Kann eine Woche ohne Smartphone unseren alltäglichen Stress reduzieren?

Kann eine Woche ohne Smartphone unseren alltäglichen Stress reduzieren?

Das Smartphone als alltägliche Stressursache?
(Foto: JESHOOTScom, pixabay.com)

Durch das Smartphone haben wir im Alltag viele Vorteile. Wir können ständig mit anderen in Kontakt treten, wir können von überall aus online gehen, unsere neusten Erkenntnisse mitteilen und sind zu jeder Zeit erreichbar. Wer kennt das nicht: plötzlich hat man keine Netzverbindung und kann mit dem Smartphone nicht mehr ins Internet oder jemanden erreichen. Da bricht für manch Einen eine Welt zusammen, andere kommen sich einfach verloren vor. Das muss natürlich nicht der Fall sein, aber passiert doch grade in unserer Gesellschaft sehr häufig, da wir uns viel zu sehr auf unser Smartphone verlassen.

Mein Smartphone und ich

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass ich vor allem durch die täglichen Zugfahrten zur Uni oder auf die Arbeit schon sehr an meinem Smartphone hänge. Der Zug kommt nicht? Schnell mal in der App nachschauen, ob er Verspätung hat. Hat jemand vielleicht versucht mich zu erreichen, während ich grade mal eine halbe Stunde nicht auf das Smartphone geschaut habe? Oder hat meine Arbeit mir vielleicht eine wichtige Mail geschickt, die ich noch lesen muss? Schnell mal in den eingegangenen E-Mails oder Nachrichten nachsehen. Das ist schon so etwas wie ein Ritual und ich habe fast ein schlechtes Gewissen, wenn ich an einem freien Tag mal mein Smartphone liegen lasse und ein paar Stunden nicht darauf schaue. Meist habe ich dann, wenn ich wieder nachsehe, ein paar verpasste Nachrichten und fühle mich gleich unbehaglich, weil jemand versucht hat mich zu erreichen, und ich nicht sofort verfügbar war. Denn ich habe schließlich ein Smartphone und wahrscheinlich hat derjenige erwartet, dass ich mich zeitnah melde.

Kann eine Woche ohne Smartphone unseren alltäglichen Stress reduzieren?

Immer erreichbar sein? Klar! Möglich gemacht durch verschiedene Apps auf dem Smartphone (Foto: TeroVesalainen, pixabay.com)

Das sind alles kleine Beispiele, wie mir mein Smartphone durch Nachrichten erheblichen Alltagsstress bereitet, die mir aber vor dem Selbstversuch noch nicht ganz klar waren. Zusätzlich kommen dann noch die Sozialen Netzwerke. Ich bin gar nicht bei Snapchat und nur selten bei Twitter, wenn, dann eher am Laptop. Aber Facebook und Instagram nutze ich vor allem mit dem Smartphone. Um den Selbstversuch auch wirklich durchzuziehen habe ich mich daher entschlossen, maximal eine halbe Stunde pro Tag in Facebook am Laptop zu gehen, da es wichtig für meine Arbeit ist und ich verschiedene Seiten mitbetreue. Instagram habe ich ganz weg gelassen, sowohl auf dem Smartphone als auch auf dem Laptop. Nun habe ich den Selbstversuch gewagt, und mein Smartphone von Montag bis Freitag ausgeschaltet.

Der erste Tag

Den Montag konnte ich zum Glück zuhause verbringen. Es ist mir zu Beginn gar nicht so sehr aufgefallen, dass ich mein Smartphone nicht nutzen konnte. Ich besitze einen „richtigen“ Wecker, und habe daher schon am Sonntagabend das Smartphone ausgeschaltet. Daher hatte ich vorerst auch nicht das Gefühl, dass mir etwas fehlt, da ich erst gar keine neuen Nachrichten vorfinden würde. Im Laufe des Tages erledigte ich einiges für die Uni und war zwar am Laptop. In gewisser Weise war ich also auch erreichbar, allerdings fiel es mir viel leichter, zum Beispiel mein Email-Programm auf dem Laptop nicht so oft zu öffnen, wie auf dem Smartphone. Das hat wahrscheinlich mit der Funktion der Push-Benachrichtigung auf dem Smartphone zu tun, diese habe ich am Laptop nicht und fühlte mich dadurch auch nicht dazu gedrängt, Nachrichten direkt zu beantworten. Ich habe mir einmal am Tag Zeit für die Emails genommen, und diese dann beantwortet. Und zwar alle auf ein Mal, was mir wesentlich weniger Stress bereitet hat, als wenn ich vier oder fünfmal am Tag einzelne Mails mit dem Smartphone beantwortet hätte. So gesehen war der erste Tag in meinen Augen ein voller Erfolg, obwohl ich einen Laptop zur Verfügung hatte.

Der zweite Tag

Am Dienstag wollte ich mich abends mit einer Freundin treffen. Leider hatte ich vergessen, vor dem Selbstversuch Zeit und Ort mit ihr genau auszumachen, daher musste ich doch morgens mein Smartphone einschalten und kurz eine Nachricht schicken. Das hat zum Glück auf Anhieb geklappt und wir konnten uns für abends verabreden. Allerdings kam es mir direkt wie ein Rückschlag vor. Ich bekam in der halben Stunde, in der ich das Smartphone eingeschaltet hatte, direkt neue Nachrichten und E-Mails. Die habe ich dann schnell beantwortet und meine Freunde darauf hingewiesen, dass ich diese Woche am besten über E-Mail oder Facebook erreichbar bin. Das hat den Selbstversuch wahrscheinlich ein bisschen beeinträchtigt, allerdings hatte ich die Hoffnung, dass ich für den Rest der Woche weniger verpasste Anrufe oder Nachrichten haben würde. Das hat mich dann doch wieder entspannt, darum geht es ja beim Selbstversuch. Zum Glück verlief der restliche Tag ohne Smartphone reibungslos.

