Nachrichten – aber wo bleibt das Positive?

Mir wird ganz schwindlig, wenn ich in der letzten Zeit Nachrichten schaue, um zu erfahren, was es Neues in der Welt gibt. Meine gute Laune bekommt einen ordentlichen Dämpfer, als die ersten Bilder aus Libyen und Syrien über den Bildschirm flackern. Was ist nur in unserer Welt los?

 Während in Libyen Ausnahmezustand herrscht, da die Gegner Gadaffis für ein freies Land kämpfen, befinden sich Tausende Syrer zurzeit auf der Flucht in die Türkei. Japan hingegen kämpft mit den Folgen des schwersten Erdbebens in seiner Geschichte: Vor Kurzem wurde bekannt, dass es drei Kernschmelzen gab. Der Radius der evakuierten Zone wurde von 20 km auf 40 km erweitert und nun hat man radioaktives Strontium im Grundwasser gefunden. Die Fassungslosigkeit ob dieser Situation nagt selbst am Zuschauer.

 Griechenland fechtet mühsam seinen eigenen Kampf gegen den finanziellen Staatsruin aus, jedoch ohne großen Erfolg: Die Kreditwürdigkeit des Landes ist weiter herabgestuft worden, trotzdem berät das Europäische Parlament über einen zweiten Rettungsschirm in einer schwindelerregenden Höhe von 120 Milliarden Euro.

 In Australien wurde der Ort Christchurch wieder von einem Erdbeben heimgesucht. Vor 4 Monaten gab es dort schon einmal ein Beben, das 81 Menschen das Leben gekostet hatte. Die Menschen dort müssen nun mit weiteren Nachbeben rechnen.

Und Deutschland? Das ist immer noch beschäftigt mit EHEC, das 36 Menschenlebengefordert hat. Erst heute wurde wieder bekannt, dass ein zweijähriger Junge an den Folgen von EHEC gestorben ist. Kaum gibt es eine Entwarnung, sorgt schon wieder der nächste Fund für Aufruhr. Mittlerweile glaubt man aber, den Übeltäter gefunden zu haben: Sprossen. Allerdings ist bislang unklar, wie die Erreger in den niedersächsischen Betrieb geraten sind. Schlimmer ist jedoch, dass viele der erkrankten Menschen mit Folgeschäden werden leben müssen.

 Die Nachricht, dass Dirk Nowitzki mit seiner Basketball-Mannschaft Dallas Mavericks NBA Champion geworden ist und zudem noch als bester Spieler der Finalserie ausgezeichnet wurde, geht bei den vielen negativen und eher schockierenden Nachrichten beinahe unter. Ich bekomme es zwar mit und ich finde es toll, dass sein jahrelanger Traum nun endlich in Erfüllung geht, aber die anderen Bilder sind immer noch in meinem Kopf.

 Ich weiß nicht, ob es nur mir so geht, aber mittlerweile fürchte ich mich schon ein bisschen vor den Nachrichten aus aller Welt. So viel Leid und Krieg, so viel Elend und Todesnachrichten, so viel Meldungen über irgendwelche Krankheiten, dass sich einem allein bei dem Gedanken schon die Nackenhaare aufstellen. Warum können die Nachrichten denn nicht ab und an auch etwas Positives mit einfließen lassen? Ein Bekannter von mir meinte erst neulich, dass man in den Nachrichten verkünden könnte, wie viele Kinder auf die Welt gekommen seien. Eine schöne Idee …

Ohnehin – warum nur Negatives über die Welt berichten? Warum den Menschen nur dasSchlechte vorhalten? Das muss sich auch der 34-jährige Luca Marcolivio gedacht haben, alser im Februar 2010 die italienische Zeitung „L’Ottimista“, zu Deutsch „Der Optimist“,mitbegründete. Diese Zeitung ist nur so gespickt mit positiven Nachrichten – Gewalt, Sexdelikte, politische Berichterstattungen, all das sucht man hier eher vergebens. Luca Macolivio äußerte in einem Interview, dass die Menschen über das Schlechte, das in der Welt geschieht, ohnehin Bescheid wüssten, deshalb ist es auch nicht wirklich einseitig, nur Positives zu berichten. Bei dieser Zeitung schreiben sechs Journalisten mit, der Hauptsitz liegt in Rom und die Zeitung erscheint online und einmal pro Woche auch als Printausgabe. Sie erfreut sich bereits großer Beliebtheit. Allerdings ist sie noch immer von Spenden abhängig.

 Natürlich ist eine solche Idee nicht neu: Auch in Amerika gibt es solche Zeitungen, wie zum Beispiel die Internetzeitung happynews.com. Ob diese Zeitungen nun besser oder schlechter sind als irgendwelche anderen Zeitungen, muss jeder wohl für sich selbst entscheiden.

 Ich muss allerdings gestehen, dass ich es auch schön finde, nicht nur negative Schlagzeilen zu lesen, sondern auch eine ganz andere Seite der Medaille aufgezeigt zu bekommen. Denn von irgendwelchen Sexskandalen, Plagiatsvorwürfen, Vogelgrippe-Schweinegrippe-EHEC Nachrichten sowie ständigen Unruhen habe ich gerade genug. Und so lese ich – ja, ich gestehe es – auch gerne mal über die schlechten Nachrichten hinweg und versuche mich, ein klein wenig mehr Optimist zu sein. Denn vielleicht hat Luca Marcolivio ja recht, wenn er sagt: „Es gibt das Böse, aber aber man kann es besiegen.“

 In diesem Sinne: Eine schöne Woche!

Eure Lea

Vorschau: Nächste Woche beäugt Eva für euch die Frauen Fußball WM.