festzuhalten, sie für andere sichtbar zu machen, ihn sichtbar zu machen, das ist eine Arbeit, auf die ich sehr stolz bin.

Face2Face: Hatten Sie keine Angst sich mit dem mächtigsten Staat der Welt anzulegen?

Wilutzky: Natürlich hatten wir auch Angst. Aber das Wichtigste dabei ist es, mit der eigenen Angst lernen umzugehen und sich nicht von ihr in die falsche Richtung leiten zu lassen. Es wäre falsch, aus Angst etwas nicht zu tun, etwas nicht zu wagen, oder aus Angst sogar Gesetze zu befürworten, die für Pseudo-Sicherheit sorgen sollen, wie z.B. die Massenüberwachungsgesetze der USA oder die Vorrats-datenspeicherung in Deutschland. Wissen Sie übrigens dass dieses Gesetz eine Klausel enthält, die das Arbeiten mit geleaktem Material für Journalisten illegal machen soll? Das ist ein perfektes Beispiel dafür was man verliert, wenn man sich der Angst hingibt: man verliert seine Freiheit!

Face2Face: Wie hoch schätzen Sie selbst Ihr persönliches Risiko ein? Hatten Sie Angst selbst zum Ziel der Geheimdienste zu werden?

Wilutzky: Es war eine interessante Erfahrung das Gefühl zu haben, dass wir davon ausgehen mussten, selbst abgehört und überwacht zu werden. Und es ist genauso wie im Film gesagt wird: Es ist ein solches Verbrechen andere zu überwachen, weil es so intrusiv ist. So aufdringlich. Es dringt in den eigenen Kopf. Es beginnt die eigenen Handlungen unbewusst zu zensieren. Man traut sich plötzlich nicht mehr bestimmte Dinge in Suchmaschinen einzugeben. Man zögert plötzlich Online-Petitionen zu unterschreiben, weil man vielleicht später an einer amerikanischen Universität studieren will, etc. Es verändert die Person, die sich überwacht fühlt. Der einzige sinnvolle Umgang damit ist, sich dessen bewusst zu werden und sich zu wehren: die Dinge trotzdem zu machen, die man machen wollte, die Gedanken trotzdem auszudrücken, die man ausdrücken wollte. Darüber hinaus muss man aber auch Verschlüsselung für E-Mail und Festplatten verwenden und das Netzwerk TOR benutzen (einen Browser, der Anonymität gewährleistet). Es gibt keine Alternative mehr dazu.

Face2Face: Mit welchen Schwierigkeiten hatte das Team bei der Fertigstellung des Films zu kämpfen? Stimmt es, dass der Film in Deutschland zu Ende geschnitten wurde aus Angst vor US-Behörden?

Wilutzky: Der Film musste komplett in Deutschland geschnitten werden, weil es in den USA Gesetze gibt, die selbst Journalisten zwingen können all ihr Material den Behörden zu übergeben. Wir haben wegen des brisanten Inhalts versucht so weit wie möglich „unter dem Radar“ zu arbeiten. Niemand sollte wissen, dass dieser Film gerade im Entstehen war. Das machte die Finanzierung des Films schwierig, weil ich ständig mit potentiellen Geldgebern verhandeln musste, denen wir nicht viel über den Film sagen konnten. Aber wir haben genügend mutige Menschen gefunden, die das Risiko eingingen. Das war eine gute Erfahrung.

Face2Face: Wurden Sie oder das Team in Deutschland z.B. von PRISM, Tempora oder XKeyscore überwacht?

Wilutzky: Von diesen Programmen werden wir in Deutschland alle überwacht.

Face2Face: Inwiefern hat der Film „Citizenfour“ Ihr Leben positiv oder negativ verändert?

Wilutzky: CITIZENFOUR macht mir trotz allem Mut. Das liegt daran, dass er meinen Blick auf die junge Generation, die 20-30ig-Jährigen, verändert hat. Ich sehe da plötzlich dank Snowden, und dank vieler Diskussionen in den Kinos nach Vorführungen, immer mehr sehr ernsthafte, hoch moralische Menschen, die bereit sind sich für die klassischen Werte der Aufklärung und der Menschenrechte einzusetzen – und gegebenenfalls große Risiken auf sich zu nehmen.

Face2Face: Wie denken Sie selbst im Zeitalter von Social Media über Datenschutz? 

Wilutzky: Ich denke, dass besonders junge Menschen extrem skeptisch und vorsichtig sein sollten. So leicht sind heutzutage Dinge veröffentlicht, die absolut privat hätten bleiben sollen, und die später einmal richtig ärgerliche Auswirkungen haben können.

Face2Face: Sind Sie denn selbst aktiv bei Facebook, Google+ und Co.?

Dirk Wilutzky: Natürlich nicht.

Face2Face: Und wie schützen Sie Ihre persönlichen Daten Herr Wilutzky?

Wilutzky: Am besten ist es einen Computer zu haben, der noch nie Online war. Auf dem kann man dann an den wirklich wichtigen, persönlichen Dingen arbeiten. Ansonsten benutze ich Verschlüsselung für die wichtigen Mails und Datenträger und das angesprochene Netzwerk TOR als überwachungsresistenten Browser für die persönlicheren oder beschützenswerteren Internet-Recherchen.


 

Vorschau:

WM der Extreme

Die momentan in Katar laufende Handball-Weltmeisterschaft wirft in vielerlei Hinsicht Kontroverse auf. Der sportliche Aspekt scheint schon vor den Titelkämpfen nur eine untergeordnete Rolle gespielt zu haben. Es ist eine WM der Extreme.

Diese fängt bei der Tatsache an, dass die Weltmeisterschaft in dem traditionellen Handball-Wüstenstaat Katar stattfindet. Angesicht dessen, dass sich Katar in den nächsten Jahren insgesamt 20 Weltmeisterschaften in den verschiedensten Sportarten gesichert hat, dürften sich nur die wenigsten Sportfans über dieses unpassend wirkende Verhältnis verwundert die Augen reiben. Geld hat die Grundfesten des Sports schon lange überholt.