Der dritte Tag

Kann eine Woche ohne Smartphone unseren alltäglichen Stress reduzieren?

Am Bahnhof ohne Smartphone, und dann hat der Zug Verspätung. Was jetzt? (Foto: Golda, pixabay.com)

Am Mittwoch musste ich arbeiten, daher hatte ich mir die Zugverbindung bereits am Tag vorher abgeschrieben, ganz altmodisch, in meinen Kalender. Leider kam es direkt auf der Hinfahrt zu Schwierigkeiten. Der Zug kam und kam nicht, und erst als ich mir sicher war, dass ich meinen Anschluss verpassen würde, fuhr er endlich in den Bahnhof ein und ich konnte einsteigen. Erst im Zug ist mir klargeworden, dass ich, wenn ich zu dem Zeitpunkt mein Smartphone gehabt hätte, ständig in der App nachgeschaut hätte, wie viel Zeit mir noch zum umsteigen bleiben würde, oder ob ich auf jeden Fall den nächsten Zug nehmen müsste. Stress pur! Ich konnte ja noch nicht mal auf der Arbeit anrufen, und wegen der Verspätung Bescheid geben. So war ich zwar auch ganz schön nervös, aber habe mir irgendwann gesagt, dass es sich jetzt sowieso nicht mehr ändern lässt, und wenn ich zu spät komme, dann ist das eben so. Vielleicht fahre ich das nächste Mal einfach etwas früher los, damit ich noch eine alternative Bahnverbindung habe. Am Ende hatte mein Anschlusszug tatsächlich auch Verspätung, und ich bin sogar noch pünktlich auf der Arbeit gewesen. Das hat mir wieder mal gezeigt, dass die Welt nicht untergeht, wenn wir mal 5 Minuten nicht auf das Smartphone schauen können. In Zukunft überlege ich mir genauer, wann ich wegen verspäteten Zügen in Stress gerate.

Der vierte Tag

Am Donnerstag musste ich Zuhause einiges für die Uni lesen und der Tag verlief daher auch ohne Smartphone ereignislos. Ich hatte mich allerdings erstaunlich schnell daran gewöhnt, auch am Laptop nicht die ganze Zeit bei Facebook online zu sein oder ständig meine Mails abzurufen. An dem Tag ist es mir doch sehr aufgefallen, dass ich viel gelassener bin, wenn ich nicht ständig auf Abruf stehe.

Der fünfte Tag

Gut ich muss schon zugeben, am Freitag war ich ziemlich erleichtert, dass ich nur noch diesen Tag ohne Smartphone überstehen musste. Die Fahrt auf die Arbeit und zurück verlief zum Glück reibungslos und ich hatte auch an mein Buch für die Zeit im Zug gedacht. Mir fiel gar nicht mehr so sehr auf, dass ich mein Smartphone grade nicht dabei hatte. Klar hat es mir insgesamt geholfen, dass das Buch was ich gerade lese sehr spannend ist, und ich hatte ja auch teilweise meinen Laptop zur Verfügung. Trotzdem fühlte ich mich am Ende der Woche schon um einiges entspannter als sonst, vor allem wenn ich von der Arbeit heimgekommen bin.

Am Freitag sind mir auch einige Dinge aufgefallen, die ich sicher mit Smartphone in der Hand nicht bemerkt hätte. Zum Beispiel der Zug mir gegenüber, als ich am Bahngleis wartete, mit der Aufschrift „Kaffeepäuschen“, der damit wohl auf seine kurze Pause hinweisen wollte. Oder wie oft man sich mit dem Smartphone auch einfach nur von den eigenen Gedanken ablenkt. Ich hatte einfach das Gefühl, mit offenen Augen durch die Welt zu laufen. Und auch wenn das jetzt wie ein Klischee klingt, dadurch freue ich mich zum Beispiel grade jetzt viel mehr auf die Vorweihnachtszeit. Ich bemerkte wie in verschiedenen Städten schon die Weihnachtsbeleuchtung und die Weihnachtsmärkte aufgebaut wurden. Ich bin sehr gespannt, ob ich im Dezember mal öfter mein Smartphone zuhause liegen lasse. Ein Gedanke, der mir vor dem Selbstversuch niemals gekommen wäre.

War es das wert?

Alles in allem war der Selbstversuch zum Thema Stressbewältigung meiner Meinung nach ein Erfolg. Ich habe mein Smartphone vor allem in Situationen vermisst, in denen ich andere hätte erreichen müssen. Dann nicht die Möglichkeit zu haben, andere zu erreichen hat mich schon mehr gestresst, als dass man mich nicht erreichen konnte. Allerdings habe ich auch gemerkt, dass es mich wirklich erleichtert hat, Facebook nicht auf meinem Smartphone nutzen zu können, und mir eine bestimmte Zeit des Tages dafür auszusuchen. Auch wenn ich verschiedenes in Facebook zu erledigen hatte konnte ich das über den Laptop viel entspannter machen. Zusätzlich bekam ich nicht den ganzen Tag Benachrichtigungen von Facebook auf meinem Smartphone, die mir, wie ich gemerkt habe, auch viel Stress bereitet haben. Auf Instagram habe ich erstaunlich gut verzichten können. Das ist normalerweise auch eine App, die ich täglich nutze, deren Fehlen mir aber in der Woche kaum aufgefallen ist. Daher gehe ich davon aus, das ich mich die Nutzung von Instagram auf dem Smartphone gar nicht stresst, sie ist eher eine nette Nebenbeschäftigung.

