21 Piloten im Kurs gen Underground

Seit 2009 mischt eine Band namens „Twenty One Pilots“ (zu Deutsch: 21 Piloten) aus den Staaten den Underground mächtig auf und blieb in Deutschland leider bisher unbekannt. Ihr Stil ist eine Zusammensetzung aus Klavier, Synthesizer, Schlagzeug und Gesang. Da sich ihre Musik nicht gänzlich in nur ein Musikgenre einordnen lässt, wird sie in der Szene daher als „Schizophrenic Pop“ beschrieben.

Die Gruppe gründeten Tyler Joseph, Nick Thomas und Chris Salih. Tyler kam damals auf den ungewöhnlichen Namen „21 Piloten”, da er das Buch „All my sons” von Arthur Miller ganz gerne mochte. Darin geht es um einen Mann, der im Zweiten Weltkrieg den Tod von 21 Piloten zugunsten seiner Familie und seines Geschäftes verursachte. Dieses moralische Dilemma war die Inspiration für den Bandnamen und die Musik der Jungs. Noch im Dezember des Gründungsjahres erschien ihr erstes Album namens „Twenty One Pilots” mit dem sie dann durch ganz Ohio tourten.

Im Jahr 2010 veröffentlichten sie zwei Tracks auf ihrem Sound Cloud Account. Die ursprünglich zum Download freien Titel hießen „Time to say Goodbye“ und „Jar of Hearts“, ein Cover von Christina Perri. Die kostenfreien Links wurden mittlerweile allerdings entfernt, die Tracks können jetzt nur noch online gekauft werden.

Mitte 2011 verließen dann Nick und Chris die Band, da sie keine Zeit mehr für Musik fanden. Nichtsdestotrotz posteten sie regelmäßig Notes auf ihre Facebook Fanpage. Joseph bekam dann Unterstützung von Josh Dun, dem Drummer von House of Heroes.

Das Duo besteht heute ausschließlich aus Tyler und Josh. Im März diesen Jahres erschien ihr aktuelles Album „Blurryface“, von dem sie bereits die Singles „Fairly Local“, „Tear in my Heart“ und „Stressed out“ veröffentlichten.

Vorschau: Am Samstag, dem 05. September, erwartet euch Teil 2 der Sommer-Coversongs.

Ein Brauer auf Abwegen

Ein Brauer auf Abwegen

Richtig sympatisch: So wirkt Brauer Karl-Heinz Hering auf den Plakaten (Foto: Eichbaum)

Von diesem Anblick war selbst die eigene Mutter geschockt: Karl-Heinz Herings Konterfei zierte insgesamt 3000 Plakate in der Metropolregion Rheinneckar. Mit frechen Sprüchen wie „Lederschürze trifft Lederhose“ und einem heiteren Lächeln warb Hering im Herbst 2009 so für das Bier der „Eichbaum“-Brauerei. Das Besondere: Hering ist nicht etwa Laufstegmodel – nein, er ist tatsächlich Brauer und Mälzer.

 „Eigentlich wollte ich Koch werden, aber da ich mit 15 Jahren keine Lehrstelle in diesem Bereich bekommen habe und mein Vater ohnehin in einer Brauerei arbeitete, habe ich schnell einen neuen Plan gefasst“, erzählt der 59-Jährige. Nachdem die „Eichbaum“-Brauerei und sein ehemaliger Ausbildungsbetrieb „Apostelbräu“ eine AG gebildet hatten und die Zweigstelle in Worms geschlossen wurde, sei er nach Mannheim gekommen.

Heute sieht sein Arbeitstag als Leiter des Sudhauses wie folgt aus: Morgens, sechs Uhr früh: Probeentnahme für das Labor. Im Verlauf des Tages kümmere er sich um Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten, Materialbestellungen und Bestandsführung. Als Leiter des Sudhauses sei er zudem für sechs Männer zuständig, erzählt Hering. Gewöhnlich endet sein Arbeitstags um 15.00 Uhr – „wenn alles normal läuft“, fügt er an.

„Was ist schon dabei“, dachte sich Hering, als man auf ihn zukam und gefragt habe, ob er Interesse habe für ein Plakat abgelichtet zu werden. An die Ausmaße der Aktion habe er zu dem Zeitpunkt gar nicht gedacht, versichert er. Unter mehreren anderen „Eichbaum“-Mitarbeitern habe man sich schließlich für ihn entschieden.

„Daheim habe ich erst einmal nichts erzählt“, berichtet Hering, „als meine Mutter dann durch Zufall eines der Plakate in der Stadt entdeckt hat, gab es deshalb zuerst ein bisschen Ärger.“ Die Aufregung habe sich aber bald gelegt und auch von Freunden sei er in der folgenden Zeit oft erkannt und angesprochen worden.

Ein Brauer auf Abwegen

Bei der Arbeit: Hering ist als Leiter des Sudhauses für sechs Mitarbeiter verantwortlich (Foto: privat)

Für ihn persönlich sei es ein „komisches Gefühl“ gewesen sich selbst auf einem so großen Plakat zu sehen. „Das erste Mal als ich eines gesehen habe, saß ich im Bahnhof auf einer Bank und habe gelesen. Rein zufällig habe ich hochgesehen und da saß ich genau vor einem der Plakate. Ich habe mich ganz schnell umgesetzte, weil mir das doch ein wenig unangenehm war“, erzählt der Brauer.

Wenn ihn heute jemand beispielsweise im Supermarkt anspreche, sei das höchsten amüsant, in keinem Falle aber nervig für ihn. „Da kommen völlig fremde Leute auf dich zu, die dich auf einem der Plakate gesehen haben. Ich selbst würde, glaube ich, niemanden wiedererkennen, den ich nur von einem Plakat her kenne“, sagt Hering schmunzelnd.

Obwohl er den Gedanken an eine Karriere als Koch noch immer im Hinterkopf hat, ist Hering mit seinem heutigen Beruf zufrieden: „Es hat mir immer Spaß gemacht und das tut es auch heute noch.“
Und wer könnte unseren Lesern wohl eher ein Bier empfehlen als ein Brauer und Mälzer, der seinen Beruf seit nunmehr 44 Jahren ausübt? Wahrscheinlich niemand, also lassen Sie hören, Herr Hering! „Ich persönlich bin ein Pilstrinker, daher kann ich das „Eichbaum“-Pils besonders empfehlen. Für den Sommer rate ich zu einem Hefeweizen.“

Vorschau: Am Dienstag, 18. Oktober, lest ihr an dieser Stelle ein Interview mit „taff“-Moderator Daniel Aminati. Er verrät uns welches musikalische Projekt nächstes Jahr ansteht und wie es mit seiner Familienplanung aussieht.