Bestes Beispiel dafür sind die, zugegebenermaßen schön anzusehenden, Sportarenen in Doha. In die gut 15 000 Zuschauer fassenden Arenen haben sich während der Vorrunde aber leider nur gut 4 000 im Schnitt verirrt. Die Kirsche auf diese Schwache Bilanz setzten sich die katarischen Machthaber selbst, in dem sie sich ihre „eigenen“ Fans aus Spanien eingekauft haben. Gut 50 Spanierinnen und Spanier wurde der Flug, das Hotel und die jeweiligen Spiele der Nationalmannschaft Katars bezahlt. Im Gegenzug sollten die Spanier die Nationalmannschaft unterstützen. Selbst beim Spiel gegen ihr Heimatland machten die gekauften „Fans“ ordentlich Stimmung für Katar – paradox, aber Geschäft ist nun mal Geschäft!

Doch damit noch nicht genug. Die katarische Nationalmannschaft schreibt auch gerade „historische“ Geschichte. Sie ist nämlich nach dem 29:27-Erfolg über Österreich sensationell ins Viertelfinale eingezogen. Nur leider nicht – und das ist auch wieder typisch Katar – mit den eigenen Landsmännern. Die Scheichs in Katar haben sich schon lange vor der WM eine eigene, internationale Nationalmannschaft zusammengekauft. Der sportliche Wert – dahin. Überwiegend aus Osteuropa stammen die Star-Spieler, die vor jeder Begegnung die Nationalhymne eines Landes mitsingen, in dem sie weder geboren, noch aufgewachsen sind. Geld und Reichtum steht vor Ruhm und Ehre. Jeder „katarische“ Akteur soll pro gewonnen Spiel bei der Weltmeisterschaft 100 000 Euro verdienen. So wirkt es doch ein wenig befremdlich, wenn Spieler aus Serbien, Montenegro, Kuba, Frankreich oder Slowenien wie kleine Kinder über das Feld springen und sich über den errungenen Sieg „ihrer“ Nation freuen. Die Scheichs machen sich eben frei nach dem Kinderstar Pippi Langstrumpf ihre Welt widi widi wie sie ihnen gefällt.

Klar, dass dieser Umstand auch in der Handballwelt oder besser gesagt unter den anderen Nationalmannschaften nicht ganz ohne Gegenwind über die Bühne geht. Die Österreichische Mannschaft fühlte sich nach der 27:29-Achtelfinalniederlage gegen Katar verpfiffen. Der ÖHB-Teamchef Patrekur Johanesson knirschte voller Sarkasmus: „Ich glaube Katar wird Weltmeister.“ Der Ärger auf das kroatische Schiedsrichtergespann war gewaltig. „Ich habe noch nie in meinem Leben eine Halbzeit erlebt, in der es so viele Offensivfouls gegeben hat“, kritisierte Kapitän Viktor Szilagyi die plötzliche Linienänderung der Schiedsrichter, nachdem Österreich noch mit einer Führung in die Halbzeitpause gegangen war. Auch der Lemgoer Torwart Thomas Bauer nahm kein Blatt vor den Mund und geigte den Unparteiischen nach der Schlusssirene lautstark seine Meinung.

Ist es nun Ironie oder Schicksal, dass Katar im Viertelfinale ausgerechnet auf die deutsche Mannschaft trifft. Die Deutschen, selbst nur durch eine äußert fragwürdige Wildcard qualifiziert, nachdem man auf dem sportlichen Wege grandios gescheitert war, sind für die Begegnung gegen die Multi-Kulti-Truppe (heute, 16.30 Uhr) allerdings bestens vorbereitet. Mit der Verpflichtung von Trainer Dagur Sigurdsson agiert Deutschland aus einer stabilen Deckung heraus und spielt ihr bislang bestes Turnier der vergangen Jahre. Angst, ebenfalls von den Schiedsrichtern verpfiffen zu werden, herrscht im deutschen Lager nicht. „Wir sind besser als Katar. Wenn wir das Spiel gewinnen, ist alles möglich“, sagte Ex-Bundestrainer Heiner Brand nach dem erstaunlich abgeklärten 23:16-Erfolg über Ägypten. Dumm nur, –und auch das passt zu dieser WM der Extreme – dass kaum ein deutscher Zuschauer die Spiele sehen kann. Statt im frei empfangbaren Fernsehen, läuft die Handball-Weltmeisterschaft beim Bezahlsender Sky. Weder ARD, ZDF noch Sport1 konnten bei den Verhandlungen mit dem Rechteinhaber beIN Sports (eine Tochterfirma des Fernsehimperiums Al Jazeera) vor der WM gewährleisten, dass die Satelliten-Übertragungen nicht außerhalb von Deutschland zu empfangen sind. Daraufhin wurden die Verhandlungen frühzeitig abgebrochen. Am Ende schaut der Fan in die Röhre – allerdings nicht in die des Fernsehers (soweit noch vorhanden) – und das Geld steht wie üblich über dem Sport.

Olympische Spiele der Extreme

Ständige Terrorgefahr. Über 60 000 Polizisten und Soldaten sind rund um die Uhr um die Sicherheit der Gäste und Sportler bemüht. Es kommt zu einer regelrechten Militarisierung. Wenn am Freitag den 07.02.2014 die Olympischen Winterspiele im russischen Sotschi eröffnet werden, haben diese Spiele bereits einiges erlebt – allerdings weniger aus sportlicher Sicht. Wohl kaum eine andere Winterolympiade hat im Vorfeld für so viel Gesprächsstoff gesorgt, wie diese. Neben dem omnipräsenten Anti-Homosexuellen-Gesetz, das einem alleine schon die Hände unglaubwürdig über den Kopf zusammenschlagen lässt, kamen in den letzten Tagen auch noch peinliche Bauverzögerungen, schwammige Dopingbekämpfungen und das Massentöten von Hunden und Katzen ans Tageslicht. 