Kann eine Woche ohne Smartphone unseren alltäglichen Stress reduzieren?

Facebook wird jetzt erstmal von meinem Smartphone gelöscht (Foto: FirmBee, pixabay.com)

Am Samstag danach habe ich erst einmal Facebook und meine Email-Apps von meinem Smartphone gelöscht. Es ist definitiv nicht notwendig, immer über so viele verschiedene Kanäle erreichbar zu sein. Seitdem nehme ich mir einfach einmal am Tag Zeit, um die anstehenden Anfragen zu beantworten. Es bereitet mir wesentlich weniger Stress, wenn ich nicht ständig eine neue Mitteilung auf meinem Smartphone angezeigt bekomme. Natürlich kann ich ja weiterhin drauf zugreifen, allerdings unter meinen Bedingungen. Ich finde generell sollte jeder selbst entscheiden was wichtig ist und was man auch mal später machen kann. Man sollte sich nicht dazu gedrängt fühlen, gleich auf alles eingehen zu müssen, was man geschickt bekommt. Das ist es, was ich aus der Woche gelernt habe. Und wenn mich jemand wirklich erreichen wollte, dann hat er oder sie das geschafft, auch ohne Smartphone.

Ich werde in Zukunft mein Smartphone definitiv öfter mal auf Flugmodus schalten. Was ich nicht direkt mitbekomme, stresst mich auch nicht sofort, und wenn es wichtig ist, dann erfahre ich es schon irgendwie. Also kein Stress.

SoulMe – eine Dating-App auf der Suche nach dem Seelenverwandten

Eigentlich bin ich ja der Meinung, dass man seine wahre Liebe im echten Leben trifft und dass sich zum Beispiel aus einer Freundschaft mehr entwickeln kann, weil schon mal eine gemeinsame Basis vorhanden ist, auf der man aufbauen kann. Dating-Apps sind deshalb nichts für mich. Eigentlich. Das Konzept der Dating-App SoulMe – den Seelenverwandten statt einen schnellen Flirt finden – hat mich dann aber doch ein wenig neugierig gemacht.

Von Freundschaft zum Start-up

Die Freunde Florian, Johannes und Luca, die sich ursprünglich mal in einem Fitnessstudio kennengelernt haben, haben die App ins Leben gerufen. Inzwischen gehören noch zwei weitere Jungs zum Team von SoulMe. Die Idee, eine Dating-App zu entwickeln, entstand schlicht und ergreifend aus Eigenbedarf: „Wir hatten uns im Sommer 2016 getroffen, um „krampfhaft“ irgendeine – damals noch andere – Idee zu entwickeln, allerdings hatten wir es immer wieder über die oberflächliche Online-Dating-Schiene. Florian kam gerade aus einer langjährigen Beziehung und fand es im ersten Moment schwierig und ungewohnt, wieder Anschluss zu finden. Selbst mit seinen besten Kumpels konnte er nicht so richtig darüber reden, weil keiner wirklich verstanden hat, wie er sich dabei fühlt. So langsam kam also die Idee, ein Konzept zu entwickeln, das einem ermöglichen kann, Leute mit gleichen Interessensgruppen und/oder Charaktereigenschaften zu finden.“ Die Jungs haben dann noch verschiedene Dating-Apps getestet und festgestellt, dass sich ihrer Meinung nach das Meiste nur auf der Oberfläche abspielt. Deshalb wollten sie einen Umbruch im digitalen Kennenlernen starten. „Ab einem gewissen Zeitpunkt ist man auch in einem Alter, in dem eine tiefe, innige Beziehung das Ziel ist; das ist auf oberflächlichen Kontaktbörsen zwar auch machbar, jedoch sehr schwierig zu finden. Genau deshalb haben wir also auch SoulMe entwickelt, um eine tolle Alternative zu bieten“, sagen die Entwickler. Obwohl sie bei ihrem Start-up mit Patrick nur einen Programmierer im Team haben und die Wort- und Bildmarke erst kreieren mussten, hat es dennoch von der Idee bis zum Release der momentanen Version nur etwa sechs Monate gedauert. Florian, Johannes und Luca sehen ihre Dating-App allerdings vielmehr als generelle Kennenlern- und Freundes-App: „Wir wollen wirklich ALLEN Menschen ermöglichen, online Leute kennenzulernen, egal, ob Schüler, Student, Erwachsener mit Kind, verheiratete Person oder Senior.“

Was eine Dating-App so alles wissen will

Also gut, es kann nie schaden, neue Leute kennenzulernen und man weiß ja nie, ob sich nicht vielleicht doch mehr daraus ergibt. Gesagt, getan! Nach dem kostenlosen Download melde ich mich mit Benutzernamen, E-Mail und Passwort bei SoulMe an.

SoulMe – eine Dating-App auf der Suche nach dem Seelenverwandten

Originell: Jedes Mal ein neues Zitat beim Start von SoulMe (Foto: SoulMe/S. Holitzner)

Zuvor wurde ich auf dem Startbildschirm mit originellen Zitaten wie „Wer in der Zukunft blättern will, muss in der Vergangenheit lesen“ und „Ich komme eigentlich nie zu spät, die anderen haben es bloß immer so eilig“ begrüßt – eine lustige Idee, die das ganze Thema „Partnersuche“ gleich ein wenig auflockert! Mein Geburtsdatum, mein Geschlecht und meinen Wohnort will die App ebenfalls von mir wissen. Aus einer Liste kann ich meinen Berufsstand und meinen Beziehungsstatus auswählen, muss ich aber nicht. Ich habe kein Problem damit, „Studentin“ und „Single“ anzugeben. Ein Profilbild stelle ich jedoch erst mal nicht ein, da ich zuerst sehen möchte, wer so auf SoulMe unterwegs ist, bevor ich mich auch optisch zu erkennen gebe.

