Endlich Schluss mit dem Abi-Chaos!

Selbstständig werden ist nicht schwer – selbstständig sein dagegen sehr. Sebastian Richter (26) und Florian Dyballa (23), beide aus Frankfurt am Main, haben den Sprung in die Selbstständigkeit dennoch gewagt und kurzerhand ihr eigenes Start-Up-Unternehmen gegründet. Was es mit ihrem Herzensprojekt „abilife“ auf sich hat und wie sie das Jungunternehmertum meistern, verraten sie im Face2Face-Interview.

Face2Face: Kurz und knackig zusammengefasst: Was ist „abilife“?
Florian: „abilife“ ist eine Organisationsplattform und gleichzeitig Ansprechpartner speziell für Abiturienten. Wir decken alle Bereiche rund um das Thema Abiturplanung ab.

Face2Face: Welche sind das konkret?
Sebastian: Das Hauptaugenmerk liegt auf Abi-Büchern – den wichtigsten, mit Bildern und Zitaten gefüllten Erinnerungsstücken an die Schulzeit – und Abi-Shirts mit Logo, Motto und meist auch einer Namensliste des Jahrgangs. Doch mitunter lässt „abilife“ auch Flyer beispielsweise für die Abi-Vorfinanzierungs-Fete drucken.

Endlich Schluss mit dem Abi-Chaos!

Stehen Abiturienten mit Rat und Tat zur Seite: (v.links) „abilife“-Gründer Florian Dyballa und Sebastian Richter (Pressefoto abilife.de)

Face2Face:Wie schafft ihr es, dass Schüler auf euch aufmerksam werden? Lernt ihr eure Kunden persönlich kennen?
Sebastian: Wir setzen auf bewährte Suchmaschinen wie Google. Dank unserer verschiedener Internetdomänen (Anm. d. Red.: Es existieren neben der Hauptwebpräsenz www.abilife.de noch insgesamt sechs weitere Internetseiten) erzielen wir dort immerhin schon mal eine recht hohe Trefferquote und erhalten bundesweit Aufmerksamkeit.
Florian: Hinzu kommt der persönliche Kundenkontakt. Sebastian fährt dafür auch gern mal selbst an die Schulen und berät die Abi-Komitees von Angesicht zu Angesicht. Besonders rege ist und bleibt allerdings der Kontakt via Telefon und E-Mail.

Face2Face: Wie vielen Abiturienten im deutschsprachigen Raum konntet ihr bereits helfen?
Sebastian: Wir haben bereits über 350 Abschlussjahrgänge in Deutschland und Österreich betreuen dürfen. Künftig wollen wir uns zudem noch auf die Schweiz ausweiten.

Face2Face:Fühlt ihr euch mit „abilife“ in eure eigene Schulzeit zurückversetzt?
Sebastian: Wenn ich vor Ort bin, um die Schüler zu beraten, fühle ich mich total an meine Zeit als Abiturient erinnert. Der direkte Kontakt mit den Schulabsolventen macht ohnehin viel Spaß – er bietet eine willkommene Abwechslung zum Büroalltag und ist für beide Seiten immer hilfreich.
Florian: Überhaupt war der Auslöser für die Idee, das Unternehmen „abilife“ zu gründen, mein eigenes Abitur. Die Abi-Organisation mündete in meinem Jahrgang damals im kompletten Chaos; ich wollte einfach, dass es anderen Schülern nicht länger genauso ergeht.

Face2Face: Wie viel Zeit investiert ihr in das Unternehmen? Bleibt daneben noch Zeit für euch selbst?
Florian: Wir haben keine reguläre 40-Stunden-Woche, sondern arbeiten mal mehr, mal weniger – je nachdem, was anfällt. Für dieses Jahr haben wir uns allerdings vorgenommen, unsere Work-Life-Balance wieder mehr in den Vordergrund zu rücken. Das schaffen wir, indem wir für Ausgleiche sorgen und uns die Zeit für Urlaub, Sport oder die Beziehung einfach nehmen.
Sebastian: Es gab schon Phasen, vor allem kurz nach der Unternehmensgründung, da habe ich sieben Tage in der Woche im Büro verbracht. Ich hoffe, dass wir solche Extreme mit unserer verbesserten Work-Life-Balance-Strategie künftig vermeiden können.

Face2Face: Welchen Anspruch habt ihr an „abilife“?
Florian: Wir wollen stets den Schüler in den Fokus rücken, um ihm einen echten Mehrwert bieten zu können. Wir unterstützen Schüler neben der Hilfe in den Abi-Komitees auch durch kostenlose Produkte. Ein gutes Beispiel dafür ist unsere letztjährige Aktion „Energie für deinen Abistreich“ in Kooperation mit der Energy-Drink-Marke „rhino’s energy“. Wir haben einen Wettbewerb zwischen den Schulen initiiert, bei dem diejenigen Jahrgänge mit den besten Abistreich-Einfällen belohnt wurden. Der Preis: So viele kostenlose Energy-Drinks, wie die Schüler trinken konnten.
Sebastian: Generell ist es unser Ziel, dem Schüler eine relativ große Bandbreite anzubieten; dazu gehört alles vom kostengünstigen Abi-Buch über kostenlose Abi-Party-Flyer bis hin zum preiswerten Ballkleid für den Abschlussball.