ARD und WDR berichtet am vergangenen Wochenende über das bisher für die Öffentlichkeit unbekannte Dopingmittel Full Size MGF. Mit diesem soll ein Mitarbeiter der Russischen Akademie der Wissenschaften in Moskau Geschäfte machen. Das Dopingmittel ist als hoch wirksam einzustufen und kann vor allem als intensiver Beschleuniger für den Muskelaufbau eingesetzt werden. Ein Nachweisverfahren gibt es laut offiziellen Angaben noch nicht. Ohne hin ist das Gesundheitsrisiko für den Menschen nicht abschätzbar, da dieses Mittel überhaupt keine klinische Zulassung besitzt. Dementsprechend emotional reagierte der Generaldirektor der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA, David Howman, auf die angebliche Verbreitung des Mittels: „Es ist schockierend, dass ein Wissenschaftler Substanzen anbietet, die noch nicht am Menschen erprobt worden sind. Die Sportler werden so zu Versuchstieren“, sagte Howman der dpa. Warum noch keine Nachweisversuche für dieses Mittel initiiert wurden, ist nicht bekannt. Fakt ist aber, dass so dem Doping Tür und Tor geöffnet werden. Bedrohlich: Aufgrund der noch relativen Unerfahrenheit mit Full Size MGF kommt die richtige Dosierung des Mittels einem russischen Roulette gleich. Zwischen Goldmedaille und Tod ist es da nur noch ein ganz schmaler Grad. 

Doch nicht nur die schwammige Antidopingbekämpfung in Russland ließ aufhorchen, sondern auch das Massentöten von streunenden Katzen und Hunden steht in den letzten Tagen im Mittelpunkt. Die Region Sotschi ist voll von diesen Tieren. Russland möchte den Gästen eine saubere Stadt bieten und weiß sich in diesem Fall nicht anders zu helfen, als die zu tausenden herumstreunenden Hunde und Katzen zu erschießen oder zu vergiften. Während der Olympiavorbereitung wurden hunderte neue Gebäude errichtet. Ein Tierheim ist nicht darunter. Jahrelang war die Olympiabaustellen das Zuhause dieser Tiere. Gefüttert wurden sie von den Gastarbeitern. Doch diese sind mittlerweile größtenteils wieder weg – geblieben sind Hunde und Katzen jeglicher Art. Die Tierschützerin Tatjana Leschenko berichtete der dpa, dass die Hundefänger vor allem nachts kommen, wenn niemand hinsieht. Auch eine Kopfgeldprämie soll ausgesetzt worden sein. Für ein zivilisiertes Land dürfte man eine andere Umgangsart mit diesen Tieren erwarten. 

Zu den ganzen negativen Nebengeräuschen kamen nun auch noch die peinlichen Bauverzögerungen ans Tageslicht. Schlamm, Offene Kabelstränge, die in den Zimmern aus der Wand ragen, Baustaub auf hastig installierten Interieur und in den Betten oder verdreckte, schlecht verlegte Teppichböden prägen wenige Tage vor der Eröffnung das Bild von Sotschi. Vor allem in den Bergregionen ist die Unverhältnismäßigkeit zwischen Planung und Durchführung unübersehbar. Die Folge: Hunderte von Journalisten aus aller Welt stehen vor gleichermaßen verwirrenden wie besorgniserregenden Situationen. Viele bekamen erst nach stundelanger Warterei ein Zimmer in den Wohnkomplexen zugewiesen, da die von ihnen gebuchten Räumlichkeiten schlicht nicht zur Verfügung standen oder bereits anderwärtig belegt waren. Eine Sprecherin gab zu Protokoll, dass sechs der insgesamt neun Hotelanlagen fertig gestellt sein. Die letzten drei würden umgehend folgen. Und das für eine Veranstaltung, die insgesamt mehr als 40 Milliarden Euro verschlungen hat. Die logische Konsequenz: Heerscharen von Arbeitern werkeln rund um die Uhr an der endgültigen Fertigstellung der restlichen drei Anlagen. Selbst türkische Gastarbeiter mussten kurzfristig eingeflogen werden. Immerhin sind die Sportanlagen, das Athletendorf und der Olympia Park, ungeachtet der unmenschlich hohen Kosten, ein echter Hingucker geworden. Der deutsche Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) Thomas Bach, sieht in der peinlichen Bauverzögerung indes auch keinen besonderen Grund zur Besorgnis und versicherte, dass er mit dem Stand der momentanen Vorbereitungen zufrieden sei. Na dann… 

Vorschau: Am 19.02. erscheint ein Artikel über die Achtelfinal-Spiele in der Fußball Champions-League

 

Der Wert des Wassers

 

Der Wert des Wassers

Tee trinken. Ohne Wasser nicht möglich (Foto: Obermann)

Morgens, bevor der Tag richtig angefangen hat, brauche ich viel Wasser. Der erste Toilettengang, Hände waschen, Zähne putzen, vielleicht duschen, schließlich Tee kochenund die Spülmaschine einräumen. Und das alles, bevor ich meinen Sohn zum Kindergarten und mich selbst zur Uni bringen kann. Ohne Wasser hätte ich echt ein Problem. Problematisch wird es auch, wenn mein Wasser plötzlich zur Marktware wird.

Der Plan der Wasserprivatisierung hat einen Sturm der Empörung entfesselt. Dutzende Petitionen wettern dagegen, Medien berichten kritisch wie schon lange nicht mehr, und doch scheint die Idee bei vielen noch nicht angekommen zu sein. Unser Wasser könnte bald die Ware sein, deren Preise hart verhandelt werden. Bei jedem Tropfen aus dem Hahn müssen wir uns dann überlegen, wie viel er kostet. Wasser sparen ist ja schön und gut, aber wenn manche sich die Dusche nicht mehr leisten können, wo kommen wir dann hin? Mal abgesehen von dem Glas Trinkwasser aus dem Hahn.