Mit Charaktereigenschaften einen Schritt näher zum Ziel

Nach den erforderlichen Angaben komme ich endlich zu den spannenden und vermutlich einzigartigen Optionen der App, nämlich zur sogenannten „Soulerstellung“. Dazu fordert mich SoulMe auf, aus Listen acht positive, vier ambivalente und vier negative Eigenschaften auszuwählen, die mich einzigartig machen.

SoulMe – eine Dating-App auf der Suche nach dem Seelenverwandten

Noch recht leicht: Die Auswahl der positiven Charaktereigenschaften (Foto: SoulMe/S. Holitzner)

Es fällt mir recht leicht, bei 31 positiven Eigenschaften, die zur Wahl stehen, acht, die zu mir passen, herauszupicken. Da kann ich mir dann so etwas wie „kreativ“, „romantisch“, „familiär“, „zuverlässig“, „gewissenhaft“ und „kommunikativ“ aussuchen. Zur Angabe von vier ambivalenten Eigenschaften aus insgesamt 22 möglichen kann ich mich auch noch entschließen. Dazu gehören dann Dinge wie „emotional“ und „sensibel“. Es fällt mir jedoch echt schwer, vier negative Eigenschaften von mir aus den 28 Vorgaben zu selektieren. Vieles davon sehe ich tatsächlich wirklich nicht bei mir. Ich hätte keine Schwierigkeit damit, so etwas wie „unpünktlich“ (ja, das bin ich leider wirklich manchmal, auch wenn daran zumindest bei 50% der öffentliche Nahverkehr schuld ist) anzugeben. Das fehlt jedoch komplett in der Auflistung. Stattdessen ringe ich mich notgedrungen dazu durch, „stur“ und „launisch“ in die engere Auswahl zu nehmen. Die Gründer von SoulMe haben mir im Vorfeld verraten, wieso man überhaupt Negatives von sich preisgeben muss: „Da wir einen Umbruch im digitalen Kennenlernen starten, sollen die User auf jeden Fall Charakter zeigen. Damit wollen wir uns von der Oberflächlichkeit verabschieden. Da wir nicht wollen, dass sich jeder nur von seiner besten Seite präsentiert – denn: nobody’s perfect –, haben wir uns das überlegt.“ Ich mache weiter: Nach den Charaktereigenschaften habe ich die Möglichkeit, mir drei Interessen aus 17 verfügbaren herauszusuchen, die zu mir passen. Ganz klar: „Musik“, „Fotografieren“ und „Reisen“. Das war jetzt nicht so schwer. Für die Charaktereigenschaften und Interessen haben die Gründer der App im Internet verschiedene Listen durchgesehen und aus über 1.600 möglichen eine Auswahl getroffen, mit der sich jeder grob beschreiben kann.

Per Knopfdruck zum passenden Soul

Für mein Profil muss ich mich dann nochmal für zwei positive Eigenschaften sowie eine ambivalente und eine negative Eigenschaft entscheiden, die dort auftauchen sollen. Auch, dass ich nur Männer angezeigt bekommen möchte, kann ich dort einstellen. Über einen Schieberegler kann ich jetzt bestimmen, zu wie viel Prozent meine Souls mit mir, also meinen gemachten Angaben zu Charakter und Hobbys, übereinstimmen sollen. Souls sind alle Nutzer, die sich bei der App angemeldet haben und zu einem potentiellen Freund werden können. „Unser Konzept war von Anfang an darauf ausgelegt, dass man mit der App Gleichgesinnte, Gleichdenkende und Gleichfühlende finden kann, echte Seelenverwandte, also SoulMates. Da wir allerdings unser eigenes „Wort“ kreieren und den Namen auch etwas abkürzen wollten, haben wir uns für „SoulMe“ entschieden. In der App erstellt jeder Nutzer später seinen individuellen Soul, weswegen wir auch hier das „SoulMe“ mit „text me“ oder „message me“ assoziieren wollen“, sagen die Gründer über die Auswahl des Namens für die App. Von der Grundidee bin ich begeistert. Mal gucken, wer mir jetzt so angezeigt wird, wenn ich auswähle, dass meine Souls zu 50% mit mir übereinstimmen sollen. Klar, es hat auch was, völlig unterschiedliche Eigenschaften und Interessen zu haben, aber für eine erste Kontaktaufnahme schadet es sicher nicht, wenn man doch bei manchen Sachen auf einen gemeinsamen Nenner kommt. Der Algorithmus des automatisierten Matchings sucht mir nun alle Souls heraus, die mindestens die Hälfte aller eingegebenen Eigenschaften mit mir gemeinsam haben.

Finde deinen Prinzen (oder auch nicht)

Unter dem Menüpunkt „Generals“ kann ich danach festlegen, aus welchem Umkreis meine potentiellen Souls kommen sollen. Ich könnte das auch auf ganz Deutschland ausweiten, entschließe mich aber dazu, die Suche erst mal auf 50 Kilometer Umkreis zu beschränken. Nun werden mir nach und nach rund 40 Männer, manche mit Profilbild, manche ohne, präsentiert. Bei jedem sehe ich neben Alter und Wohnort auch die Entfernung zu meinem Wohnort, die drei Interessen und die insgesamt vier für das Profil ausgewählten Charaktereigenschaften. Mindestens 15 der Männer meiner Suchergebnisse sind über 40 und mindestens 15 weitere unter 20 Jahre alt. Blöd, dass ich so gar nicht nach Alter filtern kann.