Face2Face: Was nehmt ihr als nächstes in Angriff? Habt ihr ganz aktuell Projekte in Planung?
Sebastian: Wir wollen uns weiter in Richtung Schulmarketing orientieren und die junge Zielgruppe, sprich den Abiturienten zwischen 16 und 21 Jahren, interessierten Unternehmen zugänglich machen.
Florian: Wir haben dabei das Bestreben, online und offline zu verbinden, sowie den Schülern in Zukunft noch viel mehr Unterstützung aus der freien Marktwirtschaft anbieten zu können.

Kontakt:
abilife.de ®
Trakehner Strasse 7-9
60487 Frankfurt/Main
Tel: 069/ 175 373 • 850
E-Mail: info@abilife.de

 Vorschau: Nächste Woche erfahrt ihr im Panorama mehr über den Trend hin zu Schönheitsoperationen.

Abitur nachholen – Welche Schulform ist für mich die Beste?

Das Abitur ist nicht nur der höchste deutsche Schulabschluss, sondern auch eine wichtige Qualifikation für den Berufserfolg. Obwohl es bereits Fachhochschulen gibt, an denen das Fachabitur für eine Zulassung genügt, so benötigt fast Jeder der studieren möchte die Allgemeine Hochschulreife. Die Gründe das Abitur zu machen sind individuell und hängen von den jeweiligen Zielen und Wünschen ab. Wer nicht auf dem ersten direkten Bildungsweg seine allgemeine Hochschulreife erwirbt, für den gibt es heutzutage viele Möglichkeiten dies nachzuholen. Dabei muss jeder für sich entscheiden, ob er für das nachgeholte Abitur die Nachteile in Kauf nehmen will.

Pro:

  • Bessere Durchschnittsgehälter
  • Möglichkeit der Arbeitgeberfinanzierung für das abendliche Berufskolleg
  • Individuelle Anpassung an die jeweilige Situation: Berufsbegleitend, entweder Vollzeit oder Teilzeit, abends oder vormittags, in einer Schule oder Zuhause
  • Ein einfacherer Zugang zur Universität und Fachhochschule wird ermöglicht
  • Bessere Berufsaussichten auf dem Arbeitsmarkt

Kontra:

  • Das Abitur wird nicht überall benötigt. Heutzutage genügen Berufserfahrungen und Zusatzqualifikationen um studieren zu können
  • Zeitintensiv, langwierige Angelegenheit
  • Erhebliche Einschränkung der vorhandenen Freizeit
  • In manchen Fällen ist die berufliche Vollzeitbeschäftigung nicht parallel möglich, daher gibt es auch finanzielle Einbußen
  • Die klar definierten Zugangskriterien bieten nicht Jedem die Chance

Wer sich dafür entscheidet, kann im ersten Bildungsweg, also in der Oberstufe das Abitur nachholen, sofern er eine mittlere Reife hat und nicht älter als 21 ist. Des Weiteren bieten einige Privatschulen staatlich anerkannte Abschlüsse an und werden auch Ersatzschule genannt. Derzeit gehören die Waldorfschulen und etliche kirchliche Einrichtungen zu den größten privaten Anbietern.

Abitur nachholen – Welche Schulform ist für mich die Beste?

Abitur nachholen – Soll ich´s oder soll ich´s nicht? (© Gerd Altmann/ pixelio.de)

Sollte das keine Option sein, gibt es noch den zweiten Bildungsweg. Die sogenannten „Schulen für Erwachsene“ ermöglichen diverse Abschlüsse nachzuholen und passen sich primär an die Bedürfnisse von Erwerbstätigen und Arbeitslosen an.

In einer Fernschule kann man, abhängig vom Wissensstand, das Abitur innerhalb von 30 bis 42 Monaten erwerben. Wer sich hierbei nicht sicher ist, kann zuvor vier Wochen lang am Probeunterricht teilnehmen.

Der Besuch auf einer Abendschule setzt mindestens die mittlere Reife und eine mindestens drei Jahre ausgeübten Berufstätigkeit oder Berufsausbildung voraus. Unterrichtet wird abends oder an Wochenenden und der Erwerb dauert bis zu drei Jahren.

Auf dem Abendgymnasium gelten gleiche Voraussetzungen bezüglich der Berufserfahrungen. Ein Mindestalter von 19 Jahren muss erreicht und ein Haupt- oder Realschulabschluss vorhanden sein. Allerdings wird vereinzelt eine Aufnahmeprüfung verlangt.