Der Wert des Wassers

Teures Gut? Unser Trinkwasser (©Sara Hegewald / pixelio.de)

Die ganze Idee kommt aus Brüssel. Dank einer neuen EU-Richtlinie, sollen Kommunen in speziellen Fällen zur europaweiten Ausschreibung ihrer Wasserversorgung gezwungen werden können. Was aus der Eurokrise zur Geldeinsparung in den Kommunen entstanden ist, kann aber ganz schön nach hinten los gehen. Die online Petitions-Organisation Campact berichtet, dass sich in Portugal in Folge der Wasserprivatisierung in einigen Regionen der Wasserpreis vervierfacht hat. Kein schöner Effekt. Denn was wir mit den steigenden Strom- und Energiepreisen schon lange erleben, kann auch mit Wasser in Zukunft zu unserer Realität gehören.

Allein die Vorstellung reicht, um viele Menschen wütend zu machen. Nicht nur bei Campact läuft eine Petition. Auch die Organisation right2water sammelt Unterschriften gegen die Wasserprivatisierung. Bei der Gewerkschaft Verdi kann man sogar für das europaweite Bürgerbegehren unterzeichnen. Und der erste Erfolg zeichnet sich ab. Laut ARD protestieren mittlerweile über 1,3 Millionen Europäer. Ob sie Erfolg damit haben, bleibt abzuwarten. Denn gleichzeitig meldet der Fernsehsender, dass die Bundesregierung die Pläne aus Brüssel auch weiterhin richtig fände. Soviel also zur Demokratie. Das Volk sagt nein, die Regierung trotzdem ja. Ein trauriges Bild und eine enttäuschende Erkenntnis über unsere Regierung.

Wie die Geschichte endet, steht noch nicht fest. Das Bürgerbegehren hat zwar sogar in Brüssel Eindruck gemacht, doch weiterhin zählt jede Stimme, um der drohenden Wasserprivatisierung entgegen zu wirken. Denkt doch beim nächsten Toilettengang, beim nächsten Tee oder Kaffee, beim Geschirr und Wäsche waschen mal daran, wie es wäre, wenn Konzerne mit dem Wasserpreis spielen und ihn nach oben treiben könnten. Eine Szenerie, die mich wirklich ängstigt.

Vorschau: Nächste Woche schreibt Alexandra von ihrem Leben in einer WG.


Der Tatort – in Mannheim ein beliebtes Fernsehformat

Es ist Sonntag, kurz vor 20 Uhr. Reger Umtrieb herrscht auf den Planken vor dem Mannheimer Cineplex. Die Tickets für die nächste Vorstellung sind beinahe alle im Vorverkauf vergriffen, vereinzelt gibt es noch freie Plätze in den vorderen Reihen. Bei diesem Szenario handelt es sich keineswegs um die Premiere eines Hollywoodfilmes, sondern um die Übertragung des öffentlich-rechtlichen Fernsehprogramms sonntags abends zur Primetime. Die Rede ist von Deutschlands beliebtester Kriminalreihe: dem Tatort.

Längst hat es die seit mehr als 40 Jahren laufende Serie des ARD, ORF und SRF von der Mattscheibe im heimischen Wohnzimmer auf die Leinwände in großen Kinoketten und kleineren Kneipen und Cafés geschafft, wie zum Beispiel dem Café Vogelfrei in Mannheim. Anfangs konnte man dort einmal im Monat – mittlerweile beinahe jede Woche – den Ermittlerteams an 20 verschiedenen Schauplätzen dabei zusehen, wie sie brisante Fälle lösen, die immer mit aktuellen Diskursen und umstrittenen Themen verknüpft sind. Hinsichtlich des Vorspanns zeigt der Tatort gewohnte Kontinuität, denn seit der Erstausstrahlung 1970, hat sich dieser, bis auf geringfügige Modernisierungen, nicht verändert.

„In Deutschland gehört der Tatort mittlerweile einfach zur Fernsehtradition dazu“, erklärt der Lehramtsstudent Luis Gärtner, der regelmäßig Tatort schaut. „Besonders unter Studenten ist es geradezu zum Happening geworden, sich sonntags abends in einer Kneipe zu treffen und Tatort zu schauen. Am nächsten Tag wird viel darüber diskutiert und man will ja auch Bescheid wissen“, so der 20-Jährige.

Am häufigsten diskutiert wurde in letzter Zeit wohl das nur wenige Wochen auseinanderliegende Hamburger Doppeldebüt. Mit der actionreichen ersten Folge „Willkommen im Hamburg“ des eigensinnigen Ermittlers Nick Tschiller, gespielt von Til Schweiger, nahm die sonst eher moderat gehaltene Sendung Züge eines mit Kugelhagel und Explosionen bestückten Actionfilmes an. Weitaus ruhiger ging es bei der Folge „Feuerteufel“ letzten Sonntag zu, bei der Wotan Wilke Möhring in der Rolle des Kriminalhauptkommissars Thorsten Falke sein Debüt feierte. Anstatt an einen „Die Hard“-Teil erinnerte die Inszenierung jenes neuen Ermittlerteams vielmehr an die klassischen Detektivfilme der 40er Jahre. Parallelen lassen sich vor allem zu Robert Altmans Philip Marlowe Verfilmung „The Long Goodbye“ aus den 50er Jahren ziehen. Denn Kommissar Falke ist ebenso wie der Prototyp des Privatdetektivs ein milchtrinkender Einzelgänger.

Allgemein scheinen die Kreativteams des Tatorts gerne etwas von bewährten US-amerikanischen Produktionen abkupfern. So ähnelt der zu cholerischen Ausbrüchen neigende, traumatisierte Dortmunder Ermittler Peter Faber (Jörg Hartmann) einem tablettensüchtigen Dr. House aus der gleichnamigen amerikanischen Fernseherie.