SoulMe – eine Dating-App auf der Suche nach dem Seelenverwandten

Geplant für 2018: Anhand von vier Emojis sollen sich Nutzer gegenseitig bemerkbar machen können (Foto: SoulMe)

Das soll sich zum Glück im Frühjahr 2018 mit dem geplanten Update von SoulMe mit komplettem Redesign und neuen Features ändern. Dann sind zum Beispiel noch viele neue Eigenschaften und Interessen geplant, die das SoulMe-Team durch das für sie wichtige Feedback von Nutzern aufgegriffen hat. Auch wenn die Idee hinter SoulMe ist, Menschen mit ähnlichen Interessen und Charaktereigenschaften anzuschreiben, wandert der erste Blick trotzdem auf das Foto der einzelnen Nutzer. Das mag jetzt vielleicht oberflächlich klingen, aber ich möchte niemanden kontaktieren, der allein schon vom Foto her aussieht, als er sei einem Gruselkabinett entsprungen oder in einen Jungbrunnen gefallen. Auch alle ohne Profilbild fallen daher für mich raus. Von den wenigen verbleibenden Suchergebnissen schreibe ich einen 24-Jährigen und einen 26-Jährigen an, die beide wirklich sympathisch aussehen. Beide haben bei ihren Interessen ebenfalls „Reisen“ und „Fotografieren“ vermerkt. Das ist jetzt drei Wochen her. Noch heute warte ich auf ihre Antwort. Es ist, finde ich, ein Ding der Höflichkeit, wenigstens mal zu antworten, dass man kein Interesse hat oder vorher erst wissen möchte, wer sich optisch hinter einem Profil verbirgt. Aber selbst das war den werten Herren scheinbar zu viel. Auch sonst hat mich niemand von sich aus über die App kontaktiert.

Man muss es wirklich wollen

Das Konzept hinter SoulMe ist meiner Meinung nach wirklich durchdacht und gut gemacht. Doch das bringt mir leider alles nichts, wenn es an geeigneten Souls mangelt. Vielleicht probiere ich nochmal, die Suche deutschlandweit und ohne große Profilübereinstimmung auszuweiten. Vielleicht bin ich auch zu anspruchsvoll oder habe am falschen Ort gesucht. Ich habe jedoch wieder einmal festgestellt, dass ich Menschen einfach lieber im echten Leben kennenlerne und anspreche, als mich auf einen digitalen Kuppler zu verlassen. Der Versuch, eine App wie SoulMe auszuprobieren, schadet sicher nicht. Allerdings muss jeder selbst entscheiden, ob das der geeignete Weg ist, um nette Bekanntschaften zu machen oder den Partner fürs Leben zu finden.

Mit Dating-Apps zum Erfolg?

Mit Dating-Apps kann man ungezwungen Leute kennenlernen – da sind sich die beiden Studenten Katja (26) und Tobias (27) einig. Katja hat bereits Erfahrungen mit den Apps „Tinder“, „Once“ und „OkCupid“ gesammelt und durch letztere ihren derzeitigen Freund gefunden. Auch Tobias hat schon einige Dating-Apps ausprobiert; seiner großen Liebe ist er dadurch jedoch noch nicht begegnet.

Erstmals genutzt hat Katja eine Dating-App während eines Aufenthaltes in Rumänien, weil sie dort niemanden kannte und Kontakte gesucht hat. Tobias hingegen hat sich auf Empfehlung von Freunden, die auf diese Weise ihren Partner getroffen haben, bei verschiedenen Dating-Apps angemeldet. Als jahrelanger Single dachte er, dass dies seine Chance erhöhen würde, interessante Frauen kennenzulernen. Doch wie hilfreich sind Dating-Apps wirklich und wie unterschiedlich sind die Erfahrungen mit den digitalen Kupplern?

Katja: Viele haben ja Vorurteile, was Dating-Apps angeht, aber ich finde, dass es damit nicht „besser oder schlechter“ ist als jemanden in der „realen“ Welt kennenzulernen.

Mit Dating-Apps zum Erfolg?

Dating mal anders: Romantisches Date per Smartphone? (Foto: S. Holitzner)

Tobias: Ich fand „Lovoo“ ziemlich niveaulos. Alles andere war okay. Natürlich gab es auch da sehr seltsame Sachen: Fake-Accounts, Werbung, pornographische Inhalte und schlüpfrige Angebote. Aber dem ist man als Frau bestimmt noch mehr ausgesetzt.

Katja: Wahrscheinlich. Das liegt aber bestimmt auch daran, dass es zum Beispiel bei „Tinder“ deutlich mehr Männer als Frauen gibt. Selbst ohne aktiv etwas zu tun, wurde ich von Männern angeschrieben.

Tobias: Bei „Tinder“ sind sicher mehr die Typen aktiv, die sich im realen Leben nicht trauen, Frauen anzusprechen und dann einen auf dicke Hose machen. Also gibt es da doch viele notgeile Typen, die nur ne schnelle Nummer schieben wollen und dementsprechend direkt oder versaut schreiben, oder?

