Amselsterben durch Usutu-Virus – Eine Eilmeldung

Aus aktuellem Anlass beschäftigt sich die Tier&Umwelt-Redaktion heute mit dem Amselsterben. Den angekündigte Artikel über Pandas lest ihr am Donnerstag in zwei Wochen.
Erneut wurde eine Warnung herausgegeben: Ein Massensterben bedroht in diesem Jahr die Amselpopulationen. Das Usutu-Virus ist an all dem Schuld.

Amselsterben durch Usutu-Virus – Eine Eilmeldung

Gefahr durch einen Virus- Ein Amselmännchen in freier Natur (© Carsten Raum / pixelio.de)

Das Usutu-Virus wird von Stechmücken übertragen und befällt Vögel und Säugetiere. Besonders bei Vögeln endet diese Infektion tödlich. Die Amsel wird davon nun stark heimgesucht- auch andere Vogelarten- wie Haussperlinge und Kohlmeisen wurden schon vereinzeln befallen. Das Virus stammt ursprünglich aus Afrika und wurde durch Zugvögel nach Europa eingeschleppt. Der erste Fall einer Usutu. Virus Infektion in Europa wurde 2001 in Wien bekannt. 2010 wurden die ersten Viren in Deutschland entdeckt. Nun droht auch wieder 2012 ein erneutes Amselsterben.

Amseln sind leicht zu erkennen. Die Männchen besitzen ein schwarzes Gefieder und einen gelben bis orangenen Schnabel. Um die Augen herum befindet sich ein farblich dazu passender Ring, der sich deutlich von der Iris abhebt. Weibchen dagegen haben einen dunkleren Schnabel und ein braunes bis graues Gefieder. Der um die 25 Zentimeter große Vogel ist in Europa heimisch und brütet nahezu flächendeckend nicht nur im Wald, sondern auch siedlungsnah. Da sie flexible und anpassungsfähige Allesfresser sind, konnten sie bereits weit in das Gebiet der Menschen eindringen.

Amselsterben durch Usutu-Virus – Eine Eilmeldung

Infizierte Tiere sollen gemeldet werden – Ein Amselweibchen im Nest (© Dieter Schwane / pixelio.de)

Warum ist diese Meldung wichtig? Auch für den Menschen kann dieses Virus gefährlich werden. Das Usutu-Virus ist mit dem West-Nil Virus verwandt und kann auch Menschen befallen. Im Jahre 2009 erkrankten erstmals Menschen in Italien daran. Besonders ältere und immunschwache Personen sind gefährdet. Infizierte Menschen bekommen Fieber, Kopfschmerzen, Hautausschläge und im schlimmsten Falle eine Hirnhautentzündung.

In der Pfalz um Landau Neustadt/Weinstraße und Bad Dürkheim sind insgesamt 95 tote Vögel gefunden worden. Erst in den letzten Tagen wurden sechs weitere Amseln positiv getestet. Tote Vögel sollten schnellstmöglich an das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNI) in Hamburg oder an das örtliche Veterinäramt geschickt werden. Der Finder sollte jedoch sehr vorsichtig sein und nicht ohne Handschuhe und Plastiktüten agieren.

Infizierte Vögel sollten ebenfalls gemeldet werden. Man erkennt sie daran, dass sie ein zerzaustes Gefieder besitzen, kaum noch fliegen und auffällig taumeln. Das Virus befällt nämlich ebenfalls das Gehirn des Vogels. Verhaltensauffälligkeiten, wie Apathie – also Teilnahmslosigkeit- oder, dass die Vögel nicht flüchten, sind ebenfalls ein deutliches Zeichen. Momentan zeichnet sich ein ähnlicher Verlauf des Ausbruchs ab, wie vergangenes Jahr.

Vorschau: Nächste Woche erfahren wir etwas über Schwämme und die marine Biotechnologie.