Seien diese Analogien dahingestellt, so gehen die Meinungen über die verschiedenen Ermittler, die schauspielerischen Leistungen und den Plot weit auseinander. Von den Einen hoch gelobt, von den Anderen verpönt ist vor allem der Münsteraner Tatort mit dem ambivalenten Zwiegespann bestehend aus Axel Prahl als Kommissar Frank Thiel und Jan Josef Liefers als Rechtsmediziner Professor Karl-Friedrich Boerne.

Während man sich vielerorts noch über den obligatorisch gewordenen Rundfunkbeitrag empört, der es immerhin mit sich bringt, dass man sowohl den ARD-Radio Tatort, den es seit 2008 zu hören gibt, als auch alle Tatort-Folgen in einer umfassenden Mediathek immer wieder anschauen kann, sieht man in Mannheim jeden Sonntag einen Mann im Tatort-Vorspann um sein Leben rennen. Ob zum gemeinsamen Schmunzeln, zum Rätseln über den Ausgang der jeweiligen Folge oder zum Mitfiebern ist der Tatort allemal gut. „Außerdem kann man sich wunderbar drüber lustig machen, wenn der Tatort mal schlecht war“, erzählt Luis Face2Face.

Vorschau: Nächste Woche erscheint an dieser Stelle eine Buchrezension zu „Das Apple-Hasser Buch“.

Jauch in Gefahr

TV-Alleskönner Stefan Raab holt zum nächsten Schlag aus: Ein Polit-Talk soll es sein! Mit einer Mischung aus Talk- und Gameshow will Raab einen neuen Zugang zur Welt der Politik eröffnen. „Meinung muss sich wieder lohnen“, findet er, und will zur gleichen Zeit auf Sendung gehen wie das von Günther Jauch moderierte Konkurrenz-Format im Ersten.

Polit-Talk – ein Format, das die Privatsender eher meiden. So werden die politischen Talkrunden der deutschen Fernsehbühne vornehmlich im Öffentlich-rechtlichen ausgefochten. Doch den Shows fehlt scheinbar der Pepp, und nicht selten verkommen sie zu trögen Gesprächsrunden der immer gleichen Gesichter: Arnulf Baring, Sahra Wagenknecht, Karl Lauterbach… Der Unterhaltungswert bleibt hier häufig auf der Strecke. Doch die oft wenig spannenden Talkrunden stellen ein gewisses Problem dar: Schnell projiziert der Zuschauer die gepflegte Langeweile der Sendung auch auf ihre Inhalte.

Diese Problematik scheint nun auch Raab erkannt zu haben. Mit dem Versuch, Politik und Spielshow zu vermischen, will er am Sonntag, 11. November, neues Terrain betreten. Und zwar zur begehrten Sendezeit am Sonntagabend nach dem Spielfilm, wo einst Sabine Christiansen und Anne Will moderierten, inzwischen auch Günther Jauch. Doch das Konzept der Sendung könnte der ARD die Zuschauer abspenstig machen.

So sollen sich „zwei bis drei Berufspolitiker, ein Promi und ein Normalbürger miteinander messen“. Dabei winkt dem, der mehr als die Hälfte der Zuschauer überzeugen kann, ein Geldgewinn von 100.000 Euro. Anreiz genug also für die Gäste, Beeindruckendes zu liefern. Doch bringt eine solche Gewinnausschreibung die Gefahr mit sich, dass bei Raab außerordentlich populistisch argumentiert wird.

Raab, dessen TV-Events regelmäßig hohe Einschaltquoten garantieren, hat das Ziel, „die jungen Zielgruppen mit solchen Formaten wieder für Politik interessieren“ – und konzentriert sich damit vor allem auf eine Zuschauergeneration, die bei den öffentlich-rechtlichen Sendern wohl eher abschaltet. Ob er seinen noblen Gedanken umsetzen kann, und ob es ihm gelingt, der Konkurrenz zu Jauch standzuhalten, wird sich im November zeigen. Dann heißt es auf ProSieben: „Absolute Mehrheit – Meinung muss sich wieder lohnen“.

Übrigens: Im Rahmen des zweijährigen Jubiläums veranstaltet die Face2Face-Redaktion zahlreiche Gewinnspiele. Das Gewinnspiel der Wirtschaft&Politik-Rubrik findet sich hier.

„Ich sehe vielleicht nicht so aus, aber ich koche konservativ“ – ein Interview mit Sternekoch Frank Buchholz

Er gilt als „Aufsteiger des Jahres“ auf seinem Gebiet: Frank Buchholz. Mit Face2Face sprach der Sternekoch und Buchautor, der aktuell in seinem Restaurant im Mainzer Stadtteil Gonsenheim die Gaumen seiner Gäste erfreut, über seine persönliche Leibspeise und die Entwicklung der von ihm mitbegründeten Köche-Initiative „Die Jungen Wilden“.

Face2Face: Wie sind Sie auf die Idee gekommen Koch zu werden?
Buchholz: Ich bin in einem Gastronomen-Haushalt groß geworden – die Branche hat mich als Kind schon fasziniert. Als ich mich dann mit 16 für eine Lehre als kaufmännischer Angestellter beworben habe, fand ich keine passende Stelle. Also habe ich zuerst eine Kochlehre gemacht – und siehe da: Es war das Richtige für mich!

Face2Face: Kochen ist ihr Beruf. Wer aber bereitet bei Ihnen daheim das Essen zu? Haben Sie überhaupt noch Lust privat zu kochen?
Buchholz: Ich koche sehr gerne für mich, meine Gäste, Freunde und Familie. Meine Kinder lieben beispielsweise mein Gulasch. Daheim zu kochen ist für mich eine Entspannung. Es ist sehr wichtig, dass man das berufliche und das private Kochen trennen kann. Leider bin ich aber oft zu den normalen Essenszeiten nicht daheim, weil ich arbeiten muss…

Face2Face: Sie haben es gerade selbst angesprochen: Wie bringen Sie Familie und Beruf unter einen Hut?
Buchholz: Ich lege beispielsweise sehr viel Wert auf gemeinsame Urlaube – wir entscheiden auch immer gemeinsam als Familie wohin die Reise gehen soll. Außerdem habe ich eine tolerante Frau, die möchte, dass ich glücklich bin – darüber bin ich sehr froh.