Katja: Ich hatte eher das Gefühl, dass es zwei große „Gruppen“ gab: Die, die auf schnellen Sex aus waren, und ganz viele ganz Schüchterne. Also klar gab es auch Männer „dazwischen“, aber viele, die eben in eine dieser Gruppen passen. Ich denke aber, dass die Typen, die nur auf eine schnelle Nummer aus sind, Frauen auch in Bars auf diese Weise anflirten würden. Aber gab es keine Frau bei dir, die „schnell zur Sache“ kommen wollte?

Tobias: Ja, bei mir gab es auch Frauen, die schnell zur Sache kommen wollten. Eine schrieb mir, dass sie mit mir Sex will. Als ich dann meinte, dass ich nicht auf One-Night-Stands aus wäre, schrieb sie, dass man es ja auch zweimal treiben könne. Das war schon wieder so krass, dass es fast amüsant war.

Katja: Oha. Ich glaube, so direkt war da niemand bei mir. Es war dann doch noch ein bisschen mehr „durch die Blume“.

Tobias: Mein Eindruck ist, dass es nur wenige gibt, die eine Beziehung suchen und dies auch so formulieren.

Katja: Das finde ich aber auch schwierig, das von Anfang an so zu formulieren. Es ist immer noch „nur“ ein Weg, um Leute kennenzulernen, und nicht mehr. Mich hat es immer sehr unter Druck gesetzt, wenn ich nach kurzem Chatten die „Ansage“ bekommen habe, dass der andere eine Beziehung sucht.

Tobias: Stimmt, so Ansagen wie „Beziehung gesucht“ sind manchmal nicht einfach und setzen unter Druck. Aber man weiß dann, woran man ist und kann entsprechend damit umgehen. Und erzwingen kann man sowieso nichts.

Katja: Aber wenn du jemanden in einer Bar oder sonstwo kennenlernst, dann stellt sich die Frage nach einer Beziehung auch nicht nach drei Sätzen, oder? Ich glaube etwas „Ungewissheit“ gehört auch einfach dazu und da sind Dating-Apps für mich auch nicht anders als das reale Leben. Ich hatte einmal ein Date mit jemandem, der ziemlich „offen“ und wahrscheinlich auch ein bisschen verzweifelt eine Beziehung gesucht hat. Während des Dates habe ich richtig gemerkt, wie er manche Themen „abgeklopft“ hat, um zu schauen, ob es passt. War super unangenehm.

Tobias: Ich sage meinen Dating-App-Dates schon, dass ich nicht zum Spaß hier bin. Also ich bin nicht auf One-Night-Stands, Abenteuer, Affären oder so aus. Wenn wir uns sympathisch sind, können wir uns mal treffen. Und dann muss man sowieso mal sehen, ob es in eine freundschaftliche Richtung geht oder ob vielleicht mehr daraus wird. Es ist gar nicht so einfach, den guten Mittelweg zwischen „Ausfragen“ und lockerem Gespräch zu finden, weil einfach die Situation schon erzwungen ist.

Katja: Ja, das stimmt. Ich war aber auch jemand, der sich immer relativ schnell treffen wollte, weil ich nicht so hohe Erwartungen haben wollte.

Tobias: Ich kann vielfach von Frauen berichten, die irgendwann nicht mehr zurückschreiben oder kurz vor einem ersten Treffen grundlos absagen und nicht mehr reagieren. Finde das immer ein wenig charakterlos, weil man ja schreiben kann, dass man „kalte Füße“ bekommen hat, jemand anderes kennengelernt hat oder kein Interesse mehr besteht.

Katja: Das geht gar nicht! Ist mir aber auch mit Männern passiert.

Tobias: Ich glaube, manche suchen die Bestätigung und ihnen reicht, wenn man sich mit ihnen treffen will. Oder sie treffen lieber jemand anderes, weil sie parallel mit anderen schreiben. Für mich ist das erste Treffen auch immer ein Kennenlernen bzw. Beschnuppern, weil man sich eben noch nicht persönlich kennt. Erst danach, wenn man sich nochmal trifft, würde ich von einem Date reden.

Katja: Okay. Ich habe da nie wirklich einen Unterschied gemacht. Ich fand meinen Freund nach dem ersten Treffen noch nicht so cool. Ich habe ihn über „OkCupid“ kennengelernt. Er hat mich angeschrieben und er war mit Bild drin. Ich war bei dieser ganzen Online-Dating-Sache ziemlich unverkrampft und hatte einfach Lust, mich mit ihm zu treffen. Das war jetzt aber kein erstes Date, wo es gleich mega gefunkt hatte. Es war nett, aber mehr halt auch nicht. Und ich war zu dem Zeitpunkt auch eigentlich gar nicht so interessiert, aber er hat da nicht locker gelassen. Ich habe es die ersten Treffen nicht so ernst genommen und dann ist mir langsam gedämmert, dass ich ihn schon mag und daraus ist mehr geworden.

Tobias: Das hat sich ja dann gelohnt, dass er drangeblieben ist. Mit wie vielen Männern hast du dich vorher getroffen?

Katja: Mehr als zehn. Und du?

Tobias: Ich habe mich mit weniger als zehn Frauen getroffen. Vermutlich neige ich dazu, manchmal zu lange mit Frauen zu schreiben. Und dann entstehen beidseitig schon irgendwelche Erwartungen bzw. Hoffnungen. Wenn dann bei einem Treffen nicht so der Funke überspringt vom optischen Eindruck her oder weil man nicht so die Gesprächsthemen findet, ist die Enttäuschung irgendwo beidseitig schon vorhanden.

Katja: Ich glaube, dass es hilft, einfach nicht so krampfhaft nach irgendwas zu suchen. Habe ich auch eine Zeit gemacht und es ist ziemlich danebengegangen.