Ferner bieten einige Volkshochschulen das Nachholen des Abiturs an. Zwar variieren die Bedingungen zwischen den Bundesländern, aber die vorab genannten Kriterien sind in der Regel grundlegend. Hierbei sollten drei bis vier Jahre eingeplant werden. Unterschiedlich fällt auch die Gebühr aus (zwischen Null und 500 €).

Das Kolleg schließt sich den anderen Schularten an. Der wesentliche Unterschied: Der Unterricht findet tagsüber statt und ist mit einer Erwerbstätigkeit, aufgrund zeitlicher Eingespanntheit und aus Rechtsgründen, unvereinbar. Nebenjobs sind dabei aber nicht betroffen.

Vorschau: Nächste Woche erwartet euch ein Video, in dem eine selbst nachmachbare Flechtfrisur vorgestellt wird.

Loslassen, Ausziehen, Neues entdecken…

Das Leben besteht aus unterschiedlichen Phasen, die jeder von uns irgendwann einmal durchläuft. Phasen, die uns dabei helfen, unsere Persönlichkeit sowie verschiedene Kompetenzen zu entwickeln. Manche nennen es auch Stufen – was an das gleichnamige Gedicht von Hermann Hesse erinnert, in dem daran erinnert wird, den Lebensfluss zu akzeptieren und stets offen für Neues zu sein. Natürlich bringt nicht jede Phase nur schöne Seiten mit sich, man erinnere sich selbst vielleicht an die eigene Pubertät. Da hatte jeder mit Pickeln, dem Stimmbruch und dem ersten Liebeskummer zu kämpfen. Und dennoch hat auch diese Zeit jeden individuell intensiv geprägt und dazu beigetragen, dass wir heute die Menschen sind, die wir sind.

Aber damit endet ja der Entwicklungsprozess nicht auf einmal. Er geht weiter. Immer.

Und plötzlich bemerken wir eine innere Unruhe, ein Gefühl der Sehnsucht, vielleicht sogar Fernweh. Der Gedanke, das Altgewohnte hinter sich zu lassen und zu neuen Ufern aufzubrechen, ist allgegenwärtig und treibt uns an. Zweifel gibt es vielleicht auch – bei den ein oder anderen, aber warum sich davon aufhalten lassen? Das habe ich mich auch gefragt, habe die Gelegenheit, die sich mir geboten hat, beim Schopf gepackt und bin nach Dresden zu einer Freundin gefahren. Da ich an meiner jetzigen Uni nicht den Master machen kann, werde ich also ab nächstem Jahr woanders studieren. Und wieso nicht in einer Stadt, die mir gefällt, die etwas weiter weg von zu Hause liegt, in der es so viel Neues zu entdecken gibt?

Natürlich ist Dresden nicht die einzige Stadt, die auf meiner Liste steht, aber ich muss zugeben, dass ich schwer beeindruckt gewesen bin und mich schon etwas verliebt habe. Da gibt es die Semperoper, den Zwinger, die Prager Straße und natürlich die Frauenkirche. Und noch etliches mehr, was es sich zu erkunden lohnt…
Für mich persönlich steht fest, dass ich mich dort bewerben werde – und der Rest liegt ja ohnehin nicht in meiner Hand. Für mich beginnt ab nächstem Jahr eine neue Lebensphase: raus von zu Hause und rein in ein neues Leben. Selbständiger werden und daran wachsen. Neue Leute kennenlernen und sich alleine zu Recht finden. Ein Stück weit erwachsener werden. Natürlich sind mit diesem Gedanken auch Zweifel verbunden und gewisse Ängste, aber irgendwann wird es Zeit, loszulassen und seinen eigenen Weg zu gehen. Der eine findet ihn früher, der andere eben etwas später – außerdem muss man sich das Ausziehen auch erst einmal leisten können.

Viele Schüler in Rheinland-Pfalz schreiben ja gerade ihre letzten Kursarbeiten vor dem schriftlichen Abitur. Manche wissen schon, was sie danach machen wollen. Andere weniger. Für die einen steht fest, dass sie gleich anfangen wollen zu studieren oder eine Ausbildung zu machen. Für die anderen kommt das erst einmal nicht infrage – da wird erst einmal ein freiwilliges soziales Jahr angestrebt oder Work and Travel. Ganz im Sinne von: loslassen, losreisen und Neues kennenlernen. Und auch wenn immer ein bisschen Mut zu einem solchen Schritt dazugehört, so ist es doch im Nachhinein eine wunderbare Erfahrung, die einen beeinflusst und vielleicht auch zur Entwicklung beigetragen hat.
Und wenn wir die Möglichkeit doch haben, warum sie dann nicht einfach ergreifen?

In diesem Sinn: eine schöne Woche!

Eure Lea

Vorschau: Eva schreibt nächste Woche über die Welt des Tees und warum sie so gerne darin eintaucht.