„Ich sehe vielleicht nicht so aus, aber ich koche konservativ“ – ein Interview mit Sternekoch Frank Buchholz

Isst selbst gerne Kaviar, aber auch Currywurst: Sternekoch Frank Buchholz (Foto: Diehl)

Face2Face: Was ist Ihr persönliches Lieblingsgericht?
Buchholz: Das ist eine schwere Frage… Ich esse sehr gerne Kaviar, aber auch eine gute Currywurst weiß ich durchaus zu schätzen. Mein Lieblingsessen ist meist abhängig von meiner Laune. Was ich aber gar nicht mag ist Grünkohl.

Face2Face: Was war das Ausgefallenste, was Sie jemals gekocht haben?
Buchholz: Ich bin ehrlich gesagt nicht sehr kombinierungsfreudig. Auch wenn man mir das vielleicht nicht ansieht, aber ich bin konservativ, was das Kochen betrifft.

Face2Face: Sie waren bereits in Restaurants in Mailand und auf Mallorca tätig. Gibt es Unterschiede zwischen der Küche und den Ansprüchen deutscher Gäste und denen anderer Länder?
Buchholz: In der hohen Kategorie der Restaurants, in denen ich im Ausland gearbeitet habe, gibt es von den Ansprüchen der Gäste her keine wesentlichen Unterschiede. Ich würde jedoch behaupten, dass die deutsche Küche – zumindest in der Zeit, in der ich im Ausland gearbeitet habe – besser war als in anderen Ländern.

Face2Face: Sie sind außerdem in zahlreichen TV-Sendungen zu sehen, beispielsweise beim „ARD Buffet“ und bei der „Promi Kocharena“ auf VOX. Wie gefallen Ihnen solche Auftritte?
Buchholz: Ich fühle mich bei sämtlichen TV-Formaten sehr wohl, weil es um ein Thema geht, das mir am Herzen liegt, nämlich Essen und Trinken. Es ist toll, dass ein Massenmedium wie das Fernsehen dazu genutzt wird, um solch ein Thema zu kommunizieren.

Face2Face: Wer sind „Die Jungen Wilden“?
Buchholz: „Die Jungen Wilden“ sind mittlerweile alte Säcke, die im Kopf jung geblieben sind. Wir haben die Köche-Initiative damals so betitelt, um die jugendliche Neugier im Bezug auf die Küche neu zu interpretieren. „Die Jungen Wilden“ wollen neue Wege gehen und sind sehr kreativ mit einem Hang zu hoher Qualität.

Face2Face: Was sind Ihre Wünsche und Ziele für die Zukunft?
Buchholz: Auf beruflicher Ebene wünsche ich mir, vor allem durch die Unterstützung durch ein tolles Team, weiterhin Erfolg. Privat freue ich mich darauf meine Kinder gesund und glücklich aufwachsen zu sehen.

Kontakt:
Restaurant Buchholz
Klosterstraße 27
55124 Mainz
Tel.: 06131 – 97 12 890
E-Mail: frank@frank-buchholz.de

Tischreservierungen werden angenommen unter: Tel. 06131/9712890

Öffnungszeiten:
Mittwoch bis Sonntag ab 18.00 Uhr

Vorschau: Wie geht es eigentlich hinter den Kulissen der Castingshow „Deutschalnd sucht den Superstar“ zu? Und was macht ein Teilnehmer nachdem er rausgeflogen ist? Das erfahrt ihr nächsten Dienstag exklusiv von Marco Angelini, dem Dritten aus der „Deutschland sucht den Superstar“-Staffel von 2011.

„Schlager vereint Generationen“ – Sängerin Laura Wilde im Interview

„Schlager vereint Generationen“ – Sängerin Laura Wilde im Interview

Jung, keck und modern: So beschreibt Schlagersängerin Laura Wilde ihre Musik (offizielles Pressefoto)

Jung, keck und modern – so beschreibt Schlagersängerin Laura Wilde ihre Musik. Mit ihren 23 Jahren hat die Groß-Rohrheimerin schon viel erreicht: 2011 veröffentlichte sie ihr Debütalbum „Fang deine Träume ein“ und im Februar diesen Jahres wurde sie als „Durchstarterin des Jahres“ ausgezeichnet. Wie ihre Karriere begann, wen sie mit ihrer Musik erreichen will und was an Schlager so toll ist, verrät sie im Face2Face-Interview.

Face2Face: Wann hast du deine Schlagerkarriere gestartet und wie kommt eine junge Frau wie du darauf, ausgerechnet Schlager zu singen?
Wilde: Mit sieben Jahren hatte ich meinen ersten Auftritt bei der Hochzeit meiner Tante. Später nahm ich Gesangsunterricht. Zu der Zeit war mein Repertoire aber noch sehr gemischt, da ich Celine Dion-Fan war – also auch englische Lieder gesungen habe. Von anderen Sängern wurde mir aber immer wieder geraten, mich für eine Richtung zu entscheiden und da entschied ich mich für den Schlager. Ich bin mit deutscher Musik groß geworden. Meine Eltern hörten beispielsweise die „Kastelruther Spatzen“ und so war der Kontakt zu deutscher Musik einfach inniger als der zu englischer. Nachdem ich einige CD-Aufnahmen gemacht und verschiedene Gesangswettbewerbe gewonnen hatte, habe ich mich beim Produzenten Uwe Busse beworben. Der hat sich dann zu meiner großen Überraschung tatsächlich gemeldet, mich für Probeaufnahmen eingeladen und aus der geplanten Single wurde dann 2011 ein Album – ein absolutes Highlight in meiner bisherigen Karriere.