Tobias: Es gab sicher Phasen, in denen ich zu krampfhaft gesucht habe. Die Tatsache, dass ich nicht so die Erfahrungen mit Frauen habe, macht es auch nicht besser. Wenn man mit jemandem schreibt, weiß man halt auch gar nicht, wer am anderen Ende sitzt. Die Emotionen fehlen und das persönliche Kennenlernen ist das A und O. Auch die Optik spielt definitiv eine Rolle und lässt sich nur zum Teil durch Fotos beurteilen, was ja auch oberflächlich ist. Mir gefällt der Spruch: „Die Optik ist die Eintrittskarte und der Charakter die Dauerkarte.“ Aus dem Grund habe ich für mich nun auch gemerkt, dass diese Apps für mich nicht geeignet sind und mich mittlerweile überall abgemeldet. Allerdings hatte es für mich auch nicht nur Schlechtes. Ich habe darüber eine richtig gute Freundin kennengelernt. Da war aber schon beim Schreiben vor dem ersten Treffen klar, dass es rein freundschaftlich ist.

Ob Liebe oder Freundschaft – sowohl Katja als auch Tobias haben über verschiedene Dating-Apps jemanden kennengelernt. Jetzt wollen wir von euch wissen: Welche Erfahrungen habt ihr mit Dating-Apps gemacht?

Apps und weitere Hilfen für nachhaltigen Lebensmittelkonsum

Die Menschheit lebt über ihre Verhältnisse. Der statistische, ökologische Fußabdruck eines Bürgers der EU oder der USA ist viel zu groß. Doch was tun? Ein wichtiger Schritt wäre es, dass wir Alternativen finden und nachhaltiger konsumieren. Besonders bei den Lebensmitteln tun wir nicht nur der Umwelt, sondern auch uns selbst etwas Gutes. Man muss nur genauer hinschauen.

Ein Schritt, den viele bereits gehen, ist es, Bio-Lebensmittel zu kaufen. Doch auch hier ist Vorsicht geboten. Nicht alles ist, wie es scheint. Auch hier gibt es Schummeleien und Hintertürchen (Bemerkung: Darauf werden wir bald genauer eingehen). Der neue Trend des Food-Sharings ist ebenfalls zu empfehlen. Die Qualitätssiegel, die auf Produkten zu finden sind, wie zum Beispiel bei Fisch, sind ebenfalls ein wichtiger Hinweis für Nachhaltigkeit. Oft entsprechen diese Produkte wenigstens den Mindestanforderungen. Nun gibt es noch weitere Hilfen, die einem das Leben erleichtern sollen.

Der WWF hat dazu einen Einkaufsratgeber. Auch eine App ist bereits vorhanden, die beim Fischkauf zu Rate gezogen werden kann. Der Verein für kontrollierte alternative Tierhaltungsformen (KAT) ist die Kontrollinstanz für die Herkunftssicherung und Rückverfolgung von Eiern aus alternativen Hennenhaltungssystemen in Deutschland und den benachbarten EU-Ländern. Das KAT Siegel hat strenge Auflagen. Doch mehr noch. Anhand der Nummer, die auf jedem Ei zu finden ist, kann jeder herausfinden, wie und wo ein Ei entstanden ist. Diese Nummer kann man online oder per App eingeben und bekommt alle  nötigen Infos dazu, wie auch einige Bilder aus dem Bauernhof.

Andere Apps können ebenfalls hilfreich sein, müssen sie aber nicht. Generelle Vorsicht ist ebenfalls hier geboten. Doch das Internet hilft bei gegenseitigem Erfahrungsaustausch. Weitere Apps, die es lohnen, ausprobiert zu werden sind die Apps von AOK (AOKgenießen für Rezepte und AOKeinkaufen fürs einkaufen). Mit Hilfe der App BIO123 des Barcode Scanners sollen hier sogar Bio-Produkte gescannt und Infos dazu eingeholt werden können. Auch der nächste Bio-Laden soll hier angezeigt werden.

 

Vorschau: In zwei Wochen geht es mit der Tier&Umwelt Rubrik weiter. Wir beleuchten, ob Bio wirklich immer besser ist.

Evernote – mehr als nur Notizen

Wer von euch kann mobil jederzeit auf den Einkaufszettel, die Urlaubsplanung für den nächsten Irland-Trip und das komplexe Projekt, das man gerade betreut, zugreifen?

Klar, wenn die Handtasche groß genug ist, bekommt Frau das auch mit Notizbüchern und zentnerschweren Collegeblöcken hin – aber seien wir ehrlich: Der einfachere Weg ist Evernote.

Evernote? Noch nie gehört?

Zu viel Papiermüll ? Das ist Vergangenheit dank Evernote (Foto: Odermatt)

Zu viel Papiermüll ? Das ist Vergangenheit dank Evernote (Foto: Odermatt)

Evernote ist dein virtuelles Gedächtnis – und so überrascht auch der Elefant als Logo nicht. Mit der Software Evernote habt ihr die Möglichkeit Notizen in der Cloud zu speichern und diese von überall aus abzurufen. Das geht mithilfe der entsprechenden App am PC, am Smartphone oder Tablet. Diese ist für alle Plattformen kostenlos zu haben.

Der Gesamtspeicherplatz für die Notizen in der Cloud wird durch den Anbieter nicht limitiert. Stattdessen gibt es verschiedene Pakete, die sich durch die Upload-Kapazität unterscheiden. Die kostenlose Version bietet 60 Megabyte im Monat an. Nach einem Monat wird das verbrauchte Datenvolumen dann wieder auf Null zurückgesetzt. Viele kennen das ja bereits von ihrem Datenvolumen beim Smartphone-Vertrag. Die kostenlose Version ist für reine Textinhalte und gelegentliche Bilder oder Belege hervorragend geeignet.

Wer Evernote komplex nutzt, wird jedoch schnell an die Grenzen der Upload-Kapazität der kostenlosen Version kommen.

Unter „komplexer Nutzung“ ist Folgendes zu verstehen:

  •  das häufige Einscannen und Abfotografieren von Belegen, Visitenkarten usw. via Smartphone, die samt Kurznotiz in Evernote gespeichert werden
  •  die Recherche im Web, mit der man dank „Webclipper“ sehr lesefreundliche Artikel direkt in Evernote abspeichern kann
  •  das Ablegen von Fotos in Evernote samt Notizen

Für solche Fälle gibt es die Premium-Version mit einem Gigabyte Upload-Kapazität für fünf Euro monatlich oder 40 Euro im Jahr. Im nachfolgenden Video nutze ich die Premium-Version und habe mit dieser Version noch nie die Upload-Kapazität von einem Gigabyte (1.000 Megabyte) aufgebraucht.

Wie gefällt euch der Funktionsumfang von Evernote? Könntet ihr euch vorstellen, damit zu arbeiten oder arbeitet ihr bereits damit?

Vorschau: Am Sonntag, den 08. Juni gibt es an dieser Stelle einen Quick Tipp zu Evernote.

Tipps zum TeamViewer

Der ständige technische Fortschritt revolutioniert immer wieder unseren Alltag. Für Schule oder Beruf werden schriftliche Anfertigungen am PC gemacht, Präsentationen mit Powerpoint vorbereitet und online bei amazon Bücher bestellt.
Alleine am eigenen Bildschirm ist dies meist kein Problem. Schwer wird es bei Gruppenprojekten, z. B. bei der Gestaltung von Präsentationen oder Grafiken. Vor allem, wenn sich zwei Partner aus Zeitgründen nicht persönlich treffen können. Auch die Benutzung verschiedener Betriebssysteme oder Programmversionen führt häufig zu Konvertierungsproblemen, welche die Zusammenarbeit an einer Datei erschweren. Da wünscht man sich, man könne sich jederzeit und an jedem Ort denselben Bildschirm teilen.
Diesem Wunsch entgegenzukommen empfiehlt euch Face2Face TeamViewer.

1. Was ist TeamViewer?
TeamViewer ist eine Software, die für alle gängigen Betriebssysteme wie OS X, Windows, Linux und die mobilen Systeme wie Android und IOS verwendet werden kann.
2005 wurde die deutsche TeamViewer GmbH in Göppingen gegründet, die sich mit der Entwicklung und dem Vertrieb von Systemen für webbasierte Zusammenarbeit und Kommunikation befasst. Mehr als 200 Millionen Nutzer aus über 200 Ländern sprechen für das Programm, welches mittlerweile in über 30 Sprachen verfügbar ist.

2. Wie funktioniert es?
Zwei Geräte miteinander zu verknüpfen ist nicht schwer. Auf beiden Geräten muss jeweils eine Version von Teamviewer vorhanden sein. Eine Installation ist nicht erforderlich, wird jedoch empfohlen. Die Software ist kostenfrei online auf www.teamviewer.com als Download erhältlich. So lässt sich das Programm beispielsweise auf den USB-Stick ziehen und von jedem Rechner ausführen. Bei der Benutzung muss beachtet werden, dass die kostenfreie Lizenz nur für die private Verwendung gilt.

Beim Start des Programms muss der aktuelle Sicherheitscode zwischen den Nutzern ausgetauscht werden. Dies funktioniert ähnlich wie die Bluetooth-Kalibrierung auf Smartphones. Somit wird die Verbindung aufgebaut. Nun öffnet sich TeamViewer als normales Programmfenster. Es lässt sich also beliebig minimieren, maximieren oder schließen.
In diesem Fenster sieht man den Bildschirm des anderen, mit allen offenen Programmen und Dateien. Eigene Mausbewegungen und Tastatureingaben werden direkt am Bildschirm des Gegenübers angezeigt.
Somit hat man einen kompletten Zugriff auf den anderen Rechner mit allen Funktionen, so als wäre man direkt vor Ort.
Zu beachten ist, dass die Bildübertragung nur einseitig abläuft. Während man also den Bildschirminhalt des Gegenübers sieht und steuert, hat der Gegenüber selbst nur Zugriff auf seinen eigenen Bildschirm. In den Einstellungen kann man das bei Bedarf umkehren.

3. Wie sicher ist es?
Damit kein unbeabsichtigter Zugriff erfolgen kann, verfügt TeamViewer über eine doppelte Sicherung. Zum einen muss man die Teilnehmernummer des anderen kennen und eingeben. Anschließend ist ein Pin nötig. Dieser wird bei jedem Programmstart neu generiert.

4. Weitere Vorteile:

  • Die Nutzung ist ohne Angabe privater Daten möglich
  • Es gibt es keine Werbung oder störende Newsletter
  • Keine Registrierung oder Installation erforderlich
  • Leichte Handhabung

5. Mögliche Nachteile:

  • Eine Dateiübertragung ist schwierig
  • Mögliche Inkompatibilität von Tastenkombinationen bei der Verwendung von verschiedenen Tastaturmodellen
  • Eine gute und stabile Internetverbindung ist erforderlich
  • Nicht geeignet zum Streamen von Videos oder Spielen

Vorschau: Nächste Woche erfährt ihr an dieser Stelle, wie ihr selbstständig einen Guacamole-Dip herstellen könnt.