Face2Face: Wen und was willst du mit deiner Musik erreichen?
Wilde: Ich möchte die Leute vor der Bühne, beziehungsweise vor den Bildschirmen erreichen, sie unterhalten und die Alltagssorgen vergessen lassen. Wenn das Publikum die Texte mitsingen kann, berührt mich das unheimlich.

Face2Face: Welches war dein bisher größter Auftritt? Und wie hast du dich dabei gefühlt?
Wilde: Am 30. Oktober 2010 durfte ich mit meiner ersten Single „Ich sehe was, was du nicht siehst“ bei „Willkommen bei Carmen Nebel“ im ZDF auftreten. Das war sehr aufregend, weil auch Stars wie Andrea Berg da waren und natürlich weil sechs Millionen Leute zuguckten. Angst hatte ich nicht wirklich, kalte, schwitzige Hände aber schon. Aber sobald ich die Kamera gesehen habe und es losging, habe ich mich nur noch gefreut.

Face2Face: Wieso hast du dich für den Künstlernamen „Laura Wilde“ entschieden und bist nicht bei „Laura Milde“ geblieben?
Wilde: Das war die Idee meiner Plattenfirme. Meine Lieder sind fetzig und keck und man fand „Milde“ würde das Ganze abschwächen. Anfangs war ich nicht dafür und fand es ganz schön komisch, aber seitdem ich meine erste Single im Oktober 2010 dann unter dem neuen Namen veröffentlicht habe und alles so gut angefangen hat, habe ich mich an den Namen gewähnt.

Face2Face: Schreibst du deine Texte selbst? Und wie wichtig sind die Texte deiner Meinung nach?
Wilde: Nein, ich schreibe meine Texte nicht selbst – bisher macht Uwe Busse das für mich. Aber vielleicht habe ich nach meinem Bachelorstudium auch mal mehr Zeit, mir auch mal selbst Texte zu überlegen. Die Texte sind meiner Meinung nach sehr wichtig. Das habe ich besonders da bemerkt, als Busse für mich das Lied „Ungarisches Blut“ getextet hat. Ich habe ungarische Wurzeln und es hat mich sehr fasziniert wie gut Busse nachempfinden konnte, wie ich fühle.

„Schlager vereint Generationen“ – Sängerin Laura Wilde im Interview

Begeistert mit modernem Schlager: Sängerin Laura Wilde (offizielles Pressefoto)

Face2Face: Du bist Anfang Februar mit dem Leserpreis „Mein Star des Jahres“ in der Kategorie „Durchstarterin des Jahres“ ausgezeichnet worden. Was bedeutet dir das?
Wilde: Es bedeutet mir sehr, sehr viel. Allein dass ich überhaupt nominiert wurde ist schon toll. Das Beste aber ist, dass es ja keine Jury war, die den „Durchstarter des Jahres“ gewählt hat, sondern die Leser selbst. Auch die Preisverleihung in Hamburg war atemberaubend, ich stand mit den ganz Großen auf der Bühne und konnte dann noch meinen eigenen Preis entgegennehmen – was kann es Schöneres geben?

Face2Face: Wie alt sind deine Fans im Schnitt? Und wie pflegst du den Kontakt zu ihnen?
Wilde: Ich würde sagen, die meisten sind zwischen 40 und 60 Jahre alt, aber so genau ist das nicht eingrenzbar. Da ich modernen Schlager mache, bekomme ich auch oft Fanpost oder E-Mails von jüngeren Fans – Schlager vereint eben ganze Generationen. Den Kontakt zu meinen Fans pflege ich mittels „Facebook“ und der regelmäßigen Aktualisierung meiner Homepage. Ich verschicke aber auf Wunsch auch Autogrammkarten und versuche, die Fanpost zu beantworten.

Face2Face: Was machst du, wenn du nicht gerade singst?
Wilde: Ich beende gerade meinen Bachelor in Germanistik und Hispanik an der Uni Mannheim. Es war und ist allerdings oft schwer, Musik und Studium unter einen Hut zu bringen. Ich habe wenig freie Zeit – die nutze ich dann meist zum Inliner- oder Fahrradfahren, für Fitness oder Kino.

Face2Face: Wie sehen deine Wünsche und Pläne für die Zukunft aus?
Wilde: Nach meinem Studium wollte ich ursprünglich ein Volontariat beim Radio beginnen. Voraussichtlich werde ich aber doch erst einmal meine musikalische Zeit genießen. Zudem kann ich meine beiden Leidenschaften – Musik und Radio – ja auch ganz gut verknüpfen, da ich bei Auftritten und Interviews im Radio ja auch einiges von der Arbeit dort mitbekomme. Für die Zukunft wünsche ich mir, dass meine Lieben und ich gesund bleiben, denn man kann zwar viel vor haben, wenn es einem dabei aber nicht gut geht, ist das schlecht. Dann wünsche ich mir natürlich, dass es mit der Musik so gut weiterläuft, dass der Platz vor der Bühne immer voll ist und die Leute mitsingen.

Kontakt:
Homepage: http://www.laura-wilde.de

Vorschau: Und nächste Woche ist „The Voice“-Gewinner Max Giesinger zu Gast bei Face2Face und steht der Musikredaktion Rede und Antwort.

Das perfekte Bond-Girl – ein Interview mit Schauspielerin Nora Tschirner

Eigentlich ist der Weg von Meike Pelzer längst vorbestimmt: Das erfolgreich abgeschlossene BWL-Studium, die Übernahme des väterlichen Betriebs und die bevorstehende Heirat ihres langjährigen Freundes. Doch ihr großer Traum ist es auszubrechen und „offroad“ zu fahren. Nora Tschirner ist aktuell in einer Mischung aus Roadmovie und Liebeskomödie in den deutschen Kinos zu sehen.
Mit Face2Face sprach die 30-Jährige unter anderem über ihre aktuelle Rolle, die Angst vor der Kamera zu stehen und ihre Qualitäten als Bond-Girl.

Das perfekte Bond-Girl – ein Interview mit Schauspielerin Nora Tschirner

Nora Tschirner: Aktuell in ihrem Film „Offroad“ zu sehen (Foto: Deobald)

Face2Face: Sie haben in über 30 Fernseh- und Kinoproduktionen mitgespielt. Wirken Sie lieber in Serien- oder Kinofilmen mit?
Tschirner: Das kommt immer auf das Drehbuch an. Statistisch gesehen habe ich in mehr Kinofilmen mitgewirkt, aber die Dreharbeiten von „Ijon Tichy“ und der Gastauftritt in „Doctor’s Diary“ haben mir auch sehr viel Freude bereitet.

Face2Face: Denken Sie dabei auch gerne an die Zeit der ARD-Vorabendserie „Die Sternenfänger“ zurück?
Tschirner: Ja, Wahnsinn, das ist jetzt schon zwölf Jahre her. Alles war sehr jugendlich melancholisch und mit wirklich guter Musik hinterlegt. Ich erinnere mich gerne daran zurück, die Dreharbeiten waren eine tolle Zeit.

Face2Face: Welche Szene finden Sie in ihrem aktuellen Kinofilm „Offroad“ besonders amüsant?
Tschirner: Da gibt es mehrere. Es sind meist Szenen, in denen man nicht mich sieht, sondern meine Schauspielkollegen. Die Szene mit dem Gazastreifen und dem daraus entstehenden dilettantischen Gangster-Dialog zwischen Julian (Thomas Fränzel), Ulf (Stefan Rudolf) und Tuschi (Tonio Arrango) ist momentan mein Favorit. Da breche ich schon mal ab. Und bei Max von Pufendorf kann ich mich auch schlapplachen.

Face2Face: Modisch gehören Sie zu den eher ordentlich gekleideten Schauspielerinnen. Wie war es für Sie die unvorteilhaft angezogene Meike Pelzer zu spielen?
Tschirner: Schlichtweg super. Meike Pelzer ist für mich der Inbegriff der Grauzone. Mir ist es wichtig, dass das Äußere den Charakter meiner Figur unterstreicht. Bei den Kostümproben war ich stets involviert und konnte beobachten, wie sich meine Figur im Laufe des Films charakterlich verändert.

Face2Face: Wie kann man sich den Ablauf der Dreharbeiten vorstellen?
Tschirner: Es werden zwei bis drei Szenen pro Tag gedreht. Insgesamt waren es bei „Offroad“ 35 Drehtage.

Das perfekte Bond-Girl – ein Interview mit Schauspielerin Nora Tschirner

Beantworteten jede Frage von ihren Fans im Mannheimer Cineplex: Thomas Fränzel, Nora Tschirner, Stefan Rudolf und Elyas M’Barek (von links) bei der Kinotour zum Film „Offroad“ (Foto: Deobald)

Face2Face: Welche Lebensweisheit kann der Zuschauer aus „Offroad“ gewinnen?
Tschirner: Man sollte im Leben öfter mal Zwischenbilanzen ziehen, nicht erst warten bis Weihnachten alles eskaliert.

Face2Face: Mal etwas ganz anderes: Was halten Sie vom aktuellen James Bond, Daniel Craig?
Tschirner: Daniel Craig gefällt mir richtig gut in seiner Rolle als James Bond – ein Schauspieler, der mehr Coolness mitbringt als seine Vorgänger.

Face2Face: Welche Eigenschaften bringen Sie als Bond-Girl mit und welches Bond-Girl favorisieren Sie?
Tschirner (verstellt ihre Stimme): Meinen Top-Body. Ich kann mich super räkeln, glänze im Sonnenlicht und ich kann die Haare werfen. Mein Favorit ist Eva Green aus „Casino Royale“.

Face2Face: Haben Sie einen Tipp für Menschen, die vor der Kamera schüchtern sind, aber trotzdem gerne Schauspieler werden möchten?
Tschirner: Naja, das Wichtigste ist, dass man aus Freude an der Sache Schauspieler werden möchte. Wenn man merkt, dass man Probleme hat mit Kameras, dann ist es vielleicht einfach nicht der richtige Beruf. Zur Sicherheit würde ich mich dazu nochmal im Berufsinformationszentrum beraten lassen – der Beruf des Floristen muss nicht unbedingt schlecht sein (lacht).

Face2Face: Aber Ihr Traumberuf ist nach wie vor Schauspielerin?
Tschirner: Ich finde das Aufgabenfeld extrem spannend und abwechslungsreich – demnach bin ich für einen Nine-to-five Job nicht geschaffen.

Face2Face: Sind Sie demnach auch kein Freund von Routine?
Tschirner: Am Set muss ich mich natürlich an die zeitlichen Abläufe halten, jedoch entsteht dabei nie wirklich eine Art von Routine. Ich mag es lieber, meinen Tag selbst zu strukturieren.

Verlosung von handsignierten Autogrammkarten von Nora Tschirner:

Das perfekte Bond-Girl – ein Interview mit Schauspielerin Nora Tschirner

Gewinnspiel: Mit etwas Glück gehört eine der vier handsignierten Autogrammkarten euch (Foto: Jenowein)

Im Rahmen des Interviews mit Nora Tschirner verlosen wir vier handsignierte Autogrammkarten. Was ihr für eine der vier Karten tun müsst: Schreibt bis einschließlich Freitag, 30. März, 23:59 eine Mail an jean-claude.jenowein@face2face-magazin.de mit dem Betreff „Nora“. In der E-Mail enthalten sein sollte eurer Name sowie eure Postadresse.

Verlost wird unter allen Teilnehmern. Mitarbeiter von Face2Face, sowie der Rechtsweg sind von Verlosung ausgeschlossen. Die Bekanntgabe der Gewinner erfolgt am Freitag, 6.April via E-Mail.


Vorschau: Nächste Woche könnt ihr im Panorama einen Testbericht über legale Drogen lesen.